Keineswegs. Der Fundamentalist folgt einem System - da ist es wurscht, ob dieses System ein evangelikales Schriftverständnis, der Koran oder eben die "Tradition" ist. Fundamentalismus und echter christlicher Glaube hingegen schließen sich grundsätzlich aus. Der Christ folgt und vertraut Jesus Christus, der Rest folgt für ihn daraus.cantus planus hat geschrieben:Mein Lieber, wenn einem in Fragen der Frauenordination Fundamentalismus vorgeworfen wird, ist das ein Hinweis darauf, dass man genau richtig steht.Stephen Dedalus hat geschrieben:Im Kern ist Dein Traditionsbegriff fundamentalistisch, was er in der Geschichte der Kirche nie war.
Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
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Stephen Dedalus
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Bist du nicht Katholik? Dann ermahne ich dich brüderlich, diese Lehre der Kirche nicht als "Machwerk" zu verunglimpfen, sondern ihr fest und endgültig zuzustimmen, wozu jeder Katholik verpflichtet ist, wie Card. Ratzinger ja erst in den 90er Jahren noch einmal festgestellt hat.Petur hat geschrieben:Es war unbedingt nötig, das zu erwähnen, nicht wahr?Berolinensis hat geschrieben:Es bestand aber keine apostolische Sukzession, da die anglikanischen Weihen ja ungültig waren, wie Apostolicae Curae endgültig festgestellt hat und jeder Katholik fest und definitiv zustimmen muß.Christ86 hat geschrieben:
Und das ist durchaus richtig, denn wer Frauen "weiht", der ist keine Kirche in katholischer Tradition und schon gar nicht mit katholischem Amtsverständnis. Bestand "historische apostolische Sukzession", so ist diese zunichte gemacht. Denn apostolische Sukzession ist nicht nur personale Amtsnachfolge sondern auch Nachfolge in der Lehre der Apostel, und diese kannte keine FO.
Die Ap. Curae ist übrigens ein Machwerk, auf das die römische Kirche nicht stolz sein sollte. Studiere bitte die Antwort der beiden Erzbischöfe der CoE (Saepius Officio)! Die Argumente von Rom werden dort widerlegt.
Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Solange das keine unfehlbare Lehre ist, kann ich diesen offiziellen Standpunkt für problematisch halten, auch als (römischer) Katholik. Was wäre sonst der Unterschied zw. einem Dogma und einem derartigen Standpunkt? Ich weiß, das das viele Theologen als ein "Quasidogma" interpretieren, es gibt aber keine solche Kategorie.
Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Jedenfalls kommt Apostolicae Curae auch nach den letzten Äußerungen des Lehramts 1998 eine der höchsten Verbindlichkeiten zu die außerhalb der Dogmatisierung möglich istPetur hat geschrieben:Solange das keine unfehlbare Lehre ist, kann ich diesen offiziellen Standpunkt für problematisch halten, auch als (römischer) Katholik. Was wäre sonst der Unterschied zw. einem Dogma und einem derartigen Standpunkt? Ich weiß, das das viele Theologen als ein "Quasidogma" interpretieren, es gibt aber keine solche Kategorie.
http://www.vatican.va/roman_curia/congr ... ei_ge.html
auch wenn das der Ökumeniscchen Gchaftlhuberei immer sehr unangenehm ist
Auch zeigt Anglicanorum Coetibus unmißverständlich wie in der Frage vorzugehen ist
Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Tatsächlichottaviani hat geschrieben:Jedenfalls kommt Apostolicae Curae auch nach den letzten Äußerungen des Lehramts 1998 eine der höchsten Verbindlichkeiten zu die außerhalb der Dogmatisierung möglich istPetur hat geschrieben:Solange das keine unfehlbare Lehre ist, kann ich diesen offiziellen Standpunkt für problematisch halten, auch als (römischer) Katholik. Was wäre sonst der Unterschied zw. einem Dogma und einem derartigen Standpunkt? Ich weiß, das das viele Theologen als ein "Quasidogma" interpretieren, es gibt aber keine solche Kategorie.
http://www.vatican.va/roman_curia/congr ... ei_ge.html
auch wenn das der Ökumeniscchen Gchaftlhuberei immer sehr unangenehm ist
Auch zeigt Anglicanorum Coetibus unmißverständlich wie in der Frage vorzugehen ist
Warum ist die Ungültigkeit der Anglikanerordination "aufgrund geschichtlicher Notwendigkeit mit der Offenbarung verbunden"?Beispiele für Wahrheiten, die nicht als von Gott geoffenbart verkündet werden können, aber aufgrund geschichtlicher Notwendigkeit mit der Offenbarung verbunden und endgültig zu halten sind, sind die Rechtmäßigkeit der Papstwahl oder der Feier eines Ökumenischen Konzils, die Heiligsprechungen (dogmatische Tatsachen) oder die Erklärung des Apostolischen Schreibens Apostolicae Curae von Papst Leo XIII. über die Ungültigkeit der anglikanischen Weihen (37).
Das verstehe ich jetzt nicht so ganz
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- Berolinensis
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Nein, das stimmt nicht, bitte lies dir das von Ottaviani verlinkte Dokument durch. Das sind allerdings Grundlagen der Dogmatik, da wundert mich schon, daß das nicht bekannt ist.Petur hat geschrieben:Solange das keine unfehlbare Lehre ist, kann ich diesen offiziellen Standpunkt für problematisch halten, auch als (römischer) Katholik. Was wäre sonst der Unterschied zw. einem Dogma und einem derartigen Standpunkt? Ich weiß, das das viele Theologen als ein "Quasidogma" interpretieren, es gibt aber keine solche Kategorie.
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Da es sich bei dieser Frage nicht um eine unmittelbare Glaubensgrundlage handelt, muss da nichts dogmatisiert werden. Lehramtlich ist die Sache so deutlich geklärt, wie es überhaupt nur möglich ist.Petur hat geschrieben:Solange das keine unfehlbare Lehre ist, kann ich diesen offiziellen Standpunkt für problematisch halten, auch als (römischer) Katholik. Was wäre sonst der Unterschied zw. einem Dogma und einem derartigen Standpunkt?
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Ich habe wahrscheinlich nicht eindeutig formuliert. Worauf ich hinweisen wollte, ist z. T. eben das verlinkte Dokument, das mir nicht unbekannt war.Berolinensis hat geschrieben:Nein, das stimmt nicht, bitte lies dir das von Ottaviani verlinkte Dokument durch. Das sind allerdings Grundlagen der Dogmatik, da wundert mich schon, daß das nicht bekannt ist.Petur hat geschrieben:Solange das keine unfehlbare Lehre ist, kann ich diesen offiziellen Standpunkt für problematisch halten, auch als (römischer) Katholik. Was wäre sonst der Unterschied zw. einem Dogma und einem derartigen Standpunkt? Ich weiß, das das viele Theologen als ein "Quasidogma" interpretieren, es gibt aber keine solche Kategorie.
Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Was die angl. Theorie und Praxis betrifft, kann man natürlich in direkter Weise nichts dogmatisieren. Ich habe an irgendeine indirekte Entscheidung gedacht.cantus planus hat geschrieben:Da es sich bei dieser Frage nicht um eine unmittelbare Glaubensgrundlage handelt, muss da nichts dogmatisiert werden. Lehramtlich ist die Sache so deutlich geklärt, wie es überhaupt nur möglich ist.Petur hat geschrieben:Solange das keine unfehlbare Lehre ist, kann ich diesen offiziellen Standpunkt für problematisch halten, auch als (römischer) Katholik. Was wäre sonst der Unterschied zw. einem Dogma und einem derartigen Standpunkt?
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Ich verstehe nicht?Petur hat geschrieben:Was die angl. Theorie und Praxis betrifft, kann man natürlich in direkter Weise nichts dogmatisieren. Ich habe an irgendeine indirekte Entscheidung gedacht.
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Die gestern zu Ende gegangene Synode der Anglican Catholic Church of Canada hat bei zwei Gegenstimmen den Brief der Bischofe an Rom mit der Bitte um Errichtung eines Anglikanischen Ordinariaters in Kanada gebilligt. Sie hat außerdem eine Resoluition verabschiedet, die Bischof und Provinzialrat (?) dazu ermächtigt, alle Anpassungen des Rechtes der Diözese vorzunehmen, die zur Bildung des Ordinariates erforderlich sind. Quelle
Wenn ich die dort gezeigten Bilder von Gottesdiensten während der Synode richtig lese, handelt es sich bei der ACCC um eine Gemeinschaft, die die alte Liturgie pflegt, jedoch die Kommunion unter beiden Gestalten spendet.
Wenn ich die dort gezeigten Bilder von Gottesdiensten während der Synode richtig lese, handelt es sich bei der ACCC um eine Gemeinschaft, die die alte Liturgie pflegt, jedoch die Kommunion unter beiden Gestalten spendet.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)
Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Der päpstliche Rat für die Einheit der Christen, in dessen Führung jetzt Bischof Kurt Koch Kardinal Walter Kasper ablöst, hat keine Kompetenz für die Errichtung anglikanischer Ordinariate. Dennoch ist bemerkenswert, wie sich der Sekratär des Rates , Bishop Brian Farell, jetzt gegenüber Zenit zur jüngsten Entscheidung der Synode der COE über die Autorität von "Bischöfinnen" geäußert hat:
Bischof Kurt Koch hat eine wahre Augiasarbeit vor sich.
Im Folgenden läßt Bischof Farell dann noch erkennen, daß er von den durch Anglicanorum Coetibus gebotenen Möglichkeiten wenig hält und es wohl eher vorziehen würde, wenn Anglikaner als Einzelpersonen in die jeweiligen katholischen Ortspfarreien überträten.Die Situation ist sehr komplex und sogar paradox. Wenn der Kompromiss akzeptiert worden wäre, hätte man sioch vor einer Situation gesehen, in der eine Gemeinde oder eine Gruppe die Autorität eines weiblichen Bischofs hätte ablehnen können um sich einem männlichen Bischof zu unterstellen. Damit würde diese Pfarrei nicht mehr in Gemeinschaft mit den anderen Pfarreien der Diözese stehen. Das wäre in gewisser Weise ein strukturelles Schisma, auch wenn man es so nicht bezeichnen würde.
Nach der gegenwärtigen Regelung ist dieses Verfahren ausgeschlossen, und die Pfarrei hat nur die Möglichkeit, in Gemeinschaft mit ihrem eigenen Bischof (!) zu verbleiben oder die CEO zu verlassen. Im konkreten Fall würde das zwar einen Verlust von Mitgliedern bedeuten, wäre aber kein Schisma innerhalb der COE.
Bischof Kurt Koch hat eine wahre Augiasarbeit vor sich.
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
ich denke auch der Sekretär wechselt bald
- Berolinensis
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Ist der nicht Legionär Christi? Ich dachte, in solchen Fragen wären die zuverlässig, die haben doch einen sehr starken missionarischen Impetus. Bist du sicher, daß du ihn nicht mißinterpretierst (hab gerade selbst keine Zeit, seine Äußerungen durchzulesen)?
Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Nein, sicher bin ich nicht - zumal der Schwerpunkt der Theologenausbildung in den letzten Jahrzehnten darin zu liegen scheint, den Leuten beizubringen, sich möglichst mißverständlich auszudrücken.Berolinensis hat geschrieben:Ist der nicht Legionär Christi? Ich dachte, in solchen Fragen wären die zuverlässig, die haben doch einen sehr starken missionarischen Impetus. Bist du sicher, daß du ihn nicht mißinterpretierst (hab gerade selbst keine Zeit, seine Äußerungen durchzulesen)?
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Die Frage der FO könnte man dogmatisieren. Aber kein Dogma könnte sich direkt mit den Anglikanern beschäftigen. Ich zitiere Dich:cantus planus hat geschrieben:Ich verstehe nicht?Petur hat geschrieben:Was die angl. Theorie und Praxis betrifft, kann man natürlich in direkter Weise nichts dogmatisieren. Ich habe an irgendeine indirekte Entscheidung gedacht.
Da es sich bei dieser Frage nicht um eine unmittelbare Glaubensgrundlage handelt
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Das man nicht nur dem Dogma Glauben schuldet, sondern auch definitiven Lehren der Kirche Zustimmung, ist aber keine neue Erkenntnis von Card. Ratzinger, sondern war schon immer so.Petur hat geschrieben:Ich habe wahrscheinlich nicht eindeutig formuliert. Worauf ich hinweisen wollte, ist z. T. eben das verlinkte Dokument, das mir nicht unbekannt war.Berolinensis hat geschrieben:Nein, das stimmt nicht, bitte lies dir das von Ottaviani verlinkte Dokument durch. Das sind allerdings Grundlagen der Dogmatik, da wundert mich schon, daß das nicht bekannt ist.Petur hat geschrieben:Solange das keine unfehlbare Lehre ist, kann ich diesen offiziellen Standpunkt für problematisch halten, auch als (römischer) Katholik. Was wäre sonst der Unterschied zw. einem Dogma und einem derartigen Standpunkt? Ich weiß, das das viele Theologen als ein "Quasidogma" interpretieren, es gibt aber keine solche Kategorie.
Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Ja (auch ich habe meine "Ott-Dogmatik"), trotzdem kann man nicht sagen, dass das dieselbe Kategorie wie im Fall des unfehlbaren Dogmas wäre. Die weitere Diskussion darüber scheint mir jedoch überflüssig zu sein, wir können einander nicht überzeugen.
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Stephen Dedalus
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Jemand ist gar nicht glücklich über das Angebot des Papstes.
http://blogs.telegraph.co.uk/news/geral ... he-church/
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
ist nicht wirklich verwunderlich oder?
Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Ja - das istz ziemlich präzise die Position der englischen Bischofskonferenz mit Ausnahme der positiven Worte zu Summorum Pontificum, vesteht sich. Die Motivation ist aber bei beiden der alte Totalitarismus, der keine Liturgische Form außer der Bugnini-Liturgie anerkennen will und (mit Recht) befürchtet, daß zumindest der größere Teil der anglikanischen Ordinariate das Kräfteverhältnis in der Kirche zugunsten der traditionsorientierten und lehramtstreuen Kräfte verschieben wird.
Ich bin sehr für einen Austausch: Die progressiven Bischöfe der katholischen Kirche Englands gehen zur COE, und die wahrhaft traditionsorientierten von dort kommen zu uns - Friede, Freude, Eierkuchen.
Ich bin sehr für einen Austausch: Die progressiven Bischöfe der katholischen Kirche Englands gehen zur COE, und die wahrhaft traditionsorientierten von dort kommen zu uns - Friede, Freude, Eierkuchen.
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Stephen Dedalus
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Ein krasses Fehlurteil.
Die englische Bischofskonferenz lehnt Anglicanorum Coetibus aus völlig anderen Gründen ab. Während der Autor dieses Artikels auf das alte Prinzip der Einzelkonversionen und der völligen Unterwerfung setzt, arbeitete der größere Teil der Bischofskonferenz bislang eher auf eine ökumenische Annäherung hin, bei der die Notwendigkeit einer Konversion gar nicht mehr betont wurde. Für die Mehrheit der gegenwärtigen römisch-katholischen Bischöfe in England ist eine Konversion eher ein überflüssiger Anachronismus, da man in der Kirche von England ebenso zur Seligkeit gelangen kann.
Gerald Warner hingegen sieht im Angebot der Ordinariate eine mangelnde Abgrenzung zu den "Häresien" und "Irrtümern" der Anglikaner, gar eine Anerkennung ihrer Liturgie und geistlichen Tradition. Den übertretenden Anglikanern werde nicht mehr ausreichend deutlich gemacht, daß sie ihren alten Irrlehren abzuschwören haben.
Die englische Bischofskonferenz lehnt Anglicanorum Coetibus aus völlig anderen Gründen ab. Während der Autor dieses Artikels auf das alte Prinzip der Einzelkonversionen und der völligen Unterwerfung setzt, arbeitete der größere Teil der Bischofskonferenz bislang eher auf eine ökumenische Annäherung hin, bei der die Notwendigkeit einer Konversion gar nicht mehr betont wurde. Für die Mehrheit der gegenwärtigen römisch-katholischen Bischöfe in England ist eine Konversion eher ein überflüssiger Anachronismus, da man in der Kirche von England ebenso zur Seligkeit gelangen kann.
Gerald Warner hingegen sieht im Angebot der Ordinariate eine mangelnde Abgrenzung zu den "Häresien" und "Irrtümern" der Anglikaner, gar eine Anerkennung ihrer Liturgie und geistlichen Tradition. Den übertretenden Anglikanern werde nicht mehr ausreichend deutlich gemacht, daß sie ihren alten Irrlehren abzuschwören haben.
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Ich wüsste nicht, warum man in einem Verein, der übt, was Gott hasst und was die Hl. Schrift explizit verdammt, selig werden sollte.Stephen Dedalus hat geschrieben:Für die Mehrheit der gegenwärtigen römisch-katholischen Bischöfe in England ist eine Konversion eher ein überflüssiger Anachronismus, da man in der Kirche von England ebenso zur Seligkeit gelangen kann.
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Und ich wüßte nicht, wie man mit einer solchen Haltung, die ja nicht nur aller katholischen Tradition abschwört, sondern auch den Boden des 2. Vatikanischen Konzils völlig verläßt, noch katholisch sein könnte.Christ86 hat geschrieben:Ich wüsste nicht, warum man in einem Verein, der übt, was Gott hasst und was die Hl. Schrift explizit verdammt, selig werden sollte.Stephen Dedalus hat geschrieben:Für die Mehrheit der gegenwärtigen römisch-katholischen Bischöfe in England ist eine Konversion eher ein überflüssiger Anachronismus, da man in der Kirche von England ebenso zur Seligkeit gelangen kann.
Aber wir müssen nicht alles glauben, was S.D. uns in gewohnter Selbstsicherheit zu verkaufen versucht. Der englische Episkopat ist zwar in einem sehr schlechten Zustand, aber die beschriebene Linie ist doch nicht die einzige und vielleicht noch nicht einmal die dominierende. Daß eine substantielle Einheit mit den Mehrheitsanglikanern angesichts der Problematik von Fauenordination und Hom-Ehe nicht mehr erreichbar ist, haben die meisten inzwischen verstanden. Der Chor der "Man kann überal selig werden-Stimmen" ist leiser geworden. Daß aus dieser Situation eine Bewegung christlicher Kräfte in der COE in Richtung katholische Kirche folgt, sehen die meisten auch. Freilich empfinde einige das als schwere Bedrohung ihrer auf unentwegtes Dialogisieren und Kompromisseln gegründeten Machtstellung und versuchen, die vom Papst angebotene Möglichkeit zur Bildung von traditionsorientierten Nuklei zu sabotieren.
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Ich sehe erfreut: Man relativiert bereits seine Aussagen. Aber bei allem Wortreichtum: Es ist auch dies noch eine gänzlich andere Haltung und Motivation als die Gerald Warners.Bernado hat geschrieben:Der englische Episkopat ist zwar in einem sehr schlechten Zustand, aber die beschriebene Linie ist doch nicht die einzige und vielleicht noch nicht einmal die dominierende. Daß eine substantielle Einheit mit den Mehrheitsanglikanern angesichts der Problematik von Fauenordination und Hom-Ehe nicht mehr erreichbar ist, haben die meisten inzwischen verstanden. Der Chor der "Man kann überal selig werden-Stimmen" ist leiser geworden. Daß aus dieser Situation eine Bewegung christlicher Kräfte in der COE in Richtung katholische Kirche folgt, sehen die meisten auch. Freilich empfinde einige das als schwere Bedrohung ihrer auf unentwegtes Dialogisieren und Kompromisseln gegründeten Machtstellung und versuchen, die vom Papst angebotene Möglichkeit zur Bildung von traditionsorientierten Nuklei zu sabotieren.
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Das nehme ich ihm nicht ab - und ich glaube auch nicht, daß Du es ihm abnimmst. Die katholische Kirche in England ist zwar nicht so weit in die Apostasie abgeglitten, wie Du es darzsutellen beliebst - aber die "Reinheit und Fülle der Lehre" ist nun wirklich nicht das, worum man sich angesichts der "Gefahr" des Zugangs konservativer Anglikaner ängstigen müßte. Nein, ich sehe bei Warner das gleiche Motiv am Werk wie bei den Bischöfen, die Furcht vor dem Entstehen neuer Strukturen, die sich den bestehenden Kontrollinstanzen entziehen. Diese Angst ist bei einigen Konservativen gerade in England (ein Blick auf die LMS bringt Aufschluss) genauso virulent wie bei den Liberalen - man hat sich seine Claims abgesteckt und wacht eifersüchig darüber, daß keine neuen Mitspieler aufs Feld kommen.Stephen Dedalus hat geschrieben:Gerald Warner hingegen sieht im Angebot der Ordinariate eine mangelnde Abgrenzung zu den "Häresien" und "Irrtümern" der Anglikaner, gar eine Anerkennung ihrer Liturgie und geistlichen Tradition. Den übertretenden Anglikanern werde nicht mehr ausreichend deutlich gemacht, daß sie ihren alten Irrlehren abzuschwören haben.
Nun ja, das Gute ist, daß die anstehenden Entscheidungen nicht auf lokaler Ebene getroffen werden, sondern in Rom, und dort nicht vom Rat für die Einheit der Christen, sondern von der Glaubenskongregation - ein weiterer Hinweis übrigens darauf, daß Warners Bedenken nur vorgeschoben sein dürften.
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Ich weiß nicht genau, warum du da jetzt die LMS (die sicher auch so ihre schwierigen Seiten hat, wie jeder Verein) mit reinbringst. Joseph Shaw, der Vorsitzende, hat jedenfalls auf facebook (Bernado hat geschrieben:Das nehme ich ihm nicht ab - und ich glaube auch nicht, daß Du es ihm abnimmst. Die katholische Kirche in England ist zwar nicht so weit in die Apostasie abgeglitten, wie Du es darzsutellen beliebst - aber die "Reinheit und Fülle der Lehre" ist nun wirklich nicht das, worum man sich angesichts der "Gefahr" des Zugangs konservativer Anglikaner ängstigen müßte. Nein, ich sehe bei Warner das gleiche Motiv am Werk wie bei den Bischöfen, die Furcht vor dem Entstehen neuer Strukturen, die sich den bestehenden Kontrollinstanzen entziehen. Diese Angst ist bei einigen Konservativen gerade in England (ein Blick auf die LMS bringt Aufschluss) genauso virulent wie bei den Liberalen - man hat sich seine Claims abgesteckt und wacht eifersüchig darüber, daß keine neuen Mitspieler aufs Feld kommen.Stephen Dedalus hat geschrieben:Gerald Warner hingegen sieht im Angebot der Ordinariate eine mangelnde Abgrenzung zu den "Häresien" und "Irrtümern" der Anglikaner, gar eine Anerkennung ihrer Liturgie und geistlichen Tradition. Den übertretenden Anglikanern werde nicht mehr ausreichend deutlich gemacht, daß sie ihren alten Irrlehren abzuschwören haben.
Nun ja, das Gute ist, daß die anstehenden Entscheidungen nicht auf lokaler Ebene getroffen werden, sondern in Rom, und dort nicht vom Rat für die Einheit der Christen, sondern von der Glaubenskongregation - ein weiterer Hinweis übrigens darauf, daß Warners Bedenken nur vorgeschoben sein dürften.
Gerald Warner has posted, following the Anglican Synod vote which effectively puts an end to any face-saving deal for Anglo-Catholics who might remain in the Church of England, criticising Pope Benedict's offer to these Anglo-Catholics in Anglicanorum Coetibus, that they may if they wish enter the Catholic Church as a group, and retain some elements of group identity, such as some parts of the Anglican liturgical tradition.
His objections are scatter-gun, but they are all wrong-headed. Here's one:
If the Anglican liturgy is “a precious gift nourishing the faith”, why did the restored Catholic Church burn its author Cranmer as an apostate and heretic?
Sorry, Gerald, Cranmer was executed for heresy, not for his prose style; nor did he compose the great bulk of what is used in the (Vatican approved) 'Anglican Use': he simply translated it from the Latin of the Catholic Sarum Use. The Psalms, as translated by Cranmer, and as sung in Anglican churches, can surely be described as 'nourishing the faith': to deny this would be absurd.
If some adaptation of the Anglican liturgy is envisaged, to formulate a valid Mass, that, along with the old and new translations of the Novus Ordo, will mean three English versions coexisting.
Too late, Gerald, it happened years ago, it's called the Anglican Use. It is unlikely to be used much in England, because Anglo-Catholics here aren't Book of Common Prayer enthusiasts for the most part. But why do you imagine that the the old and new translations of the Novus Ordo will co-exist? The new is intended to supplant the old. And why would it be such a disaster if there were more than one liturgical usage in English? There are already five Usages employing Latin in England and Wales alone. (1962 Roman, 1970 Roman, Trad. Dominican, reformed Carthusian, Trad. Premonstratensian.) Why assume this is a bad thing?
Why does it take escalating extravagances perpetrated by successive General Synods to drive them into the papal flock? That is not the spirit in which John Henry Newman unconditionally converted.
Why not read Newman's Apologia, Gerald, and see how the 'escalating extravagances' of the mid 19th Century drove the great man into the Papal flock? The rise of theological liberalism, the Anglo-Catholic reaction, the Anglican bishops' condemnation, the Jerusalem bishopric. If you think Newman became a Catholic out of a vacuum you could not be more mistaken. He became a Catholic when all Anglican avenues appeared blocked. The Holy Ghost made use of these things to open Newman's mind to the Catholic truth, and you can see this process again and again in the conversion stories of Anglicans from the great era Newman initiated up to the 1950s.
Let me say this loud and clear: there is no shame in recognising the truth as a result of historical contingencies. How could there possibly be? The idea is totally preposterous. This is how human nature works. People need time and experience to work things out.
The notion that formal adherence to objective truth can be made conditional upon being allowed to retain the cultural expression of schismatic practices defies the spirit of conversion.
Really, Gerald? Would you say the same about the Lutherans who were allowed to retain (for a time) the reception of Holy Communion under Both Kinds, and vernacular hymnody, in the 16th Century? Would you say the same about the liturgy and artistic traditions of the Uniate Churches reconciled in the 17th Century? Would you say the same about the concessions to the honouring of ancestors, and the use of Mandarin as a liturgical language, made to Chinese Catholics in the early modern period (concessions which, thanks to some bone-headed opposition and the collapse of the Chinese empire, never developed fully)? Would you say the same about the Christianising of pagan festivals and customs in the conversion of the barbarian tribes in the early Middle Ages? Would you say the same of the concessions offered to the SSPX?
Or would you say rather (and as I have blogged before): where there are matters where the faith is not at stake, such that making concessions can ease the path of great masses of people to enter into the fullness of the truth, not to make such concessions would be a failure of charity. The Church is ultimately about the salvation of souls: our customs are to be preserved for that purpose, and for that purpose alone. As a matter of fact our customs are not in the smallest way to be imperilled by allowing these elements of Anglican patrimony to be used by the envisaged communities, so what possible reason would we have to impose our customs on them?
The Holy Father has an acute sense of what the Church is for - the salvation of souls - and the historic opportunity which the recent events present. It may be tempting to gloat at the difficulties those misguided Anglicans are having, and to demand the maximally humiliating terms for their conversion, but this is not the spirit of the great missionaries - of St Cajetan, St Boniface, St Francis de Salles, St Francis Xavier. Indeed, it is not a Christian spirit at all.
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Eine Gruppe kanadischer Anglikaner sucht den Kontakt zu Rom: http://www.kath.net/detail.php?id=27561
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
siehe auch da: viewtopic.php?p=41288#p41288cantus planus hat geschrieben:Eine Gruppe kanadischer Anglikaner sucht den Kontakt zu Rom: http://www.kath.net/detail.php?id=27561
- cantus planus
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Oh! Sieh an, sieh an.Gamaliel hat geschrieben:siehe auch da: viewtopic.php?p=41288#p41288cantus planus hat geschrieben:Eine Gruppe kanadischer Anglikaner sucht den Kontakt zu Rom: http://www.kath.net/detail.php?id=27561
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Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Im organisatorischen Sinne ist diese Gemeinschaft nicht anglikanisch, sie gehört in die Kategorie der sog. "continuing churches".cantus planus hat geschrieben:Eine Gruppe kanadischer Anglikaner sucht den Kontakt zu Rom: http://www.kath.net/detail.php?id=27561
Re: Personalordinariate für übertrittswillige Anglikaner
Aber sie waren bis vor ein paar Jahren Teil der anglican community.Petur hat geschrieben:Im organisatorischen Sinne ist diese Gemeinschaft nicht anglikanisch, sie gehört in die Kategorie der sog. "continuing churches".cantus planus hat geschrieben:Eine Gruppe kanadischer Anglikaner sucht den Kontakt zu Rom: http://www.kath.net/detail.php?id=27561
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta