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Der Baum des Lebens

Verfasst: Mittwoch 14. April 2010, 21:15
von overkott
Ich habe mit Kreuzverehrung meine Probleme. Schließlich gilt meine Verehrung nicht dem Kreuz, sondern dem Opfer. Deshalb halte ich es auch für falsch, von corpus zu sprechen. Ecce homo ist der humane Ausdruck. Das hat mit homosexuell nichts zu tun. Homosexuelle Handlungen werden in der Bibel anders bezeichnet. Jesus war eine erwachsene, heterosexuelle Persönlichkeit mit theologisch klarem Standpunkt und familiärer Orientierung. In einem theologisch-politischen Konflikt wurde er Opfer der Justiz. Sein Opfertod wurde in der Kirche in österlicher Pascha-Tradition meditiert. Mit räumlicher und zeitlicher Entfernung abstrahierte sich die Verehrung. Es entwickelte sich ein eigener Kult. Kulturell besonders wertvoll erscheinen mir die Kreuzesmeditationen als Baum des Lebens. Diese nehmen nämlich die Bibel als ganzes in den Blick von der Schöpfungsgeschichte bis zur heiligen Stadt. Dabei ist die heilige Stadt die Vision eines zivilisierten Zusammenlebens. Diese Vision soll zwar schon in der Kirche konkrete Formen annehmen, richtet sich als paradiesisches Ideal aber auf eine Zukunft, die unser Leben auf Erden und unsere Vorstellungskraft vom Himmel übersteigt.

Homo homo

Verfasst: Mittwoch 14. April 2010, 23:28
von Robert Ketelhohn
overkott hat geschrieben:Ecce homo ist der humane Ausdruck. Das hat mit homosexuell nichts zu tun.
Omo "klein & kräftig": Die völlig neue Waschmittelgeneration setzt Maßstäbe bei Umweltschutz und Sauberkeit.

Re: Der Baum des Lebens

Verfasst: Donnerstag 15. April 2010, 02:25
von Linus
Zzzt Robert wird dieses Forum durch Waschmittelwerbung finanziert? :achselzuck:

Re: Der Baum des Lebens

Verfasst: Donnerstag 15. April 2010, 06:11
von Ecce Homo
overkott hat geschrieben:Ich habe mit Kreuzverehrung meine Probleme. Schließlich gilt meine Verehrung nicht dem Kreuz, sondern dem Opfer. Deshalb halte ich es auch für falsch, von corpus zu sprechen. Ecce homo ist der humane Ausdruck. Das hat mit homosexuell nichts zu tun. Homosexuelle Handlungen werden in der Bibel anders bezeichnet. Jesus war eine erwachsene, heterosexuelle Persönlichkeit mit theologisch klarem Standpunkt und familiärer Orientierung. In einem theologisch-politischen Konflikt wurde er Opfer der Justiz. Sein Opfertod wurde in der Kirche in österlicher Pascha-Tradition meditiert. Mit räumlicher und zeitlicher Entfernung abstrahierte sich die Verehrung. Es entwickelte sich ein eigener Kult. Kulturell besonders wertvoll erscheinen mir die Kreuzesmeditationen als Baum des Lebens. Diese nehmen nämlich die Bibel als ganzes in den Blick von der Schöpfungsgeschichte bis zur heiligen Stadt. Dabei ist die heilige Stadt die Vision eines zivilisierten Zusammenlebens. Diese Vision soll zwar schon in der Kirche konkrete Formen annehmen, richtet sich als paradiesisches Ideal aber auf eine Zukunft, die unser Leben auf Erden und unsere Vorstellungskraft vom Himmel übersteigt.

Könntest Du vielleicht einen klitzekleinen Hinweis geben, in welche Richtung sich dieser Thread inhaltlich entwickeln soll? :hae?:

Re: Der Baum des Lebens

Verfasst: Donnerstag 15. April 2010, 08:53
von Raphael
Ecce Homo hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Ich habe mit Kreuzverehrung meine Probleme. Schließlich gilt meine Verehrung nicht dem Kreuz, sondern dem Opfer. Deshalb halte ich es auch für falsch, von corpus zu sprechen. Ecce homo ist der humane Ausdruck. Das hat mit homosexuell nichts zu tun. Homosexuelle Handlungen werden in der Bibel anders bezeichnet. Jesus war eine erwachsene, heterosexuelle Persönlichkeit mit theologisch klarem Standpunkt und familiärer Orientierung. In einem theologisch-politischen Konflikt wurde er Opfer der Justiz. Sein Opfertod wurde in der Kirche in österlicher Pascha-Tradition meditiert. Mit räumlicher und zeitlicher Entfernung abstrahierte sich die Verehrung. Es entwickelte sich ein eigener Kult. Kulturell besonders wertvoll erscheinen mir die Kreuzesmeditationen als Baum des Lebens. Diese nehmen nämlich die Bibel als ganzes in den Blick von der Schöpfungsgeschichte bis zur heiligen Stadt. Dabei ist die heilige Stadt die Vision eines zivilisierten Zusammenlebens. Diese Vision soll zwar schon in der Kirche konkrete Formen annehmen, richtet sich als paradiesisches Ideal aber auf eine Zukunft, die unser Leben auf Erden und unsere Vorstellungskraft vom Himmel übersteigt.

Könntest Du vielleicht einen klitzekleinen Hinweis geben, in welche Richtung sich dieser Thread inhaltlich entwickeln soll? :hae?:
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Re: Der Baum des Lebens

Verfasst: Donnerstag 15. April 2010, 08:57
von Robert Ketelhohn
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Re: Der Baum des Lebens

Verfasst: Freitag 16. April 2010, 14:58
von overkott
Die Betrachtung des Baumes des Lebens ist ein guter Einstieg in die Neuentdeckung der geistlichen Lesung der Bibel und der Geschichte christlichen Denkens.

Bonaventura betrachtete den Baum des Lebens als Bild für das Leben Jesu und als künstlerisches Gestaltungsprinzip einer immer detaillierteren Darstellung:

Représentez donc en votre esprit un arbre dont la racine soit arrosée par une source qui jaillit sans cesse et s'accroît jusqu'à devenir un fleuve rapide et immense, lequel se répand par quatre ouvertures, afin d'arroser le jardin de l'Église entière. Que douze rameaux se détachent du tronc de cet arbre chargés de feuilles, de fleurs de fruits. Que les feuilles soient un remède efficace contre tout genre de maladie; qu'elles soient un préservatif, aussi bien qu'une guérison, puisque la parole de la Croix est la vertu de Dieu qui apporte le salut à tous ceux qui croient (1).

Die Betrachtung des Baumes des Lebens meditiert den Karfreitag auf österliche Weise. Das Kreuz als Bild für das Scheitern und des Todes verliert seinen Schrecken und erblüht wie der Kirschbaum vor dem Fenster. So wird das Kreuz zum Bild für den Baum des Lebens, der mit dem Baum der Erkenntnis in der Mitte des Paradieses steht. Die Früchte des Baumes des Lebens sind Weisheit und Tugend, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Wer Anteil hat am Baum des Lebens wird eintreten durch die Tore der Stadt, in die christliche Zivilisation und Bürger der civitas Dei werden.

Weish 15,1-3 Du aber, unser Gott, bist gütig, wahrhaftig und langmütig; voll Erbarmen durchwaltest du das All.
Auch wenn wir sündigen, gehören wir dir, da wir deine Größe kennen; doch wir wollen nicht sündigen, da wir wissen, daß wir deine Angehörigen sind.
Es ist vollendete Gerechtigkeit, dich zu verstehen; Gerechtigkeit und deine Tugend zu kennen, ist die Wurzel der Unsterblichkeit.

Jes 27,6 In künftigen Tagen schlägt Jakob wieder Wurzel, Israel blüht und gedeiht, und der Erdkreis füllt sich mit Früchten.

Offb 22,16 Ich, Jesus, habe meinen Engel geschickt, damit euch bezeugt werde in den Gemeinden: Ich bin die Wurzel und der Stamm Davids, der strahlende Morgenstern.