"Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

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"Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Vir Probatus » Montag 9. April 2012, 07:45

http://www.welt.de/print/wams/debatte/a ... aefte.html
Ein sehr lesenswerter Artikel, der nachdenklich stimmt.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

Raimund J.
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Raimund J. » Montag 9. April 2012, 07:57

Ob er zusätzlich zu seinen anderen Aufgaben Dekan werden wolle. Das Amt entspricht dem eines Regierungspräsidenten.
:roll:
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Raimund J. » Montag 9. April 2012, 08:01

Ansonsten ist niemand davor gefeit, irgendwann mal vielleicht auch psychologischer Hilfe zu bedürfen.

Siehe auch http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?p=564485#p564485 und das was Stylie dort zum Thema "Vita communis" geschrieben hat.
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civilisation
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von civilisation » Montag 9. April 2012, 08:13

Wenn man sucht, wird man immer einen "Schuldigen" für seine eigene Unfähigkeit finden.

Natürlich gibt es immer wieder mal einzelne Fälle, wo es nicht mehr geht. Aber in den letzten Jahren macht sich das sogenannte "Burnout-Syndrom" immer mehr breit.

Warum sollte das nicht auch in der Kirche so sein? - Gerade diejenigen, die immer mehr Zeit für ihre Gremien, Vereine, Verwaltungsaufgaben etc. aufwenden, sollten sich mehr auf ihre eigentliche Aufgabe als Priester konzentrieren.

Aber gerade diese "Generation" Priester ist es doch auch immer wieder, die so gerne die Gremienarbeit fördern, Arbeitskreise in ihren Sprengeln gründen ...

Ich frage mich, warum sich die "frühere Generation" von Priestern so wenig beschwert hat. Denn da gab es viel mehr Gläubige, viel mehr Gottesdienste und keine "freien Montage". Und dann natürlich noch das Phänomen, daß Priester alles selbst machen wollen (incl. auch ihres Hobbies "Sozialarbeit", das auch ein Großteil der Zeit beansprucht).

Das Phänomen "Burnout" ist m.E. noch gar nicht genau untersucht. Die einen - meist arbeitnehmerzugeneigten "Experten" sprechen von einem Riesenproblem, die anderen Experten sehen überhaupt noch Forschungsbedarf, weil die Diagnose "Burnout" viel zu schnell und überhaupt nicht sachorientiert gestellt wird. Oftmals ist nämlich "Burnout" "lediglich" eine depressive Erkrankung (schlimm genug).

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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Vir Probatus » Montag 9. April 2012, 08:13

Raimund Josef H. hat geschrieben:Ansonsten ist niemand davor gefeit, irgendwann mal vielleicht auch psychologischer Hilfe zu bedürfen.
Sicher nicht, die Frage ist nur, ob es erstrebenswert ist, diesen Zustand bewusst als "Lösung" in Kauf zu nehmen.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von civilisation » Montag 9. April 2012, 08:16

Raimund Josef H. hat geschrieben:Ansonsten ist niemand davor gefeit, irgendwann mal vielleicht auch psychologischer Hilfe zu bedürfen.

Siehe auch http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?p=564485#p564485 und das was Stylie dort zum Thema "Vita communis" geschrieben hat.
Nicht [nur] psychologische Hilfe, sondern psychiatrische Hilfe, denn oftmals sind Alkoholmißbrauch, Depressionen, Angstzustände etc. bei den Betroffenen vorhanden.

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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Raimund J. » Montag 9. April 2012, 08:28

Gerade der letzte Absatz zeigt doch wie wichtig es ist, seine Berufung zu prüfen:
Er erzählt, wie schön der letzte Urlaub mit Miriam war. Fünf Tage Salzburg, spazieren, essen, lieben. Auch in der Kirche waren sie. Händchen haltend haben sie diese betreten, erzählt Woll. Früher hätte er das in keinem Gotteshaus der Welt gewagt. An jenem Tag in Salzburg aber habe er gespürt, wie schön es ist, seine Liebe zu zeigen. "Da hatte ich endlich Frieden im Kopf", sagt er.
.

Was will man da groß diskutieren? Es gibt halt nur ein Entweder-oder. Man kann nicht beides gleichzeitig haben.

Die Zeitung will doch eh nur zu Ostern irgendeine kirchliche Story bringen.
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Vir Probatus » Montag 9. April 2012, 08:39

Raimund Josef H. hat geschrieben:Gerade der letzte Absatz zeigt doch wie wichtig es ist, seine Berufung zu prüfen:
Er erzählt, wie schön der letzte Urlaub mit Miriam war. Fünf Tage Salzburg, spazieren, essen, lieben. Auch in der Kirche waren sie. Händchen haltend haben sie diese betreten, erzählt Woll. Früher hätte er das in keinem Gotteshaus der Welt gewagt. An jenem Tag in Salzburg aber habe er gespürt, wie schön es ist, seine Liebe zu zeigen. "Da hatte ich endlich Frieden im Kopf", sagt er.
.

Was will man da groß diskutieren? Es gibt halt nur ein Entweder-oder. Man kann nicht beides gleichzeitig haben.

Die Zeitung will doch eh nur zu Ostern irgendeine kirchliche Story bringen.
Das denke ich überhaupt nicht. Aber die Art, wie man den Artikel hier ausschlachten würde, war zu erwarten.
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von civilisation » Montag 9. April 2012, 08:43

Zugleich ist der Artikel auch "Stimmungsmache" gegen die Kirche und ihre Regeln ...

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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Raimund J. » Montag 9. April 2012, 08:58

Ja, und dabei ist ja die Lösung sooo einfach! ;D :gaehn:
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Stephen Dedalus » Montag 9. April 2012, 09:08

Genau. Wenn alle Priester nur richtig katholisch wären, gäbe es keine Probleme.

Burn-out hat es vor dem Konzil schließlich auch nicht gegeben...
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Bernado
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Bernado » Montag 9. April 2012, 09:13

civilisation hat geschrieben:Zugleich ist der Artikel auch "Stimmungsmache" gegen die Kirche und ihre Regeln ...
Ja - allein die tränendrüsige Reportageform mit lauter stimmungsvollen Beschreibungen von Orten, Akteuren und (behaupteten) Gefühlen. Der Sachinhalt ließe sich in 30% des Umfangs nachvollziehbarer darstellen - der Rest ist Geblubber.

Dabei käme als Substanz unter anderem zum Vorschein, daß die betroffenen Priester kein vernünftiges Gebetsleben hatten. Das kann man ihnen nicht unbedingt persönlich vorwerfen, weil sie das nie gelernt haben und im Amt mit sinnlosen Tätigkeiten ausgelaugt werden. Und die "Therapie" scheint zwar viel Psychokram zu bieten - aber eine Aufforderung/Einübung zum Gebetsleben findet wohl nicht statt.

Apart finde ich den Einfall der Betreiber der einrichtung, dort offenbar männliche und weibliche Krisenkleriker gemeinsam zu therapieren. Daß die Flucht in eine (neue) Beziehung das häufigste (vermeintliche) Heilmittel für eine (Beziehungs-)Krise darstellt, hat sich bei ihnen anscheinend noch nicht herumgesprochen. Nun ja - so richtet sich ein Verein, der "Sozialarbeit" als den Kern seines Wesens begreift (genau um die Abkehr davon geht es bei der von Papst Benedikt geforderten "Entweltlichung") selbst zugrunde.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Raimund J. » Montag 9. April 2012, 09:23

Stephen Dedalus hat geschrieben:Genau. Wenn alle Priester nur richtig katholisch wären, gäbe es keine Probleme.

Burn-out hat es vor dem Konzil schließlich auch nicht gegeben...
Oder wenn sie nur richtig evangelisch, anglikanisch oder altkatholisch wären ... Da kann es ja auch keine Probleme geben. :roll:
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Protasius » Montag 9. April 2012, 09:27

Raimund Josef H. hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Genau. Wenn alle Priester nur richtig katholisch wären, gäbe es keine Probleme.

Burn-out hat es vor dem Konzil schließlich auch nicht gegeben...
Oder wenn sie nur richtig evangelisch, anglikanisch oder altkatholisch wären ... Da kann es ja auch keine Probleme geben. :roll:
Evangelens haben dem Artikel zufolge ebenfalls so eine Einrichtung und planen eine weitere, weil es zuviel Bedarf für die vorhandenen Einrichtungen gibt.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Stephen Dedalus » Montag 9. April 2012, 09:27

Bernado hat geschrieben:
civilisation hat geschrieben:Zugleich ist der Artikel auch "Stimmungsmache" gegen die Kirche und ihre Regeln ...
Ja - allein die tränendrüsige Reportageform mit lauter stimmungsvollen Beschreibungen von Orten, Akteuren und (behaupteten) Gefühlen. Der Sachinhalt ließe sich in 30% des Umfangs nachvollziehbarer darstellen - der Rest ist Geblubber.

Dabei käme als Substanz unter anderem zum Vorschein, daß die betroffenen Priester kein vernünftiges Gebetsleben hatten. Und die "Therapie" scheint zwar viel Psychokram zu bieten - aber eine Aufforderung/Einübung zum Gebetsleben findet wohl nicht statt.
Apart finde ich auch, dem Bericht 'behauptete Gefühle' zu unterstellen, die man dann selbst mit Behauptungen beantwortet... :breitgrins:
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Stephen Dedalus » Montag 9. April 2012, 09:29

Protasius hat geschrieben:
Raimund Josef H. hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Genau. Wenn alle Priester nur richtig katholisch wären, gäbe es keine Probleme.

Burn-out hat es vor dem Konzil schließlich auch nicht gegeben...
Oder wenn sie nur richtig evangelisch, anglikanisch oder altkatholisch wären ... Da kann es ja auch keine Probleme geben. :roll:
Evangelens haben dem Artikel zufolge ebenfalls so eine Einrichtung und planen eine weitere, weil es zuviel Bedarf für die vorhandenen Einrichtungen gibt.
Ist ja klar, dass es da solche Probleme gibt. Die sind ja schließlich auch nicht richtig katholisch.
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Raimund J. » Montag 9. April 2012, 09:36

Dann wäre ich dankbar, wenn man die im Artikel vermengten Probleme zur Grundlage einer sachlichen Diskussion klar analysiert und jeweils konstruktive Lösungen vorschlägt. Sollten es allerdings altbekannte Themen sein, so genügt ein Verweis zu den bereits bestehenden Strängen im Forum. :unbeteiligttu:
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Gallus » Montag 9. April 2012, 10:17

So wie sie es in Münsterschwarzach gelernt hatten. "Höre auf dein Herz", hatte es dort geheißen, "handele ihm nicht zuwider."
So etwas halte ich schlicht für kindisch. Man wird von erwachsenen Menschen, die sich für ein zölibatäres Leben entschieden haben, die das lange geprüft und als Ordensleute wohl auch ewige Professen abgelegt haben, doch auch einfach einmal erwarten dürfen, ihre Impulse zu kontrollieren.

Was ist das denn für ein Menschenbild, das die Leute für hormongesteuerte Tiere hält, die nicht in der Lage sind, mit Schwierigkeiten umzugehen und auch in Konflikten zu ihrer Berufung zu stehen?

Und nebenbei, für die Abschaffung des Zölibats zu sein ist eine Sache. Aber wie dieses Rührstück aus der "Welt" dann auch noch Mitleid mit einem Priester einzufordern, der eine Affäre mit einer verheirateten Frau anfängt, DAS ist dann doch nur noch frech.

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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Stephen Dedalus » Montag 9. April 2012, 10:23

Du hältst Menschen, die der Stimme ihres Herzens folgen, für hormongesteuerte Tiere?
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Gallus » Montag 9. April 2012, 10:50

Stephen Dedalus hat geschrieben:Du hältst Menschen, die der Stimme ihres Herzens folgen, für hormongesteuerte Tiere?
Ein Ordenspriester verspricht bei seiner ewigen Profess, sein Leben lang nach den evangelischen Räten zu leben. Dazu gehört bekanntlich auch die Keuschheit.

Nach allem, was ich weiß, stolpert man in eine ewige Profess nicht zufällig rein. Die Orden rekrutieren auch keine Betrunkenen in Seemannsspelunken. Dieses Versprechen vor Gott ist vielmehr der Endpunkt einer jahrelangen Selbstprüfung. Und es ist eben das: ein Versprechen vor Gott.

Jetzt trifft unser Ordenspriester auf eine fesche Nonne, die beiden gefallen sich, der Herr Wunibald Müller sagt: "Folgt Eurem Herzen!", und schwupp sind sie beide raus aus ihren Orden. Super. Ein Rat für erwachsene Menschen wäre wohl eher gewesen: "Macht Euch klar, was Ihr beide vor Gott versprochen habt. Macht Euch klar, daß das, was die Biochemie Eures Hirnstoffwechsels gerade nahe legt, nicht geht. Reisst Euch zusammen."

Aber so ist das halt, wenn das Motto ist "Geh, wohin dein Herz dich trägt" und nicht "Bilde Dein Gewissen und folge ihm, so gut Du kannst."

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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Vir Probatus » Montag 9. April 2012, 11:24

Gallus hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Du hältst Menschen, die der Stimme ihres Herzens folgen, für hormongesteuerte Tiere?
Ein Ordenspriester verspricht bei seiner ewigen Profess, sein Leben lang nach den evangelischen Räten zu leben. Dazu gehört bekanntlich auch die Keuschheit.

Nach allem, was ich weiß, stolpert man in eine ewige Profess nicht zufällig rein. Die Orden rekrutieren auch keine Betrunkenen in Seemannsspelunken. Dieses Versprechen vor Gott ist vielmehr der Endpunkt einer jahrelangen Selbstprüfung. Und es ist eben das: ein Versprechen vor Gott.

Jetzt trifft unser Ordenspriester auf eine fesche Nonne, die beiden gefallen sich, der Herr Wunibald Müller sagt: "Folgt Eurem Herzen!", und schwupp sind sie beide raus aus ihren Orden. Super. Ein Rat für erwachsene Menschen wäre wohl eher gewesen: "Macht Euch klar, was Ihr beide vor Gott versprochen habt. Macht Euch klar, daß das, was die Biochemie Eures Hirnstoffwechsels gerade nahe legt, nicht geht. Reisst Euch zusammen."

Aber so ist das halt, wenn das Motto ist "Geh, wohin dein Herz dich trägt" und nicht "Bilde Dein Gewissen und folge ihm, so gut Du kannst."
Interessant ist in diesem Forum nur immer wieder, wie nicht Betroffene die Probleme Betroffener sehen und diese mit einem guten Tipp "Reisst Euch zusammen" glauben lösen zu können.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von civilisation » Montag 9. April 2012, 11:32

Vir Probatus hat geschrieben:Interessant ist in diesem Forum nur immer wieder, wie nicht Betroffene die Probleme Betroffener sehen und diese mit einem guten Tipp "Reisst Euch zusammen" glauben lösen zu können.
... während andere - auch Nichtbetroffene - immer wieder versuchen, den "Schwarzen Peter" der Kirche zuzuschieben. Die "armen" am Zölibat und gegebenen Versprechen gescheiterten Personen sind ja unschuldig an ihrem So-Sein.

:roll:

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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Stephen Dedalus » Montag 9. April 2012, 11:35

Vir Probatus hat geschrieben: Interessant ist in diesem Forum nur immer wieder, wie nicht Betroffene die Probleme Betroffener sehen und diese mit einem guten Tipp "Reisst Euch zusammen" glauben lösen zu können.
:klatsch:

Ich finde auch sehr interessant, wie hier die geistig-seelisch-emotionale Mitte des Menschen ('Herz') mit triebgesteuerten Impulsen in einen Topf geworfen wird. Ebenso die Unterstellung, die Entscheidung, das Priesteramt oder den Orden zu verlassen, geschähen leichtfertig und als Folge solcher Impulse...
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Stephen Dedalus » Montag 9. April 2012, 11:42

civilisation hat geschrieben: ... während andere - auch Nichtbetroffene - immer wieder versuchen, den "Schwarzen Peter" der Kirche zuzuschieben. Die "armen" am Zölibat und gegebenen Versprechen gescheiterten Personen sind ja unschuldig an ihrem So-Sein.
Wer verteilt hier Schwarze Peter?

Ich sehe nur, dass von der üblichen Seite hier die Bemühungen der Kirche, den Betroffenen zu helfen, kritisiert und lächerlich gemacht werden.

Sicher wäre es besser, das Haus zu schließen und den Betroffen zu raten, mehr zu beten und sich zusammenzureißen.
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Raimund J. » Montag 9. April 2012, 11:45

Ach Leute, meint ihr das bringt etwas in der Art weiterzudiskutieren? Sich gegenseitig etwas vorzuwerfen, was so explizit gar nicht geschrieben wurde?

Ich schliesse jetzt den Strang.
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Priester und die Gemeinde

Beitrag von LumenChristi » Montag 9. April 2012, 15:03

Ich habe gestern, in einem Nebensatz und ganz ohne Hintergedanken, zum Vikar meines Vertrauens, als er sagte, er würde wohl im Sommer versetzt werden, gesagt, dass ich sicher sei, er werde seiner Arbeit auch auf der neuen Stelle bestimmt ganz ausgezeichnet machen. Ich war ganz überrascht, wie offensichtlich ihm das gut getan hat.
Daran musste ich eben denken, als ich den folgenden Artikel gelesen habe: http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... aefte.html
Ich nehme für mich mit, dass ich versuchen werde, auch unsere Priester zu stärken.
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...denn Dir habe ich meine Sache anvertraut.
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Re: Priester und die Gemeinde

Beitrag von Christiane » Dienstag 10. April 2012, 11:07

Naja, der Artikel beinhaltet etliche Stellen zum Augen Rollen. Aber dein Vorsatz, die Priester zu stärken ist trotzdem gut. :daumen-rauf:
"Die Demokratie feiert den Kult der Menschheit auf einer Pyramide von Schädeln." - Nicolás Gómez Dávila

"Gott kann machen, dass eine Communio entsteht zwischen dem Idiot und dem Arschloch." (Ausspruch auf einem NK-Gemeinschaftstag)

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Re: Priester und die Gemeinde

Beitrag von Niels » Dienstag 10. April 2012, 11:18

Christiane hat geschrieben:Naja, der Artikel beinhaltet etliche Stellen zum Augen Rollen. Aber dein Vorsatz, die Priester zu stärken ist trotzdem gut. :daumen-rauf:
:daumen-rauf:
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 10. April 2012, 11:42

Stephen Dedalus hat geschrieben:Du hältst Menschen, die der Stimme ihres Herzens folgen, für hormongesteuerte Tiere?
Ich hoffe, du verwechselst nicht auch in deinem
persönlichen Leben Herz und Schwanz.
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Christiane » Dienstag 10. April 2012, 11:43

*hüstel*
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 10. April 2012, 11:44

Vir Probatus hat geschrieben:Interessant ist in diesem Forum nur immer wieder, wie nicht Betroffene die Probleme Betroffener sehen und diese mit einem guten Tip "Reißt Euch zusammen" glauben lösen zu können.
Schon mal auf die Idee gekommen, daß wir alle von Versuchungen betroffen sind?
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Re: "Verheizt" die Kirche ihre besten Mitarbeiter?

Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 10. April 2012, 11:49

Christiane hat geschrieben:*hüstel*
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