Lehrer

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Aramis
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Lehrer

Beitrag von Aramis » Sonnabend 25. August 2012, 13:19

http://www.bild.de/regional/frankfurt/f ... .bild.html

Tja, da hat doch wirklich eine Lehrerin einen Bleistift zwischen die Titten einer Schülerin gesteckt. Ein deutsches Gericht sagt, das ist 4 € Wert. Ganz nebenbei bekommt diese Lehrerin auch noch ein Disziplinarverfahren.
Tja, was soll man dazu noch sagen?
Am besten macht man als Lehrer gar nichts mehr, schreibt seinen Stoff an die Tafel und verlässt nach 45 Minuten den Raum. Da macht man dann auch nix falsch! Natürlich erzieht man diese Blagen dann nicht aber das ist ja wohl auch nicht gewollt.
Zuletzt geändert von Aramis am Sonnabend 25. August 2012, 13:34, insgesamt 1-mal geändert.
28 Thomas antwortete ihm: „Mein Herr und mein Gott!“

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Juergen
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Re: Lehrer

Beitrag von Juergen » Sonnabend 25. August 2012, 13:28

Hat nicht die Göre auch eine Strafe bekommen?
Gruß
Jürgen

Raphaela
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Re: Lehrer

Beitrag von Raphaela » Sonnabend 25. August 2012, 13:36

:gaehn: :gaehn: :gaehn:

Das Thema ist doch schon ausführlich im Nachrichtenstrang besprochen worden....
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cantus planus
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Re: Lehrer

Beitrag von cantus planus » Sonnabend 25. August 2012, 13:59

Der obige Text enthält mehrere Ausdrucksfehler. :aergerlich:

Darüberhinaus ist es korrekt, wenn Lehrer ihre Schüler auffordern, sich nicht wie Huren anzuziehen. Wenn Eltern diesen Aufzug ihrer Kinder normal finden, ist eben Hopfen und Malz verloren und man muss hoffen, dass sie irgendwann selbst zu Vernunft kommen. Es ist dann eben nicht Aufgabe der Lehrer, das Versagen des Elternhauses zu kompensieren.

Das ist ja eben einer der tragischen modernen Denkfehler in Hinblick auf die Schule.

Darüberhinaus hat eine Lehrerin in der Tat nichts am Dekolleté der Schülerin verloren. Insofern ist es nur korrekt, wenn beide für ihr Verhalten sanktioniert werden.

Korrekt wäre es gewesen, die Schülerin vom Unterricht auszuschliessen, solange sie nicht bereit ist, sich halbwegs zivilisiert zu kleiden.
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Re: Lehrer

Beitrag von lifestylekatholik » Sonnabend 25. August 2012, 14:08

cantus planus hat geschrieben:Korrekt wäre es gewesen, die Schülerin vom Unterricht auszuschliessen, solange sie nicht bereit ist, sich halbwegs zivilisiert zu kleiden.
Rein praktisch: Was hätte die Lehrerin tun sollen? – Sie hat keine Möglichkeiten.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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cantus planus
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Re: Lehrer

Beitrag von cantus planus » Sonnabend 25. August 2012, 14:10

Das wiederum ist ein weiteres Problem: seitdem man Kinder nicht einmal mehr vor die Tür stellen oder nachsitzen lassen darf, haben die Lehrer keine wirkungsvollen Mittel mehr. Das freilich zeigt, dass das ganze neuere deutsche Bildungssystem faul von der Wurzel an ist. Das hat Bernhard Bueb, den ich einmal persönlich kennenlernen dufte, und dessen Ansichten zur Erziehung ich weitgehend teile, ganz richtig erkannt.
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Re: Lehrer

Beitrag von cantus planus » Sonnabend 25. August 2012, 14:19

Korrektur: Nachsitzen ist in Deutschland grösstenteils doch erlaubt. Da hatte ich noch die Situation in Österreich im Hinterkopf. Pardon!
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Re: Lehrer

Beitrag von Raphaela » Sonnabend 25. August 2012, 14:40

Aramis hat geschrieben:http://www.bild.de/regional/frankfurt/f ... .bild.html

Am besten macht man als Lehrer gar nichts mehr, schreibt seinen Stoff an die Tafel und verlässt nach 45 Minuten den Raum. Da macht man dann auch nix falsch!
Ich nehme an, du hast noch nie unterrichtet?
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Re: Lehrer

Beitrag von Maurus » Sonnabend 25. August 2012, 16:21

cantus planus hat geschrieben:Korrektur: Nachsitzen ist in Deutschland grösstenteils doch erlaubt. Da hatte ich noch die Situation in Österreich im Hinterkopf. Pardon!
In Zeiten der Ganztagsschule ist das vermutlich kein allzu probates Mittel mehr. Das größte Problem ist meiner Einschätzung nach, dass die Eltern ihrem verhätschelten (einzigen) Nachwuchs alles durchgehen lassen und der Lehrer auf jeden Fall unrecht hat. Ganz die 68er-Schule: Der Lehrer ist eine Autorität, die man nach allen Regeln der Kunst austricksen darf und der als Autorität bekämpft werden muss. Der Lehrer teilt ihm Prinzip das Schicksal des Pfarrers: Der kann seiner Pfarrherde ja im Prinzip auch nichts mitgeben. Die finden ihn toll, wenn er sagt, was sie hören wollen.

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Re: Lehrer

Beitrag von Protasius » Sonnabend 25. August 2012, 17:28

Mir wäre es neu, daß man in Deutschland nicht vor die Tür gestellt werden darf; ich habe vor gerade einmal 3 Jahren mein Abitur gemacht und weiß sehr genau, daß ich auch sehr gelegentlich vor die Tür gestellt wurde.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Lehrer

Beitrag von Juergen » Sonnabend 25. August 2012, 17:29

Rein rechtlich geht das nicht, da dort meist keine Aufsichtsperson zugegen ist.
Gruß
Jürgen

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Re: Lehrer

Beitrag von cantus planus » Sonnabend 25. August 2012, 17:33

So ist es.
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Samson83
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Re: Lehrer

Beitrag von Samson83 » Sonnabend 25. August 2012, 17:35

Maurus hat geschrieben: Der Lehrer ist eine Autorität, die man nach allen Regeln der Kunst austricksen darf und der als Autorität bekämpft werden muss.
Das ist wohl kaum ein 68er Phänomeen. Im Gegenteil denke ich, dass der Lehrer umso stärker "ausgetrickst" wird, je autoritärer er sich gibt und je weniger Persönlichkeit dahinter steht.

Man denke an die klassischen Lausbubengeschichten, an Thoma, an Kästner, an die Feuerzangenbowle...
"Und der Vorhang im Tempel zerriß nicht in zwei Stücke von obenan bis untenaus, und die Erde erbebete nicht, und die Felsen zerrissen nicht, und die Gräber taten sich nicht auf, und dies ist die traurigste Geschichte der Welt." Michael Klonovsky

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Re: Lehrer

Beitrag von Seraphina » Sonnabend 25. August 2012, 17:43

Juergen hat geschrieben:Rein rechtlich geht das nicht, da dort meist keine Aufsichtsperson zugegen ist.
Vor die Tür stellen, Türklinke runterdrücken! Dann weiß der Lehrer im Raum, dass der Schüler 1. noch anwesend ist, 2. nicht umgekippt ist.

Bei uns an der Schule fliegen Schüler übrigens durchaus mal raus. Oder müssen nachsitzen; ganz organisiert fraitagsnachmittags, alle Schüler von der ganzen Schule, die nachsitzen müssen, zusammen. Ist ziemlich gefürchtet, weil beim strengsten Lehrer unserer Schule, der nebenbei stellvertretender Direx ist. Hilft aber.

Es wurden auch schon Schüler vom Schulleiter nach Hause geschickt, weil sie T-Shirts mit unanständigen Sprüchen anhatten. Leider noch keine Mädels, die halb nackt rumlaufen :/
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Re: Lehrer

Beitrag von Juergen » Sonnabend 25. August 2012, 17:47

Wenn Du wüßtest, womit man alles die Türklinke manipulieren kann. ;D
Gruß
Jürgen

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Re: Lehrer

Beitrag von Raphaela » Sonnabend 25. August 2012, 18:02

Juergen hat geschrieben:Rein rechtlich geht das nicht, da dort meist keine Aufsichtsperson zugegen ist.
Daher ist zu meiner Schulzeit ein Lehrer auf die folgende Ideen gekommen: Entweder die Türe auflassen und dann ganz plötzlich nachsehen, ob der Schüler noch vor der Türe steht (und nicht auf dem Boden sitzt....) oder die Türklinke vom Schüler der draußen steht runterdrücken lassen.
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Re: Lehrer

Beitrag von Seraphina » Sonnabend 25. August 2012, 18:23

Juergen hat geschrieben:Wenn Du wüßtest, womit man alles die Türklinke manipulieren kann. ;D
Sowas hat man aber nicht mal eben spontan zur Hand :D

Wenn mehr als ein Schüler draußen ist, gucken die Lehrer immer mal wieder nach, ob sie noch da sind. Ein paar haben sichs mal gewagt und sind in die Mensa gegangen, die haben hinterher mega Ärger bekommen :ja:
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Re: Lehrer

Beitrag von Yeti » Mittwoch 11. Februar 2015, 19:33

Eltern klagen immer öfter gegen Lehrer – Beispiel Oldenburg: Wie eine Lappalie sich hochschaukelt Der Fall ist außergewöhnlich. Viel öfter gehen die Eltern der Noten wegen vor Gericht bzw. möchten das gerne.
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Re: Lehrer

Beitrag von Yeti » Montag 2. März 2015, 15:36

Wanka fordert mehr Wertschätzung für Lehrer
Wanka mahnte, Lehrern eine höhere Wertschätzung entgegenzubringen, „statt ständig Mängel in ihren Fähigkeiten zu beklagen“. Sie sehe eine große Bereitschaft in der Lehrerschaft, sich Neuem zu stellen. „Aber wir sollten sie nicht mit übertriebenen Erwartungen überfordern.“ Die Autorität der Lehrer werde von manchen Eltern schnell infrage gestellt, wenn Schüler Leistungsdefizite haben. „Das ist nicht zu akzeptieren“, sagte die Ministerin. Dies habe vermutlich damit zu tun, „dass es manchmal bequemer ist, Verantwortung abzuschieben“.
Geht runter wie Öl. :ja:
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Re: Lehrer/Auf dem Weg in den Willkürstaat

Beitrag von Yeti » Freitag 24. Juli 2015, 15:10

Niels hat geschrieben:Arme Yetis & Co: http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... chule.html
:roll:
Wenn die Bezirksregierung bzw. Regierungspräsidium zulassen, dass eine Schulleiterentscheidung kassiert wird, sind fast immer Verfahrensfehler mit im Spiel. Der Schüler ist aber bereits zweimal gemahnt worden, insofern kann's nur am mangelhaft durchgeführten Mahnverfahren liegen:
tz hat geschrieben:„Meinen Mandanten wurde seitens der Schule keine Chance gegeben, den Elternbeirat hinzuzuziehen“, sagt Anwalt Peter Wichmann.
Das ist ein Formfehler, "Todesurteil" für jedes juristische Verfahren. Lehrer, die von Schülern gemobbt werden, sind gar nicht so selten und die Dunkelziffer ist hoch, weil viele Lehrer sonst insgeheim den Vorwurf fürchten, sie kämen mit dem Schulalltag nicht klar. Auf eine Solidarisierung des Kollegiums mit dem bzw. der betroffenen Kollegin kann man nicht immer unbedingt hoffen, denn Kollegenneid und Einzelkämpfertum ist bei Lehrern leider noch stark verbreitet und ein Kollegium ist nicht immer eine Stütze, sondern kann auch ein Haifischbecken sein, das keifende Helikoptereltern im speziellen Fall gerne unterstützt. Fast immer aber sind vom Schüler als ungerecht empfundene Leistungsbeurteilungen Ursache solcher Mobbing-Vorfälle (s. Zeitpunkt: Zeugnisse!). Wenn der Schüler gar volljährig ist, haben die Eltern eigentlich gar nichts mehr zu sagen, das sieht in der Praxis v.a. in allgemeinbildenden Schulen aber leider anders aus. Hier handelt es sich aber um einen Elfjährigen (heute 12). Vielleicht haben die Eltern auch gedroht, was ganz anderes aufs Tablett zu packen:
Süddeutsche Zeitung hat geschrieben:David sei damals auf "das Luitpold" gegangen, weil es an keinem anderen Gymnasium jüdischen Religionsunterricht gebe und all seine Freunde aus seiner jüdischen Umgebung dort seien
Infam genug, aber durchaus denkbar. Wie dem auch sei, was solche Gerüchte angeht, sind Kolleginnen wahrscheinlich sensibler als Männer. Mir kommt das bekannt vor. Junge Lehrerin, minderjähriger Schüler - wahrscheinlich bereits hochpubertierend, Kind russischer Einwanderer (s. "tz"-Artikel), dementsprechend als Junge nach Strich und Faden verwöhnt (bei russischen Müttern erfahrungsgemäß gegenüber Söhnen noch schlimmer als bei Italienerinnen), die junge Lehrerin hatte wahrscheinlich eine sehr positive Schüler-Lehrer-Beziehung aufgebaut, die der junge David in seiner "hormonellen" Not und wohl auch aufgrund "saftiger" Eigenprojektionen gründlich missverstanden hat. Über den Rest kann man nur Mutmaßungen anstellen, wenn ich aber manchmal sehe, wie Kollegen und Kolleginnen zum Unterricht gekleidet erscheinen (besonders an den heißen Tagen), kann ich schon aus Selbstschutzgründen nur dringendst empfehlen, eine Kleiderordnung in die jeweilige Schulordnung der Länder mit aufzunehmen und vor allem niemals die professionelle Mischung aus Nähe und Distanz zum Schüler zu unterschreiten. Es ist schade, dass das sein muss und das muss es vor allen Dingen wegen des geltenden Schulrechts sein, welches selbst nicht volljährigen Schülern sehr weitgehende Rechte zuspricht. Das aber kollidiert mit dem Erziehungsauftrag, den die Schulen immer mehr aufgeschultert bekommen. Zudem ist es ja nicht nur bei Schülern so, dass Menschen manchmal mit ihren Rechten und Pflichten im Sinne des Gemeinwesens gar nicht umgehen können.
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Re: Lehrer

Beitrag von Yeti » Sonntag 24. Juli 2016, 16:13

Acht Gründe, warum Jungen das schwache Geschlecht in der Schule sind – und was wir dagegen tun können Für alle, die nicht so viel lesen wollen: Nach Ansicht des Autors liege es an zu vielen Lehrerinnen. Könnte was dran sein, wenn die Väter auch zu Hause immer öfter fehlen.
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Re: Lehrer/Auf dem Weg in den Willkürstaat

Beitrag von Fragesteller » Montag 25. Juli 2016, 02:03

Yeti hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Arme Yetis & Co: http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... chule.html
:roll:
Wenn die Bezirksregierung bzw. Regierungspräsidium zulassen, dass eine Schulleiterentscheidung kassiert wird, sind fast immer Verfahrensfehler mit im Spiel. Der Schüler ist aber bereits zweimal gemahnt worden, insofern kann's nur am mangelhaft durchgeführten Mahnverfahren liegen:
tz hat geschrieben:„Meinen Mandanten wurde seitens der Schule keine Chance gegeben, den Elternbeirat hinzuzuziehen“, sagt Anwalt Peter Wichmann.
Das ist ein Formfehler, "Todesurteil" für jedes juristische Verfahren. Lehrer, die von Schülern gemobbt werden, sind gar nicht so selten und die Dunkelziffer ist hoch, weil viele Lehrer sonst insgeheim den Vorwurf fürchten, sie kämen mit dem Schulalltag nicht klar. Auf eine Solidarisierung des Kollegiums mit dem bzw. der betroffenen Kollegin kann man nicht immer unbedingt hoffen, denn Kollegenneid und Einzelkämpfertum ist bei Lehrern leider noch stark verbreitet und ein Kollegium ist nicht immer eine Stütze, sondern kann auch ein Haifischbecken sein, das keifende Helikoptereltern im speziellen Fall gerne unterstützt. Fast immer aber sind vom Schüler als ungerecht empfundene Leistungsbeurteilungen Ursache solcher Mobbing-Vorfälle (s. Zeitpunkt: Zeugnisse!). Wenn der Schüler gar volljährig ist, haben die Eltern eigentlich gar nichts mehr zu sagen, das sieht in der Praxis v.a. in allgemeinbildenden Schulen aber leider anders aus. Hier handelt es sich aber um einen Elfjährigen (heute 12). Vielleicht haben die Eltern auch gedroht, was ganz anderes aufs Tablett zu packen:
Süddeutsche Zeitung hat geschrieben:David sei damals auf "das Luitpold" gegangen, weil es an keinem anderen Gymnasium jüdischen Religionsunterricht gebe und all seine Freunde aus seiner jüdischen Umgebung dort seien
Infam genug, aber durchaus denkbar. Wie dem auch sei, was solche Gerüchte angeht, sind Kolleginnen wahrscheinlich sensibler als Männer. Mir kommt das bekannt vor. Junge Lehrerin, minderjähriger Schüler - wahrscheinlich bereits hochpubertierend, Kind russischer Einwanderer (s. "tz"-Artikel), dementsprechend als Junge nach Strich und Faden verwöhnt (bei russischen Müttern erfahrungsgemäß gegenüber Söhnen noch schlimmer als bei Italienerinnen), die junge Lehrerin hatte wahrscheinlich eine sehr positive Schüler-Lehrer-Beziehung aufgebaut, die der junge David in seiner "hormonellen" Not und wohl auch aufgrund "saftiger" Eigenprojektionen gründlich missverstanden hat. Über den Rest kann man nur Mutmaßungen anstellen, wenn ich aber manchmal sehe, wie Kollegen und Kolleginnen zum Unterricht gekleidet erscheinen (besonders an den heißen Tagen), kann ich schon aus Selbstschutzgründen nur dringendst empfehlen, eine Kleiderordnung in die jeweilige Schulordnung der Länder mit aufzunehmen und vor allem niemals die professionelle Mischung aus Nähe und Distanz zum Schüler zu unterschreiten. Es ist schade, dass das sein muss und das muss es vor allen Dingen wegen des geltenden Schulrechts sein, welches selbst nicht volljährigen Schülern sehr weitgehende Rechte zuspricht. Das aber kollidiert mit dem Erziehungsauftrag, den die Schulen immer mehr aufgeschultert bekommen. Zudem ist es ja nicht nur bei Schülern so, dass Menschen manchmal mit ihren Rechten und Pflichten im Sinne des Gemeinwesens gar nicht umgehen können.
Ich verstehe das nicht. Da sollte also ein Kind von der Schule fliegen, das zweimal geschwätzt und dann ein Gerücht über eine Lehrerin verbreitet hat. In meiner noch nicht so lange vergangenen Schulzeit wurde viel im Unterricht geschwätzt, und was über die Sexualität der Mitschüler oder/und Lehrer ruchbar wurde, wurde ebenfalls ausführlich besprochen. Alles andere wäre ja auch unnormal. Niemand kam jemals auf die Idee, dass er wegen so etwas von der Schule fliegen könne. Gehen da in Bayern die Uhren so sehr anders?

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Re: Lehrer/Auf dem Weg in den Willkürstaat

Beitrag von Yeti » Donnerstag 11. August 2016, 23:02

Fragesteller hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Arme Yetis & Co: http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... chule.html
:roll:
Wenn die Bezirksregierung bzw. Regierungspräsidium zulassen, dass eine Schulleiterentscheidung kassiert wird, sind fast immer Verfahrensfehler mit im Spiel. Der Schüler ist aber bereits zweimal gemahnt worden, insofern kann's nur am mangelhaft durchgeführten Mahnverfahren liegen:
tz hat geschrieben:„Meinen Mandanten wurde seitens der Schule keine Chance gegeben, den Elternbeirat hinzuzuziehen“, sagt Anwalt Peter Wichmann.
Das ist ein Formfehler, "Todesurteil" für jedes juristische Verfahren. Lehrer, die von Schülern gemobbt werden, sind gar nicht so selten und die Dunkelziffer ist hoch, weil viele Lehrer sonst insgeheim den Vorwurf fürchten, sie kämen mit dem Schulalltag nicht klar. Auf eine Solidarisierung des Kollegiums mit dem bzw. der betroffenen Kollegin kann man nicht immer unbedingt hoffen, denn Kollegenneid und Einzelkämpfertum ist bei Lehrern leider noch stark verbreitet und ein Kollegium ist nicht immer eine Stütze, sondern kann auch ein Haifischbecken sein, das keifende Helikoptereltern im speziellen Fall gerne unterstützt. Fast immer aber sind vom Schüler als ungerecht empfundene Leistungsbeurteilungen Ursache solcher Mobbing-Vorfälle (s. Zeitpunkt: Zeugnisse!). Wenn der Schüler gar volljährig ist, haben die Eltern eigentlich gar nichts mehr zu sagen, das sieht in der Praxis v.a. in allgemeinbildenden Schulen aber leider anders aus. Hier handelt es sich aber um einen Elfjährigen (heute 12). Vielleicht haben die Eltern auch gedroht, was ganz anderes aufs Tablett zu packen:
Süddeutsche Zeitung hat geschrieben:David sei damals auf "das Luitpold" gegangen, weil es an keinem anderen Gymnasium jüdischen Religionsunterricht gebe und all seine Freunde aus seiner jüdischen Umgebung dort seien
Infam genug, aber durchaus denkbar. Wie dem auch sei, was solche Gerüchte angeht, sind Kolleginnen wahrscheinlich sensibler als Männer. Mir kommt das bekannt vor. Junge Lehrerin, minderjähriger Schüler - wahrscheinlich bereits hochpubertierend, Kind russischer Einwanderer (s. "tz"-Artikel), dementsprechend als Junge nach Strich und Faden verwöhnt (bei russischen Müttern erfahrungsgemäß gegenüber Söhnen noch schlimmer als bei Italienerinnen), die junge Lehrerin hatte wahrscheinlich eine sehr positive Schüler-Lehrer-Beziehung aufgebaut, die der junge David in seiner "hormonellen" Not und wohl auch aufgrund "saftiger" Eigenprojektionen gründlich missverstanden hat. Über den Rest kann man nur Mutmaßungen anstellen, wenn ich aber manchmal sehe, wie Kollegen und Kolleginnen zum Unterricht gekleidet erscheinen (besonders an den heißen Tagen), kann ich schon aus Selbstschutzgründen nur dringendst empfehlen, eine Kleiderordnung in die jeweilige Schulordnung der Länder mit aufzunehmen und vor allem niemals die professionelle Mischung aus Nähe und Distanz zum Schüler zu unterschreiten. Es ist schade, dass das sein muss und das muss es vor allen Dingen wegen des geltenden Schulrechts sein, welches selbst nicht volljährigen Schülern sehr weitgehende Rechte zuspricht. Das aber kollidiert mit dem Erziehungsauftrag, den die Schulen immer mehr aufgeschultert bekommen. Zudem ist es ja nicht nur bei Schülern so, dass Menschen manchmal mit ihren Rechten und Pflichten im Sinne des Gemeinwesens gar nicht umgehen können.
Ich verstehe das nicht. Da sollte also ein Kind von der Schule fliegen, das zweimal geschwätzt und dann ein Gerücht über eine Lehrerin verbreitet hat. In meiner noch nicht so lange vergangenen Schulzeit wurde viel im Unterricht geschwätzt, und was über die Sexualität der Mitschüler oder/und Lehrer ruchbar wurde, wurde ebenfalls ausführlich besprochen. Alles andere wäre ja auch unnormal. Niemand kam jemals auf die Idee, dass er wegen so etwas von der Schule fliegen könne. Gehen da in Bayern die Uhren so sehr anders?
Du hattest deine Schulzeit - wie ich - zu Zeiten vor Facebook & Co. und es gab auch noch kein BDSG. Traurige Zeiten.

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Re: Lehrer

Beitrag von guatuso » Freitag 12. August 2016, 00:53

Tja, wann wird endlich eingesehen, dass es das verdammte Menschenrecht eines jeden Schuelers ist, sich anzuziehen wie es einem gefaellt, damit es nicht zu schweren Traumatisierungen kommt....

Das ist der Vorteil der Schuluniformen wie es bei uns (und auf dem amerikanischem Kontinent) ueblich ist. Gleiche Roecke oder Hosen, gleiche Blusen, gleiche Schuhe.

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Re: Lehrer

Beitrag von Yeti » Freitag 12. August 2016, 13:27

guatuso hat geschrieben:Tja, wann wird endlich eingesehen, dass es das verdammte Menschenrecht eines jeden Schuelers ist, sich anzuziehen wie es einem gefaellt, damit es nicht zu schweren Traumatisierungen kommt....

Das ist der Vorteil der Schuluniformen wie es bei uns (und auf dem amerikanischem Kontinent) ueblich ist. Gleiche Roecke oder Hosen, gleiche Blusen, gleiche Schuhe.
Mit dem Gedanken der Inklusion und der Differenzierung in Didaktik und Methodik des Unterrichts geht der Trend eher weg von einer Einheitlichkeit. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich das nicht bedauere. Es gibt leider unzählige Lehrer, deren Unterricht oft seit Jahrzehnten in jeder vergleichbaren Unterrichtssequenz in allen Jahrgangsstufen und Bildungsgängen gleich oder ähnlich aussieht, ohne auf die unterschiedlichen Bedürfnisse einer Klasse oder gar einzelner Schüler einzugehen. Natürlich gab es auch vor der offiziell vorgegebenen Kompetenzorientierung der Lehrpläne guten Unterricht, aber auch schon in diesem Unterricht wurden nicht alle Schüler (auch bei der Leistungsmessung) im Sinne einer Auslese über einen Kamm geschert, sondern individuell beraten und gefördert. Viele Kollegen glauben, dass ein Unterricht im Vorlesungsstil die Norm ist. Und es gibt leider auch Bundesländer, in denen diese vermeidende Arbeitshaltung fälschlicherweise im Ruf steht, einen "konservativen"oder "soliden" Unterricht anzubieten. Gerade "konservativ" und "solide" wäre es aber, einen konservativen Bildungsbegriff auch in der Unterrichtsgestaltung umzusetzen, nämlich die uralte pädagogische Kunst der Mäeutik (also der "Hebammenkunst"), also das zu fördern, was bereits (mitunter versteckt) da ist, um die Umkehr des Schülers zu sich selbst zu ermöglichen. Das tut und kann man nicht mit dem Anlegen eines für alle identischen Rasters und dem "Aussieben", was natürlich nicht nur für den Umgang mit Schülern gilt. Im Grunde ist das genau das humanistische Bildungsideal, welches seit 500 Jahren in Westeuropa gilt; das Kind hat lediglich einen neuen Namen erhalten ("Inklusion", "Differenzierung", "Kompetenzorientierung", "konstruktivistische Pädagogik"). Schlimm ist nur, dass inzwischen auch viele Lehrer nicht mehr das entsprechende kulturgeschichtliche Hintergrundwissen dafür mitbringen, das ganze Bildungskonzept nur oberflächlich als "Methode" oder "Kniff" begreifen und den Beruf des Lehrers nicht mehr als eine Berufung betrachten, sondern als "Job" wie jeder andere. Diese Deformation und Degeneration von Berufung hat aber ja mittlerweile leider überall Einzug gehalten, ganz offenbar sogar im kirchlich-geistlichen Bereich.

„Schulsystem aus dem 19. Jahrhundert“ Die Überschrift ist natürlich eine politisierende Kampf-Phrase.
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Re: Lehrer

Beitrag von guatuso » Freitag 12. August 2016, 14:40

Yeti hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:Tja, wann wird endlich eingesehen, dass es das verdammte Menschenrecht eines jeden Schuelers ist, sich anzuziehen wie es einem gefaellt, damit es nicht zu schweren Traumatisierungen kommt....

Das ist der Vorteil der Schuluniformen wie es bei uns (und auf dem amerikanischem Kontinent) ueblich ist. Gleiche Roecke oder Hosen, gleiche Blusen, gleiche Schuhe.
Mit dem Gedanken der Inklusion und der Differenzierung in Didaktik und Methodik des Unterrichts geht der Trend eher weg von einer Einheitlichkeit. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich das nicht bedauere. Es gibt leider unzählige Lehrer, deren Unterricht oft seit Jahrzehnten in jeder vergleichbaren Unterrichtssequenz in allen Jahrgangsstufen und Bildungsgängen gleich oder ähnlich aussieht, ohne auf die unterschiedlichen Bedürfnisse einer Klasse oder gar einzelner Schüler einzugehen. Natürlich gab es auch vor der offiziell vorgegebenen Kompetenzorientierung der Lehrpläne guten Unterricht, aber auch schon in diesem Unterricht wurden nicht alle Schüler (auch bei der Leistungsmessung) im Sinne einer Auslese über einen Kamm geschert, sondern individuell beraten und gefördert. Viele Kollegen glauben, dass ein Unterricht im Vorlesungsstil die Norm ist. Und es gibt leider auch Bundesländer, in denen diese vermeidende Arbeitshaltung fälschlicherweise im Ruf steht, einen "konservativen"oder "soliden" Unterricht anzubieten. Gerade "konservativ" und "solide" wäre es aber, einen konservativen Bildungsbegriff auch in der Unterrichtsgestaltung umzusetzen, nämlich die uralte pädagogische Kunst der Mäeutik (also der "Hebammenkunst"), also das zu fördern, was bereits (mitunter versteckt) da ist, um die Umkehr des Schülers zu sich selbst zu ermöglichen. Das tut und kann man nicht mit dem Anlegen eines für alle identischen Rasters und dem "Aussieben", was natürlich nicht nur für den Umgang mit Schülern gilt. Im Grunde ist das genau das humanistische Bildungsideal, welches seit 5 Jahren in Westeuropa gilt; das Kind hat lediglich einen neuen Namen erhalten ("Inklusion", "Differenzierung", "Kompetenzorientierung", "konstruktivistische Pädagogik"). Schlimm ist nur, dass inzwischen auch viele Lehrer nicht mehr das entsprechende kulturgeschichtliche Hintergrundwissen dafür mitbringen, das ganze Bildungskonzept nur oberflächlich als "Methode" oder "Kniff" begreifen und den Beruf des Lehrers nicht mehr als eine Berufung betrachten, sondern als "Job" wie jeder andere. Diese Deformation und Degeneration von Berufung hat aber ja mittlerweile leider überall Einzug gehalten, ganz offenbar sogar im kirchlich-geistlichen Bereich.

„Schulsystem aus dem 19. Jahrhundert“ Die Überschrift ist natürlich eine politisierende Kampf-Phrase.
Mein lieber Yeti, das hast du schoen geschrieben und ich habe nur die Haelfte verstanden, wohl weil ich ein Jahrgang bin, in dem in der Schule noch nicht die "Hebammenkunst" angewendet wurde, sondern wir mit Kopf rechnen und mit Hand schreiben lernen mussten. Sogar Schoenschreiben gehoerte dazu. Es gab auch Benotungen bei kuriosen Faechern wie "Religion" oder, noch kurioser "Betragen", wie verwerflich.
Dazu gleich mehr.
Aber was die Kleiderordnung betrifft - ich verstehe nicht ganz den Zusammenhang zwischen Kleiderordnung und Vorlesungsstil, (Kann eine Schuluniform das Denken beeintraechtigen? Tolles Thema fuer eine Doktorarbeit, Frauen aus der SPD, bitte uebernehmt endlich!) , diese Kleiderordnung ist nicht dazu vorhanden, um eine intellektuelle-geistige Gleichwaescherei zu betreiben und jeden Schueler in die gleiche Tonne der Weissmacherei zu stopfen, sondern um nach aussen sichtbare Klassenunterschiede zu eliminieren, als Zeichen dafuer, dass jeder Schueler die gleichen Rechte und gleichen Pflichten hat. Das gibt es also nicht, wie in Deutschland ( und ich es immer wieder mal las) dass man zum Schulkollegen sagt "Baeh, das sind ja Billigschuhe, guck mal ,ich habe Nike". Oder etwa "Mein Hemd ist aber von Lacoste....". (Das ist der Hintergrund, der natuerlich in deutschen Schulklassen, in denen nur Schueler aus dem gleichen finanziell-wirtschaftlich-sozial-kulturellem Bankumfeld ihre Zeit vergeuden, nicht erkenntlich)

Ich halte das fuer richtig und gut. Und soweit ich das mitbekam, sind die Schueler auch nicht schwer traumatisiert dadurch. Obwohl die Maedchen immer Tricks finden, wie sie ihre Schuluniform individueller gestalten koennen, da gibt es Moden wie etwa ploetzlich einen Schlag am unteren Hosenrand und aehnliches.

Aber weil du mich so schoen uebers Lehrertum aufklaerst, und Begriffe wie "Kompetenzorientierung", "Inklusion" "Didaktik" und aehnlichem "operierst" ( nicht bedenkend dass ein Nicht-Lehrer, also ein Aussenstehender, mit solchen Begriffen vielleicht gar nichts anfangen kann, aber ich schiebe das dem normalen "Eierkopfdenken" zu, naemlich zu denken, jeder Andere denke ebenso, wie man in der eigenen sozialen Gemeinschaft, in diesem Fall Lehrerschaft, denke, typischer Fall von, frueher sagten wir, Fachidioten, das Wort will ich aber vermeiden, das koennte, was ich wirklich nicht will und nicht beabsichtige, Beleidigend klingen !), - weil also du mich so schoen aufklaerst, habe ich eigentlich nur eine einzige Frage:

Lernen denn die Schueler auch etwas?

Ich moechte dich naemlich gerne auf einen interessanten Presseartikel verweisen (Luegenpresse auch hier?), dessen Inhalt ich durch meine spaerlichen "Erfahrungen" bei Deutschlandbesuchen "irgendwie" bestaetigen muss, da ich geschockt war, als ich in einem Gespraech mit einem jungen Mann erfuhr, dass er weder was ueber Literatur noch ueber Geschichte gelernt hatte, ausser dass in der BRD wohl eine Art "Demokratie" herrsche, wobei er auch nicht genau wisse, was das eigentlich sei oder soll....

Zitat: "Um in Berlin einen mittleren Bildungsabschluss zu bekommen, muss man immerhin ein Quadrat zeichnen und einen Taschenrechner bedienen können. Viel mehr aber auch nicht."

Und: " Die Schulmathematik ist auf Betreiben des von Psychologen geleiteten Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) zur reinen Vortäuschung des Rechnens geworden." (Ah ja, Psychologen,ich verstehe.,...)


Und:
"Vera stellt Achtklässlern Aufgaben wie „Zeichne ein Quadrat mit der Seitenlänge fünf Zentimeter“. Die Aufgabe ist der Leitidee L3, der Allgemeinen Kompetenz K5, dem Anforderungsbereich I und der Kompetenzstufe 1A im „Didaktischen Kommentar“ zugeordnet. Wer sich statt dessen auf die didaktische Kombination L1-K4-I-1A einlassen will, darf ein analoges Fieberthermometer ablesen. Mit Aufgaben dieser Art werden schon Drittklässler in den jährlichen bundesdeutschen Zwangstests Vera 3 traktiert."
Alle Zitate aus: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/f ... 78361.html

So also werden heutzutage die Schueler gequaelt und maltratiert, und das durch Menschen, deren Beruf dem deinigen gleicht, sag mal, schaemt ihr euch nicht den armen Kindleins so boeses anzutun? :P

Also trotz individueller Behandlung, Lacoste und Hebammenwerken scheint da nur ein "nix verstehn, spaeter ich harzen" draus zu resultieren. Ist das der Sinn der "Kompetenzorientierung", wie ich dich genuesslich zitieren darf....?

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Re: Lehrer

Beitrag von Yeti » Freitag 12. August 2016, 15:56

guatuso hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:Tja, wann wird endlich eingesehen, dass es das verdammte Menschenrecht eines jeden Schuelers ist, sich anzuziehen wie es einem gefaellt, damit es nicht zu schweren Traumatisierungen kommt....

Das ist der Vorteil der Schuluniformen wie es bei uns (und auf dem amerikanischem Kontinent) ueblich ist. Gleiche Roecke oder Hosen, gleiche Blusen, gleiche Schuhe.
Mit dem Gedanken der Inklusion und der Differenzierung in Didaktik und Methodik des Unterrichts geht der Trend eher weg von einer Einheitlichkeit. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich das nicht bedauere. Es gibt leider unzählige Lehrer, deren Unterricht oft seit Jahrzehnten in jeder vergleichbaren Unterrichtssequenz in allen Jahrgangsstufen und Bildungsgängen gleich oder ähnlich aussieht, ohne auf die unterschiedlichen Bedürfnisse einer Klasse oder gar einzelner Schüler einzugehen. Natürlich gab es auch vor der offiziell vorgegebenen Kompetenzorientierung der Lehrpläne guten Unterricht, aber auch schon in diesem Unterricht wurden nicht alle Schüler (auch bei der Leistungsmessung) im Sinne einer Auslese über einen Kamm geschert, sondern individuell beraten und gefördert. Viele Kollegen glauben, dass ein Unterricht im Vorlesungsstil die Norm ist. Und es gibt leider auch Bundesländer, in denen diese vermeidende Arbeitshaltung fälschlicherweise im Ruf steht, einen "konservativen"oder "soliden" Unterricht anzubieten. Gerade "konservativ" und "solide" wäre es aber, einen konservativen Bildungsbegriff auch in der Unterrichtsgestaltung umzusetzen, nämlich die uralte pädagogische Kunst der Mäeutik (also der "Hebammenkunst"), also das zu fördern, was bereits (mitunter versteckt) da ist, um die Umkehr des Schülers zu sich selbst zu ermöglichen. Das tut und kann man nicht mit dem Anlegen eines für alle identischen Rasters und dem "Aussieben", was natürlich nicht nur für den Umgang mit Schülern gilt. Im Grunde ist das genau das humanistische Bildungsideal, welches seit 5 Jahren in Westeuropa gilt; das Kind hat lediglich einen neuen Namen erhalten ("Inklusion", "Differenzierung", "Kompetenzorientierung", "konstruktivistische Pädagogik"). Schlimm ist nur, dass inzwischen auch viele Lehrer nicht mehr das entsprechende kulturgeschichtliche Hintergrundwissen dafür mitbringen, das ganze Bildungskonzept nur oberflächlich als "Methode" oder "Kniff" begreifen und den Beruf des Lehrers nicht mehr als eine Berufung betrachten, sondern als "Job" wie jeder andere. Diese Deformation und Degeneration von Berufung hat aber ja mittlerweile leider überall Einzug gehalten, ganz offenbar sogar im kirchlich-geistlichen Bereich.

„Schulsystem aus dem 19. Jahrhundert“ Die Überschrift ist natürlich eine politisierende Kampf-Phrase.
Mein lieber Yeti, das hast du schoen geschrieben und ich habe nur die Haelfte verstanden, wohl weil ich ein Jahrgang bin, in dem in der Schule noch nicht die "Hebammenkunst" angewendet wurde, sondern wir mit Kopf rechnen und mit Hand schreiben lernen mussten. Sogar Schoenschreiben gehoerte dazu. Es gab auch Benotungen bei kuriosen Faechern wie "Religion" oder, noch kurioser "Betragen", wie verwerflich.
Dazu gleich mehr.
Aber was die Kleiderordnung betrifft - ich verstehe nicht ganz den Zusammenhang zwischen Kleiderordnung und Vorlesungsstil, (Kann eine Schuluniform das Denken beeintraechtigen? Tolles Thema fuer eine Doktorarbeit, Frauen aus der SPD, bitte uebernehmt endlich!) , diese Kleiderordnung ist nicht dazu vorhanden, um eine intellektuelle-geistige Gleichwaescherei zu betreiben und jeden Schueler in die gleiche Tonne der Weissmacherei zu stopfen, sondern um nach aussen sichtbare Klassenunterschiede zu eliminieren, als Zeichen dafuer, dass jeder Schueler die gleichen Rechte und gleichen Pflichten hat. Das gibt es also nicht, wie in Deutschland ( und ich es immer wieder mal las) dass man zum Schulkollegen sagt "Baeh, das sind ja Billigschuhe, guck mal ,ich habe Nike". Oder etwa "Mein Hemd ist aber von Lacoste....". (Das ist der Hintergrund, der natuerlich in deutschen Schulklassen, in denen nur Schueler aus dem gleichen finanziell-wirtschaftlich-sozial-kulturellem Bankumfeld ihre Zeit vergeuden, nicht erkenntlich)

Ich halte das fuer richtig und gut. Und soweit ich das mitbekam, sind die Schueler auch nicht schwer traumatisiert dadurch. Obwohl die Maedchen immer Tricks finden, wie sie ihre Schuluniform individueller gestalten koennen, da gibt es Moden wie etwa ploetzlich einen Schlag am unteren Hosenrand und aehnliches.

Aber weil du mich so schoen uebers Lehrertum aufklaerst, und Begriffe wie "Kompetenzorientierung", "Inklusion" "Didaktik" und aehnlichem "operierst" ( nicht bedenkend dass ein Nicht-Lehrer, also ein Aussenstehender, mit solchen Begriffen vielleicht gar nichts anfangen kann, aber ich schiebe das dem normalen "Eierkopfdenken" zu, naemlich zu denken, jeder Andere denke ebenso, wie man in der eigenen sozialen Gemeinschaft, in diesem Fall Lehrerschaft, denke, typischer Fall von, frueher sagten wir, Fachidioten, das Wort will ich aber vermeiden, das koennte, was ich wirklich nicht will und nicht beabsichtige, Beleidigend klingen !), - weil also du mich so schoen aufklaerst, habe ich eigentlich nur eine einzige Frage:

Lernen denn die Schueler auch etwas?

Ich moechte dich naemlich gerne auf einen interessanten Presseartikel verweisen (Luegenpresse auch hier?), dessen Inhalt ich durch meine spaerlichen "Erfahrungen" bei Deutschlandbesuchen "irgendwie" bestaetigen muss, da ich geschockt war, als ich in einem Gespraech mit einem jungen Mann erfuhr, dass er weder was ueber Literatur noch ueber Geschichte gelernt hatte, ausser dass in der BRD wohl eine Art "Demokratie" herrsche, wobei er auch nicht genau wisse, was das eigentlich sei oder soll....

Zitat: "Um in Berlin einen mittleren Bildungsabschluss zu bekommen, muss man immerhin ein Quadrat zeichnen und einen Taschenrechner bedienen können. Viel mehr aber auch nicht."

Und: " Die Schulmathematik ist auf Betreiben des von Psychologen geleiteten Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) zur reinen Vortäuschung des Rechnens geworden." (Ah ja, Psychologen,ich verstehe.,...)


Und:
"Vera stellt Achtklässlern Aufgaben wie „Zeichne ein Quadrat mit der Seitenlänge fünf Zentimeter“. Die Aufgabe ist der Leitidee L3, der Allgemeinen Kompetenz K5, dem Anforderungsbereich I und der Kompetenzstufe 1A im „Didaktischen Kommentar“ zugeordnet. Wer sich statt dessen auf die didaktische Kombination L1-K4-I-1A einlassen will, darf ein analoges Fieberthermometer ablesen. Mit Aufgaben dieser Art werden schon Drittklässler in den jährlichen bundesdeutschen Zwangstests Vera 3 traktiert."
Alle Zitate aus: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/f ... 78361.html

So also werden heutzutage die Schueler gequaelt und maltratiert, und das durch Menschen, deren Beruf dem deinigen gleicht, sag mal, schaemt ihr euch nicht den armen Kindleins so boeses anzutun? :P

Also trotz individueller Behandlung, Lacoste und Hebammenwerken scheint da nur ein "nix verstehn, spaeter ich harzen" draus zu resultieren. Ist das der Sinn der "Kompetenzorientierung", wie ich dich genuesslich zitieren darf....?
Ich hab mir einfach gedacht, dass ein Interessierter die Begriffe selbst heraussucht und recherchiert, dann muss ich sie hier auch nicht erklären. Und ja, i.d.R. lernen die Kinder in diesem Unterricht etwas. Wer sich dafür interessiert, kann unter dem Begriff "Kompetenzorientiert" bei Frau Vicky Pedia nachlesen, das ist ein ganz guter Artikel dazu. Die Fälle, die du hier anführst, rühren i.d.R. von einem falschen Lernen her (v/o "Bulimielernen"), was wiederum oft von einem falschen Unterricht herrührt ("Vorlesungsstil"). Bei einem guten Unterricht bekommt der Schüler nicht nur mit, was er lernen soll, sondern auch, warum er es lernen soll und was es mit seinem Leben zu tun hat; das, was früher "Sicherung" in der Unterrichtsplanung hieß (Tafelanschrieb), wird durch die Überprüfung des "Handlungsproduktes" nachvollzogen; ist überhaupt eines da, wie wurde die Kompetenz (nicht das Wissen: Kompetenz ist mehr als nur "Wissen") umgesetzt etc. pp.? Zu dieser Lernform gehören natürlich auch neue Formen der Leistungsüberprüfung (z.B. zwar einheitliche Aufgabenstellungen, aber mehrere zulässige Lösungswege, z.B. durch Präsentation statt in einer Klausur etc.), daran hängt es aber, dass sich neue Lernformen bislang noch nicht durchgesetzt haben; bislang verhindert das Schulrecht noch solche flexiblen Lernwege, weshalb nach wie vor meistens Bulimielernen angesagt ist: Lernen, büffeln, in der Klausur "auskotzen" und danach (meist) vergessen.
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Re: Lehrer

Beitrag von guatuso » Freitag 12. August 2016, 16:32

Mein lieber Yeti, genau das empfinde ich als Problem. Zu sagen "Ich hab mir einfach gedacht, dass ein Interessierter die Begriffe selbst heraussucht".
Das ist eine Einstellungssache. Wenn ich so denke, denke ich auch im Unterricht so. Ist das richtig?
Wer das als Schueler nicht kapiert sollte mal goggeln.....

Nun referierst du hier und gibst nicht Unterricht, aber , und sei mir nicht boese, das alles klingt so fachdurchzogen, von Fachbegriffen durchsetzt, dass ich mir erst mal muehsam verstaendlich machen muss, was du mir sagen moechtest.
Ich denke nicht dumm zu sein, aber wenn du so mit mir "sprichst" (schreibst), frage ich mich automatisch: machst du es mit deinen Schuelern auch so?
Das waere ja grauenhaft langweilig weil verkopft.

Aber um aufs Thema zurueck zu kommen:
Warum gibt es bei uns keine Schulschwaenzer, aber in Deutschland?
Warum gehen hier die Kinder gerne zur Schule und in Deutschland wohl weniger gerne...

Ich denke nicht, dass es mit neuen Lernformen zu tun hat, sondern damit, dass bei uns der Stoff spielerisch und geduldig gelehrt wird. Ich aber lese immer wieder vom Stress in deutschen Schulen, vom Druck, - haette ich auch keine Lust als Kind von, sagen wir, 12 Jahren immer unter Stress stehen zu muessen.
Ja natuerlich haengt vieles vom Lehrer ab, du hast da einen Satz gesagt, das muss man als Berufung verstehen. Und nicht als Job. Wenn ich mit Begeisterung meinen frueheren Kunde (den Touristen) von der Geschichte Costa Ricas erzaehlt habe, bekam ich immer wieder gesagt, man merke dass ich das Land liebe.
So sollte ein Lehrer sein, er sollte seine Aufgabe lieben.

Ich entsinne mich, vor so 45 Jahren, da war ich Stolz meinem Lehrer zu begegnen und er hatte sich an mich erinnert.
Diese kleine Identifikation zwischen Schueler und Lehrer, ich meine, die macht es aus, ob man etwas lernt oder nicht.
Den Matheunterricht in der FAZ aber, das ist schon ein harter Hammer.
Uebrigens, auch hier lernen die alle mit dem Taschenrechner. Und oft genug bin ich, wenn ich einkaufe, schnelle rmit Kopfrechnen als die mit dem Automat. Dann staunen sie. Dass ist richtig gerechnet habe
Saludos.

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Re: Lehrer

Beitrag von Yeti » Freitag 12. August 2016, 18:59

guatuso hat geschrieben:Mein lieber Yeti, genau das empfinde ich als Problem. Zu sagen "Ich hab mir einfach gedacht, dass ein Interessierter die Begriffe selbst heraussucht".
Das ist eine Einstellungssache. Wenn ich so denke, denke ich auch im Unterricht so. Ist das richtig?
Wer das als Schueler nicht kapiert sollte mal goggeln.....
Nicht ganz. Wenn du in der Schule sitzt, bist du dir ja darüber im Klaren, dass du in der Schule sitzt. Das bedeutet, dass du deine ganzen Gewohnheiten, deine Erwartungshaltungen aus deiner ganzen Schulbiographie mit dir herumschleppst, die jeden Morgen um 8:00 oder 7:45 Uhr automatisch "aktiviert" werden, sobald du die Schule betrittst. Oft sind das aber Gewohnheiten, über die du dir nicht bewusst wirst. Z.B. diejenige, dass du davon ausgehst, dass die Arbeit des Lehrers darin besteht, dir das Wissen über irgendeinen Sachverhalt zu präsentieren. Klassischerweise eignest du dir dieses Wissen dann an, indem du dir aufschreibst, was der Lehrer an die Tafel geschrieben hat. Vielleicht gehört der ein- oder andere ehemalige Schüler auch schon zu denjenigen, die häufiger Papierkopien bekommen haben und der Lehrer dann den Inhalt z.B. eines Arbeitsblattes noch einmal erläutert. Wenn diese Phase vorüber ist, wird das "gespeicherte" Wissen abgerufen, klassischerweise beispielhaft mit einer Aufgabe. Dabei werden grundlegende Lerninhalte auch gleichzeitig wiederholt. Schritt für Schritt eignet sich der Schüler so den Inhalt einer ganzen Unterrichtsreihe, z.B. über Elektronik in Physik oder über einen textbasierten dialektischen Erörterungsaufsatz an und am Ende der Unterrichtsreihe folgt dann eine Überprüfung. So haben wir alle bisher Schule erlebt. Diesen Unterricht nennt man "lehrerzentriert" (böse Zungen sagen auch "Frontalunterricht", weil der Lehrer dafür meist vorne steht). Er kann sinnvoll sein, manchmal ist er auch unerlässlich, z.B. bei der Vorstellung einer neuen Unterrichtsreihe oder -themas, oft auch im Fremdsprachenunterricht.

Hier kommt jetzt mit der Kompetenzorientierung des Unterrichts schon ein "neues" Element hinzu (und auch wiederum nicht, dazu gleich mehr): Es wird beim Unterricht nicht mehr von Inhalten und Wissen ausgegangen, das die Schüler aufzunehmen haben, sondern von Kompetenzen. Eine Kompetenz ist aber mehr als nur Wissen. Sie ist der sichtbare Nachweis, dass du das Gelernte auf eine bestimmte Problemsituation anwenden konntest (die Didaktik spricht von einem "Handlungsprodukt"). So kannst du z.B. nicht nur mündlich oder schriftlich erläutern, was du in Physik über Elektronik weißt, sondern du kannst einen funktionierenden Elektromotor mit Batterien zum Laufen bringen und in einem Vortrag vor der Klasse erläutern und begründen, warum er tatsächlich funktioniert und welche Bauteile dabei eine wichtige Rolle spielen. Ebenso beim Erörterungsaufsatz: Du erhältst eine Problemstellung, die in irgendeiner Weise mit deiner Lebensumwelt als Schüler zu tun hat und für die du dich auch interessierst, z.B. ein eventuelles Smartphone-Verbot in der Schule oder eine Kleiderordnung, wie du vorschlägst. Intuitiv (hier gehen die Meinungen in der Pädagogik auch auseinander) - noch ohne vorher irgendwelche Regeln für einen freien dialektischen Erörterungsaufsatz zu kennen - sammelst du komplette Argumente (These, Beleg, Beispiel) für Thesen und Antithesen. Bei beiden Beispielen hast du nun sichtbar gezeigt (das Handlungsprodukt wäre im Fall Physik der Elektromotor, im Fall Deutsch der komplette Erörterungsaufsatz), dass du ein dir gestelltes Problem erstens lösen willst (Motivation) und aus dir selbst heraus auch lösen kannst (weil du es willst). Bei solchen Arbeitsaufträgen wird oft in Gruppenarbeit gearbeitet, denn so kommen verschiedene Lösungsansätze zur Sprache und idealerweise kann jedes Gruppenmitglied vom anderen lernen (die Gruppengröße spielt dabei eine große Rolle), insofern hast du dann nicht nur Fachkompetenz sichtbar gezeigt (der E-Motor läuft ja oder der Erörterungsaufsatz enthält idealerweise alle denkbaren Thesen und Antithesen), sondern auch Sozialkompetenz bewiesen (denn du arbeitest ja mit andern zusammen) und Personalkompetenz gezeigt (z.B. bei der Auswahl deiner Gruppenmitglieder: Du lernst dabei, dass dein bester Freund vielleicht ein guter Kumpel ist, mit dem man prima abhängen kann, zur Problemlösung aber hat er herzlich wenig beigetragen). Insgesamt hast du damit das Ausmaß deiner Problemlösungskompetenz gezeigt. Diese Form des Unterrichts nennt man "Kompetenzorientiert" - stark verkürzt dargestellt. Diese Unterrichtsform geht nicht mehr davon aus, dass einem Wissen vorgesetzt wird, sondern man muss es sich - in Form von Kompetenzen - aneignen. Da hierfür wirklich ein höheres Maß an Motivation vorausgesetzt wird, identifizierst du dich auch mehr mit den angeeigneten Kompetenzen und vergisst sie idealerweise auch nicht mehr so leicht.

Ich habe dir nun nicht im Rahmen eines Lehrer-Schüler-Verhältnisses geantwortet. Das ist aber im Grunde auch egal. Denn du bist vor ein Problem gestellt worden (Fremdwörter, Begriffe etc.) und konntest nicht die Motivation aufbringen, diese Begriffe zu recherchieren, weil du das ja auch nicht musstest oder wolltest, denn du bist ja auch kein Lehrer. Als Lehrer ist es aber wichtig, über die (möglichen) Abläufe in den Köpfen der Schüler Bescheid zu wissen, deswegen auch der ganze Theoriekram. Im Prinzip versucht man so, die Abläufe zu erkennen und möglichst auch "gewinnbringend" zu steuern. Insgesamt hat der Lehrer beim kompetenzorientierten Unterricht nicht mehr die Rolle des "Wissensvermittlers", sondern die eines "Lernbegleiters"; das bedeutet, dass zu lehrergesteuerten Unterrichtsphasen mehr und mehr schülergesteuerte Phasen hinzukommen, Sache des Lehrers im Unterricht ist es dabei, die Lerngelegenheiten und die Lernumgebung so optimal wie möglich zu organisieren. Es kommt aber generell dabei viel mehr darauf an, mit welcher Methode man am meisten Schüler aktiviert; (scheinbar) passiv, beobachtend und analysierend und beratend ist (beim schülergesteuerten Unterricht) nur noch der Lehrer. Wärst du mein Schüler, wäre klar gewesen, dass die dir gestellte Aufgabe (nämlich die Recherche nach Fremd- und Fachbegriffen) mit deinem Leben nichts zu tun hat und du deshalb auch nicht die Motivation gewinnen kannst, einen Lösungsweg zu finden. Da du aber nicht mein Schüler bist, muss ich mir diese Gedanken nicht machen, denn du entscheidest selbständig, ob dir die Recherche die Mühe wert ist oder nicht.

Was ist das Ziel des Ganzen? In einem Wort: Selbständigkeit und Mündigkeit, im Prinzip also die Maximen der (deutschen) Aufklärung (deshalb ist das Unterrichtsmodell auch nicht wirklich "neu"). Das ist ein ganz wesentlicher Unterschied zu klassischen Unterrichtsformen (die, wie gesagt, nicht schlecht sein müssen): Der Schüler entscheidet, wieviel und was er lernen möchte. Deshalb spricht man auch vom "Lernangebot". Es gibt - vom Lehrplan vorgegeben - einen Kanon der zu erwerbenden Kompetenzen (auch die Lehrpläne werden in den meisten Bundesländern immer mehr kompetenzorientiert formuliert), welche zu einem Mindestmaß für die Erreichung eines bestimmten Abschlusses nachweisbar erbracht werden müssen. Entscheidet sich der Schüler dafür, sich mehr als nur die unbedingt geforderten Kompetenzen anzueignen, hebt das die Abschlussnote (im Rahmen der Kompetenzorientierung ist übrigens auch die generelle Abschaffung von Noten im Gespräch, allerdings nicht ersatzlos, sondern durch Verbalbeurteilungen ersetzt), entscheidet er sich dagegen, senkt es diese; das zieht sich durch bis hin zu verschiedenen Anforderungsniveaus der Aufgabenstellungen, weshalb auch immer mehr klassische Lehrpläne durch "offene Curricula" ersetzt werden. Man spricht hier von einer "differenzierenden Pädagogik".

Im klassischen lehrergesteuerten Unterricht wird nur derjenige mitarbeiten, der ein eigenes Interesse an der Materie hat und auch weiterführende Fragen stellen. Die Übrigen lehnen sich zurück und können passiv bleiben; es sei denn, sie werden in der Erarbeitungsphase der Aufgabenstellung bzw. bei den Lösungen aufgerufen. Beim kompetenzorientierten Unterricht ist das - idealerweise - nicht mehr möglich, da - ebenfalls idealerweise - die Schüler in Kleingruppen arbeiten und daher jeder etwas zur Ergebnispräsentation beitragen muss. Es wird also im Grunde jeder Schüler "sanft" dazu gedrängt, am Unterricht teilzunehmen, also Anteil daran zu nehmen und auch ein gewisses Maß an Eigenmotivation aufzubringen. Ich stimme zu, dass sehr viel Theorie dabei ist. Akademikern, angehenden Lehrern also, kann man das aber durchaus zumuten. Und es kann wirklich funktionieren. Aber nicht jeder Lehrer ist dafür bereit.
guatuso hat geschrieben:Nun referierst du hier und gibst nicht Unterricht, aber , und sei mir nicht boese, das alles klingt so fachdurchzogen, von Fachbegriffen durchsetzt, dass ich mir erst mal muehsam verstaendlich machen muss, was du mir sagen moechtest.
Ich denke nicht dumm zu sein, aber wenn du so mit mir "sprichst" (schreibst), frage ich mich automatisch: machst du es mit deinen Schuelern auch so?
Das waere ja grauenhaft langweilig weil verkopft.
Nein, im Unterricht sind (nicht erläuterte) Fremdwörter in der Sekundarstufe I tabu. In der Sekundarstufe II allerdings müssen sie sein und sind ein Teil der Eigenmotivationsmessung - in Richtung auf das Abitur muss die Eigenmotivation auch des Schülers spürbar gesteigert sein (Stichwort Problemlösungskompetenz). Schließlich sagt diesem Schüler an der Uni später auch niemand mehr, was er tun könnte, um die Bedeutung eines Fremdwortes herauszufinden. Die (selbständige!) Arbeit mit Fremd- und Fachwörtern sollte deshalb in den beiden letzten Klassenstufen der Sekundarstufe I geübt und in der Eingangsstufe der Oberstufe (Klasse 11) wiederholt werden. Spätestens in der Oberstufe wird deshalb kein Fremd- oder Fachwort mehr erläutert, sondern selbständig nachgeschlagen und recherchiert.
guatuso hat geschrieben:Aber um aufs Thema zurueck zu kommen:
Warum gibt es bei uns keine Schulschwaenzer, aber in Deutschland?
Warum gehen hier die Kinder gerne zur Schule und in Deutschland wohl weniger gerne...
Ich bezweifle ernsthaft, dass es Schulverweigerer nur in Deutschland gibt. Dort, wo das Lehrer-Schüler-Verhältnis menschlich auch stimmt, gibt es meist weniger und seltener Schulverweigerer. Vielleicht liegt es auch an der größeren Herzlichkeit der Menschen in Mittel- und Südamerika, also einem grundlegenden Wesenszug. Das könnte aber auch ein Klischee sein. Ich weiß es nicht. Möglich wäre auch, dass die Schule für die Schüler in deinem Land ein sehr willkommenes Refugium vor den Zuständen (evtl. Armut zu Hause etc.?) zu Hause darstellt. Ähnliche Phänomene gibt es in Deutschland auch bei Schülern von Bildungsgängen in Berufsschulen und Gesamt- oder Gemeinschaftsschulen. Nicht selten werden an solchen Schulen (die meist Ganztagsschulen sind) Schüler angemeldet, die zu Hause z.B. kein warmes Mittagessen erwarten könnten.
guatuso hat geschrieben:Ich denke nicht, dass es mit neuen Lernformen zu tun hat, sondern damit, dass bei uns der Stoff spielerisch und geduldig gelehrt wird. Ich aber lese immer wieder vom Stress in deutschen Schulen, vom Druck, - haette ich auch keine Lust als Kind von, sagen wir, 12 Jahren immer unter Stress stehen zu muessen.
Ja natuerlich haengt vieles vom Lehrer ab, du hast da einen Satz gesagt, das muss man als Berufung verstehen. Und nicht als Job. Wenn ich mit Begeisterung meinen frueheren Kunde (den Touristen) von der Geschichte Costa Ricas erzaehlt habe, bekam ich immer wieder gesagt, man merke dass ich das Land liebe.
So sollte ein Lehrer sein, er sollte seine Aufgabe lieben.
Du sagst es doch (z.T.): Einen Stoff spielerisch und geduldig lernen (lassen) - also nicht (nur) "lehren" und vor allem die Lerngelegenheiten schaffen (Atmosphäre, Umgebung, Beziehungen etc.).
guatuso hat geschrieben:Ich entsinne mich, vor so 45 Jahren, da war ich Stolz meinem Lehrer zu begegnen und er hatte sich an mich erinnert.
Diese kleine Identifikation zwischen Schueler und Lehrer, ich meine, die macht es aus, ob man etwas lernt oder nicht.
Den Matheunterricht in der FAZ aber, das ist schon ein harter Hammer.
Uebrigens, auch hier lernen die alle mit dem Taschenrechner. Und oft genug bin ich, wenn ich einkaufe, schnelle rmit Kopfrechnen als die mit dem Automat. Dann staunen sie. Dass ist richtig gerechnet habe
Saludos.
Der Artikel der FAZ spricht glaub' ich von Berlin. Nicht vergessen: Kultuspolitik ist Länderhoheit. Leider. Oder manchmal Gott sei Dank. Ob Lehrer bei ihren Schülern Respektspersonen sind, entscheidet sich oft an der Art ihrer Beziehung zu ihren Schülern. Die merken auch, ob jemand nur einen "Job" macht oder aus Berufung Lehrer ist.
#gottmensch statt #gutmensch

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Re: Lehrer

Beitrag von guatuso » Freitag 12. August 2016, 22:21

Lieber Yeti, dickes Lob fuer eine gute nachvollziehbare Erklaerung!
Muss ich zugeben. Gut erklaert.
:ikb_thumbup: :ikb_thumbup: :ikb_thumbup:

Der Lehrer waere also quasi ein "Front-Berichterstatter".....gewesen....
Ja, klappt das denn auch mit der Eigenstaendigkeit der Schueler?
Hier lernen die Kinder schon als Kind Verantwortung zu tragen, fuer das Schwesterchen, fuer das mithelfen beim Kochen, fuer alles moegliche. Am Anfang dachte ich, oh Gott, die haben ja gar kein Recht auf Spielen, dann merkte ich, stimmt nicht, die werden selbststaendig und haben viel Zeit zum spielen. Was aber bei uns als echtes Problem kam,ist das Rauschgift. Das wird vor dem Schulegelaemde angeboten.

Und was das Schulsystem betrifft, das Schwaenzen meine ich - es gibt hier auch viele Aktivitaeten fuer die Schueler, man sieht hier in der Schule ein Erziehungssystem, wer schlampig kommt, wird notfalls wieder nach Hause geshickt, um es zu aendern. Nein, ich denke, hier ist man, das Kind, noch stolz darauf, in eine Schule gehen zu koennen, denn wir haben ja ein Umfeld, Nicaragua, Honduras, Panama, da muessen viele Kinder arbeiten, um die Familie mit zu unterstuetzen beim Ueberleben. Bei uns nicht. Es herrscht nicht nur Schulpflicht, es wird sich auch darum gesorgt. Und die Qualitaet des Unterrichts ist in Costa Rica hoch.
Aus Wiki:
"Die erste Universität wurde 1843 gegründet, wegen ihrer engen Bindung zur katholischen Kirche aber 1888 wieder geschlossen. Die heute größte und renommierteste Hochschule ist die Universität von Costa Rica. Das Land hat ein hohes Bildungsniveau, die Analphabetenquote ist mit 4,2 Prozent nach Kuba (mit 3 %) die zweitniedrigste Mittelamerikas[19] und eine der niedrigsten in Lateinamerika und sowohl in den Industrie- und Entwicklungsländern. Es gilt eine sechsjährige Schulpflicht.[20] Bereits 1940 wurde die erste Behindertenschule von Fernando Centeno Güell eröffnet."

Wir haben viele private Unis, auf der Universidad de Costa Rica kommt man nur, wenn man beim Abschlusszeugnis eine sehr hohe Punktezahl erreicht hat und eine gesonderte, etwas verschaerfte Aufnahmepruefung besteht. Also wirklich Elite.
Darum gibt es viele private Unis, die Studenten gehen oft arbeiten, halbtags, um sich diese Uni leisten zu koennen. Es ist ein Ehrgeiz da. Ziel der Schule ist es, dass die Schueler alle ein Bachelor machen, so etwas wie ein Abi. Allerdings erreichen das nur etwa 60 Prozent, die anderen gehen vorher ab um Geld zu verdienen. Mit dem Bacheler kann man ueberall Studienplaetze anstreben, also Kurse (als Bankfrau etwa...) oder in einer Uni. Im uebrigen haben wir auch eine Vorschule ab dem 5. Lebensjahr, ein erweiteter staatlicher Kindergarten, in denen die Kleinen schon ein bisschen was lernen und an die Regelmaessigkeit gewoehnt werden. Ich habe ein Foto, Einschulung einer meiner Toechter, da war ich noch schlank und sah gut aus, heute bin ich nur noch "und" .... die kleine Caty in hellblauem Kleidchen mit roter Schaerpe....

Du siehst, bei mir ist die "ach ja-Zeit" voll angebrochen.
Du weissts nicht, was das ist?
Ach ja, das war schoen....damals...
Saludos!

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umusungu
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Re: Lehrer

Beitrag von umusungu » Freitag 12. August 2016, 22:35

guatuso hat geschrieben:Wir haben viele private Unis, auf der Universidad de Costa Rica kommt man nur, wenn man beim Abschlusszeugnis eine sehr hohe Punktezahl erreicht hat und eine gesonderte, etwas verschaerfte Aufnahmepruefung besteht. Also wirklich Elite.
Darum gibt es viele private Unis, die Studenten gehen oft arbeiten, halbtags, um sich diese Uni leisten zu koennen. Es ist ein Ehrgeiz da. Ziel der Schule ist es, dass die Schueler alle ein Bachelor machen, so etwas wie ein Abi. Allerdings erreichen das nur etwa 60 Prozent, die anderen gehen vorher ab um Geld zu verdienen. Mit dem Bacheler kann man ueberall Studienplaetze anstreben, also Kurse (als Bankfrau etwa...) oder in einer Uni. Im uebrigen haben wir auch eine Vorschule ab dem 5. Lebensjahr, ein erweiteter staatlicher Kindergarten, in denen die Kleinen schon ein bisschen was lernen und an die Regelmaessigkeit gewoehnt werden.
Es wäre für hiesige Leser einmal höchst interessant zu hören, was all diese tollen Schulen die Eltern kosten.

Caviteño
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Re: Lehrer

Beitrag von Caviteño » Dienstag 16. August 2016, 16:33

umusungu hat geschrieben: Es wäre für hiesige Leser einmal höchst interessant zu hören, was all diese tollen Schulen die Eltern kosten.
Wenn Du Dich mit den Zahlen für die Deutsche Europäische Schule in Manila zufrieden gibst:

http://www.gesm.org/images/PDF_Files/Sc ... 6-217.pdf

Also zwischen 1.63 € zzgl 148. PHP (knapp 3. €) für den Kindergarten bis zu 4.53 € zzgl. 41. PHP (knapp 8. €) für die letzten Jahrgangsstufen. Dazu kommen noch weitere Ausgaben für Bücher, "projects" ua.. Dafür wird allerdings auch einiges geboten, wie man am Schüler/Lehrerverhältnis sehen kann und auch die Ausstattung ist bemerkenswert:
Zahl der Auslandsdienstlehrkräfte: 4
Zahl der deutschspr. Ortslehrkräfte: 16
Zahl der sonstigen Ortslehrkräfte: 13

Schülerstatistik:
Zahl der Schüler insgesamt 126
Zahl der deutschsprachigen Schüler: 39
Zahl der deutschen Staatsangehörigen: 9
Zahl der Kinder im Kindergarten: 26
Zahl der Kinder in der Vorschule: 23

Schwimmbad mit 25 m Becken und Nichtschwimmerbecken, Sporthalle mit Regupolboden und Climbing Wall, Außensportanlagen mit: Weitsprunganlage (2 Bahnen), 75m Laufbahn (4 Bahnen) und Spielplatz alles mit Tartanbelag sowie Fussballfeld und Grundschulspielplatz, Modernes Chemie- und Physiklabor, Computerraum, Kunsthaus, Multi-Functional-Room, Schülerbücherei, Kantine, Kindergarten mit Spielplatz, Die Klassenräume und Funktionsräume sind multimedial ausgestattet.
http://www.bva.bund.de/DE/Organisation/ ... nFile&v=37

In Costa Rica gibt es eine noch größere Deutsche Schule mit 763 Schülern und über 6 Lehrkräften.

http://www.bva.bund.de/DE/Organisation/ ... nFile&v=37

Dort werden monatlich 353. Col (ungefähr 56 €) verlangt - allerdings nur für zehn Monate im Jahr verlangt. Dazu kommen noch andere Gebühren.

http://www.humboldt.ed.cr/de//tarife-und-zahlungen.html

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