Theologische Zoologie

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Juergen
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Theologische Zoologie

Beitrag von Juergen » Samstag 30. Januar 2010, 20:50

Dinge gibt's -- man glaub es kaum

--> http://www.theologische-zoologie.de/
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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Gamaliel
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Gamaliel » Samstag 30. Januar 2010, 21:03

Ich zitiere aus den Zielen des Instituts:

"Es braucht in der Kirche und den christlichen Gemeinden eine größere Sensibilität für das große Thema "Bewahrung der Schöpfung"; in diesem Zusammenhang wird es Zeit, in besonderer Weise die Tiere in den Blick zu nehmen; d.h. in der Katechese, Religionsunterricht und Predigt."

Und ich habe schon befürchtet, daß die Modernisten bald vor leeren Kirchenbänken und -kassen stehen werden. Mit dieser genialen Idee bekommt man die Gebäude jetzt aber doch wieder voll und vielleicht auch noch einen schönen Anteil an der Hundesteuer. :narr:

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ifugao
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von ifugao » Samstag 30. Januar 2010, 21:13

:glubsch:
Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.
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civilisation
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von civilisation » Samstag 30. Januar 2010, 21:14

Da habe ich gestern etwas von dem ehemaligen Chef von Radio Vatikan, dem Jesuitenpater Gemmingen gelesen. Er mischt sich ja immer gerne in Dinge ein, die ihn eigentlich überhauptnichts angehen:
Der in München lebende Jesuit kritisierte, dass viel zu oft die Berichterstattung über "Nebenkriegsschauplätze" das öffentliche Bild der Kirche bestimme. Die wirklich zentralen Anliegen des Papstes lägen aber nicht bei den Piusbrüdern, der lateinischen Messe oder bei AIDS und Kondomen. Vielmehr gehe es um die Frage nach Gott in der Gegenwart, um das Verhältnis von Religion und Staat, um den Dialog der Religionen sowie um Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung. Der Vatikan verstehe es nicht, solche Themen "in der Berichterstattung nach vorne zu bringen".
- Hervorhebung von mir.

Quelle: http://www.kathweb.at/content/site/nach ... 378.html

Vielleicht kann die "zoologische Theologie" ja den "eigenen Kirchenapparat liebevoll kritisch begleiten und so verbessern".

:roll: :/

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Galilei
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Galilei » Samstag 30. Januar 2010, 21:16

Sich mit der Bedeutung von Tieren für den christlichen Glauben zu beschäftigen klingt ja erst einmal nicht uninteressant.

Aber hier sind mal wieder die häretischen münsterschen Theologen am Werk:
Institut für Theologische Zoologie hat geschrieben:Im Dialog mit den Naturwissenschaften und vor allem dem Evolutionsparadigma die lange fällige Distanzierung von einem biblisch unhaltbaren Anthropo-Zentrismus, einer Rede vom Menschen als die "Krone der Schöpfung" und einzig beseeltem Lebewesen

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Juergen
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Juergen » Samstag 30. Januar 2010, 21:35

Erstmal muß man das Ganze Projekt wohl unter dem Stichwort "Dinge, die die Welt nicht braucht" verbuche. Als ich von diesem Projekt in einer Zeitschrift las und las, daß es dies in Münster gibt, dachte ich: "Mal typisch Münster". Aber als ich dann sah, daß es dies an der PTH gibt, war ich doch etwas überrascht.
Gruß Jürgen

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Nassos
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Nassos » Sonntag 31. Januar 2010, 22:08

Zitat Gamaliels hat geschrieben:"...in diesem Zusammenhang wird es Zeit, in besonderer Weise die Tiere in den Blick zu nehmen; d.h. in der Katechese, Religionsunterricht und Predigt."
sag das mal BB...
Ich glaube; hilf meinem Unglauben

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Niels
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Niels » Sonntag 31. Januar 2010, 22:21

Nassos hat geschrieben:
Zitat Gamaliels hat geschrieben:"...in diesem Zusammenhang wird es Zeit, in besonderer Weise die Tiere in den Blick zu nehmen; d.h. in der Katechese, Religionsunterricht und Predigt."
sag das mal BB...
Wieso? :detektiv: :hae?:
BB ist doch seit Jahren bekennendeTierschützerin: http://de.wikipedia.org/wiki/Brigitte_Bardot
(Ihre politische Entwicklung ist allerdings interessant.)
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Nassos
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Nassos » Montag 1. Februar 2010, 00:50

An BB: in diesem Zusammenhang wird es Zeit, in besonderer Weise die Menschen in den Blick zu nehmen;...

Ich glaube, die Frau ist misanthrop geworden.
Ich glaube; hilf meinem Unglauben

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anneke6
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von anneke6 » Montag 1. Februar 2010, 01:13

Nassos hat geschrieben:An BB: in diesem Zusammenhang wird es Zeit, in besonderer Weise die Menschen in den Blick zu nehmen;...

Ich glaube, die Frau ist misanthrop geworden.
Das Gefühl habe ich schon seit längerem. Und ihr aktueller Ehemann (interessanterweise ihre einzige Ehe, die Bestand hatte) ist mir sehr suspekt. Manchmal ist sie aber auch witzig.
Am besten war BB irgendwie, als sie in der Fußgängerzohne dem Typen den Beo weggerissen hat, weil er ihn "quälte" (er gab ihm Fritten zu essen)…

Kurz und gut, ob BB oder A-a…Tiere haben ihren Platz in der Schöpfung, und das ist auch gut so. Aber eine besondere Pastoral für, wegen oder über Tiere brauchen wir nicht. Absolut nicht.
???

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Linus
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Linus » Montag 1. Februar 2010, 06:18

Gamaliel hat geschrieben:Ich zitiere aus den Zielen des Instituts:

"Es braucht in der Kirche und den christlichen Gemeinden eine größere Sensibilität für das große Thema "Bewahrung der Schöpfung"; in diesem Zusammenhang wird es Zeit, in besonderer Weise die Tiere in den Blick zu nehmen; d.h. in der Katechese, Religionsunterricht und Predigt."

Und ich habe schon befürchtet, daß die Modernisten bald vor leeren Kirchenbänken und -kassen stehen werden. Mit dieser genialen Idee bekommt man die Gebäude jetzt aber doch wieder voll und vielleicht auch noch einen schönen Anteil an der Hundesteuer. :narr:

Hat nicht Franziskus den Viechern gepredigt?
Daß seine Katechesen angeschlagen hätten, etwa daß die Löwen bevor sie ihn verspeisten die Pranken falteten und beteten, ist nicht bekannt. ;D

Linus, der mit Franz v. A. immert schon auf Kriegsfuß stand- ein Hippie? Ja Ein Hriliger? :hmm:
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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Bernado
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Bernado » Montag 1. Februar 2010, 09:08

Linus hat geschrieben:Linus, der mit Franz v. A. immert schon auf Kriegsfuß stand- ein Hippie? Ja Ein Hriliger? :hmm:
Darüber sollten wir bei Gelegenheit mal streiten. Der Franziskus-Film von Zefirelli mit den Songs von Donovan ist zwar schön anzuschauen - aber den ganzen Franziskus vermittelt er sicher nicht.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

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Gamaliel
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Gamaliel » Montag 1. Februar 2010, 11:20

Linus hat geschrieben:
Gamaliel hat geschrieben:Ich zitiere aus den Zielen des Instituts:

"Es braucht in der Kirche und den christlichen Gemeinden eine größere Sensibilität für das große Thema "Bewahrung der Schöpfung"; in diesem Zusammenhang wird es Zeit, in besonderer Weise die Tiere in den Blick zu nehmen; d.h. in der Katechese, Religionsunterricht und Predigt."

Und ich habe schon befürchtet, daß die Modernisten bald vor leeren Kirchenbänken und -kassen stehen werden. Mit dieser genialen Idee bekommt man die Gebäude jetzt aber doch wieder voll und vielleicht auch noch einen schönen Anteil an der Hundesteuer. :narr:

Hat nicht Franziskus den Viechern gepredigt?
Daß seine Katechesen angeschlagen hätten, etwa daß die Löwen bevor sie ihn verspeisten die Pranken falteten und beteten, ist nicht bekannt. ;D

Linus, der mit Franz v. A. immert schon auf Kriegsfuß stand- ein Hippie? Ja Ein Hriliger? :hmm:
Bezüglich mancher außergewöhnlicher Taten der Heiligen, scheint mir das Axiom zu gelten "Sancti sunt admirandi, sed non imitandi". Die Heiligen standen eben unter einer besonderen Führung des Hl. Geistes, die "Hinz und Kunz" nicht automatisch auch für sich beanspruchen kann. Bewundern wir also alle ihre Taten, ahmen wir aber nicht alles 1:1 nach.
Die franziskanische Spiritualität ist eine von vielen "Blumen", die im Schoß der Kirche wachsen. Eines aber scheint mir sicher. Die modernistische Darstellung des hl. Franz von Assisi, als des immer lieben Menschen, der zu allen nett war, für alles Verständnis hatte, alles entschuldigte,... hat nichts mit der historischen Person zu tun. Der hl. Franz war ein durch und durch katholischer Geist, einzig auf die Ehre Gottes bedacht. Für eine irenistische Geisteshaltung und sentimentales Gesäusel kann man sich nicht auf ihn berufen.

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Linus
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Linus » Montag 1. Februar 2010, 12:27

Cantus hatte hier mal eine positive allerdings nicht in Flowerpowerrosarotbrillenmanier strenge Darstellung des F.v.A. gepostet, leider find i die nimma
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Marion » Montag 1. Februar 2010, 13:10

Das ist gar nicht so schlecht, wenn sie nun anstatt den Menschen, den Tieren die Ohren mit ihren Halbwahrheiten vollsülzen. Da ist der Schaden nicht so groß. :blinker:

Zum heiligen Franziskus
http://www.heiligenlegenden.de/monate/o ... /home.html
Der Gesang der Vögel bewegte jedesmal den Heiligen zum Gebete und zur Lobpreisung Gottes. Einst umgab ihn bei seiner Rückkehr aus dem Morgenlande zu Venedig eine Menge Vögel. Da sprach der Heilige zu seinem Begleiter:

„Unsere Brüder, die Vögel, loben Gott den Herrn, laß uns mitten unter ihnen die Tagzeiten beten.”

Nun hoben die Vögel ein so lautes Gezwitscher an, daß sich die beiden Betenden nicht mehr verstehen konnten. Der Heilige aber rief ihnen zu:

„Meine Brüder Vögel! höret so lange mit eurem Gesange auf, bis wir unser schuldiges Gebet geendet haben.”

Sogleich schwiegen sie, und sangen erst wieder, als es der Heilige erlaubte.
Er war wohl sehr streng mit den Tierchen. Er hat ihnen sogar den Mund verboten.
Ich glaube kaum, daß das heute unter Tierfreundlich läuft. :pfeif:
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat

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Bernado
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Bernado » Montag 1. Februar 2010, 13:21

Marion hat geschrieben: Er war wohl sehr streng mit den Tierchen. Er hat ihnen sogar den Mund verboten.
Ich glaube kaum, daß das heute unter Tierfreundlich läuft. :pfeif:
Da hatte es sein Mitbruder Antonius leichter: Als den die Einwohner einer Stadt mit seiner Predigt nicht anhören wollten, ging er hinaus zum Starand und predigte übers Meer hin - worauf massenhaft Fische herbeikamen und aufmerksam die Köpfe übers Wasser hoben. Und dabei sagten sie keinen einzigen Ton.
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Edi
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Edi » Montag 1. Februar 2010, 13:28

Roemer 8,19: "Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes."
Irgendwie scheinen auch Tiere ein gewisses Gespür für erlöste Menschen zu haben. Von Pater Pio wird berichtet, dass ihm immer ein Hund bis vor sein Zimmer nachlief und erst als er ihn wegschickte ging er weg.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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anneke6
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von anneke6 » Montag 1. Februar 2010, 13:31

Und eine Hirschkuh flüchtete in die Arme des heiligen Ägidius…und dieser bekam dann den für sie bestimmten Pfeil ab. ;)
???

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holzi
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von holzi » Montag 1. Februar 2010, 16:43

Bernado hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:Er war wohl sehr streng mit den Tierchen. Er hat ihnen sogar den Mund verboten.
Ich glaube kaum, daß das heute unter Tierfreundlich läuft. :pfeif:
Da hatte es sein Mitbruder Antonius leichter:(...)
Gut, daß der Name eines weiteren bekannten Franziskaners, den ich aber aus naheliegenden Gründen nicht nennen will, nicht gefallen ist - und wohl auch nicht erwähnt werden wird :pfeif:
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

Stephen Dedalus
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Stephen Dedalus » Montag 1. Februar 2010, 17:26

anneke6 hat geschrieben:Kurz und gut, ob BB oder A-a…Tiere haben ihren Platz in der Schöpfung, und das ist auch gut so. Aber eine besondere Pastoral für, wegen oder über Tiere brauchen wir nicht. Absolut nicht.
Sicher nicht. Aber ein wenig systematisch-theologische Reflektion darüber könnte nicht schaden.

Der menschliche Umgang mit Tieren ist von einer merkwürdigen Ambivalenz geprägt. Einerseits richten wir Friedhöfe und Salons für Hund und Katze ein, andererseits werden Tiere unter entsetzlichsten Verhältnissen in Massentierhaltung produziert, getötet und verwertet. Die Liebe zum Pferd oder zur Hauskatze steht in keinem Verhältnis zu unserem Konsumverhalten vor der Fleischtheke oder der Tiefkühltruhe.

Dies ist nicht nur eine Problemstellung, mit der sich die (christliche) Ethik befassen sollte. Es ist auch eine Konsequenz einer "deafening silence", wenn man sich die Geschichte der christlichen Theologie ansieht. Eine Folge davon ist, daß wir in der modernen Welt die Ehrfurcht vor der Heiligkeit des Lebens (auch des nicht-menschlichen Lebens) weitgehend verloren haben.

Interessant ist ja, daß die Sprache des NT Hinweise auf einen Ansatz gibt, der eine weniger strikte Unterscheidung zwischen Mensch und Tier nahelegt. Der Evangelist Johannes spricht davon, daß das Wort "Fleisch" angenommen hat (logos sarx egeneto) - und der Apostel Paulus schließt in das Erwarten der endgültigen Erlösung die gesamte Schöpfung ein. Das versöhnte Zusammenleben von Tier und Mensch ist Teil der eschatologischen Vision der biblischen Bücher.

Die Einrichtung eines theologischen Instituts für die Theologie des Tieres ist daher zu begrüßen.
If only closed minds came with closed mouths.

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Bernado
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Bernado » Donnerstag 4. Februar 2010, 20:53

Bernado hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:Linus, der mit Franz v. A. immert schon auf Kriegsfuß stand- ein Hippie? Ja Ein Hriliger? :hmm:
Darüber sollten wir bei Gelegenheit mal streiten. Der Franziskus-Film von Zefirelli mit den Songs von Donovan ist zwar schön anzuschauen - aber den ganzen Franziskus vermittelt er sicher nicht.
Hmm. Hier habe ich durch ein Link in einem anderen thread eine Truppe Franziskaner entdeckt, die es vielleicht doch eher mit Zefirellis Franziskus halten - hier. Und sie kommen dabei keinesfalls unsympathisch oder gar unecht rüber.
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civilisation
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von civilisation » Donnerstag 4. Februar 2010, 21:30

holzi hat geschrieben:
Bernado hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:Er war wohl sehr streng mit den Tierchen. Er hat ihnen sogar den Mund verboten.
Ich glaube kaum, daß das heute unter Tierfreundlich läuft. :pfeif:
Da hatte es sein Mitbruder Antonius leichter:(...)
Gut, daß der Name eines weiteren bekannten Franziskaners, den ich aber aus naheliegenden Gründen nicht nennen will, nicht gefallen ist - und wohl auch nicht erwähnt werden wird :pfeif:
Wieso sollte ein "weiterer bekannter Franzsikaner" nicht genannt werden dürfen?

Gerade hier geht es doch um die "theologische Zoologie". Und Tiere gesund und innovativ zu ernähren ist doch wohl auch im Sinne der Schöpfungsordnung, die es zu bewahren gilt.

Deshalb: Klick mich.

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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von incarnata » Donnerstag 4. Februar 2010, 21:37

Mich würde im Zusammenhang mit theologischer Zoologie mal interessiern,was der "Leviathan" aus der genesis eigentlich für ein Vieh war.Ein Saurier vielleicht ?
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von civilisation » Donnerstag 4. Februar 2010, 21:44

incarnata hat geschrieben:Mich würde im Zusammenhang mit theologischer Zoologie mal interessiern,was der "Leviathan" aus der genesis eigentlich für ein Vieh war.Ein Saurier vielleicht ?

Dir kann geholfen werden.
Leviathan (hebr. לויתן liwjatan „der sich Windende“) ist der Name eines Seeungeheuers der jüdisch-christlichen Mythologie. Seine Beschreibung enthält Züge des Krokodils, des Drachens, der Schlange und des Wales.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Leviathan_(Mythologie)

Da findest Du noch einiges mehr an Informationen.

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Lioba
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Lioba » Donnerstag 4. Februar 2010, 21:58

Du wirst letztlich keine eindeutige Antwort finden. Leviathan und Behemoth werden immer wieder auch allegorisch gedeutet. Leviathan hat Ähnlichkeit mit Tiamat und der Midgardschlange, es gibt also eine sehr alte und weitverbreitete Vorstellung von einem solchen Wesen.Ob ein echtes urzeitliches Wesen mit dieser Vorstellung verbunden ist oder ob es rein symbolisch verstanden werden soll- wer weiss.
P.S.
Dieses Wesen distanziert sich ausdrücklich von der ungehobelten Verwandtschaft.
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Robert Ketelhohn » Donnerstag 4. Februar 2010, 22:01

Lioba hat geschrieben:Behemoth
Bei den Slawen ist das das Nilpferd.
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Bernado » Donnerstag 4. Februar 2010, 22:05

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Lioba hat geschrieben:Behemoth
Bei den Slawen ist das das Nilpferd.
Die sind ja auch besonders weit vom Nil entfernt.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Lioba » Donnerstag 4. Februar 2010, 22:27

Vielleicht haben sie einfach keine phantasiebegabten Kryptozoologen.
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Robert Ketelhohn » Donnerstag 4. Februar 2010, 22:39


Leviathan und Behemoth …
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Robert Ketelhohn » Donnerstag 4. Februar 2010, 22:51

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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von Lioba » Donnerstag 4. Februar 2010, 22:56

Wie gar grauslich, da mach ich mir noch einen Kakao und les was Schönes, damit ich keine Alpträume kriege und das Geschnarche meines Liebsten im traum für das Gebrüll des Behemoth halte.
Gute Nacht allerseits!
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Re: Theologische Zoologie

Beitrag von civilisation » Freitag 5. Februar 2010, 08:37

Nach der Lehre der Kirche ist den Männern und Frauen mit homosexuellen Tendenzen «mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen».
Und unsere liebsten Freunde? - Die dürfen ja diskriminiert und zurückgesetzt werden.

Ein Ansatzpunkt der theologischen Zoologie.


Etwas "bissig"-böse. Ist ja von Harald Schmidt.

http://www.youtube.com/watch?v=8IOQhn-CbM

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