Heinrich hat geschrieben:Eben diese Institutionalisierung des Glaubens ist es, was mich stört. Wenn die Eremiten in die Wüste gegangen sind, teilweise ohne jedes Buch, weil sie nicht lesen konnten, dann ist das doch - von der heutigen Warte der Kirche aus - reine Gefühlsduselei. Und wenn ein Franziskus plötzlich seinen Besitz verschenkt und jedem Leprösen vor lauter Nächstenliebe um den Hals fällt, hätte das dann auch wenig mit "richtigem" Glauben zu tun.
Du verstehst hier etwas falsch. Diese Emeriten und der Hl. Fransiskus wurden vorher mit dem Glauben von der Kirche aufgeklärt. Das was unser Glaube ist, ist nicht einfach so vom Himmel gefallen, auch damals nicht. Sie hörten von der Offenbarung - dann glaubten sie (alles was zu glauben ist!) und erst dann gingen sie in die Wüste, also
nachdem sie die Kirche hörten, die Gnade des Herrn zum Glauben annahmen und dann glaubten, bzw erst dann hat der Hl. Fransiskus plötzlich ...
Das ist nicht von alleine geschehen. Erst
nach Annahme des Glaubens sind diese wunderbaren dinge geschehen. Auch damals hatte nicht jeder eine Erscheinung (die wenigsten hatten das!). Auch damals wussten sie, daß nicht jede Erscheinung (jedes gute Gefühl) vom Herrn kam.
Heinrich hat geschrieben:Wenn ein Augustinus eine "Privatoffenbarung" hatte, ist das unumstritten, wenn es der ungetaufte "Heide" ist, dann glaubt ihm kein Mensch. Ist das denn christlich?
Diese Offenbarungen werden von der Kirche geprüft. Wenn da einer was sieht, was der Offenbarung (allem was die Kirche lehrt) widerspricht, gehen wir davon aus, daß das nichts von oben ist, sondern vom Teufel. Egal wer diese Erscheinung hat. Und ja, es ist sehr Christlich keine Teuflischen Erscheinungen als von Gott zu verkaufen! Und es wäre zuviel des Guten verlangt vom Papst sich um aller Leute Bauchgefühlsoffenbarungen zu kümmern, bzw. diese zu prüfen. Damit kann aber trotzdem ein jeder zu seinem Pfarrer und ihm davon erzählen. Er wird dann schon sagen ob das gefährlich ist oder nicht. Wichtig ist das aber für die Lehre an sich nicht, weil eben die Offenbarung abgeschlossen ist. Wir wissen schon alle was wir zu glauben haben. Eine wirkliche Privatoffenbarung würde also nur dem Betroffenen helfen, falls er nicht eine bekommen hat mit einem besonderen Auftrag (wie in Fatima oder Lourdes ...) aber bei dir geht es ja gar nicht um solcherlei, daß du dich da ärgern müsstest, weil dir Die Hl. Maria, der Herr oder sonstwer von oben was aufgetragen hat woran dich die Kirche nun hindert ...
Heinrich hat geschrieben:Sollte die Kirche nicht eine Pflegestätte des Glaubens sein anstatt die zarten Glaubenskeime durch Dogmatismus plattzutreten?
Der Glaube kommt vom hören und die Kirche darf selbstverständlich nicht zarte falsche Glaubenkeime pflegen. Wenn ein glaube den Dogmen widerspricht ist er ein falscher Glaube. Wenn du das Wort falsch nicht magst nimm halt, dann ist es nicht der glaube der Kirche, eben der glaube wozu die Kirche sich beauftragt ist (feste davon überzeugt daß das auch so ist) ihn zu bewahren und in die Welt zu tragen.
Wenn du aber lieber was anderes hören oder lehren möchtest, dann bleibt dir nichts anderes übrig als deinen eigenen Verein zu eröffnen.
Heinrich hat geschrieben: Ich halte das für wenig christlich. Ich finde, die Kirche sollte die fundamentalen christlichen Werte wieder in den Vordergrund stellen.
Wenn du die Kirche anerkennst als etwas höheres als dich selbst, dann kannst du von ihr hören was die fundamentalen christlichen Werte sind. Wenn du dich als was höheres und weisereres ansiehst, dann hast du da natürlich ein Problem damit was die Kirche so tut.
Heinrich hat geschrieben:Wie sagte der Hl. Augustinus so schön:
Deshalb wird der Mensch, der sich auf Glauben und Hoffnung und Liebe stützt und an diesen unerschütterlich festhält, nicht der Hl. Schriften bedürfen, es sei denn, um andere zu unterweisen.
Man muss weder lesen noch schreiben können um Glauben zu können, das ist richtig. Aber ohne die Kirche zu hören und den Glauben der Kirche anzunehmen geht es nicht, ohne sich taufen zu lassen, wie die Kirche lehrt get es nicht. Das ist dann nämlich den gehörten glauben einfach nicht als wahr annehmen. Ohne den Glauben kann man sich auch nicht am Glaube festhalten. Augustinus spricht selbstverständlich vom Glaube der Kirche (mit dem Papst und so!) und nicht von Gefühlsduseleien oder irgendeinem Glauben der dem der Kirche widerspricht, also vom Irrglauben.