Integrationspolitik 2

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RomanesEuntDomus
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von RomanesEuntDomus » Sonnabend 11. März 2017, 06:54

Caviteno hat geschrieben:Grundlage waren doch nicht die Bestechungen, sondern der Vollmer-Erlaß. ... diese Anweisung, die entgegen der Auffassung des diplomatischen Dienstes gegeben wurde, war die Ursache für eine Menge unberechtigt vergebener Visa.
Ach, wie putzig :kugel: Nein, egal ob mit oder ohne Volmer-Erlaß, Fischer-Untersuchungsausschuß und Schengen-Vergabepraxis: speziell deutsche Auslandsvertretungen haben international einen ganz bestimmten Ruf (den ich durch die Erzählungen von reisenden Bekannten über Jahre hinweg immer wieder bestätigt finde). Und da spielen "Ordnung, Fleiß und Pünktlichkeit" nun mal eine eher untergeordnete Rolle. Ab und zu treiben es unsere Aushängeschilder mal wieder ein bißchen zu dreist und offensichtlich, dann gibt es zur Feier des Tages sogar ein Artikelchen im Spiegel, wie der hier aus dem Jahr 2010, in dem aber nur das drinsteht, was sowieso jeder Vielreisende schon weiß:
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 35435.html
Neue Schmiergeld-Affäre im Auswärtigen Amt

Es geht um deutsche Vertretungen in Afrika, Südamerika und Osteuropa

... Mitarbeiter mehrerer deutscher Botschaften stehen im Verdacht, im Auftrag internationaler Schleuserringe Hunderte erschlichener Visa ausgestellt und Schmiergelder kassiert zu haben. Nach Hinweisen aus dem Auswärtigen Amt ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin in acht Tatkomplexen wegen des Verdachts der bandenmäßigen Schleusung und Bestechlichkeit.
Caviteno hat geschrieben:Bei den Konsulaten bzw. den Konsularabteilungen der Botschaften werden in der Visa-Vergabe überwiegend Ortskräfte für die erste Sichtung und Vorbereitung der Entscheidung über den Visaantrag eingesetzt. Sonst wäre die hohe Zahl der Visaanträge (z.B. 2014 wurden 2,4 Mio Visa erteilt, die Antragszahl lag höher) nicht zu erledigen. Deutsche Beamte werden da nur in Zweifelsfällen hinzugezogen.
Daran habe ich leise Zweifel. Aber immerhin bestätigte sogar der zitierte Artikel im Spiegel deine Ansicht, daß deutsche Beamte nicht direkt beteiligt sind. Nur die echten Drahtzieher im Hintergrund seien Deutsche (was wiederum meine Erfahrungen bestätigt):
Die Ermittler haben derzeit keine Hinweise, dass deutsche Botschaftsangehörige in die illegalen Praktiken verwickelt sind, gehen aber davon aus, dass die Auftraggeber für die Schleusungen in Deutschland sitzen.
Patriotism is the last refuge of a scoundrel.
(Samuel Johnson, 1709-1784)

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Niels
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von Niels » Mittwoch 15. März 2017, 12:33

"Jogger hilft Raubopfer: Täter rammen ihm Messer in den Bauch": http://www.waz.de/staedte/essen/jogger- ... 28819.html
Die flüchtigen Täter sollen zwischen 23 und 28 Jahren alt sein und ein südländisches Erscheinungsbild haben, so die Polizei. Sie unterhielten sich in einer unbekannten Sprache. Ihre Forderung an den 24-Jährigen, sein Handy herauszugeben, formulierten sie aber in gutem Deutsch. Während beide mit dunklen Trainingsjacken und Base-Caps bekleidet waren, war einer auffallend groß (1,90 Meter), sein Komplize etwas kleiner (über 1,80 Meter). Beide Männer hatten einen Vollbart.
Diligite homines - interficite errores (Augustinus)

Caviteño
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 15. März 2017, 13:47

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Sonnabend 11. März 2017, 06:54
Caviteno hat geschrieben:Bei den Konsulaten bzw. den Konsularabteilungen der Botschaften werden in der Visa-Vergabe überwiegend Ortskräfte für die erste Sichtung und Vorbereitung der Entscheidung über den Visaantrag eingesetzt. Sonst wäre die hohe Zahl der Visaanträge (z.B. 2014 wurden 2,4 Mio Visa erteilt, die Antragszahl lag höher) nicht zu erledigen. Deutsche Beamte werden da nur in Zweifelsfällen hinzugezogen.
Daran habe ich leise Zweifel. Aber immerhin bestätigte sogar der zitierte Artikel im Spiegel deine Ansicht, daß deutsche Beamte nicht direkt beteiligt sind. Nur die echten Drahtzieher im Hintergrund seien Deutsche (was wiederum meine Erfahrungen bestätigt):
Die Ermittler haben derzeit keine Hinweise, dass deutsche Botschaftsangehörige in die illegalen Praktiken verwickelt sind, gehen aber davon aus, dass die Auftraggeber für die Schleusungen in Deutschland sitzen.
Woraus entnimmst Du, daß die Drahtzieher in Deutschland sitzenden Drahtzieher Deutsche sind? Haben jetzt alle in D. lebenden Personen die deutsche Staatsangehörigkeit? Spricht nicht viel mehr dafür, daß die Auftraggeber aus den betreffenden Ländern kommen? Der Artikel spricht sogar von "internationalen Schleuserringen" Aber solche Überlegungen scheinen nicht mehr zulässig zu sein bzw. sind wohl nur störend, wenn man sich auf den Auswärtigen Dienst eingeschossen hat.

Wenn Du schreibst, "deutsche Auslandsvertretungen hätten international einen ganz bestimmten Ruf", widerspricht das den Ausführungen in dem verlinkten Spiegel-Artikel. Dort steht:
Das Auswärtige Amt gilt als solide, die deutschen Diplomaten genießen fast überall auf der Welt große Anerkennung.
Halten wir also mal fest: Obwohl in den von Dir angesprochenen Fällen sind deutsche Konsularbeamte nicht verwickelt, erweckst Du einen anderen Eindruck. Die Beamten sollen es zu dreist treiben - ja was denn, bitte schön, wenn sie nicht in die Vorgänge verwickelt sind?

Kein Industrieunternehmen und keine Behörde kann ausschließen, daß einige der Mitarbeiter korrupt sind. Das gilt insbesondere für die nicht besonders gut bezahlten Ortskräfte.
Die Situation der Deutschen Botschaft Manila ist mir ziemlich gut bekannt. Dort sind 2,5 deutsche Beamte für die Visavergabe zuständig. Sie haben 2014 ca. 16.000 Visaanträge bearbeitet - Tendenz steigend, insbesondere bei den sog. Remonstrationen. Eine einfache Rechenoperation (Zeit je Visaantrag) zeigt, daß es ohne die Ortskräfte nicht geht und diese die Entscheidung nicht nur vorbereiten, sondern in vielen Fällen auch praktisch selbst entscheiden. Die Botschaft in Manila hat z.B. erhebliche Schwierigkeiten, erfahrene Ortskräfte zu gewinnen - die im übrigen bei einer besseren Bezahlung sofort zur Botschaft eines anderen Schengen-Staates wechseln.

Die Konsularabteilungen der Botschaften sind in hohem Maße auf Ortspersonal angewiesen. Welcher deutsche Beamte kann schon eine Urkundenprüfung (häufig erforderlich, wenn das Personenstandswesen des Gastlandes nicht zuverlässig ist) in einem fremden Land durchführen? Außerdem wird er im Normalfall nach vier Jahren versetzt, müßte sich also neu einarbeiten.
Aufgrund ihrer Sprachkenntnisse und ihrem Wissen um die örtlichen Verhältnisse sind Ortskräfte unverzichtbar. Andererseits sind sie natürlich auch aufgrund der geringeren Bezahlung häufig anfälliger für Bestechungsversuche. Das wird man nie ganz ausschließen können.

Caviteño
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 18. März 2017, 01:41


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Raphael
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von Raphael » Dienstag 21. März 2017, 15:07

Es geht fröhlich weiter: :roll:
dpa hat geschrieben:Merkel fordert angesichts steigender Migrantenzahlen Geduld

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu Geduld mit den Flüchtlingskonzepten der EU gemahnt, auch wenn immer mehr Migranten über das Mittelmeer nach Europa streben. Es gehe um eine langfristige Entwicklung, «und da wird auch ein längerer Atem notwendig sein», sagte Merkel am Dienstag nach einem Treffen mit dem Präsidenten von Burkina Faso, Roch Marc Kaboré, in Berlin. Notwendig seien aber auch «sehr entschiedene Bemühungen in Libyen, vor allen Dingen eine politische Ordnung wieder herzustellen».

Trotz mehrerer politischer Gipfel zur Migration begeben sich immer noch Tausende Menschen von Libyen aus auf die lebensgefährliche Überfahrt nach Europa. Am Wochenende wurden innerhalb von 24 Stunden mehr als 3000 Menschen bei mehr als 20 Operationen geborgen.
3000 Menschen innerhalb von 24 Stunden und das sind nur die, welche sich von Libyen aus auf den Weg gemacht haben.
Hochrechnen darf das jeder für sich ....................
Sprachphilosophie ist Theologie für den weltlichen Bereich!

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Edi
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von Edi » Dienstag 21. März 2017, 21:56

Raphael hat geschrieben:
Dienstag 21. März 2017, 15:07

3000 Menschen innerhalb von 24 Stunden und das sind nur die, welche sich von Libyen aus auf den Weg gemacht haben.
Hochrechnen darf das jeder für sich ....................
Der "Prophet" Gaddafi hat schon vorhergesagt, daß wenn man ihn beseitige dieser Fall einträte.
Man sollte diese Menschen alle nach den USA, nach England und Frankreich bringen, dahin wo die Verursacher sind, die unbedingt Libyen destabilisieren mussten.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von Sascha B. » Dienstag 21. März 2017, 22:25

In der Unteren Altstadt gibt es Probleme mit Jugendlichen, viele davon sind Flüchtlinge. Für Anwohner ist die Situation sehr anstrengend.

Es waren bedrohliche Szenen, die sich am vergangenen Donnerstag vor der McDonald's-Filiale in der Altstadt abspielten: Nachdem ein 21-jähriger afghanischer Asylbewerber mit jungen Syrern aneinandergeraten war, wurde er aus deren Gruppe plötzlich zu Boden gerissen, verprügelt und mit Fußtritten traktiert.
Erst waren es junge türkische Integrationsverweigerer, jetzt sind es junge Flüchtlinge. Der Ort ist die meiste Zeit eine Zumutung. Mein Bruder wohnte lange Zeit in der Altstadt, etwa 100m vom McD entfernt, hab das also immer wieder mitbekommen. Das beste wenn das Pack Ärger macht ist es, sofort den Rädelsführer so zu zerlegen dass der Rest vor Angst das Weite sucht. Sonst hat man ein Problem.
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von PascalBlaise » Dienstag 21. März 2017, 22:31

Aha. Und wie genau "zerlegt" man den?
Wie sieht das in der Praxis aus?
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Sascha B.
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von Sascha B. » Dienstag 21. März 2017, 22:36

PascalBlaise hat geschrieben:
Dienstag 21. März 2017, 22:31
Aha. Und wie genau "zerlegt" man den?
Wie sieht das in der Praxis aus?
Wenn mich eine Gruppe von mehreren Personen angreift gibt es gezielte Schläge gegen den Kehlkopf oder die Halsschlagader. Lieber 6 Monate Luxushaft als ein Leben im Rollstuhl. An solche Szenen müssen wir uns gewöhnen. Diese Menschen sind hier und egal wer in Zukunft regieren wird, sie werden auch hier bleiben. Ich denke da an Zustände wie in manchen französischen Städten. Wer es sich leisten kann zieht in die Vororte oder aufs Land, der Rest muss lernen sich zu Verteidigen. Deutschland, wie wir es kannten, schafft sich gerade ab.
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von PascalBlaise » Dienstag 21. März 2017, 22:42

Sascha B. hat geschrieben:
Dienstag 21. März 2017, 22:36
PascalBlaise hat geschrieben:
Dienstag 21. März 2017, 22:31
Aha. Und wie genau "zerlegt" man den?
Wie sieht das in der Praxis aus?
Wenn mich eine Gruppe von mehreren Personen angreift gibt es gezielte Schläge gegen den Kehlkopf oder die Halsschlagader. Lieber 6 Monate Luxushaft als ein Leben im Rollstuhl. An solche Szenen müssen wir uns gewöhnen. Diese Menschen sind hier und egal wer in Zukunft regieren wird, sie werden auch hier bleiben. Ich denke da an Zustände wie in manchen französischen Städten. Wer es sich leisten kann zieht in die Vororte oder aufs Land, der Rest muss lernen sich zu Verteidigen. Deutschland, wie wir es kannten, schafft sich gerade ab.
Und wieviele Gruppen von mehreren Personen haben Dich schon angegriffen?
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von Sascha B. » Dienstag 21. März 2017, 22:46

PascalBlaise hat geschrieben:
Dienstag 21. März 2017, 22:42
Sascha B. hat geschrieben:
Dienstag 21. März 2017, 22:36
PascalBlaise hat geschrieben:
Dienstag 21. März 2017, 22:31
Aha. Und wie genau "zerlegt" man den?
Wie sieht das in der Praxis aus?
Wenn mich eine Gruppe von mehreren Personen angreift gibt es gezielte Schläge gegen den Kehlkopf oder die Halsschlagader. Lieber 6 Monate Luxushaft als ein Leben im Rollstuhl. An solche Szenen müssen wir uns gewöhnen. Diese Menschen sind hier und egal wer in Zukunft regieren wird, sie werden auch hier bleiben. Ich denke da an Zustände wie in manchen französischen Städten. Wer es sich leisten kann zieht in die Vororte oder aufs Land, der Rest muss lernen sich zu Verteidigen. Deutschland, wie wir es kannten, schafft sich gerade ab.
Und wieviele Gruppen von mehreren Personen haben Dich schon angegriffen?
Also Früher beim Fußball und auf Demos bzw der An-/Abreise gabs das öfters mal :pfeif: So etwa jedes zweite Wochenende. Oder auch 5 Leute welche mich Nachts am Bahnhof erwischten. Ok, damals waren es politische Hintergründe und keine Zufallsdelikte. Andererseits hatte aber selbst das niederbayerische Deggendorf bis vor zwei Jahren eine Migrantengang welche jedes Wochenende grundlos Passanten verprügelte. Erst durch längere Haftstrafen konnte man dieses Grüppchen zerschlagen. Jetzt handelte es sich dabei aber um ein 30.000 Einwohnerkaff. In Landshut verschwand das leider nie so ganz. Mal die Altstadt, mal der Bahnhof.
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von PascalBlaise » Dienstag 21. März 2017, 22:53

Puh... das einzige, was mir mal passiert ist, war die Drohung "Ich hab ein Messer, ich steche dich ab!" eines betrunkenen Mazedoniers, mit dem ich mich gut unterhalten hatte zuvor. Ich habe nicht herausgefunden, wie ernst es ihm war, weil ich weggerannt bin, was ging.
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von Sascha B. » Dienstag 21. März 2017, 22:59

Ich bin ja seit meiner Bekehrung wirklich kein Freund von Gewalt mehr, aber irgendwie sehe ich Schwarz für die Zukunft mancher Städte bzw einzelner Stadtteile. Eine traurige Entwicklung. Aber noch lebe ich in einem bürgerlichen Stadtteil.
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Caviteño
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von Caviteño » Sonntag 26. März 2017, 11:03

Auf das Buch von Rolf Peter Sieferle über die Migration hatte ich bereits hier hingewiesen.

Eine prägnante Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen des Buches findet man hier:

Der Untergang Europas schreitet unaufhaltsam voran

Ein sehr lesenswertes Essay, das von Sieferle zu diesem Thema verfaßt wurde:

DEUTSCHLAND, SCHLARAFFENLAND- Auf dem Weg in die multitribale Gesellschaft

Er arbeitet den Unterschied zwischen dem Nationalstaat (der den Sozialstaat erst möglich macht) und den tribalen Gesellschaften, aus denen die Migranten kommen heraus und sieht die Gefahr, daß das "kulturelle Kapital" der Industriestaaten (dazu gehören Rechtsstaatlichkeit, Fairplay, Rechte des Individuums, Beschränkung der Staatsgewalt, Verbindung von Individualismus und Gemeinwohlorientierung, Meinungsfreiheit (inklusive Religionsfreiheit), Arbeitsethos, Orientierung am Fortschritt, Ausbildung von Vertrauen, Wertschätzung von Bildung und Erziehung) vernichtet wird und "sich die ethnisch und kulturell recht homogenen Industrieländer in multitribale Gesellschaften transformieren".

Erste Anzeichen, wie z.B. die Ablehnung staatlicher Streitbeilegung und Strafverfolgung sind in den sog. "no go areas" bereits zu erkennen. Hier werden häufig islamische Streitschlichter angerufen - für Sieferle ein Rückschritt in die Rechtsfindung der Agrargesellschaften vor einigen hundert Jahren.
Der Sozialstaat wird von den meisten Menschen als selbstverständlich angesehen, ebenso wie der Rechtsstaat. Daß beide dies nicht sind, sondern auf sehr fragilen und unwahrscheinlichen Grundlagen beruhen, wird man erst begreifen, wenn sie verschwunden sind, d. h. wenn eine neue multitribale Struktur sie verdrängt hat.
Vielleicht ist der Untergang Europas dann ein Lehrstück für andere industrialisierte Zivilisationen (wie China), und vielleicht werden die letzten Europäer in Übersee Zuflucht suchen.
Passend dazu auch das Buch:

The future of Muslims in the West (kann als ebook geladen werden). Dort wird unter dem Begriff "Tawahhush" die Abgrenzung der muslimisch bewohnten Gebiete in den Städten Europas als wirksames Mittel gegen Polizeieinsätze dargelegt (S. 15):
Tawahhush therefore means 'to do the act of seclusion, to only ally with your own, and to not have mercy on outsiders.'
How to apply Tawahhush in the West:
The first thing we want to do when securing our turf is to make ourselves feel safe from outsiders - the police, who could raid our home at anytime. So we want the police to feel uncomfortable in our neighbourhoods, the same way they make us feel uncomfortable with their raids on Muslims.
Das Buch wird auch hier im Sunday Express besprochen. Es beschäftigt sich mit Fragen der Rekrutierung von Anhängern, der Geldbeschaffung (S. 19) oder dem Bau von Bomben (S. 20ff). Die Seite ist frei zugänglich und wird - im Gegensatz zu hate speech - von Herrn Maas nicht gesperrt.....

Caviteño
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von Caviteño » Montag 27. März 2017, 02:41

Bei manchen dauert es ein wenig länger, bis sie die Auswirkung von Entscheidungen erkennen können. Traurig ist es allerdings, wenn diese Personen in Positionen sitzen, in denen Entscheidungen gefällt werden bzw. wenn ihre Aussage öffentliches Gewicht hat, wie z.B. beim Arbeitsamt- und früheren BAMF-Chef Weise:
Weise hat geschrieben: Ende Oktober 2015 verkündete er, von 800.000 Flüchtlingen würden 300.000 bis 400.000 bleiben. Weise damals wörtlich: „Das ist eine gute Bereicherung unserer Arbeitswelt und unserer Gesellschaft, dass da nicht überall ältere graue Herren durch die Gegend laufen und langsam mit dem Auto auf der Autobahn rumfahren, sondern das wird eine lebendige Gesellschaft.“
https://www.tichyseinblick.de/daili-es- ... ftemangel/
Weise am 24. 03. 2017 hat geschrieben: Nur zehn bis 15 Prozent der Flüchtlinge sind gut qualifiziert und finden innerhalb eines Jahres einen Arbeitsplatz. Eine große Gruppe hat praktische Erfahrungen, aber keine anerkannten Ausbildungen. Und 20 Prozent haben weder Schul- noch Ausbildungsabschluss. Damit ist klar: Flüchtlinge sind keine Antwort auf unseren Fachkräftemangel.
(...)
Wie gehen wir mit der Zuwanderung aus Osteuropa um? Allein 2016 sind 116.000 Menschen aus Rumänien und Bulgarien gekommen. Wir haben 51.000 Arbeitslose aus diesen Ländern und 142.000 Hartz IV-Empfänger.
http://www.rp-online.de/wirtschaft/unte ... -1.6709807

Wer schon früher zu der Erkenntnis kam, die Herr Weise erst heute hat, wurde/wird als "Hetzer", "Rechter" oder "Nazi" beschimpft. Mit Platitüden wie "kein Mensch ist illegal" versuchte man, jede Diskussion im Keim zu ersticken. Natürlich will man nicht gerne an die damaligen Aussagen erinnert werden, wie z.B. Herr Zetsche, der -ohne Erfahrung mit der Materie- behauptete die Flüchtlinge seien hochmotiviert:
Natürlich sei nicht jeder Flüchtling ein brillanter Ingenieur, Mechaniker oder Unternehmer, so Zetsche. Aber wer sein komplettes Leben zurücklasse, sei hoch motiviert. „Genau solche Menschen suchen wir bei Mercedes und überall in unserem Land.“ Studien zufolge drohten fast 40.000 Lehrstellen unbesetzt zu bleiben. Deshalb müssten Flüchtlinge in Deutschland willkommen geheißen werden. „Wer an die Zukunft denkt, wird sie nicht abweisen.“
http://www.faz.net/aktuell/technik-moto ... 03671.html

Eingestellt hat Daimler allerdings - trotz der Aussage des CEO - keinen dieser - angeblich - hochmotivierten und von ihm gesuchten Flüchtlinge:
Heute will von diesen Worten aus dem letzten Jahr bei Daimler niemand mehr etwas wissen.
(...)
Der Personalchef bei Daimler dagegen erteilt der Bevorzugung von »Flüchtlingen« eine klare Absage. Anders als Zetsche, dessen Worte sich jetzt als pure Augenwischerei herausstellen, steht für ihn, Porth, fest, dass man nicht »Flüchtlinge auf breiter Basis einstellen« könne und sie damit den mitunter schon viele Jahre für den Konzern arbeitenden Zeitarbeitnehmern bevorzuge.
http://www.freiewelt.net/nachricht/daim ... -10069017/

Vielleicht erfährt man am Mittwoch etwas neues. Dann ist die Hauptversammlung von Daimler und einige Aktionäre werden Zetsche mit Sicherheit an seine damaligen Äußerungen erinnern und nach der Einstellungspraxis fragen.

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Edi
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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von Edi » Montag 27. März 2017, 21:09

Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Integrationspolitik 2

Beitrag von Caviteño » Dienstag 28. März 2017, 01:56

Es ging um die Reihenfolge am Buffet:

Kloppen statt shoppen - Großfamilien prügeln sich in Einkaufszentrum: fünf Verletzte

Hier gibt es auch die neue - politisch korrekte - Wortschöpfung: " Großfamilien ethnischer Minderheiten aus dem südosteuropäischen Raum"

http://www.express.de/duesseldorf/prueg ... --26260448

So hatte ich mir das "täglich neue Aushandeln des Zusammenlebens" (KGE) eigentlich nicht vorgestellt...

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