Bedingungsloses Grundeinkommen?

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Moderator: Hubertus

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Edi
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Beitrag von Edi » Freitag 29. Dezember 2006, 15:21

Peregrin hat geschrieben:
Professor Götz W. Werner, der Gründer von dm Drogeriemarkt
Dieser Mensch ist seit Jahren ein Ärgernis und beweist zweierlei: Nämlich erstens, daß ein erfolgreicher Unternehmer keine Ahnung von Nationalökonomie zu haben braucht und zweitens, daß die Qualifikation von Professoren oft sehr zweifelhat ist.
Der Mann ist Anthroposoph. Er ist von Beruf Drogist und kein Professor irgendeines Fachs, höchstens ehrenhalber ernannt. Seine Firma sorgt durch Preisdrückerei auch dafür, dass bei seinen Lieferanten möglichst billig gearbeitet wird und damit mancher Arbeitsplatz dort wegfällt.

Nach seiner Vorgabe müsste die Umsatzsteuer auf rund 50 % erhöht werden, damit jeder das Grundeinkommen erhalten könnte.
Absurd ist das alles.
Zuletzt geändert von Edi am Freitag 29. Dezember 2006, 15:44, insgesamt 2-mal geändert.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Peregrin
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Beitrag von Peregrin » Freitag 29. Dezember 2006, 15:26

Edi hat geschrieben: Der Mann ist Anthroposph. Er ist von Beruf Drogist und kein Professor irgendeiner Fachs, höchstens erhrenhalber ernannt.
Den Verdacht hatte ich auch, war aber zu bequem, ihm nachzugehen. Immerhin scheint er irgendeinen Lehrauftrag zu haben, also gelte das Gesagte sinngemäß.
Nach seiner Vorgabe müsste die Umsatzsteuer auf rund 50 % erhöht werden, damit jeder den das Grundeinkommen erhalten könnte.
Ja, das ist die Idee, mit der er ständig hausieren geht.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

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Edi
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Beitrag von Edi » Freitag 29. Dezember 2006, 15:58

Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Pelikan
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Beitrag von Pelikan » Freitag 29. Dezember 2006, 23:38

Und was bist du, wenn nicht Demokrat?

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Peregrin
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Beitrag von Peregrin » Freitag 29. Dezember 2006, 23:50

Pelikan hat geschrieben:Und was bist du, wenn nicht Demokrat?
Ein anständiger Mensch und Anhänger einer Herrschaft des Rechts.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

sofaklecks
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Referenzen

Beitrag von sofaklecks » Sonnabend 30. Dezember 2006, 11:06

Nur anzuführen, wer für oder gegen etwas ist, ist m.E. ein Zeichen von Faulheit. Man lässt denken.

Den Zitierten dann persönlich anzugreifen ist ein Zeichen von Dummheit. Er könnte ausnahmsweise Recht haben. Ebenso wie ein Gelobter Unrecht. Denn:

Auch der grösste Tor denkt einmal richtig.
Auch der grösste Weise irrt einmal tüchtig.
(Tschuang Tse, 4. Jahrhundert v. Christus).

Es zählt nicht, wer etwas unterstützt, sondern warum er das tut.

sofaklecks, der die Herrrschaft eines klugen Diktators derjenigen der blöden Masse vorziehen würde, mithin also kein Demokrat ist.

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shag1
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Beitrag von shag1 » Sonnabend 30. Dezember 2006, 14:08

Pelikan hat diesen

http://www.d-althaus.de/index.php?id=52 ... 1&sword_li

Link (offizielle Homepage des MP von Thüringen D. Althaus)gepostet - wurde von Nietenolaf aus dem Forum genommen (sei eine zu persönliche Attacke (siehe Gemüsegarten))

Althaus ist Ministerpräsident von Thüringen (CDU)
- er tritt auch für eine "Art Grundsicherung" ein.

- was ist an diesem Link unlauter? - es ist tatsächlich so, dass Teile des politischen Spektrums von links bis rechts sich seit geraumer Zeit für diese Sache engagieren - würde sonst wohl kaum in dieser Homepage stehen ...


... einige haben hier scheinbar leider wirklich Probleme mit demokratischen Umgangsformen...

lg

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shag1
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... mit der nötigen theologischen Tiefenschärfe ...

Beitrag von shag1 » Sonntag 7. Januar 2007, 11:25

Peregrin hat geschrieben: ... Heute sagt er zum Homo Sapiens: "Bau mir mein Haus, du kannst das besser. Und drei Rinder kannst du mir außerdem noch geben, denn du hast ja fünf und ich keins, und das ist doch ungerecht." :nein:

„... Dabei dürfte die Frage nach gangbaren Wegen aus der Krise gar nicht ablösbar sein von der Frage nach dem Phänomen als solchem. Mit der Wiedergewinnung eines substantiellen Arbeitsbegriffes wäre die Hoffnung genährt, auch zu einer Arbeitspolitik zu finden, die diesen Namen verdient und sich nicht damit zufrieden gibt, von „Beschäftigung“ zu reden.
In diesem Aufgabenfeld hat die theologische Ethik ihren besonderen Auftrag.
Stellt sie sich diesem theoretischen Erfordernis nicht, bleibt ihr nur die weithin beschrittene pastorale Alternative übrig, je nach Lage der Dinge entweder daran zu erinnern, dass Arbeit schließlich nicht alles ist, oder – wie sich in der gegenwärtigen Situation aufzudrängen scheint – nach der anderen Seite hin den „menschlichen Wert“ der Arbeit einzuschärfen. Beides wird aber abstrakt bleiben, solange die erhofften Impulse für eine politische Diskussion lediglich aus einem vagen religiös-humanistischen Hintergrund hervorgezogen werden und die Frage: „Was tun wir, wenn wir arbeiten?“, nicht mit der nötigen theologischen Tiefenschärfe ausgelotet wird. ...“ (S 37)

Weber W., Pasqualoni P., Burtscher Ch. (Hrsg.); 2004; Wannenwetsch B. in „Wirtschaft, Demokratie und soziale Verantwortung“; Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht

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Raphael
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Re: ... mit der nötigen theologischen Tiefenschärfe ...

Beitrag von Raphael » Sonntag 7. Januar 2007, 14:16

@ shag1
shag1 hat geschrieben:......................... Beides wird aber abstrakt bleiben, solange die erhofften Impulse für eine politische Diskussion lediglich aus einem vagen religiös-humanistischen Hintergrund hervorgezogen werden und die Frage: „Was tun wir, wenn wir arbeiten?“, nicht mit der nötigen theologischen Tiefenschärfe ausgelotet wird. ...“ (S 37)

Weber W., Pasqualoni P., Burtscher Ch. (Hrsg.); 2004; Wannenwetsch B. in „Wirtschaft, Demokratie und soziale Verantwortung“; Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht
Wenn tatsächlich das arbeitslose Grundeinkommen eingeführt werden sollte, wird dies mit Sicherheit nicht auf die nötige theologische Tiefenschärfe zurückzuführen sein .................

Schon Paulus wußte "Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen." (2Thess 3,10)
Solange also das arbeitslose Grundeinkommen für den Einzelnen keinen Anreiz bietet, am Erwerbsleben teilzunehmen, ist dieses "Konzept" nichts anderes als marxistische Umverteilungsbürokratie; mithin ein Versuch, das christliche Gebot der »Caritas« ideologisch zu unterwandern.
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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shag1
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Beitrag von shag1 » Sonntag 7. Januar 2007, 14:52

1. Mit "dem Grundeinkommen" sollte geholfen werden (einwenig privaten) Besitz zu schaffen- im Gegensatz zu kommunistischen Ideologien (siehe einige Statements weiter oben!)

2. B. Wannenschenk (der von mir zitiert wurde) ist Dr. theol., Dr. theol.habil. und unterrichtet Ethik an der Universität von Oxford, kennt Paulus und stellt die Frage: "Was tun wir, wenn wir arbeiten?"



lg

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Raphael
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Beitrag von Raphael » Sonntag 7. Januar 2007, 17:05

shag1 hat geschrieben:1. Mit "dem Grundeinkommen" sollte geholfen werden (einwenig privaten) Besitz zu schaffen- im Gegensatz zu kommunistischen Ideologien (siehe einige Statements weiter oben!)
Gut gemeint kann auch das Gegenteil von gut sein!
Diese Auszeichnung verdienen sich viele "tiefenscharfen" theologischen Gedanken, die sich mit der Verbrüderung von Marxismus und Christentum hervortun wollen.
shag1 hat geschrieben:2. B. Wannenschenk (der von mir zitiert wurde) ist Dr. theol., Dr. theol.habil. und unterrichtet Ethik an der Universität von Oxford, kennt Paulus und stellt die Frage: "Was tun wir, wenn wir arbeiten?"
Tun wir Kain's Arbeit oder die des Abel?
Dies ist IMHO hier die Frage!

Im Übrigen wundert es mich, daß der ehrwürdige Dr. theol. und Dr. theol.habil. bei seiner vorgeblichen Paulus-Kenntnis so eminent wichtige Aussagen des Paulus völlig außer acht läßt. 8)
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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shag1
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Lilien

Beitrag von shag1 » Montag 8. Januar 2007, 21:16

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Re: Lilien

Beitrag von shag1 » Donnerstag 11. Januar 2007, 09:31

Walter hat geschrieben:
Wer hat folgendes geschrieben:
Glückselig zu preisen ist, wer das versteht und im Frieden verharrt ohne jede körperliche Arbeit, sondern das Gebet ihr vorzieht, wenn er den inneren Ruf dazu spürt. Wer aber die Einsamkeit nicht ohne Arbeit ertragen kann, der soll arbeiten. Doch nur als Hilfsarbeiter möge er arbeiten, wie so nebenbei, ohne Betriebsamkeit und ohne die Arbeit als Hauptberuf zu betrachten. Die Arbeit ist für die geistlich Schwachen.

Das ist ein Zitat aus dem Literatur-Quizz (ich kenne die Antwort nicht) - aber ich finde hier werden die sinnvollen Zusammenhänge zwischen Grundeinkommen und Glauben - wunderbar - skizziert.

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... mit der nötigen theologischen Tiefenschärfe ...

Beitrag von shag1 » Dienstag 16. Januar 2007, 16:29

Raphael hat geschrieben:Schon Paulus wußte "Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen." (2Thess 3,10)
... scheint ja ganz einfach zu sein, diese Sichtweise.

:holy:

moorleiche
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Beitrag von moorleiche » Mittwoch 24. Januar 2007, 10:50

Martin Luther hat geschrieben:"Der Mensch soll und muss arbeiten und etwas tun, aber doch daneben wissen, dass ein anderer ihn ernährt als seine Arbeit, nämlich Gottes Segen, obwohl es so scheint als nähre ihn seine Arbeit, weil Gott ohne seine Arbeit nichts gibt" (1882, WA 15, 368, S. 9ff.)

"Denn wo man's der Arbeit zuschreibt, so hebt sich alsbald der Geiz und die Sorge, und meint denn, mit viel Arbeit viel zu erwerben. (1874, S.311)

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Beitrag von moorleiche » Freitag 26. Januar 2007, 12:07

Von der Tempelsteuer

Als Jesus und die Jünger nach Kafarnaum kamen, gingen die Männer, die die Tempelsteuer einzogen, zu Petrus und fragten: Zahlt euer Meister die Doppeldrachme nicht?
Er antwortete: Doch! Als er dann ins Haus hineinging, kam ihm Jesus mit der Frage zuvor: Was meinst du, Simon, von wem erheben die Könige dieser Welt Zölle und Steuern? Von ihren eigenen Söhnen oder von den anderen Leuten?

Als Petrus antwortete: Von den anderen!, sagte Jesus zu ihm: Also sind die Söhne frei.

Damit wir aber bei niemand Anstoß erregen,
geh an den See und wirf die Angel aus; den ersten Fisch, den du heraufholst, nimm, öffne ihm das Maul und du wirst ein Vierdrachmenstück finden.

Das gib den Männern als Steuer für mich und für dich.

Mt. 17, 24-27

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Beitrag von shag1 » Freitag 26. Januar 2007, 12:09

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moorleiche
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Beitrag von moorleiche » Freitag 26. Januar 2007, 12:42

Es heißt nämlich in der Schrift: Ich lasse die Weisheit der Weisen vergehen / und die Klugheit der Klugen verschwinden.
Der erste Brief an die Korinther ; 1,1

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... nichts als Zeitgenossen

Beitrag von shag1 » Freitag 2. Februar 2007, 09:27

"So wie in der Zeit Gottes die Fülle regiert und keine ökonomische Knappheitsrelation, werden auch die Menschen, die dieser Fülle ansichtig sind, aus Konkurrenten, welche sich gegenseitig Raum (auch in der chronologischen Zeit) streitig machen, zu nichts als Zeitgenossen. Darum ist in den biblischen Sabbatgeboten nicht weniger als eine Sozialordnung enthalten, welche die regelmäßige Korrektur dessen verlangt, was in der Dynamik des Arbeitsprozesses an Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit aufläuft.
Alle sieben Jahre soll das Ackerland in einem Brachjahr aufatmen, ..."
(S.50; Wannenwetsch B. in „Wirtschaft, Demokratie und soziale Verantwortung“; Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht)

sofaklecks
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Idealisten

Beitrag von sofaklecks » Freitag 2. Februar 2007, 11:18

Die Zeit für das Konzept Grundeinkommen ist dann da, wenn alle Menschen die Seligpreisungen der Bergpredigt befolgen.

Keinen Tag eher.

sofaklecks

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shag1
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Beitrag von shag1 » Montag 5. Februar 2007, 11:15

im Hartz IV-Thread: maria magdalena hat geschrieben:... Denn würden sie die Wahrheit kund tun, würden vielleicht mehr Leute dahinter kommen, dass es überhaupt keine Arbeit mehr für alle gibt, die arbeiten möchten. ...

... es geht hier mit dem Konzept des Grundeinkommens um Lösungen genau dieses Problems. Der technische Fortschritt wird dieses Problem weiter verschärfen - bisher war es doch so, dass in Kriegen die Infrastruktur immer und immer wieder zerstört wurde - nun halten wir bei 62 Jahren Frieden - das bedeutet hervorragende Infrastruktur (insbes. in Deutschland) und dies bedeutet "perverserweise" (da eine gute Infrastruktur eigentlich Grund zur Freude ist) - viele Arbeitslose (also ein Problem).


... und "a hungry man is an angry man" (sozusagen im "französischen" Sinne)

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Iuvenal

Beitrag von sofaklecks » Montag 5. Februar 2007, 11:41

Das Problem kannten schon die alten Römer.

Bei Iuvenal findet sich folgender Vers:

"Jetzt tragen wir des langen Friedens Übel.
Uns drückt, was härter ist als Krieg: Der Luxus."

Ewald würde diesen Satz sicher unterschreiben.

sofaklecks

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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz » Montag 5. Februar 2007, 12:01

Ja das schlimme ist, wir haben nicht gelernt mit Frieden umzugehen, alle Krakelen danach aber eine systematische Antwort "wie mit ihm Leben" haben wir nicht.
Der Kommunismus hat sich als Utopie erwiesen und ist zusammengebrochen, der Kapitalismus ist kein Friedensystem der steht auch "kurz" vor dem Kollaps (Wenn man in historischen Zeiträumen denkt). Was kommt dannach? Eions ist klar wenn die Regierungen es nicht bald schaffen einen fliesenden Übergang zu ermöglichen (z.B. durch Grundeinkommen, 2/3 Gesellschaftsmodell etc.) endet alles im Knall.

LG
Fiore
Einer ist Gesetzgeber und Richter, er, der die Macht hat, zu retten oder zu verderben. Wer aber bist du, daß du den Nächsten richtest? (Jak4,12)
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas

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shag1
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Beitrag von shag1 » Montag 5. Februar 2007, 12:28

FioreGraz hat geschrieben: ... Was kommt dannach? Eines ist klar wenn die Regierungen es nicht bald schaffen einen fließenden Übergang zu ermöglichen (z.B. durch Grundeinkommen, 2/3 Gesellschaftsmodell etc.) endet alles im Knall.

LG
Fiore
so sehe ich das auch - es wäre sehr wichtig nun einen fließenden Übergang (der die guten infrastrukturellen Strukturen positiv mitbedenkt) zu schaffen und gleichzeitig den Menschen zu helfen sich in den sich wandelnden neuen gesellschaftlichen Strukuren zurechtzufinden.

lg

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Beitrag von moorleiche » Freitag 9. Februar 2007, 13:00

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Maya
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Beitrag von Maya » Montag 18. Juni 2007, 14:14

H. Hutar hat geschrieben: Anthroposoph und Milliardär
Götz Werner und das Einkommen für alle

Die Drogeriemarktkette dm hat einen bemerkenswerten Gründer und Chef: Götz Werner ist 63, gelernter Drogist, und er ist Anthroposoph. … Für Aufsehen sorgt Götz Werner mit seinem Eintreten für ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle.

Götz Werner erlernt seinen Beruf im Drogeriegeschäft des Vaters. 1973 eröffnet er in Karlsruhe seinen ersten eigenen Laden und verschreibt sich dem Diskontsystem.

Heute betreibt die Drogeriemarktkette dm in Deutschland, Österreich und Osteuropa knapp 1.800 Filialen und macht mit 26.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund 3,7 Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Das Firmenvermögen wird auf mehr als 10 Milliarden Euro geschätzt. In Österreich gilt dm als fünftbester Arbeitgeber.

Ähnlich seine Einstellung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Auch sie sind in erster Linie Menschen, sagt Werner, die dann ihr bestes geben, wenn sie als Menschen respektiert werden. Selbst in den einzelnen Filialen sollen sie sich Gedanken machen über Sortiment und Preise.

Betriebsrat und Gewerkschaft schätzen die hohe Gesprächs- und Kommunikationskultur bei dm. Das ist alles andere als selbstverständlich in der Handelsbranche. Götz Werner gibt zu, dass es lange gebraucht hat, um diese Unternehmenskultur aufzubauen, aber der Erfolg gibt ihm Recht.

Dazu kommt, so Werner: Die Güter, die benötigt werden, werden von immer weniger Menschen erzeugt, die Automatisierung der Fertigung führt tendenziell zu Überkapazitäten, die Vollbeschäftigung im Bereich der Gütererzeugung ist daher jetzt schon Illusion. Es gelte jetzt, eine neue Kultur auch gegenüber den Menschen zu entwickeln, die nicht am Arbeitsprozess teilnehmen. Das geht nicht von heute auf morgen, räumt er ein.
Götz Werner sieht sich nicht als Missionar, sondern als einer, der einen Denkanstoß für ein neues Gesellschaftsmodell liefert. Sein Buch "Einkommen für alle" wird er nächste Woche in Wien im Parlament präsentieren. Text: Herbert Hutar (http://oe1.orf.at/highlights/104159.html 18 06 07)

sofaklecks
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Merke

Beitrag von sofaklecks » Mittwoch 20. Juni 2007, 11:37

Merke:

Vom sicher'n Platz lässt sich gut raten!

M. W. Schiller, Wilhelm Tell.

sofaklecks

mitsch
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Beitrag von mitsch » Donnerstag 21. Juni 2007, 17:53

Liabe Lüt,

merke:

... ab und an in der katholischen Soziallehre lesen...

an Gruaß us Bern / Stadt - von wem wohl?

Richtig...

:jump:
wia dr Schreiner kaas keiner!

Stephen Dedalus
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Beitrag von Stephen Dedalus » Donnerstag 21. Juni 2007, 18:08

mitsch hat geschrieben:Liabe Lüt,

merke:

... ab und an in der katholischen Soziallehre lesen...

an Gruaß us Bern / Stadt - von wem wohl?

Richtig...

:jump:
The social teaching is one of the best kept secrets of the Catholic Church today.
If only closed minds came with closed mouths.

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Edi
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Re: Merke

Beitrag von Edi » Donnerstag 21. Juni 2007, 18:10

sofaklecks hat geschrieben:Merke:

Vom sicher'n Platz lässt sich gut raten!

M. W. Schiller, Wilhelm Tell.
Und vor allem, wenn man seinen Lieferanten die Preise vorgibt, die sie berechnen dürfen. Das macht ja DM so. Der Werner ist ja nur so reich geworden, weil er immer niedrigere Einkaufspreise anvisiert hat und damit auch billiger als andere sein wollte. Ob da bei den Lieferanten Arbeitsplätze kaputt gehen, kümmert den nicht, aber die Anthroposophen haben ja nach aussen immer so einen sozialen Anstrich. Meist sieht es jedoch anders aus, wenn man
sie sie näher kennt. Oft sind das ausgeprochen clevere Geschäftsleute und mit allen Wassern und Tricks gewaschen. Ich kannte eine Firma, die für DM etwas herstellt , ganz hochrationell übrigens (die haben nicht einmal mehr eine Telefonistin), von denen bezog oder bezieht DM noch Produkte, die aber nicht mehr die früheren Qualitätsansprüche von DM erfüllen, aber sie sind spottbillig.

Der Mann glaubt übrigens, dass die Leute bei ihm aus Freude arbeiten nicht weil sie Geld brauchen. Als ob Regale füllen oder den ganzen Tag an der Kasse sitzen so ein toller und attraktiver Job wäre.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Henry44
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Beitrag von Henry44 » Donnerstag 28. Juni 2007, 12:33

Selbst wenn es möglich wäre, das Grundeinkommen für alle zu finanzieren, was ich für unrealistisch halte, hielte ich es nicht einmal für wünschenswert, denn die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen wären dramatisch. Es sei denn, es gäbe über Nacht den idealtypischen Menschen der Bergpredigt, von dem auch nach 2000 Jahren Christentum nicht viel zu sehen ist.

Vor kurzem war ich bei einer Veranstaltung der katholischen Sozialakademie, in der das Grundeinkommen diskutiert wurde. Nach dem dort vorgestellten Modell sollte jede erwachsene Person zunächst 800 Euro monatlich bekommen, Kinder etwa die Hälfte, eine Erhöhung auf 1500 Euro für Erwachsene sollte nach und nach angezielt werden. Schon bei nur 800 Euro würde meine Familie, die aus fünf Erwachsenen besteht, ohne Arbeit über mehr Geld verfügen, als mit Arbeit. Hurra!

Als ich dies in der Diskussion sagte, erregte ich den Zorn einer Dame aus dem Publikum, die auf ihre persönliche prekäre Finanzsituation verwies und mich empört fragte, was ich denn dagegen hätte, wenn alle Menschen über mehr Geld verfügten!

Dazu meine Antwort: Ich hatte vor Jahrzehnten in Nationalökonomie einen Professor, der den Wert des Geldes wie folgt definierte: „Geld ist nur so viel wert, als ein anderer bereit ist, dafür zu leisten.“ Wer also Geld bekommt, für das er nichts tut, lässt andere für sich arbeiten.“ Sollte aber niemand bereit sein, für mein Geld (genug) zu arbeiten, dann hat es eben wenig bis keinen Wert. Gab es ja schon in der Zeit der Hyperinflation.

Eine bedarfsorientierte Grundsicherung, die auf Arbeitsbereitschaft nach den jeweils gegebenen persönlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten abstellt, halte ich im Gegensatz zum bedingungslosen Grundeinkommen für unbedingt erforderlich.

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Und wenn ich auch wandere durchs finstere Tal, so fürcht ich kein Unglück, denn du, Herr, bist bei mir.

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Maya
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Beitrag von Maya » Sonntag 1. Juli 2007, 12:37

Maya hat geschrieben:
H. Hutar hat geschrieben: Anthroposoph und Milliardär
Götz Werner und das Einkommen für alle


Dazu kommt, so Werner: Die Güter, die benötigt werden, werden von immer weniger Menschen erzeugt, die Automatisierung der Fertigung führt tendenziell zu Überkapazitäten, die Vollbeschäftigung im Bereich der Gütererzeugung ist daher jetzt schon Illusion. Es gelte jetzt, eine neue Kultur auch gegenüber den Menschen zu entwickeln, die nicht am Arbeitsprozess teilnehmen. ... Text: Herbert Hutar (http://oe1.orf.at/highlights/104159.html 18 06 07)

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