Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

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Moderator: Hubertus

CIC_Fan
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 27. September 2017, 10:06

Hubertus hat geschrieben:
Dienstag 26. September 2017, 17:33
CIC_Fan hat geschrieben:
Dienstag 26. September 2017, 13:42
1.) Es ist gut daß ein Mandat nicht von der Fraktion abhängt
Das stimmt grundsätzlich. In diesem Falle hinterläßt die Aktion dennoch einen mehr als faden Beigeschmack - übrigens unabhängig von der konkreten Partei. Petry dürfte v.a. auch deshalb ihren Wahlkreis gewonnen haben, weil sie Bundesvorsitzende war und daher von ihren Wählern mit einem gewissen Vertrauensvorschuß hinsichtlich der künftigen Parlamentsarbeit der AfD ausgestattet wurde. Wenn sich z.B. ein Abgeordneter nach heftigen Zerrüttungen entschließt, an einem bestimmten Punkt die Reißleine zu ziehen (vgl. z.B. Fr. Steinbach) ist das sicher etwas anderes, als sich am Tag nach der Wahl hinzustellen und anzukündigen, der Fraktion jener Partei, für die man kandidiert hat, ja der man offiziell vorsteht, nicht angehören zu wollen. Das wirkt berechnend bis verlogen, und ich könnte verstehen, wenn der eigene Wahlkreis dies nicht goutiert.

Ich glaube, daß Petry ihrem Anliegen auf diese Weise keinen großen Gefallen getan hat.
das war auf alle Fälle nicht anständig was ich sagen wollte es ist formal juristisch völlig korrekt

CIC_Fan
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 27. September 2017, 10:14

Hubertus hat geschrieben:
Dienstag 26. September 2017, 23:01
Hubertus hat geschrieben:
Dienstag 26. September 2017, 17:33
CIC_Fan hat geschrieben:
Dienstag 26. September 2017, 13:42
1.) Es ist gut daß ein Mandat nicht von der Fraktion abhängt
Das stimmt grundsätzlich. In diesem Falle hinterläßt die Aktion dennoch einen mehr als faden Beigeschmack - übrigens unabhängig von der konkreten Partei. Petry dürfte v.a. auch deshalb ihren Wahlkreis gewonnen haben, weil sie Bundesvorsitzende war und daher von ihren Wählern mit einem gewissen Vertrauensvorschuß hinsichtlich der künftigen Parlamentsarbeit der AfD ausgestattet wurde. Wenn sich z.B. ein Abgeordneter nach heftigen Zerrüttungen entschließt, an einem bestimmten Punkt die Reißleine zu ziehen (vgl. z.B. Fr. Steinbach) ist das sicher etwas anderes, als sich am Tag nach der Wahl hinzustellen und anzukündigen, der Fraktion jener Partei, für die man kandidiert hat, ja der man offiziell vorsteht, nicht angehören zu wollen. Das wirkt berechnend bis verlogen, und ich könnte verstehen, wenn der eigene Wahlkreis dies nicht goutiert.

Ich glaube, daß Petry ihrem Anliegen auf diese Weise keinen großen Gefallen getan hat.
Sollte Spaltung ihr Ziel gewesen sein, hat sie sich wohl verspekuliert:

"Keiner zieht mit: Frauke Petry hat sich offenbar mit ihrem Rückzug verkalkuliert"
auch völlig klar den diese ganzen Egomanen die für sowas in frage kommen wolle ja jeder seinen eigenen Laden aufmachen siehe NPD
in den Landtagen
Neugierig bin ich was z.b. Herrm Professor Meuten mit Herrn von Gottberg verbindet

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Petrus
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Petrus » Mittwoch 27. September 2017, 10:24

ar26 hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 00:28
Die AfD hat ausgerechnet auch im Wahlkreis Bautzen, dort leben die katholischen Sorben, zu denen auch MP Tillich gehört, das Direktmandat gewonnen. Zwar lassen die Ergebnisse einiger sorbischer Gemeinden noch die seit jeher starke Bindung an die CDU erkennen. In der sorbischen Gemeinde Radibor zB, aus der der selige Alois Andricki stammt, hat die AfD die Mehrheit geholt. https://www.statistik.sachsen.de/wpr_ne ... t=14625490
Ganz so einfach ist es daher nicht. Zu Bedenken ist auch, dass die Protestanten in den hügeligeren Regionen Sachsens durchaus noch stärker präsent sind, das sind aber auch Regionen, in denen die AfD stark ist.
"Ganz so einfach ist es daher nicht", hast Du geschrieben, ar26. Ich meine, da hast Du recht.

ich kenne die Oberlausitz. Dort spricht zwar praktisch niemand mehr sorbisch, aber die Ortsschilder sind dort immer noch zweisprachig - ein gutes Relikt aus DDR-Zeiten, als dort die Sorben die "Vorzeige-Minderheit" waren.

ich mag die Oberlausitz. "Essenstechnisch" für mich ein Paradies. In jeder Gastwirtschaft ist "Sülze mit Bratkartoffeln" auf der Standardkarte. Und jedesmal echt anders, und jedesmal lecker.

Ich mag die Oberlausitz auch wegen der Grenze - ganz wenige Kilometer, dann sind Marken(!)-Zigaretten schon erheblich preiswerter.

Ich finde auch Bautzen schön. Was mich ein bißchen nachdenklich gemacht hat: Da sehe ich nur ältere Menschen auf der Straße. Jugend ist ausgewandert.
Wirtschaft: Fehlanzeige. Jobs: Fehlanzeige.

Ich mag die Menschen dort auch. Geradlinig, nicht zu viel redend, praktisch denkend. Nach einem Wirtshausbesuch (oben am "Berg") hatte ich keine Lust mehr, runterzulaufen. Also haben wir uns zu fünft (ich war dort "fremd und neu") in einen Kleinwagen gequetscht. Gut "unten" angekommen, war ich dann kein Fremder mehr, sondern "der Peter" :)

last, but not least: Herrnhut (die Brüdergemeine) habe ich auch besucht, und auch das Grab von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf.

um auf den Titel dieses threads zurückzukommen:

wen sonst sollten die (noch verbliebenen) Menschen bittschön dort wählen, außer der AfD'?

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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael » Mittwoch 27. September 2017, 13:59

ar26 hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 09:44
Raphael hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 08:27
...........
Ein Erfolg übrigens, der nicht zuletzt der Arbeit von Frauke Petry zu verdanken sein wird. :emil:
Das mit Petry glaub ich nicht so. Ich denke meine Landsleute haben das mit Eurer Demokratie zu wörtlich genommen und gingen fest davon aus, dass der Wahlzettel zumindest 2 Möglichkeiten bieten muss. Wenn da 4 oder 5 mal Merkel drauf steht, muss man halt die Variante gegen Merkel nehmen, wenn man diese nicht will.
Soweit man das hier tief im Westen, dort wo die Sonne versinkt, mitbekommen konnte, war die Fraktionsarbeit der AfD im sächsischen Landtag eher unaufregt und an Sachthemen orientiert.

Auch bei den internen Auseinandersetzungen in der Landes-AfD (Stichwort: Jens Maier) stand Frauke Petry wohl niemals ganz alleine dar, sondern hatte sicherlich eine Vielzahl von Unterstützern für ihren Kurs. IMHO ist allerdings dieser Konflikt auch DER Auslöser für ihren jetzigen Weg. :hmm:

Darüber hinaus wurde vermutlich einer Parteivorsitzenden (!!!) Frauke Petry auch eine gewisse Durchschlagskraft bei der Arbeit im Bundestag zugetraut. Daß dies nun nicht so kommen wird, konnten die Wähler in Sachsen unmöglich wissen ...................
Zuletzt geändert von Raphael am Mittwoch 27. September 2017, 14:37, insgesamt 1-mal geändert.
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holzi
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von holzi » Mittwoch 27. September 2017, 14:36

Petrus hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 09:50
Tinius hat geschrieben:
Dienstag 26. September 2017, 23:23
Diese ganze Wirrniss ist eigentich dem herrischen Charakter der F. Petry geschuldet, die wohl keinerlei Teamfähigkeit hat. Auch die chaotischen privaten Lebensentwürfe des sonderbaren Ehebrecher-Paares Petry und Brezel dürfte viele Leute in der AfD aufgeschreckt haben.
nun, Tinius,

wenn ich Deine Diktion bevorzugen würde, wäre Horst Seehofer ja wohl auch ein "Ehebrecher".

oder?
Immerhin ist der aber mehr oder weniger reumütig nach Hause zurückgekehrt.
Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
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ar26
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von ar26 » Mittwoch 27. September 2017, 15:51

Petrus hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 10:24
ar26 hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 00:28
Die AfD hat ausgerechnet auch im Wahlkreis Bautzen, dort leben die katholischen Sorben, zu denen auch MP Tillich gehört, das Direktmandat gewonnen. Zwar lassen die Ergebnisse einiger sorbischer Gemeinden noch die seit jeher starke Bindung an die CDU erkennen. In der sorbischen Gemeinde Radibor zB, aus der der selige Alois Andricki stammt, hat die AfD die Mehrheit geholt. https://www.statistik.sachsen.de/wpr_ne ... t=14625490
Ganz so einfach ist es daher nicht. Zu Bedenken ist auch, dass die Protestanten in den hügeligeren Regionen Sachsens durchaus noch stärker präsent sind, das sind aber auch Regionen, in denen die AfD stark ist.
"Ganz so einfach ist es daher nicht", hast Du geschrieben, ar26. Ich meine, da hast Du recht.

ich kenne die Oberlausitz. Dort spricht zwar praktisch niemand mehr sorbisch, aber die Ortsschilder sind dort immer noch zweisprachig - ein gutes Relikt aus DDR-Zeiten, als dort die Sorben die "Vorzeige-Minderheit" waren.

ich mag die Oberlausitz. "Essenstechnisch" für mich ein Paradies. In jeder Gastwirtschaft ist "Sülze mit Bratkartoffeln" auf der Standardkarte. Und jedesmal echt anders, und jedesmal lecker.

Ich mag die Oberlausitz auch wegen der Grenze - ganz wenige Kilometer, dann sind Marken(!)-Zigaretten schon erheblich preiswerter.

Ich finde auch Bautzen schön. Was mich ein bißchen nachdenklich gemacht hat: Da sehe ich nur ältere Menschen auf der Straße. Jugend ist ausgewandert.
Wirtschaft: Fehlanzeige. Jobs: Fehlanzeige.

Ich mag die Menschen dort auch. Geradlinig, nicht zu viel redend, praktisch denkend. Nach einem Wirtshausbesuch (oben am "Berg") hatte ich keine Lust mehr, runterzulaufen. Also haben wir uns zu fünft (ich war dort "fremd und neu") in einen Kleinwagen gequetscht. Gut "unten" angekommen, war ich dann kein Fremder mehr, sondern "der Peter" :)

last, but not least: Herrnhut (die Brüdergemeine) habe ich auch besucht, und auch das Grab von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf.

um auf den Titel dieses threads zurückzukommen:

wen sonst sollten die (noch verbliebenen) Menschen bittschön dort wählen, außer der AfD'?
Ich denke Peter, Provinzler - ich zähle mich hier eher nicht zu - sind überall gleich. Von außen etwas unnahbar aber keine Menechenfresser, egal ob im Allgäu, der Eifel oder der Oberlausitz.

Ich möchte auch mal der These des Abgehängtseins entgegentreten. Dieses Problem gibt es in vielen ländlichen Gegenden Deutschlands. In Sachsen wie dem Rest des Ostens (die mentalen Unterschiede sind übrigens nicht unerheblich) hieß das aber 20 Jahre, dass die Kinder nicht in die nächste Großstadt sondern 500km weit weg ziehen. Seit 5 Jahren ändert sich das, der Wanderungsverlust in Sachsen ist heute minimal. Die Leute zieht es hier in die Großstädte. Leipzig und Dresden haben die höchsten Geburtenraten in Deutschland. Zukunftsangst sieht anders aus.

Was die Menschen aber wurmt sind Doppelstandards. 1990 wurde ihnen gesagt, man muss sich anpassen, hart arbeiten, sich verändern und sparen, um etwas zu erreichen. Das Thema sparen hat sich mit der €-Krise erledigt, die wird Merkel angelastet. Der Rest geht einigermaßen, allerdings sieht man auch, dass man nicht mit der alten Bundesrepublik gleichziehen kann. Man hat auch dies hingenommen. Dann kam die Migrationskrise. Alle Regeln, die den Ostdeutschen bis dahin vermittelt wurden (s.o.) galten nicht mehr, anpassen, was leisten, verzichten. Alles perdu. Die Menschen hier haben den Eindruck, jeder kann kommen, er muss nichts leisten und schon gar nicht sich anpassen. Das versteht hier keiner. Dass Merkel die Ursache ist, verstehen die Leute aber sehr wohl.

Warum Sachsen. Es war der Verdienst der Regierung Biedenkopf, den Menschen im Zusammenhang mit den o.g. Schwierigkeiten den Stolz zu belassen, ja neuen zu schaffen. Die "Leuchttürme" Dresden, Leipzig, das beste Schulsystem Deutschlands. Das wollen sich die Menschen hier nicht mehr nehmen lassen, nicht durch Klassen, in denen keiner Deutsch spricht, nicht durch Armutseinwanderung und nicht durch Hyperpolitisierung und Hypermoralisierung, schon vor 89 nervte.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

Caviteño
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 27. September 2017, 16:40

Wer hat diesmal AfD gewählt?
Manchmal geht es nur um die Verhinderung einer einzigen gesellschaftlichen Entwicklung, für die man alles andere hintenanstellt. Für die man Ewiggestrige und noch deutlich unappetitlichere Personen und Inhalte in Kauf nimmt, weil keine andere Partei sich dazu bereit erklärt, in dieser Frage eine wirkliche Kehrtwende einzuleiten.
Nein, Merkel hat überhaupt nichts verstanden. Die Menschen haben die AfD nicht gewählt, weil die ärztliche Versorgung auf dem Lande nicht klappt oder der öffentliche Nahverkehr verbesserungswürdig ist. Wenn Merkel diese Punkte in einem Zug mit ihrer "Flüchtlings"politik als Ursache für die Wahlniederlage anführt, zeigt das deutlich, das sie ihre Politik in 2015 nicht als Fehler erkennen kann:
Die CDU habe festgestellt, dass über eine Millionen Wähler zur FDP und eine Millionen Wähler zur AfD abgewandert. "Wir wollen die Wähler der AfD mit guter Politik zurückholen." Wie diese "gute Politik" aussehen soll, gibt es bei der CDU bislang noch keine Antworten. Lediglich wolle man die Probleme der Menschen lösen. Das seien zum Beispiel Fragen der Integration, der illegalen Migration, aber genauso Fragen der ärztlichen Versorgung auf dem Land oder des öffentlichen Nahverkehrs, sagt Merkel.
(...)
... eigene Fehler sieht die Kanzlerin nicht. "Ich sehe nicht, was wir anders machen sollten."
Merkel-Pressekonferenz nach der Wahl - "Ich sehe nicht, was wir anders machen sollten"

Wie kann man eine Frau noch an der Spitze halten, die nach einer Niederlagen von beinahe 20% (oder acht Punkten) nicht in der Lage ist, die Situation zu analysieren und die Fehler festzustellen? :patsch:

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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael » Mittwoch 27. September 2017, 16:53

Caviteño hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 16:40
Wer hat diesmal AfD gewählt?
Daraus:
1 Million Wähler von der CDU, 470.000 von der SPD, 400.000 von Die Linke wanderten zur AfD, von den Nichtwählern kamen 1,2 Millionen.
Wer die AfD weiterhin als rechtsradikal, rechtsextrem oder gar als "Nazi-Partei" diffamiert, betreibt Wählerbeschimpfung! 8)
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Mittwoch 27. September 2017, 18:42

Gibt es eigentlich irgendwo eine regionale Aufschlüsselung über die Wählerwanderung? Ich würde meine Thesen gerne überprüfen. Ich komme einfach nicht darüber hinweg, dass die bekloppten Äußerungen eines ehemaligen SPD-Vorsitzenden immer noch so präsent sind.

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umusungu
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von umusungu » Mittwoch 27. September 2017, 19:26

Raphael hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 16:53
Wer die AfD weiterhin als rechtsradikal, rechtsextrem oder gar als "Nazi-Partei" diffamiert, betreibt Wählerbeschimpfung!
Ich sage weiterhin, dass die AfD rechtsradikal ist. Leider haben das ganz ganz viele Wähler so nicht erkannt - oder aber in Kauf genommen.

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Mittwoch 27. September 2017, 19:37

Wenn man an Reil denkt, eher letzteres. Es glauben wirklich viele, die SPD habe die Höchststrafe verdient.

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Petrus
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Petrus » Mittwoch 27. September 2017, 20:07

generell möchte ich gern unterscheiden zwischen AfD-Funktionären und AfD-Wählern.

Unter den AfD-Funktionären gibt es, soweit ich sehe, viele Biedermänner. Und auch manche Brandstifter.

Bei vielen AfD-Wählern - meine Meinung - ist das anders. Das sind die, die sich "ins Abseits gestellt" fühlen.

Und dass im Osten unserer Republik die AfD große Gewinne eingefahren hat, wundert mich nicht.

Die AfD kann in ihr Programm reinschreiben, was sie will - ich persönlich halte übrigens alle Parteiprogramme einfach für "Sprechblasen".

Die AfD-Wähler hatten jetzt eine Chance, die sie genutzt hatten - "Jetzt zeigen wir mal denen da oben, was 'ne Harke ist". :)

wie gesagt: das ist meine persönliche Meinung. Gerne zur Diskussion gestellt.

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Edi
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Edi » Mittwoch 27. September 2017, 20:38

Die Meinung eines bekannten deutschen Historikers:

http://www.kathtube.com/player.php?id=43978

Im übrigen gibt es genug Wähler der AfD, die sich persönlich eben NICHT ins Abseits gestellt fühlen, sondern eher zum Mittelstand gehören, darunter sogar Inhaber mittelständischer oder kleiner Unternehmen. Auch gibt es Wähler, die ehemals und recht lange CDU und auch CSU oder auch die anderen bekannten Parteien, die in den Landtagen oder im Bundestag sitzen, gewählt haben.

Allein die "Eurorettungs"-Politik oder die "Flüchtlings"-Politik hat manche bewogen, die AfD zu wählen. Wer sich noch etliche Jahre zurück erinnern kann, der weiß genau, daß die AfD mit dem Thema "Eurorettung" angefangen hat. Selbst die FDP vertritt beim Thema "Flüchtlinge" und "Eurorettung" eine Position, die derjenigen der AfD mehr oder weniger nahe kommt und die FDP ist nicht bekannt dafür, daß sie rechtsradikale Tendenzen hätte. Ich glaube auch nicht, daß die AfD diese insgesamt hat, vielleicht mal abgesehen von einigen Schreihälsen.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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umusungu
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von umusungu » Mittwoch 27. September 2017, 21:00

Edi hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 20:38
Wer sich noch etliche Jahre zurück erinnern kann, der weiß genau, daß die AfD mit dem Thema "Eurorettung" angefangen hat.
Eurorettung war bei der AfD in den diesjährigen Wahlkämpfen kein Thema mehr. Sie aht wohl eingesehen,d ass sie damit keinen Blumentopf gewinnen kann.

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Edi » Mittwoch 27. September 2017, 21:07

umusungu hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 21:00
Edi hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 20:38
Wer sich noch etliche Jahre zurück erinnern kann, der weiß genau, daß die AfD mit dem Thema "Eurorettung" angefangen hat.
Eurorettung war bei der AfD in den diesjährigen Wahlkämpfen kein Thema mehr. Sie aht wohl eingesehen,d ass sie damit keinen Blumentopf gewinnen kann.
Doch war das ein Thema bei etlichen Vorträgen, wenn es ingesamt gesehen aber eher am Rande blieb. Das Thema wird uns aber weiterhin begleiten, denn es ist lange nicht ausgestanden, sondern nur vertagt. Im übrigen haben wir alle die Folgen jetzt schon zu tragen. Sprich so gut wie keine Zinsen mehr, aber doch Inflation. Alles nicht gut für spätere Renten und vieles andere mehr, mal ganz abgesehen von dem was hier im Forum dazu auch schon lange thematisiert wurde.
Ansonsten sollte man sich mal schlau machen, wenn man schon Worte von Gauland beanstandet wie "jagen". Vielleicht hilft auch googeln. Diese Worte haben andere Politiker längst auch schon einmal gebraucht und kein Mensch hat sich darüber aufgeregt. Wie der Prof. Wolffsohn in dem Video oben gesagt hat, kommt es eben darauf an WER etwas gesagt hat. Den einen wird es verübelt besonders durch die Medien und deren uninformierte Hörer oder Leser bei anderen ist es egal, was sie sagen. Hier wird regelmässig mit zweierlei Maß gemessen.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von umusungu » Mittwoch 27. September 2017, 21:36

Edi hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 21:07
Ansonsten sollte man sich mal schlau machen, wenn man schon Worte von Gauland beanstandet wie "jagen". Vielleicht hilft auch googeln. Diese Worte haben andere Politiker längst auch schon einmal gebraucht und kein Mensch hat sich darüber aufgeregt. Wie der Prof. Wolffsohn in dem Video oben gesagt hat, kommt es eben darauf an WER etwas gesagt hat. Den einen wird es verübelt besonders durch die Medien und deren uninformierte Hörer oder Leser bei anderen ist es egal, was sie sagen. Hier wird regelmässig mit zweierlei Maß gemessen.
Mir kommen schon wieder die Tränen .. Gauland ist armes Opfer.

Ein einzelner Satz ist genehmigt. Doch die Addition von rhetorischen Ausfällen ist nicht tolerierbar!

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Edi » Mittwoch 27. September 2017, 21:53

umusungu hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 21:36
Edi hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 21:07
Ansonsten sollte man sich mal schlau machen, wenn man schon Worte von Gauland beanstandet wie "jagen". Vielleicht hilft auch googeln. Diese Worte haben andere Politiker längst auch schon einmal gebraucht und kein Mensch hat sich darüber aufgeregt. Wie der Prof. Wolffsohn in dem Video oben gesagt hat, kommt es eben darauf an WER etwas gesagt hat. Den einen wird es verübelt besonders durch die Medien und deren uninformierte Hörer oder Leser bei anderen ist es egal, was sie sagen. Hier wird regelmässig mit zweierlei Maß gemessen.
Mir kommen schon wieder die Tränen .. Gauland ist armes Opfer.

Ein einzelner Satz ist genehmigt. Doch die Addition von rhetorischen Ausfällen ist nicht tolerierbar!
Wenn du bei Politikern anderer Parteien deren Worte auch so auf die Goldwaage legen würdest, dann wärst du glaubwürdiger. Zudem: Wer setzt fest, wie oft man provozieren darf als Partei? Du vielleicht?

Begreifst du denn nicht, daß alle und das besonders im Wahlkampf zuspitzen. Auch versuchen die Medien die Vertreter der Parteien, die sie nicht leiden können, reinzulegen und etliche fallen darauf herein und schon hat die Presse wieder eine Schlagzeile. Beispiel Petry wie das hier der "Freischuß"-Tinius immer erwähnt wohl wissend, daß sie das so nicht gemeint hat wie es die Medien berichtet haben. Daher sage ich nach wie vor Lügenpresse. Wer ganz bewusst Dinge verfälscht, der lügt eben. Eigentlich einfach nachzuvollziehen, auch wenn manche lieber Lückenpresse sagen. Lückenpresse stimmt ja auch, aber Lügenpresse eben auch. Medien sind eben auch Unternehmen, die ein eigenes Interesse haben, in erster Linie Auflage, Auflage bei Zeitungen und da kommt alles recht, was diese erhöht.
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von martin v. tours » Mittwoch 27. September 2017, 22:46

man stelle sich so einen Tweet von einem AfD Funktionär vor:
http://www.focus.de/regional/koeln/koel ... 43758.html
Was für eine Geheule in den Medien würde wieder losbrechen.
Aber der Fuzzi darf das, ist schliesslich einer von den "Guten", da nimmt man es nicht so genau.

Oder im Nachbarstrang die Nahles ( ... Ab Morgen gibts in die Fresse...) Stellt euch vor Gauland hätte so etwas gesagt!!!
Umusungu würde hyperventilierten, Tinius den braune Gülle -Wagen wieder vorfahren und die Medien über Nazi-Jargon schwadronieren.
Aber klar, wenn es die Mutter Theresa der Sozis sagt, alles no problem.

Willkommen in Absurdistan.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

Caviteño
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 28. September 2017, 03:44

umusungu hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 21:00
Eurorettung war bei der AfD in den diesjährigen Wahlkämpfen kein Thema mehr. Sie aht wohl eingesehen,d ass sie damit keinen Blumentopf gewinnen kann.
Das war kein Thema, weil die Probleme mit einem viel zu hohen Kreditrahmen bis ins nächste Jahr "vorausschauend" gelöst wurden; der Termin der BTW war ja allgemein bekannt. Ähnliches gilt im übrigen auch für den sog. "Familiennachzug", der bis März 2018 ausgesetzt wurde. Zufälle gibt's....
GR hat seine Kredite bisher noch nicht einmal voll in Anspruch genommen. Die Restbeträge will Macron bereits für "europ. Vorhaben" verwenden - Sparen sieht anders aus.

Warte einmal ab, wenn in wenigen Monaten über die Vorschläge von Macron diskutiert wird. Da wird das Thema "Euro" und seine "Rettung" ganz schnell wieder oben auf der Tagesordnung sein. Spätestens im Frühjahr, wenn in IT gewählt wird. Grillo und seine Partei haben schon angekündigt, auf ein Referendum zum Euro zu verzichten, wenn genügend Geld aus D. kommt. Natürlich haben sie nicht so gesagt, sondern sie deckten das in Worte wie "gemeinsame Anleihen für Infrastruktrurvorhaben der EU" (vulgo: Eurobonds), gemeinensame Arbeitslosenversicherung, Vollendung der Bankenunion (vulgo: gemeinsame Einlagensicherung).

Du solltest eigentlich schon unterscheiden können, ob Themen nicht mehr diskutiert werden, weil sie gelöst sind oder weil man sie unter dem Teppich hält. Bei Thema "Eurorettung" ist das diesmal gelungen, bei Thema "Flüchtlinge" ist der Versuch den Altparteien um die Ohren geflogen. Nach dem TV-Duell der Kanzlerkandidaten gab es für das Thema kein Halten mehr. Die Werte der AfD, die zu dem Zeitpunkt bei 8% gelegen haben, schossen innerhalb von drei Wochen um 60% noch oben - auf fast 13% und die Altparteien mußten fassungslos und ohnmächtig zusehen, wie ihre Strategie in sich zusammenbrach. Sie wußten nicht, was sie entgegnen sollten und diese Sprachlosigkeit hält bis heute an.

Auch das Thema "Eurorettung" wird in Kürze wieder diskutiert werden. Macron wird zwar in den deutschen Medien hochgejubelt, sein Land ist jedoch der kranke Mann:
Frankreich bildet bei fast allen Wirtschaftsindikatoren das Schlusslicht in der Eurozone und in der EU. Dies gilt insbesondere für den überdimensionierten öffentlichen Sektor, der 57 % des BIP absorbiert (in Deutschland 44 %). Einige Kommentatoren halten Frankreich für das letzte sozialistische Land nach Kuba und Nordkorea. Trotz Stabilitätspakt überschreitet das Haushaltsdefizit seit fast 10 Jahren mit über 3 % des BIP den Grenzwert in der Währungsunion und mit einem in der Eurozone fast einmaligen Primärdefizit im Staatshaushalt können die Staatsausgaben ( ohne Zinsendienst) nur durch erneute Verschuldung finanziert werden, im Privatrecht ein Fall für den Insolvenzverwalter. Die Staatsschuld steuert unaufhaltsam auf 100 % des BIP zu, in Deutschland ist sie auf 68 % zurückgegangen.
Merkron ante portas - Quo vadis France?

Eine Arbeitslosigkeit von 10%, bei Jugendlichen von 25%, ein Industrieanteil von 11% (D = 25%) und eine Wettbewerbsfähigkeit im Mittelfeld der Staaten - wie soll ein solches Land ohne grundlegende Reformen wieder auf die Beine kommen?
Die Antwort ist: Der Glaube an die Machbarkeit und Lenkung der Wirtschaft durch den Staat. Da F. keine eigene Währung mehr hat und selbst kein Geld mehr drucken kann, bleiben nur Schulden oder Transferzahlungen. Sind die Schulden zu hoch, steigen die Zinsen - solange niemand bürgt. Wer das ist bzw. von wem die Transferzahlungen kommen sollen, weiß jeder. :D

Gestern abend lief im ZDF ein Bericht über GR - mit erschreckenden Bildern. Nichts hat sich dort geändert. Aber die Lösung können doch nicht noch mehr Kredite oder Transferzahlungen sein. GR muß aus dem Euro, nur so kann es wieder wettbewerbsfähig werden. Aber diese Lösung, die auch Schäuble anstrebte, wurde von Merkel zum Tabu erklärt - auf Druck F..

Glaubst Du noch immer, daß das Problem "Euro" gelöst ist?

Tinius
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Tinius » Donnerstag 28. September 2017, 08:17

umusungu hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 19:26
Raphael hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 16:53
Wer die AfD weiterhin als rechtsradikal, rechtsextrem oder gar als "Nazi-Partei" diffamiert, betreibt Wählerbeschimpfung!
Ich sage weiterhin, dass die AfD rechtsradikal ist. Leider haben das ganz ganz viele Wähler so nicht erkannt - oder aber in Kauf genommen.
Natürlich ist die Partei rechtsradikal. Nur haben die Wähler und Anhänger im Internet oftmals nicht den Mut oder den Hintern in der Hose zu bekennen:

JA....ICH wähle eine rechtsradikale Partei.

Wer Nachhilfestunden in Militärgeschichte (auch des WKI) will und sich gegen Deutsche wehrt, deren Vorfahren nicht komplett seit 1300 in Deutschand wohnten bzw. in Russland, Siebenbürgen, Österreich-Ungarn etc. dem Deutschtum frönten, darf sich dieser Partei ruhig erfreuen.
Aber dann richtig dazu stehen und ehrlich sagen: nee...so einen Boateng will ich nicht, weil nur die Mama Deutsche ist...

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holzi
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von holzi » Donnerstag 28. September 2017, 08:28

Der unvermeidliche Henryk M. Broder, wie immer sehenswert - egal ob man ihn mag oder nicht:
https://www.youtube.com/watch?v=Tnp4vjy45Ac&t=1124s
Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
Adolph Kolping

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 28. September 2017, 09:12

umusungu hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 19:26
Raphael hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 16:53
Wer die AfD weiterhin als rechtsradikal, rechtsextrem oder gar als "Nazi-Partei" diffamiert, betreibt Wählerbeschimpfung!
Ich sage weiterhin, dass die AfD rechtsradikal ist. Leider haben das ganz ganz viele Wähler so nicht erkannt - oder aber in Kauf genommen.
Warum sollte die Zahl der Wähler die Eigenschaft der Partei verändern

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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael » Donnerstag 28. September 2017, 09:14

holzi hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 08:28
Der unvermeidliche Henryk M. Broder, wie immer sehenswert - egal ob man ihn mag oder nicht:
https://www.youtube.com/watch?v=Tnp4vjy45Ac&t=1124s
Auch Roger Köppel sagt Erhellendes: 8)
https://www.youtube.com/watch?v=hyBg4Y5fDvc
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 28. September 2017, 10:41

Petrus hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 20:07
generell möchte ich gern unterscheiden zwischen AfD-Funktionären und AfD-Wählern.

Unter den AfD-Funktionären gibt es, soweit ich sehe, viele Biedermänner. Und auch manche Brandstifter.
Die Frage der Brandstiftung liegt immer im Auge des Betrachters und seiner Einschätzung.

Wenn AfD-Funktionäre der Meinung sind, daß die von Frau Merkel eingeleitete Masseneinwanderung aus dem muslimischen Kulturkreis die Stabilität unseres Gesellschaftswesens gefährdet, sind sie sicherlich nicht allein mit ihrer Meinung und können sich auf viele Wissenschaftler berufen. Denke nur an Samuel Huntington, der in seinem Buch "Kampf der Kulturen" bereits vor zwanzig Jahren auf die "blutigen Ränder des Islams" hingewiesen hat. "Muslime haben Schwierigkeiten, mit ihren Nachbarn in Frieden zu leben" - eine andere Aussage, die er mit zahlreichen Beispielen untermauerte.
Wenn man also dieser Auffassung zuneigt - was ja wohl noch erlaubt ist - wo wird man dann die "Brandstifter" sehen?

Etwas ähnliches gilt doch für den Euro. Er wurde als Friedens- und Einigungsprojekt Europas angepriesen. Nach knapp zwanzig Jahren ist genau das Gegenteil eingetreten. Noch nie waren sich die europ. Staaten untereinander so zerstritten, wie im Augenblick. Die Kanzlerin hat es fertig gebracht, Europa zu spalten: Bzgl. des Euros in Nord und Süd, bzgl. der Migration in West und Ost. Ihre Grenzöffnung dürfte der Brexit-Bewegung die fehlenden Prozentpunkte gebracht haben, um eine Mehrheit zu erreichen.

Wo sitzen denn jetzt die "Brandstifter" beim gesellschaftlichen Frieden und bei der Idee von "Europa"? Sind die AfD-Funktionäre bei dieser Art der Betrachtung nicht vielleicht diejenigen, die laut "Feuer, Feuer" rufen?! Sorry, aber der Ausdruck "Brandstifter" wird doch nur genutzt, um von den Schäden der bisherigen Politik abzulenken.
Petrus hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 20:07
Bei vielen AfD-Wählern - meine Meinung - ist das anders. Das sind die, die sich "ins Abseits gestellt" fühlen.
Auch wieder so ein Ausdruck, der gerne von der politischen "Elite" und den Medien genutzt wird, ohne irgendeine Aussagekraft zu haben.

Was soll das denn konkret bedeuten?
Inzwischen hat man sich ja wohl von der Vorstellung verabschiedet, daß es sich bei den AfD-Wählern um "looser", "sozial Benachteiligte" oder "Menschen mit geringer Bildung" handelt. Das wurde von allen Untersuchungen widerlegt.

AfD-Wähler sind ein Querschnitt durch die Bevölkerung. Was haben der Arbeitslose im Ruhrgebiet und der gesuchte Facharbeiter im B.-W. gemein, daß sie sich "ins Abseits gestellt" fühlen müssen? :achselzuck: Warum hat die AfD - worauf taddeo hinwies - in den katholischen Gegenden Bayerns zweistellige Ergebnisse eingefahren, im katholischen Münsterland aber nicht und tlw. noch nicht einmal 5% erreicht? Warum sind die Ergebnisse der AfD im wirtschaftlich leistungsfähigen Sachsen höher als in den abgehängten Gebieten M.-P.?

Wenn man überhaupt eine Tendenz erkennen kann, dann die: Der Osten und der Süden weisen hohe Zustimmungsraten aus - besonders dort, wo die Wirtschaft gut läuft. Warum sollten sich diese Menschen "ins Abseits gestellt" fühlen?
Petrus hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 20:07
Die AfD-Wähler hatten jetzt eine Chance, die sie genutzt hatten - "Jetzt zeigen wir mal denen da oben, was 'ne Harke ist". :)
Das Ergebnis hat mE nur eingeschränkt etwas mit Protestwahl zu tun. Was sollten Menschen wählen, die - aus guten Gründen - weder mit der Euro"rettungs"politik noch mit der Migrationspolitik der Kanzlerin einverstanden sind und die jetzt befürchten, daß sie nach der "Energiewende" eine "Mobilitätswende" überstürzt ausruft? Da gab es keine Möglichkeiten - in diesen Fragen herrschte im BT eine Allparteienkoalition.
Wer der FDP nicht traute (Umfallerpartei!), konnte nur die AfD wählen. Hier konnte er sicher sein, daß sie -mangels Regierungsbeteiligung- solche Vorhaben nicht unterstützen würde.

Solange keine der Altparteien die Forderungen der AfD aufnimmt, wird die Partei weiter existieren und vermutlich zulegen. Denn die Probleme der Migration und des Euros werden nicht verschwinden, nur weil man diejenigen, die sie benennen als "Brandstifter" und die Wähler als "ins Abseits gestellte" (Deppen) ansieht. Auf Dauer könnte die Zahl der Wähler noch erheblich zulegen, wenn -wie hier im Forum tlw. gut zu beobachten - man sich durch Begriffe wie "Antifaschisten" oder "Demokraten" abzugrenzen versucht, aber keine Lösung anzubieten hat.

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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael » Donnerstag 28. September 2017, 11:01

Die Methode der AfD-Gegner ist altbekannt und sehr einfach zu durchschauen:
Der Bote einer schlechten (unangenehmen) Botschaft wird "gekillt", damit man die Botschaft nicht mehr überbracht bekommt. Als probates Tötungsmittel hat sich seit der APO-Zeit der späten 60-Jahre des vorigen Jahrhunderts die Nazi-Keule erwiesen. Während in der APO-Zeit das Mittel jedoch nur von den Linken angewendet wurden, die damit ihre moralische Überlegenheit nachweisen wollten, greifen nun auch Andere zu diesem Totschläger, weil sie ebenfalls ihre moralische Überlegenheit nachweisen wollten.

Das "Ende vom Lied" ist dann in aller Regel gewesen, daß der Bote der schlechten Nachricht mundtot gemacht wurde. Er kam in der gesellschaftlichen Debatte einfach nicht mehr vor
(Schweigespirale). :doktor:
Und was in der gesellschaftlichen Debatte nicht vorkommt, das gibt es auch nicht: :roll:
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 28. September 2017, 11:18

Jetzt scheint sich eine neue Lösung anzubahnen, die nicht mehr den abgenutzten und inzwischen wirkungslosen "Nazi-Vorwurf" benutzt. Der Direktor für Medien und Kommunikation des Erzbistums Köln, Dr. Ansgar Mayer, twitterte die Lösung für das Problem "Sachsen":
Tschechien, wie wär's: Wir nehmen Euren Atommüll, Ihr nehmt Sachsen?“
http://www.focus.de/politik/deutschland ... 42419.html

Das Erzbistum distanzierte sich sofort und sprach von einer privaten Meinungsäußerung. Das dürfte wohl auch für den offenen Brief von Dr. Ansgar Mayer gelten, den er nach den Wahlerfolgen der AfD bei den Landtagswahlen verfaßte:

„Hallo, AfD-Landtagskandidat“ – Ein offener Brief

Michael Klonovsky beschäftigt sich mit diesem Brief hier:

https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna - 28. Sept. 2017

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Peti
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Peti » Donnerstag 28. September 2017, 11:39

"Eine Alternative für Konservative ? "

" Denn die Hoffnung, der Schutz von Ehe und Familie, des Lebens und anderer Menschenrechte
sei bei der AfD gut oder auch nur besser aufgehoben als bei den Unionsparteien,
ist – nach Lage der Dinge – in etwa so realistisch, wie die kleinbürgerliche Utopie,
wenn jeder für sich selbst sorge, sei am Ende allen geholfen.
Die Wirklichkeit ist jeweils eine andere.
http://www.die-tagespost.de/politik/Lei ... 315,182004
Außerdem:
Mit den 94 neu ins Parlament gewählten AfD-Abgeordneten steigt der Anteil
der konfessionslosen Abgeordneten gewaltig.
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... e-christen
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 28. September 2017, 14:13

Peti hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 11:39
"Eine Alternative für Konservative ? "

" Denn die Hoffnung, der Schutz von Ehe und Familie, des Lebens und anderer Menschenrechte
sei bei der AfD gut oder auch nur besser aufgehoben als bei den Unionsparteien,
ist – nach Lage der Dinge – in etwa so realistisch, wie die kleinbürgerliche Utopie,
wenn jeder für sich selbst sorge, sei am Ende allen geholfen.
Die Wirklichkeit ist jeweils eine andere.
http://www.die-tagespost.de/politik/Lei ... 315,182004
Außerdem:
Mit den 94 neu ins Parlament gewählten AfD-Abgeordneten steigt der Anteil
der konfessionslosen Abgeordneten gewaltig.
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... e-christen
Wie sagte Frau Weidel so schön die AfD ist die letzte Schutzmacht für LGBT Menschen
https://kurier.at/politik/ausland/spitz ... 87.371.961
wie man das mit "konservativen" Werten wie sie z.b. die unsägliche Frau von Storch vertritt unter einen Hut kriegen soll bleibt mir verborgen

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael » Donnerstag 28. September 2017, 14:25

Peti hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 11:39
Außerdem:
Mit den 94 neu ins Parlament gewählten AfD-Abgeordneten steigt der Anteil
der konfessionslosen Abgeordneten gewaltig.
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... e-christen
Diese Aussage ist mindestens tendenziös, wenn nicht sogar schlichtweg falsch! :daumen-runter:

Von den 94 AfD-Abgeordneten haben 70 keine Angabe zu ihrer Konfessionangehörigkeit gemacht. Vom Einzug der AfD in den Bundestag auf einen Anstieg der konfessionslosen Abgeordneten zu schließen ist daher mehr als gewagt .................

Darüber hinaus sei auf diesen Beitrag verwiesen: Tolle lege!
Von 9 überregional bekannten Politikern der AfD (Petry und Pretzell herausgerechnet! :doktor: ) bekennen sich 7 zur christlichen Religion und bei 2 ist mir die Konfessionsgehörigkeit nicht bekannt, sie kann jedoch durchaus vorhanden sein.
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von ar26 » Donnerstag 28. September 2017, 14:39

CIC_Fan hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 14:13
Peti hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 11:39
"Eine Alternative für Konservative ? "

" Denn die Hoffnung, der Schutz von Ehe und Familie, des Lebens und anderer Menschenrechte
sei bei der AfD gut oder auch nur besser aufgehoben als bei den Unionsparteien,
ist – nach Lage der Dinge – in etwa so realistisch, wie die kleinbürgerliche Utopie,
wenn jeder für sich selbst sorge, sei am Ende allen geholfen.
Die Wirklichkeit ist jeweils eine andere.
http://www.die-tagespost.de/politik/Lei ... 315,182004
Außerdem:
Mit den 94 neu ins Parlament gewählten AfD-Abgeordneten steigt der Anteil
der konfessionslosen Abgeordneten gewaltig.
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... e-christen
Wie sagte Frau Weidel so schön die AfD ist die letzte Schutzmacht für LGBT Menschen
https://kurier.at/politik/ausland/spitz ... 87.371.961
wie man das mit "konservativen" Werten wie sie z.b. die unsägliche Frau von Storch vertritt unter einen Hut kriegen soll bleibt mir verborgen
Dazu hatte sich der Staatssekretär Spahn schonmal geäußert. Es seien nicht traditionelle Katholiken, die ihn anpöbelten, wenn er mit seinem Partner durch Berlin laufe, sondern andere. Im übrigen hatte sich auch Seidel gegen die Ehe für alle ausgesprochen, da sie dem GG widerspricht.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von ar26 » Donnerstag 28. September 2017, 14:39

Weidel
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 28. September 2017, 14:52

warum ruft eigentlich niemand das BVG an um zu klären ob die Ehe für alle dem GG wiederspricht ich erinnere mich unmittelbar nach dem Votum des Bundestages an die Äußerung eines Mitglieds der CDU CSU Fraktion daß man die notwendigen Abg zur Überprüfung in Karlsruhe problemlos bekommen wird ?

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