Situation der deutschen Medienlandschaft

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overkott
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von overkott » Sonnabend 8. Juli 2017, 16:35

Die Abschlusspressekonferenz zum G20 hat schon eine wichtige Frage aufgegriffen: nach der Wahl des Standorts in einer Großstadt neben einem problematischen Szeneviertel und die Gefährdung des Polizistenwohls für ein paar schöne Bilder im Wahljahr.

Das war eine der Frage, die im Kreuzgang aufgeworfen worden ist.

Die Antwort der Verantwortlichen darauf war ausweichend und berücksichtigte auch nicht die enorme Finanzlast, die letzen Endes auf den Bund oder Hamburg noch zukommt. Die Frage ist auch, warum das Steigenberger Grandhotel Petersberg nicht in den Gipfel mit einbezogen war. Der Petersberg gilt allgemein als ruhiger Standort für internationale Konferenzen in der Nähe geeigneter Faszilitäten. In unmittelbarer Nähe gibt es 105 weitere geignete Hotels, darunter zehn Luxushotels wie das Marriot, das Kameha, das Maritim und das Hilton. Dieser Standort - bekannt für digitale Sicherheit -, wo man zur Not auch mal einen Lieferwagen auf einen anderen Parktplatz hätte fahren können, wäre für den Steuerzahler erheblich preiswerter und gediegener gewesen als die brennende Schmuddelszene an der Elbe.

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von overkott » Sonnabend 8. Juli 2017, 17:27

Wenn man Herrn Wendt hört, fragt man sich, wofür ihn das Land NRW eigentlich Jahre lang bezahlt hat. Doch nicht dafür, Werbung für eine andere Großstadt zu machen. Die Bonner Beamten haben ein Recht, von der Gewerkschaft angemessen vertreten zu werden. Die Polizei am Rhein macht Weltkonferenzen sicher. Oder ist der Gewerkschaftsboss ein Wendtehals?

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overkott
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von overkott » Sonnabend 8. Juli 2017, 20:55

Bei seinem Rückflug heute kann Trump zufrieden sein. Mehr war beim Freihandel in der Energiepolitik nicht drin. Die First Lady hätte Bonn gut zu Gesicht gestanden. Sie ist dort auch zum Shoppen herzlich eingeladen. Yael und Jared Kushner sollten mal in der Tempelstraße vorbeischauen.

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overkott
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von overkott » Montag 10. Juli 2017, 20:28

Hamburg brennt und Meinungsinstitute sehen die Verantwortlichen für Politikversagen und Innere Unsicherheit an der Obergrenze.

Was geht hier vor? Sind die Zahlen von vorgestern?

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overkott
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von overkott » Montag 10. Juli 2017, 20:35

Was sonst noch diese Woche bereits geschah:

:daumen-runter: In Prenzlauer Berg werfen Unbekannte Steine von Dächern

:daumen-runter: Autos brennen in Köpenick

:daumen-runter: Kleinkind fährt Seniorin an und verletzt sie schwer

:daumen-rauf: Auf der Charlottenburger Chaussee beginnt eine neue Baustelle

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Torsten
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Torsten » Dienstag 11. Juli 2017, 18:24

https://youtu.be/Q0FEyFWLKj0?t=5m38s
blog.zeit.de hat geschrieben:In eigener Sache

Nachtrag vom 10. Juli: Beide ehrenamtlichen Autoren waren während G20 nicht im Auftrag des Störungsmelders aktiv. Wir haben aber versucht, die Vorfälle gemeinsam mit ihnen zu rekonstruieren. Die Verharmlosung oder Rechtfertigung von Gewalt ist nicht mit einer Mitarbeit beim Störungsmelder vereinbar. Wir werden daher mit beiden Autoren in Zukunft nicht mehr zusammenarbeiten.
"Die Verharmlosung oder Rechtfertigung von Gewalt"? Ich dachte, es geht um Denunziantentum wie ein pawlowscher Reflex. Das sehe ich nämlich als eigentliches Problem hier.

Caviteño
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Sonntag 23. Juli 2017, 23:10

Medien und Flüchtlinge - Die Erfindung der Willkommenskultur
Wer sich der kollektiven Euphorie widersetzte, wer darauf hinwies, dass ganz überwiegend schlecht ausgebildete junge Männer sich auf den Weg nach Deutschland gemacht hatten, die ganz überwiegend keine Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention waren, sondern Wirtschaftsmigranten, deren Weltbild die Integration in westliche, liberale Gesellschaften zumindest beschwerlich macht, wurde als Populist, Rassist oder Rechtsaußen attackiert.
Das konnte man auch hier im Forum verfolgen......

Das Ergebnis dieser einseitigen Berichterstattung:
„Ein beachtlicher Teil der Bevölkerung glaubt seither, der Journalismus werde offenbar gezwungen, systemkonform und insofern manipulierend zu berichten“, die Wut sucht sich alternative Ventile, die Gesellschaft spaltet und radikalisiert sich.
Das deutlichste Zeichen ist der Aufstieg der AfD. Sie lag im August 2015 erheblich unter der 5%-Grenze. Frau Merkel hat ihr durch ihre "Flüchtlings"politik zum Aufstieg und in den Einzug aller Landtage, die seit der Grenzöffnung neu gewählt wurden, verholfen. Von einem Einzug in den Bundestag darf man - nach gegenwärtiger Einschätzung - wohl auch ausgehen.

Wenn die Kanzlerin, wie sie immer behauptet, ihre Politik vom "Ende her denkt" - hatte sie das auch so eingeschätzt?

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Dienstag 1. August 2017, 16:01

Der Cicero weist auf die Diskrepanz zwischen den Meinungsumfragen und Hinweisen auf eine ganz andere Stimmung in der Bevölkerung hin:

Zahlen und Stimmungen - Zwei Wirklichkeiten

Neben den Platzierungen in den Buchlisten und der Kommentaren in den online-Medien werfen insbesondere die Rohdaten der Umfragen durch das Institut Civey Fragen auf:
Irritierend und quer zu den etablierten Meinungsforschern stehen aber die Rohdaten des digitalen Meinungsforschungsinstituts Civey, das einzige, dass diese für Teilnehmer an seinen Umfragen zugänglich macht. Danach liegt die CDU derzeit bei 24,5 Prozent und die AfD bei 17,5. Bereinigt liegt dann die CDU bei 40,5 und die AfD bei 7,0, SPD interessanterweise roh und bereinigt gleichermaßen bei 25 Prozent. Die Rohdaten bilden die Klicks der Menschen ab, die an der Umfrage teilnehmen. Um repräsentativ sein zu können, werden diese aber von den Instituten nach dem Bevölkerungsdurchschnitt von Deutschland und anderen Kriterien gewichtet.
Es wäre ja nicht das erste Mal, daß man durch manipulierte Umfrageergebnisse versucht, das Meinungsbild zu ändern. Allensbach hatte das im Fall der Republikaner einmal offen eingeräumt und warum man bei den Landtagswahlen im Frühjahr 2016 so katastrophal daneben lag, ist bis heute auch noch nicht erklärt worden. Der Brexit und Trump waren auch keine Glanzleistungen der Demoskopie.

Man fragt sich daher:
Gibt es da draußen eine andere Wirklichkeit, eine andere Stimmung, eine größere und hartnäckigere Abneigung gegen die Kanzlerin und ihre Politik, als es die Umfragen im Moment abbilden?
Bald werden wir es wissen.

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martin v. tours
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von martin v. tours » Dienstag 1. August 2017, 17:16

Mach Dir da nicht zu viele Hoffnungen. Am Ende wird's doch wieder die Rautenfrau.
Die Masse der Menschen wählt doch niemanden der Ihnen der Ihnen sagt das ernsthafte Probleme zu lösen sind.
Lieber die Augen zu und den Beteuerungen glauben das am Ende alles gut wird. Glauben zwar nur die wirklich Doofen (die reichen aber schon um eine Wahl zu gewinnen)aber die Masse will es glauben.

Einfaches Beispiel:
Du hast gesundheitliche Probleme und gehst zum Arzt.
Ein Arzt sagt Dir: Ernähr dich gesünder, mach mehr Bewegung und hör auf zu saufen.
Der andere Arzt sagt Dir: Alles easy - nimm diese Pillen und Du kannst weiterleben wie bisher. Du musst auf nichts verzichten.
Zu welchem Arzt werden die Menschen gehen?
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von RomanesEuntDomus » Dienstag 1. August 2017, 18:10

Caviteño hat geschrieben:
Dienstag 1. August 2017, 16:01
Der Cicero weist auf die Diskrepanz zwischen den Meinungsumfragen und Hinweisen auf eine ganz andere Stimmung in der Bevölkerung hin:

Zahlen und Stimmungen - Zwei Wirklichkeiten
Daraus:
Schwer in Einklang zu bringen mit Merkels Höhenflug sind auch all die Leserkommentare unter einschlägigen Online-Artikeln, ... Weitestgehend einhellig sind die Meinungsäußerungen dort, und zwar ziemlich unabhängig davon, wo die jeweilige Zeitung oder das jeweilige Magazin politisch angesiedelt ist.
Also alles wie immer. Vor vielleicht 15 Jahren hätte man anhand "all der Leserkommentare unter einschlägigen Online-Artikeln" und den "einhelligen Meinungsäußerungen" leicht den Eindruck gewinnen können, daß Oskar bald Kanzler werden könnte, ein paar Jahre später das gleiche mit Guido. Die Parteitrolle waren offensichtlich ununterbrochen am Tippen, man erkannte sie schon an ihren Pseudonymen und charakteristischen Rechtschraipvehlern.

Besonders lustig fand ich eine Zeitlang die kostenpflichtigen "Wen-würden-Sie-wählen-Zuschauerbefragungen" auf den Teletext-Seiten der kommerziellen Privatsender. Linke 25%, APPD 22%, FDP 5%, andere 11%, keinen 10%, weiß nicht 27% ...
:freude: :kugel: :D

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Dienstag 1. August 2017, 19:58

martin v. tours hat geschrieben:
Dienstag 1. August 2017, 17:16
Am Ende wird's doch wieder die Rautenfrau.
Die Masse der Menschen wählt doch niemanden der Ihnen der Ihnen sagt das ernsthafte Probleme zu lösen sind.
Lieber die Augen zu und den Beteuerungen glauben das am Ende alles gut wird. Glauben zwar nur die wirklich Doofen (die reichen aber schon um eine Wahl zu gewinnen)aber die Masse will es glauben.
Natürlich wird es wieder die Rautenfrau - der Buchhändler aus Würselen wird es nicht schaffen. Die Frage ist nur das Ergebnis und die anschließende Koalition.

Ich fand allerdings bemerkenswert, daß sich der Chefredakteur des Cicero - mE ein relativ seriöses Magazin - eine solche Frage aufwirft. So ganz aus der Luft gegriffen scheinen die Überlegungen wohl nicht zu sein und daß die Meinungsforschungsinstitute in letzter Zeit häufiger danebenlagen, ist ja auch bekannt.

Ach so - zur Lösung der Probleme gibt es doch den CDU-Wahlslogan: fedidwgugl oder Für ein D., in dem wir gut und gerne leben. :pfeif:

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von RomanesEuntDomus » Donnerstag 3. August 2017, 14:52

Caviteno hat geschrieben:Ein anderes Beispiel ist das von mir weiter oben erwähnte Buch "Finis Germania", welches - durch ein "Versehen" - auf einer Liste "Sachbuch des Monats" - zusammengestellt von NDR und Süddeutscher - landete. Aufgrund der dann einsetzenden Diskussion ist es jetzt Bestseller Nr. 1 bei amazon.

https://www.amazon.de/Finis-Germania-Ka ... s+germania

:breitgrins:
Vor ein paar Tagen gab es auch in der NZZ noch einen Artikel über das Buch:

https://www.nzz.ch/feuilleton/umstritte ... ld.1307884
... Diese Passagen sind dermassen zusammengesponnen, dass vorrangig der Vorwurf eines dadaistisch-delirierenden Stammtischgeblubbers in Buchform greift als der des Antisemitismus. ...
Was ich aber eigentlich schon immer mal fragen wollte: Was heißt eigentlich "Finis Germania"? Hat es zu mehr als zum Deppenlatein nicht gelangt oder fürchtete man vielleicht, mit einem korrekten Genitiv schon im Buchtitel gleich die Aufnahmefähigkeit der Leserschaft zu überfordern?

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martin v. tours
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von martin v. tours » Donnerstag 3. August 2017, 15:10

Ab Minute 24 wird erklärt wie es zu diesem Titel "in falschem Latein" kam:
https://www.youtube.com/watch?v=KdKC72rS6ng
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 3. August 2017, 15:38

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Donnerstag 3. August 2017, 14:52
Vor ein paar Tagen gab es auch in der NZZ noch einen Artikel über das Buch:

https://www.nzz.ch/feuilleton/umstritte ... ld.1307884
... Diese Passagen sind dermassen zusammengesponnen, dass vorrangig der Vorwurf eines dadaistisch-delirierenden Stammtischgeblubbers in Buchform greift als der des Antisemitismus. ...
Die in dem verlinkten Artikel erwähnte -ausführliche- Besprechung in der New York Times kommt allerdings zu einem anderen Ergebnis:

Germany’s Newest Intellectual Antihero

Im übrigen geht es auch weniger um den Inhalt des Buches sondern um die Manipulation auf der bestseller-Liste des Spiegels. Das Buch einfach von einem der vorderen Plätze zu streichen und durch ein Pinguin-Buch zu ersetzen ist zumindest bemerkenswert. Würde z.B. ein Pro-Migrations-Bestseller genauso behandelt, dürften Maas & Co entsprechende Schritte ergreifen. ;D

Amazon hat jedenfalls mehr Rückgrat und weist das Buch noch immer als Nr. 1 bei den Büchern aus. Das Vorgängerbuch "Das Migrationsproblem: Über die Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung" liegt auf Platz 1 in der Rubrik "Sozialpolitik". Allerdings ist amazon bekannterweise auch kein deutsches Unternehmen und kann sich vielleicht deshalb mehr kritische Distanz zur herrschenden politischen Korrektheit leisten als der Spiegel. :breitgrins:

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von RomanesEuntDomus » Donnerstag 3. August 2017, 15:46

@Martin

Vielen Dank.

Die im Video beschriebene Art der Begriffs- und Satzbildung scheint überhaupt schwer im Kommen zu sein.

Bild

oder auch https://image.spreadshirtmedia.net/imag ... stella.jpg

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Freitag 4. August 2017, 20:31

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Donnerstag 3. August 2017, 15:46
oder auch https://image.spreadshirtmedia.net/imag ... stella.jpg
Das dürfte aber unter den Begriff Kanak-Sprak fallen.

Der Begriff "Ende - Gelände" ist ebenso üblich und alt wie "Oberkante - Unterlippe" - zumindest in den Bergbauregionen.

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Sonntag 6. August 2017, 16:48

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Donnerstag 3. August 2017, 15:46
Die im Video beschriebene Art der Begriffs- und Satzbildung scheint überhaupt schwer im Kommen zu sein.
z.B. hier:
Aus dem Informationsmüll der vergangenen zwei Wochen ragten Artikel und Berichte über ein neues Buch heraus. „Ich deutsch – Die neue Leitkultur“. Sein Verfasser Raed Saleh wurde 1977 im Westjordanland geboren und kam 1982 mit seiner großen Familie nach West-Berlin.
(...)
Salehs Thesen sind schlicht. Sein Patriotismus sei „bunt, nicht ethnisch homogen“, der Islam gehöre zu Deutschland, und wenn Jugendliche sich in „Türkendeutsch, Ghettosprache oder Türkenslang“ verständigten, sei das „eine begrüßenswerte Entwicklung“, weil auch Sprache „auf Kreativität und neue Einflüsse angewiesen“ sei.
Das agrammatische „Ich deutsch“ ist also nicht als Witz gemeint, sondern soll die Deutschen auf eine Zukunft in sprachlicher, kultureller, ökonomischer Regression vorbereiten. Denn „begrüßenswert“ wäre die „Ghettosprache“ nur, wenn ihre Nutzer fähig wären, problemlos ins Hochdeutsche zu wechseln. Weil die meisten dazu nicht in der Lage sind, bilden sie das Potential für Parallelgesellschaften und dauerhafte Asozialität. Solche „neue Leitkultur“ ist eine Drohung!
https://jungefreiheit.de/kultur/literat ... et-werden/

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von RomanesEuntDomus » Sonntag 6. August 2017, 17:55

Caviteño hat geschrieben:
Sonntag 6. August 2017, 16:48
...
... „begrüßenswert“ wäre die „Ghettosprache“ nur, wenn ihre Nutzer fähig wären, problemlos ins Hochdeutsche zu wechseln. Weil die meisten dazu nicht in der Lage sind, bilden sie das Potential für Parallelgesellschaften und dauerhafte Asozialität. ...
...
Danke, das ist wirklich ein brillantes Argument, das ich gleich nach den Sommerferien aufgreifen werde. Vielleicht kann ich meine betagten Kirchenchorsänger damit doch noch motivieren, im teilweise hohen Alter noch einmal Anstrengungen zu unternehmen, "problemlos ins Hochdeutsche zu wechseln". Nach vollbrachter Leistung werden die sich bestimmt freuen, "kein Potential für Parallelgesellschaften und dauerhafte Asozialität" mehr zu bilden.

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Hubertus
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Hubertus » Sonntag 6. August 2017, 22:06

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Sonntag 6. August 2017, 17:55
Caviteño hat geschrieben:
Sonntag 6. August 2017, 16:48
...
... „begrüßenswert“ wäre die „Ghettosprache“ nur, wenn ihre Nutzer fähig wären, problemlos ins Hochdeutsche zu wechseln. Weil die meisten dazu nicht in der Lage sind, bilden sie das Potential für Parallelgesellschaften und dauerhafte Asozialität. ...
...
Danke, das ist wirklich ein brillantes Argument, das ich gleich nach den Sommerferien aufgreifen werde. Vielleicht kann ich meine betagten Kirchenchorsänger damit doch noch motivieren, im teilweise hohen Alter noch einmal Anstrengungen zu unternehmen, "problemlos ins Hochdeutsche zu wechseln". Nach vollbrachter Leistung werden die sich bestimmt freuen, "kein Potential für Parallelgesellschaften und dauerhafte Asozialität" mehr zu bilden.
:roll:
""Kiezdeutsch ist kein Dialekt""
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Montag 7. August 2017, 06:55

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Sonntag 6. August 2017, 17:55
Danke, das ist wirklich ein brillantes Argument, das ich gleich nach den Sommerferien aufgreifen werde. Vielleicht kann ich meine betagten Kirchenchorsänger damit doch noch motivieren, im teilweise hohen Alter noch einmal Anstrengungen zu unternehmen, "problemlos ins Hochdeutsche zu wechseln". Nach vollbrachter Leistung werden die sich bestimmt freuen, "kein Potential für Parallelgesellschaften und dauerhafte Asozialität" mehr zu bilden.
Können sie nicht problemlos ins Hochdeutsche wechseln? Wie singen sie dann ihre Lieder? In ihrer Mundart? Das muß sich bestimmt gut anhören! :D

Inzwischen scheint auch Frau Prof. Wiese, die in dem von Hubertus verlinkten Artikel erwähnt wird, zu einer anderen Auffassung zu gekommen zu sein. Sie sieht auch die Gefahr, daß Jugendliche nur noch die Ghettosprache beherrschen und schreibt:
Ein Problem besteht allerdings für die jugendlichen Sprecher/innen von Kiezdeutsch, wenn sie neben dieser Jugendsprache nicht auch das Standarddeutsche beherrschen, das für ihre gesellschaftliche Teilhabe und ihr berufliches Fortkommen ja wesentlich ist.
(...)
Ein Problem entsteht dann, wenn zu diesem sprachlichen Repertoire nicht das Standarddeutsche gehört. Hierdurch kann dann für die betreffenden Jugendlichen ein sprachliches Handicap entstehen, das sie vor allem im Hinblick auf die schulische Ausbildung und den späteren beruflichen Werdegang beeinträchtigt.
http://kiezdeutsch.de/nichtnurkanak.html

Ich gehe einmal davon aus, daß diese Beschreibung auf Deine Chormitglieder nicht zutrifft, sie werden wohl auch keine Schwierigkeiten haben, Hochdeutsch zu schreiben.
Die Lehrer der Schulen, die in den sozialen Brennpunkten liegen, haben da ganz andere Erfahrungen und berichten darüber, z.B. hier:

Isch geh Schulhof

Interview hier: https://www.youtube.com/watch?v=gZrCFpuPv4Q

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Pilgerer » Montag 7. August 2017, 16:15

Gossensprache gab es schon immer, eine niveauvolle gesittete Sprache der Dichter, Denker und Diplomaten auch.
Eine Sprache sagt etwas darüber aus, in welchen Kreisen jemand sich bewegt und welchen Horizont jemand hat. Sprache sollte auch ein Minimum an Achtung und Respekt vor dem anderen wie sich selbst ausdrücken. Das vermisse ich bei der modernen Berliner Gossensprache.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Torsten » Montag 7. August 2017, 16:34

Pilgerer hat geschrieben:
Montag 7. August 2017, 16:15
Sprache sollte auch ein Minimum an Achtung und Respekt vor dem anderen wie sich selbst ausdrücken. Das vermisse ich bei der modernen Berliner Gossensprache.
Nicht nur das. Es fehlt auch an sprachlichem Witz und Feuer.

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von RomanesEuntDomus » Sonntag 13. August 2017, 10:29

Ein Interview mit der Journalistin Claudia Zimmermann, die so lange für den deutschen Staatsfunk tätig war, bis sie sich letztes Jahr bei einem Interview in den Niederlanden einmal versehentlich verplapperte:

https://www.youtube.com/watch?v=cj11eI30n3E

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 13. August 2017, 17:31

Medienhuren eben:
http://kreuzknappe.blogspot.co.at/2017/ ... r-die.html
Man weiss zwar ohnehin wie der Hase läuft bei der veröffentlichten Meinung, manchmal wird es "leider" publik.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Fragesteller » Sonntag 13. August 2017, 20:23

Caviteño hat geschrieben:
Montag 7. August 2017, 06:55
RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Sonntag 6. August 2017, 17:55
Danke, das ist wirklich ein brillantes Argument, das ich gleich nach den Sommerferien aufgreifen werde. Vielleicht kann ich meine betagten Kirchenchorsänger damit doch noch motivieren, im teilweise hohen Alter noch einmal Anstrengungen zu unternehmen, "problemlos ins Hochdeutsche zu wechseln". Nach vollbrachter Leistung werden die sich bestimmt freuen, "kein Potential für Parallelgesellschaften und dauerhafte Asozialität" mehr zu bilden.
Können sie nicht problemlos ins Hochdeutsche wechseln? Wie singen sie dann ihre Lieder? In ihrer Mundart? Das muß sich bestimmt gut anhören! :D
Es kann da durchaus mal Ausspracheschwierigkeiten geben - falls Romanes die nicht sehr geschickt ausgemerzt hat.

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 19. August 2017, 15:25

ARD und ZDF wollen höhere Gebühren

Sie sollen von 17,50 € auf 21 € steigen, man will damit den streaming-diensten netflix, amazon & Co die Stirn bieten.

Es reicht allmählich - eine Umstellung auf pay-per-view wird immer dringender.

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Sonntag 27. August 2017, 11:39

Ach, Spiegel!

Ein von wehmütigen Erinnerungen geprägter Beitrag von Matthias Matussek.
In Deutschland ist es still geworden. Ein Land ohne Opposition, ohne Debattenkultur, ohne Kritiker. Beängstigend. Beklemmend.(...)
Tatsächlich kann es keine genauere und beängstigendere Lagebeschreibung geben, als die des Professors Jörg Baberowski, die über den Umweg der Schweizer Presse zu uns gelangt. Es ist die Diagnose der sterbenden Demokratie in Deutschland genauso wie des Komplettversagens der Vierten Gewalt, wie sich die Presse auch bei uns einst nennen durfte.
(...)
Nie hätte ich mir träumen lassen, dass diese einst stolze Redaktion zu einer säuselnden linksliberalen Begleitcombo der Regierung degeneriert und gemeinsam mit den Wählern eindämmert.
Inzwischen wird die Schweizer Presse schon als das neue Westfernsehen bezeichnet......

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Torsten » Donnerstag 31. August 2017, 22:39

propagandaschau hat geschrieben:Imad Karim: 24 Minuten gegen ARD Fake News
[...]
Das wird auch auf anderen Seiten gehandelt, aber diese mag ich eben besonders, weil sie wirklich gar kein Feigenblatt mehr vor der Verkommenheit duldet.
Der ich in meinem "wahren Leben" begegne, in dem ich wirklich einfach mal die Fresse halte, oder sie aufmache, um hinzuweisen. Auf ein vermeidbares Fehlverhalten anderen gegenüber. Nicht im Rahmen eines "Jobs", sondern als Mensch.

Ab Minute 4 und nochetwas im Video wird klar, was da im öffentlich-rechtlichen Betrieb so kreucht und fleucht. Und nicht nur in meinen Augen keine Entschuldigung findet.

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Torsten » Donnerstag 31. August 2017, 22:50

Gespräche im ÖR-Medium: Aber wenn wir uns jetzt von dem ab- und diesem zuwenden, was wird aus uns werden?

Macht euch keinen Kopp, ihr seid eh schon verflucht bis in alle Ewigkeit. Denn so etwas wie euch denkt man sich nicht spontan aus, das ist geplant, und nach etwas anderem habt ihr nie gearbeitet.

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Torsten » Donnerstag 31. August 2017, 23:08

Sie spucken vor euch aus? Ach wirklich?

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 7. September 2017, 19:57

Morgen erscheint eine neue konservative Zeitschrift. Die Junge Freiheit schreibt:
An diesem Freitag erblickt eine neue Zeitschrift das Licht der Welt: Cato – das Magazin für neue Sachlichkeit erscheint künftig zweimonatlich aus Berlin. Die Neue Zürcher Zeitung begrüßt Cato als eine „neue Stimme der Konservativen“ in Deutschland.
(...)
Initiiert hat Cato der erfahrene Publizist Karlheinz Weißmann, der schon große Zeitschriftenerfahrung besitzt und vor anderthalb Jahren im Gespräch mit dieser Zeitung erstmals über seine Pläne für ein neues Magazin gesprochen hatte (JF 20/16). Mit Andreas Lombard trat nun der ideale Chefredakteur an seine Seite, der mit seinen Erfahrungen als Hersteller bibliophiler Bücher – Gründer des Landt-Verlages und bis Anfang des Jahres langjähriger Leiter der gediegenen Manuscriptum Verlagsbuchhandlung –, routinierter Journalist und feiner Stilist für eine anspruchsvolle Zeitschrift steht.
https://jungefreiheit.de/debatte/streif ... tert-sich/

Der ausgewogene und kritische Artikel der NZZ:

Zeitschrift «Cato» - Eine neue Stimme der Konservativen

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Raphael
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Raphael » Freitag 8. September 2017, 08:49

Caviteño hat geschrieben:
Donnerstag 7. September 2017, 19:57
Morgen erscheint eine neue konservative Zeitschrift. Die Junge Freiheit schreibt:
An diesem Freitag erblickt eine neue Zeitschrift das Licht der Welt: Cato – das Magazin für neue Sachlichkeit erscheint künftig zweimonatlich aus Berlin. Die Neue Zürcher Zeitung begrüßt Cato als eine „neue Stimme der Konservativen“ in Deutschland.
(...)
Initiiert hat Cato der erfahrene Publizist Karlheinz Weißmann, der schon große Zeitschriftenerfahrung besitzt und vor anderthalb Jahren im Gespräch mit dieser Zeitung erstmals über seine Pläne für ein neues Magazin gesprochen hatte (JF 20/16). Mit Andreas Lombard trat nun der ideale Chefredakteur an seine Seite, der mit seinen Erfahrungen als Hersteller bibliophiler Bücher – Gründer des Landt-Verlages und bis Anfang des Jahres langjähriger Leiter der gediegenen Manuscriptum Verlagsbuchhandlung –, routinierter Journalist und feiner Stilist für eine anspruchsvolle Zeitschrift steht.
https://jungefreiheit.de/debatte/streif ... tert-sich/

Der ausgewogene und kritische Artikel der NZZ:

Zeitschrift «Cato» - Eine neue Stimme der Konservativen
Nunja, nachdem das Projekt "Cicero" von Wolfram Weimer durch den aktuellen Chefredakteur Christoph Schwennicke weichgespült worden ist, muß jetzt der Cato mit seinem ceterum censeo ran. :emil:

Schau'n wir 'mal, wann Karthago zerstört wird .....................
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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