Unsere „älteren Brüder“

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.

Moderator: Hubertus

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Re: Unsere „älteren Brüder“

Beitrag von Fragesteller » Donnerstag 7. September 2017, 15:38

Protasius hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 15:34
Melicus hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 15:29
Fragesteller hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 13:27
Und wo kommt das her, was da so genial verknüpft wird?
Durch sebstständiges Nachdenken? Wo ist das Problem?
Die Frage war mE so gemeint, daß nach dem Ursprung der Aussagen gefragt wurde, die [Pilgerer] dann logisch verknüpft ha[t]. Woher stammt beispielsweise [ s]eine Kenntnis über die Ethik der vormohammedanischen Propheten im Koran?
Exakt danach frage ich. Danke.

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Raphael
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Re: Unsere „älteren Brüder“

Beitrag von Raphael » Donnerstag 7. September 2017, 15:40

Protasius hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 15:34
Melicus hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 15:29
Fragesteller hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 13:27
Und wo kommt das her, was da so genial verknüpft wird?
Durch sebstständiges Nachdenken? Wo ist das Problem?
Die Frage war mE so gemeint, daß nach dem Ursprung der Aussagen gefragt wurde, die du dann logisch verknüpft hast. Woher stammt beispielsweise deine Kenntnis über die Ethik der vormohammedanischen Propheten im Koran?
Sind die Foranten Pilgerer und Melicus identisch? :achselzuck:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

Melicus
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Re: Unsere „älteren Brüder“

Beitrag von Melicus » Donnerstag 7. September 2017, 15:43

Protasius hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 15:34
Melicus hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 15:29
Fragesteller hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 13:27
Und wo kommt das her, was da so genial verknüpft wird?
Durch sebstständiges Nachdenken? Wo ist das Problem?
Die Frage war mE so gemeint, daß nach dem Ursprung der Aussagen gefragt wurde, die du dann logisch verknüpft hast. Woher stammt beispielsweise deine Kenntnis über die Ethik der vormohammedanischen Propheten im Koran?
Ich kann leider nicht für jemanden anderes antworten ...

Melicus
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Re: Unsere „älteren Brüder“

Beitrag von Melicus » Donnerstag 7. September 2017, 16:08

Melicus hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 15:43
Protasius hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 15:34
Melicus hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 15:29
Fragesteller hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 13:27
Und wo kommt das her, was da so genial verknüpft wird?
Durch sebstständiges Nachdenken? Wo ist das Problem?
Die Frage war mE so gemeint, daß nach dem Ursprung der Aussagen gefragt wurde, die du dann logisch verknüpft hast. Woher stammt beispielsweise deine Kenntnis über die Ethik der vormohammedanischen Propheten im Koran?
Ich kann leider nicht für jemanden anderes antworten ...
(Die Kenntnis stammt übrigens nicht aus dem Koran. Das steht da ja gar nicht.)

Pilgerer
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Re: Unsere „älteren Brüder“

Beitrag von Pilgerer » Freitag 8. September 2017, 11:23

Fragesteller hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 11:46
Woher nimmst Du diese weitreichenden Informationen zum Islam?
So viel ist das nun nicht. Der Koran lässt sich online teils lesen, da kann sich jeder selbst ein Bild machen. Dazu kommt bei den Muslimen die Bedeutung der "Hadithe", welche über Mohammeds Leben und Lehren berichten. Deshalb ist Mohammed dort zentral. Dazu kommt die islamische Tradition der Koran-Auslegung, die den späteren Suren ein höheres Gewicht als den früheren gibt. Die frühen Suren sind von Mohammeds Werben um Anhänger in Mekka geprägt, als er noch allein und machtlos war. Die späteren Suren zeigen, wie sich sein Denken wandelte, als er in Medina an Macht zunahm. Aus den anfangs sanften Versen (die an biblische Sprache erinnern) wird später immer mehr Schärfe.

Die Deutung Mohammeds als falscher Prophet ist eine nichtislamische Sichtweise, die für Juden, Christen und andere naheliegend ist. Daraus ergibt sich dann auch die Folgerung, welche Auswirkungen das auf ihn und seinen Charakter hatte. Ein bisschen Sauerteig durchdringt den ganzen Brotleib, und ein bisschen Lüge/Täuschung am Anfang eines Prediger-Lebens verhält sich in seiner Biographie ähnlich. Das sehen wir ähnlich bei anderen Sektenführern, die am Anfang nett-charismatisch auftreten und später immer autoritärer und gewalttätiger werden.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Yeti
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Re: Unsere „älteren Brüder“

Beitrag von Yeti » Freitag 8. September 2017, 20:22

Pilgerer hat geschrieben:
Freitag 8. September 2017, 11:23
Fragesteller hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 11:46
Woher nimmst Du diese weitreichenden Informationen zum Islam?
So viel ist das nun nicht. Der Koran lässt sich online teils lesen, da kann sich jeder selbst ein Bild machen. Dazu kommt bei den Muslimen die Bedeutung der "Hadithe", welche über Mohammeds Leben und Lehren berichten. Deshalb ist Mohammed dort zentral. Dazu kommt die islamische Tradition der Koran-Auslegung, die den späteren Suren ein höheres Gewicht als den früheren gibt. Die frühen Suren sind von Mohammeds Werben um Anhänger in Mekka geprägt, als er noch allein und machtlos war. Die späteren Suren zeigen, wie sich sein Denken wandelte, als er in Medina an Macht zunahm. Aus den anfangs sanften Versen (die an biblische Sprache erinnern) wird später immer mehr Schärfe.

Die Deutung Mohammeds als falscher Prophet ist eine nichtislamische Sichtweise, die für Juden, Christen und andere naheliegend ist. Daraus ergibt sich dann auch die Folgerung, welche Auswirkungen das auf ihn und seinen Charakter hatte. Ein bisschen Sauerteig durchdringt den ganzen Brotleib, und ein bisschen Lüge/Täuschung am Anfang eines Prediger-Lebens verhält sich in seiner Biographie ähnlich. Das sehen wir ähnlich bei anderen Sektenführern, die am Anfang nett-charismatisch auftreten und später immer autoritärer und gewalttätiger werden.
Das dürfte der einschneidenste Unterschied zu Jesus sein...nicht zu vergessen die noch nicht abgeschlossene Diskussion, ob es Mohammed überhaupt gab, da es nur innerislamische Quellen über ihn gibt.
#gottmensch statt #gutmensch

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Re: Unsere „älteren Brüder“

Beitrag von Pilgerer » Freitag 8. September 2017, 20:54

Protasius hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 15:34
Woher stammt beispielsweise deine Kenntnis über die Ethik der vormohammedanischen Propheten im Koran?
Im Koran kommen die biblischen Propheten häufig vor. Das, was dort über sie steht, kommt dem in der Bibel sehr nah, auch in der Art der Sprache. Von daher kann ich mir gut vorstellen, dass diese Passagen in der Anfangszeit manche Christen dazu brachten, in Mohammed einen wahren Propheten Gottes zu sehen. In Sure 28 wird zum Beispiel die Geschichte von Mose und Pharao erzählt, in Sure 12 die Josefs-Geschichte oder in Sure 19 über Zacharias, Johannes den Täufer und Maria, das teils Lukas 1-2 ähnelt. Hier ein Stück von Marias Geschichte:
19:17 Erzähle, was in diesem Buch über Maria steht. Da sie sich zurückzog von den Ihren nach einem gen Osten gewandten Ort,19:18 und sich vor ihnen barg im Schleier, da sandten Wir Unseren Geist zu ihr, und er erschien ihr in Gestalt eines vollkommenen Menschen.19:19 Sie sprach: „Ich nehme meine Zuflucht vor dir bei dem Allerbarmer; (lass ab von mir) wenn du Gottesfurcht hast.“19:20 Er antwortete: „Ich bin nur ein Gesandter deines Herrn, auf dass ich dir einen reinen Sohn beschere.
19:21 Sie sprach: „Wie soll mir ein Sohn werden, wo mich kein Mann berührt hat und ich auch nicht unkeusch gewesen bin?“ 19:22 Er antwortete: «So ist´s; dein Herr aber spricht: „Es ist Mir ein leichtes und (Wir tun dies) auf dass Wir ihn zu einem Zeichen machen für die Menschen und zu einer Barmherzigkeit von Uns, und es ist eine beschlossene Sache.“»
...
Wenn der Islam alles, was mit Mohammed im Koran zu tun hat, streichen würde und nur die Teile mit den vormohammedanischen Propheten behalten würde, wäre er eine Religion, die gut in den jüdisch-christlichen Kontext passen würde. Durch Mohammed ist aber einiges an Täuschung und Verwirrung in den Islam gekommen, das von den Muslimen nicht so leicht überwunden werden kann. Seine Motive mögen am Anfang edel gewesen sein, aber ich denke, dass er zum Gefangenen seines Fehlers wurde, sich wider besseres Wissen als Propheten auszugeben. Daraus folgte u.a., dass er auch nach dem Titel, der Anerkennung und Würde eines Propheten strebte. Er überhöhte sich als Prophet, während die gottgesandten Propheten in der Bibel sich selbst ihrer Botschaft streng unterordnen und sie ihnen wichtiger ist als ihr Ansehen vor den Menschen. Im Islam gelten die Propheten streng unfehlbar und ohne Sünde. Sie stehen über den normalen Menschen. All das ist für die jüdischen Propheten undenkbar, die oft einfach Schafhirten waren wie Amos und froh waren, wenn sie zu ihrer normalen Arbeit zurück konnten.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Melicus
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Re: Unsere „älteren Brüder“

Beitrag von Melicus » Sonntag 10. September 2017, 09:41

taddeo hat geschrieben:
Sonnabend 28. Mai 2016, 22:51
:daumen-rauf: Wow.
(Das ist einer von dieser Sorte Beiträge, deretwegen ich mal in den KG gekommen und heute noch da bin.)
Das scheint ja nun vorbei. (Nachdem ich hier ein bisschen gestöbert habe, denke ich, die Zeit der Foren dürfte vorbei sein. Oder irre ich?)

Pilgerer
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Re: Unsere „älteren Brüder“

Beitrag von Pilgerer » Mittwoch 13. September 2017, 19:54

Um zum Thread-Thema zurück zu kommen: Gewiss ist eine Meinungsverschiedenheit zwischen Juden und Christen auszuhalten. Das gilt bei der Auslegung der hebräischen Bibel und der Vorstellung, wer vom historischen Volk Israel geistlich abstammt. Das gilt auch bei der Sicht auf Jesus Christus oder die Trinität.

Juden sehen sich als Erben des alten Israels, und Christen traditionell wie biblisch ebenfalls. Juden sehen je nach Denkweise in Christen Polytheisten (wegen der Trinität) oder wenn sie wohlwollend sind, eine akzeptable noachidische Religion, die den Heiden (=nichtjüdische Völker) den Glauben an den Gott Israels vermittelt.

Für die christliche Sichtweise können der Römerbrief und Galaterbrief des Paulus biblische Quellen liefern. "Es steht geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd und einen von der Freien. 23 Aber der von der Magd ist nach dem Fleisch geboren worden, der von der Freien aber durch die Verheißung. 24 Das ist bildlich zu verstehen: Die beiden Frauen sind zwei Bundesschlüsse, einer vom Berg Sinai, der in die Knechtschaft gebiert; das ist Hagar. 25 Hagar aber bezeichnet den Berg Sinai in Arabien und ist ein Gleichnis für das jetzige Jerusalem, das mit seinen Kindern in der Knechtschaft lebt. 26 Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie; das ist unsre Mutter." (Galater 4,22-26)
Der christliche Bund macht Christen zu Kindern Isaaks, während Juden durch die Ablehnung Jesu Christi zu Kindern Ismaels und Hagars werden. Juden bleiben in der Knechtschaft des buchstäblichen Gesetzes, während Christen (potentiell) sowohl von der Knechtschaft des Gesetzes als auch von der Knechtschaft der Sünde befreit werden.

Angesichts dieser Deutung lässt sich zugleich mit Paulus fragen: "1 So frage ich nun: Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! ... 2 Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor erwählt hat. ... Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, bis die volle Zahl der Heiden hinzugekommen ist. 26 Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht ... 28 Nach dem Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber nach der Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. 29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen." (Römer 11, verschiedene Verse)

Obwohl die Juden also in der Knechtschaft des Gesetzes verharren, bleiben die Verheißungen Gottes an sie gültig. Vielleicht trifft das auch auf die Bestimmungen zur Rückkehr ins Heilige Land zu unabhängig von dem, was weltliche Mächte beschließen. Ihr Glaube, ihre Religion sind aus christlicher Sicht defizitär, aber immer noch besser als alle anderen Religionen. Im Vergleich mit der altgermanischen Religion, den fernöstlichen Religionen oder dem Islam ist das Judentum sehr gut. In seiner Ethik und seiner Charakterisierung Gottes steht es uns nahe. Durch seine Ethik mit vielen guten Werken bereitet es auf das Weltgericht (siehe Offenbarung 22,11-15) vor, das den Nichtchristen vorbehalten bleibt, die nicht an der christlichen Auferstehung teilhaben.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Yeti
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Re: Unsere „älteren Brüder“

Beitrag von Yeti » Sonnabend 16. September 2017, 11:34

Pilgerer hat geschrieben:
Mittwoch 13. September 2017, 19:54
Obwohl die Juden also in der Knechtschaft des Gesetzes verharren, bleiben die Verheißungen Gottes an sie gültig. Vielleicht trifft das auch auf die Bestimmungen zur Rückkehr ins Heilige Land zu unabhängig von dem, was weltliche Mächte beschließen. Ihr Glaube, ihre Religion sind aus christlicher Sicht defizitär, aber immer noch besser als alle anderen Religionen.
Im Prinzip wäre das der Sicht ähnlich, wie sie die klassische gemäßigte islamische Theologie auf Juden und Christen hat. Eine gemeinsame Theologie dieser drei Offenbarungsreligionen wäre eine Perspektive, die den interreligiösen Dialog der drei abrahamitischen Religionen erheblich erleichtern dürfte. Man müsste sich aber in dieser gemeinsamen Theologie darüber klar werden, was ein solcher Trialog bewirken solle. Ich sehe aber, gerade aus Kreisen des jüdisch-christlichen Dialogs, bislang keine große Bereitschaft dafür. Kernprobleme dieses Trialogs wären natürlich die christliche Trinitätslehre im Christentum, Status und Botschaft des Propheten Mohammed und der historisch-kritische Umgang mit dem Koran, aber auch derjenige mit der Torah. Merkwürdigerweise hat sich nämlich die historisch-kritische Exegese im Christentum bislang hauptsächlich mit dem NT befasst; wahrscheinlich schien ihr der ähnliche Umgang mit dem AT bislang zu problematisch. Diese Berührungsängste gälte es abzubauen, dafür betrachte ich den verlinkten Artikel über das Buch von Notger Slenczka als einen Anfang.
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Pilgerer
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Re: Unsere „älteren Brüder“

Beitrag von Pilgerer » Sonntag 17. September 2017, 15:18

Ein wesentlicher Unterschied zu den anderen Religionen ist, dass im Christentum das Gericht vorweg genommen wird: "19 Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist ... 21 Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind." "24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. 25 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie hören, die werden leben. 26 Denn wie der Vater das Leben hat in sich selber, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in sich selber" (Passagen aus Johannes 3 und 5)

Durch die christliche Wiedergeburt kommen Christen ins Reich Gottes und werden vom seelischen Tod (der seit Adam über uns herrschte) zum ewigen Leben erweckt. Jesus hat nicht nur Lazarus auferweckt und ins Leben gerufen, sondern tut das bei jedem Menschen, der bereit ist, seine Stimme des Lebens zu hören und sie anzunehmen.

Die anderen Religionen hingegen warten auf das, was im Jenseits kommt. Teils voll Ungewissheit, teils mit Angst vor dem, was da kommt. Der interreligiöse Dialog der abrahamitischen Religionen sollte primär Toleranz und Religionsfrieden zum Ziel haben. Nicht mit Gewalt etc. die Meinungsverschiedenheiten "lösen" wollen, sondern sie ertragen. Das ist besonders für den Islam eine große Herausforderung, dessen "Hand wider jedermann und jedermanns Hand gegen ihn" ist, wie Gott über Ismael prophezeite (1. Mose 16,12).
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Ollatheir
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Registriert: Dienstag 14. Juni 2016, 22:48

Die endgültige Rettung Israels: 9,1 - 11, 36 - Re: Unsere „älteren Brüder“

Beitrag von Ollatheir » Sonntag 3. Dezember 2017, 18:00

Die Christen sind das Neue Gottesvolk. Das Neue
Israel.

Wichtig ist wie immer der Kontext:


Die endgültige Rettung Israels: 9,1 - 11, 36

Die gesamte lange Passage ist wichtig-aber in Kürze
zusammengefasst:

"Ich frage also:Hat Gott sein Volk
verstossen?Keineswegs!Denn auch ich bin ein Israelit,
ein Nachkomme Abrahams, aus dem Stamm Benjamins.Gott
hat sein Volk nicht verstoßen, das er einst erwählt
hat." Römer 11,1-3
"Es ist jedoch nicht so, als ob das Wort Gottes
versagt hätte. Denn nicht alle, die von Israel
abstammen, sind wirklich "Israel". Auch sind sie nicht
alle Kinder, weil sie Abrahams Same sind, sondern:
"Was 'dein Same' genannt werden wird, wird durch Isaak
kommen." Das heißt nicht, die Kinder des Fleisches
sind wirklich die Kinder Gottes, sondern die Kinder
der Verheißung werden als der Same gerechnet. [...]
Wenn nun Gott, obwohl gewillt, seinen Zorn zu zeigen
und seine Macht kundzutun, die Gefäße des Zorns, die
zur Vernichtung passend gemacht sind, mit viel Langmut
duldete, damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit an
Gefäßen der Barmherzigkeit kundtun könnte, die er zur
Herrlichkeit im voraus bereitet hat, nämlich uns, die
er nicht nur aus den Juden berufen hat, sondern auch
aus den Nationen, was dann? Es ist so wie er auch in
Hosea sagt: "Die nicht mein Volk sind, will ich 'mein
Volk' nennen und sie, die Nichtgeliebte, 'Geliebte';
und an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: 'Ihr seid
nicht mein Volk', dort werden sie 'Söhne des
lebendigen Gottes' genannt werden."
Ferner ruft Jesaja in bezug auf Israel aus: "Obwohl
die Zahl der Söhne Israels wie der Sand am Meer sein
mag, ist es der Überrest, der gerettet werden wird."
Jesaja aber erkühnt sich und sagt: "Ich wurde von
denen gefunden, die mich nicht suchten; ich wurde
denen offenbar, die nicht nach mir fragten." In bezug
auf Israel dagegen sagt er: "Den ganzen Tag habe ich
meine Hände nach einem Volk ausgebreitet, das
ungehorsam ist und widerspricht."
Ich frage also: Gott hat doch nicht etwa sein Volk
verworfen? Das geschehe nie! Denn auch ich bin ein
Israelit, vom Samen Abrahams, vom Stamm Benjamin. Gott
hat sein Volk nicht verworfen, das er zuerst anerkannt
hat. Nun wisst ihr nicht, was die Schrift in
Verbindung mit Elia sagt, wie er vor Gott gegen Israel
vorstellig wird? "Jehova, sie haben deine Propheten
getötet, sie haben deine Altäre ausgegraben, und ich
allein bin übrig geblieben, und sie trachten mir nach
der Seele." Doch was sagt ihm der göttliche Ausspruch?
"Ich habe siebentausend Männer für mich übrigbleiben
lassen, Männer, die das Knie nicht vor Baal gebeugt
haben." So hat sich nun auch in der gegenwärtigen
Zeitperiode ein Überrest gemäß einer Auserwählung
zufolge unverdienter Güte gezeigt. Wenn es nun durch
unverdiente Güte ist, ist es nicht mehr zufolge von
Werken; sonst erweist sich die unverdiente Güte nicht
mehr als unverdiente Güte.
Was nun? Gerade das, was Israel ernstlich suchte, hat
es nicht erlangt, die Auserwählten aber haben es
erlangt. Die übrigen hatten ihr Empfindungsvermögen
abgestumpft, so wie geschrieben steht: "Gott hat ihnen
einen Geist tiefen Schlafes gegeben, Augen, um nicht
zu sehen, und Ohren, um nicht zu hören, bis auf den
heutigen Tag."
Römer 9:6-8, 22-28; 10:21; 11:1-8;

Die Juden sind also nicht vollständig verworfen,
Paulus ist schließlich selbst ein Jude. Allerdings
müssen sie, wie alle anderen Menschen auch, Glauben an
Christus ausüben, um gerettet zu werden. Als Nation
sind sie nicht mehr Gottes auserwähltes Volk, nur ein
"Überrest" der fleischlichen Juden hat auch das
Vorrecht zum "Israel Gottes" zu gehören (Galater
6:16). Dazu müssen sie, wie Paulus auch, Christus
annehmen.
Denke doch auch in diesem Zusammenhang an das
Gleichnis vom Weingarten aus Markus, Kapitel 12.


quote:
--------------------------------------------------------------------------------
"Wer nicht auf meiner Seite ist, ist gegen mich, und
wer nicht mit mir sammelt, zerstreut"
Matthäus 12:30 und Lukas 11:23
--------------------------------------------------------------------------------


sowie


quote:
--------------------------------------------------------------------------------
Denn wer nicht gegen uns ist, ist für uns.
Markus 9, 40
------------------------------------------------------------------------

Dies scheint ein Widerspruch zu sein; wichtig ist
aber, wie immer, der Kontext:
Im ersten Text argumentiert Jesus mit den Pharisäern
(Jüdische Schriftgelehrte). Ihm wurde vorgeworfen,
dass sein Heilungswunder, welches er gerade eben
vollbracht hatte, durch den Teufel geschehen war.
Jesus kontert daraufhin scharf, denn seine Gegner
waren alle mit den Schriften vertraut, hätten also
wissen können, wer Jesus war, und konnten ausserdem
ein Wunder "live" miterleben. Da sie trotzdem Jesus
als Verbündeter Satans ansahen, ging Jesus mit ihnen
ziemlich hart ins Gericht und sagte dabei diesen
oberen Satz. Wer Gott erlebt, und ihn trotzdem
ablehnt, ist gegen Gott. (aber das tun die anderen apostolischen Traditionen etwa nach Johannes und Jakobus oder auch Thomas ja eben nicht!)

Die zweite Stelle:
Hier redet Jesus über Leute, die Gutes tun, ohne
explizit einer Gemeinde zuzugehören bzw. den Jüngern
nachfolgen. Leute, die Gutes tun und nicht gegen Gott
sind, sind für Gott. Gültig ist für Christen natürlich die Bibel.

Mir erscheint diese Deutung der beiden Stellen auch im
Zusammenhang mit dem Liebesgebot Jesu viel
überzeugender.
Sagte Jesus nicht auch über den fremden Wundertäter
der in seinem Namne wundervollbrachte und den die
Jünger dann daran hindern wollten weil er sich ihnen
nicht anschließen wollte, sie sollten ihn nicht
hindern?


Anerkennung auch anderer Konfessisonen...

Ich wollte noch auf zwei spezielle und sehr verwandte
Bibelstellen hinweisen (ich verwende die
Einheitsübersetung bzw. Interlinear-Übersetzung)
hinweisen:

Der fremde Wundertäter: Markus 9,38- 41

Da sagte Johannes zu ihm: Meister, wir haben gesehen,
wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir
versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht
nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner,
der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht
schlecht von mir reden.Denn wer nicht gegen uns ist,
der ist für uns. Wer euch auch nur einen Becher Wasser
zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – amen,
ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen.

Der fremde Wundertäter: Lukas 9,49 – 50

Da sagte Johannes: Meister, wir haben gesehen, wie
jemand in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir
versuchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit
uns zusammen dir nachfolgt. Jesus antwortete
ihm:Hindert ihn nicht!Denn wer nicht gegen euch ist,
der ist für euch.

Auch als überzeugter Christ kann man also andere
christl. Konfessionen oder eingeschränkt die Juden als Gott
verehrend aktzeptieren. Wenn auch noch unvollkommen.

Zudem gibt es durchaus (z.B. aus der verschollenen
Quelle „Q“, deren Inhalte teiweise Eingang in die
Bibel fanden) Jesus- Worte, die nicht in jeder Bibel
stehen oder Eingang in die verbreitetste Bibelversion
fand. Siehe auch den 1. Clemens-Brief und das äthiopische Henoch Buch, aus dem der Apostel Paulus im Neuen Testament der Bibel im Judas-brief auszugsweise zitiert. Etwa bei den Kopten mit dem breiteren Bibel-Kanon. Oder in der syrischen Kirche. Der heilige Irenäus von Lyon zählte auch noch den 1. Clemensbrief und den Hirtenbrief des Hermas zum biblischen Kanon bzw. Bibel-Kanon und Neuen Testament. Die äthiopisch-koptische Kirche rechnet u.a. auch noch Sondergut wie das etwa für die Angelogie wichtige Jubiläen-Buch zum engeren und breiteren Bibel-Kanon und ihrem alten Testament.
Auch die Kirchenväter schätzten es noch hoch, es stand bei ihnen allgemein noch im hohen Ansehen.

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