Rechtsextremismus

Aktuelle Themen aus Politik, Gesellschaft, Weltgeschehen.

Moderator: Hubertus

Geronimo

NRW warnt vor rechtsextremer Propaganda-CD

Beitrag von Geronimo » Sonnabend 10. Juli 2004, 10:57

NRW warnt vor rechtsextremer Propaganda-CD

Düsseldorf (AFP) - Rechtsextremisten planen nach Erkenntnissen des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes eine bundesweite Propagandaaktion in der Nähe von Schulen und Jugendtreffs. Noch vor den Sommerferien wollten Rechtsextreme kostenlos eine CD mit verfassungs- und fremdenfeindlichen Texten verteilen, warnte Nordrhein-Westfalens Innenminister Fritz Behrens (SPD) in Düsseldorf.


Mehr unter:
http://de.news.yahoo.com/040710/286/44009.html

Also, aufpassen ...

Geronimo

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Sonnabend 10. Juli 2004, 12:54

Yahoo (den rheinisch-westfälischen Innenminister Fritz Behrens [SPD] zitierend) hat geschrieben:»Die "ausgrenzende Haltung" der CD-Macher werde an Sätzen deutlich wie "Wir lieben das Fremde - in der Fremde".«
Na ja. Wenn man sonst nichts hat, sich dran zu halten, dann sucht man sich Sündenböcke zum gemeinsamen Druffkloppen. Das nennt man Sinnstiftung.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Clown
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Beitrag von Clown » Sonnabend 10. Juli 2004, 14:07

Widerlich.
Wer sich nicht bewegt, spürt seine Ketten nicht.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Sonnabend 10. Juli 2004, 14:34

Clown hat geschrieben:Widerlich.
Was?
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
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Beitrag von Clown » Sonnabend 10. Juli 2004, 18:42

Nazis und ihre Schulhof-Propaganda.
Wer sich nicht bewegt, spürt seine Ketten nicht.

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Beitrag von Clown » Sonnabend 10. Juli 2004, 18:43

Das ist eine Gefahr vor der du mehr Angst haben solltest als das deine Tochter mit 16 mit ihrem Freund schläft.
Wer sich nicht bewegt, spürt seine Ketten nicht.

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Beitrag von Clown » Sonnabend 10. Juli 2004, 20:17

Meinst du das im Ernst? Durch Sex entsteht bei Teenagern im "schlimmsten Fall" Leben. Nazis vernichten Leben industriell.

Man kann die Uhr nicht mehr zurückdrehen und das ist auch gut so. Was not tut ist eine vernünftige Aufklärung über Nazis und über Sexualität damit Jugendliche einen vernünftigen Umgang mit Verhütungsmitteln lernen und nicht auf linke oder rechte Propaganda und Hetze hereinfallen.
Wer sich nicht bewegt, spürt seine Ketten nicht.

Micha

Beitrag von Micha » Sonnabend 10. Juli 2004, 21:23

Ich hatte gestern einen Friseurtermin, und die Friseurin hat mich beschimpft, ich wisse nicht, was ich wolle und würde nur meckern.
Also aufgepasst, Petra---

Aber Danke Geronimo für die Warnung!
Ich hab den Artikel gleich an meine Schulleitung versandt.
Ich fürchte, dass rechtsextreme Propaganda dadurch Fuß fasst, dass sie sich als Antihaltung verkauft, was bei Jugendlichen im Ablösungsprozess natürlich gut ankommt.

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Sonnabend 10. Juli 2004, 21:50

Ihr Lieben, ich bin etwas verwundert, wie munter diese Meldung jetzt mit der bereits hier im Forum ausführlich diskutierten sexuellen Frühreife bei Teenager verquickt wird ...

:roll:
diese beiden Gefahren sind nebeneinander existent und es bringt nicht weiter, sie gegeneinander in der Diskussion aufzuwiegen oder auszuspielen.

Das wird dem Thema ja nun wirklich nicht gerecht. Und man sollte seine Kinder vor beiden Gefahren schützen ... und nicht das eine für weniger gefährlich halten als das andere.

Jedenfalls geht es hier primär um das Herumlungern übler Gestalten mit braunem miefigen Gedankengut in der Nähe unserer Kinder ...

Geronimo
Zuletzt geändert von Geronimo am Sonnabend 10. Juli 2004, 22:00, insgesamt 1-mal geändert.

Petra
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Beitrag von Petra » Sonnabend 10. Juli 2004, 21:59

Soweit ich Peter verstehe, meint er dass die "Verführung zur Promiskuität", bzw. die Durchsexualisierung der Gesellschaft, schon allerorten vorhanden sind und den Kindern von überall her, Schule, TV, Musik ect. das Muss zum Sex ohne Bindungsentscheidung auferlegt wird. Dagegen sind die Verführungen zum Rechtsradikalismus noch sehr selten und werden durch Unterricht und öffentliche Meinung überall bekämpft. Bernd, so habe ich es zumindest verstanden.

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platon
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Beitrag von platon » Sonnabend 10. Juli 2004, 22:46

Nazis haben die Juden getötet und dann aus den Leichen Seife gemacht.

Perverser als das gibt es nichts.
Fides quaerens intellectum
(Anselm von Canterbury)

Geronimo

Beitrag von Geronimo » Sonnabend 10. Juli 2004, 23:26

Geronimo hat geschrieben:Leute, ich habe die Moderatorin gebeten, diesen Thread auf meinen Wunsch hin zu sperren bzw. meinen Anfangsbeitrag als reine Nachricht nach FAN zu verfrachten.
Ihr könnt - falls ihr weiter diskutieren wollt- einen eigenen Threadüber eure Differenzen aufmachen. Es ging mir hier nur um eine Information für Eltern und Lehrer. Mehr nicht.

Geronimo

Peter
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Beitrag von Peter » Sonnabend 10. Juli 2004, 23:44

Nachdem mir von Moderatorenseite angedroht wurde, dass meine Beiträge strafrechtlich verfolgt werden könnten, kann ich das Vertrauen nicht mehr aufbringen, dass meine Beiträge in diesme Forum gelitten sind. Ich hätte mit meinem Abschied aus einem anderen Forum einen auberen Schnitt ziehen sollen. Das hole ich hiermit nach.

Ich verabschiede mich von allen Freunden und Gegnern und wünsche uns allen, dass wir uns spätestens im Himmel zum Großen Forumstreffen wiedersehen.

Bitte keine PN’s mehr unter meinem Nick. Den schalte ich jetzt aus.

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Brunetti
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Eklat im Sächsischen Landtag

Beitrag von Brunetti » Freitag 21. Januar 2005, 15:59

Dieser Thread wurde aus "Meisner und Paul Spiegel" abgesplittet.

Hm, diese Meldung passt eigentlich nur indirekt in den Thread "Meisner und Paul Spiegel", aber ich möchte sie trotzdem hier reinstellen (bei Bedarf splitten!). Denn sie beleuchtet und macht vielleicht (!) verständlich, warum von vielen Seiten (meiner Meinung nach zu Rcht) sehr allergisch reagiert wird, wenn sich jemand anschickt, den Holocaust zu relativieren.
Spiegel online hat geschrieben: Eklat im Sächsischen Landtag

NPD-Mann spricht von Dresdner "Bomben-Holocaust"

Abgeordnete der rechtsextremen NPD haben im sächsischen Landtag NS-Verbrechen relativiert. Aus Protest gegen Redebeiträge der NPD-Abgeordneten Holger Apfel und Jürgen Gansel zog heute ein Großteil der Abgeordneten der anderen Parteien kurzzeitig aus dem Plenum in Dresden aus. Zuvor hatte die NPD-Fraktion die Sitzung boykottiert.

Dresden - Gansel gebrauchte in seiner Rede den Begriff "Bomben-Holocaust" für die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945. "Der Bomben-Holocaust von Dresden steht ursächlich weder im Zusammenhang mit dem 1. September 1939 noch mit dem 30. Januar 1933", sagte er. "Mit dem heutigen Tag haben wir auch in diesem Parlament den politischen Kampf gegen die Schuldknechtschaft des deutschen Volkes und für die historische Wahrhaftigkeit aufgenommen", rief der 30-Jährige.

Apfel nannte den 8. Mai 1945 den "Tag der vermeintlichen Befreiung Deutschlands". Die "gleichen Massenmörder", die Dresden am 13. Februar ausgelöscht hätten, seien "heute drauf und dran, neue Kriege vom Felde zu ziehen". Er bezeichnete die Alliierten in seiner teils schreiend vorgetragenen Rede als Massenmörder und sprach von einer anglo-amerikanischen Gangsterpolitik. Landtagspräsident Erich Iltgen (CDU) schaltete ihm daraufhin das Mikro ab.

Zu Sitzungsbeginn hatte sich die NPD-Fraktion bereits einer Gedenkminute für die Opfer des Nationalsozialismus verweigert. Landtagspräsident Iltgen hatte alle Abgeordneten aufgefordert, den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft die Ehre zu erweisen, "gleichviel durch welche Willkür und Gewaltmaßnahmen sie zu Schaden gekommen sind".

Die NPD-Fraktion, die zuvor eine Gedenkminute für die Opfer des Luftangriffs der Alliierten auf Dresden am 13. Februar 1945 beantragt hatte, zog geschlossen aus dem Parlament aus. Zu dieser alle NS-Opfer einschließenden Schweigeminute hatte sich Iltgen nach Angaben von Parlamentssprecher Ivo Klatte kurzfristig entschlossen, um dem NPD-Antrag zuvorzukommen. Dieser war von der Landtagsverwaltung aus formalen Gründen für unzulässig erklärt worden.

SPD-Fraktionschef und Alterspräsident Cornelius Weiss ergriff während der von der NPD beantragten Landtagsdebatte über die Opfer der Luftangriffe stellvertretend für alle anderen Fraktionen das Wort und warf Apfel eine "mit Schaum vor dem Mund und in Goebbelscher Manier vorgetragene Rede" vor. "Wir dürfen das Dresdner Inferno niemals vergessen, wir dürfen aber auch nicht vergessen, wie es dazu kam", sagte Weiss wörtlich. Er nannte die Machtergreifung Hitlers 1933, die Verfolgung der Juden, den Massenmord in Konzentrationslagern, die deutschen Bombardements auf das spanische Guernica und das englische Coventry. Es sei gefährlich, diese Ereignisse gegeneinander aufzurechnen.

An die Demokraten im Parlament richtete er den Appell, "mit aller Entschiedenheit jenen in den Arm zu fallen, die schon wieder nach der Brandfackel greifen". "Brücken bauen - Versöhnung leben" sei der Geist, "der fortan in uns leben muss", sagte er in seiner mit langem Beifall bedachten Rede, nach der sich die Abgeordneten von CDU, SPD, PDS, FDP und Grünen erhoben.

Als Gansel anschließend in der hitzigen und von zahlreichen Zwischenrufen unterbrochenen Debatte Richtung Weiss davon sprach, dass moralische Betroffenheit keine historischen Fakten ersetze, verließen die Fraktionen von PDS und Grünen komplett und Teile von SPD, CDU und FDP den Plenarsaal.

Die Provokation der Rechtsextremen war offenkundig geplant. Auf der Besuchertribüne des Landtages hatten sich deutlich mehr Gesinnungsgenossen eingefunden als sonst. Als Alterspräsident Weiss ans Pult trat, kommentierte das ein Zuschauer mit den Worten "alter Jude".

Die NPD ist seit der Landtagswahl im September, bei der sie 9,2 Prozent der Stimmen erhielt, mit zwölf Abgeordneten im sächsischen Landtag vertreten. Bei der Wahl des Ministerpräsidenten und der Ausländerbeauftragten erhielt der NPD-Kandidat bei geheimen Abstimmungen jeweils mindestens zwei Stimmen aus anderen Fraktionen, obwohl diese sich auf eine Isolierung der Rechtsextremen verständigt hatten. Die Abweichler sind nicht bekannt.

Unterdessen lehnte Landtagspräsident Iltgen das Ansinnen der NPD ab, am Gedenktag für die Zerstörung Dresdens vor dem Landtag aufmarschieren zu dürfen. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass bestimmte politische Gruppierungen versuchen, die Ereignisse am 13. Februar 1945 in ihrem Sinn umzudeuten und für politische Zwecke zu instrumentalisieren." Zu der Demo wollen 5000 Rechtsextreme aus ganz Deutschland anreisen.
Die einen fallen durch ihre Taten auf -
die anderen durch ihr Getue...

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prim_ass
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Eklat im Sächsischen Landtag

Beitrag von prim_ass » Freitag 21. Januar 2005, 16:56

Brunetti hat geschrieben:Hm, diese Meldung passt eigentlich nur indirekt in den Thread "Meisner und Paul Spiegel", aber ich möchte sie trotzdem hier reinstellen (bei Bedarf splitten!). Denn sie beleuchtet und macht vielleicht (!) verständlich, warum von vielen Seiten (meiner Meinung nach zu Rcht) sehr allergisch reagiert wird, wenn sich jemand anschickt, den Holocaust zu relativieren.
Spiegel online hat geschrieben: Eklat im Sächsischen Landtag

NPD-Mann spricht von Dresdner "Bomben-Holocaust"

Abgeordnete der rechtsextremen NPD haben im sächsischen Landtag NS-Verbrechen relativiert. Aus Protest gegen Redebeiträge der NPD-Abgeordneten Holger Apfel und Jürgen Gansel zog heute ein Großteil der Abgeordneten der anderen Parteien kurzzeitig aus dem Plenum in Dresden aus. Zuvor hatte die NPD-Fraktion die Sitzung boykottiert.

Dresden - Gansel gebrauchte in seiner Rede den Begriff "Bomben-Holocaust" für die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945. "Der Bomben-Holocaust von Dresden steht ursächlich weder im Zusammenhang mit dem 1. September 1939 noch mit dem 30. Januar 1933", sagte er. "Mit dem heutigen Tag haben wir auch in diesem Parlament den politischen Kampf gegen die Schuldknechtschaft des deutschen Volkes und für die historische Wahrhaftigkeit aufgenommen", rief der 30-Jährige.

Apfel nannte den 8. Mai 1945 den "Tag der vermeintlichen Befreiung Deutschlands". Die "gleichen Massenmörder", die Dresden am 13. Februar ausgelöscht hätten, seien "heute drauf und dran, neue Kriege vom Felde zu ziehen". Er bezeichnete die Alliierten in seiner teils schreiend vorgetragenen Rede als Massenmörder und sprach von einer anglo-amerikanischen Gangsterpolitik. Landtagspräsident Erich Iltgen (CDU) schaltete ihm daraufhin das Mikro ab.

Zu Sitzungsbeginn hatte sich die NPD-Fraktion bereits einer Gedenkminute für die Opfer des Nationalsozialismus verweigert. Landtagspräsident Iltgen hatte alle Abgeordneten aufgefordert, den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft die Ehre zu erweisen, "gleichviel durch welche Willkür und Gewaltmaßnahmen sie zu Schaden gekommen sind".

Die NPD-Fraktion, die zuvor eine Gedenkminute für die Opfer des Luftangriffs der Alliierten auf Dresden am 13. Februar 1945 beantragt hatte, zog geschlossen aus dem Parlament aus. Zu dieser alle NS-Opfer einschließenden Schweigeminute hatte sich Iltgen nach Angaben von Parlamentssprecher Ivo Klatte kurzfristig entschlossen, um dem NPD-Antrag zuvorzukommen. Dieser war von der Landtagsverwaltung aus formalen Gründen für unzulässig erklärt worden.

SPD-Fraktionschef und Alterspräsident Cornelius Weiss ergriff während der von der NPD beantragten Landtagsdebatte über die Opfer der Luftangriffe stellvertretend für alle anderen Fraktionen das Wort und warf Apfel eine "mit Schaum vor dem Mund und in Goebbelscher Manier vorgetragene Rede" vor. "Wir dürfen das Dresdner Inferno niemals vergessen, wir dürfen aber auch nicht vergessen, wie es dazu kam", sagte Weiss wörtlich. Er nannte die Machtergreifung Hitlers 1933, die Verfolgung der Juden, den Massenmord in Konzentrationslagern, die deutschen Bombardements auf das spanische Guernica und das englische Coventry. Es sei gefährlich, diese Ereignisse gegeneinander aufzurechnen.

An die Demokraten im Parlament richtete er den Appell, "mit aller Entschiedenheit jenen in den Arm zu fallen, die schon wieder nach der Brandfackel greifen". "Brücken bauen - Versöhnung leben" sei der Geist, "der fortan in uns leben muss", sagte er in seiner mit langem Beifall bedachten Rede, nach der sich die Abgeordneten von CDU, SPD, PDS, FDP und Grünen erhoben.

Als Gansel anschließend in der hitzigen und von zahlreichen Zwischenrufen unterbrochenen Debatte Richtung Weiss davon sprach, dass moralische Betroffenheit keine historischen Fakten ersetze, verließen die Fraktionen von PDS und Grünen komplett und Teile von SPD, CDU und FDP den Plenarsaal.

Die Provokation der Rechtsextremen war offenkundig geplant. Auf der Besuchertribüne des Landtages hatten sich deutlich mehr Gesinnungsgenossen eingefunden als sonst. Als Alterspräsident Weiss ans Pult trat, kommentierte das ein Zuschauer mit den Worten "alter Jude".

Die NPD ist seit der Landtagswahl im September, bei der sie 9,2 Prozent der Stimmen erhielt, mit zwölf Abgeordneten im sächsischen Landtag vertreten. Bei der Wahl des Ministerpräsidenten und der Ausländerbeauftragten erhielt der NPD-Kandidat bei geheimen Abstimmungen jeweils mindestens zwei Stimmen aus anderen Fraktionen, obwohl diese sich auf eine Isolierung der Rechtsextremen verständigt hatten. Die Abweichler sind nicht bekannt.

Unterdessen lehnte Landtagspräsident Iltgen das Ansinnen der NPD ab, am Gedenktag für die Zerstörung Dresdens vor dem Landtag aufmarschieren zu dürfen. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass bestimmte politische Gruppierungen versuchen, die Ereignisse am 13. Februar 1945 in ihrem Sinn umzudeuten und für politische Zwecke zu instrumentalisieren." Zu der Demo wollen 5000 Rechtsextreme aus ganz Deutschland anreisen.
Ja, ich bitte das vom Meisner/Spiegel - Thread zu splitten und freue mich dann auf die Diskussion!
Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Hauswesen Gottes verhalten muss, das heißt in der Kirche des lebendigen Gottes, die die Säule und das Fundament der Wahrheit ist.

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Freitag 21. Januar 2005, 17:45

prim_ass hat geschrieben:
Brunetti hat geschrieben:Hm, diese Meldung passt eigentlich nur indirekt in den Thread "Meisner und Paul Spiegel", aber ich möchte sie trotzdem hier reinstellen (bei Bedarf splitten!). Denn sie beleuchtet und macht vielleicht (!) verständlich, warum von vielen Seiten (meiner Meinung nach zu Rcht) sehr allergisch reagiert wird, wenn sich jemand anschickt, den Holocaust zu relativieren.
Spiegel online hat geschrieben: Eklat im Sächsischen Landtag

NPD-Mann spricht von Dresdner "Bomben-Holocaust"

Abgeordnete der rechtsextremen NPD haben im sächsischen Landtag NS-Verbrechen relativiert. Aus Protest gegen Redebeiträge der NPD-Abgeordneten Holger Apfel und Jürgen Gansel zog heute ein Großteil der Abgeordneten der anderen Parteien kurzzeitig aus dem Plenum in Dresden aus. Zuvor hatte die NPD-Fraktion die Sitzung boykottiert.

Dresden - Gansel gebrauchte in seiner Rede den Begriff "Bomben-Holocaust" für die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945. "Der Bomben-Holocaust von Dresden steht ursächlich weder im Zusammenhang mit dem 1. September 1939 noch mit dem 30. Januar 1933", sagte er. "Mit dem heutigen Tag haben wir auch in diesem Parlament den politischen Kampf gegen die Schuldknechtschaft des deutschen Volkes und für die historische Wahrhaftigkeit aufgenommen", rief der 30-Jährige.

Apfel nannte den 8. Mai 1945 den "Tag der vermeintlichen Befreiung Deutschlands". Die "gleichen Massenmörder", die Dresden am 13. Februar ausgelöscht hätten, seien "heute drauf und dran, neue Kriege vom Felde zu ziehen". Er bezeichnete die Alliierten in seiner teils schreiend vorgetragenen Rede als Massenmörder und sprach von einer anglo-amerikanischen Gangsterpolitik. Landtagspräsident Erich Iltgen (CDU) schaltete ihm daraufhin das Mikro ab.

Zu Sitzungsbeginn hatte sich die NPD-Fraktion bereits einer Gedenkminute für die Opfer des Nationalsozialismus verweigert. Landtagspräsident Iltgen hatte alle Abgeordneten aufgefordert, den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft die Ehre zu erweisen, "gleichviel durch welche Willkür und Gewaltmaßnahmen sie zu Schaden gekommen sind".

Die NPD-Fraktion, die zuvor eine Gedenkminute für die Opfer des Luftangriffs der Alliierten auf Dresden am 13. Februar 1945 beantragt hatte, zog geschlossen aus dem Parlament aus. Zu dieser alle NS-Opfer einschließenden Schweigeminute hatte sich Iltgen nach Angaben von Parlamentssprecher Ivo Klatte kurzfristig entschlossen, um dem NPD-Antrag zuvorzukommen. Dieser war von der Landtagsverwaltung aus formalen Gründen für unzulässig erklärt worden.

SPD-Fraktionschef und Alterspräsident Cornelius Weiss ergriff während der von der NPD beantragten Landtagsdebatte über die Opfer der Luftangriffe stellvertretend für alle anderen Fraktionen das Wort und warf Apfel eine "mit Schaum vor dem Mund und in Goebbelscher Manier vorgetragene Rede" vor. "Wir dürfen das Dresdner Inferno niemals vergessen, wir dürfen aber auch nicht vergessen, wie es dazu kam", sagte Weiss wörtlich. Er nannte die Machtergreifung Hitlers 1933, die Verfolgung der Juden, den Massenmord in Konzentrationslagern, die deutschen Bombardements auf das spanische Guernica und das englische Coventry. Es sei gefährlich, diese Ereignisse gegeneinander aufzurechnen.

An die Demokraten im Parlament richtete er den Appell, "mit aller Entschiedenheit jenen in den Arm zu fallen, die schon wieder nach der Brandfackel greifen". "Brücken bauen - Versöhnung leben" sei der Geist, "der fortan in uns leben muss", sagte er in seiner mit langem Beifall bedachten Rede, nach der sich die Abgeordneten von CDU, SPD, PDS, FDP und Grünen erhoben.

Als Gansel anschließend in der hitzigen und von zahlreichen Zwischenrufen unterbrochenen Debatte Richtung Weiss davon sprach, dass moralische Betroffenheit keine historischen Fakten ersetze, verließen die Fraktionen von PDS und Grünen komplett und Teile von SPD, CDU und FDP den Plenarsaal.

Die Provokation der Rechtsextremen war offenkundig geplant. Auf der Besuchertribüne des Landtages hatten sich deutlich mehr Gesinnungsgenossen eingefunden als sonst. Als Alterspräsident Weiss ans Pult trat, kommentierte das ein Zuschauer mit den Worten "alter Jude".

Die NPD ist seit der Landtagswahl im September, bei der sie 9,2 Prozent der Stimmen erhielt, mit zwölf Abgeordneten im sächsischen Landtag vertreten. Bei der Wahl des Ministerpräsidenten und der Ausländerbeauftragten erhielt der NPD-Kandidat bei geheimen Abstimmungen jeweils mindestens zwei Stimmen aus anderen Fraktionen, obwohl diese sich auf eine Isolierung der Rechtsextremen verständigt hatten. Die Abweichler sind nicht bekannt.

Unterdessen lehnte Landtagspräsident Iltgen das Ansinnen der NPD ab, am Gedenktag für die Zerstörung Dresdens vor dem Landtag aufmarschieren zu dürfen. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass bestimmte politische Gruppierungen versuchen, die Ereignisse am 13. Februar 1945 in ihrem Sinn umzudeuten und für politische Zwecke zu instrumentalisieren." Zu der Demo wollen 5000 Rechtsextreme aus ganz Deutschland anreisen.
Ja, ich bitte das vom Meisner/Spiegel - Thread zu splitten und freue mich dann auf die Diskussion!

@Mods!Schließe mich dem Wunsch nach Absplittung auch an!

In den vergangenen Tagen kam es bei einer Abstimmung zum wiederholten Male zu dem schrecklichen Abstimmungsergebnis, daß offensichtlich einige Abgeordnete andere Parteien die NPD unterstützten. Mittlerweile gibt es eine Entscheidung, daß Abegeordnete die die NPD bei Abstimmungen unterstützen, aus der Partei ausgeschlossen werden.


Gruß,
Elisabeth

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Raphael
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Beitrag von Raphael » Freitag 21. Januar 2005, 18:15

Brunetti hat geschrieben:Denn sie beleuchtet und macht vielleicht (!) verständlich, warum von vielen Seiten (meiner Meinung nach zu Rcht) sehr allergisch reagiert wird, wenn sich jemand anschickt, den Holocaust zu relativieren.
Eine Diskussion über den Holocaust hat in Deutschland mittlerweile ritualisierte Formen angenommen. Innerhalb dieses Rituals muß jede Seite die innere Überzeugung von sich geben, daß sie den Holocaust auf das Tiefste verabscheut. Sollte es irgendeinem der Diskutanten gelingen, der anderen Seite das Versäumnis zuzuschreiben bzw. ihr nachzuweisen, daß diese ihre Verabscheuung des Holocausts nicht ausreichend zum Ausdruck gebracht hat, ist die Diskussion für die eigene „Partei“ gewonnen.

Diese Art des Diskutierens hat zwei erhebliche Nachteile:
1. Die Konnotation des in der Diskussion wörtlich Gesagten wird wichtiger als das Gesagte selber, weil mit ihrer Hilfe der gegnerischen Partei die fehlende Abscheu scheinbar „nachgewiesen“ werden kann.
2. Der Holocaust wird auf „einen Sockel gehoben“ und damit sakrosankt gestellt. Einer objektiven Diskussion über die Gründe und Ursachen, welche zu diesem einzigartigen Verbrechen geführt haben, wird jegliche Grundlage entzogen.

Stimmen, die den selbsternannten Tabuwächtern in Deutschland unangenehm erscheinen, werden auf diese Art und Weise mit Hilfe einer geheuchelten öffentlichen Empörung schnellstens mundtot gemacht. Damit wird die Herausbildung eines normalen Patriotismus in Deutschland, wie er in allen Ländern der westlichen Zivilisation als völlig selbstverständlich angesehen wird, verhindert. Die Systematik und Rigorosität, mit der diese medialen Hinrichtungen geschehen, läßt nur den Schluß zu, daß derlei Prozesse nicht allein zufällig ablaufen. Ohne auf paranoide Schlumpfungen zurückgreifen zu müssen, kann auch der aufmerksame und unvoreingenomme Beobachter erkennen, daß hier eine ganze weltanschauliche Gruppe innerhalb der Bevölkerung zu einer – nach einem Vorschlag von Elisabeth Nölle-Neumann so benannten – Schweigespirale verurteilt werden soll.

Der Sachverhalt erinnert unwillkürlich an die Geschichte von den Hirten, die sich zunächst einen Spaß daraus machen, ihre Mitbürger mit dem Ruf «Der Wolf kommt, der Wolf kommt!» zu verarschen. Nachdem diese mehrfach auf diesen üblen Scherz hereingefallen sind, kommt eines Tages tatsächlich der Wolf und die Mitbürger reagieren nur mehr gelangweilt auf die Hilferufe der Hirten.

Auf diesem Hintergrund sind IMHO auch die hier von Brunetti zitierten Vorgänge im sächsischen Landtag zu sehen. Dort sitzt der Wolf bereits im Landtag .......

GsJC
Raphael
JESUS CHRISTUS ist ein guter Lehrer:
Erst führt ER die Schüler an ihre Grenzen und dann darüber hinaus!

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Beitrag von Dr. Dirk » Freitag 21. Januar 2005, 21:51

Cicero hat geschrieben: Man könnte ja einfach mal darauf hinweisen, wie und in welcher Art die sich an der parlamentarischen Arbeit beteiligen.
Warum nicht. Aber würde das die Leute interessieren, die sie gewählt haben oder potentiell wählen würden?

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Re: Eklat im Sächsischen Landtag

Beitrag von Nietenolaf » Freitag 21. Januar 2005, 22:03

Spiegel online hat geschrieben: (...)
Dresden - Gansel gebrauchte in seiner Rede den Begriff "Bomben-Holocaust" für die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945. (...)
Mal ein unvoreingenommener Gedanke. Das Wort "Holocaust" kommt ja, wie ihr alle wißt, aus dem Griechischen und bedeutet in etwa "komplett verbrennen" bzw. "... Brandopfer", womit man ein (religiöses) Brandopfer meint. Bei der Art und Weise, auf welche die Unmassen (~30.000) an Menschen am 13. Februar in Dresden gestorben sind, ist die Bezeichnung "Holocaust" dafür an sich vollkommen legitim. Man kann nur ein Problem damit haben, wenn man diesen Begriff für einen konkreten Sachverhalt requiriert und für alles andere sperrt. Gemeinhin redet man ja vom nationalsozialistischen Holocaust; ich verstehe aber nicht, wieso man das Feuerbombardement von Dresden nicht auch so bezeichnen dürfte.

Übrigens hörte ich den Vergleich der damaligen anglo-amerikanischen Bombardements mit den heute weltweit von den USA verübten Bombenüberfällen schon öfters aus anderer Leute Munde. Zum Beispiel in einer Sitzung des hiesigen Ökumenischen Informationszentrums, in dem justament das kirchliche Gedenken an die Opfer des 13. Februar '45 besprochen wurde. Ein Kirchenmann, ein alter Diakon, Überlebender der diskutierten Bombennacht, meinte, daß dieses Grauen immer noch in der Welt ist, nur heute eben woanders. Wer gedenkt der heutigen Opfer?

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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Freitag 21. Januar 2005, 23:53

Cicero hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben: Dort sitzt der Wolf bereits im Landtag .......
und tut alles, daß man ihn auch erkennt.

Über die Tatsache das sie drin sind könnte ich heulen vor Wut.

Über die Art, wie sie sich benehmen, weiß ich noch nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Über den Umgang der anderen Parteien mit ihnen bin ich entsetzt.
Die brauchen echt den Staatsanwalt, um mit denen fertig zu werden?
Das kann es doch nicht sein, oder?

Man könnte ja einfach mal darauf hinweisen, wie und in welcher Art die sich an der parlamentarischen Arbeit beteiligen.
@Cicero, vergiss bitte nicht, daß die Menschen im Osten noch keine über 50 Jahre Demokratie auf dem Rücken haben, daß diese Menschen dort von den Russen "beeinflusst" wurden und wir von den Amis.
Das denen dann noch die Routine im Umgang mit solchen Typen fehlt, und das manches sehr rechte Gedankengut auch bei den anderen Parteien im Dresdner Landtag verbreitet ist, zeigten bereits etliche Abstimmungen.
Nur was macht die CDU-Regierung, sollten es einige ihrer Parteimitglieder sein, die mit den Nazen mit und zustimmen. Anders kann ich mir das Nichtauffinden dieser Verräter-Typen nicht erklären.

Gruß,
Elisabeth

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Beitrag von prim_ass » Sonnabend 22. Januar 2005, 00:15

erst mal vielen dank für das Splitting.

Ja, die NPD ist beachtlich etabliert in Sachsen. Bisher konnte man sich sicher sein, dass DVU und NPD sich gegenseitig die Stimmen streitig machen, aber nun haben sie einen Burgfrieden geschlossen. Sogar auch für die Bundestagswahl 2006.

Wenn sie jetzt noch einen charismatischen "Führer" finden wirds wirklich eng.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die NPD nun aufgrund des Debakels vor dem Bundesverfassungsgericht wegen sog. V-Männer sehr gestärkt ist.

Man kann meinen, sie wurden regelrecht aufgebaut oder wiederbelebt...
Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Hauswesen Gottes verhalten muss, das heißt in der Kirche des lebendigen Gottes, die die Säule und das Fundament der Wahrheit ist.

1.Tim 3:15

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Beitrag von prim_ass » Sonnabend 22. Januar 2005, 00:25

Zur Bombardierung Dresdens im Februar 1945 fällt mir nur das eine Wort ein: Kriegsverbrechen!

Übrigens, hätte der Totentanz noch zwei, drei Monate länger gedauert, gäbe es auch ein deutsches Hiroshima!

Zurück zu Dresden: Damals wussten die Alliierten, dass Dresden eine Fluchtburg für Vertriebene aus dem Osten und Bombenopfer aus anderen Städten war. Dresden hatte keine strategische Bedeutung, keine Kriegsindustrie...

Ich war froh letztes Jahr die wiederaufgebaute Frauenkirche besuchen zu können, wenn auch nur kurz.
Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Hauswesen Gottes verhalten muss, das heißt in der Kirche des lebendigen Gottes, die die Säule und das Fundament der Wahrheit ist.

1.Tim 3:15

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Sonnabend 22. Januar 2005, 00:29

Bomber-Harry, der Name des Verantwortlichen für die Bombardierung ist wohl allen bekannt?!
Das den Briten das später sehr unangenehm war, die Bombardierung Dresdens ist doch wohl auch allen bekannt?

Gruß,
Elisabeth

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Raphael
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Beitrag von Raphael » Sonnabend 22. Januar 2005, 10:19

@ Fichtel-Wichtel
Fichtel-Wichtel hat geschrieben:Bomber-Harry, der Name des Verantwortlichen für die Bombardierung ist wohl allen bekannt?!
Das den Briten das später sehr unangenehm war, die Bombardierung Dresdens ist doch wohl auch allen bekannt?

Gruß,
Elisabeth
Und weil es den Briten so unangenehm war, haben sie dem Bomber-Harris Anfang der 90-Jahre noch schnell ein Denkmal (Quelle) gesetzt, oder wie oder was?

Ärgerliche Grüße
Raphael
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Peter
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Re: Eklat im Sächsischen Landtag

Beitrag von Peter » Sonnabend 22. Januar 2005, 13:00

Nietenolaf hat geschrieben:
Spiegel online hat geschrieben: (...)
Dresden - Gansel gebrauchte in seiner Rede den Begriff "Bomben-Holocaust" für die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945. (...)
Mal ein unvoreingenommener Gedanke. Das Wort "Holocaust" kommt ja, wie ihr alle wißt, aus dem Griechischen und bedeutet in etwa "komplett verbrennen" bzw. "... Brandopfer" …
Lieber Nietenolaf,

leider ist da, wo die (Meinungs)positionen bereits besetzt sind, ein unverfänglicher Zugang nicht mehr möglich, sonst gäbe ich dir wohl recht. Herr Gansel hat mit diesem Begriff seine politische Morgenlektüre offenbart: Der Begriff «alliierter Bomben-Holocaust» wird wörtlich so von der National-Zeitung verwendet.

Aber – wen wollte das wudern?

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Sonnabend 22. Januar 2005, 15:00

Raphael hat geschrieben:@ Fichtel-Wichtel
Fichtel-Wichtel hat geschrieben:Bomber-Harry, der Name des Verantwortlichen für die Bombardierung ist wohl allen bekannt?!
Das den Briten das später sehr unangenehm war, die Bombardierung Dresdens ist doch wohl auch allen bekannt?

Gruß,
Elisabeth
Und weil es den Briten so unangenehm war, haben sie dem Bomber-Harris Anfang der 90-Jahre noch schnell ein Denkmal (Quelle) gesetzt, oder wie oder was?

Ärgerliche Grüße
Raphael
@Rafael ! Hast den Artikel überhaupt gelesen. Auch in GB ist Bomber Harris Handeln mehr als umstritten.
Lies bitte auf der ersten Seite des Artikes die Passagen über die Stifter des Denkmals und wer es eingeweiht hat.
auf der zweiten und dritten Seite finden sich eindeutige Bemerkungen, aus denen hervorgeht, daß das Verhalten Bomber Harris und nicht nur bei den Angriffen auf Dresden, sondern auch auf Hamburg und Köln als Kriegsverbrechen angesehen wird.
Nur das der Kölner Dom unter Bombardierungsschutz / Naturschutz jedenfalls seitens der Amerikaner stand.
Einige kleiner Treffer hat er jedoch abbekommen, weil dirket neben dem Hauptbahnhof gelegen.

Gruß,
Elisabeth

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Raphael
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Beitrag von Raphael » Sonnabend 22. Januar 2005, 15:30

@ Fichtel-Wichtel
Fichtel-Wichtel hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:@ Fichtel-Wichtel
Fichtel-Wichtel hat geschrieben:Bomber-Harry, der Name des Verantwortlichen für die Bombardierung ist wohl allen bekannt?!
Das den Briten das später sehr unangenehm war, die Bombardierung Dresdens ist doch wohl auch allen bekannt?

Gruß,
Elisabeth
Und weil es den Briten so unangenehm war, haben sie dem Bomber-Harris Anfang der 90-Jahre noch schnell ein Denkmal (Quelle) gesetzt, oder wie oder was?

Ärgerliche Grüße
Raphael
@Rafael ! Hast den Artikel überhaupt gelesen.
Meinst Du wirklich, ich verlinke hier einen Artikel, den ich nicht gelesen habe?
Fichtel-Wichtel hat geschrieben:Auch in GB ist Bomber Harris Handeln mehr als umstritten.
O sancta simplicitas!
Ich glaube nicht an eine britische Regierung, die von Bomber Harris im Unklaren über seine speziell-grausame Art der Kriegsführung gelassen worden ist.
Bomber Harris wurde (nicht nur) von der Heeresführung als "nützlicher Idiot" benutzt; jemand der die Drecksarbeit erledigte, damit man sich nicht selber die Finger schmutzig machen mußte.
Derlei Dinge darf man selbstverständlich niemals öffentlich zugeben, weil der Image-Schaden zu groß wäre. Dieser Image-Schaden wäre auch entstanden, wenn man Bomber Harris in gleicher Weise geehrt hätte, wie die übrigen siegreichen Generäle und Admiräle. Sein "erzwungener" Verzicht ist da eher als Kollateralschaden zu betrachten.
Da läßt man lieber den Bomber Harris nach Kriegsende verärgert nach Südafrika gehen. Ein vergleichsweise geringer Preis für die britische Regierung der damaligen Zeit. :sauer:

Willst Du behaupten, die britische Regierung hätte in den 90-er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts eine Aufstellung des Denkmals für Bomber Harris nicht verhindern können?

GsJC
Raphael
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Sonnabend 22. Januar 2005, 16:46

Der Vorgang zeigt, wie schädlich Denk- und Redeverbote sind. Denn fatalerweise haben die zitierten Redner der NPD der Sache nach im Kern recht. Nämlich erstens in der Bewertung der Zerstörung Dresdens: Es handelt sich um ein furchtbares Kriegsverbrechen, einen bewußten Massenmord an Hunderttausenden (was im übrigen für den gesamten aliierten Bombenterror gilt). Zweitens haben sie recht, indem sie den Bezug zur Gegenwart herstellen: in der Tat sind die heutigen angelsächsischen Régimes um keinen Deut besser als ihre mörderischen Vorgänger.

Fatal, daß die Denk- und Redeverbote jene „Schweigespirale“ bewirken, die am Ende nur und ausgerechnet die Vertreter einer gottlosen und verbrecherischen Ideologie zu durchbrechen wagen. Denn täuscht euch nicht. Während die offiziellen Vertreter des politischen Anstands ihre Empörung bekunden – nicht selten heucheln –, stimmen viele insgeheim – ja gar zunehmend weniger verborgen – den Tabuverletzern zu. »Endlich trauen sich welche, das auszusprechen.« Ich fürchte, die wenigsten, die zustimmen, sind tatsächlich gegen die Ideologie dieser Tabubrecher gewappnet.

Man züchtet also einen neuen Nationalsozialismus eher heran als ihn zu verhindern. Auf der andern Seite wird jeder, der von ganz anderer Position aus die Denk- und Redeverbote durchbricht, in denselben nationalsozialistischen Topf geworfen. Da wird das Tabu nämlich als Keule eingesetzt, um zu bekämpfen und gleichzuschalten, was bestimmten Interessen im Wege steht. Dahin gehört auch das in einem Nachbarstrang erörterte – und darum hier nicht weiter zu verfolgende – Thema des Kirchenkampfes unter Einsatz der „Holocaust“-Keule.

Den Gebrauch solcher Tabu-Begriffe halte ich darum für überaus schädlich. Das gilt insbesondere für den Begriff des „Holocausts“, was ja eigentlich ein Brandopfer meint, wie oben bereits erläutert. Durch die Anwendung des Opferbegriffs auf Verbrechen werden diese mythisch-religiös überhöht und damit jeder rationalen Betrachtung entzogen. Das ist die Absicht dahinter – es war ja gezielte Propaganda, die seinerzeit durch eine weltweit verbreitete Fernsehserie den Begriff eingeführt hat –, und zwar keine gute Absicht.

Zum alleinigen Zweck der Tabuverletzung nun aber denselben mythisch-religiösen Begriff auf andere Tatbestände anzuwenden (hier: »Holocaust von Dresden«, ähnlich »Babycaust« etc.), ist ebenso verfehlt und schädlich. Im übrigen könnte den nazistischen Schreihälsen aus dem sächsischen Landtag eine Lektion in Geschichte nichts schaden. Damit meine ich nicht die angebliche „Befreiung“ durch die Aliierten – ein Hohn für viele, die nun ihrerseits Opfer der „Befreier“ wurden, die umkamen, ihre Angehörigen verloren oder in Gefangenenlager und KZs wanderten –; sondern ich meine die umfassende Unterstützung, die der von den heutigen NPD-Genossen verehrte „Führer“ gerade von seiten der ihnen so verhaßten Angelsachsen bekam. Ein eifriger Förderer Hitlers hieß Prescott Bush – der Großvater des heutigen US-Präsidenten. Da fiel der faule Apfel zweimal dicht beim Stamme nieder.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Sonnabend 22. Januar 2005, 17:07

Raphael hat geschrieben:@ Fichtel-Wichtel
Fichtel-Wichtel hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:@ Fichtel-Wichtel
Fichtel-Wichtel hat geschrieben:Bomber-Harry, der Name des Verantwortlichen für die Bombardierung ist wohl allen bekannt?!
Das den Briten das später sehr unangenehm war, die Bombardierung Dresdens ist doch wohl auch allen bekannt?

Gruß,
Elisabeth
Und weil es den Briten so unangenehm war, haben sie dem Bomber-Harris Anfang der 90-Jahre noch schnell ein Denkmal (Quelle) gesetzt, oder wie oder was?

Ärgerliche Grüße
Raphael
@Rafael ! Hast den Artikel überhaupt gelesen.
Meinst Du wirklich, ich verlinke hier einen Artikel, den ich nicht gelesen habe?
Fichtel-Wichtel hat geschrieben:Auch in GB ist Bomber Harris Handeln mehr als umstritten.
O sancta simplicitas!
Ich glaube nicht an eine britische Regierung, die von Bomber Harris im Unklaren über seine speziell-grausame Art der Kriegsführung gelassen worden ist.
Bomber Harris wurde (nicht nur) von der Heeresführung als "nützlicher Idiot" benutzt; jemand der die Drecksarbeit erledigte, damit man sich nicht selber die Finger schmutzig machen mußte.
Derlei Dinge darf man selbstverständlich niemals öffentlich zugeben, weil der Image-Schaden zu groß wäre. Dieser Image-Schaden wäre auch entstanden, wenn man Bomber Harris in gleicher Weise geehrt hätte, wie die übrigen siegreichen Generäle und Admiräle. Sein "erzwungener" Verzicht ist da eher als Kollateralschaden zu betrachten.
Da läßt man lieber den Bomber Harris nach Kriegsende verärgert nach Südafrika gehen. Ein vergleichsweise geringer Preis für die britische Regierung der damaligen Zeit. :sauer:

Willst Du behaupten, die britische Regierung hätte in den 90-er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts eine Aufstellung des Denkmals für Bomber Harris nicht verhindern können?

GsJC
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Ich sag nur ein Wort @Raphael:
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Gruß,
Elisabeth

Peter
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Beitrag von Peter » Sonnabend 22. Januar 2005, 17:12

Robert, ich halte deinen Beitrag für bedenkenswert. Über die Frage, ob die Befreiung Deutschlands nun als Befreiung oder als Was-auch-immer anzusehen ist, ließe sich vielleicht streiten …

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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Sonnabend 22. Januar 2005, 17:30

Peter hat geschrieben:Robert, ich halte deinen Beitrag für bedenkenswert. Über die Frage, ob die Befreiung Deutschlands nun als Befreiung oder als Was-auch-immer anzusehen ist, ließe sich vielleicht streiten …
Und ich halte Roberst Beitrag für eine typische Robertsche Vermanschung!
Die Amis haben uns befreit, den Arsch versohlt,wegen der KZs, und dann gutmütig und großmütig mit Care-Pakten und Demokratie aufgezogen.Dazu kamen dann noch der Marhall-Plan und etliche Austauschprogramme.

Im Osten gabs die nicht so herzliche Form seitens der Russen.

Die Bombardierungen Dresdens sind ein sehr schlimmer Ereignis des WK2.
Und auf gar keinen Fall mit dem Holocaust an den Juden vergleichbar, noch mit irgendwelchen kriegerischen Ereignissen der jüngeren Vergangenheit vergleichbar.
Auch die Ständige Wiederholung des Begriffes Holocaust mit einer anderen Begründung (auch wenn dem so sein sollte) halte ich für nicht gut, und den Holocaust-Begriff wie er den meisten so bekannt ist, abwertend, verwischend, negierend.

Das Wort Holocaust ist nun mal für den Mord an 6Mill. Juden reserviert, der Respekt vor den diesen Toten und den wenigen Überlebenden , gebietet es, keinerlei Vergleiche mit anderen ebenso schlimmen Ereignissen vorzunehmen, egal ob Abtreibung, Dresden Bombardierung und oder Tsunami-Wellen.

Holocaust ist ein heiliges Wort der Juden, ein Friedhof, entsprechend sollte damit umgegangen werden.

Gruß,
Elisabeth

kaisa
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Beitrag von kaisa » Sonnabend 22. Januar 2005, 18:46

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Der Vorgang zeigt, wie schädlich Denk- und Redeverbote sind. Denn fatalerweise haben die zitierten Redner der NPD der Sache nach im Kern recht. Nämlich erstens in der Bewertung der Zerstörung Dresdens: Es handelt sich um ein furchtbares Kriegsverbrechen, einen bewußten Massenmord an Hunderttausenden (was im übrigen für den gesamten aliierten Bombenterror gilt). Zweitens haben sie recht, indem sie den Bezug zur Gegenwart herstellen: in der Tat sind die heutigen angelsächsischen Régimes um keinen Deut besser als ihre mörderischen Vorgänger.
da kann ich nur den Kopf schütteln wie hier auf tragische Weise das Wirken aktueller Administrationen mit der Kriegsführung des 2. WK verglichen wird. Engländer wie auch Amerikaner haben den 2. WK nicht angezettelt. Die Bombenangriffe unter dem Kommando von Gen. Harris waren der Höhepunkt eines Krieges dessen Art der Kriegführung mit der Dauer immer perverser wurde (was im übrigen "typisch" für einen Krieg ist, wie man bei Clausewitz nachlesen kann). Das Verbrechen, geschehen an der Dresdener Bevölkerung kann jedoch nicht für sich alleine betrachtet werden! Dieses Verbrechen (und das gesamte Verbrechen des Krieges) hat seinen Ausgang nicht in London oder Washington gehabt. So sind die Dresdener doch letztlich auch Opfer des NS Regimes (nur DIESES Regime ist die Ursache allen Übels gewesen!)
"Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen sei Ehre."

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