Kirchensteuer

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Yeti
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Yeti » Sonnabend 28. März 2015, 19:00

Maternus87 hat geschrieben:Ludwig Ring-Eifel hat den Kern des Problems zweifelsohne erkannt, wenn auch seine vorgeschlagene Kur in die grundsätzlich falsche Richtung weist.

Die Feststellung, dass die Abführung der Kirchensteuer seit 1950 geändert wurde, und das momentane Schlamassel verursacht, stimmt. Der Ausbau des "3. Sektors"(Guardini) aus Tagungshäusern, Instituten mit samt der aufgeblähten Generalvikariate, wäre ohne diese Veränderung kaum möglich gewesen, wie auch der Ausbau der kategorialen Seelsorge mit Heerscharen von Referenten und theologischen "Fachkräften". Freilich möchte Ring-Eifel genau hier nicht angepackt wissen. Er weiß, auf welchem Ast er sitzt. Er möchte vielmehr, dass ein neuer Schlüssel eben genau diese Fehlentwicklung massiv stützt und ausbaut. Womit er augenscheinlich auf der Linie manchen deutschen Generalvikars liegt. Für diese gibt es nämlich augenscheinlich nur mehr den "3. Sektor" zu retten, der Rest ist eh abgewirtschaftet.
Was ist denn genau der "3. Sektor" im Zusammenhang mit der Kirchensteuer? Welches sind der erste und der zweite Sektor? Hat das was mit der "Drei-Sektoren-Hypothese" in der Ökonomie zu tun?
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Niels
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Niels » Sonnabend 28. März 2015, 22:45

Müssen Yetis auch Kirchensteuer zahlen?
:detektiv:

Reinhold Messner beispielsweise muss seit 1989 (?) acht Promille der zu zahlenden Steuer an einen "Verein" seiner Wahl abführen...
:ikb_taz:

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Yeti
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Yeti » Sonnabend 28. März 2015, 22:55

Niels hat geschrieben:Müssen Yetis auch Kirchensteuer zahlen?
:detektiv:
Wenn sie getauft sind, Geld verdienen und nicht aus der Kirche ausgetreten sind, ja klar. :hmm:
Niels hat geschrieben:Reinhold Messner beispielsweise muss seit 1989 (?) acht Promille der zu zahlenden Steuer an einen "Verein" seiner Wahl abführen...
:ikb_taz:
Was ist der Unterschied zwischen einem Yeti und einem klugen Pfälzer? Antwort: Yetis soll man schon mal gesehen haben.
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Yeti
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Yeti » Montag 30. März 2015, 21:14

Warum gibt es eine Kirchensteuer? Ich glaube, da hat sich jemand in der DBK die Geschichte zurechtgebogen.
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Siard
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Siard » Montag 30. März 2015, 21:40

Yeti hat geschrieben:Warum gibt es eine Kirchensteuer? Ich glaube, da hat sich jemand in der DBK die Geschichte zurechtgebogen.
Die Geschichte und noch etwas mehr. Damit überzeugt man Keinen, der nicht guten Willens ist – und zurecht.

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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Tinius » Dienstag 31. März 2015, 15:48

Yeti hat geschrieben:Warum gibt es eine Kirchensteuer? Ich glaube, da hat sich jemand in der DBK die Geschichte zurechtgebogen.
Selten so einen Schwachsinn gesehen. Und historisch so völliger Blödsinn.

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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 31. März 2015, 15:49

Warum wird beim Überschreiten einer Landesgrenze das Katholischsein um bis zu 12,5 % teurer oder billiger (8 bzw. 9%).
Das ist doch ein ganz erheblicher Unterschied. Wie ist der zu rechtfertigen ?
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Juergen
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Juergen » Dienstag 31. März 2015, 15:52

Vir Probatus hat geschrieben:Warum wird beim Überschreiten einer Landesgrenze das Katholischsein um bis zu 12,5 % teurer oder billiger (8 bzw. 9%).
Das ist doch ein ganz erheblicher Unterschied. Wie ist der zu rechtfertigen ?
Je mehr a-katholischer Tingeltangel veranstaltet wird, je teurer wird es. Das Erzbistum Freiburg und Bistum Rottenburg-Stuttgart konnten sich dem Vernehmen nach bei der letzten Sitzung mit ihrer Forderung nach 20% Kirchensteuer auf den Bruttolohn nicht durchsetzen…
Gruß
Jürgen

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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Tinius » Dienstag 31. März 2015, 15:59

Vir Probatus hat geschrieben:Warum wird beim Überschreiten einer Landesgrenze das Katholischsein um bis zu 12,5 % teurer oder billiger (8 bzw. 9%).
Das ist doch ein ganz erheblicher Unterschied. Wie ist der zu rechtfertigen ?
Es gibt hier eine historische Erklärung. In den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern waren aufgrund der guten Wirtschaftlage die Löhne schon immer tendenziell höher als in anderen Teilen Westdeutschlands. Die Großkirchen fanden deshalb hier 8 Prozent der Einkommensteuerschuld ausreichend.

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ziphen
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von ziphen » Montag 11. Mai 2015, 18:25

In einem bereits im Februar veröffentlichten Interview spricht sich Michael Germann, Inhaber des Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Staatskirchenrecht und Kirchenrecht an der Juristischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, für die Kirchensteuer in Deutschland aus. Es handelt sich meiner Meinung nach um ein sehr informatives Interview, das die Geschichte der Kirchensteuer, den Status als Körperschaft d.Ö.R., die Zusammenarbeit von Staat und Kirche, die Möglichkeiten anderer religiöser Gemeinschaften und das Erhebungsverfahren für die Kirchensteuer auf Kapitalerträge behandelt.
Er hält das Kirchensteuersystem für ein System mit Vorbildcharakter und zukunftsfähig.
Michael Germann hat geschrieben:Die Kirchensteuer dient vielmehr als Vorbild. In Schweden hat man sich nach dem Ende der Staatskirche überlegt, wie die Trennung von Staat und Kirche am besten organisiert werden kann, und hat sich dann in Sachen Finanzierung am deutschen System der Kirchensteuer orientiert. [...] Deswegen meine ich: Wenn wir das System der Kirchensteuer noch nicht hätten, müssten wir es heute erfinden.
Wenn böse Zungen stechen, / mir Glimpf und Namen brechen, / so will ich zähmen mich; /
das Unrecht will ich dulden, / dem Nächsten seine Schulden / verzeihen gern und williglich.

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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Tinius » Montag 11. Mai 2015, 19:01

ziphen hat geschrieben:In einem bereits im Februar veröffentlichten Interview spricht sich Michael Germann, Inhaber des Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Staatskirchenrecht und Kirchenrecht an der Juristischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, für die Kirchensteuer in Deutschland aus. Es handelt sich meiner Meinung nach um ein sehr informatives Interview, das die Geschichte der Kirchensteuer, den Status als Körperschaft d.Ö.R., die Zusammenarbeit von Staat und Kirche, die Möglichkeiten anderer religiöser Gemeinschaften und das Erhebungsverfahren für die Kirchensteuer auf Kapitalerträge behandelt.
Er hält das Kirchensteuersystem für ein System mit Vorbildcharakter und zukunftsfähig.
Michael Germann hat geschrieben:Die Kirchensteuer dient vielmehr als Vorbild. In Schweden hat man sich nach dem Ende der Staatskirche überlegt, wie die Trennung von Staat und Kirche am besten organisiert werden kann, und hat sich dann in Sachen Finanzierung am deutschen System der Kirchensteuer orientiert. [...] Deswegen meine ich: Wenn wir das System der Kirchensteuer noch nicht hätten, müssten wir es heute erfinden.
Wie sagte doch neulich ein netter Funktionär einer Großkirche zu mir:
"Die Deutschen werden es niemals einsehen, dass das Kirchensteuersystem falsch ist. Sie verteidigen es mit allen Winkelzügen und Scheinargumenten. Das ist wie beim Geisterfahrer, der die Warnmeldung im Radio hört und sagt: Mir kommen doch aber mindestens 50 Falschfahrer entgegen.......Deutschland kommen bei der Kirchensteuer 190 Länder entgegen, aber wir müssen immer Recht haben."

:klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch:

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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Vir Probatus » Montag 11. Mai 2015, 20:30

Tinius hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:Warum wird beim Überschreiten einer Landesgrenze das Katholischsein um bis zu 12,5 % teurer oder billiger (8 bzw. 9%).
Das ist doch ein ganz erheblicher Unterschied. Wie ist der zu rechtfertigen ?
Es gibt hier eine historische Erklärung. In den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern waren aufgrund der guten Wirtschaftlage die Löhne schon immer tendenziell höher als in anderen Teilen Westdeutschlands. Die Großkirchen fanden deshalb hier 8 Prozent der Einkommensteuerschuld ausreichend.
Wenn es danach geht, müsste die Steuer in den am Boden liegenden neuen Bundesländern noch niedriger sein. Den Ausgleich sollte doch eigentlich die Steuerformel bringen: Hohes Einkommen -> Hohe Lohnsteuer -> Hohe Kirchensteuer. Und nicht die Frage, wo generell etwas mehr oder weniger verdient wird.
Mit gleicher Begründung könnte man sonst auch unterschiedliche Mehrwertsteuersätze einführen.
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umusungu
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von umusungu » Montag 11. Mai 2015, 20:47

Tinius hat geschrieben:Wie sagte doch neulich ein netter Funktionär einer Großkirche zu mir:
Was soll ich unter einem "Funktionär einer Großkirche" verstehen?

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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 12. Mai 2015, 05:22

ziphen hat geschrieben:In einem bereits im Februar veröffentlichten Interview spricht sich Michael Germann, Inhaber des Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Staatskirchenrecht und Kirchenrecht an der Juristischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, für die Kirchensteuer in Deutschland aus. Es handelt sich meiner Meinung nach um ein sehr informatives Interview, das die Geschichte der Kirchensteuer, den Status als Körperschaft d.Ö.R., die Zusammenarbeit von Staat und Kirche, die Möglichkeiten anderer religiöser Gemeinschaften und das Erhebungsverfahren für die Kirchensteuer auf Kapitalerträge behandelt.
Er hält das Kirchensteuersystem für ein System mit Vorbildcharakter und zukunftsfähig.
Der letzte Schnitt in das eigene Fleisch war ja wohl die Änderung bei der Kapitalertragsteuer.
Es ging ja aber angeblich nie um Geld, nur um die Gerechtigkeit.
Für wie dumm hält eigentlich die DBK die Gläubigen ?
Ich denke, die Kirche hat bei der Gerechtigkeit grössere Problemfelder, die zu beackern sind, als ausgerechnet die Kapitalertragsteuer. (Stichwort. Grundordnung)
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overkott
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von overkott » Freitag 29. Mai 2015, 13:07

Staatliche Wiederverheiratung Homosexueller nach Abtreibung ist für die Kirche kein Problem, solange dies dem Evangelium nicht widerspricht. Die Kirchensteuer spielt da keine Rolle. Klöster verdienen ihr Geld ohnehin sonntags.

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Niels
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Niels » Freitag 29. Mai 2015, 13:11

overkott hat geschrieben:Staatliche Wiederverheiratung Homosexueller nach Abtreibung ist für die Kirche kein Problem, solange dies dem Evangelium nicht widerspricht. Die Kirchensteuer spielt da keine Rolle.
Wann würde das "dem Evangelium" widersprechen? :detektiv:
Was ist überhaupt Dein "Evangelium"? :detektiv:
Kann man die Kirchensteuererklärung auch mit einem 3D-Drucker fertigmachen? :detektiv:

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Yeti
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Yeti » Sonnabend 20. Juni 2015, 16:32

Wie ist das eigentlich mit der kirchlichen Barmherzigkeit für Kirchensteuer-Schuldner? Wiederzulassung von Kirchensteuer-Sündern zum Sakramentenempfang?
kath.net hat geschrieben:Der Austritt aus der Kirchensteuerzahlergemeinschaft zieht drakonische Strafen nach sich. Noch immer gibt es keine letztverbindliche Entscheidung darüber, ob ein Katholik, der die Kirchensteuer nicht mehr zahlen will, aber ein Glaubensbekenntnis ablegt und seine Bereitschaft glaubhaft versichert, seinen Pflichten aus can. 222 §1 CIC anderweitig nachkommen zu wollen, in der sakramentalen Gemeinschaft der Kirche verbleiben kann oder nicht. Das Verfahren des Kirchenrechtlers Helmut Zapp mag von staatlicher Seite entschieden sein. Das letzte Urteil der Kirche dazu fehlt noch. Die derzeit gültige Regelung des deutschen Partikularrechts wird von Kirchenrechtlern zumindest kritisch gesehen.
So, liebe Kinder. Und nun kommen wir zur finalen Lösung dieses Problems. Wer der Meinung ist, dass das Gebaren der deutschen Bischöfe moralisch völlig einwandfrei ist und auch der allgelegentlich von ebenjenen Bischöfen geforderten Barmherzigkeit nicht widerspricht, hat entweder einen megamäßigen Schatten oder er ist ein modernistischer Häretiker, natürlich auch gerne Häretiker-In. Im ersten Fall gönnt euch einfach mal ein wenig Zeit, geht raus in die Sonne, lest ein gutes Buch und sprecht mit lieben Menschen. Im zweiten Fall geht ihr bitte auf eine freie Fläche, sammelt viel Holz, stapelt es hoch um euch herum auf und zieht dann aus eurer Hosentasche/HosentaschIn eine Streichholzschachtel, nehmt ein Streichhölzlein heraus und zündet euch an. Da man die Freude am besten teilt, dürft ihr Freunde und besonders Sympathisanten natürlich gerne zur Mitarbeit und Mitwirkung einladen, bis es so aussieht:
Bild
:ikb_devil2:
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Siard » Sonntag 21. Juni 2015, 09:24

:freude: :kugel: :freude: :kugel: :freude:

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overkott
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von overkott » Montag 22. Juni 2015, 21:36

Beim Thema Kirchensteuer gibt es bereits Ansätze von Mitbestimmung durch Laien:

http://raete.drs.de/index.php?id=22173&type=98

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umusungu
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von umusungu » Montag 22. Juni 2015, 22:12

overkott hat geschrieben:Beim Thema Kirchensteuer gibt es bereits Ansätze von Mitbestimmung durch Laien:
in vielen Diözesen gibt es Kirchensteuerräte. Im Bistum Aachen heißt es dazu:
Der Kirchensteuerrat setzt die Höhe der Kirchensteuer unter Berücksichtigung des Finanzbedarfs des Bistums fest und beschließt Richtlinien für die Verteilung der Kirchensteuer.
Weiterhin beschließt er den Haushalt und überwacht seine Durchführung, ebenso entscheidet er über Anträge auf Erlass und Stundung der Kirchensteuer.
Dem Kirchensteuerrat gehören unter dem Vorsitz des Generalvikars weitere 14 Mitglieder an, von denen von den Kirchenvorständen acht Mitglieder in regionalen Wahlversammlungen gewählt werden.

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overkott
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von overkott » Dienstag 23. Juni 2015, 00:17

umusungu hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Beim Thema Kirchensteuer gibt es bereits Ansätze von Mitbestimmung durch Laien:
in vielen Diözesen gibt es Kirchensteuerräte. Im Bistum Aachen heißt es dazu:
Der Kirchensteuerrat setzt die Höhe der Kirchensteuer unter Berücksichtigung des Finanzbedarfs des Bistums fest und beschließt Richtlinien für die Verteilung der Kirchensteuer.
Weiterhin beschließt er den Haushalt und überwacht seine Durchführung, ebenso entscheidet er über Anträge auf Erlass und Stundung der Kirchensteuer.
Dem Kirchensteuerrat gehören unter dem Vorsitz des Generalvikars weitere 14 Mitglieder an, von denen von den Kirchenvorständen acht Mitglieder in regionalen Wahlversammlungen gewählt werden.
Der Kirchensteuerrat für die Erzdiözese Köln besteht aus 31 Mitgliedern. Hierbei handelt es sich überwiegend um gewählte Vertreter aus den Kirchengemeinden sowie aus dem Priesterrat der Erzdiözese Köln. Die Amtszeit des Kirchensteuerrates beträgt fünf Jahre.

So setzt sich der Kirchensteuerrat zusammen:
einundzwanzig Gemeinde-Vertreter werden von den Kirchenvorständen aller Gemeinden im Erzbistum gewählt. In der Regel sind dies Fachleute aus Wirtschaft, Steuer- und Finanzwesen und der kommunalen Verwaltung.
fünf weitere Fachleute werden durch den Erzbischof berufen.
durch den Priesterrat werden zwei amtierende Pfarrer gewählt.
geborene Mitglieder sind der Leiter der Hauptabteilung Finanzen, ein juristisch ausgebildeter Bediensteter des Erzbischöflichen Generalvikariates sowie der Generalvikar, der dem Gremium vorsteht.

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Re: Kirchensteuer

Beitrag von umusungu » Dienstag 23. Juni 2015, 00:35

siehst du, also alles andere als "Ansätze" von Laienbeteiligung.

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Edi
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Edi » Dienstag 23. Juni 2015, 01:26

umusungu hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Beim Thema Kirchensteuer gibt es bereits Ansätze von Mitbestimmung durch Laien:
in vielen Diözesen gibt es Kirchensteuerräte. Im Bistum Aachen heißt es dazu:
Der Kirchensteuerrat setzt die Höhe der Kirchensteuer unter Berücksichtigung des Finanzbedarfs des Bistums fest und beschließt Richtlinien für die Verteilung der Kirchensteuer.
Weiterhin beschließt er den Haushalt und überwacht seine Durchführung, ebenso entscheidet er über Anträge auf Erlass und Stundung der Kirchensteuer.
Wie soll das praktisch gehen mit dem Erlass bzw. der Stundung, wenn jemand wie die meisten Lohnempfänger ist, wo die Steuer gleich vom Lohn einbehalten wird. Und bei Selbständigen (Ausnahmen bestätigen die Regel) wird meist angenommen, daß die gut verdienen und daher weder Erlass noch Stundung brauchen.
Im übrigen ist m.E. die Kirchensteuer seit langem gleich geblieben, wobei aber die verschiedenen Bundesländer etwas abweichende Steuersätze haben. Demnach wurde der Satz weder nach untern noch nach oben angepasst an den jeweiligen Fianzbedarf des Bistums, der sicher ja von Jahr zu Jahr auch schwankt. Wahrscheinlich wird es so sein, daß wenn zuviel Geld reinkommt, man eben noch weitere Ausgaben finden wird, so ähnlich wie das Dezemberfieber beim Staat, wo man am Ende des Jahres noch Ausgaben tätigt, damit man im folgenden Jahr nicht den Etat gekürzt bekommt.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 23. Juni 2015, 10:34

Für mich ist dieser abgesenkte Steuersatz in den Bundesländern mit den "Besserverdienenden" ungerecht und nicht nachvollziehbar.
Es kann nicht sein, daß durch eine Landesgrenze sich das Katholischsein um über 12% verteuert.

Die Kirche täte gut daran, das abzuschaffen. Die Gerechtigkeit muss durch die Einkommenshöhe kommen und nicht durch unterschiedliche Tarife.
Und welche Begehrlichkeiten durch sprudelnde Steuereinnahmen geweckt und dann auch realisiert werden, darüber steht doch jeden Tag etwas in der Zeitung und in diesem Forum.
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von HeGe » Donnerstag 12. November 2015, 17:20

Der Fall geht weiter:

Kirche will 1,7 Millionen Euro von Luca Toni – und droht mit Gerichtsvollzieher

Das Urteil soll am 23.12. gefällt werden, da kann am 24.12. ja dann der Gerichtsvollzieher losgeschickt werden. Bild
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Siard » Freitag 13. November 2015, 07:26

HeGe hat geschrieben:Der Fall geht weiter:

Kirche will 1,7 Millionen Euro von Luca Toni – und droht mit Gerichtsvollzieher

Das Urteil soll am 23.12. gefällt werden, da kann am 24.12. ja dann der Gerichtsvollzieher losgeschickt werden. Bild
Wenns um "ihr" Geld geht, hört bei der RKK i D e.V. der Spaß auf!

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Re: Kirchensteuer

Beitrag von umusungu » Freitag 13. November 2015, 13:23

Siard hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:Der Fall geht weiter:

Kirche will 1,7 Millionen Euro von Luca Toni – und droht mit Gerichtsvollzieher

Das Urteil soll am 23.12. gefällt werden, da kann am 24.12. ja dann der Gerichtsvollzieher losgeschickt werden. Bild
Wenns um "ihr" Geld geht, hört bei der RKK i D e.V. der Spaß auf!
Warum sollen Großverdiener davonkommen?

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Re: Kirchensteuer

Beitrag von taddeo » Freitag 13. November 2015, 13:48

Vir Probatus hat geschrieben:Für mich ist dieser abgesenkte Steuersatz in den Bundesländern mit den "Besserverdienenden" ungerecht und nicht nachvollziehbar.
Es kann nicht sein, daß durch eine Landesgrenze sich das Katholischsein um über 12% verteuert.
Anscheinend ist Dir nicht bekannt, daß in den Bundesländern, die nur 8% statt 9% Kirchensteuer von der Lohnsteuer berechnen, zusätzlich noch das sogenannte "Kirchgeld" erhoben wird, das als Bestandteil der Kirchensteuer direkt an die jeweilige Pfarrei geht und das von jedem erwerbstätigen Pfarreimitglied zu bezahlen ist (freilich nicht in Form einer Zwangsabgabe, die gerichtlich eingetrieben werden könnte). Das ist der rechtliche Grund, warum in diesen Bundesländern die Kirchensteuer etwas niedriger ist.
Bistum Augsburg hat geschrieben:Das Kirchgeld ist eine ortskirchliche Umlage nach Art. 20 des Bayerischen Kirchensteuergesetzes und wird in allen Seelsorgsbezirken (Pfarreien sowie Kuratien, Exposituren und Filialen) erhoben. Das Kirchgeld beträgt wie bisher jährlich 1,50 € und ist von allen über 18 Jahre alten alten Katholiken mit Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der örtlichen Pfarrei zu entrichten, sofern sie eigene Einkünfte oder Bezüge von mehr als 1.800 € im Jahr haben.

Die Kirchgeldeinnahmen stehen der einzelnen Pfarrei gänzlich für ihre ortskirchlichen Zwecke, vornehmlich für Belange der Jugend-, Erwachsenen- und Altenbetreuung sowie der Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. Das örtlich erhobene Kirchgeld sowie damit oftmals verbundene Spenden bleiben bei der Bemessung des diözesanen Zuschusses, der herkömmlich aus dem Kirchensteueraufkommen des Bistums Augsburg zum Ausgleich des Jahreshaushaltes der jeweiligen Kirchenstiftung zu leisten ist, außer Ansatz; mindern diesen also nicht.
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Freitag 13. November 2015, 15:10

taddeo hat geschrieben:Anscheinend ist Dir nicht bekannt, daß in den Bundesländern, die nur 8% statt 9% Kirchensteuer von der Lohnsteuer berechnen, zusätzlich noch das sogenannte "Kirchgeld" erhoben wird, das als Bestandteil der Kirchensteuer direkt an die jeweilige Pfarrei geht und das von jedem erwerbstätigen Pfarreimitglied zu bezahlen ist (freilich nicht in Form einer Zwangsabgabe, die gerichtlich eingetrieben werden könnte). Das ist der rechtliche Grund, warum in diesen Bundesländern die Kirchensteuer etwas niedriger ist.
Ein Ortskirchgeld bzw. eine Ortskirchensteuer wird auch im Bundesland Hessen erhoben, in dem neun Prozent Kirchensteuer von der Lohnsteuer berechnet wird. Außerdem gibt es da ein „besonderes Kirchgeld in glaubensverschiedenen Ehen“, das von Kirchensteuerpflichtigen erhoben wird, deren Ehegatte keiner steuerberechtigten Religionsgemeinschaft angehört. Die Höhe ist nicht unbeträchtlich. Das gilt für die Diözesen Fulda, Limburg und Mainz:

http://www.steuer-forum-kirche.de/kistg-l-hessen.htm
Wer einen Ritus ändert, verletzt einen Gott.
(Nicolás Gómez Dávila)

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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Tinius » Freitag 13. November 2015, 15:42

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:Außerdem gibt es da ein „besonderes Kirchgeld in glaubensverschiedenen Ehen“, das von Kirchensteuerpflichtigen erhoben wird, deren Ehegatte keiner steuerberechtigten Religionsgemeinschaft angehört. Die Höhe ist nicht unbeträchtlich. Das gilt für die Diözesen Fulda, Limburg und Mainz:

http://www.steuer-forum-kirche.de/kistg-l-hessen.htm
Das sind die klassischen Hausfrauenehen, in denen der Mann der strammen, züchtigen Hausfrau nicht katholisch ist und denkt, kein Geld an die Kirche bezahlen zu müssen, obwohl er ein 6-stelliges Jahreseinkommen hat... :pfeif: :pfeif:

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Sempre
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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Sempre » Freitag 13. November 2015, 16:32

Zwischendurch zum Vergleich:

Die Katholiken in Brasilien zahlen nach eigenem Gutdünken dízimo (Zehnter), soviel oder wenig sie mögen. Das ergibt laut Auskunft von Odilo Kardinal Scherer aus dem Jahre 2012 pro Person und Jahr R$1,-- (€0,25). Das BIP pro Kopf ist in Deutschland etwa viermal so hoch wie in Brasilien. Die Verhältnisse sind also als ob die Katholiken in Deutschland pro Person und Jahr €1,-- zahlen würden.

Bild
Pathetische Zahlungserinnerung während der hl. Messe am Lesepult, die auf den beliebten Gospelpopsong "O milagre da partilha" (wunderbare Brotvermehrung) des Gospelpopstars Juliana de Paula anspielt.

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Re: Kirchensteuer

Beitrag von Tinius » Sonnabend 14. November 2015, 00:43

Realistisch und fair wären je nach Gutdünken 10 bis 20 Euro im Monat. Wer mehr geben will, tue das.

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