Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

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Juergen
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Juergen » Donnerstag 4. August 2016, 16:43

http://www.bild.de/politik/inland/bunde ... .bild.html

Nichts Besseres zu tun?
Bundestag soll über Kartoffelnamen beraten

Der Bundestag soll sich für die Gleichbehandlung der Geschlechter bei der Vergabe von Kartoffelnamen einsetzen.
Das fordert zumindest eine Petition:
https://epetitionen.bundestag.de/petiti ... 66662.html

:patsch:
Gruß
Jürgen

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guatuso
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von guatuso » Donnerstag 4. August 2016, 17:56

Juergen hat geschrieben:
http://www.bild.de/politik/inland/bunde ... .bild.html

Nichts Besseres zu tun?
Bundestag soll über Kartoffelnamen beraten

Der Bundestag soll sich für die Gleichbehandlung der Geschlechter bei der Vergabe von Kartoffelnamen einsetzen.
Das fordert zumindest eine Petition:
https://epetitionen.bundestag.de/petiti ... 66662.html

:patsch:
Oh Nein Juergen, du solltest schon die Begruendung zitieren, ich bringer sie hier mal:

"Im deutschen Wikipedia- Beitrag über Kartoffelnamen sind über 25 Sorten aufgeführt. Weit mehr als 9 % sind hier weiblichen Geschlechts. Ich sehe hier eine eindeutige Benachteiligung hinsichtlich männlicher Namen und fordere auf diesem Wege, sich diesem Thema anzunehmen, mit dem Ziel mittelfristig eine Annäherung bzw. eine ausgeglichene Mischung zu den weiblichen Kartoffelbezeichnungen zu schaffen."

Es geht hier um die Rechte des Mannes und nicht um Kartoffel. Wir muessen endlich Zeichen setzen. Wir Maenner duerfen nicht laenger schweigen und uns verbraten (!) lassen. Die Feministen haben einen Riesenaufstand gemacht, weil Wirbelstuerme weibliche Namen tragen. Und jetzt, bei der Kartoffel,schweigt man.
Es gibt Frauenhaeuser, Frauenfoerderung, Frauensprache, Frauencafes, Frauengenderismis, Feminismus - ja bitte, wo bleiben wir?

Maennerrechtler in Deutschland werden sich freuen und die Petition massiv unterstutzen. Es geht um die Kartoffel, bzw. unser Recht auf Gleichberechtigung! Ausserdem ist die Kartoffel ein Einwanderer und, wie wir auf Fotos sehen, sind die meisten maennlich, also da zieht schon der Hauch von Rassismus durch die Namen, dem es zu widerstehen gilt....

Ich schlage hiermit den ersten maennlichen Kartoffelnamen vor, ich habe dabei eine harte Sorte im Sinn, die man richtig weich kochen muss: Putin!

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Hubertus
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Hubertus » Donnerstag 4. August 2016, 18:30

guatuso hat geschrieben:"Im deutschen Wikipedia- Beitrag über Kartoffelnamen sind über 250 Sorten aufgeführt. Weit mehr als 90 % sind hier weiblichen Geschlechts. Ich sehe hier eine eindeutige Benachteiligung hinsichtlich männlicher Namen und fordere auf diesem Wege, sich diesem Thema anzunehmen, mit dem Ziel mittelfristig eine Annäherung bzw. eine ausgeglichene Mischung zu den weiblichen Kartoffelbezeichnungen zu schaffen."
:patsch:
Auf die Idee, daß dies daran liegt, daß die Kartoffel im Dt. einfach weiblich ist (grammatisches Geschlecht), kommen die Herrschaften wohl gar nicht mehr.
Umgekehrt ist es bei dem Apfel, der dann gelegentlich Namen trägt wie 'Sommerregent' oder Roter Krieger'.

Aber das ging ja schon vor Jahren los, als man sich daran zu stören begann, daß Tiefdruckgebiete weibliche und Hochdruckgebiete männliche Namen hatten.
Jetzt muß jährlich gewechselt werden ... :roll:
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Stephanie » Freitag 5. August 2016, 08:52

Eine Antwort, weshalb wir uns in den unsinnigsten selbst erfundenen Problemchen verstricken (nicht neu, aber für einen kurzen Zeitungsartikel schön auf den Punkt gebracht):

http://www.nzz.ch/feuilleton/zeitgesche ... -ld.1918


P.S.: Ich beobachte schon seit einer Weile, dass nicht alle Stimmen der Vernunft (ich meine jetzt rein weltliche) verstummt sind. Bücher wie "Mythos Überforderung" oder der gegenwärtige Streit in der Philosophie zwischen sog. Neorealisten vs. Relativisten/Konstruktivisten lassen hoffen...
Wird kaum der Gerechte gerettet, wo werde ich Sünder erscheinen? Die Last und Hitze des Tages habe ich nicht getragen. Die um die elfte Stunde kamen, denen zähle mich bei, Gott, und sei mein Erretter.

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von HeGe » Freitag 5. August 2016, 10:45

Immer, wenn man meint, es ginge nicht noch bekloppter... :vogel:
General-Anzeiger hat geschrieben:Unmut bei der Bonner Polizei

05.08.2016 BONN. Bei einigen Behörden, so auch bei der Bonner Polizei, hat das zum 1. Juli von der rot-grünen Landesregierung beschlossene Dienstrechtsmodernisierungsgesetz zu großem Unmut geführt.

Der Grund: Um Beamtinnen künftig besser zu fördern, sollen sie auch bei schlechteren Leistungen bei Beförderungen männlichen Kollegen vorgezogen werden. [...]
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Raphael
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Raphael » Freitag 5. August 2016, 10:48

HeGe hat geschrieben:Immer, wenn man meint, es geht nicht noch bekloppter... :vogel:
General-Anzeiger hat geschrieben:Unmut bei der Bonner Polizei

05.08.2016 BONN. Bei einigen Behörden, so auch bei der Bonner Polizei, hat das zum 1. Juli von der rot-grünen Landesregierung beschlossene Dienstrechtsmodernisierungsgesetz zu großem Unmut geführt.

Der Grund: Um Beamtinnen künftig besser zu fördern, sollen sie auch bei schlechteren Leistungen bei Beförderungen männlichen Kollegen vorgezogen werden. [...]
Da kommt bestimmt Freude auf, wenn die unterlegenen, aber leistungsstärkeren Beamten gegen die Beförderungsentscheidung der überlegenen, aber leistungsschwächeren Beamtin klagen! :pfeif:
Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Hallelujah singen!

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Caviteño » Freitag 5. August 2016, 12:27

Raphael hat geschrieben: Da kommt bestimmt Freude auf, wenn die unterlegenen, aber leistungsstärkeren Beamten gegen die Beförderungsentscheidung der überlegenen, aber leistungsschwächeren Beamtin klagen! :pfeif:
Glaub ich nicht....

Man hat innerhalb der gleichen Beurteilungsnote verschiedene "Terrassen". Während früher nach Note befördert und dabei die Terrassen nach Rangfolge abgearbeitet wurden, werden jetzt Frauen innerhalb der gleichen Beurteilungsnote bevorzugt, auch wenn sie auf einer niedrigeren Terrasse stehen. Das gilt nur, wenn der Anteil der Frauen in der entsprechenden Besoldungsgruppe noch keine 50% beträgt (dürfte bei den Grundschulen interessant werden :breitgrins: ). Soweit - so gut (oder schlecht).

Natürlich ist der Landesregierung auch klar, daß dies zu Unmut und Klagen führen wird. Deswegen hat man, als das neue System eingeführt wurde, die 18 monatige Stellenbesetzungssperre aufgehoben und einen wahren Beförderungstsunami ausgelöst. Die Listen sind ziemlich abgeräumt, eine Klagewelle wird es nur eingeschränkt geben.

Wie sieht es bei den nächsten Beurteilungen aus und was sind die Folgen:

Es wird genau das Gegenteil der beabsichtigten (Frauenförderungs-)Wirkung eintreten.
Natürlich ist den Beurteilenden klar, daß Herr Meyer mit einer Topnote und dem besten Terrassenplatz (also 1.1) nicht befördert wird, solange die weniger qualifizierten Frau Müller und Frau Weber die gleiche Note haben, aber auf dem letzten Terrassenplatz (also 1.4) stehen. Die würden an Herrn Meyer vorbeiziehen. Unmut wäre programmiert, das Betriebsklima leidet, die Motivation bleibt auf der Strecke, innere Kündigungen nehmen zu. Also wird man Frau Müller und Frau Weber eine schlechtere Note (statt "1" nur "2") geben, als es eigentlich beabsichtigt gewesen wäre. Damit wird natürlich die von der Landesregierung angedachte Frauenförderung unterlaufen, tlw. in ihr Gegenteil verkehrt.

Merke: Gut gemeint bedeutet nicht automatisch "gut gemacht" - und bei der Landesregierung NRW erst recht nicht. :D
Ob die Gerichte dem Weg der Landesregierung folgen werden, dürfte auch zweifelhaft sein.

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Raphael
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Raphael » Freitag 5. August 2016, 14:46

Caviteño hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:Da kommt bestimmt Freude auf, wenn die unterlegenen, aber leistungsstärkeren Beamten gegen die Beförderungsentscheidung der überlegenen, aber leistungsschwächeren Beamtin klagen! :pfeif:
Glaub ich nicht....
Du darfst die Ironie in dem Text durchaus auch glauben! :huhu:
Caviteño hat geschrieben:Man hat innerhalb der gleichen Beurteilungsnote verschiedene "Terrassen". Während früher nach Note befördert und dabei die Terrassen nach Rangfolge abgearbeitet wurden, werden jetzt Frauen innerhalb der gleichen Beurteilungsnote bevorzugt, auch wenn sie auf einer niedrigeren Terrasse stehen. Das gilt nur, wenn der Anteil der Frauen in der entsprechenden Besoldungsgruppe noch keine 50% beträgt (dürfte bei den Grundschulen interessant werden :breitgrins: ). Soweit - so gut (oder schlecht).

Natürlich ist der Landesregierung auch klar, daß dies zu Unmut und Klagen führen wird. Deswegen hat man, als das neue System eingeführt wurde, die 18 monatige Stellenbesetzungssperre aufgehoben und einen wahren Beförderungstsunami ausgelöst. Die Listen sind ziemlich abgeräumt, eine Klagewelle wird es nur eingeschränkt geben.

Wie sieht es bei den nächsten Beurteilungen aus und was sind die Folgen:

Es wird genau das Gegenteil der beabsichtigten (Frauenförderungs-)Wirkung eintreten.
Natürlich ist den Beurteilenden klar, daß Herr Meyer mit einer Topnote und dem besten Terrassenplatz (also 1.1) nicht befördert wird, solange die weniger qualifizierten Frau Müller und Frau Weber die gleiche Note haben, aber auf dem letzten Terrassenplatz (also 1.4) stehen. Die würden an Herrn Meyer vorbeiziehen. Unmut wäre programmiert, das Betriebsklima leidet, die Motivation bleibt auf der Strecke, innere Kündigungen nehmen zu. Also wird man Frau Müller und Frau Weber eine schlechtere Note (statt "1" nur "2") geben, als es eigentlich beabsichtigt gewesen wäre. Damit wird natürlich die von der Landesregierung angedachte Frauenförderung unterlaufen, tlw. in ihr Gegenteil verkehrt.

Merke: Gut gemeint bedeutet nicht automatisch "gut gemacht" - und bei der Landesregierung NRW erst recht nicht. :D
Ob die Gerichte dem Weg der Landesregierung folgen werden, dürfte auch zweifelhaft sein.
Ich will jetzt gar nicht auf den Sinn oder besser den Unsinn des Beurteilungssystems bei Beamten eingehen, denn das würde den Rahmen sprengen. :tuete:

Die [ironie]Freude[/ironie] wird deswegen größer, weil es nun einen Grund mehr gibt, wegen dem geklagt werden kann! :emil:

Aus dem Bekanntenkreis wurde mir Folgendes glaubhaft zugetragen:
Um bspw. im höheren Dienst von der A13 in die A14 befördert zu werden, werden zunächst alle A13-er beurteilt und dann in eine Reihenfolge gebracht. Nach Festlegung dieser Reihenfolge werden dann die ersten 5 der Liste tatsächlich befördert, wenn es 5 A14-er Stellen gibt, die zu besetzen sind. Sollten es 7 A14-er Stellen sein, werden eben die ersten 7 der Liste tatsächlich befördert.
Wenn dann aber einer der nicht Berücksichtigten klagt, wird die Beförderung all (!!!) derer ausgesetzt, die auf den ersten 5 bzw. 7 Listenplätzen waren. Diese Aussetzung gilt so lange, bis ein Verwaltungsgericht eine Entscheidung über die Klage gefällt hat und das kann schon 'mal schnell 18 bis 24 Monate dauern. Dies bedeutet in der Folge aber auch, daß alle die eigentlich zur Beförderung anstanden, vorläufig auf die Erhöhung ihrer Bezüge verzichten müssen; sie sind ja noch nicht befördert worden. Super, nicht wahr? :roll:

Da wird dann schon 'mal das ein oder andere Messer im Kollegenkreise gewetzt ..............
Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Hallelujah singen!

Caviteño
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Caviteño » Freitag 5. August 2016, 21:05

Raphael hat geschrieben: Aus dem Bekanntenkreis wurde mir Folgendes glaubhaft zugetragen:
Um bspw. im höheren Dienst von der A13 in die A14 befördert zu werden, werden zunächst alle A13-er beurteilt und dann in eine Reihenfolge gebracht. Nach Festlegung dieser Reihenfolge werden dann die ersten 5 der Liste tatsächlich befördert, wenn es 5 A14-er Stellen gibt, die zu besetzen sind. Sollten es 7 A14-er Stellen sein, werden eben die ersten 7 der Liste tatsächlich befördert.
Wenn dann aber einer der nicht Berücksichtigten klagt, wird die Beförderung all (!!!) derer ausgesetzt, die auf den ersten 5 bzw. 7 Listenplätzen waren. Diese Aussetzung gilt so lange, bis ein Verwaltungsgericht eine Entscheidung über die Klage gefällt hat und das kann schon 'mal schnell 18 bis 24 Monate dauern. Dies bedeutet in der Folge aber auch, daß alle die eigentlich zur Beförderung anstanden, vorläufig auf die Erhöhung ihrer Bezüge verzichten müssen; sie sind ja noch nicht befördert worden. Super, nicht wahr? :roll:

Da wird dann schon 'mal das ein oder andere Messer im Kollegenkreise gewetzt ..............
Bekannt - nennt sich "beamtenrechtliches Konkurrentenstreitverfahren"

Aber: Wenn die Liste zutreffend aufgestellt wurde - also zuerst die Beurteilungsnote, dann ggfs. die "Terrasse", dann die Vornote usw. bis zu Schwerbehinderung und Geschlecht, hat man kaum eine Chance. Das mag anders sein, wenn es um ausgeschriebene Stellen geht, für die bestimmte Befähigungen vorgeschrieben sind.

Du darfst sicher sein, daß die Beurteiler und die vorgesetzte Dienstbehörde gerade in diesen Fragen sehr penibel sind.
Das war im übrigen auch nicht meine Ansatzpunkt. Ich wollte nur klarmachen, daß künftig die Reihenfolge - zum Nachteil der Frauen - geändert werden könnte.
Bei jeder Beurteilung hast Du die kleine Gruppe der Leistungsträger, die große Masse und den (kleinen) Rest der Pfeifen. Gibt es z.B. bei einer Gruppe von 50 zu beurteilenden Beamten 10 Leistungsträger, können aber 12 Eignungen vergeben werden, wird man darauf achten, daß die zwei "freien" Plätze nicht unbedingt mit Frauen aus der großen Masse besetzt werden, weil die an allen 10 Leistungsträgern vorbeiziehen würden. Werden die freien zwei Plätze dagegen an Männer vergeben, kommen die hinten auf die Liste und die Reihenfolge ist gewahrt. :breitgrins:

Damit will ich natürlich nicht ausschließen, daß es zu Klagen kommen wird. Ich wollte nur klarmachen, daß der Schuß mE nach hinten geht.
Um auf Deinen Fall zurückzukommen: Der Beamte, der die Stelle aufgrund des oa Verfahrens erst später erhält, erleidet keine finanziellen Nachteile. Er bekommt eine Nachzahlung in Höhe der entgegangenen höheren Bezüge.

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Marcus
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Marcus » Freitag 5. August 2016, 22:00

Caviteño hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben: Aus dem Bekanntenkreis wurde mir Folgendes glaubhaft zugetragen:
Um bspw. im höheren Dienst von der A13 in die A14 befördert zu werden, werden zunächst alle A13-er beurteilt und dann in eine Reihenfolge gebracht. Nach Festlegung dieser Reihenfolge werden dann die ersten 5 der Liste tatsächlich befördert, wenn es 5 A14-er Stellen gibt, die zu besetzen sind. Sollten es 7 A14-er Stellen sein, werden eben die ersten 7 der Liste tatsächlich befördert.
Wenn dann aber einer der nicht Berücksichtigten klagt, wird die Beförderung all (!!!) derer ausgesetzt, die auf den ersten 5 bzw. 7 Listenplätzen waren. Diese Aussetzung gilt so lange, bis ein Verwaltungsgericht eine Entscheidung über die Klage gefällt hat und das kann schon 'mal schnell 18 bis 24 Monate dauern. Dies bedeutet in der Folge aber auch, daß alle die eigentlich zur Beförderung anstanden, vorläufig auf die Erhöhung ihrer Bezüge verzichten müssen; sie sind ja noch nicht befördert worden. Super, nicht wahr? :roll:

Da wird dann schon 'mal das ein oder andere Messer im Kollegenkreise gewetzt ..............
Bekannt - nennt sich "beamtenrechtliches Konkurrentenstreitverfahren"

Aber: Wenn die Liste zutreffend aufgestellt wurde - also zuerst die Beurteilungsnote, dann ggfs. die "Terrasse", dann die Vornote usw. bis zu Schwerbehinderung und Geschlecht, hat man kaum eine Chance. Das mag anders sein, wenn es um ausgeschriebene Stellen geht, für die bestimmte Befähigungen vorgeschrieben sind.

Du darfst sicher sein, daß die Beurteiler und die vorgesetzte Dienstbehörde gerade in diesen Fragen sehr penibel sind.
Das war im übrigen auch nicht meine Ansatzpunkt. Ich wollte nur klarmachen, daß künftig die Reihenfolge - zum Nachteil der Frauen - geändert werden könnte.
Bei jeder Beurteilung hast Du die kleine Gruppe der Leistungsträger, die große Masse und den (kleinen) Rest der Pfeifen. Gibt es z.B. bei einer Gruppe von 5 zu beurteilenden Beamten 1 Leistungsträger, können aber 12 Eignungen vergeben werden, wird man darauf achten, daß die zwei "freien" Plätze nicht unbedingt mit Frauen aus der großen Masse besetzt werden, weil die an allen 1 Leistungsträgern vorbeiziehen würden. Werden die freien zwei Plätze dagegen an Männer vergeben, kommen die hinten auf die Liste und die Reihenfolge ist gewahrt. :breitgrins:

Damit will ich natürlich nicht ausschließen, daß es zu Klagen kommen wird. Ich wollte nur klarmachen, daß der Schuß mE nach hinten geht.
Um auf Deinen Fall zurückzukommen: Der Beamte, der die Stelle aufgrund des oa Verfahrens erst später erhält, erleidet keine finanziellen Nachteile. Er bekommt eine Nachzahlung in Höhe der entgegangenen höheren Bezüge.
„Im Ländle“ wird bei Beförderungen zunächst die Beurteilung und dann die Wertigkeit der eigenen Stelle herangezogen. Daher wird bei einer Stellenausschreibung auch die Besoldungsgruppe angegeben, mit der die Stelle bewertet ist. Um aber tatsächlich befördert werden zu können, muss man sich allerdings auf eine ausgeschriebene Beförderungsstelle bewerben. Siehe hier:
http://www.olg-karlsruhe.de/pb/,Lde/Sta ... hreibungen

Es kann also aufgrund Personalmangels durchaus vorkommen, dass man als Berufseinsteiger im gehobenen Dienst mit 96% von A9 auf eine A-13-Stelle gesetzt wird und dann nach Ableistung der Probezeit (i. d. R. 3 Jahre) und einem Berufsjahr als Lebenszeitbeamter bei der Bewerbung um eine Beförderung nach A 1 im Ranking hinter einem Kollegen landet, dessen Stelle nur mit A-1-Stelle bewertet ist, der aber eine bessere Beurteilung bekommen hat. Das kann man aber auch unfair finden, weil es viel schwieriger ist, sich mit einer A-13-Stelle als mit einer A-1-Stelle zu bewähren und man sich viel weiter unter Wert verkaufen muss. Fairer wäre es, jeder Beamtenstelle eine Besoldungsgruppe nicht nur zuzuordnen, sondern dem Beamten auch ein entsprechendes Amt nach einer gewissen Bewährungszeit zu verleihen. Tarifbeschäftige haben schließlich auch Anspruch darauf, bei einer höherwertigeren Tätigkeit entsprechend hochgruppiert zu werden. Das dürfe aber kein Dienstherr zu finanzieren bereit sein.

Nachtrag:

In der Ausschreibung des OLG Karlsruhe wird auch darauf verwiesen, dass Bewerbungen von Frauen besonders erwünscht seien, obwohl der mittlere Justizdienst nahezu und selbst der gehobene Justizdienst zu 2/3 bis 3/4 aus Frauen bestehen dürfte. Folglich dürften bei Bewerbungen die Frauen ohnehin in der Mehrheit sein.
Zuletzt geändert von Marcus am Freitag 5. August 2016, 22:07, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Nachtrag.
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Marcus » Freitag 5. August 2016, 22:09

Zur Befürchtung, dass bei Einstellungen im Öffentlichen Dienst von Baden-Württemberg künftig die sexuelle Orientierung zu Bewerbungsförderungszwecken abgefragt werden könnte:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 6391f.html
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Caviteño » Montag 8. August 2016, 07:38

Experten fordern Führungsquote auch für Migranten
Um etwa der Diskriminierung von Migranten effektiver begegnen zu können, sollte – ähnlich wie dies in Bezug auf Frauen oder Behinderte schon geschehe – der Gesetzgeber wirksame "positive Maßnahmen" ergreifen. Effektiv wäre beispielsweise die für Frauen schon eingeführte Quote für Führungsposten in der Wirtschaft oder eine Pflicht für Unternehmen zur Verwirklichung von Diversity-Zielen. Denn solche proaktiven Gleichstellungsmodelle seien bei der Bekämpfung von struktureller Benachteiligung wirksamer als die juristische Bearbeitung von Diskriminierungsvorfällen, unterstreichen die Autoren.
Dabei sieht es doch nicht so schlecht aus. Bei den DAX-Unternehmen gibt bzw. gab es (bis vor einigen Monaten) einige Migranten als Vorstandsvorsitzende, z.B.
adidas = Kasper Rorstedt - Däne
Bayer = Marjin Dekkers (bis 05/16) - US, NL
Deutsche Bank = John Cyran - GB
Fresenius Medical Care = Rice Powell - USA
SAP = Bill McDermott - USA

Aber wahrscheinlich sind das keine "richtigen" Migranten.... ;D

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Protasius » Montag 8. August 2016, 12:32

In Nürnberg gibt es jetzt einen Männer-Beauftragten.
http://www.spiegel.de/panorama/das-ist- ... 06310.html
Erster Männerbeauftragter Deutschlands: "Auch Männer werden in Deutschland diskriminiert"

Matthias Becker ist Deutschlands erster Männerbeauftragter. Der Sozialpädagoge erklärt, wo es Männer schwer haben in der Gesellschaft. Und warum sie als Opfer manchmal ignoriert werden.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von HeGe » Dienstag 9. August 2016, 12:00

Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von guatuso » Dienstag 9. August 2016, 15:55

HeGe hat geschrieben:Grüne fordern Nachbesserungen am Antidiskriminierungsgesetz

Ein Verbandsklagerecht... :panisch: :panisch: :panisch:
Die haben Recht. Die Gruenen haben vollkommen Recht. Es gibt viel zu wenige Antidiskriminierungsanzeigen. Und wie die Dame so richtig sagt:
"Viele fuehlen sich diskriminiert".

Ich mich auch!
Mein Gefuehl sagt mir: Ihr alle diskriminiert mich.
Zack, schon habt ihr die Anzeige am Hals.
Daher fordere ich schaerferes Vorgehen, besser noch, haertere Strafen bei Verstoessen gegen das Antidiskriminierungsgesetz.
Warum ueberhaupt solch ein Gesetz Pauschal fuer alle?
Und was ist wenn meine Diskriminierung nicht von diesem Gesetz erfasst wird?
Warum ueberhaupt so Wischi-Waschi-Gesetz fuer unsere bunte breite Gesellschaft
Warum nicht ein Antidiskriminierungsgesetz nur fuer Tuerken?
Und warum nicht auch ein Antidiskriminierungsgesetzs fuer Putin?
Eines fuer Arabs.
Und eines fuer Grabscher, die ihren biologischen Impulsen nicht mehr nachgehen duerfen.
Und natuerlich eines fuer Maenner die von Frauen abgewiesen werden!

Ja ich frage mich, und stelle dies zur Diskussion:
Warum nicht fuer jeden einzelnen Menschen ein persoenliches und auf seine Biografie zugeschnittenes Anti-Diskriminierungsgesetzs, damit niemand mehr es wagt gegen mich das Maul aufzumachen?

Wie gesagt, die Gruenen haben Recht. Lasst es knallen!
Und schreibt. Den Gruenen Abgeordneten. Schreibt auf Teufel (apaga satanas) komm raus dass ihr euch diskriminiert fuehlt. Ihr muesst es nicht sein, nur euer Gefuehl zaehlt.
Schreibt jeden Tag eine dicke Anti-Diskriminierungsklage. Eurem Gruenen Abgeordneten.
Bis denen der Schreibtisch unter der Last der Briefe zusammenbricht und die zu nichts anderem mehr kommen.
Es ist voellig egal ob es die richtige Adresse ist. Die muessen es lesen, abzeichnen und weiterleiten.

Das haben sie dann davon.
Tag fuer Tag hunderte von gefuehlten Antidiskriminerungsklagen
Und die gruenen Knallkoepfe sind kalt gestellt.

https://www.gruene-bw.de/gruene-abgeordnete/
https://www.bundestag.de/bundestag/abge ... tionen/b9
http://www.gruene-fraktion-berlin.de/fr ... bgeordnete
http://www.gruene-landtag-bw.de/fraktio ... dnete.html

ect.pp

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Edi » Dienstag 9. August 2016, 17:56

HeGe hat geschrieben:Grüne fordern Nachbesserungen am Antidiskriminierungsgesetz

Ein Verbandsklagerecht... :panisch: :panisch: :panisch:

Man muss doch Arbeitsplätze für Juristen und Rechtsverdreher schaffen. Es gibt offenbar immer noch zu wenige. Wieviel Juristen (auch blutleere) sitzen denn im Bundestag (oder bei den Behörden) z.B. bei den Grünen, aber auch insgesamt? Ich sage nur: Viel zu viele und trotzdem ist manches Gesetz handwerklich sehr schlampig gearbeitet.
Wären manche Gesetze besser formuliert, gäbe es auch weniger Klagen, aber das wollen die Juristen gar nicht, denn sie leben vom Streit.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von guatuso » Sonnabend 27. August 2016, 04:37

Fuer Kinder ab 4 Jahren:
"Hat Pia einen Pipimax?"
Das Buch vom kleinen Unterschied.

Fuer Kinder ab 4 Jahren
"Paul und die Puppen"
Paul hat genug von "Jungenspielen" (...) und spielt mit Puppen.
Es regt an spielerisch mit Geschlechterollen umzugehen.

Fuer Kinder ab 5 Jahren
"ICH HASSE ROSA"
Das Bilderbuch erzaehlt von einem Maedchen, das Rosa hasst.

Fuer Kinder ab 6 Jahren
"I am Jazz"
Der Lebensalltag eines jungen Trans-Maedchens.

Fuer Kinder ab 4 Jahren
"Hauptsache es wird kein Hund"
Das Buch ermuntert zum spielerischen Umgang mit dem Geschlecht.

Ab 4 Jahren
"Jill ist anders"
Das Buch zeigt wie mit Gendervarians wertschaetzend umgegangen werden kann.

Ab 3 Jahren
Maxime will ein Kind
Eine Lesbe erzaehlt von 2 Muettern....fuer 3 jaehrige Kinder!

Seid ihr durchgeknallt in Deutschland?

Wer schreibt so einen Dreck?
Ehrlich gesagt, ich bin fassungslos und angewidert.

Diese Buecher gehoren zu einer ganzen Liste von empfohlenen Buechern fuer Kinder ab 3 (DREI) bis 8 Jahren.
Empfohlen wird dieser Dreck von einem "Kompetenzzentrum fuer Geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe von Sachsen-Anhalt. Das ist ein privater Schwulen-Lesben- Transenverein. Und weil sie Schwul, Lesbisch oder Transe sind, sind sie Kompetent fuer Kindererziehung! Jene die keine Kinder haben wollen oder koennen, sind Spezialisten fuer Kinder.

Und wer bitte hat diesen ganzen widerlichen Dreck, diese Ausbeutung von Kindern, diese politisierung und sexualisierung von 3 jaehrigen Kindern finanziert?

Das Ministerium für Justiz und Gleichstellung in Sachsen-Anhalt.
Ein Ministerium fuer Justiz - und Gleichstellung, (nicht etwa Gleichberechtigung!)

Dieser ominöser Verein, das „Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe Sachsen-Anhalt e.V.”wird vom Justiz-Ministerium finanziert.
Irgendwelche Leute gründen einen Verein und nennen sich "Experten" ohne Sachkundenachweis. Das heisst, Schwul sein ist Sachkunde an und fuer sich.

Ein Justizministerium unterstuetzt dass 3 jaehrige Kinder politisch missbraucht und sexualisiert werden.
Pfui Deibel.

Sagt mal, ich fass es nicht. Das sind Kinder. Wenn das bei uns waere, ich wuerde eine Kampagne starten die tot zu schlagen.
Sorry,ich kann meinem entsetzen nicht anders Luft machen.
Was macht ihr dagegen? Ich meine, gibt es da keine kirchliche religioese Bewegung die da aufsteht und sagt "Ende"?
Schon mal versucht anwaltlich/gerichtlich/Verfassungsmaessig was zu machen?

Sorry, ich muss mich abregen gehen....

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Palmesel
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Palmesel » Dienstag 6. September 2016, 08:58

Bei uns würde wirklich keiner wagen, eine Totschlag-Kampagne ins Leben zu rufen, auch wenn sich manche vielleicht eine wünschten. Mitteleuropa ist wohl anders, als Lateinamerika.

Wenn Themen aus der Erziehung ausgeklammert werden, finden die Kinder die "Antworten" im Internet. Kinder interessieren sich für diese Themen, ob die Ministerien nun Empfehlungen machen, oder nicht. Diese Bücher scheinen mir da als bessere Empfehlung, als eine Totschlag-Kampagne.

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Raphael
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Raphael » Dienstag 6. September 2016, 09:04

Palmesel hat geschrieben:Bei uns würde wirklich keiner wagen, eine Totschlag-Kampagne ins Leben zu rufen, auch wenn sich manche vielleicht eine wünschten. Mitteleuropa ist wohl anders, als Lateinamerika.

Wenn Themen aus der Erziehung ausgeklammert werden, finden die Kinder die "Antworten" im Internet. Kinder interessieren sich für diese Themen, ob die Ministerien nun Empfehlungen machen, oder nicht. Diese Bücher scheinen mir da als bessere Empfehlung, als eine Totschlag-Kampagne.
Es geht hier nicht um die Ausklammerung des Themas, sondern um den richtigen Umgang damit.
Sexualerziehung ist ein sensibles Thema, welches intimste Bereiche des menschlichen Daseins berührt. Daher ist die von guatuso vorgebrachte Kritik an den Pamphleten höchst angebracht! :ja:
Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Hallelujah singen!

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Palmesel
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Palmesel » Dienstag 6. September 2016, 09:12

Ich hab diese Bücher nicht gelesen, und meine Töchter sind aus dem Alter raus. Was der "richtige" Umgang ist, ist eine wissenschaftliche Frage, imho. Dass Ministerien oft Bockmist bauen, keine Frage. Dass sie es hier taten scheint mir in der Kürze der Belege nicht unbedingt erwiesen, aber in diesem Themenbereich würde ich auch keinen meiner wissenschaftlichen Kompetenzschwerpunkte sehen. Hat den jemand hier eines dieser Bücher gelesen?

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Niels » Dienstag 6. September 2016, 09:16

Mir scheint allein schon aufgrund der Titel: diese Machwerke sind wohl Projektionen ihrer Autoren.
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Raphael » Dienstag 6. September 2016, 09:29

Palmesel hat geschrieben:Ich hab diese Bücher nicht gelesen, und meine Töchter sind aus dem Alter raus.
Mithin machst Du Deine Anmerkung nach dem Motto: Ich habe zwar keine Ahnung, aber die Bücher werden schon gut sein? :detektiv:
Palmesel hat geschrieben:Was der "richtige" Umgang ist, ist eine wissenschaftliche Frage, imho.
Also wurde sexuelle Aufklärung in angemessener Weise erst vorgenommen, seitdem Wissenschaft nach neuzeitlichem Muster betrieben wird? :hmm:
Palmesel hat geschrieben:Dass Ministerien oft Bockmist bauen, keine Frage. Dass sie es hier taten scheint mir in der Kürze der Belege nicht unbedingt erwiesen, aber in diesem Themenbereich würde ich auch keinen meiner wissenschaftlichen Kompetenzschwerpunkte sehen. Hat den jemand hier eines dieser Bücher gelesen?
Dazu hat Niels schon das Passende angemerkt. :ja:
Man kennt derlei Pamphlete bereits von anderen Gelegenheiten. :roll:
Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Hallelujah singen!

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Niels » Dienstag 6. September 2016, 09:58

Raphael hat geschrieben: Dazu hat Niels schon das Passende angemerkt. :ja:
Vielleicht bin ich auch irgendwie oder irgendwo eine Frau und nenne mich ab sofort Nicoletta. :tante: :narr:
https://www.youtube.com/watch?v=GryQiamGxpY
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Dienstag 6. September 2016, 10:18

Ich denke, ich kriege seit zwanzig Jahren ziemlich zutreffend mit, was in den Kindergärten meiner Stadt so abgeht. Ich habe bisher nie diese oder überhaupt Bücher für die Sexualaufklärung in Benutzung gesehen. Die Lernziele Benennung der Sexualorgane und "Mein Intimbereich gehört mir, da darf keiner dran, den ich nicht ausdrücklich lasse, z.B. Eltern zur Überprüfung des Waschergebnis, Ärzte zur Untersuchung" werden locker ohne Bücher erreicht (Kindergärten sind chronisch unterfinanziert) und Erzieherinnen sind auch nicht so blöd, dass sie sich völlig sinnlosen Ärger einfangen wegen Blödsinn, den sie selbst nicht vertreten.

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von guatuso » Dienstag 6. September 2016, 14:25

Palmesel hat geschrieben:Bei uns würde wirklich keiner wagen, eine Totschlag-Kampagne ins Leben zu rufen, auch wenn sich manche vielleicht eine wünschten. Mitteleuropa ist wohl anders, als Lateinamerika.

Wenn Themen aus der Erziehung ausgeklammert werden, finden die Kinder die "Antworten" im Internet. Kinder interessieren sich für diese Themen, ob die Ministerien nun Empfehlungen machen, oder nicht. Diese Bücher scheinen mir da als bessere Empfehlung, als eine Totschlag-Kampagne.
Vor einigen Tagen hat ein Mann ein Kind sexuell missbraucht und umgebracht. Er wurde geschnappt. Die Anwohner haben voller Hass auf ihn dessen Haus abgerissen und die Reste angezuendet. Der Kerl selber wurde im Knast von den Mitinsassen derart gepruegelt, dass man ihn zu seinem eigenem Schutz in eine Hochsicherheitszelle verlegte, wo er nicht nur alleine ist, sondern niemand Kontakt zu ihm haben kann.
Ja, Mittelamerika ist sehr Kinderlieb, wenn hier ein Autofahrer ein Kind anfaehrt, weil das Kind auf der Strasse spielt oder auf die Strasse rennt, dann muss der Autofahrer vor Gericht seinen Knast einkassieren und dankbar sein, nicht zusaetzlich verpruegelt worden zu sein. Es herrscht hier Kinderliebe. Im kuehleren Mitteleuropa wohl eher Autoliebe.

Was die "Aufklaerung" betrifft:
Dann wuerde ich aber eher das Internet in Frage stellen, als die widerliche aufgedraengte "Kindererziehung" durch wildfremde Menschen an 3-jaehrigen Kindern! Seltsamerweise hat die Menschheit 3 Millionen Jahre lang ohne diese Art der "Aufklaerung" sich dennoch fortpflanzen koennen.
Das klappte ja wohl nur deshalb, weil sie nicht wussten, dass sie auf Gender, Homosexualitaet, Transsexualitaet, Metro-Sexualitaet und (hier weitere 60 sexuelle Formen einfuegen bitte) achten muessen!

Da hat die Menschheit aber nochmal gerade so Glueck gehabt zu ueberleben, weil sie wissenschaftlich ganz falsch an den Sex rangegangen sind!
Was wuerden wir nur ohne unsere selbsternannten Volks-Sex-Aufklaerer tun!? Den Angstschweiss um unser Ueberleben von der Stirn wischen....

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Palmesel » Dienstag 6. September 2016, 15:58

guatuso hat geschrieben:Es herrscht hier Kinderliebe.
Klingt mehr nach rauhen Sitten.
guatuso hat geschrieben:Dann wuerde ich aber eher das Internet in Frage stellen...
Leider zwecklos - Kapitalismus hat es zu einem Pfuhl gemacht, dann wird Konservativismus es wohl kaum sauber kriegen.
guatuso hat geschrieben:Seltsamerweise hat die Menschheit 3 Millionen Jahre lang ohne diese Art der "Aufklaerung" sich dennoch fortpflanzen koennen.
Das ist doch eine rein biologische Leichtigkeit und im großen Kontext für niemanden das Problem.
guatuso hat geschrieben:Da hat die Menschheit aber nochmal gerade so Glueck gehabt zu ueberleben, weil sie wissenschaftlich ganz falsch an den Sex rangegangen sind!
Genderforscher haben doch keine Sorge um die Fortpflanzung und das Fortbestehen von Sex. Sie wollen Gewalt gegen Minderheiten wegen ihrer Andersartigkeit ausmerzen. Dass das bei Euch kein Thema von Interesse ist, hast Du ja deutlich klargemacht. Wir sind hier halt zimperlicher - einige zumindest...

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 6. September 2016, 16:47

guatuso hat geschrieben:
Palmesel hat geschrieben:Bei uns würde wirklich keiner wagen, eine Totschlag-Kampagne ins Leben zu rufen, auch wenn sich manche vielleicht eine wünschten. Mitteleuropa ist wohl anders, als Lateinamerika.

Wenn Themen aus der Erziehung ausgeklammert werden, finden die Kinder die "Antworten" im Internet. Kinder interessieren sich für diese Themen, ob die Ministerien nun Empfehlungen machen, oder nicht. Diese Bücher scheinen mir da als bessere Empfehlung, als eine Totschlag-Kampagne.
Vor einigen Tagen hat ein Mann ein Kind sexuell missbraucht und umgebracht. Er wurde geschnappt. Die Anwohner haben voller Hass auf ihn dessen Haus abgerissen und die Reste angezuendet. Der Kerl selber wurde im Knast von den Mitinsassen derart gepruegelt, dass man ihn zu seinem eigenem Schutz in eine Hochsicherheitszelle verlegte, wo er nicht nur alleine ist, sondern niemand Kontakt zu ihm haben kann.
Ja, Mittelamerika ist sehr Kinderlieb, wenn hier ein Autofahrer ein Kind anfaehrt, weil das Kind auf der Strasse spielt oder auf die Strasse rennt, dann muss der Autofahrer vor Gericht seinen Knast einkassieren und dankbar sein, nicht zusaetzlich verpruegelt worden zu sein. Es herrscht hier Kinderliebe. Im kuehleren Mitteleuropa wohl eher Autoliebe.

Was die "Aufklaerung" betrifft:
Dann wuerde ich aber eher das Internet in Frage stellen, als die widerliche aufgedraengte "Kindererziehung" durch wildfremde Menschen an 3-jaehrigen Kindern! Seltsamerweise hat die Menschheit 3 Millionen Jahre lang ohne diese Art der "Aufklaerung" sich dennoch fortpflanzen koennen.
Das klappte ja wohl nur deshalb, weil sie nicht wussten, dass sie auf Gender, Homosexualitaet, Transsexualitaet, Metro-Sexualitaet und (hier weitere 60 sexuelle Formen einfuegen bitte) achten muessen!

Da hat die Menschheit aber nochmal gerade so Glueck gehabt zu ueberleben, weil sie wissenschaftlich ganz falsch an den Sex rangegangen sind!
Was wuerden wir nur ohne unsere selbsternannten Volks-Sex-Aufklaerer tun!? Den Angstschweiss um unser Ueberleben von der Stirn wischen....
Wenn da solche sitten herrschen daß man zumindest zum teil zur selbstjustiz schreitet ist das absolut nicht positiv oder ein Vorbild das freilich die Phantasie dessen der uns das hier mitteilt wieder mal beflügelt wirsdd läßt erneut tief blicken

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von umusungu » Dienstag 6. September 2016, 17:08

guatuso hat geschrieben:Vor einigen Tagen hat ein Mann ein Kind sexuell missbraucht und umgebracht. Er wurde geschnappt. Die Anwohner haben voller Hass auf ihn dessen Haus abgerissen und die Reste angezuendet. Der Kerl selber wurde im Knast von den Mitinsassen derart gepruegelt, dass man ihn zu seinem eigenem Schutz in eine Hochsicherheitszelle verlegte, wo er nicht nur alleine ist, sondern niemand Kontakt zu ihm haben kann.
Gilt das auch für Mörder von Frauen?

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von guatuso » Dienstag 6. September 2016, 20:31

Palmesel hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:Es herrscht hier Kinderliebe.
Klingt mehr nach rauhen Sitten.

.
Nur denen gegenueber, die sich an Kinder vergreifen. Finde ich richtig.
Kinder Brauchen Freiheit, brauchen Vertrauen in die Welt und natuerlich Liebe und "Gottesfurcht", wobei die Furcht an 2. Stelle stehen sollte.
Ueber den Rest sind wir uns im Grunde einig.

Ich habe nur ein Raetsel: Wenn es nach Gender keinen naterlichen Sex gibt, nur Konstruktion, wo verdammt kommen all die Kinder her....? ;D

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Juergen » Donnerstag 8. September 2016, 11:57

Rechtsgutachten
zur
Verfassungs- und Gesetzmäßigkeit der Erziehung von
Schulkindern an öffentlichen Schulen in Schleswig-Holstein
zur Akzeptanz sexueller Vielfalt
von
Prof. Dr. Christian Winterhoff


https://www.echte-toleranz.de/files/Dok ... 8.216.pdf
Gruß
Jürgen

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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 8. September 2016, 12:01

Ein reines Privatgutachten ich frage mich warum nützt man dieses mit andere Dokumenten natürlich um die Sache beim BVG an zu fechten immer nur demonstrieren und jammern bringt ja nix

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Juergen
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Re: Neues von der gendergerechten Multikulti-Gesellschaft

Beitrag von Juergen » Donnerstag 8. September 2016, 12:23

https://demofueralle.wordpress.com/2016 ... more-13035

Rechtsgutachten: Unterricht zu »Akzeptanz sexueller Vielfalt« ist verfassungswidrig

Kinder in der Schule zu »Akzeptanz jeglicher Art von Sexualverhalten zu erziehen«, ist verfassungswidrig. Zu diesem Ergebnis kommt der Hamburger Verfassungsrechtler Prof. Dr. Christian Winterhoff in seinem am Montag vorgestellten Rechtsgutachten. Im Falle eines solchen »verfassungsrechtlich unzulässigen Sexualerziehungskonzepts« können Eltern ihre Kinder vom Schulunterricht befreien, so der Rechtsexperte.



Anlaß für das Rechtsgutachten war der Streit um neues Unterrichtsmaterial, das die schleswig-holsteinische Sozialministerin Kristin Alheit im April 2014 beim Lesben- und Schwulenverband in Auftrag gegeben hatte. Die Materialien, die aufgrund berechtigter Kritik bereits einmal überarbeitet worden sind, hält der Verfassungsrechtler ebenfalls für verfassungswidrig. »Das Unterrichtsmaterial verstößt gegen das Indoktrinationsverbot, weil es den Schülern die Wertvorstellung vermittelt, dass homosexuelle und heterosexuelle Verhaltensweisen gleichwertige Ausprägungen menschlicher Sexualität seien«.
Gruß
Jürgen

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