Johannes Petrus Olivi
Verfasst: Donnerstag 29. April 2010, 22:15
Blättert man etwas in der Kirchengeschichte, stößt man immer wieder auf Alpträume von der Zukunft der Kirche und geistliche Neuaufbrüche. Ich glaube, das macht das Mittelalter so spannend. Der hl. Franziskus repräsentiert einen geistlichen Neuaufbruch, der vieles gemeinsam hatte mit Ketzerbewegungen seiner Zeit, aber einen wesentlichen Unterschied: Es war eine persönliche Reform des Herzens im Herzen der Kirche. Damit repräsentiert sein Ansatz auch die Pluralität und Freiheit in der Kirche seiner Zeit. Die evangelische Freiheit in der Kirche prägte seine Gemeinschaft und nicht durch Zufall sind aus ihr der hl. Bonaventura und Petrus Johannes Olivi hervorgegangen, der erfüllt war vom idealen Christentum und der an der Realität seiner Kirche heftig litt. Im Gegensatz zu seinem Lehrer Bonaventura fehlte Olivi jedoch die Kardinaltugend der temperantia. Gleichwohl hatte er eine geniale Geldwerttheorie entwickelt, die noch heute modern ist. Sie ist subjektiv wie die Ethik des Herzens Jesu. Von daher ist auch das Verhältnis zum Mammon zu verstehen: Im Gegensatz zu Gott hat Geld keinen Selbstwert, sondern ist ein soziales Kommunikationsmittel zum Austausch von Gütern. Diese Geldwerttheorie bestimmt noch heute das marktwirtschaftliche Denken, Niels.