CDU / CSU - christliche Parteien?

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overkott
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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von overkott » Dienstag 21. Januar 2014, 23:29

Das Grundrecht auf Leben ist das Herz des Grundgesetzes: ohne Leben keine Freiheit. Deshalb setzt sich die Kirche zurecht als Hüterin des Rechts auf Leben ein. Der Staat tut es allerdings nicht in gleicher Weise. Das Herz des Grundgesetzes hat - auch ohne vorherige Infarkterscheinungen - inzwischen Beipässe. Schnitt für Schnitt wurde über Jahrzehnte am Grundrecht auf Leben herumgedoktert. Immer neue Grenzfälle wurden mit wohlklingenden Worten und im Namen der Menschlichkeit formuliert, bis nach 20 Jahren Debatte mit Hilfe der Christdemokraten die Würde des Menschen bis nach der Geburt faktisch antastbar wurde. Zum Wesen des Beipasses gehört die Doppelzüngigkeit: etwa die Berufung auf die Gewissensfreiheit der Gewissenlosen, der Bedenkenlosen. Im Zweifel wurde die Mehrheit der Bedenkenlosen stets durch Aufhebung der Fraktionsdisziplin organisiert. Bedenkenträger wurden durch Wahloptionen weichgeklopft und in kleinere Gruppen gespalten. Nachdem die liberale Justiz am Lebensrecht für ältere Menschen schon durch Urteile gestalterisch herumgeschnibbelt hatte, wollte die FDP unter dem Vorwand eines Regelungsbedarfs die Sterbehilfe partiell verbieten und damit in einem ersten Schritt faktisch einführen. Feinfühlig vor der Wahl stoppte die Kanzlerin weitere Operationen. Den lieb und teuren kranken Rentenempfängern sollte noch nicht der Hahn abgedreht oder der Trick dazu erklärt werden. Nach Weihnachten sollte das Thema wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden. Doch Gesundheitsminister Gröhe tritt erneut auf die Bremse. Auch Ex-SPD-Chef Müntefering trägt Bedenken vor.

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Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von overkott » Freitag 3. Juli 2015, 16:16

Immer mehr Union in der CDU findet immer weniger Anhänger in den großen Städten. Auch Frauen fühlen sich vom politischen Weichspüler nicht angesprochen. Trotz Kanzlerin.

Derzeit profitiert die Partei von der Schwäche der FDP, die Liberalismus mit Egoismus verwechselt.

Als Rechtsstaats- und Deregulierungspartei hätte die CDU gestern von sich reden machen können. Geschlossen hätte die Fraktion verkünden können: Unser Staat ermöglicht ein menschenwürdiges Leben auch in der letzten Phase. Wir brauchen keine neuen Regeln.

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overkott
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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von overkott » Freitag 3. Juli 2015, 16:27

Wir brauchen wieder Verfassungspatrioten: Bürger, die stolz sind auf die katholischen Werte des Grundgesetzes. Die CDU sollte sich von Sandkastenspielen und albernen Programmen verabschieden.

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Mauritius » Freitag 3. Juli 2015, 20:56

Wir brauchen keine Verfassungspatrioten, sondern Patrioten!

Denn was bedeutet "Verfassungsvaterlandsliebe"? Der Begriff Verfassungspatriot ist eine merkwürdige Wortschöpfung der letzten Jahre.

Wer sich das Wort Patriot nicht mehr traut auszusprechen, wird in dieser Gesellschaft auch keine katholischen Werte
verteidigen!

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Yeti » Freitag 3. Juli 2015, 22:08

Mauritius hat geschrieben:Wir brauchen keine Verfassungspatrioten, sondern Patrioten!

Denn was bedeutet "Verfassungsvaterlandsliebe"? Der Begriff Verfassungspatriot ist eine merkwürdige Wortschöpfung der letzten Jahre.

Wer sich das Wort Patriot nicht mehr traut auszusprechen, wird in dieser Gesellschaft auch keine katholischen Werte
verteidigen!
"Verfassungspatriotismus" ist ein Begriff vergangener - und verlorener - Schlachten der Bundesrepublik der 80er-Jahre von Leuten, die vor lauter vergangenheitsbewältigender Leisetreterei Angst vor dem Patriotismus hatten. Ich verstehe die Wehmut, mit der ein Rheinländer die Rolle Bonns betrachtet, aber die "Zeichen der Zeit" braucht nicht die Bonner, sondern die Berliner Republik.
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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von overkott » Freitag 3. Juli 2015, 23:14

Yeti hat geschrieben:
Mauritius hat geschrieben:Wir brauchen keine Verfassungspatrioten, sondern Patrioten!

Denn was bedeutet "Verfassungsvaterlandsliebe"? Der Begriff Verfassungspatriot ist eine merkwürdige Wortschöpfung der letzten Jahre.

Wer sich das Wort Patriot nicht mehr traut auszusprechen, wird in dieser Gesellschaft auch keine katholischen Werte
verteidigen!
"Verfassungspatriotismus" ist ein Begriff vergangener - und verlorener - Schlachten der Bundesrepublik der 80er-Jahre von Leuten, die vor lauter vergangenheitsbewältigender Leisetreterei Angst vor dem Patriotismus hatten. Ich verstehe die Wehmut, mit der ein Rheinländer die Rolle Bonns betrachtet, aber die "Zeichen der Zeit" braucht nicht die Bonner, sondern die Berliner Republik.
Die gibt es aber nun mal nicht. Wir brauchen kein Großkotztum. Darunter hatten im vergangenen Jahrhundert genug Menschen gelitten.

Verfassungspatriotismus ist Stolz auf die Verfassung, auf Freiheit und Verantwortung vor Gott, auf Rechtsstaat und Demokratie, auf Föderalismus, auf soziale Gerechtigkeit und auf Verantwortung für die Umwelt.

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Yeti » Freitag 3. Juli 2015, 23:58

overkott hat geschrieben:Wir brauchen kein Großkotztum. Darunter hatten im vergangenen Jahrhundert genug Menschen gelitten.

Deine Beißreflexe sind so vorhersehbar wie angestaubt. So klingt die alte Bonner Republik. Sie ruhe in Frieden.
overkott hat geschrieben:Verfassungspatriotismus ist Stolz auf die Verfassung, auf Freiheit und Verantwortung vor Gott, auf Rechtsstaat und Demokratie, auf Föderalismus, auf soziale Gerechtigkeit und auf Verantwortung für die Umwelt.
Und was ist mit dem Land, in dem du geboren wurdest? Das klingt alles hochgradig neurotisch. Ganz abgesehen von dieser Katastrophe der Phrasen. Edel sei der Mensch, Zwieback und gut.
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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Palmesel » Sonnabend 4. Juli 2015, 07:28

Das Wort "Patriotismus" ist doch sicher nicht mehr politisch korrekt. Heisst es heute "Matriotismus", oder, geschlechtsneutraler, "Homoiotismus"?

Aber zum Thema: die CDU heißt doch nicht KDU. Wieso sollte sie ein katholischeres Profil haben? Die Zentrumspartei scheint es nicht mehr zu geben, aber da wäre noch die CM, wenn man es katholoid-politisch mag. Na gut, die hat nicht wirklich Zulauf - aber so ist das halt in der Demokratrie. Die zölibatär-rekonquistatorische Gesinnung ist wohl nicht mehrheitsfähig. :ikb_wink1:

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Sarandanon
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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Sarandanon » Sonnabend 4. Juli 2015, 10:20

Moin Palmesel,

das Zentrum gibts noch - zumindest in NRW.

http://www.zentrumnrw.de/
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Protasius
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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Protasius » Sonnabend 4. Juli 2015, 10:33

Sarandanon hat geschrieben:Moin Palmesel,

das Zentrum gibts noch - zumindest in NRW.

http://www.zentrumnrw.de/
Auf dieser Seite ist seit 213 nichts mehr passiert.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Yeti » Sonnabend 4. Juli 2015, 12:07

Palmesel hat geschrieben:Das Wort "Patriotismus" ist doch sicher nicht mehr politisch korrekt. Heisst es heute "Matriotismus", oder, geschlechtsneutraler, "Homoiotismus"?
Wie wär's mit Philantoposprotimesie (Philanthrop=Menschen liebend, die Topos=von einem bestimmten Ort (sind) und: protimesis=Bevorzugung)? Könnte aber daran scheitern, dass ein paar Leute im Bundestag beim Versuch ersticken, das Wort auszusprechen. Aber im Ernst: Ich hab mal im Synonyme-Duden nachgeschlagen: Heimatgefühl, Heimatliebe, Liebe zum Vaterland, Nationalgefühl, vaterländische Gesinnung, Vaterlandsliebe.
Palmesel hat geschrieben:Aber zum Thema: die CDU heißt doch nicht KDU. Wieso sollte sie ein katholischeres Profil haben? Die Zentrumspartei scheint es nicht mehr zu geben, aber da wäre noch die CM, wenn man es katholoid-politisch mag. Na gut, die hat nicht wirklich Zulauf - aber so ist das halt in der Demokratrie. Die zölibatär-rekonquistatorische Gesinnung ist wohl nicht mehrheitsfähig. :ikb_wink1:
Ja, finde ich auch problematisch. Außerdem gibt es in der CDU nicht nur Christen. Ich finde die Motivation, unbedingt die Katholizität in die heutige CDU hineinbringen zu wollen, etwas fragwürdig. Ich würde sie gerade noch jemandem zugestehen, der wirklich fest im Glauben der römisch-katholischen Kirche ruht, auch wenn das im Fall einer Partei wirklich anachronistisch wäre. Insofern stammt der Gedanke wirklich aus den Anfängen der Bonner Republik, 50er und 60er-Jahre. Und nicht zuletzt gibt es heute in der CDU ja auch Menschen anderen Glaubens und vor allem aus anderen Konfessionen. Es geht also nicht und es bringt nichts. Irgendwie ist es auch "unpolitisch", insofern Politik eigentlich pure Pragmatik ist.
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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von overkott » Sonnabend 4. Juli 2015, 12:26

Palmesel hat geschrieben:Das Wort "Patriotismus" ist doch sicher nicht mehr politisch korrekt. Heisst es heute "Matriotismus", oder, geschlechtsneutraler, "Homoiotismus"?

Aber zum Thema: die CDU heißt doch nicht KDU. Wieso sollte sie ein katholischeres Profil haben? Die Zentrumspartei scheint es nicht mehr zu geben, aber da wäre noch die CM, wenn man es katholoid-politisch mag. Na gut, die hat nicht wirklich Zulauf - aber so ist das halt in der Demokratrie. Die zölibatär-rekonquistatorische Gesinnung ist wohl nicht mehrheitsfähig. :ikb_wink1:
Es geht um die katholischen Werte Leben in Freiheit, Subsidiarität und Gerechtigkeit. Die CDU hat ihre Identität verloren. Deshalb wählen Städter anders und Frauen sowieso.

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Yeti » Sonnabend 4. Juli 2015, 13:15

overkott hat geschrieben:
Palmesel hat geschrieben:Das Wort "Patriotismus" ist doch sicher nicht mehr politisch korrekt. Heisst es heute "Matriotismus", oder, geschlechtsneutraler, "Homoiotismus"?

Aber zum Thema: die CDU heißt doch nicht KDU. Wieso sollte sie ein katholischeres Profil haben? Die Zentrumspartei scheint es nicht mehr zu geben, aber da wäre noch die CM, wenn man es katholoid-politisch mag. Na gut, die hat nicht wirklich Zulauf - aber so ist das halt in der Demokratrie. Die zölibatär-rekonquistatorische Gesinnung ist wohl nicht mehrheitsfähig. :ikb_wink1:
Es geht um die katholischen Werte Leben in Freiheit, Subsidiarität und Gerechtigkeit. Die CDU hat ihre Identität verloren. Deshalb wählen Städter anders und Frauen sowieso.
Eine gute Partei zeichnet sich erst einmal dadurch aus, dass sie die Ziele, die sie hat, auch klar erläutern kann. Begriffe wie "Freiheit" und "Gerechtigkeit" eignen sich dafür nicht. Die Partei muss erklären, was "Freiheit" für sie bedeutet, was "Gerechtigkeit" für sie bedeutet. Es ist eigentlich wie in der Kirche: Eine gute Predigt erklärt, weshalb es besser wäre für uns, wenn wir gläubig wären.
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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Sarandanon » Sonnabend 4. Juli 2015, 15:18

Protasius hat geschrieben:
Sarandanon hat geschrieben:Moin Palmesel,

das Zentrum gibts noch - zumindest in NRW.

http://www.zentrumnrw.de/
Auf dieser Seite ist seit 213 nichts mehr passiert.
Stimmt. Hab hier noch eine Seite gefunden, die aber auch seit Dezember keine richtigen Aktivitäten mehr anzeigt.

http://deutsche-zentrumspartei.net/
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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von overkott » Sonnabend 4. Juli 2015, 15:46

Yeti hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Palmesel hat geschrieben:Das Wort "Patriotismus" ist doch sicher nicht mehr politisch korrekt. Heisst es heute "Matriotismus", oder, geschlechtsneutraler, "Homoiotismus"?

Aber zum Thema: die CDU heißt doch nicht KDU. Wieso sollte sie ein katholischeres Profil haben? Die Zentrumspartei scheint es nicht mehr zu geben, aber da wäre noch die CM, wenn man es katholoid-politisch mag. Na gut, die hat nicht wirklich Zulauf - aber so ist das halt in der Demokratrie. Die zölibatär-rekonquistatorische Gesinnung ist wohl nicht mehrheitsfähig. :ikb_wink1:
Es geht um die katholischen Werte Leben in Freiheit, Subsidiarität und Gerechtigkeit. Die CDU hat ihre Identität verloren. Deshalb wählen Städter anders und Frauen sowieso.
Eine gute Partei zeichnet sich erst einmal dadurch aus, dass sie die Ziele, die sie hat, auch klar erläutern kann. Begriffe wie "Freiheit" und "Gerechtigkeit" eignen sich dafür nicht. Die Partei muss erklären, was "Freiheit" für sie bedeutet, was "Gerechtigkeit" für sie bedeutet. Es ist eigentlich wie in der Kirche: Eine gute Predigt erklärt, weshalb es besser wäre für uns, wenn wir gläubig wären.
Leben in Freiheit geht nicht ohne Leben. Das ist schon mal der Anfang.

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Yeti » Sonnabend 4. Juli 2015, 16:12

overkott hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Palmesel hat geschrieben:Das Wort "Patriotismus" ist doch sicher nicht mehr politisch korrekt. Heisst es heute "Matriotismus", oder, geschlechtsneutraler, "Homoiotismus"?

Aber zum Thema: die CDU heißt doch nicht KDU. Wieso sollte sie ein katholischeres Profil haben? Die Zentrumspartei scheint es nicht mehr zu geben, aber da wäre noch die CM, wenn man es katholoid-politisch mag. Na gut, die hat nicht wirklich Zulauf - aber so ist das halt in der Demokratrie. Die zölibatär-rekonquistatorische Gesinnung ist wohl nicht mehrheitsfähig. :ikb_wink1:
Es geht um die katholischen Werte Leben in Freiheit, Subsidiarität und Gerechtigkeit. Die CDU hat ihre Identität verloren. Deshalb wählen Städter anders und Frauen sowieso.
Eine gute Partei zeichnet sich erst einmal dadurch aus, dass sie die Ziele, die sie hat, auch klar erläutern kann. Begriffe wie "Freiheit" und "Gerechtigkeit" eignen sich dafür nicht. Die Partei muss erklären, was "Freiheit" für sie bedeutet, was "Gerechtigkeit" für sie bedeutet. Es ist eigentlich wie in der Kirche: Eine gute Predigt erklärt, weshalb es besser wäre für uns, wenn wir gläubig wären.
Leben in Freiheit geht nicht ohne Leben. Das ist schon mal der Anfang.
Mathematisch ausgedrückt, wobei "x" für einen noch nicht oder unzureichend definierten Begriff steht, müssten diese beiden Sätze dann heißen: X³ : X³ = 1 (Palmesel, bitte mit rot korrigieren!) Nächste Aufgabe: Erläutern Sie Wert und Funktion von "X" so, dass Sie einen eindeutigen Wert erhalten.
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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Isidor_von_Sevilla » Sonnabend 4. Juli 2015, 16:44

overkott hat geschrieben:Leben in Freiheit geht nicht ohne Leben. Das ist schon mal der Anfang.
Nur der Vollständigkeit halber:
Leben in Freiheit geht nicht ohne Freiheit! :doktor:

Der Sinn des Satzes resultiert aus der Verknüpfung der beiden Begriffe Leben und Freiheit.

Aber machen Sie nur weiter so Herr Overkott! :zirkusdirektor:
Mittlerweile wird schließlich immer klarer, daß Widerspruch Sie nur anfeuert, Ihre kruden Thesen ins Forum zu streuen ..........
Es gibt auch solche, die wohl die Sprache verehren, nicht aber DAS WORT anbeten!

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von overkott » Sonnabend 4. Juli 2015, 17:08

Isidor_von_Sevilla hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Leben in Freiheit geht nicht ohne Leben. Das ist schon mal der Anfang.
Nur der Vollständigkeit halber:
Leben in Freiheit geht nicht ohne Freiheit! :doktor:

Der Sinn des Satzes resultiert aus der Verknüpfung der beiden Begriffe Leben und Freiheit.

Aber machen Sie nur weiter so Herr Overkott! :zirkusdirektor:
Mittlerweile wird schließlich immer klarer, daß Widerspruch Sie nur anfeuert, Ihre kruden Thesen ins Forum zu streuen ..........
Das ist sicherlich der zweite Satz: Leben in Freiheit geht nicht ohne Leben und eben auch nicht ohne Freiheit. Vor allem geht die Person ( also das Subjekt ) der Freiheit ( in Bezug auf das Objekt ) voraus. Eine von der Person abstrahierte Betrachtung von Freiheit ist nicht Gegenstand staatlichen Rechts. Das Gesetzbuch ist also kein philosophisches Lehrbuch abstrakter Sätze.

Das Existenzrecht ist also das wesentliche Recht, das allen weiteren Rechten zugrunde liegt. Dieses Existenzrecht ist in allen Phasen des menschlichen Lebens zu schützen. Dies gilt nicht nur in der Mitte des menschlichen Lebens.

Die Rechtswidrigkeit des Verstoßes gegen die eigene Existenz ergibt sich aus der Personalität, nach der der Mensch nicht nur Individuum ist, sondern auch Sozialwesen. Wäre der Verstoß gegen die eigene Existenz nicht rechtswidrig, wäre die soziale Folgewirkung, dass auch Beihilfe nicht rechtswidrig wäre und auch unterlassene Hilfeleistung nicht. Der Mensch hat ein Recht auf Leben, aber nicht auf Töten, auch nicht sich selbst gegenüber. Straffreiheit stützt sich daher nicht auf ein Recht, sondern auf einen Notstand. Dieser Notstand ist dann gegeben, wenn das in der Palliativmedizin tätige Personal bei der Schmerztherapie den Tod nicht verhindern kann.

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Tinius » Sonnabend 4. Juli 2015, 18:50

Ein Leben in Freiheit beinhaltet das Recht auf Realisierung der zutiefst komplexen Thesenvariabilität in Verbindung mit durchgängigen selbstanalytischen Wahrnehmungsprozessen.

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Yeti » Sonnabend 4. Juli 2015, 19:04

Tinius hat geschrieben:Ein Leben in Freiheit beinhaltet das Recht auf Realisierung der zutiefst komplexen Thesenvariabilität in Verbindung mit durchgängigen selbstanalytischen Wahrnehmungsprozessen.
:freude:
Bild
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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von overkott » Sonnabend 4. Juli 2015, 19:18

So spiegelt sich der rechte Rand. :narr:

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von overkott » Sonnabend 4. Juli 2015, 19:57

Natürlich kann eine Besinnung auf das katholische Profil der CDU nur von innen kommen. Die Vorsitzende lässt über den Generalsekretär die Partei derzeit ein bisschen Demokratie spielen: Darf es ein Label sein oder ein bisschen mehr? Am Ende muss das Programm glitschig sein, so dass sich jeder damit die Hände in Unschuld waschen kann, wenn die Fraktionsdisziplin aufgehoben wird. Die Erneuerung von innen kann eigentlich nur aus der Fraktion kommen. Wenn die sich auf die katholischen Werte des Rechtsstaats besinnt, geht es mit der CDU auch wieder voran.

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von overkott » Montag 6. Juli 2015, 11:20

Statt über Label zu diskutieren, könnte die CDU eine Programmdebatte über Subsidiarität im sozialen Rechtsstaat am Beispiel des Länderfinanzausgleichs führen. Das Programm wird dann nicht zum Wunschzettel für das Christkind, wobei die Bescherung nach der nächsten Wahl enttäuschend ausfallen könnte. Statt dessen versteht die Partei das Grundgesetz und sagt, welchen Rahmen die Abgeordneten der Partei füllen sollen. Da gibt es dann eine pragmatische Breite, die den Abgeordneten Verhandlungsmöglichkeiten lässt.

Damit das einfachste Parteimitglied mitreden kann, geht es natürlich um Vereinfachung der Debatte: Wir sind stolz auf unser Grundgesetz. Wir schützen das Leben der Bürger in allen seinen Phasen. Wir wollen gleiche Lebensverhältnisse in allen Bundesländern. Wir führen für Verschwender das Sparschwein ein. Wir helfen denen, die sich selbst nicht helfen können. Bei uns bekommt jeder Bürger im Durchschnitt gleich viel Euro aus dem Steuersack. Uns wählen die Städter und Frauen, weil Christdemokratie vernünftig ist.

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von overkott » Mittwoch 8. Juli 2015, 19:29

Erbschaftssteuer. Söder rastet aus: "Noch nicht so perfekt, wie wir uns das wünschen". Bayerns Finanzminister fordert Korrekturen zugunsten von Familienunternehmen.

Seehofer sauer. Der Vorsitzende will einen ordentlichen Generationswechsel in der Partei, will sich nicht abschieben lassen. Eine erneute Kandidatur 2018 schloss er nicht aus.

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Tinius » Mittwoch 8. Juli 2015, 20:57

Vier Ovi-Maschinengewehrsalven hintereinander.

Das schaft kein Söder, kein Seehofer.

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von overkott » Donnerstag 9. Juli 2015, 17:24

:|

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von overkott » Montag 13. Juli 2015, 17:11

Hat man den Schuldenländern in der Eurogruppe erstmal die Sonntagsarbeit aufgedrückt, gibt es demnächst bei uns auch eine Debatte über die Mehrwertsteuer. Weil: Guckt euch mal in Europa um.

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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von HeGe » Montag 31. August 2015, 14:29

kath.net hat geschrieben:Politischer Druck auf die Kirche durch Gendermainstreaming?

Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth (CDU) hat zum Gender-Diskurs «auch in der katholischen Kirche» aufgerufen. [....]
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: CDU- eine christliche Partei?

Beitrag von overkott » Montag 31. August 2015, 15:40

Diakone werden nicht im Landwirtschaftsministerium abgeschafft.

Staatssekretäre sollten zwischen Freizeit und Beruf deutlich differenzieren.

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Niels » Freitag 30. Oktober 2015, 13:53

Ungefähr 14,5 % würden Whiskas kaufen CSU wählen.
Ovi, Du auch ? :detektiv:
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... alten.html

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von Siard » Freitag 30. Oktober 2015, 15:34

Die ÖVP (das ist die weniger irreführend benannte Schwester von CDU/CSU) stellt uns in diesem Sinne eine Senkung der Lohnnebenkosten in Aussicht – und das ist letztlich nichts anderes, als eine Lohnsenkung.

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Re: Der CDU fehlt das katholische Profil

Beitrag von overkott » Sonnabend 28. November 2015, 11:57

Das Grundsatzprogramm der CDU erweist sich immer mehr als Treibsand.

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