Bedingungsloses Grundeinkommen?

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Marcus
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Marcus » Sonntag 5. Juni 2016, 14:33

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Siard
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Siard » Sonntag 5. Juni 2016, 16:06

Menschen einen gerechten Lohn vorzuenthalten ist ja sooo viel besser!
Oh, nein wartet … das ist eine Himmelschreiende Sünde.
Natürlich wäre eine Finanzierung sehr wohl möglich – im Weg steht hier ebenfalls eine Ideologie.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Dieter » Sonntag 5. Juni 2016, 18:37

Die Schweizer haben die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens in einem Referendum mit großer Mehrheit abgelehnt: Nach einer Hochrechnung des Instituts gfs.bern stimmten 78 Prozent der Wähler bei dem Referendum am Sonntag gegen die Pläne. Endgültige Ergebnisse wurden für den frühen Abend erwartet.

Das Grundeinkommen soll nach der Vorstellung der Initiatoren allen Schweizern sowie Ausländern, die seit mindestens fünf Jahren in der Schweiz leben, ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen Leben erm��glichen, ohne dass dafür ein fester Job nötig ist.

Die Gesetzesinitiative hatte keinen Betrag für das bedingungslose Grundeinkommen festgelegt, die Initiatoren empfahlen aber ein Einkommen in Höhe von 25 Schweizer Franken (226 Euro) für jeden Erwachsenen und 65 Franken für jeden Minderjährigen.

https://de.nachrichten.yahoo.com/schwei ... 45922.html

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Sempre
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Sempre » Montag 6. Juni 2016, 00:30

Siard hat geschrieben:Menschen einen gerechten Lohn vorzuenthalten ist ja sooo viel besser!
Oh, nein wartet … das ist eine Himmelschreiende Sünde.
An wen ist das denn addressiert? Oder willst Du andeuten, nur weil manch einer himmelschreiender Sünder ist, erwerbe er dadurch ein Recht, andere auszuplündern?
Siard hat geschrieben:Natürlich wäre eine Finanzierung sehr wohl möglich – im Weg steht hier ebenfalls eine Ideologie.
Finanzierung wäre nicht mal nötig, wenn man nur das bedingungslose Grundeinkommen auf eine die Mehrheit überzeugende Art und Weise einführt. Wir nehmen die Summe aller Sozialleistungen und verteilen sie auf alle. Pro Kopf erhält jeder dasselbe. Das probieren wir für sagen wir mal 10 Jahre lang aus und schauen dann, ob sich das nicht sogar zusätzlich auch positiv auf die Wirtschaft ausgewirkt hat. Ich schätze, dass das der Fall sein wird. Aber man kann ja abwarten, ob es tatsächlich so kommen wird.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Sempre » Montag 6. Juni 2016, 04:49

Sempre hat geschrieben:An wen ist das denn addressiert? Oder willst Du andeuten, nur weil manch einer himmelschreiender Sünder ist, erwerbe er dadurch ein Recht, andere auszuplündern?
Korrektur: Oder willst Du andeuten, nur weil manch einer himmelschreiender Sünder ist, erwerbe sein Opfer dadurch ein Recht, andere auszuplündern?
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Siard » Montag 6. Juni 2016, 08:18

Sempre hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:An wen ist das denn addressiert? Oder willst Du andeuten, nur weil manch einer himmelschreiender Sünder ist, erwerbe er dadurch ein Recht, andere auszuplündern?
Korrektur: Oder willst Du andeuten, nur weil manch einer himmelschreiender Sünder ist, erwerbe sein Opfer dadurch ein Recht, andere auszuplündern?
Deine Formulierung ist verfehlt, der Inhalt aber nahe dran.
Wenn die gegenwärtige Entwicklung so weiter geht, wird ein Großteil der jetzigen "Jobs" in naher Zukunft ersatzlos entfallen sein.
Die Großunternehmen und Hedgefonds, die viel mehr Subventionen aufgedrängt bekommen, als 70% der Bevölkerung zusammen, müssen endlich in die Pflicht genommen werden.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von RomanesEuntDomus » Montag 6. Juni 2016, 09:51

Caviteño hat geschrieben:Wer reinigt zuverlässig die Latrinen, wer entsorgt pünktlich den Müll und wer ist bereit, spät abends oder bei schönem Wetter, Bus und Bahn zu lenken?
Natürlich derjenige, dem ich für seine Arbeit einen angemessenen Lohn bezahle, in welcher Form auch immer (Geld, so daß seine Familie gut davon leben kann, sozialer Status ...) und mit dem ich handelseinig werde. Es steht mir ja frei, meine Latrine selbst zu reinigen oder abends nach Hause zu laufen statt mit dem Bus zu fahren, wenn mir professionelle Dienstleistungen zu teuer sind.

Das alles regelt ja angeblich "der Markt". Angebot und Nachfrage, du weißt schon. :schnarch:

Deine Frage ist auch nur ein Neuaufguß der rhetorischen Fragen, die vor 150 Jahren in den USA kursierten, als die Auseinandersetzungen um die Abschaffung oder Beibehaltung der Sklaverei tobten.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Raphael » Montag 6. Juni 2016, 10:22

Siard hat geschrieben:Die Großunternehmen und Hedgefonds, die viel mehr Subventionen aufgedrängt bekommen, als 70% der Bevölkerung zusammen, müssen endlich in die Pflicht genommen werden.
Da würde mich als allgemein ökonomisch Interessierten doch 'mal die Herkunft dieser Behauptung interessieren. :hmm:

Wieso und inwieweit bekommen die Genannten Subventionen aufgedrängt? Meines Wissens sind insbesondere Hedgefonds gar keine (!!!) Subventionsempfänger und schon von ihrem Geschäftsmodell her als solche ausgeschlossen.
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Caviteño » Montag 6. Juni 2016, 19:23

RomanesEuntDomus hat geschrieben: Natürlich derjenige, dem ich für seine Arbeit einen angemessenen Lohn bezahle, in welcher Form auch immer (Geld, so daß seine Familie gut davon leben kann, sozialer Status ...) und mit dem ich handelseinig werde. Es steht mir ja frei, meine Latrine selbst zu reinigen oder abends nach Hause zu laufen statt mit dem Bus zu fahren, wenn mir professionelle Dienstleistungen zu teuer sind.

Das alles regelt ja angeblich "der Markt". Angebot und Nachfrage, du weißt schon. :schnarch:

Deine Frage ist auch nur ein Neuaufguß der rhetorischen Fragen, die vor 15 Jahren in den USA kursierten, als die Auseinandersetzungen um die Abschaffung oder Beibehaltung der Sklaverei tobten.
Wow, ich wußte noch garnicht, daß man damals auch über ein bedingungsloses Grundeinkommen nachgedacht hat. Ansonsten wäre der Vergleich ja vollkommen daneben, denn das jeder für seinen Lebensunterhalt arbeiten muß ist eben der Unterschied zu einem bedingungslosen Grundeinkommen.

Das Problem, das ich angesprochen habe, ist doch, daß man bei einem bedingungslosen Grundeinkommen kaum noch jemanden finden wird, der unangenehme Arbeiten machen will. Warum sollte man einem so schönen Tag wie heute Abwässer reinigen, am Hochofen arbeiten oder einen Güterzug im Schichtdienst fahren, wenn man ohne Arbeit ein Gehalt bekommt, das für ein Leben auf einfachem Niveau ausreicht? Da fährt man doch lieber mit dem Rad oder liegt auf der Wiese (wer hält die eigentlich instand?).

Huge Müller-Vogg bringt es auf den Punkt:
Angeblich, so die Vorkämpfer für die staatlich finanzierte freie Wahl zwischen Arbeit und Vergnügen, werden die vom Grundeinkommen Beglückten sich keineswegs auf die faule Haut legen. Im Gegenteil: Frei von wirtschaftlichen Zwängen werden sie angeblich Höchstleistungen erzielen. Und sich anstrengen, damit genügend Geld beim Staat landet, um dieses wahre Paradies auf Erden zu finanzieren. Glückliche Menschen in einem glücklichen Land!
Gut möglich, dass ein Grundeinkommen solche Effekte hätte – in Einzelfällen vielleicht. Aber es hätte zwei weitere Effekte: Wer heute einfache, niedrig bezahlte Tätigkeiten ausübt, wird gar nicht mehr arbeiten, weil es sich nicht mehr lohnt. Und viele Leistungsträger werden weniger arbeiten, weil die zur Finanzierung des Grundeinkommens notwendigen massiven Steuererhöhungen ihnen die Lust an der Leistung vergällen.
http://www.rolandtichy.de/daili-es-sent ... -faulheit/

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von RomanesEuntDomus » Dienstag 7. Juni 2016, 00:45

Caviteño hat geschrieben: Huge Müller-Vogg bringt es auf den Punkt:
... niedrig bezahlte Tätigkeiten ... Leistungsträger ...
http://www.rolandtichy.de/daili-es-sent ... -faulheit/
Das habe ich mir schon gedacht, daß du den toll findest.

Allerdings bringt Müller-Vogg gar nichts auf den Punkt, sondern er wiederholt vor allem den ideologisch verblendeten Schwachsinn um den konstruierten Gegensatz zwischen "niedrig bezahlter Arbeit" und den sogenannten "Leistungsträgern". Es will mir einfach nicht in den Kopf gehen, warum beispielsweise ein Kioskbesitzer (der sein Geschäft in unmittelbarer Nähe mehrerer Schulen und einer Straßenbahnhaltestelle betreibt und deshalb gar nicht weiß, wohin mit der vielen Kohle, die er einnimmt) oder ein Puffbesitzer oder einer der vielen BWL-Soziopathen, die seit den 199er Jahren die Firmen überschwemmen, als "Leistungsträger" gelten sollen, nur weil sie keiner "niedrig bezahlten Tätigkeit" nachgehen, sondern ganz gut verdienen, während beispielsweise eine Krankenschwester oder ein Hochofenarbeiter (dein Beispiel) keine Leistungsträger sein sollen, weil sie eine "niedrig bezahlte Arbeit" ausüben.

(Nur so nebenbei: Ich bin ein Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens, aber ein Anhänger einer gerechten Entlohnung.)

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Sempre » Dienstag 7. Juni 2016, 03:50

RomanesEuntDomus hat geschrieben:Es will mir einfach nicht in den Kopf gehen, warum beispielsweise ein Kioskbesitzer (der sein Geschäft in unmittelbarer Nähe mehrerer Schulen und einer Straßenbahnhaltestelle betreibt und deshalb gar nicht weiß, wohin mit der vielen Kohle, die er einnimmt) oder ein Puffbesitzer oder einer der vielen BWL-Soziopathen, die seit den 1990er Jahren die Firmen überschwemmen, als "Leistungsträger" gelten sollen, nur weil sie keiner "niedrig bezahlten Tätigkeit" nachgehen, sondern ganz gut verdienen, während beispielsweise eine Krankenschwester oder ein Hochofenarbeiter (dein Beispiel) keine Leistungsträger sein sollen, weil sie eine "niedrig bezahlte Arbeit" ausüben.
Diese Frage ist schnell beantwortet: Als Leistungsträger wird in einer Republik jemand bezeichnet, der in der Summe mehr an den Staat zahlt als er empfängt. Moral spielt in einer solchen Republik keine Rolle. Steuerbetrüger werden wie in Orwells 1984 auf der Mattscheibe vorgeführt, während Mörder und Vergewaltiger verschwiegen oder entschuldigt werden.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Siard » Dienstag 7. Juni 2016, 07:02

Sempre hat geschrieben:Diese Frage ist schnell beantwortet: …
Schön wär's.
Sempre hat geschrieben:Als Leistungsträger wird in einer Republik jemand bezeichnet, der in der Summe mehr an den Staat zahlt als er empfängt.
Das ist in sehr vielen Fällen definitiv nicht der Fall. Kaum einer würde Krankenschwestern, Kindergärtnerinnen, Verkäufer und viele andere, als Leistungsträger bezeichnen, aber ihre Leistung für Staat und Menschen und ihre Zahlungen in die Staatskassen sind größer, als die vieler "Leistungsträger".
"Leistungsträger" sind anscheinend die, die die Politiker mit einem Taschengeld und/oder Jobangeboten für danach versorgen.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Raphael » Dienstag 7. Juni 2016, 07:13

RomanesEuntDomus hat geschrieben:(Nur so nebenbei: Ich bin ein Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens, aber ein Anhänger einer gerechten Entlohnung.)
Wann ist denn eine Entlohnung gerecht? :detektiv:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Caviteño » Dienstag 7. Juni 2016, 11:32

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Allerdings bringt Müller-Vogg gar nichts auf den Punkt, sondern er wiederholt vor allem den ideologisch verblendeten Schwachsinn um den konstruierten Gegensatz zwischen "niedrig bezahlter Arbeit" und den sogenannten "Leistungsträgern". Es will mir einfach nicht in den Kopf gehen, warum beispielsweise ein Kioskbesitzer (der sein Geschäft in unmittelbarer Nähe mehrerer Schulen und einer Straßenbahnhaltestelle betreibt und deshalb gar nicht weiß, wohin mit der vielen Kohle, die er einnimmt) oder ein Puffbesitzer oder einer der vielen BWL-Soziopathen, die seit den 1990er Jahren die Firmen überschwemmen, als "Leistungsträger" gelten sollen, nur weil sie keiner "niedrig bezahlten Tätigkeit" nachgehen, sondern ganz gut verdienen, während beispielsweise eine Krankenschwester oder ein Hochofenarbeiter (dein Beispiel) keine Leistungsträger sein sollen, weil sie eine "niedrig bezahlte Arbeit" ausüben.

(Nur so nebenbei: Ich bin ein Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens, aber ein Anhänger einer gerechten Entlohnung.)
Und was hat das bedingungslose Grundeinkommen mit der "gerechten" Entlohnung zu tun? :hmm:

Im übrigen sprach ich nicht von "niedrig bezahlten", sondern von unangenehmen Tätigkeiten. Den Unterschied wird bei den Krankenschwestern (Dein Beispiel) im Falle des bedingungslosen Grundeinkommens deutlich: Hier wird es wahrscheinlich viele hochmotivierte Arbeitskräfte geben, die bereit sind - trotz eines bereits garantierten staatlichen Einkommens - weiterhin den Kranken zu helfen. Bei unangenehmen Jobs (Kanalreinigung, Spargel stechen oä) dürfte diese Bereitschaft wesentlich geringer sein. Warum sollte man morgens um 06:00 Uhr auf die Felder gehen und Spargel stechen, wenn der Lebensunterhalt dank Vater Staat gesichert ist? :achselzuck:

Die Leistungsträger wurden im übrigen in Zusammenhang mit der Finanzierung erwähnt. Die bei einem bedingungslosen Grundeinkommen sehr massiven Steuererhöhungen können kaum bei den meisten Verkehrs- und Verbrauchssteuern erfolgen, da hier eine Erhöhung des Preisniveaus zu einer Erhöhung des Grundeinkommens führen müßte. Es blieb also nur - abgesehen von einigen Verkehrssteuern und Abgaben - die Einkommensteuer. Die Ausweichreaktionen sind bekannt.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von RomanesEuntDomus » Dienstag 7. Juni 2016, 14:39

Caviteno hat geschrieben:Und was hat das bedingungslose Grundeinkommen mit der "gerechten" Entlohnung zu tun? :hmm:
Ungefähr so viel wie der aktuelle Status Quo mit gerechter Entlohnung zu tun hat: nichts.
Caviteno hat geschrieben:Im übrigen sprach ich nicht von "niedrig bezahlten", sondern von unangenehmen Tätigkeiten. ...
Jau. Das macht die Sache aber nicht besser, sondern nur noch nichtssagender. Ob eine Tätigkeit angenehm oder unangenehm ist, sagt doch erstaunlich wenig darüber aus, ob sie auch ausgeführt wird.

Oder findest du es angenehm, z.B. als Zahnarzt täglich wie am Fließband in dutzenden mehr oder wenig gut riechenden Kariesbunkern herumzufingern? Findest du es angenehm, z.B. als Chirurg Teile aus wildfremden Leuten herauszuschnippeln? Findest du es angenehm, dir z.B. als forschender Mathematiker, Naturwissenschaftler oder Ingenieur in einem deutschen DAX-Unternehmen ständig Richtungsvorgaben von irgendeinem Geld- oder Marketing-Fuzzi machen lassen zu müssen und auch noch gezwungen sein, ihm wöchentlich einen Report abzuliefern (möglichst in einfachem Deutsch, damit der Typ wenigstens ansatzweise verstehen kann, welches Problem du gerade löst)? Trotzdem sind die Berufe, die ich erwähnt habe, in der Regel gut bezahlt und die in ihnen Tätigen üben sie normalerweise hochmotiviert aus. (Zur Not auch erstmal komplett ohne Geld, mir fällt gerade die Entwickling von Linux, BSD und anderer Unixe durch Studenten, Schüler und gelangweilte Informatiker ein.)
Caviteno hat geschrieben:Warum sollte man morgens um 6: Uhr auf die Felder gehen und Spargel stechen, wenn der Lebensunterhalt dank Vater Staat gesichert ist? :achselzuck:
Du warst lange nicht mehr in Deutschland, oder?

Spargelstechen ... das machen zumindest bei uns in der Gegend seit vielen Jahren gar keine Einheimischen mehr (und zwar völlig unabhängig von jedem bedingungslosen Grundeinkommen), sondern ausschließlich viele Hundertschaften süd- und osteuropäischer Erntearbeiter, die vom Frühjahr bis zum Herbst in Containern und Baracken untergebracht sind.

Bis in unser Jahrtausend hinein gab es Versuche mit deutschen Hartz-IV-Empfängern als Spargelstecher, aber sie schlugen allesamt fehl:

http://www.welt.de/wirtschaft/article95 ... echen.html
Hartz-IV-Aushilfen versagen beim Spargelstechen

Die Arbeitsagenturen haben sich diesmal bemüht und junge und kräftige Erntehelfer rekrutiert. Genützt hat es wieder nichts. Beim ersten Regen verschwanden die deutschen Spargelstecher und die Ware verrottet. Trotz aller Versuche ist die
Erntehelferregelung gescheitert.


Natürlich sind die schwer arbeitenden Polen, Rumänen usw. alles keine "Leistungsträger" in Müller-Voggs Sinn, die da von morgens bis abends bei jedem Wetter in langen Reihen hart auf den Feldern malochen und es abends manchmal nicht mal mehr bis Ladenschluß zum Aldi schaffen, sondern nur Niedriglohnempfänger, die dafür sorgen, daß der brave Deutsche sein einheimisches Obst und Gemüse pünktlich und möglichst zum Discountpreis auf den Teller bekommt. "Leistungsträger" in Müller-Voggs Sinn ist dagegen derjenige, der die Wohncontainer und Dixies vermietet und von anderen Niedriglohnempfängern am Feldrand aufstellen lässt.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von offertorium » Dienstag 7. Juni 2016, 18:15

Caviteño hat geschrieben:diese Bereitschaft wesentlich geringer sein. Warum sollte man morgens um 06:00 Uhr auf die Felder gehen und Spargel stechen, wenn der Lebensunterhalt dank Vater Staat gesichert ist? :achselzuck:
Wer nicht arbeiten will, ist bereits jetzt mit Hartz IV oder Arbeitslosengeld bestens abgesichert. Interessanterweise treibt es die Leute dennoch jeden Tag zur Arbeit, teilweise sogar zu Tätigkeiten, die so schlecht bezahlt sind, dass sich die Leute noch Unterstützung beim Amt holen müssen.

Tatsächlich wird es einige geben, die so wie Du denken und dann lieber zu Hause bleiben, glaubt man hingegen bestimmten Untersuchungen, ist für die meisten Menschen Arbeit ein grundsätzlicher Ordnungsfaktor ihres Lebens und verleiht ihrem Leben nicht nur Sinn, sondern oft auch eine soziale Anbindung.

Die Idee, dass alle Leute zu Hause bleiben, weil ein bestimmter Teil ihres Einkommens staatlich abgesichert ist, scheint mir nicht ganz realistisch zu sein. Sehr wohl kann es die Menschen aber an einen Punkt bringen, wo sie merken, dass sie gerne und freiwillig zu ihrer Arbeit gehen, während manche vielleicht jetzt den Eindruck haben, es nur aus dem Zwang der Situation heraus zu tun.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von umusungu » Mittwoch 8. Juni 2016, 00:06

RomanesEuntDomus hat geschrieben:Natürlich sind die schwer arbeitenden Polen, Rumänen usw. alles keine "Leistungsträger" in Müller-Voggs Sinn, die da von morgens bis abends bei jedem Wetter in langen Reihen hart auf den Feldern malochen und es abends manchmal nicht mal mehr bis Ladenschluß zum Aldi schaffen, sondern nur Niedriglohnempfänger, die dafür sorgen, daß der brave Deutsche sein einheimisches Obst und Gemüse pünktlich und möglichst zum Discountpreis auf den Teller bekommt. "Leistungsträger" in Müller-Voggs Sinn ist dagegen derjenige, der die Wohncontainer und Dixies vermietet und von anderen Niedriglohnempfängern am Feldrand aufstellen lässt.
Die Spargel-Stecher sollten endlich einen anständigen Lohn erhalten, egal aus welchem Land sie stammen. 15 bis 20 Euro die Stunde ist für diese körperliche Arbeit schon angebracht.
Der Verkaufspreis wird dann wesentlich höher - aber wer Spargel essen will, muss bezahlen für die schwierige Ernte.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Fragesteller » Mittwoch 8. Juni 2016, 00:26

@Caviteno: Dein Bild vom Beruf der Krankenschwester scheint doch etwas rosig. Sich den Rücken kaputtzumachen, die Nächte um die Ohren zu hauen und dabei mit angenehmen und weniger angenehmen Charakteren aller Art konfrontiert zu sein, ist keine Lebensstellung, um die ich die Leute beneide. Umus Vorschlag könnte übrigens auch bei Grundeinkommen greifen; wenn du gut genug zahlst, kriegst du auch rundum Abgesicherte ins Spargelfeld.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Raphael » Mittwoch 8. Juni 2016, 13:19

@ RomanesEuntDomus
Raphael hat geschrieben:
RomanesEuntDomus hat geschrieben:(Nur so nebenbei: Ich bin ein Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens, aber ein Anhänger einer gerechten Entlohnung.)
Wann ist denn eine Entlohnung gerecht? :detektiv:
Hier ist noch eine Frage offen! :roll:
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 8. Juni 2016, 20:30

umusungu hat geschrieben: Die Spargel-Stecher sollten endlich einen anständigen Lohn erhalten, egal aus welchem Land sie stammen. 15 bis 20 Euro die Stunde ist für diese körperliche Arbeit schon angebracht.
Der Verkaufspreis wird dann wesentlich höher - aber wer Spargel essen will, muss bezahlen für die schwierige Ernte.
Bei dem Preis wäre der deutsche Spargel im wesentlichen unverkäuflich - er würde durch Importe aus Spanien, GR oder IT ersetzt.
Folge: Die bisherigen Spargelstecher aus den osteuropäischen Ländern wären entweder ihren Job los oder dürften zu niedrigeren Löhnen in den Mittelmeerländern schuften. Lohn bemißt sich nicht nach den subjektiven Begriffen "gerecht", "anständig" oder "unanständig" und für den von Dir vorgeschlagenen Stundenlohn (werden die Spargelstecher nicht nach Akkord bezahlt? :hmm: ) wirst Du keinen Bauern finden, der dafür Leute beschäftigt. Wer sollte den Spargel kaufen? :achselzuck:
offertorium hat geschrieben: Wer nicht arbeiten will, ist bereits jetzt mit Hartz IV oder Arbeitslosengeld bestens abgesichert. Interessanterweise treibt es die Leute dennoch jeden Tag zur Arbeit, teilweise sogar zu Tätigkeiten, die so schlecht bezahlt sind, dass sich die Leute noch Unterstützung beim Amt holen müssen.
Tatsächlich wird es einige geben, die so wie Du denken und dann lieber zu Hause bleiben, glaubt man hingegen bestimmten Untersuchungen, ist für die meisten Menschen Arbeit ein grundsätzlicher Ordnungsfaktor ihres Lebens und verleiht ihrem Leben nicht nur Sinn, sondern oft auch eine soziale Anbindung.
Da verwechselst Du zunächst die Aufstocker und die reinen Hartz-IV-Bezieher.
Bei den Aufstockern kannst Du sehen, das es bereits eine Art "Grundeinkommen" gibt. Wer weniger verdient, erhält Hilfe vom Staat.
Es gibt ebenso Untersuchungen, das sich einige Zeitgenossen bequem in Hartz-IV eingerichtet haben. Wie man die Sanktionen des Jobcenters umgehen kann, wird im Netz (z.B. hier) dargestellt.
offertorium hat geschrieben: Die Idee, dass alle Leute zu Hause bleiben, weil ein bestimmter Teil ihres Einkommens staatlich abgesichert ist, scheint mir nicht ganz realistisch zu sein. Sehr wohl kann es die Menschen aber an einen Punkt bringen, wo sie merken, dass sie gerne und freiwillig zu ihrer Arbeit gehen, während manche vielleicht jetzt den Eindruck haben, es nur aus dem Zwang der Situation heraus zu tun.
Sorry, durch das "bedingungslose Grundeinkommen" soll nicht ein "bestimmter Teil des Einkommens" abgesichert werden, sondern das gesamte Einkommen. Ein solches Einkommen müßte auch höher liegen als die augenblicklichen Hartz-IV-Regelsätze, sonst müßte man sich nicht darüber unterhalten. Insofern gibt es bereits eine Art "Grundeinkommen".
Im übrigen würden viele sich ein andere Arbeit suchen. Für unangenehmene Tätigkeiten (Reinigung der öffentl. Latrinen) wird sich wohl kaum jemand finden, denn man hat es ja nicht "nötig". Du unterschätzt, daß die Arbeit in einem solchen Fall "freiwillig" erfolgt - man ist abgesichert, die Knete landet jeden Ersten auf dem Konto.
Fragesteller hat geschrieben: @Caviteno: Dein Bild vom Beruf der Krankenschwester scheint doch etwas rosig. Sich den Rücken kaputtzumachen, die Nächte um die Ohren zu hauen und dabei mit angenehmen und weniger angenehmen Charakteren aller Art konfrontiert zu sein, ist keine Lebensstellung, um die ich die Leute beneide. Umus Vorschlag könnte übrigens auch bei Grundeinkommen greifen; wenn du gut genug zahlst, kriegst du auch rundum Abgesicherte ins Spargelfeld.
Wenn Du richtig liegst, stellt sich die Frage, ob ein "rundum Abgesicherter" überhaupt noch arbeiten soll. Natürlich kann man an das Gute im Menschen glauben und davon ausgehen, daß er eine Tagesstruktur braucht und sozial angebunden sein will. Das mag ja sein - aber warum kann er das nicht außerhalb der Arbeit realisieren?
Dafür muß man sich doch nicht den Rücken kaputtmachen, Nachtschicht schieben oder sich mit seinem Chef oder Kunden rumärgern. Tagesstrukturen kann man sich schaffen, es gibt doch nicht umsonst den Spruch, das "Rentner nie Zeit haben" und für soziale Bindungen braucht man die Arbeit auch nicht. Glaubst Du nicht, das sich ausreichende (Selbsthilfe-)Gruppen für jede erdenkliche Freizeitgestaltung finden würden?

Das Kernproblem ist doch ein anderes:
Werden beim "bedingungslosen Grundeinkommen" eigene Einnahmen gegengerechnet oder nicht? Nur wenn keine Gegenrechnung eigener Einkünfte erfolgt, wäre man "rundum abgesichert" und nur dann würden die geäußerten Vermutungen von der unstillbaren Liebe des Menschen nach Beschäftigung greifen.
Ob so etwas überhaupt realistisch ist und welche Auswirkungen eine Alimentierung aller Staatsbürger hätte - darüber kann man trefflich spekulieren. Ich bin überzeugt, das viele Jobs nicht mehr gemacht würden, weil es sich nicht "lohnt". Ein hoher Lohn (so er denn wirklich gezahlt würde und nicht mit Hinweis auf die staatliche Absicherung niedriger wäre) müßte exorbitant besteuert werden, weil das Grundeinkommen für jedermann nicht aus dem Geldautomaten kommt.

Rechnet man eigene Einkünfte auf das Grundeinkommen an, ändert sich zur bisherigen Praxis praktisch nichts - eine Erhöhung der gegenwärtigen Hartz-IV-Sätze. Es wird Aufstocker geben, denen die Differenz zum dann höheren Grundeinkommen ausgezahlt wird. Der Rest wird das (höhere) Grundeinkommen mit höheren Steuersätzen bezahlten müssen.

Klären wir also erst einmal, ob eigene Einkünfte gegengerechnet werden.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Raphael » Mittwoch 8. Juni 2016, 21:02

Bravo, caviteno! :daumen-rauf:

Manche Foranten übersehen gerne, daß eine Kuh erst gefüttert werden muß, bevor sie Milch gibt.
Derlei Herrschaften brauchen auch keine stromproduzierenden Kraftwerke, denn der Strom kommt ja aus der Steckdose! :roll:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von RomanesEuntDomus » Mittwoch 8. Juni 2016, 22:51

Raphael hat geschrieben:@ RomanesEuntDomus
Raphael hat geschrieben:
RomanesEuntDomus hat geschrieben:(Nur so nebenbei: Ich bin ein Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens, aber ein Anhänger einer gerechten Entlohnung.)
Wann ist denn eine Entlohnung gerecht? :detektiv:
Hier ist noch eine Frage offen! :roll:
Zur Klärung einige Auszüge aus der Enzyklika Quadragesimo Anno von 1931. Auch wenn die Forderungen, die da gestellt werden, für einige hier im Forum utopisch klingen mögen. (Ich habe mir erlaubt, einige Hervorhebungen zu tätigen.)

https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/t ... .html#ch28
4. Lohngerechtigkeit
...
Drei Gesichtspunkte
...
a) Lebensbedarf des Arbeiters und der Arbeiterfamilie

71. An erster Stelle steht dem Arbeiter ein ausreichender Lohn zu für seinen und seiner Familie Lebensunterhalt. ...

... Daß dagegen Hausfrauen und Mütter wegen Unzulänglichkeit des väterlichen Arbeitsverdienstes zum Schaden ihres häuslichen Pflichtenkreises und besonders der Kindererziehung außerhäuslicher Erwerbsarbeit nachzugehen genötigt sind, ist ein schändlicher Mißbrauch, der, koste es, was es wolle, verschwinden muß. ...

b) Lebensfähigkeit des Unternehmens

72. An zweiter Stelle ist die Lage des Unternehmens bzw. des Unternehmers bei der Bestimmung der Lohnhöhe in Betracht zu ziehen. ...
... Steht dagegen das Unternehmen selbst unter dem Druck ungerechter Vorbelastungen oder unter dem Zwange, seine Erzeugnisse unter Preis abzugeben, so daß ihm zufolgedessen die Mittel zur Zahlung angemessener Löhne nicht zur Verfügung stehen, so machen diejenigen, die auf das Unternehmen diesen Druck oder Zwang ausüben, himmelschreiender Sünde sich schuldig; sind doch sie es, die dem Arbeiter, der notgedrungen zu einem Hungerlohn sich verdingt, den gerechten Lohn vorenthalten.

c) Allgemeine Wohlfahrt

74. Endlich muß die Lohnbemessung der allgemeinen Wohlfahrt Rechnung tragen. Was es für diese Wohlfahrt, was es für das allgemeine Wohl bedeutet, daß Arbeiter und Angestellte einen Lohn- oder Gehaltsanteil, den sie von der Lebensnotdurft erübrigen, zurücklegen können und so allmählich zu bescheidenem Wohlstand gelangen, haben Wir weiter oben ausgeführt. ...

Siard
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Siard » Donnerstag 9. Juni 2016, 00:19

Inzwischen muß man ja froh sein, wenn ein Einkommen für eine Person ausreicht.
Aufstocken ist übrigens eine fragwürdige Art der Firmensubvention.
Es ist eben nicht wahr, das sozial ist, was "Jobs" schafft. Das gilt höchstens, wenn das Einkommen zu einem anständigen Leben für wenigstens eine Person reicht.

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Raphael
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Raphael » Donnerstag 9. Juni 2016, 10:34

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:@ RomanesEuntDomus
Raphael hat geschrieben:
RomanesEuntDomus hat geschrieben:(Nur so nebenbei: Ich bin ein Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens, aber ein Anhänger einer gerechten Entlohnung.)
Wann ist denn eine Entlohnung gerecht? :detektiv:
Hier ist noch eine Frage offen! :roll:
Zur Klärung einige Auszüge aus der Enzyklika Quadragesimo Anno von 1931. Auch wenn die Forderungen, die da gestellt werden, für einige hier im Forum utopisch klingen mögen. (Ich habe mir erlaubt, einige Hervorhebungen zu tätigen.)

https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/t ... .html#ch28
4. Lohngerechtigkeit
...
Drei Gesichtspunkte
...
a) Lebensbedarf des Arbeiters und der Arbeiterfamilie

71. An erster Stelle steht dem Arbeiter ein ausreichender Lohn zu für seinen und seiner Familie Lebensunterhalt. ...

... Daß dagegen Hausfrauen und Mütter wegen Unzulänglichkeit des väterlichen Arbeitsverdienstes zum Schaden ihres häuslichen Pflichtenkreises und besonders der Kindererziehung außerhäuslicher Erwerbsarbeit nachzugehen genötigt sind, ist ein schändlicher Mißbrauch, der, koste es, was es wolle, verschwinden muß. ...

b) Lebensfähigkeit des Unternehmens

72. An zweiter Stelle ist die Lage des Unternehmens bzw. des Unternehmers bei der Bestimmung der Lohnhöhe in Betracht zu ziehen. ...
... Steht dagegen das Unternehmen selbst unter dem Druck ungerechter Vorbelastungen oder unter dem Zwange, seine Erzeugnisse unter Preis abzugeben, so daß ihm zufolgedessen die Mittel zur Zahlung angemessener Löhne nicht zur Verfügung stehen, so machen diejenigen, die auf das Unternehmen diesen Druck oder Zwang ausüben, himmelschreiender Sünde sich schuldig; sind doch sie es, die dem Arbeiter, der notgedrungen zu einem Hungerlohn sich verdingt, den gerechten Lohn vorenthalten.

c) Allgemeine Wohlfahrt

74. Endlich muß die Lohnbemessung der allgemeinen Wohlfahrt Rechnung tragen. Was es für diese Wohlfahrt, was es für das allgemeine Wohl bedeutet, daß Arbeiter und Angestellte einen Lohn- oder Gehaltsanteil, den sie von der Lebensnotdurft erübrigen, zurücklegen können und so allmählich zu bescheidenem Wohlstand gelangen, haben Wir weiter oben ausgeführt. ...
Nun, das sind ja schon 'mal ein paar Hinweise! :ja:
Interessant daran ist, daß es nicht alleine auf den Lebensunterhalt des Lohnempfängers, sondern auch (!!!) auf die Leistungsfähigkeit desjenigen ankommt, der den Lohn zu zahlen hat.

Bei dem oben diskutierten Beispiel des Spargelstechens wird der Gemüsebauer bei einer Verdoppelung bzw. Verdreifachung des Lohnes für die Spargelstecher vermutlich sehr schnell pleite gehen, weil er seine Produkte bei den zwangsläufig erhöhten Preisen nicht mehr absetzen kann. Man hätte sich also "ins Knie geschossen", wenn man die Lohnforderungen nicht mit vernünftigem Augenmaß angeht.
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

Vir Probatus
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Vir Probatus » Donnerstag 9. Juni 2016, 13:13

Beim "Löhne drücken" ist die katholische Kirche doch auch dabei.

Bei uns wurden bspw. Küster und Organisten, die sowieso nur Verträge über wenige Stunden haben, noch auf "Ehrenamtspauschale" umgestellt. Es muss der letzte Cent gespart werden, koste es, was es wolle.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von RomanesEuntDomus » Donnerstag 9. Juni 2016, 14:01

Vir Probatus hat geschrieben:Beim "Löhne drücken" ist die katholische Kirche doch auch dabei.

Bei uns wurden bspw. Küster und Organisten, die sowieso nur Verträge über wenige Stunden haben, noch auf "Ehrenamtspauschale" umgestellt. Es muss der letzte Cent gespart werden, koste es, was es wolle.
Das macht nicht "die katholische Kirche", sondern jede Gemeinde für sich. Und ich habe noch keine zwei Gemeinden kennengelernt, in denen das genau gleich gehandhabt wird. In der einen gibt es Verträge, in der anderen wird auf Stundenbasis abgerechnet, in einem Bistum wirst du aus irgendeinem Grunde nur als C-Musiker eingestuft und vergütet, im anderen selbstverständlich als B-Musiker. Die eine Gemeinde zahlt anstandslos, in der anderen wird bei jeder Abrechnung erstmal rumgemeckert und so getan, als ob du mit deiner Geldforderung von 180 Euro pro Monat für die Leitung eines Chors die Kirche ausplündern und ruinieren willst, die dritte Gemeinde setzt dich gleich ganz vor die Tür und nimmt lieber einen anderen Musiker mit keiner kirchlich anerkannten Qualifikation, der dafür am Ort wohnt, weil ihnen deine Fahrtkosten für 2 mal 15 km bei weitem zu hoch sind.

(Ganz allgemein muß ich aber schon sagen, daß sich die meisten Gemeinden bei der Vergütung nicht mit Ruhm bekleckern. Als Kirchenmusiker auf Honorarbasis gehörst du zum Prekariat, egal wie sehr du dich ins Zeug legst. Das taugt nur als "Hobby".)

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Vir Probatus » Donnerstag 9. Juni 2016, 18:28

Die Anordnung, die Leute auf Ehrenamtspauschale umzustellen kam von der Bistumsleitung. Netto haben die nicht mal weniger, nur Sozialbeiträge fallen natürlich nicht mehr an.
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incarnata
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von incarnata » Freitag 10. Juni 2016, 00:09

Die auf den ersten Blick utopisch erscheinende Idee gefällt mir bei näherem Hinseen z.B. nach der Lektüre der Fragen und Antworten,die
vom Netzwerk Grundeinkommen ins Netz gestellt wurden gar nicht so schlecht .Auch ich glaube nicht,dass sich damit die Mehrheit auf
die faule Haut legen und Papa Staat einem guten Mann sein lassen würde sondern dass mehr Energie in Bildung,Kleinunternehmertum
kulturelles Schaffen und eben auch die Grundlagen der Gesellschaft nämlich die Sorge um Kinder,Kranke und Alte in der Familie gesteckt würde statt diese in Horte und Heime abzuschieben. Die Rationalisierung und Technisierung der Arbeitswelt würde nicht mehr zur
Exsistenzbedrohung für einfacher strukturierte Leute,die kein hohes Bildungsniveau mangels Intellekt erreichen können sondern zur Chance
für gesündere ,bessere Arbeitsbedingungen.Es ist auch eigentlich auch eine urchristliche Idee:jeder hat erst einmal als Kind Gottes einen
Wert an sich und darf gesichert leben-wem mehr Talente verliehen wurden-der darf und soll damit wuchern zu seinem Wohl und dem der anderen.Ich finde es auch sehr interessant,dass ausgerechnet die Schweizer jetzt die diesbezügliche Diskussion durch die Urabstimmung
darüber in Gang setzen.Sollten auch nur 20% dafür stimmen so wird die Idee in den Köpfen bleiben und sich konkrete Realisierungsmöglichkeiten mit der Zeit herauskristallisieren,bis man evtl in 5-10 Jahren ein realistisches Modell hat(sofern keine
Riesenweltwirtschaftskrise alle Innovationsfreude zu Grunde richtet).
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von overkott » Freitag 10. Juni 2016, 17:44

Man kann natürlich auch das Rad neu erfinden.

Dieter
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitrag von Dieter » Sonntag 1. Januar 2017, 13:26

Geredet wird darüber schon lange. Die Schweizer haben es in einer Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit abgelehnt, und die Finnen probieren es in einem kleinen Feldversuch nun erstmals in der Praxis aus: das bedingungslose Grundeinkommen.

2 per Zufallsgenerator ausgewählte finnische Arbeitslose bekommen also auf ein paar Jahre monatlich 56 Euro aufs Konto überwiesen. Auch dann, wenn sie wieder Arbeit gefunden haben. Und man wird sich unter anderem ansehen, welche Auswirkungen das jetzt beispielsweise auf die Art der Arbeitsuche bei den Betroffenen hat.
http://diepresse.com/home/wirtschaft/51 ... on?ref=yfp

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Pilger
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Neues vom Kardinal aus München

Beitrag von Pilger » Montag 20. November 2017, 12:50

Der Kardinal aus Mümchen posaunt wieder einmal „seine Weisheiten“ Kardinal Marx gegen bedingungsloses Grundeinkommen im Gleichschritt mit der herschenden neoliberalen Nomenklatur in den Wind der Medien.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist für die Betonköpfe in der ewig gestriegen Gedankenwelt sehr schwer vorstellbar. Glauben sie doch, das Arbeit und Profit der alleinige Sinn des Lebens sind.
Auch die Abschaffung der Sklaverei war lange Zeit auch innerhalb der Kirchen nicht vorstellbar und wurde als gottgegebenes, für die Wirtschaft notwendiges Übel betrachtet.

Erst die blutige Französische Revolution 1789 und später der Bürgerkrieg zwischen den Nord- und Südstaaten der USA 1861-65 änderten das. Deren Knackpunkt die Abschaffung der Leibeiegenschaft der Bauern in Europa und der Sklaverei in der USA war. Die Mehrheit im Norden der USA plädierte für die Sklavenbefreiung, der Süden der USA fürchtete dagegen, dass die Abschaffung der peculiar institution auch die Grundlage der Plantagenwirtschaft zerstören würde. Ebenso befürchten heute der Kardinal aus Mümchen und die herschende neoliberale Nomenklatur, durch ein bedingungsloses Grundeinkommen die Zerstörung der wirtschaftlichen Grundlage. Oder das wegfallen des Sinn des Lebens, der ja nach Meinung der Herren hauptsächlich in Arbeit besteht.

Der Herr Kardinal aus München meint „Die Arbeit ist nicht irgendetwas. Es gehört zur Grundkonstitution des Menschseins, dass ich für mich und meine Familie etwas schaffe, das von Wert ist.“ Also die Annahme das ein bedingungsloses Grundeinkommen, den Willen zur Leistung von Arbeit beinträchtigt oder verhindert, zeigt ein vorurteilbehaftes denken und das der Sinn eines bedingungsloses Grundeinkommen, nicht einmal im Ansatz verstanden wurde.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen befreit den Menschen von der Bürde der Arbeit in Armut. Die Armutsquote (Armut und Armutsgefährdung ohne Einbeziehung der „Flüchtlinge“) in Deutschland hat in 2016 einen neuen Rekordwert im Nachkriegsdeutschland erreicht laut BA Mitteilung waren im Oktober 2017 beachtliche 6.664.905 Personen Leistungsempfänger von Leistungen im Bereich SGBII/SGBIII das entspricht einer Hilfequote von 8,0 % erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Ebenso löst ein bedingungsloses Grundeinkommen die exorbitant großen Gesellschaftsprobleme, der Kinder- und Altersarmut (unterschiedliche realistische und durchführbare Finanzierungsmodelle sind bei google auffindbar)

Ein bedingungsloses Grundeinkommen ermöglicht jeden eine eigenverantwortliche Qualifizierung für die Indusdrie 4.0 in der sich die Arbeitwelt grundlegend verändert. In Zukunft wird das erwerebn von Wissen und Qualifikation immer mehr zu mSinn des Lebens, ein bedingungsloses Grundeinkommen verhindert nicht dass „ ein Arbeiter für sich und seine Familie etwas schafft das von Wert ist“ sondern es ermöglicht wirklich jeden durch eigenverantwortliche Weiterbildung ohne Finazielle Risiken für sich und seine Familie die volle Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft. Ein bedingungsloses Grundeinkommen stärkt die Demokratie dadurch das jeden durch finazielle Unabhängigkeit die Möglichkeit am politischen Meinungsbildungsprzeß ermöglicht wird,

Ein bedingungsloses Grundeinkommen ermöglicht wirklich jeden Kind gute Bildungschancen die nicht von der große des elterlichen Geldbeutels abhängig sind und jeden Rentner die volle Teilhabe am sozio- kulturellen und politischen Gesellschaftsleben.

Der Herr Kardinal aus München meint“ Schon jetzt könne man sehen, welche politischen Folgen es habe, wenn Menschen sich nicht mehr gebraucht fühlen. „

Wieso sollten sich Kinder oder Rentner mit bedingungsloses Grundeinkommen nicht gebraucht fühlen? Warum sollte sich ein Mensch dem ein bedingungsloses Grundeinkommen zugestanden wird weniger gebraucht fühlen als heute? Spiegelt das nicht nur Vorurteile wieder das „viele faul“ sind? Wer nur eine kleine Ahnung davon hat, wie die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts gestaltet ist ist ein Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommen, in die Zukunft gedacht ist es alternativlos. Es wird so sicher kommen, als das Amen in der Kirche. Die Frage ist nur wie steinig oder gar blutig der Weg dorthin sein wird, ich hoffe und bete das diese Frage eines bedingungsloses Grundeinkommen keinen neuerlichen „Bürgerkrieg“ wo auch immer auslösen wird.

Welche Aufgabe hat der Kardinal aus München?

Künder und Hüter des Glaubens. Im ist die Sorge für die Teilkirche der Diözese München-Freising anvertraut, unter der Autorität des Papstes ist der Kardinal aus München deren eigentlicher, ordentlicher und unmittelbarer Hirte. Seine Aufgabe ist das Evangelium zu lehren, zu heiligen und die Gläubigen seiner Diözese in der Wahrheit des Glaubens zu unterweisen. ….

Welche Aufgabe hat der Kardinal aus München keinsfalls?

Sich zu politischen, wirtschaftlichen oder soziogesellschaftlichen Fragen zu äußern von denen er offensichtlich wenig Ahnung hat und seine Ausführungen auf Vorurteilen der „Weisheiten“ von „Stammtischen“ beruhen.

Ich weiß natürlich das der Herr Kardinal aus München mit seinen abfälligen Aussagen zum bedingungslosen Grundeinkommen nur den Gleichschritt mit der herschenden neoliberalen Nomenklatur bestätigen möchte. Hingegen ein bedingungslosen Grundeinkommen im Kern der kirchlichen soziallehre entspricht. Die Frage ist nur ob man den Menschen in finanziell abgesicherter Daseinsvorsorge in Eigenverantwortung die Freiheit der Lebensgestaltung der Bildung und Qualifikation für erfüllende Arbeit geben möchte oder ihn weiterhin durch Arbeit in Armut verknechten möchte?
Komm bald Herr Jesu
Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach,
der ist mein nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird's verlieren;
und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden."

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Petrus
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Re: Neues vom Kardinal aus München

Beitrag von Petrus » Montag 20. November 2017, 14:13

Pilger hat geschrieben:
Montag 20. November 2017, 12:50
Der Kardinal aus Mümchen
hallo Pilger,

meintest Du dem da?

(die Werbung bitte überspringen)

https://www.youtube.com/watch?v=qIf9hTBvxk8
Fröhliche Weihnachten!

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