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Wird das eine "christliche Perversion"?
Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 11:16
von ottaviani
was sich da abspielt ist ja wohl eine Geschmacklosigkeit erster Güte
großspurig anzukündigen für einen Atheisten zu beten, der offenbar todkrank
ist das geht doch niemand was an
http://www.kath.net/detail.php?id=27783
Re: Wird das eine "christliche Perversion"?
Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 11:22
von Bernado
Wo ist da die Perversion? Öffentlich (anzukündigen,) für jemanden zu beten - und zwar gerade auch für jemanden, der in die Rubrik der "Feinde" fällt, hat eine lange Tradition. Und solange er noch lebt, hat jeder Atheist jede Chance zur Umkehr und auch die Gnade, es zu tun.
Re: Wird das eine "christliche Perversion"?
Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 12:05
von Juergen
ottaviani hat geschrieben:was sich da abspielt ist ja wohl eine Geschmacklosigkeit erster Güte
großspurig anzukündigen für einen Atheisten zu beten, der offenbar todkrank
ist das geht doch niemand was an
http://www.kath.net/detail.php?id=27783
-->
http://kreuzgang.org/viewtopic.php?f=1&t=5544 
Re: Wird das eine "christliche Perversion"?
Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 12:08
von ottaviani
es geht darum das offenbar propagandistisch zu verwerten
Re: Wird das eine "christliche Perversion"?
Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 12:53
von Stephen Dedalus
Es mögen gute Gründe dahinter stehen. Sicher wünschen einige der Beter eine Heilung.
Aber gefragt werden muß auch, ob diese öffentliche Art der Fürbitte einfach nur Teil der Medienkampagne ist. Einerseits will man demonstrieren, wie "gut" man ist und wie ernst man das Gebot der Feindesliebe nimmt. Zugleich ist es eine mehr oder weniger subtile Spitze: Der Atheist kann das Gebet für ihn nicht verhindern, er ist ihm "machtlos" ausgeliefert. Eine kleine Machtdemonstration. Und: Indem sie den Atheismus des Erkrankten nicht ernst nehmen, stellen sie ihn öffentlich bloß.
Diese Motive könnten auch eine Rolle spielen. Daher verstehe ich Ottavianis Ablehnung dieser öffentlichen Zurschaustellung der Fürbitte.
Womit gegen das Gebet selbst nichts gesagt sein soll.
Re: Wird das eine "christliche Perversion"?
Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 13:10
von Marion
Stephen Dedalus hat geschrieben:Und: Indem sie den Atheismus des Erkrankten nicht ernst nehmen, stellen sie ihn öffentlich bloß.
Natürlich nehmen sie ihn ernst. Sonst würden se ja nicht beten. Sie wissen halt, daß er eine Gefahr für ihn ist. Das gleiche wie bei den Juden. Für die beten wir auch und werden hoffentlich wegen diesem deinem Argument nicht damit aufhören. Ernst nehmen schon - für wahr halten nicht! Sonst würden wir von unserem Glauben lassen. Und das ist ja nicht der Sinn der Sache, daß wir nun Einheit im Unglauben anstreben.
Ein lauter öffentlicher Aufruf zum Gebet ist gut. Die Geschichte, die sich anhört wie wenn man Gott oder wem auch immer nun dieses herbeigesehnte Wunder der Heilung schmackhaft machen möchte (das wird dann ein neuer Saulus-Paulus) stößt mir aber auch etwas auf. Ansonsten finde ich an dieser Aktion nichts zu mäkeln.
Re: Wird das eine "christliche Perversion"?
Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 13:16
von cantus planus
Gegen das Gebet ist mit Sicherheit nichts einzuwenden. Ja, es ist sogar Pflicht für ienen guten Christen. Aber es ist auch Folgendes zu sehen:
ottaviani hat geschrieben:es geht darum das offenbar propagandistisch zu verwerten
Matthäus 6,5 hat geschrieben:Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Und so kann ich nur sagen: Von dieser Aktion halte ich gar nichts.
Re: Wird das eine "christliche Perversion"?
Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 13:21
von Marion
Die haben doch aber nicht dazu aufgerufen nun großkotzig auf der Straße zu beten. Kann doch jeder einzelne im Kämmerchen tun.
Re: Wird das eine "christliche Perversion"?
Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 13:59
von ottaviani
alleine das die Frage öffentlich besprochen wird zeigt doch das da propaganda dahinter steckt
Re: Wird das eine "christliche Perversion"?
Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 17:22
von Thomas_de_Austria
Na ja, aber es ist zumindest strategisch nicht ungeschickt, vor allem, wenn es zutrifft, was Dedalus hier skizziert hat.
Re: Wird das eine "christliche Perversion"?
Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 19:54
von Linuxfreak
Naja... ich sehe da kein Problem. Ich glaube, dass sie nicht nur für seine Genesung beten sondern auch für eine Bekehrung. Vielleicht nützt es was. Ist hier schon mal jemand auf die Idee gekommen, für die Bekehrung von Moslems zu beten? Wäre ja fast das gleiche.
Re: Wird das eine "christliche Perversion"?
Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 20:34
von Robert Ketelhohn
Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen, für die Bekehrung von Juden zu beten?
Re: Wird das eine "christliche Perversion"?
Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 20:43
von Linuxfreak
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen, für die Bekehrung von Juden zu beten?
Eigentlich noch nie. Wie ist das eigentlich mit den Juden? An was glauben die?
Re: Wird das eine "christliche Perversion"?
Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 22:38
von Marion
Linuxfreak hat geschrieben:Robert Ketelhohn hat geschrieben:Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen, für die Bekehrung von Juden zu beten?
Eigentlich noch nie. Wie ist das eigentlich mit den Juden? An was glauben die?
Sie haben die Ankunft des Herrn vor 2 Jahren "verpasst" und warten immernoch.
Wir Christen beten seit immerschon für die Juden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Karfreitag ... _die_Juden