Zentralkomitee der deutschen Katholiken

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Ralf
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Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Beitrag von Ralf » Sonnabend 26. Juni 2004, 16:38

Das Thema ist von "Katholikentag und Medienberichterstattung" abgetrennt. Ralf hat es nicht eröffnet. Petra

Laura, ich rede von ZdK und Konsorten. Da sind doch die Oberen alles berufspolitische Sesselpupser.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Sonnabend 26. Juni 2004, 18:45

Mal eine Frage an die Schreiber vor mir da oben. Was meint ihr damit, ihr seht keine Perspektiven? Für was wollt ihr denn Perspektiven?

Laura

Beitrag von Laura » Sonntag 27. Juni 2004, 10:48

Ralf hat geschrieben:Laura, ich rede von ZdK und Konsorten. Da sind doch die Oberen alles berufspolitische Sesselpupser.
Berufspolitisch sind die nicht ... Vielen wäre es hier im Ländle lieber, wenn Frau Schavan das hauptamtlich machen und die Finger von den Schulen lassen würde ... :D :sauer:

Daher: Lass dich aufstellen: Pfarrgemeinderat, Dekantsrat, Diözesanrat, ZDK. Dann kannst du was verändern!

Laura

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Juergen
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Beitrag von Juergen » Sonntag 27. Juni 2004, 10:52

Laura hat geschrieben:Daher: Lass dich aufstellen: Pfarrgemeinderat, Dekantsrat, Diözesanrat, ZDK. Dann kannst du was verändern!
Pseudodemokratie in der Kirche!
Der ZdK ist überflüssiger als ein Kropf.
Gruß
Jürgen

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cathol01
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Beitrag von cathol01 » Sonntag 27. Juni 2004, 17:45

Ralf hat geschrieben:Laura, ich rede von ZdK und Konsorten. Da sind doch die Oberen alles berufspolitische Sesselpupser.
Diese Aussage finde ich höchst unfair, Ralf..............

Humoristische-Sein-Wollende Bemerkung entfernt. Petra
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

Ralf
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Beitrag von Ralf » Sonntag 27. Juni 2004, 17:50

Thierry, wenn sich Berufspolitiker hinstellen und behaupten, die laien der Kirche zu vertreten und damit auch die Lehre derselben versuchen sollten im alltäglichen Leben umzusetzen, aber davon absolut Null zu sehen ist, dann ist das für mich nicht nur ein üble Vermischung von Ämtern, sondern geradezu eine Paralysierung einer wirklich nötigen katholischen Stimme von Laien.
Wo kritisieren denn die Meyers, Schavans, Thierses und Nickels den Raubtierkapitalismus (Meyer als CDUler und Minister wohl kaum), die Intoleranz gegenüber rel. Zeichen (Schavan hat als erste das Kopftuch für Lehrerinnen verboten), das "verabscheuungswürdige Verbrechen" (Vat. II.) der Abtreibung (Nickels als Grüne? Hah!)?

Der ZdK macht sich selbst durch diese bücklerische Ämterverteilung lächerlich in meinen Augen.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

Martin O
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Beitrag von Martin O » Sonntag 27. Juni 2004, 18:36

Ralf hat geschrieben: Wo kritisieren denn die Meyers, Schavans, Thierses und Nickels den Raubtierkapitalismus (Meyer als CDUler und Minister wohl kaum), die Intoleranz gegenüber rel. Zeichen (Schavan hat als erste das Kopftuch für Lehrerinnen verboten), das "verabscheuungswürdige Verbrechen" (Vat. II.) der Abtreibung (Nickels als Grüne? Hah!)?

Der ZdK macht sich selbst durch diese bücklerische Ämterverteilung lächerlich in meinen Augen.
Vergiss bitte nicht, dass es über gewisse Dinge auch unter Christen verschiedene Meinungen geben kann - Manche sehen gerade im Kopftuchverbot ein Zeichen auch im christlichen Sinn. Den "Räuberkapitalismus" pauschal angreifen kann wohl nur jemand, der entweder selbst vernünftige Alternativen hat oder keine Chance, gewählt zu werden. Und: Thierses oder Meyers Biografie - immerhin als Katholiken auch in der DDR aktiv - zeugt nicht unbedingt von "Sesselpupsern". Das sind meiner Meinung nach eher Menschen, die vom bequemen Wohnzimmersessel aus gegen alles und jeden meckern, aber selbst nichts zur Verbesserung beitragen.

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Beitrag von Knecht Ruprecht » Sonntag 27. Juni 2004, 18:49

Martin O hat geschrieben:
Vergiss bitte nicht, dass es über gewisse Dinge auch unter Christen verschiedene Meinungen geben kann

Ja, darum gibt es ja nicht nur eine christliche Kirche. Sondern für jede ihre Meinnung eine andere Kirche.

Petra
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Beitrag von Petra » Sonntag 27. Juni 2004, 18:52

Bild

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Beitrag von Knecht Ruprecht » Sonntag 27. Juni 2004, 19:45

Petra hat geschrieben:Bild
Könntest du noch ein paar mehr Bilder einbauen, damit ich mir denken kann, was du sagen willst? :roll:

Ralf
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Beitrag von Ralf » Sonntag 27. Juni 2004, 19:56

Martin O hat geschrieben:Und: Thierses oder Meyers Biografie - immerhin als Katholiken auch in der DDR aktiv - zeugt nicht unbedingt von "Sesselpupsern".
Ich rede nicht von früher, ich rede von jetzt. Wie solles in der Gesellschaft "checks and balances" geben, wenn das in Personalunion stattfindet?
Das [die Sesselpupser] sind meiner Meinung nach eher Menschen, die vom bequemen Wohnzimmersessel aus gegen alles und jeden meckern, aber selbst nichts zur Verbesserung beitragen.
Soll ich mich davon jetzt angesprochen fühlen?
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Sonntag 27. Juni 2004, 21:36

Ich finde dies alles ver"beamtet", verkopft und ver"ausschusst" - und polarisierend außerdem.
In manchen Momenten meines Seins stelle ich mir einfach vor, wie es wäre, ohne PGR, Dekanate, Zentralkomitees (was für ein Name!), ohne halt diesen papiernen Laienapparat ...
Ach, seufz .... frische Luft ...

Geronimo

Womit ich nichts gegen Laien in der Kirche gesagt habe :mrgreen: - nur gegen bestimmte Arbeit von Laien in der Kirche, wo ich keinen gravierenden Unterschied zur politischen Szene mehr erkennen kann und wo es auch nur um Lobby-Denken, Karriereleitern und Stühle-freihalten geht.

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Juergen
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Re: ZdK

Beitrag von Juergen » Sonntag 27. Juni 2004, 21:52

Ralf hat geschrieben:Da sind doch die Oberen alles berufspolitische Sesselpupser.
Beim ZdK möchte ich auch nicht Sessel sein :roll:
Gruß
Jürgen

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Edi
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Beitrag von Edi » Sonntag 27. Juni 2004, 21:53

Frage eines ziemlich Ahnungslosen wie ich es bin:

Wer bezahlt denn das ganze ZdK und dessen Apparate? Wird das von den Kirchensteuern bezahlt oder wie?

Vom ev. Kirchentag weiss ich, dass der nicht von der EKD veranstaltet wird, sondern auch von Laienvereinigungen. Beim Katholikentag wohl ebenso?

Martin O
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Beitrag von Martin O » Sonntag 27. Juni 2004, 23:43

Ralf hat geschrieben:
Martin O hat geschrieben: Das [die Sesselpupser] sind meiner Meinung nach eher Menschen, die vom bequemen Wohnzimmersessel aus gegen alles und jeden meckern, aber selbst nichts zur Verbesserung beitragen.
Soll ich mich davon jetzt angesprochen fühlen?
Nein, da ich dich nicht kenne.

Es geht mir nicht darum, irgend jemand persönlich anzugreifen; ich lehne in erster Linie eine Einstellung a la "Das böse ZdK", "Der böse Bischof XY", "Die da oben" usw. sind an allem schuld, ab - vor allem, wenn Menschen nur meckern, wenn es nichts kostet, aber nicht in der Lage sind, konstruktiv etwas zu ändern oder dies zumindest zu versuchen.
Damit meine ich weder dich noch irgendjemand sonst persönlich.

Micha

Beitrag von Micha » Montag 28. Juni 2004, 00:55

leer
Zuletzt geändert von Micha am Donnerstag 3. Februar 2005, 02:30, insgesamt 1-mal geändert.

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Montag 28. Juni 2004, 07:22

Martin O hat geschrieben:
Ralf hat geschrieben:
Martin O hat geschrieben: Das [die Sesselpupser] sind meiner Meinung nach eher Menschen, die vom bequemen Wohnzimmersessel aus gegen alles und jeden meckern, aber selbst nichts zur Verbesserung beitragen.
Soll ich mich davon jetzt angesprochen fühlen?
Nein, da ich dich nicht kenne.

Es geht mir nicht darum, irgend jemand persönlich anzugreifen; ich lehne in erster Linie eine Einstellung a la "Das böse ZdK", "Der böse Bischof XY", "Die da oben" usw. sind an allem schuld, ab - vor allem, wenn Menschen nur meckern, wenn es nichts kostet, aber nicht in der Lage sind, konstruktiv etwas zu ändern oder dies zumindest zu versuchen.
Damit meine ich weder dich noch irgendjemand sonst persönlich.
Also, "böse" find ich das ZdK nicht, nur überflüssig wie ein Kropf. Und unproduktiv, wenn ich mal bei dem Jargon bleiben will ... Es gibt viel zu viele bürokratische Hemmschuhe in der Kirche. Ich kann für mich selbst eine grade Linie ziehen zwischen unserem Pfarrgemeinderat und dem Zdk - beide genauso zäh, uninspiriert und auf Pöstchen bedacht. Muss denn alles in Ämter und Grüppchen eingepfercht werden?

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Beitrag von cathol01 » Donnerstag 1. Juli 2004, 22:37

Aus den Katholikentagsthread gesplittet und hier eingefügt. Cicero

Der Vorsitzende des ZdK hat nun auf Meisners Kritik reagiert:

Ein neues Ritual?
Zur Kritik Kardinal Meisners am Ulmer Katholikentag


Hier ein Auszug daraus:

Kardinal Meisner scheint von fern nur Hans Küng wahrgenommen zu haben. Jedenfalls ist ihm offenbar völlig die geistige Souveränität seines Amtsbruders Karl Lehmann in dieser Diskussion entgangen und das überzeugende Engagement Hanna-Renate Lauriens für ein Leben mit der Kirche. In Wahrheit war dieses Gespräch ein überzeugender Ausdruck der Vitalität der Kirche in Deutschland. Im Unterschied zu diesem von der Katholikentagsleitung geplanten Gespräch war das Podium mit Bischof Jacques Gaillot und Eugen Drewermann von einer sich am Katholikentag beteiligenden Gruppe vorgeschlagen worden. Aus zwei Gründen haben wir diesem Vorschlag zugestimmt. Erstens ist Jacques Gaillot zwar von der Leitung seiner Diözese entbunden worden, aber er ist nach wie vor katholischer Bischof. Mit welcher Begründung hätten wir ihn also nicht einladen sollen? Zweitens ist die kritische Haltung des ZdK gegenüber Eugen Drewermann seit dem Karlsruher Katholikentag 1992 bekannt, als sich Hanna-Renate Laurien auf einem öffentlichen Podium publikumswirksam mit dessen Positionen auseinander setzte. Schon damals vertrauten wir auf die Kraft der Argumente und auf die Fähigkeit unserer Mitchristen zum eigenen Urteil.
Zuletzt geändert von cathol01 am Donnerstag 1. Juli 2004, 22:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von cathol01 » Donnerstag 1. Juli 2004, 22:41

HeGe hat geschrieben:Wer hat das ZdK eigentlich zur Vertretung der Laien gemacht? Ich habe jedenfalls nie etwas unterschrieben.
Statuten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
§ 1
Das Zentralkomitee
(1) Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist der Zusammenschluß von Vertreterinnen und Vertretern der Diözesanräte und der katholischen Verbände sowie von Institutionen des Laienapostolats und von weiteren Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft.
(2) Es ist das von der Deutschen Bischofskonferenz anerkannte Organ im Sinne des Konzilsdekrets über das Apostolat der Laien (Nr. 26) zur Koordinierung der Kräfte des Laienapostolats und zur Förderung der apostolischen Tätigkeit der Kirche.
(3) Die Mitglieder des Zentralkomitees fassen ihre Entschlüsse in eigener Verantwortung und sind dabei von Beschlüssen anderer Gremien unabhängig.

Quelle und die ganzen Statuten: HIER
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

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Beitrag von Ralf » Donnerstag 1. Juli 2004, 22:43

Cool, der letzte Satz des Statements zeigt so richtig die absolute Kritikimmunisierung:
Es gibt keinen Schatten über diesem Katholikentag[...]
Lang lebe die Unfehlbarkeit der Katholikentage, würde ich da mal so spontan ausrufen wollen.

P.S.: Übrigens auch interessant, was da als Maßstab der Richtigkeit des Katholikentages angeführt wird - der öffentliche Applaus. Wusste noch gar nicht, dass der was gilt für Christen. Aber man lernt ja nie aus.
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Beitrag von Cicero » Donnerstag 1. Juli 2004, 23:04

Auf Anfrage:

Die Geschichte des ZdK

"Die Freiheit der Kirche ist die Mutter einer besseren Zukunft für Deutschland. Das ist die Grundidee des Katholischen Vereins Deutschlands". Diese Sätze aus einer Erklärung des "Katholischen Vereins Deutschlands" aus dem Jahre 1849 umreißen in aller Kürze, wofür die Laienbewegung ein Jahr zuvor aufgebrochen war.

Mehr hier

dazu:
zdk hat geschrieben:Das Engagement galt drängenden Fragen der Kirche und der Gesellschaft wie Diaspora und Mission, Freiheit des Papsttums und Bindung der katholischen Kirche in Deutschland an Rom
gedacht war das also mal ganz anders.

Mit der Neugründung ändert sich die Ausrichtung bereits:
zdk hat geschrieben:Ausdrücklich im Vordergrund seiner Arbeit stand jetzt die Aufgabe, die vielfältigen Kräfte der katholischen Laienarbeit und das gesellschaftliche Wirken der Laien nach innen zu koordinieren und nach außen zu vertreten.
Der heutige Aufbau des ZDK:
zdk hat geschrieben:Die Strukur des ZdK
Organe des ZdK sind die Vollversammlung, der Hauptausschuss, das Präsidium und der Präsident.
Quelle

Ein gewisses Unbehagen überkommt mich bei dem Namen Zentralkommitee :/

Jeder, der an PGR - Wahlen teilnimmt, bestimmt zu einem (allerdings verschwindend geringen Pomillesatz) die Zusammensetzung der Vollversammlung des ZDK.
Eine viel gewichtigere Rolle nicht Zahlenmäßig aber von der Außenwirkung her gesehen - das empfinde ich als Problematisch - sind die Einzelpersönlichkeiten, die von den Vertretern des AGKOD und den Vertretern der Diözesanräte gewählt werden.
Im Präsidium stellen diese Einzelpersönlichkeiten die Mehrheit.
Für die "Topmitglieder" des ZDK gilt durchgängig, daß sie Berufsfunktionäre sind, d.h. Austauschbar. ZdK Präsident Meyer könnte ich mir genausogut als IG Metall- Chef vorstellen.
Das ist nicht gut für die Glaubwürdigkeit.
Aber wer hätte denn sonst Zeit für so etwas?

Positiv am ZDK ist, daß sie Lobbyarbeit leisten, Katholisches in die Öffentlichkeit bringen, kirchliche Themen und Positionen in der Öffentlichkeit präsent halten.

Negativ am ZDK ist, wie sie Lobbyarbeit leisten, was sie öffentlich für katholisch halten, die Art wie sie kirchliche Themen und Positionen in der Öffentlichkeit präsent halten.

Man lese dazu folgende Presseerklärung:Ein neues Ritual? Zur Kritik Kardinal Meisners am Ulmer Katholikentag

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Donnerstag 1. Juli 2004, 23:11

Danke! Ich habe mich mit den Hintergründen, was das ZdK betrifft, und der Historie, bis jetzt nur sehr wenig befaßt.

Geronimo

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Beitrag von cathol01 » Donnerstag 1. Juli 2004, 23:23

Ralf hat geschrieben:Cool, der letzte Satz des Statements zeigt so richtig die absolute Kritikimmunisierung:
Es gibt keinen Schatten über diesem Katholikentag[...]
Lang lebe die Unfehlbarkeit der Katholikentage, würde ich da mal so spontan ausrufen wollen.
Meisner seinerseits benutzt eine ganze Reihe sogenannter "Killer-Phrasen", z.B.
- Muss man sich nicht an den Kopf fassen und fragen, was eigentlich mit den Verantwortlichen des Katholikentages los ist?
- Kann und darf das in Zukunft so weitergehen?
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Beitrag von HeGe » Sonnabend 3. Juli 2004, 13:06

cathol01 hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:Wer hat das ZdK eigentlich zur Vertretung der Laien gemacht? Ich habe jedenfalls nie etwas unterschrieben.
Statuten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
§ 1
Das Zentralkomitee
(1) Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist der Zusammenschluß von Vertreterinnen und Vertretern der Diözesanräte und der katholischen Verbände sowie von Institutionen des Laienapostolats und von weiteren Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft.
(2) Es ist das von der Deutschen Bischofskonferenz anerkannte Organ im Sinne des Konzilsdekrets über das Apostolat der Laien (Nr. 26) zur Koordinierung der Kräfte des Laienapostolats und zur Förderung der apostolischen Tätigkeit der Kirche.
(3) Die Mitglieder des Zentralkomitees fassen ihre Entschlüsse in eigener Verantwortung und sind dabei von Beschlüssen anderer Gremien unabhängig.

Quelle und die ganzen Statuten: HIER
Hallo,

also hat das die DBK irgendwann mal bestimmt? Na, ob das so eine gute Entscheidung war...

Aber wenn die sich angeblich als Laienvertretung sehen und glauben, deren Ansichten zu vertreten, wieso durfte ich dann noch nie einer deren Vertreter direkt wählen? Wer bestimmt, wer den Vorstand wählt, etc.? Dafür dass die ständig eine erhöhte "Demokratisierung der Kirche" fordern (eigentlich ein Widerspruch in sich, schließlich ist Jesus Christus das Oberhaupt der Kirche), scheint mir deren System sehr undemokratisch und undurchsichtig zu sein. :sauer:

Kann man denn, nur rein theoretisch, da austreten? Auch das wäre ja ein wichtiges Merkmal für eine angeblich demokratische Organisation!

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Beitrag von Edi » Sonnabend 3. Juli 2004, 13:18

Das ZdK ist offenbar eine selbsternannte Politclique,(sieht man ja an den vielen Politikern, die sich da einschleichen konnten) die sich anmasst für die Laien in der Kirche zu sprechen. Traurig nur, dass die Bischöfe bzw. die Kirche noch Geld für solche Vereine in den Kirchen einsammeln lassen.
Kardinal Meisner hat mit seiner Kritik vollständig recht. Wei kann ein Katholikentag ungläubigen Leuten wie Drewermann und Konsorten, der eh nicht mehr viel vom Christentum an sich hält, noch ein Forum bieten. Mensch was waren da die Apostel für Leute gegenüber einem Lehmann und ähnlichen, die hatten Profil.

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Beitrag von schmitz-backes » Sonnabend 3. Juli 2004, 13:55

Wenn man einem Küng ein Forum bietet, so muss man bestimmt auch einem Lefebvrebischof oder einem Engelwerker dort ein Forum bieten.
Aber nicht mal Kardinal Meisner war eingeladen, geschweige den Scheffcyk aus München, der für das ZdK wahrhaft ein "(kardinal-) rotes Tuch" ist!
"Ihr seid nicht die letzte Nachhut des Mittelalters, sondern die Vorboten einer neuen Zeit!" Joachim Kardinal Meisner

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Beitrag von cathol01 » Sonnabend 3. Juli 2004, 13:57

Edi hat geschrieben:Mensch was waren da die Apostel für Leute gegenüber einem Lehmann und ähnlichen, die hatten Profil.
Es wird berichtet, dass die Apostel auch viele Ecken und Kanten hatten.
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

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Beitrag von Edi » Sonnabend 3. Juli 2004, 14:06

Mit Ecken und Kanten hat das nichts zu tun. Charakterschwächen haben wir alle. Es geht darum was jemand inhaltlich vertritt.

Anastasis

Beitrag von Anastasis » Sonnabend 3. Juli 2004, 15:58

schmitz-backes hat geschrieben:Aber nicht mal Kardinal Meisner war eingeladen
Hast Du da zuverlässige Informationen, daß er "nicht eingeladen" wurde? Müssen Bischöfe da überhaupt auf eine "Einladung" warten? Oder wollte er vielleicht einfach nicht teilnehmen, warum auch immer?

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht » Sonnabend 3. Juli 2004, 16:44

Also die deutschen Ableger der Weltkirche Gottes die ich in Deutschland kenne und gut finde, beschränken sich auf Kardinal Meißner.

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Beitrag von schmitz-backes » Sonnabend 3. Juli 2004, 16:46

http://www.rhein-main.net/sixcms/detail.php/1738660

Vielleicht zum Thema ganz interessant
"Ihr seid nicht die letzte Nachhut des Mittelalters, sondern die Vorboten einer neuen Zeit!" Joachim Kardinal Meisner

Martin O
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Beitrag von Martin O » Sonntag 4. Juli 2004, 14:36

Anastasis hat geschrieben:
schmitz-backes hat geschrieben:Aber nicht mal Kardinal Meisner war eingeladen
Hast Du da zuverlässige Informationen, daß er "nicht eingeladen" wurde? Müssen Bischöfe da überhaupt auf eine "Einladung" warten? Oder wollte er vielleicht einfach nicht teilnehmen, warum auch immer?
*Zustimmung*

Könnte jemand, der sich damit auskennt, folgende Fragen beantworten?

1.) (Siehe Posting von Anastasis)
2.) Wer stellt das Programm des Katholikentages zusammen? Geschieht dies ausschließlich durch das ZDK oder wählt dieses nur aus Ideen, die von Verbänden und Einzelpersonen kommen, aus?
-- Im letzteren Fall könnte nicht nur Kard. Meisner, sondern auch Kard. Scheffczyk von sich aus anbieten, zu einem Thema zu reden oder ein Verband ihn als Referenten vorschlagen.

3.) Haben die Bischöfe (Mehrheit der DBK, Ortsbischof u.a.) Einfluss auf die Gestaltung des Katholikentags? (Z.B. durch Teilnahme an der Planung, Vetorecht u.ä.)

Und, notabene: Lefebvre ist mit seinen Anhängern, die sich nach der Priesterweihe von Econe 1988 (?) nicht von ihm getrennt haben, exkommuniziert (Die Gültigkeit dieser Entscheidung wurde zwar angezweifelt, AFAIK aber nicht angefochten). Dagegen sind weder Bischof Gaillot, noch Küng, soweit ich weiß nicht einmal Drewermann, exkommuniziert.

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