Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

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Hubertus
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Hubertus » Sonntag 23. Juli 2017, 16:42

Bei einem Münchner Wirt kehren Pegida-Leute ein - nicht für eine Veranstaltung wohlgemerkt, nur zum Essen:

"Bist du nicht weltoffen, wird dein Lokal geschlossen"

Daraus:
[Rechtsextremismus-Beauftragter] Dill habe ihm gedroht: Wenn Costa [i.e. der Wirt] kein Hausverbot gegen die Pegida-Leute verhänge, werde er mächtigen Ärger bekommen. [...]
Die Pegida-Leute hätten Bier getrunken, Spaghetti gegessen und niemanden belästigt. «Warum soll ich die rausschmeissen?»
[...]
Dass die Pegida-Gruppe im Lokal keine Reden geschwungen hat, lässt Dill nicht gelten. Der 71-jährige Anwalt sagt, er wolle solche Leute generell nicht an einem öffentlichen Ort dulden.
[...]
Vor zwei Monaten kündigt ihm die Brauerei Anheuser-Busch InBev nach 14 Jahren den Pachtvertrag. «Aus Sorge ums Image», vermutet Costa.
s. auch http://www.huffingtonpost.de/2017/07/22 ... 52710.html
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Caviteño » Sonntag 23. Juli 2017, 21:50

Hubertus hat geschrieben:
Sonntag 23. Juli 2017, 16:42
Bei einem Münchner Wirt kehren Pegida-Leute ein - nicht für eine Veranstaltung wohlgemerkt, nur zum Essen:

"Bist du nicht weltoffen, wird dein Lokal geschlossen"
Daraus:
Ein beigefügter Aufkleber – «München ist bunt . . . auch in Gaststätten und Hotels» – soll die gewünschte Haltung nach aussen klar und deutlich machen.
Derartige Erkennungsmerkmale bei Gaststätten waren mir bisher nur für "Schutzgelderpressungen" bekannt. Das sind allerdings kriminelle Vereinigungen.......

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Sascha B.
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Sascha B. » Sonntag 23. Juli 2017, 22:05

Caviteño hat geschrieben:
Sonntag 23. Juli 2017, 21:50
Hubertus hat geschrieben:
Sonntag 23. Juli 2017, 16:42
Bei einem Münchner Wirt kehren Pegida-Leute ein - nicht für eine Veranstaltung wohlgemerkt, nur zum Essen:

"Bist du nicht weltoffen, wird dein Lokal geschlossen"
Daraus:
Ein beigefügter Aufkleber – «München ist bunt . . . auch in Gaststätten und Hotels» – soll die gewünschte Haltung nach aussen klar und deutlich machen.
Derartige Erkennungsmerkmale bei Gaststätten waren mir bisher nur für "Schutzgelderpressungen" bekannt. Das sind allerdings kriminelle Vereinigungen.......
Das ist so was ähnliches. Bist du nicht Willig auf Bunt zu machen, demoliert man dir deine Gaststätte.
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
Herr, erbarme dich.

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Caviteño » Sonntag 23. Juli 2017, 23:37

Sascha B. hat geschrieben:
Sonntag 23. Juli 2017, 22:05
Das ist so was ähnliches. Bist du nicht Willig auf Bunt zu machen, demoliert man dir deine Gaststätte.
s. a. hier:
Nein, es gibt keine Zensur in Deutschland. Es gibt etwas viel Wirkmächtigeres: Vorauseilenden Gehorsam, früher Kadavergehorsam beschimpft. Man ist auf der richtigen Seite, und wer da nur den geringsten Zweifel an seiner Gesinnung zuläßt, kann es nicht wert sein, im Buchregal zu stehen. Die Buchhandlungen, früher Orte der Gelehrsamkeit und Geistesfreiheit, sind längst Disziplinareinrichtungen der Political Correctness. Mut zeigt in Deutschland, wer ein dünnes Büchlein lesen will, das anders argumentiert als die offiziösen Leitartikel. Der Deutsche marschiert gern in Kolonne, zunächst geistig.
Finis Germania: Ein Buch landet versehentlich auf den Bestsellerlisten

Der Artikel beschäftigt sich mit dem Buch "Finis Germania", das es in die Bestsellerlisten geschafft hat - und trotzdem kaum in den Buchregalen zu finden ist.....

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von CIC_Fan » Montag 24. Juli 2017, 09:13

Hubertus hat geschrieben:
Sonntag 23. Juli 2017, 16:42
Bei einem Münchner Wirt kehren Pegida-Leute ein - nicht für eine Veranstaltung wohlgemerkt, nur zum Essen:

"Bist du nicht weltoffen, wird dein Lokal geschlossen"

Daraus:
[Rechtsextremismus-Beauftragter] Dill habe ihm gedroht: Wenn Costa [i.e. der Wirt] kein Hausverbot gegen die Pegida-Leute verhänge, werde er mächtigen Ärger bekommen. [...]
Die Pegida-Leute hätten Bier getrunken, Spaghetti gegessen und niemanden belästigt. «Warum soll ich die rausschmeissen?»
[...]
Dass die Pegida-Gruppe im Lokal keine Reden geschwungen hat, lässt Dill nicht gelten. Der 71-jährige Anwalt sagt, er wolle solche Leute generell nicht an einem öffentlichen Ort dulden.
[...]
Vor zwei Monaten kündigt ihm die Brauerei Anheuser-Busch InBev nach 14 Jahren den Pachtvertrag. «Aus Sorge ums Image», vermutet Costa.
s. auch http://www.huffingtonpost.de/2017/07/22 ... 52710.html
Ich hätte zu diesem Vorgang der an sich sehr merkwürdig klingt eine frage
Wurde durch die Kündigung der Vertrag zwischen der Brauerei und ihrem Pächter verletzt wenn ja wird dagegen juristisch vorgegangen ?

Caviteño
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Caviteño » Montag 24. Juli 2017, 11:18

CIC_Fan hat geschrieben:
Montag 24. Juli 2017, 09:13
Ich hätte zu diesem Vorgang der an sich sehr merkwürdig klingt eine frage
Wurde durch die Kündigung der Vertrag zwischen der Brauerei und ihrem Pächter verletzt wenn ja wird dagegen juristisch vorgegangen ?
Was klingt denn an dem Vorgang "merkwürdig"? Das Wirte oder Hotel(ketten) unter Druck gesetzt werden, sobald sie an sog. "rechte" Gruppierungen Räume vermieten usw., ist doch bekannt. Ich jedenfalls kann daran nichts "merkwürdiges" erkennen.

Den Grund für die Kündigung kannst Du im übrigen in einem der verlinkten Artikel nachlesen.

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von CIC_Fan » Montag 24. Juli 2017, 12:15

ist es ein Verstoß gegen den Pachtvertrag das ist die einzig wirkliche Frage

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Caviteño » Montag 24. Juli 2017, 14:03

CIC_Fan hat geschrieben:
Montag 24. Juli 2017, 12:15
ist es ein Verstoß gegen den Pachtvertrag das ist die einzig wirkliche Frage
Wenn Du die verlinkten Artikel gelesen hättest - was Du offensichtlich noch immer nicht getan hast - würdest Du diese Frage nicht stellen. Dort wird der Kündigungsgrund benannt. Der eignet sich auch hervorragend, um die wirtschaftliche Existenz von Menschen mit einer unliebsamen politischen Einstellung (und dazu gehört in Bayern offensichtlich auch, nicht mit der Masse zu maschieren) zu zerstören.

Jetzt noch ein wenig mehr Lesestoff zu diesem Fall:

Erst kam Pegida, dann der Verfassungsschutz

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Torsten
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Torsten » Dienstag 25. Juli 2017, 22:03

Caviteño hat geschrieben:
Sonntag 23. Juli 2017, 23:37

Finis Germania: Ein Buch landet versehentlich auf den Bestsellerlisten

Der Artikel beschäftigt sich mit dem Buch "Finis Germania", das es in die Bestsellerlisten geschafft hat - und trotzdem kaum in den Buchregalen zu finden ist.....
spon hat geschrieben:In eigener Sache"Finis Germania" und die SPIEGEL-Bestsellerliste
Viele diskutieren, warum die Chefredaktion des SPIEGEL den Titel "Finis Germania" aus der SPIEGEL-Bestsellerliste genommen hat - hier erklärt die stellvertretende Chefredakteurin Susanne Beyer den Vorgang.
Von Susanne Beyer
[...]
"rechtsradikal, antisemitisch und geschichtsrevisionistisch"

[...]
Der SPIEGEL, der sich auch bei historischen Themen als Medium der Aufklärung versteht, will den Verkauf eines solchen Buches nicht befördern.
Aber gegen Russland hetzen, das haben sie drauf.

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 26. Juli 2017, 08:52

was hat das mit Russland zu tun?

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Torsten » Donnerstag 27. Juli 2017, 22:59

https://youtu.be/KdKC72rS6ng?t=11m52s
"Der Nationalsozialismus, genauer Auschwitz, ist zum letzten Mythos einer durch und durch rationalisierten Welt geworden. Ein Mythos ist eine Wahrheit, die nicht zur Diskussion steht."

Götz Kubitschek: "Kann ein Volk, kann eine Nation, ein gesundes Weiterleben, ein selbstbewusstes Weiterleben auf einem negativen Mythos gründen?"

Der negativste Mythos ist der des Kapitals? Und seine Eliten haben sich längst aus den völkisch-nationalistischen Kategorien verabschiedet, nicht nur Trump sondern allem zum Trotz, was irgendwie noch nach sicheren Häfen strebt, wo die Freiheit des Handelns nicht gleichbedeutend ist mit der Freiheit des Handels? Eine Freiheit, die sich in Sanktionen und Krieg erschöpft, und billigen Büchern.

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Torsten » Donnerstag 27. Juli 2017, 23:02

"Ein Mythos ist eine Wahrheit, die nicht zur Diskussion steht."

Über solche Weisheiten können wir hier nur milde lächeln. Rolf Peter Sieferle könnte vielleicht noch leben, hätter er sich mal hier der Realität gestellt?

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Torsten » Donnerstag 27. Juli 2017, 23:12

"Ein Mythos ist eine Wahrheit, die nicht zur Diskussion steht."

Mal ganz ehrlich: Wer hier würde dabei zuvorderst an Auschwitz denken?

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von HeGe » Donnerstag 3. August 2017, 11:43

BFH: Freimauerloge ist wegen Ausschlusses von Frauen nicht gemeinnützig

Wow, ich hoffe, die haben sich das gut überlegt. Wenn ich grob überlege, wie viele gemeinnützige Vereine und Organisationen es gibt, die nur ein Geschlecht aufnehmen (mir fallen spontan bspw. die ganzen katholischen Frauen- und Müttervereine ein), und denen jetzt dann konsequenterweise auch die Gemeinnützigkeit aberkannt werden müsste, dürfte das ein ziemlich großes Chaos geben.
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Protasius
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Protasius » Donnerstag 3. August 2017, 12:36

HeGe hat geschrieben:
Donnerstag 3. August 2017, 11:43
BFH: Freimauerloge ist wegen Ausschlusses von Frauen nicht gemeinnützig

Wow, ich hoffe, die haben sich das gut überlegt. Wenn ich grob überlege, wie viele gemeinnützige Vereine und Organisationen es gibt, die nur ein Geschlecht aufnehmen (mir fallen spontan bspw. die ganzen katholischen Frauen- und Müttervereine ein), und denen jetzt dann konsequenterweise auch die Gemeinnützigkeit aberkannt werden müsste, dürfte das ein ziemlich großes Chaos geben.
Ein weiteres Beispiel wären sämtliche Männergesangsvereine und Frauenchöre.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

Lilaimmerdieselbe
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Donnerstag 3. August 2017, 17:21

Die katholischen Frauen- und Männervereine können sich getrost zurück lehnen. Wenn sie mildtätige Zwecke verfolgen sowieso, aber auch Chöre können Sachgründe geltend machen. Nur wenn man die Menschheit im allgemeinen fördern möchte, hat man ein Problem, steuerlich als gemeinnützig anerkannt zu werden, wenn man in diesem Fall Frauen, aber auch andere Gruppen prinzipiell ausschließt. Da es in diesem Fall mal gerade um ein paar hundert Euro geht, ist auch das nicht existenzbedrohend. Selbsthilfegruppen oder Frauenhäuser sind auch in keiner Weise betroffen.

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 3. August 2017, 20:28

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Donnerstag 3. August 2017, 17:21
Die katholischen Frauen- und Männervereine können sich getrost zurück lehnen. Wenn sie mildtätige Zwecke verfolgen sowieso, aber auch Chöre können Sachgründe geltend machen. Nur wenn man die Menschheit im allgemeinen fördern möchte, hat man ein Problem, steuerlich als gemeinnützig anerkannt zu werden, wenn man in diesem Fall Frauen, aber auch andere Gruppen prinzipiell ausschließt. Da es in diesem Fall mal gerade um ein paar hundert Euro geht, ist auch das nicht existenzbedrohend. Selbsthilfegruppen oder Frauenhäuser sind auch in keiner Weise betroffen.
Nun, das sieht der BFH zumindest hinsichtlich der Chöre offensichtlich ein wenig anders. In seiner Presseerklärung heißt es:
Das Urteil des BFH könnte sich aber auch auf Vereine auswirken, die die Gemeinnützigkeit in Anspruch nehmen, aber wie z.B. Schützenbruderschaften, Männergesangsvereine oder Frauenchöre Männer oder Frauen ohne sachlichen Grund von der Mitgliedschaft ausschließen.
https://www.bundesfinanzhof.de/pressemitteilungen

Natürlich kann man meinen, immer einen Grund finden zu können, um das andere Geschlecht von der Mitgliedschaft auszuschließen. Aber da Mitgliedschaft nicht unbedingt mit aktiver Teilnahme (z.B. als Sänger(in) gleichzusetzen ist, müssen zumindest die Satzungen geändert werden.

Im übrigen geht es hier nur um die steuerlichen Auswirkungen und die sind beschränkt. Die wenigsten kath. Vereine dürften steuerpflichtige Überschüsse erzielen. Eine Auswirkung ergäbe sich daher allenfalls beim Spendenabzug und da ist schon die Frage erlaubt: Warum muß eine private Tätigkeit steuerlich gefördert werden, wenn sie den privaten Interessen entspricht und z.B. in der Pflege des Kulturguts (z.B. Gesang, Aufarbeitung alter Eisenbahnen oder Karneval/Fasching) besteht?

Im übrigen wäre eine grundlegende Reform des Gemeinnützigkeitrechts im Rahmen einer Steuervereinfachung mehr als wünschenswert. Wer kann denn schon zwischen Vermögensverwaltung, gemeinnütziger Tätigkeit, Zweckbetrieb und wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb z.B. bei einem Karnevalsverein unterscheiden? Auf die Feinheiten bzgl. der Vorschriften zur Mittelverwendung will ich nicht eingehen.....

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Torsten
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Torsten » Donnerstag 3. August 2017, 22:35

tagesschau hat geschrieben:Mit Regenbögen gegen den Hass
03.08.2017

In Jerusalem haben mehr als 20.000 Menschen für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen demonstriert - alles unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Vor zwei Jahren hatte ein ultraorthodoxer Jude eine Teilnehmerin erstochen.
[...]
"Trotz der Fortschritte und Erfolge in unserem Kampf für eine tolerantere Gesellschaft ist unsere Gemeinde immer noch mit Hass, Ignoranz und Ablehnung konfrontiert", hieß es auf der Webseite der Veranstalter.
[...]
Schwerpunkt der Veranstaltung in diesem Jahr ist das Thema Religion. In Jerusalem leben viele konservativ eingestellte Juden, Christen und Muslime, die gleichgeschlechtliche Liebe als Verstoß gegen biblische Gebote ablehnen.
Es steckt mehr dahinter als ein biblisches Gebot. Eine Lebens- und Liebesform, die die Existenz von Gott und seinem Schöpfer spiegelt. Nicht nur in der Verschiedengeschlechtlichkeit, sondern auch in der Beziehung der Geschlechter zueiander. Da kann man sich aufregen und sagen: Ja, wie ungerecht ist das denn, und wieso hat Gott das dann geschaffen? Darauf antworte ich nur: Das ist mir vollkommen egal, ob euch das gefällt oder nicht. Hier geht es ums Leben und ums Überleben, auch um das nächste Leben.

Gewalt zur Durchsetzung lehne ich nicht selbstverständlich ab, sie steht mir einfach nicht zu.

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HeGe
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von HeGe » Freitag 4. August 2017, 13:51

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Donnerstag 3. August 2017, 17:21
Die katholischen Frauen- und Männervereine können sich getrost zurück lehnen. Wenn sie mildtätige Zwecke verfolgen sowieso, aber auch Chöre können Sachgründe geltend machen. Nur wenn man die Menschheit im allgemeinen fördern möchte, hat man ein Problem, steuerlich als gemeinnützig anerkannt zu werden, wenn man in diesem Fall Frauen, aber auch andere Gruppen prinzipiell ausschließt. Da es in diesem Fall mal gerade um ein paar hundert Euro geht, ist auch das nicht existenzbedrohend. Selbsthilfegruppen oder Frauenhäuser sind auch in keiner Weise betroffen.
Für kirchliche und mildtätige Zwecke gibt es wohl tatsächlich Ausnahmen:
Radio Vatikan hat geschrieben: Orden gelten weiterhin als gemeinnützig

[...] Verfolgen die Vereinigungen allerdings ausschließlich mildtätige oder kirchliche Zwecke, ist die Anerkennung als gemeinnützig dennoch möglich.[...] Unklar ist noch, was das Urteil für den Status katholischer Schützenbruderschaften bedeuten wird.
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Caviteño » Freitag 1. September 2017, 15:51

Auch der Berliner Kultursenator Lederer von der Linken hat gefordert, uns von „unserer Herkunft, unseren Wurzeln, unserer Kultur“ zu emanzipieren und nicht „auf Eigenheiten beharren“.

Anlaß ist der Streit um das Kreuz, das auf einer Kuppel des wieder aufgebauten Berliner Stadtschloß angebracht werden soll. Dazu ein Kommentar von Harald Martenstein:
Entscheidend ist, welche Botschaft von der heutigen Anti-Kreuz-Kampagne ausgeht, auch für Nichtchristen wie mich. Die Botschaft heißt: Vergesst, wer ihr seid, vergesst eure Geschichte, verwandelt euch in unbeschriebene Blätter, in den globalen Menschen ohne Eigenheiten, in austauschbare Arbeitsbienen. Habt Respekt für alle anderen. Euch selbst und eure Traditionen vergesst besser.
So entsteht kein multikulturelles Paradies, so entsteht Wut und Hass bei denen, die nicht die Option haben, morgen einen Job in Katar oder in Miami anzunehmen. Wie soll einer gelassenen Respekt für andere aufbringen, wenn er das Gefühl hat, das Eigene aufgeben zu müssen?
http://www.tagesspiegel.de/berlin/haral ... 18400.html

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Freitag 1. September 2017, 18:10

Man hätte sich halt vorher fragen sollen, ob man als demokratischer Staat ausgerechnet das Stadtschloß, mit dem die Hohenzollen preußisch-protestantisches Gottesgnadentum gegen die nationale Paulskirchenbewegung demonstriert haben, rekonstruieren will. Für wen ist das "unsere Kultur"?
Wenn man aber schon so weit gediehen ist, dann bleibt nichts anderes übrig, als halt "unsere Herkunft und unsere Wurzeln" zu dokumentieren, eben die riesige Kuppel mit Kreuz, ansonsten ist das ganze Projekt reine Deko. Wenn man sich von etwas emanzipieren will, muß man es erst mal kennen. Ich habe wirklich mehr Verständnis mit den DDR-Bonzen, die das Ding abgerissen haben, als für Leute, die es jetzt wieder aufgebaut haben und es dann sinnentleeren wollen.

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von umusungu » Freitag 1. September 2017, 19:22

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 18:10
Man hätte sich halt vorher fragen sollen, ob man als demokratischer Staat ausgerechnet das Stadtschloß, mit dem die Hohenzollen preußisch-protestantisches Gottesgnadentum gegen die nationale Paulskirchenbewegung demonstriert haben, rekonstruieren will.
Das Schloss wurde nach barocken Erweiterungen ab 1702 zur königlich-preußischen und ab 1871 kaiserlichen Residenz im Deutschen Kaiserreich. Es galt wegen seiner hauptsächlich von Andreas Schlüter geschaffenen Fassaden und Innenräume als ein Hauptwerk des Barock. [aus Wikipedia]

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Freitag 1. September 2017, 19:41

Schon, aber es geht mir um die zentrale Kuppel, auf die das Kreuz drauf oder nicht drauf soll, und die ist 19.Jahrhundert.
Bei Barock frage ich mich zwar auch, warum man den und gerade heute nachbauen sollte, aber er ist nicht eine solche Provokation.

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 2. September 2017, 09:31

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 19:41
Schon, aber es geht mir um die zentrale Kuppel, auf die das Kreuz drauf oder nicht drauf soll, und die ist 19.Jahrhundert.
Bei Barock frage ich mich zwar auch, warum man den und gerade heute nachbauen sollte, aber er ist nicht eine solche Provokation.
Provokation? Für wen?
Nur ein möglichst detailgetreuer Wiederaufbau des Schlosses macht Sinn, alles andere kann man sich schenken. Dann gehört aber auch das Kreuz auf die Kuppel. Im übrigen ist auch das sog. "Gottesgnadentum" Teil der Geschichte von denen, die schon länger hier leben. Soll man darauf verzichten, nur weil einige meinen, das Kreuz auf der Kuppel könnte heute bei denen, die erst kürzlich gekommen sind, Anstoß erregen? Soll man deswegen die eigene Geschichte vergessen?

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonnabend 2. September 2017, 10:08

Hast Du nicht verstanden, was ich geschrieben habe?
Ich meine, die ganze Kuppel hätte man als demokratischer Staat nicht neu bauen brauchen. Wenn man sich aber schon so verstiegen hat, dann geht es natürlich nur mit Kreuz, wenn man nicht gigantomanischen Nippes herstellen will.
Provozierend finde ich es, in einem demokratischen Gemeinwesen Hohenzollernpaläste nachzubauen. Wir sind doch nicht in Disneyland oder in einem Spielerparadies sondern in der deutschen Hauptstadt.

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Raphael » Sonnabend 2. September 2017, 10:33

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Sonnabend 2. September 2017, 10:08
Hast Du nicht verstanden, was ich geschrieben habe?
Ich meine, die ganze Kuppel hätte man als demokratischer Staat nicht neu bauen brauchen. Wenn man sich aber schon so verstiegen hat, dann geht es natürlich nur mit Kreuz, wenn man nicht gigantomanischen Nippes herstellen will.
Provozierend finde ich es, in einem demokratischen Gemeinwesen Hohenzollernpaläste nachzubauen. Wir sind doch nicht in Disneyland oder in einem Spielerparadies sondern in der deutschen Hauptstadt.
Besser wäre es natürlich gewesen, wenn man Erichs Lampenladen asbestfrei nachgebaut hätte! :pfeif:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonnabend 2. September 2017, 10:50

Blödsinn, aber viel schlechter auch nicht. Was muß man überhaupt nachbauen?

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Raphael » Sonnabend 2. September 2017, 11:09

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Sonnabend 2. September 2017, 10:50
Blödsinn, aber viel schlechter auch nicht. Was muß man überhaupt nachbauen?
Nö, kein Blödsinn, das hätte wenigstens klar gezeigt, daß Deutschland auf dem Weg in die DDR 2.0 ist! 8)
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonnabend 2. September 2017, 11:24

Immerhin gehen wir dahin konform, dass staatliche Bauten das Gemeinwesen repräsentieren sollten.

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von martin v. tours » Sonnabend 2. September 2017, 11:39

Ich vermute, bei einer Volksbefragung fände die Mehrheit einen Hohenzollernpalast schöner als Erich´s Lampenladen oder auch irgendein anderes modernes Gebäude.
Warum ist das so?
Warum bevorzugen viele Menschen, denen es sonst nicht modern genug sein kann, Altbauwohnungen mit hohen Decken und Stuck dran ?
Ich bin kein Gegner moderner Architektur, aber trotzdem .... irgendwie fehlt den meisten modernen Gebäuden die Seele.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonnabend 2. September 2017, 12:31

Seele kann man aber doch nicht nachbauen, das wird Sentimentalität.
Den Reichstag finde ich übrigens ziemlich gelungen, der hat seine Ursprünge integriert, sogar noch Teile der Schmierereien der Sowjetsoldaten erhalten, eine transparente Kuppel und Funktionalität.
Gelungen ist auch in Bochum unser Musikpalast. Da hat zwar auch ein privater Förderverein den Steuerzahler übers Ohr gehauen, aber die Symphoniker haben ihn schon lange verdient, nicht nur für ihre musikalische Qualität sondern auch für ihre Basisarbeit. Dass man dafür einen geeigneten Architekten gefunden hat, scheint ein Glücksfall zu sein. In Gelsenkirchen steht seit Jahrzehnten ein Musiktheater aus der Zeit, als da noch Geld war, da könnte man froh sein, wenn darin jemand Gelsenkirchens Seele sähe. Tut aber keiner, als Reporter in der Innenstadt nach Sehenswürdigkeiten der Stadt fragten, fiel einigen die Arena und der Zoo ein, den allermeisten gar nichts. Heute würden vielleicht ein paar das ungeheuer teuer restaurierte Hans Sachs Haus aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts nennen.
Will damit sagen, Bauherrn brauchen eine Seele, wenn sie beseelte Architektur verwirklichen wollen. Das ist in Demokratien für die öffentliche Hand nicht gerade einfach aber kein Grund, nur Zweckbauten zu errichten oder irgendwas aus einer vergangenen Zeit neu zu bauen. Wenn man was zu restaurieren hat, schön. Da gibt es dann eine lange Nutzung und eine Geschichte des gesehen werdens, mit der man was anfangen kann. Aber wenn nicht, dann sollte man schon überlegen, was man eigentlich ausdrücken will und wie das dann geht.

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 2. September 2017, 13:37

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Sonnabend 2. September 2017, 10:08
Hast Du nicht verstanden, was ich geschrieben habe?
Ich meine, die ganze Kuppel hätte man als demokratischer Staat nicht neu bauen brauchen. Wenn man sich aber schon so verstiegen hat, dann geht es natürlich nur mit Kreuz, wenn man nicht gigantomanischen Nippes herstellen will.
Provozierend finde ich es, in einem demokratischen Gemeinwesen Hohenzollernpaläste nachzubauen. Wir sind doch nicht in Disneyland oder in einem Spielerparadies sondern in der deutschen Hauptstadt.
Das hat nun wirklich nichts mit Disneyland oder Las Vegas zu tun, denn dort wird etwas nachgebaut, was nie dort gestanden hat.

Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses wurde vom Bundestag beschlossen - ist also demokratisch legitimiert. Ob diese Entscheidung glücklich zu nennen ist, darüber mag man geteilter Meinung sein Aber wenn man sich schon für den Wiederaufbau entschieden hat, gehören auch Kuppel und Kreuz dazu.
Warten wir doch ab, bis alles fertiggestellt ist. Wahrscheinlich sieht es dann ganz gut aus - jedenfalls besser als der "Palast der Republik", der dort vorher stand.

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