CDU / CSU - christliche Parteien?

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Kleinwald
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Kleinwald » Donnerstag 6. Juni 2013, 17:39

Kleinwald hat geschrieben:Naja, das kommt ja reichlich spät. Da hätten die "Konservativen" in der Union schon eher ihre Stimme erheben müssen.

Dass nach all den Urteilen des BVerfG in Sachen Homo-Gleichstellung auch die einkommensteuerliche Gleichstellung folgen wird, wird nicht mehr aufzuhalten sein. :/

Ich halte das "Dagegen" der meisten CDU-Vorderen auch nur noch für eine Taktik: Für die Gleichstellungsbefürworter kann man getrost auf das BVerfG verweisen, das die Gleichstellung schon richten wird und den Gleichstellungsgegner kann man sagen "Wir haben's ja versucht" - und alle sind zufrieden und wählen im Herbst wieder brav Mutti :achselzuck:
:pfeif:
Katholischerseits ist darauf hinzuweisen, dass auch eine am Sukzessionsbegriff orientierte Ekklesiologie, wie sie in der katholischen Kirche gilt, keineswegs die Heil schaffende Gegenwart des Herrn im lutherischen Abendmahl leugnen muss.

civilisation
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von civilisation » Montag 10. Juni 2013, 10:22

Nach dem Urteil zum Ehegattensplitting steuert die Union auf einen Streit über das volle Adoptionsrecht für homosexuelle Paare zu.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende und Sozialministerin Ursula von der Leyen macht sich im Gegensatz zu anderen Spitzenpolitikern ihrer Partei für eine weitgehende Gleichstellung stark.
http://www.t-online.de/nachrichten/deut ... oblem.html

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Gallus
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Gallus » Montag 10. Juni 2013, 10:28

Leider ist die CDU wohl hoffnungslos verloren. Frau von der Leyen ist ein Symptom, die CDU-Politiker, die sich im ZdK engagieren sind ein weiteres. Ich kann nicht beurteilen, wie viel christlicher Glaube bei den Beteiligten noch vorhanden ist. Die christliche Morallehre ist jedenfalls komplett verdunstet.

Alternativen gibt es in der Parteienlandschaft nicht, jedenfalls keine seriösen. 2013 wird die erste Bundestagswahl seit ich volljährig bin, an der ich nicht mehr teilnehmen werde.

Pilgerer
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Pilgerer » Montag 10. Juni 2013, 17:37

Gallus hat geschrieben:Leider ist die CDU wohl hoffnungslos verloren. Frau von der Leyen ist ein Symptom, die CDU-Politiker, die sich im ZdK engagieren sind ein weiteres. Ich kann nicht beurteilen, wie viel christlicher Glaube bei den Beteiligten noch vorhanden ist. Die christliche Morallehre ist jedenfalls komplett verdunstet.

Alternativen gibt es in der Parteienlandschaft nicht, jedenfalls keine seriösen. 2013 wird die erste Bundestagswahl seit ich volljährig bin, an der ich nicht mehr teilnehmen werde.
Die CDU war immer schon primär die Partei der Arbeitgeber-Interessen im Gegensatz zur Arbeitnehmer-Partei SPD. Die religiöse Dimension hat sich verflüchtigt, seitdem es den klassischen ehrbaren christlichen Familien-Unternehmer immer weniger gibt und die modernistischen Kapitalgesellschaften sich ausbreiten. Darum verliert das C seine früher gewichtige Bedeutung für die CDU. Es ist nur noch Nostalgie für schöne Parteitagsreden.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Edi
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Edi » Dienstag 11. Juni 2013, 15:18

Gallus hat geschrieben:Leider ist die CDU wohl hoffnungslos verloren. Frau von der Leyen ist ein Symptom, die CDU-Politiker, die sich im ZdK engagieren sind ein weiteres. Ich kann nicht beurteilen, wie viel christlicher Glaube bei den Beteiligten noch vorhanden ist. Die christliche Morallehre ist jedenfalls komplett verdunstet.
Wenn der Glaube verdunstet, nimmt zwangsläufig auch die Moral ab.
Im übrigen haben zwei Verfassungsrichter der Gleichstellung der Schwulenverbindungen zu den Ehen bezüglich der Besteuerung nicht zugestimmt. Welche zwei das waren, weiß ich nicht. Der ehemalige CDU-Ministerpräsident wird nicht der eine davon gewesen sein.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Maurus
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Maurus » Dienstag 11. Juni 2013, 18:25

Edi hat geschrieben:
Gallus hat geschrieben:Leider ist die CDU wohl hoffnungslos verloren. Frau von der Leyen ist ein Symptom, die CDU-Politiker, die sich im ZdK engagieren sind ein weiteres. Ich kann nicht beurteilen, wie viel christlicher Glaube bei den Beteiligten noch vorhanden ist. Die christliche Morallehre ist jedenfalls komplett verdunstet.
Wenn der Glaube verdunstet, nimmt zwangsläufig auch die Moral ab.
Im übrigen haben zwei Verfassungsrichter der Gleichstellung der Schwulenverbindungen zu den Ehen bezüglich der Besteuerung nicht zugestimmt. Welche zwei das waren, weiß ich nicht.
Prof. Dr. Herbert Landau und Dr. Sibylle Kessal-Wulf

http://www.bundesverfassungsgericht.de/ ... 996.html

ad_hoc
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von ad_hoc » Mittwoch 12. Juni 2013, 02:00

Im o. a. und von Maurus dankenswerterweise angegebenen Link sind besonders interessant die Angaben der beiden Richter, Prof. Dr. Herbert Landau und Dr. Sibylle Kessal-Wulf, welche die Entscheidung nicht mitgetragen haben.
Siehe hierzu bei den Gründen für die ergangene "Rechtssprechung", ab Nr. 116 (am linken Rand angegeben).

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

civilisation
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von civilisation » Mittwoch 12. Juni 2013, 14:27

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Russland aufgefordert, das gesetzliche Verbot von "Homosexuellen-Propaganda" wieder zurückzunehmen.
=> http://www.rp-online.de/politik/ausland ... -1.3462674

Frau Merkel sollte sich mal um ihren eigenen Laden kümmern. Da hat sie doch bestimmt genügend Leichen im Keller liegen.
Aus deutscher Sicht bedeute das Gesetz, dass Menschen wegen ihrer sexuellen Veranlagung "stigmatisiert und im Ergebnis auch diskriminiert werden", sagte Seibert. Dies widerspreche dem Geist der europäischen Menschenrechts-Konvention.
Aha.
Und die gelebte Homosexualität sowie die zunehmende Homosexualisierung der Gesellschaft durch die "Homopropaganda" - entspricht die der christlichen Morallehre?

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Raphael
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Raphael » Mittwoch 12. Juni 2013, 14:49

In der Tat ist es eine Form der sexuellen Belästigung, wenn man ständig fremden Dritten seine eigene homosexuelle Orientierung "unter die Nase reibt".
Wer will denn so etwas schon wissen? :gaehn:
Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Hallelujah singen!

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Juergen
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Juergen » Mittwoch 12. Juni 2013, 16:09

civilisation hat geschrieben:
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Russland aufgefordert, das gesetzliche Verbot von "Homosexuellen-Propaganda" wieder zurückzunehmen.
=> http://www.rp-online.de/politik/ausland ... -1.3462674

Frau Merkel sollte sich mal um ihren eigenen Laden kümmern. Da hat sie doch bestimmt genügend Leichen im Keller liegen.
Wenn die Zahlen stimmen, dann befürworten 88% der Russen das Gesetz.

Ich glaube, man nennt es Demokratie, wenn die Mehrheit sich bei der Gesetzgebung durchsetzt. – Oder wie war das?

Aber vielleicht sieht man daran, daß Demokratie auch nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluß ist. Das Volk könnte nämlich mal was wollen, was manchem gar nicht passt.
Also braucht es Demokratiebremsen. Diese Bremsen sind irgendwelche "höheren Gesetze". So lange es sich dabei etwa um naturrechtliche Implikationen handelt, ist das auch in Ordnung. Problematisch wird es, wenn diese Bremsen aus verqueren positivem Recht bestehen, das eben auch nur mehrheitlich erlassen wurde. Noch problematischer ist es, wenn die Forderung nach Bremsen von Leuten außerhalb des Volkes kommen, das Gesetz betrifft (also Forderungen aus Deutschland an Rußland, Türkei, Syrien, Nord-Korea, Bayern,…).
Gruß
Jürgen

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Edi
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Edi » Mittwoch 12. Juni 2013, 16:26

civilisation hat geschrieben:
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Russland aufgefordert, das gesetzliche Verbot von "Homosexuellen-Propaganda" wieder zurückzunehmen.
=> http://www.rp-online.de/politik/ausland ... -1.3462674

Frau Merkel sollte sich mal um ihren eigenen Laden kümmern. Da hat sie doch bestimmt genügend Leichen im Keller liegen.
Aus deutscher Sicht bedeute das Gesetz, dass Menschen wegen ihrer sexuellen Veranlagung "stigmatisiert und im Ergebnis auch diskriminiert werden", sagte Seibert. Dies widerspreche dem Geist der europäischen Menschenrechts-Konvention.
Aha.
Und die gelebte Homosexualität sowie die zunehmende Homosexualisierung der Gesellschaft durch die "Homopropaganda" - entspricht die der christlichen Morallehre?
Was die Merkel und viele andere in Europa machen, dass nennt man glaub' ich in Rußland Liberalfaschismus. Ist es auch. Ich finde es richtig, dass Rußland sich gegen die bei uns immer mehr überhand nehmende Schwuchtelideologie, die längst auch das Verfassungsgericht erreicht hat, wehrt.
Seit Monaten hört man im Radio Tag und Nacht fast nur noch dieses Thema. Offenbar sind die "Qualitätsjournalisten" fast nur noch damit befasst oder gehören grossteils auch diesen Pobereiten an.
Die Kirche in Rußland leistet dem Ganzen wenigstens noch Widerstand während unsere Kirchenfürsten bereits aufgegeben haben und erst dann Stellung nehmen wie Zollitsch, wenn das Verfassungsgericht bereits geurteilt hat. In ihren eigenen Reihen räumen sie nie auf.
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Pilgerer » Donnerstag 13. Juni 2013, 16:03

Juergen hat geschrieben:Aber vielleicht sieht man daran, daß Demokratie auch nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluß ist. Das Volk könnte nämlich mal was wollen, was manchem gar nicht passt.
Demokratie heißt "Volksherrschaft" oder "Volkssouveränität". An die Stelle des früheren monarchischen Herrschers, der immer seinen Willen bekam, ist nach ihrer Idee die Demokratie getreten. Wenn sie korrekt gelebt wird, bedeutet sie, dass das Volk machen kann was es will. Das Volk entscheidet eigenverantwortlich über seine Politik und muss mit den Konsequenzen leben (ob gut oder schlecht). Normalerweise ist das durchaus sinnvoll, wenn das Volk entscheiden kann. Bei uns ist das kaum noch der Fall, weil die Parteien das Volk nicht fragen, sondern nur ihre Beamten und irgendwelche Consultants etc. 1982 hat Kohl die Politik von Schmidt zu 90% weiter geführt, ebenso Schröder die von Kohl 1998. Die Unterschiede sind gering. Dazu unterstützen die führenden Zeitungen und Massenmedien eine Mainstream-Politik, die weder links noch rechts noch liberal ist, sondern ein steriler Einheitsbrei.
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Marcus
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Marcus » Sonnabend 13. Juli 2013, 16:28

Hier versuchen CDU-Politiker das "Christliche" an der Partei darzulegen:

http://www.focus.de/politik/deutschland ... 42477.html

Irgendwie sehe ich beim Lesen schon die sich biegenden Balken... :pfeif:
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

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Hubertus
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Hubertus » Sonnabend 13. Juli 2013, 17:38

Marcus hat geschrieben:Hier versuchen CDU-Politiker das "Christliche" an der Partei darzulegen:

http://www.focus.de/politik/deutschland ... 42477.html

Irgendwie sehe ich beim Lesen schon die sich biegenden Balken... :pfeif:
Aus dem Artikel:
Thomas Strobl,CDU-Landeschef von Baden-Württemberg hat geschrieben:Das christliche Menschenbild ist der Leitfaden für unser politisches Handeln
Das stimmt doch auch.

Man muß nur dafür sorgen, daß das "christliche Menschenbild" entsprechend den "Erfordernissen der Zeit" angepaßt wird, das ist viel praktischer (s. z.B. die neue EKD-"Orientierungshilfe" zu "Ehe u. Familie"). 8)
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Yeti
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Yeti » Sonnabend 9. November 2013, 19:56

Ein weiterer Stein, der in der Famlienpolitik Stück um Stück das ehemals christlich-soziale Fundament unterminiert. Man meint fast, die CDU bereitet sich auf die Zeit nach der großen Koalition vor: CDU-AfD. Der Weltuntergang wär's nicht für mich - im Gegenteil. Bis dahin ist's so wie seit Jahrzehnten im Single-Freizeitpark Deutschland: Von Kindern profitieren die, die keine haben. So langsam wäre ich aber schon aufgrund der Gebärverweigerung mancher Frauen und der Nicht-Verantwortungsübernahme meiner Geschlechtsgenossen für die staatliche Notwendigkeit, Familienverweigerern mit dem zwangsweisen sozialen Frühableben zu drohen. Jemand, der keine Kinder gebären (oder zeugen) kann, könnte sich das einfach vom Arzt bescheinigen lassen. Und auch die Wohnungszuteilung sollte schon im staatlichen Interesse zentralisiert werden: Familien zuerst.
#gottmensch statt #gutmensch

TillSchilling
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von TillSchilling » Sonnabend 9. November 2013, 21:25

Familien, gerade Familien mit nur einem Einkommen, stehen in DE doch schon viel besser da als in den meisten europäischen Ländern. Die Jobchancen und wirtschaftlichen Perspektiven sind in DE auch viel besser als im gossen Teil des Rests Europas. Trotzdem wollen die Deutschen keine Kinder. Weitere Erhöhungen der Zahlungen werden keinen Unterschied mehr machen. Sosehr ich mir wünsche es wäre anders, das Einzige was die deutschen Frauen überzeugen wird wieder mehr Kinder zu haben, sind Betreuungsangebote, die es Müttern ermöglichen berufstätig zu bleiben. Sowie in F, GB oder Skandinavien.

Paulus Minor
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Paulus Minor » Sonnabend 9. November 2013, 21:49

TillSchilling hat geschrieben:Trotzdem wollen die Deutschen keine Kinder.
Wie kommst Du zu so einer pauschalen Aussage?
Ich habe gerade meine Tochter zu Besuch, die mit ihrem dritten Kind schwanger ist. Und sie ist Deutsche,

Deine Aussage müsste korrekt lauten: "Manche Deutschen wollen keine Kinder."

Pilgerer
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Pilgerer » Sonnabend 9. November 2013, 23:11

Die CDU ist vorrangig die politische Interessensvertretung der Arbeitgeber und Unternehmen. Das "C" ist dabei eigentlich nur für Sonntagsreden und gelegentliche Symbol-Handlungen reserviert. Arbeitgeber sind nicht automatisch christlicher als Arbeitnehmer, es gibt daher auch christliche Arbeitnehmer, und in der SPD als Interessensvertretung der Arbeitnehmer gab und gibt es einige Christen (allerdings vorwiegend protestantische).
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Pollux
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Pollux » Sonntag 10. November 2013, 08:17

Es gibt wohl Christen in jeder Partei. Die CDU hatte damals eine geschickte Namensnennung hinbekommen nach dem Zusammenbruch des "Dritten Reiches".Und sie gab sich ein Programm, das war mehr links als heute das Programm der SPD nach Godesberg.Ob es allerdings auch Christen in der Partei "Die Linke" gibt, da würde ich schon ein großes Fragezeichen machen.Deswegen sind sie aber noch lange nicht undemokratisch in ihrer Mehrheit. Schließlich hat sich einiges getan nach dem Fall der Mauer vor heute 24 Jahren.

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Yeti
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Yeti » Sonntag 10. November 2013, 10:53

Pilgerer hat geschrieben:Die CDU ist vorrangig die politische Interessensvertretung der Arbeitgeber und Unternehmen. Das "C" ist dabei eigentlich nur für Sonntagsreden und gelegentliche Symbol-Handlungen reserviert. Arbeitgeber sind nicht automatisch christlicher als Arbeitnehmer, es gibt daher auch christliche Arbeitnehmer, und in der SPD als Interessensvertretung der Arbeitnehmer gab und gibt es einige Christen (allerdings vorwiegend protestantische).
Das ist der Zustand, der bis vor zwanzig Jahren galt. Die SPD hat als Vertreterin der Arbeitnehmer ausgedient, dass die wählende Bevölkerung das auch ähnlich sieht, zeigen die Wahlergebnisse seit der Agenda 2010 und Herrn Schröder - der "Genosse der Bosse". Es hat sich erfüllt, was Wolfgang Neuss in den 70er-Jahren sagte: "Wer in der SPD nicht haarscharf wie in der CDU denkt, fliegt glatt raus." Und der Protestantismus, der in der SPD "überlebt" hat, ist seinen Namen auch nicht wert, zumal die Landeskirchen ja selbst in vielen - sogar in den caritativen - Bereichen nicht nur eine asoziale Lohnpolitik betreiben, sondern überhaupt keinen Unterschied zur neoliberalen Welt mehr darstellen (das ist leider in kath. Bistümern oft ähnlich). Eine Verdoppelung der Hoffnungslosigkeit der Welt (Joh. Baptist Metz) braucht aber niemand. Wenn ich Protestant wäre, würde ich mich wahrscheinlich nur in der SELK engagieren, vielleicht noch in einer Freikirche.
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Pollux » Montag 11. November 2013, 22:45

Kleine Frage zum Verständnis: Wer oder was ist die SELK?

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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Protasius » Montag 11. November 2013, 22:48

Pollux hat geschrieben:Kleine Frage zum Verständnis: Wer oder was ist die SELK?
Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von HeGe » Dienstag 17. Dezember 2013, 14:08

kath.net hat geschrieben:Künftiger CDU-Generalsekretär: Ich bin 'gläubiger Christ'

Peter Tauber setzt sich für eine Reform des Abtreibungsparagraphen 218 ein - Ein straffreier Schwangerschaftsabbruch solle nur noch nach einer Vergewaltigung oder bei einer dauerhaften Gesundheitsgefährdung der Frau gewährt werden [...]
:daumen-rauf:

Nach dieser Aussage werden ihn die rot-grünen Politkommissare zwar ziemlich schnell in den politischen Abgrund befördern, aber Respekt für seine Offenheit.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Marcus » Dienstag 17. Dezember 2013, 19:32

Wobei es auch unter den Sozialisten Gegner der Abschaffung des § 218 StGB gibt, auch wenn es sich hierbei um einen wohl eher kleinen Arbeitskreis handelt:

http://www.die-linke.de/partei/weitere- ... pier-21/

Aber als zukünftiger CDU-Generalsekretär wird der Mann letztlich so zu handeln und sich so zu äußern haben, wie es der Parteivorsitzenden behagt. Und bei ihr habe ich nicht den Eindruck, dass sie hier mit den persönlichen Ansichten ihres künftigen „Managers“ besonders viel anfangen können wird.
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von overkott » Mittwoch 18. Dezember 2013, 10:24

Die evangelische CDU-Vorsitzende hätte nach dem evangelischen Generalsekretär Hermann Gröhe einen katholischen Christen berufen können. Das entspräche einem gewissen Proporz. In der Vergangenheit wurde der Proporz für die evangelische Minderheit in der Partei mit dem EAK hergestellt. Inzwischen sind bis auf Kanzleramtsminister Peter Altmaier alle CDU-Minister und Ministerinnen evangelisch.

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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von PigRace » Mittwoch 18. Dezember 2013, 15:17

HeGe hat geschrieben:
kath.net hat geschrieben:Künftiger CDU-Generalsekretär: Ich bin 'gläubiger Christ'

Peter Tauber setzt sich für eine Reform des Abtreibungsparagraphen 218 ein - Ein straffreier Schwangerschaftsabbruch solle nur noch nach einer Vergewaltigung oder bei einer dauerhaften Gesundheitsgefährdung der Frau gewährt werden [...]
:daumen-rauf:

Nach dieser Aussage werden ihn die rot-grünen Politkommissare zwar ziemlich schnell in den politischen Abgrund befördern, aber Respekt für seine Offenheit.
Marcus hat geschrieben:Wobei es auch unter den Sozialisten Gegner der Abschaffung des § 218 StGB gibt, auch wenn es sich hierbei um einen wohl eher kleinen Arbeitskreis handelt:

http://www.die-linke.de/partei/weitere- ... pier-2010/

Aber als zukünftiger CDU-Generalsekretär wird der Mann letztlich so zu handeln und sich so zu äußern haben, wie es der Parteivorsitzenden behagt. Und bei ihr habe ich nicht den Eindruck, dass sie hier mit den persönlichen Ansichten ihres künftigen „Managers“ besonders viel anfangen können wird.
Und auch unter den SPD-Abgeordneten wird es mindestens eine geben, der ich unterstelle ähnlich zu denken. Darf ich vorstellen: Frau Dagmar Schmidt

Erst nur eine Brise hat sich vielleicht bereits die ganze Windrichtung gedreht? :ikb_boat: :daumen-auf:

PigRace

Edit: Zig mal gebraucht, den Link zur Linken wieder einzupflegen. Diese Partei liegt mir einfach nicht...

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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Hubertus » Freitag 20. Dezember 2013, 17:46

HeGe hat geschrieben:
kath.net hat geschrieben:Künftiger CDU-Generalsekretär: Ich bin 'gläubiger Christ'

Peter Tauber setzt sich für eine Reform des Abtreibungsparagraphen 218 ein - Ein straffreier Schwangerschaftsabbruch solle nur noch nach einer Vergewaltigung oder bei einer dauerhaften Gesundheitsgefährdung der Frau gewährt werden [...]
:daumen-rauf:

Nach dieser Aussage werden ihn die rot-grünen Politkommissare zwar ziemlich schnell in den politischen Abgrund befördern, aber Respekt für seine Offenheit.
Und es geht schon los:

"Neuer CDU-Generalsekretär: Tauber gerät wegen Haltung zu Abtreibung unter Druck" (SPON)

Daraus:
[Se]ine Vergangenheit legt nahe, dass Tauber mit einem weitreichendem Abtreibungsverbot sympathisiert. Allein der Verdacht bringt die Partei in die Bredouille.
:kotz: In dem Artikel wird so getan, als handle es sich um ein dunkles Kapitel seiner Vergangenheit, etwas, wofür man sich heute "entschuldigen" und wovon man sich jetzt "distanzieren" müsse.

Wenigstensmacht man in der Union keinen Hehl mehr aus der Position zum Lebensschutz, die man vertritt:
"Die CDU hat eine klare Haltung zum Schutz des menschlichen Lebens. Wir sehen keinen Änderungsbedarf an der aktuellen Rechtslage"
"Klare Haltung". Allerdings. No more comment required. :angewidert:
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von overkott » Sonntag 12. Januar 2014, 16:40

Eine moderne Volkspartei steht im Spagat zwischen Theorie und Taktik. Dabei kann es vorkommen, dass die Theorie der Taktik zum bloßen Machterhalt geopfert wird. Dann folgt eine Partei auch negativen Trends, statt sie zu korrigieren. Daher müssen die theoretischen Grundlagen immer wieder neu reflektiert werden. Was sind christliche Werte? Wie sieht das christliche Idealbild von Ehe und Familie aus? Was spricht eigentlich dafür, Sexualität zu ordnen und zwischen ordentlich und unordentlich zu diskriminieren?

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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von taddeo » Sonntag 12. Januar 2014, 17:17

overkott hat geschrieben:Was spricht eigentlich dafür, Sexualität zu ordnen und zwischen ordentlich und unordentlich zu diskriminieren?
Das ist eine sehr pointiert formulierte Fragestellung, die genau das Kernproblem des heutigen gesellschaftlich-politischen Mainstreams trifft. :daumen-rauf: :ikb_notworthy:
Es fällt einem auf Anhieb ein, was dagegen spricht - dabei wäre es Aufgabe auch der Kirche, im öffentlichen politischen Diskurs darüber zu sprechen, was dafür spricht. Alles wird heute geordnet, reguliert und überwacht bis zum Exzess, nur in diesem einen Bereich beziehen sich alle "Ordnungsbemühungen" auf die Zementierung größtmöglicher moralischer Unordnung.
Der liebe Gott ist ein Masseur mit Händen aus Musik. (Martin Walser)

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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von overkott » Sonntag 12. Januar 2014, 23:16

taddeo hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Was spricht eigentlich dafür, Sexualität zu ordnen und zwischen ordentlich und unordentlich zu diskriminieren?
Das ist eine sehr pointiert formulierte Fragestellung, die genau das Kernproblem des heutigen gesellschaftlich-politischen Mainstreams trifft. :daumen-rauf: :ikb_notworthy:
Es fällt einem auf Anhieb ein, was dagegen spricht - dabei wäre es Aufgabe auch der Kirche, im öffentlichen politischen Diskurs darüber zu sprechen, was dafür spricht. Alles wird heute geordnet, reguliert und überwacht bis zum Exzess, nur in diesem einen Bereich beziehen sich alle "Ordnungsbemühungen" auf die Zementierung größtmöglicher moralischer Unordnung.
Zunächst einmal steht den Priestern die Kanzel frei für die sittliche Erbauung der Kirche, um die Laien zu befähigen, sich wie Sauerteig in den öffentlichen politischen Diskurs einzuklinken. Dabei darf man auf die Demut des Papstes obersten Glaubenshüters hoffen, wenn er mit Jesus Christus Papst, Bischöfe, Konzil sowie die ganze Kirche unter Gottes Wort stellt und Letztentscheidung als subsidiare Zurückhaltung versteht. Wer Jesus als christlichem Vordenker folgt, wird feststellen, dass er niemanden zur Ehe verpflichtet, allerdings die sich gegenseitig selbst Verpflichteten an die Treue zum guten Anfang erinnert. Das ist Gott sei Dank in unserm Staat prinzipiell nicht anders. Allerdings besteht die Gefahr, dass der Staat heute über das Ziel hinaus schießt und sittliche Aberrationen ideell und finanziell fördert.

Piusderdritte
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von Piusderdritte » Montag 20. Januar 2014, 18:55

Merkel wirft Euro-Kritiker Willsch raus
2.1.214

Der Bundestag mutiert immer mehr zu einer "Abnick-Volkskammer". Nun hat Merkel den Euro-Kritiker Klaus-Peter Willsch als Vorsitzenden des Haushaltsausschußes kurzerhand rausgeworfen. Willsch hatte in der Vergangenheit den Euro-Rettungskurs der Regierung offen kritisiert und bei den jeweiligen Abstimmungen (z. B. ESM) mit „nein“ gestimmt. In einem "Abschiedsbrief" nimmt Wilsch nun Stellung zu seinem Abgang.
http://www.mmnews.de/index.php/politik/ ... llsch-raus
IM Erika Merkel, in Moskau ausgebidete FDJ- Sekretärin für Agitation und Propaganda und an einem Physikbuch vorbeigelaufene, “promovierte” Klimakanzlerinn der BRD, mutiert zur absoluten Alleinherrscherinn.
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"Katholische Haus- und Schulbibel" (aus1928) von Paul Bergmann, ist eine sehr gute Zusammenfassung der Bibel! Sollte jeder Katholik mal gelesen haben. Verständlich geschrieben und schnell durchgelesen!

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overkott
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von overkott » Montag 20. Januar 2014, 20:12

In der CDU gibt es auch Falschparker.

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