"Religionsunterricht"?

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CIC_Fan
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 8. September 2017, 14:12

Wie meldet man sich in Bayern vom religionsunterricht ab

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Hubertus
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Hubertus » Freitag 8. September 2017, 16:25

CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 8. September 2017, 14:12
Wie meldet man sich in Bayern vom religionsunterricht ab
Die Abmeldung vom Religionsunterricht bedarf der Schriftform [ggü. der Schule]. Die Abmeldung gilt für das laufende Schuljahr und muss spätestens innerhalb der ersten zwei Wochen nach Unterrichtsbeginn erfolgen; eine spätere Abmeldung ist nur aus wichtigem Grund zulässig.
http://www.gesetze-bayern.de/Content/Do ... BayBFSO-36 (gilt aber für andere Schularten entsprechend.)

Der Schüler muß dann statt 2 WS Religion entsprechend am Ethik-Unterricht teilnehmen.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Melody » Freitag 8. September 2017, 16:41

Hubertus hat geschrieben:
Freitag 8. September 2017, 16:25
Der Schüler muß dann statt 2 WS Religion entsprechend am Ethik-Unterricht teilnehmen.
Das waren noch Zeiten, als man stattdessen eine Freistunde hatte... :D

Vermutlich hätten sich zu unserer Zeit überhaupt nicht viele abgemeldet, wenn man stattdessen einen anderen Zwangsunterricht gehabt hätte.
Wie ist das heutzutage? :hmm:
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Freitag 8. September 2017, 17:42

In NRW gibt es statt Religionsunterricht auch Ersatzunterricht. Das ist auch nötig, weil es außer Atheisten ja auch noch viele Muslime gibt, die zu jung sind, um unbeaufsichtigt zu bleiben. Zunehmend wird auch muslimischer Religionsunterricht eingeführt. Der Ersatzunterricht kann, je nach Geschmack der Schulleitung und den verfügbaren Lehrern Ethik, praktische Philosophie, Religionskunde, Philosophie... heißen.

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Yeti
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Yeti » Freitag 8. September 2017, 19:25

PascalBlaise hat geschrieben:
Freitag 8. September 2017, 09:18
http://katholisch.de/aktuelles/aktuelle ... t-das-ziel

"Der Religionsunterricht würde sich aus meiner Sicht ins Abseits manövrieren, wenn er sich zu einer Form der Katechese zurückentwickeln würde." :hmm:

"Was soll der Religionsunterricht denn grundsätzlich leisten?
Englert: Im Wesentlichen soll er einen Beitrag zur religiösen Orientierungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen leisten. Ganz besonders soll er die religiöse Pluralitätsfähigkeit fördern. " :hmm:

Unabhängig davon, ob das gut oder schlecht ist, verstehe ich, dass man aus personellen/organisatorischen Gründen Konfessionen zusammenlegt. Dann nenne ich das ganze halt nicht mehr kath./ev. Religionslehre, sondern meinetwegen christliche Religionslehre. Was ich nicht begreife:
Wieso kann man in einer solchen "gemischten" Klasse nicht vorrangig dezidiert christlichen Inhalte vermitteln?
Bei allen Differenzen mit unseren reformierten Freunden:
Viele zentrale Punkte werden ja doch geteilt. Es wäre ja schon ein großer Erfolg, wenn die Kinder nach einigen Jahre Religionsunterricht Bescheid wüssten zumindest über die Inhalte des Glaubensbekenntnisses und des neuen Testaments. In den höheren Jahrgängen könnte man ja durchaus die Unterschiede ev./kath. vergleichend gegenüberstellen.
Und ich verstehe nach diesem Artikel nicht die Gründe, weshalb die Kirchen weiterhin Einfluss auf die Gestaltung der Reli-Lehrpläne haben sollten. Das wird natürlich auch nicht gefragt.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Freitag 8. September 2017, 19:29

Weil es in den Staatsverträgen mit dem Vatikan und den Ländern steht? In NRW jedenfalls.

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Yeti
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Yeti » Freitag 8. September 2017, 19:33

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Freitag 8. September 2017, 19:29
Weil es in den Staatsverträgen mit dem Vatikan und den Ländern steht? In NRW jedenfalls.
Wenn dir das genügt, ist das zwar auch eine Antwort - aber in Form einer Kapitulation.
#gottmensch statt #gutmensch

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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Yeti » Freitag 8. September 2017, 19:47

Yeti hat geschrieben:
Freitag 8. September 2017, 19:25
PascalBlaise hat geschrieben:
Freitag 8. September 2017, 09:18
http://katholisch.de/aktuelles/aktuelle ... t-das-ziel

"Der Religionsunterricht würde sich aus meiner Sicht ins Abseits manövrieren, wenn er sich zu einer Form der Katechese zurückentwickeln würde." :hmm:

"Was soll der Religionsunterricht denn grundsätzlich leisten?
Englert: Im Wesentlichen soll er einen Beitrag zur religiösen Orientierungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen leisten. Ganz besonders soll er die religiöse Pluralitätsfähigkeit fördern. " :hmm:

Unabhängig davon, ob das gut oder schlecht ist, verstehe ich, dass man aus personellen/organisatorischen Gründen Konfessionen zusammenlegt. Dann nenne ich das ganze halt nicht mehr kath./ev. Religionslehre, sondern meinetwegen christliche Religionslehre. Was ich nicht begreife:
Wieso kann man in einer solchen "gemischten" Klasse nicht vorrangig dezidiert christlichen Inhalte vermitteln?
Bei allen Differenzen mit unseren reformierten Freunden:
Viele zentrale Punkte werden ja doch geteilt. Es wäre ja schon ein großer Erfolg, wenn die Kinder nach einigen Jahre Religionsunterricht Bescheid wüssten zumindest über die Inhalte des Glaubensbekenntnisses und des neuen Testaments. In den höheren Jahrgängen könnte man ja durchaus die Unterschiede ev./kath. vergleichend gegenüberstellen.
Und ich verstehe nach diesem Artikel nicht die Gründe, weshalb die Kirchen weiterhin Einfluss auf die Gestaltung der Reli-Lehrpläne haben sollten. Das wird natürlich auch nicht gefragt.
Hab' doch noch was gefunden:
"Dabei ist zu prüfen, was der Beitrag religiöser Tradition zur Beantwortung dieser Fragen sein kann."
Eine Kirche, deren schulrechtliche Aufgabe es ist, die Unterrichtsinhalte auf ihre Katholizität oder Vereinbarkeit mit dem ev. Glauben zu überprüfen, ist bei dieser Definition eigentlich nicht mehr nötig. Das können auch Theologen und Philosophen machen, die sich nicht mehr ausschließlich den Kirchen verbunden fühlen.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Pilgerer » Freitag 8. September 2017, 20:28

Wenn Religionsunterricht zur Sozialkunde degeneriert, ist das konfessionelle Vorzeichen sinnlos. Dazu führt die Trennung im Moment dazu, dass die Christen religionskritisch erzogen werden, während die anderen (Juden, Muslime, ...) religionskonform unterrichtet werden. Das führt dazu, dass die Christen ihren Glauben verlieren (oder vermeiden), während die anderen ihren Glauben stärken.

Dessen ungeachtet finde ich einen allgemeinen Religionsunterricht besser, der die die Weltreligionen vorstellt und ein gutes Allgemeinbewusstsein gegenüber ihnen schafft. Zuerst die abrahamitischen in ihrer historischen Genese: Judentum, Christentum, Islam. Dann die asiatischen und evtl. auch Naturreligionen oder altgermanische. Denn es ist gerade für die Integration von nichtchristlichen Immigranten hilfreich, wenn sie auch unsere historisch prägenden Religionen kennen lernen.
Es wäre dann an den Kirchen, so etwas wie Sonntagsschule aufzubauen, wo sie ihre Überzeugungen vermitteln.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von CIC_Fan » Sonnabend 9. September 2017, 08:46

Hubertus hat geschrieben:
Freitag 8. September 2017, 16:25
CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 8. September 2017, 14:12
Wie meldet man sich in Bayern vom religionsunterricht ab
Die Abmeldung vom Religionsunterricht bedarf der Schriftform [ggü. der Schule]. Die Abmeldung gilt für das laufende Schuljahr und muss spätestens innerhalb der ersten zwei Wochen nach Unterrichtsbeginn erfolgen; eine spätere Abmeldung ist nur aus wichtigem Grund zulässig.
http://www.gesetze-bayern.de/Content/Do ... BayBFSO-36 (gilt aber für andere Schularten entsprechend.)

Der Schüler muß dann statt 2 WS Religion entsprechend am Ethik-Unterricht teilnehmen.
sehr vernünftig

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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von CIC_Fan » Sonnabend 9. September 2017, 08:52

Noch eine Bemerkung hier in Österreich ist man mit 14 Religionsmündig sprich der Schüler kann weder zum Religionsunterricht noch zur Abmeldung gegen seinen Willen von den Eltern gezwungen werden auch nicht zur Teilnahme an Gottesdiensten letzten gab es da einen Fall beim Jugendamt weil die Eltern darauf bestehen wollten daß die Tochter Sonntags zur Kirche geht natürlich geht das nicht den sie ist ja Religionsmündig

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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von ar26 » Sonnabend 9. September 2017, 09:26

CIC_Fan hat geschrieben:
Sonnabend 9. September 2017, 08:52
Noch eine Bemerkung hier in Österreich ist man mit 14 Religionsmündig sprich der Schüler kann weder zum Religionsunterricht noch zur Abmeldung gegen seinen Willen von den Eltern gezwungen werden auch nicht zur Teilnahme an Gottesdiensten letzten gab es da einen Fall beim Jugendamt weil die Eltern darauf bestehen wollten daß die Tochter Sonntags zur Kirche geht natürlich geht das nicht den sie ist ja Religionsmündig
Das ist in der Bundesrepublik exakt genauso. Zudem kann bereits mit 12 Jahren ein Kind nicht gegen seinen Willen zur Annahme einer neuen Religion bewegt werden.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von ar26 » Sonnabend 9. September 2017, 09:36

PascalBlaise hat geschrieben:
Freitag 8. September 2017, 09:18
http://katholisch.de/aktuelles/aktuelle ... t-das-ziel

"Der Religionsunterricht würde sich aus meiner Sicht ins Abseits manövrieren, wenn er sich zu einer Form der Katechese zurückentwickeln würde." :hmm:

"Was soll der Religionsunterricht denn grundsätzlich leisten?
Englert: Im Wesentlichen soll er einen Beitrag zur religiösen Orientierungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen leisten. Ganz besonders soll er die religiöse Pluralitätsfähigkeit fördern. " :hmm:

Unabhängig davon, ob das gut oder schlecht ist, verstehe ich, dass man aus personellen/organisatorischen Gründen Konfessionen zusammenlegt. Dann nenne ich das ganze halt nicht mehr kath./ev. Religionslehre, sondern meinetwegen christliche Religionslehre. Was ich nicht begreife:
Wieso kann man in einer solchen "gemischten" Klasse nicht vorrangig dezidiert christlichen Inhalte vermitteln?
Bei allen Differenzen mit unseren reformierten Freunden:
Viele zentrale Punkte werden ja doch geteilt. Es wäre ja schon ein großer Erfolg, wenn die Kinder nach einigen Jahre Religionsunterricht Bescheid wüssten zumindest über die Inhalte des Glaubensbekenntnisses und des neuen Testaments. In den höheren Jahrgängen könnte man ja durchaus die Unterschiede ev./kath. vergleichend gegenüberstellen.
Persönlich zaubert mir der Rhetorik der Staatskirchler ein wenig ein Lächeln auf die Lippen. Der katholische Religionsunterricht findet bei uns idR in den Pfarreien statt und wird vom Priester oder Gemeindereferenten durchgeführt. Seltener auch von einer Lehrkraft, die die Kirche eigens dafür beschäftigt. Kath. Religionslehrer an staatlichen Schulen sind die absolute Ausnahme. Das war schon bei mir in den 90er Jahren so und wird ab kommendem Jahr bei meiner Tochter nicht anders sein. Die Pfarreien finden das gut, weil das deren Gemeindearbeit erleichtert. Inoffiziell ist das 3. Schuljahr praktisch Erstkommunion-Vorbereitung. Früher hatten die Schulbehörden damit ein versicherungsrechtliches Problem, wegen Schulweg und so. Das scheint sich aber geklärt zu haben.

Sollten doch mal 5 Schüler eines Jahrgangs katholisch sein, ruft die Schule den Priester und muss dafür löhnen. :D
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Yeti
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Yeti » Sonnabend 9. September 2017, 17:46

Der im zitierten Artikel genannte Religionspädagoge Rudolf Englert hat auch an einer "Religionsdidaktik" mitgeschrieben, in welcher er sich in einem Aufsatz über die notwendigen Qualifikationen eines Religionslehrers befasst. Nachdem eine Reihe didaktischer Kriterien genannt werden, die im Grunde für alle Schulfächer gelten können, wird am Ende des 14-seitigen Artikels mit einem Satz festgestellt, dass ihnen (den Religionslehrern) der Glaube tatsächlich helfe zu leben. Quelle: Baumann, Ulrike et. al.: Religionsdidaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. Berlin 2005. - 256 S. - In: Englert, Rudolf: "Die Situation von Religionslehrern und -lehrerinnen", S. 21-34 Da fragt man sich allerdings, welchen Glauben konkret er meint. Englert ist Vertreter der "Performativen Religionsdidaktik"; diese Didaktik gründet sich im Konstruktivismus:
Wenn man das Lernen aus dieser Perspektive versteht, dann wird klar, dass der Lernverlauf nie vorhersehbar ist und immer von individuellen Konstruktionen abhängt. Solch ein Verständnis von Lernen berücksichtigt, dass Fremdes als Fremdes angesehen wird und vielleicht sogar die Begegnung „mit Elementen objektiver Religion [...] zunächst einmal Fremdheit hervorrufen kann“. Das konstruktivistische Verständnis von einem freiheitlichen Subjekt erfordert es, den Schülern beizubringen, mit dieser Fremdheit umzugehen und zu einer eigenen Positionierung zu gelangen. „Denn das Ziel ist ja nicht die Beheimatung in ihr (learning in religion), sondern das Lernen an ihr (learning from religion)“.
Ich finde die Instrumentalisierung des Konstruktivismus im Zusammenhang mit theologischen Inhalten problematisch, da es im Konstruktivismus zwar "Wirklichkeiten", aber keine "Wahrheit" gibt. Wenn eine Glaubenswahrheit aber offenbar gar nicht mehr vermittelt werden soll, sondern "nur noch" Kompetenzen, die im Ungefähren in Glaubenswahrheiten möglicherweise vorkommen, ist für mich die Verwirklichung des Artikel 7 GG nicht mehr gegeben, in welchem es heißt:
"Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt."
Denn die "Grundsätze" der kath. Kirche bestehen ja gerade nicht in konstruktivistischen Theorien, sondern aus Glaubenssätzen. Wenn die aber nicht mehr Thema des Unterrichts sein sollen, muss man das Fach umbenennen und es ehrlicherweise auch anders organisieren. Die Alternative wäre eine Religionspädagogik, die den Schülern zu vermitteln versucht, welche tragende und helfende Rolle der Glaube im Leben spielen kann.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonnabend 9. September 2017, 19:01

Ich hatte eigentlich erwartet, nach Verlassen der Uni von Englert nichts mehr zu lesen. Man hat sich immer so mühselig durch die Begrifflichkeit gearbeitet und sich am Ende gefragt "warum?".

Das ist auch wieder so ein Text. In der Situationsbeschreibung und in der Zielsetzung kann man manches sogar ganz richtig finden:
Deshalb artikuliert Mendl sein Verständnis von religiöser Kompetenz wie folgt:"Lernende werden 'in Sachen Religion' kompetent, wenn sie in Auseinandersetzung mit den religiösen Konstruktionen anderer und unterstützt durch das Deutungs- und Praxisangebot christlicher Tradition ein selbständiges und von der Vernunft verantwortbares Urteil in Fragen der Religion sowie je eigene Spuren entwickeln(Deutungs- und Partizipationskompetenz)."[20] Der Religionsunterricht soll also, dies gilt übrigens seit der Würzburger Synode, eine Korrelation zwischen Leben und Glauben darstellen, d.h. das "Leben und Glauben in einen Dialog"[21] treten sollen. Damit aber Leben und Glauben in einen Dialog kommen können, sind Erfahrungen mit dem Glauben unabdingbar. Deshalb benötigt der Religionsunterricht einen Erfahrungsbezug. Da die Schüler diesen aber oft nicht mitbringen, sollen performative Elemente in der Religionsunterricht einfließen, da religiöses Lernen "auch in posttraditionalen und säkularen Zeiten kaum ohne eine vorreflexive Reflexionsgrundlage"[22] auskommt.
Man könnte ja auf den Gedanken kommen, damit der religiös inkompetente Schüler seine Erfahrungen mit dem Glauben deuten kann, bringen wir ihm Psalmen, Evangelien und Gebete bei, damit ihm zu seinen Erfahrungen auch mal eine religiöse Deutung einfallen kann. Anscheinend sollen aber lieber künstliche Erfahrungen geschaffen werden, die zu fertigen Deutungen passen. Bei uns funktioniert Firmkatechese so.

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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonnabend 9. September 2017, 19:01

Ich hatte eigentlich erwartet, nach Verlassen der Uni von Englert nichts mehr zu lesen. Man hat sich immer so mühselig durch die Begrifflichkeit gearbeitet und sich am Ende gefragt "warum?".

Das ist auch wieder so ein Text. In der Situationsbeschreibung und in der Zielsetzung kann man manches sogar ganz richtig finden:
Deshalb artikuliert Mendl sein Verständnis von religiöser Kompetenz wie folgt:"Lernende werden 'in Sachen Religion' kompetent, wenn sie in Auseinandersetzung mit den religiösen Konstruktionen anderer und unterstützt durch das Deutungs- und Praxisangebot christlicher Tradition ein selbständiges und von der Vernunft verantwortbares Urteil in Fragen der Religion sowie je eigene Spuren entwickeln(Deutungs- und Partizipationskompetenz)."[20] Der Religionsunterricht soll also, dies gilt übrigens seit der Würzburger Synode, eine Korrelation zwischen Leben und Glauben darstellen, d.h. das "Leben und Glauben in einen Dialog"[21] treten sollen. Damit aber Leben und Glauben in einen Dialog kommen können, sind Erfahrungen mit dem Glauben unabdingbar. Deshalb benötigt der Religionsunterricht einen Erfahrungsbezug. Da die Schüler diesen aber oft nicht mitbringen, sollen performative Elemente in der Religionsunterricht einfließen, da religiöses Lernen "auch in posttraditionalen und säkularen Zeiten kaum ohne eine vorreflexive Reflexionsgrundlage"[22] auskommt.
Man könnte ja auf den Gedanken kommen, damit der religiös inkompetente Schüler seine Erfahrungen mit dem Glauben deuten kann, bringen wir ihm Psalmen, Evangelien und Gebete bei, damit ihm zu seinen Erfahrungen auch mal eine religiöse Deutung einfallen kann. Anscheinend sollen aber lieber künstliche Erfahrungen geschaffen werden, die zu fertigen Deutungen passen. Bei uns funktioniert Firmkatechese so.

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Yeti
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Yeti » Sonnabend 9. September 2017, 19:39

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Sonnabend 9. September 2017, 19:01
Ich hatte eigentlich erwartet, nach Verlassen der Uni von Englert nichts mehr zu lesen. Man hat sich immer so mühselig durch die Begrifflichkeit gearbeitet und sich am Ende gefragt "warum?".

Das ist auch wieder so ein Text. In der Situationsbeschreibung und in der Zielsetzung kann man manches sogar ganz richtig finden:
Deshalb artikuliert Mendl sein Verständnis von religiöser Kompetenz wie folgt:"Lernende werden 'in Sachen Religion' kompetent, wenn sie in Auseinandersetzung mit den religiösen Konstruktionen anderer und unterstützt durch das Deutungs- und Praxisangebot christlicher Tradition ein selbständiges und von der Vernunft verantwortbares Urteil in Fragen der Religion sowie je eigene Spuren entwickeln(Deutungs- und Partizipationskompetenz)."[20] Der Religionsunterricht soll also, dies gilt übrigens seit der Würzburger Synode, eine Korrelation zwischen Leben und Glauben darstellen, d.h. das "Leben und Glauben in einen Dialog"[21] treten sollen. Damit aber Leben und Glauben in einen Dialog kommen können, sind Erfahrungen mit dem Glauben unabdingbar. Deshalb benötigt der Religionsunterricht einen Erfahrungsbezug. Da die Schüler diesen aber oft nicht mitbringen, sollen performative Elemente in der Religionsunterricht einfließen, da religiöses Lernen "auch in posttraditionalen und säkularen Zeiten kaum ohne eine vorreflexive Reflexionsgrundlage"[22] auskommt.
Man könnte ja auf den Gedanken kommen, damit der religiös inkompetente Schüler seine Erfahrungen mit dem Glauben deuten kann, bringen wir ihm Psalmen, Evangelien und Gebete bei, damit ihm zu seinen Erfahrungen auch mal eine religiöse Deutung einfallen kann. Anscheinend sollen aber lieber künstliche Erfahrungen geschaffen werden, die zu fertigen Deutungen passen. Bei uns funktioniert Firmkatechese so.
Wie jetzt? Funktioniert Firmkatechese bei euch so, dass künstliche Erfahrungen geschaffen werden, oder so, dass ihr ihm Psalmen, Evangelien und Gebete beibringt, damit ihm zu seinen Erfahrungen religiöse Deutungen einfallen können? Wenn das Zweite zutrifft, verstehe ich's wohl richtig, oder? Abgesehen davon trauen Religionspädagogen ganz offenbar der Bibel wirklich gar nichts mehr zu. Daher auch die Schaffung von künstlichen Erfahrungen.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonnabend 9. September 2017, 20:22

Bei uns bastelt man sich als Firmkatechese künstliche "Erfahrungsräume". Manche Aktionen sind sogar für sich genommen ganz schön (großes Eisenkreuz rotglühend machen und unfallfrei in die Kirche bringen) , das meiste ist affiger Kitsch und trieft vor Sentimentalität.
Ich frage mich bei all dem theoretischen Überbau, den ich im großen und ganzen plausibel finde, wie denkt denn Englert, daß im religiösem Ernstfall außerhalb der Katecheten- oder Lehrersandkasten die Fetzen an Tradition und Bibel in den Köpfen aufscheinen, mit denen sie dann deuten können, wenn sie ihnen keiner sagt.
Gerade die heutige Generation Jugendlicher kommuniziert derartig stark über Film-, Lied-, Literaturzitate, die Funktionsweise solcher Interpretation von Alltagssituationen ist sehr geläufig. Irgendwoher muß so ein Psalmzitat oder sonst ein Bibelwort allerdings kommen, wenn es einem eine Erfahrung deuten soll.

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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Pilgerer » Montag 11. September 2017, 10:22

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Sonnabend 9. September 2017, 19:01
Da fragt man sich allerdings, welchen Glauben konkret er meint.
Wahrscheinlich einen Glauben in der arianischen Art. Darüber kommt die schuldische Vermittlung im Religionsunterricht nur sehr selten hinaus.
Yeti hat geschrieben:
Sonnabend 9. September 2017, 17:46
Ich finde die Instrumentalisierung des Konstruktivismus im Zusammenhang mit theologischen Inhalten problematisch, da es im Konstruktivismus zwar "Wirklichkeiten", aber keine "Wahrheit" gibt. Wenn eine Glaubenswahrheit aber offenbar gar nicht mehr vermittelt werden soll, sondern "nur noch" Kompetenzen, die im Ungefähren in Glaubenswahrheiten möglicherweise vorkommen
Ausgehend von den Weltbildern der Schüler (die als Wirklichkeitskonstruktionen gesehen werden können) kann ein rechtgläubiger Religionslehrer sie durchaus da abholen und zur Wahrheit des Glaubens hinführen. Abgesehen davon ist die Wahrheit des christlichen Glaubens eine Person: Jesus Christus. Das ist mehr als Buchstaben aussagen können. Wer das findet, hat schon das Wichtigste und das Herz der Kirche überhaupt.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Raphael » Montag 11. September 2017, 10:33

Es wäre schon viel gewonnen, wenn den Kindern im Religionsunterricht beigebracht wird, daß der Satz "Es gibt einen Gott!" deutlich mehr Wert hat als der Satz "Es gibt keinen Gott!".

Das mag minimalistisch klingen, ist aber immer noch besser als Alles als gleichwertig darzustellen. :hmm:
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Yeti » Montag 11. September 2017, 19:14

Pilgerer hat geschrieben:
Montag 11. September 2017, 10:22
Ausgehend von den Weltbildern der Schüler (die als Wirklichkeitskonstruktionen gesehen werden können) kann ein rechtgläubiger Religionslehrer sie durchaus da abholen und zur Wahrheit des Glaubens hinführen.
Das schon, aber das ist nicht konstruktivistisch, sondern gute alte pädagogische Mäeutik. Verläuft die Unterrichtsplanung aber konstruktivistisch, bleibt dem Pädagogen gar nichts anderes übrig, als das aus den Schülern herausgekitzelte Wissen als jeweils für sich gültige Wirklichkeit stehen zu lassen, ohne die von dir zitierte religiöse Wahrheit näher in Betracht zu ziehen. Der Konstruktivismus ist kein "Weisheitsgewinn" oder "Wissenszuwachs"; er ist das Gegenteil: Zerstreuung aller scheinbaren Gewissheiten. Natürlich kann man "performative Religionspädagogik" auch unter der Kategorie "Konstruktivismus" laufen lassen. Aber dann ist es ein Hinterherrennen hinter einer Modeerscheinung ohne inhaltliche Aneignung der Methodik, also eher eine Mogelpackung.
Raphael hat geschrieben:
Montag 11. September 2017, 10:33
Es wäre schon viel gewonnen, wenn den Kindern im Religionsunterricht beigebracht wird, daß der Satz "Es gibt einen Gott!" deutlich mehr Wert hat als der Satz "Es gibt keinen Gott!".

Das mag minimalistisch klingen, ist aber immer noch besser als Alles als gleichwertig darzustellen. :hmm:
Genau das ist das Problem.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Pilgerer » Dienstag 12. September 2017, 11:20

Yeti hat geschrieben:
Montag 11. September 2017, 19:14
erläuft die Unterrichtsplanung aber konstruktivistisch, bleibt dem Pädagogen gar nichts anderes übrig, als das aus den Schülern herausgekitzelte Wissen als jeweils für sich gültige Wirklichkeit stehen zu lassen, ohne die von dir zitierte religiöse Wahrheit näher in Betracht zu ziehen.
Das würde - wenn das in allen Fächern so gemacht würde - bedeuten, dass auch ein Englischlehrer es der Konstruktion der Schüler freistellt, wie sie schreiben und sprechen. Ist ja alles konstruktivistisch und gleichwertig.
Vielleicht wäre es besser, den glaubenszersetzenden "konfessionellen" Religionsunterricht abzuschaffen und dem Deutsch- und Geschichtsunterricht zu überlassen, über die historisch prägenden Religionen Deutschlands zu berichten. Für die Allgemeinbildung ist das ohnehin wichtig, darum sollten auch Muslime oder Buddhisten das Christentum kennen.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von 139:11-12 » Dienstag 12. September 2017, 12:03

Bloß nicht, manche Geschichtslehrer haben da doch gar keine Ahnung von.
Im Geschichtsunterricht waren die zentralen Dinge, die ich über das Christentum gelernt habe Kreuzzüge, Ablasshandel, ...
Und dass in der Bibel steht, dass Frauen weniger wert sind als Männer.
Und das Mönche die Psalmen "aufsagen".
Und in Chemie habe ich sogar gelernt, dass es Gott erwiesenermaßen nicht gibt.
Da ist Reli doch irgendwie weniger vorverurteilend.

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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Yeti » Mittwoch 13. September 2017, 16:27

139:11-12 hat geschrieben:
Dienstag 12. September 2017, 12:03
Bloß nicht, manche Geschichtslehrer haben da doch gar keine Ahnung von.
Im Geschichtsunterricht waren die zentralen Dinge, die ich über das Christentum gelernt habe Kreuzzüge, Ablasshandel, ...
Und dass in der Bibel steht, dass Frauen weniger wert sind als Männer.
Und das Mönche die Psalmen "aufsagen".
Und in Chemie habe ich sogar gelernt, dass es Gott erwiesenermaßen nicht gibt.
Da ist Reli doch irgendwie weniger vorverurteilend.
Es gab und gibt auch in der Kirche Tendenzen, immer auch von den Töpfen anderer zu naschen, deren Süßigkeiten man aber nicht verträgt. Mir fällt aus der Geschichte der Fall Galileo Galilei ein, aber auch ganz aktuell: Der "Klimawandel". Ganz großes goldenes Kalb. Die Kirche behielte besser ihre Finger davon weg.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von HeGe » Donnerstag 5. Oktober 2017, 14:24

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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 5. Oktober 2017, 17:21

wäre es da nicht besser man macht die katechese außerhalb in kirchlichem Raum

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Yeti
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Yeti » Freitag 6. Oktober 2017, 15:19

HeGe hat geschrieben:
Donnerstag 5. Oktober 2017, 14:24
Gemeinsamer Religionsunterricht in Berlin und Brandenburg
...hier auch.
"Beide Bischöfe drückten bei der Vertragsunterzeichnung ihr Bedauern über den Status des Religionsunterrichts in Berlin und Brandenburg aus. "Es ist sehr schade, dass Religion hier kein ordentliches Schulfach ist", sagte Koch."
Kein Grund zur Trauer, lieber Herr Erzbischof. Freut Euch beide, kath. Bischof und ev. Bischof: Dieses Modell ist die Avantgarde dessen, was noch kommen wird. Andere Bistümer erträumen sich noch volkskirchliche Verhältnisse, in denen aber in der Realität die Verwaltungen oft größer sind als was eigentlich verwaltet werden soll. Dieser konfessionell-kooperative Religionsunterricht eröffnet auch Freiheiten für die Kirche: Sie könnte das Wissen über den eigenen Glauben wieder unbefangener verkünden und einen stärker selbst geprägten Inhalt über die Lehrpläne vermitteln - wenn sie will.
CIC_Fan hat geschrieben:
Donnerstag 5. Oktober 2017, 17:21
wäre es da nicht besser man macht die katechese außerhalb in kirchlichem Raum
Religionsunterricht in Berlin hat geschrieben:Das Wahlfach Religion, dessen Benotung nicht versetzungsrelevant ist, wird vom Land Berlin zu 90 Prozent finanziert
:neinfreu: I don't think so.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 6. Oktober 2017, 15:34

sondern wie läuft das ab

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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Yeti » Freitag 6. Oktober 2017, 21:07

CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 6. Oktober 2017, 15:34
sondern wie läuft das ab
Bezog sich auf deinen Vorschlag, die Katechese in rein kirchliche Hand zu übergeben. Wenn die Kirche ihre Reli-Lehrer zu 90 % vom Staat bezahlt bekommt, wäre sie ja schön blöd, wenn sie dafür selbst die ganzen Kosten übernehmen würde. Außerdem hätte sie das ja schon längst machen können. Sie nimmt aber lieber die Einschränkungen des staatlichen Berliner Modells in Kauf als alles selber zu bezahlen. Kommt noch hinzu, dass Religionspädagogen landauf landab immer betonen, dass Religionsunterricht keine Katechese sein dürfe.
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Re: "Religionsunterricht"?

Beitrag von Sempre » Freitag 6. Oktober 2017, 21:32

Yeti hat geschrieben:
Freitag 6. Oktober 2017, 21:07
Wenn die Kirche ihre Reli-Lehrer zu 90 % vom Staat bezahlt bekommt, wäre sie ja schön blöd, wenn sie dafür selbst die ganzen Kosten übernehmen würde.
Das ist wie bei den Bischöfen. Wes Brot ich freß... Ist jetzt aber, nach dem Konzil, eh gehupft wie gesprungen.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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