Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

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Petrus
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Petrus » Montag 18. September 2017, 19:28

Pilgerer hat geschrieben:
Montag 18. September 2017, 16:06

Durch den Geschichtsbruch sind die Deutschen zu vaterlosen Gesellen geworden, und das nimmt ihnen bis heute ihre Selbstachtung.
ich spreche halt mal nur von mir ...

1) ich bin Deutscher.
2) ich bin kein vaterlandsloser Geselle.
3) ich habe Selbstachtung.

Peter.

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umusungu
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von umusungu » Montag 18. September 2017, 19:42

600.000 Besucher auf der Wiesn, aber........

https://scontent.ftxl1-1.fna.fbcdn.net/ ... e=5A405D4B

sagt man dazu "Lügenpresse"?

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Petrus
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Petrus » Montag 18. September 2017, 20:31

umusungu hat geschrieben:
Montag 18. September 2017, 19:42
600.000 Besucher auf der Wiesn, aber........

https://scontent.ftxl1-1.fna.fbcdn.net/ ... e=5A405D4B

sagt man dazu "Lügenpresse"?
nö. Das ist einfach ein "Geheimtipp", so ähnlich schaut das dort auch aus, bei unserem "Standard-Wiesnbesuch".

Also: wir machen das so.

Am ersten Wiesnsonntag früh(!) aufstehen, dann geht das noch mit der U-Bahn (Haltestelle:Theresienwiese). Dann kleiner Bummel, erst mal eine Lachssemmel zur Erstversorgung (für mich), dann weiterbummeln. Als nächstes für jeden von uns eine Ochsensemmel auf die Hand (Ochsenbraterei), dann bißchen schauen, was es so an neuen Fahrgeschäften gibt, zum Abschluß noch frischgebrannte Mandeln für den Heimweg (Bus). U-Bahn ist dann nicht mehr empfehlenswert. Zuhause dann lecker zu Mittag essen.

"Vom Ernst des Lebens
halb verschont,
ist der schon,
der in München wohnt."

(c) by Eugen Roth.

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño » Montag 18. September 2017, 21:01

Auch ein Grund, warum die AfD von den Altparteien so bekämpft wird:

Sie hat Anspruch auf eine Vertretung in vielen Ausschüssen von Gremien, die meist kaum bekannt, aber einflußreich sind.

Durchmarsch der AfD
Das Spektrum reicht von Rundfunkräten bis zur Parlamentarischen Versammlung des Europarats, vom Verwaltungsrat der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bis zu den Entwicklungshelfern von der staatlichen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Der Beirat der Behörde für die Stasi-Unterlagen zählt ebenso dazu wie das Kuratorium der Vertriebenenstiftung oder der Stiftungsrat des Deutschen Historischen Museums. Zu beschicken sind auch die Parlamentarischen Versammlungen internationaler Organisationen von Europarat bis Nato, wo schon längst die Kollegen vom französischen Front National oder der niederländischen Wilders-Partei vertreten sind.
Aber man behauptet lernfähig zu sein - eine Lex AfD, wie bei der Wahl des Alterspräsidenten soll es nicht wieder geben. Mal sehen, welche Taschenspielertricks sich die Damen und Herren Parlamentarier noch einfallen lassen, falls es zu einer GroKo kommt und die AfD stärkste Oppositionspartei wird.
Der Artikel deutet bereits an, daß man - allen Beteuerungen zum Trotz - doch wieder neue Regeln bei wichtigen Posten einführen will:
Im Parlament selbst wird es um den Vorsitz in den Ausschüssen gehen, vor allem im wichtigen Haushaltsausschuss, der traditionell von der größten Oppositionsfraktion geführt wird. Sollte es wieder eine große Koalition geben und die AfD auf den dritten Platz kommen, sind die übrigen Parteien allerdings entschlossen, von dieser Regel abzuweichen. Auch dass es einen Vizepräsidenten von der AfD geben wird, ist kein Automatismus. Die Grünen mussten bis 1994 darauf warten, dass die Union ihnen einen Platz abtrat, und Kandidaten der Linken fielen am Anfang mehrfach durch.
Da redet die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen (schaffen die es in den Bundestag?)davon, daß der Bundestag ein "ein souveränes und selbstbewusstes Parlament mit klaren Regeln" sei. :D :D :D
Warten wir einmal ab, ob auch die Redefolge bei der Haushaltsdebatte (erste Antwort durch die größte Oppositionspartei) im Falle einer GroKo geändert wird.

Zum Schluß noch eine Frage:
Wer wird eigentlich Bundestagsvizepräsident, wenn die AfD wider Erwarten und allen Vorhersagen, stärker wird als die SPD? :breitgrins:

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Petrus
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Petrus » Montag 18. September 2017, 21:31

Caviteño hat geschrieben:
Montag 18. September 2017, 21:01

Wer wird eigentlich Bundestagsvizepräsident, wenn die AfD wider Erwarten und allen Vorhersagen, stärker wird als die SPD? :breitgrins:
nun,
derzeit gibt es sechs Stellvertreter des Bundestagspräsidenten.

Schau'n wir mal,
nach der Wahl ...

worauf sich dann der Deutsche Bundestag verständigt.

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Montag 18. September 2017, 21:43

Stimmt, das kungeln die Fraktionen untereinander aus. Dabei haben die Regierungsparteien auch immer Einfluß darauf genommen, welchen Oppositionspolitiker sie denn mitzuwählen geruhten.

Caviteño
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño » Montag 18. September 2017, 22:37

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Montag 18. September 2017, 21:43
Stimmt, das kungeln die Fraktionen untereinander aus. Dabei haben die Regierungsparteien auch immer Einfluß darauf genommen, welchen Oppositionspolitiker sie denn mitzuwählen geruhten.
Glaubst Du etwa, daß man die AfD da "mitkungeln" läßt? :D
Es zeichnet sich doch die Tendenz ab, daß man sie überhaupt nicht dabei haben will und ihr nach Möglichkeit Knüppel zwischen die Beine wirft. Denken wir nur an die Änderung des Begriffs "Alterspräsident".

Man kann es aber auch positiv sehen: Angst, daß im Bundestag Positionen vertreten werden, die mit der großen und alternativlosen Allparteienlinie bei Europa-, Euro- und Migrationsfragen vollkommen konträr sind. Natürlich können dann "Hilfs"pakete nicht mehr so einfach durchgewunken werden und auch die offene Grenze von Merkel wäre mal im Parlament diskutiert worden.

Das muß dann - aufgrund der Mehrheit - zwar nicht immer neu ausgehandelt werden. Gleichwohl wird es bunter und anstrengender - aber ich freu mich drauf. :breitgrins:

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Sempre » Dienstag 19. September 2017, 02:27

Rommel hat sich von den braunen Sozis nicht distanziert, wie das heute verlangt wird, und er war kein schwuler Krueppel, womit sich heutzutage punkten laesst. Die Zeiten sind einfach nicht vergleichbar.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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umusungu
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von umusungu » Dienstag 19. September 2017, 08:01


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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael » Dienstag 19. September 2017, 08:57

Caviteño hat geschrieben:
Montag 18. September 2017, 22:37
Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Montag 18. September 2017, 21:43
Stimmt, das kungeln die Fraktionen untereinander aus. Dabei haben die Regierungsparteien auch immer Einfluß darauf genommen, welchen Oppositionspolitiker sie denn mitzuwählen geruhten.
Glaubst Du etwa, daß man die AfD da "mitkungeln" läßt? :D
Es zeichnet sich doch die Tendenz ab, daß man sie überhaupt nicht dabei haben will und ihr nach Möglichkeit Knüppel zwischen die Beine wirft. Denken wir nur an die Änderung des Begriffs "Alterspräsident".

Man kann es aber auch positiv sehen: Angst, daß im Bundestag Positionen vertreten werden, die mit der großen und alternativlosen Allparteienlinie bei Europa-, Euro- und Migrationsfragen vollkommen konträr sind. Natürlich können dann "Hilfs"pakete nicht mehr so einfach durchgewunken werden und auch die offene Grenze von Merkel wäre mal im Parlament diskutiert worden.

Das muß dann - aufgrund der Mehrheit - zwar nicht immer neu ausgehandelt werden. Gleichwohl wird es bunter und anstrengender - aber ich freu mich drauf. :breitgrins:
Es wird auf jeden Fall für die Kartellparteien "anstrengender"! :pfeif:

Schon alleine aus folgendem Grund:
Ein Untersuchungsausschuß gegen Merkel?
FDP-Chef Christian Lindner fordert parlamentarische Aufklärung über die Flüchtlingspolitik 2015 und polemisiert gegen die Union: de Maizière stehe "für den zivilisatorischen Rückschritt"
...........
(Quelle)
und
AfD will im Bundestag "als erstes" Untersuchungsausschuss zu Flüchtlingspolitik beantragen
Die AfD will nach ihrem Einzug in den Bundestag "als erstes" die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beantragen. Spitzenkandidat Alexander Gauland sagte am Montag in Berlin, es sei "dringend notwendig", im Bundestag die politischen Hintergründe zur Flüchtlingskrise aufzuarbeiten, um dann "zu einem klaren juristischen Ergebnis zu kommen". Gauland fügte hinzu: "Dazu wollen wir ja in den Bundestag."
............
(Quelle)

Da bilden sich schon die ersten Allianzen! :pfeif:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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umusungu
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von umusungu » Dienstag 19. September 2017, 11:27


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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Dienstag 19. September 2017, 12:07

Eine Allianz mit der AfD traue ich Lindner nun nicht zu. Einen Untersuchungsausschuß zur Vergangenheit wird er sich allerdings abhandeln lassen, wenn er für die Zukunft was kriegt.

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño » Dienstag 19. September 2017, 15:04

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Dienstag 19. September 2017, 12:07
Eine Allianz mit der AfD traue ich Lindner nun nicht zu. Einen Untersuchungsausschuß zur Vergangenheit wird er sich allerdings abhandeln lassen, wenn er für die Zukunft was kriegt.
Das sehe ich ähnlich. Sollte es eine Jamaika-Regierung geben, kann Lindner schlecht gegen die Kanzlerin einen U-Ausschuß beantragen. Auch sonst könnte der U-Ausschuß an den notwendigen Mehrheiten scheitern:
Art. 44 Abs. 1 GG hat geschrieben: Der Bundestag hat das Recht und auf Antrag eines Viertels seiner Mitglieder die Pflicht, einen Untersuchungsausschuß einzusetzen, der in öffentlicher Verhandlung die erforderlichen Beweise erhebt.
https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_44.html

Ich halte es für unwahrscheinlich, daß die anderen Fraktionen zustimmen werden. Niemand der Allparteien-Koalition bei der Grenzöffnung hat Interesse, daß die Hintergründe der kopflosen Merkel-Entscheidung ans Licht kommen. Ob es für ein Viertel der Stimmen reicht (selbst bei FDP und AfD zusammen), ist auch nicht sicher - selbst wenn die FDP einen entsprechenden AfD-Antrag unterstützen sollte (oder umgekehrt).

Insofern halte ich das für Wahlkampfgetöse, dem man keine Aufmerksamkeit schenken muß.

Pilgerer
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Pilgerer » Dienstag 19. September 2017, 15:16

Petrus hat geschrieben:
Montag 18. September 2017, 19:28
ich spreche halt mal nur von mir ...

1) ich bin Deutscher.
2) ich bin kein vaterlandsloser Geselle.
3) ich habe Selbstachtung.
Das ist gut. Ich meinte eigentlich die Vaterlosigkeit (nicht Vaterlandslosigkeit), also dass sich viele schwer damit tun, mit den Vätern und der nationalen Geschichte zu identifizieren. Erst wenn ich die deutsche Geschichte als meine Geschichte annehme, kann ich daraus etwas gewinnen. Dazu gehört auch, aus den Fehlern der Väter (und Mütter) positiv (= im Sinn von "du sollst ..." statt "du sollst nicht ...") zu lernen. Dabei geht es z.B. um den Umgang mit Andersdenkenden, Andersgläubigen sowie um Neid. Denn der Hass auf den, der anders ist und den, der erfolgreich ist, machte zusammen den deutschen Antisemitismus erst groß. Und dieser Hass ist auch heute noch in Deutschland verbreitet, vielleicht weniger gegen Juden, aber doch gegen alle, die in irgendwas überdurchschnittlich erfolgreich sind und gleichzeitig irgendwie "anders" sind.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Dienstag 19. September 2017, 16:13

Ich finde es überhaupt nicht schwierig, mich mit Vater, Mutter und Großeltern in nationaler Geschichte zu identifizieren. Aber daraus folgt weder ein "du sollst" noch ein "du sollst nicht" sondern Empathie. Ich lerne statt dessen etwas über den beschränkten Rahmen, in dem sich die menschliche Freiheit und Verantwortung verwirklicht.

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umusungu
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von umusungu » Dienstag 19. September 2017, 16:34

Ich bin stolz auf meinen Großvater, in dessen Bäckerei kein Schild "Juden werden hhier nicht bedient" aufgehängt wurde ...
bei dem französische Kriegsgefangene mit am Tisch essen durften ...
der am 21. Juli 1944 für mehrere Tage verhaftet wurde......

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Pilgerer » Dienstag 19. September 2017, 16:36

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Dienstag 19. September 2017, 16:13
Ich finde es überhaupt nicht schwierig, mich mit Vater, Mutter und Großeltern in nationaler Geschichte zu identifizieren.
Wir sehen aber, dass sich die Deutschen schwer tun, die Geschichte des Kaiserreichs als die eigene Geschichte ganz unbeschwert und wohlwollend anzunehmen. Es wird vielmehr als Prolog zum Nazi-Reich gesehen, wie alles, was vor 1933 geschah. Manche tun so, als wäre die deutsche Geschichte eine zwangsläufige Entwicklung gewesen, die zu Hitlers Reich führte. Dabei hätte mit ein paar kleinen Zufällen es auch ganz anders kommen können. Dann würden wir heute viel besser über die Kaiserzeit oder andere Phasen der Geschichte denken.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Tinius » Dienstag 19. September 2017, 16:47

Pilgerer hat geschrieben:
Dienstag 19. September 2017, 16:36

Wir sehen aber, dass sich die Deutschen schwer tun, die Geschichte des Kaiserreichs als die eigene Geschichte ganz unbeschwert und wohlwollend anzunehmen.
Kaiserreich wohlwollend "annehmen"?

Naja....andere imperialistische Staaten waren auch nicht besser, aber "WIR" waren zudem noch mit einer Karikatur eines "Kaisers" gesegnet, dem ab 1914 der kaiserliche Popo ganz schön auf Grundeins ging.

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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael » Dienstag 19. September 2017, 16:50

Pilgerer hat geschrieben:
Dienstag 19. September 2017, 16:36
Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Dienstag 19. September 2017, 16:13
Ich finde es überhaupt nicht schwierig, mich mit Vater, Mutter und Großeltern in nationaler Geschichte zu identifizieren.
Wir sehen aber, dass sich die Deutschen schwer tun, die Geschichte des Kaiserreichs als die eigene Geschichte ganz unbeschwert und wohlwollend anzunehmen. Es wird vielmehr als Prolog zum Nazi-Reich gesehen, wie alles, was vor 1933 geschah. Manche tun so, als wäre die deutsche Geschichte eine zwangsläufige Entwicklung gewesen, die zu Hitlers Reich führte. Dabei hätte mit ein paar kleinen Zufällen es auch ganz anders kommen können. Dann würden wir heute viel besser über die Kaiserzeit oder andere Phasen der Geschichte denken.
Das Deutsche Kaiserreich war doch viel zu protestantisch! :pfeif:
Da ist mir das HRRDN deutlich lieber! 8)
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Dienstag 19. September 2017, 17:28

Das deutsche Kaiserreich war nicht nur protestantisch und dabei, wie man im Münsterland und Rheinland noch weiß, jedenfalls, wenn man eine Familiengeschichte hat, nur bedingt tolerant, es war außerdem auch autoritär und ließ weder Armen noch Frauen so viele Chancen zu Bildung und Entwicklung, wie wir sie heute haben. Das Wissen um die nationale Geschichte des eigenen Volkes muß ja gerade unter der Berücksichtigung der eigenen Herkunft nicht zur bedingungsloser Liebe führen. Ich denke, die braucht man auch für das Selbstbewußtsein auch als Deutsche nicht. Für die letzten 70 Jahre und die Möglichkeiten, die sie so vielen geboten hat, bin ich dankbar, denen, die sich davor durchkämpfen mußten und für vieles Grundlagen gelegt haben, gedenke ich mit Respekt, manchen, die ich noch kennengelernt habe, mit LIebe.

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño » Dienstag 19. September 2017, 19:01

umusungu hat geschrieben:
Montag 18. September 2017, 19:42
600.000 Besucher auf der Wiesn, aber........

https://scontent.ftxl1-1.fna.fbcdn.net/ ... e=5A405D4B

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Nach nur vier Tagen Oktoberfest: Wiesn-Schausteller klagen über Besucher-Flaute

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Pilgerer » Mittwoch 20. September 2017, 08:36

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Dienstag 19. September 2017, 17:28
Das deutsche Kaiserreich war nicht nur protestantisch und dabei, wie man im Münsterland und Rheinland noch weiß, jedenfalls, wenn man eine Familiengeschichte hat, nur bedingt tolerant, es war außerdem auch autoritär und ließ weder Armen noch Frauen so viele Chancen zu Bildung und Entwicklung, wie wir sie heute haben. Das Wissen um die nationale Geschichte des eigenen Volkes muß ja gerade unter der Berücksichtigung der eigenen Herkunft nicht zur bedingungsloser Liebe führen.
Trotz einiger Schwächen ist das Kaiserreich Teil unserer Geschichte und die historische Erfahrung Deutschlands prägt die deutsche Identität mit. Es gehört zum Wesen einer Nation, eine bestimmte Vergangenheit, Geschichte zu haben, die uns bis heute prägt und auf deren historisch gewachsenen Fundamenten wir stehen.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Mittwoch 20. September 2017, 09:02

Sicher, ohne Preußen hätte es die Industrialisierung des Ruhrgebiets so nicht gegeben, beispielsweise.

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von umusungu » Mittwoch 20. September 2017, 09:07

AfD-Weidel bucht inkognito ein Bodensee-Schiff für eine Wahlkampftour - anschließend spendet der Reeder die Einnahmen an die Überlinger Flüchtlingshilfe. Tolle Geste!!!!

https://www.suedkurier.de/region/bodens ... 1505758894

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 20. September 2017, 09:18

umusungu hat geschrieben:
Mittwoch 20. September 2017, 09:07
AfD-Weidel bucht inkognito ein Bodensee-Schiff für eine Wahlkampftour - anschließend spendet der Reeder die Einnahmen an die Überlinger Flüchtlingshilfe. Tolle Geste!!!!

https://www.suedkurier.de/region/bodens ... 1505758894
Klar, der hatte Zeitung gelesen:

Farbattacke auf Gastwirt nach AfD-Veranstaltung
oder
„Wir haben die Schnauze voll“: Attacken nach AfD-Veranstaltung – Wirt aus Schleswig-Holstein schließt Lokal
oder
AfD-Stammtische - Wieder muß ein Gastwirt nach linksextremen Attacken schließen in Duisburg im Juni 2017

Caviteño
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 20. September 2017, 10:53

Was die AfD nach ihrem -mutmaßlichem- Einzug ins Parlament erwartet, wird in diesem Artikel thematisiert:

AfD im Bundestag - Gegen den Strom

Neben Kindereien - neben den Pösen von rechts will niemand sitzen - werden auch schon andere Schwierigkeiten deutlich.
Die fangen schon damit an, daß die Bundestagsverwaltung laut Presseberichten für die Fraktionsvorbereitungsgruppe der AfD bisher nicht erreichbar ist. Hilfe hat die neue Fraktion daher nicht zu erwarten.
Dabei ist ihre schnelle Konstituierung so wichtig, da die Fraktion eine rechtsfähige Körperschaft darstellt, die Verträge schließen und Mitarbeiter einstellen kann. Es wird davon ausgegangen, daß die neue AfD-Fraktion sowie deren Abgeordnete rund 300 Mitarbeiter einstellen können. Angesichts einer weitgehend mit SPD-Parteigängern besetzten Bundestagsverwaltung dürfte es sachliche Unterstützung nur auf Sparflamme geben.
Die ausscheidenden - besser: abgewählten - Abgeordneten wollen ihre Büros erst in letzter Minute räumen, um den Arbeitsbeginn für die AfD-Fraktion zu verzögern.

Das alles erinnert mehr an Kindergarten als an "ein selbstbewußtes Parlament", als das der Bundestag sich selbst gern sieht. Wie weit es mit dem "Selbstbewußtsein" ist, konnte man unter Merkel gut beobachten. Jetzt versucht man mit verdeckten Fouls zu agieren, statt die "Rechtspopulisten zu stellen" - wie man es angekündigt hat. Kann sich die Allparteien-Koalition gegen die AfD nicht mit Argumenten wehren? :hmm: Wahrscheinlich nicht, sonst würde man sich darauf freuen, die AfD im Bundestag "bloß zu stellen" und zu "entlarven" - wie es immer so schön heißt. :D

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 20. September 2017, 11:14

Man wird mit der AfD so umgehen wie mit der früheren PDS das funktionierte ganz gut
das die Bundestagsverwaltung niemand erreicht mit dem man offene Fragen besprechen kann zeigt was das für eine Chaostruppe ist
Erste Fraktion Krise vor Weihnachten würde ich sagen und erste Spaltung spätestens im Mai

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Tinius » Mittwoch 20. September 2017, 11:59

umusungu hat geschrieben:
Mittwoch 20. September 2017, 09:07
AfD-Weidel bucht inkognito ein Bodensee-Schiff für eine Wahlkampftour - anschließend spendet der Reeder die Einnahmen an die Überlinger Flüchtlingshilfe. Tolle Geste!!!!

https://www.suedkurier.de/region/bodens ... 1505758894
Würde die Dame in einem Fernsehstudio auf ihr jämmerliches Verhalten angesprochen...ja...man ahnt schon, was dann passieren würde. :achselzuck: :achselzuck:

Rein juristisch gesehen hätten die "heldenhaften" Schiffsbetreiber die Gesellschaft wieder von Bord gehen lassen können ohne abzulegen. Denn eine Täuschung dieser Art hätte ein Ende ohne Schifffahrt verdient gehabt.

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Petrus » Mittwoch 20. September 2017, 12:07

Pilgerer hat geschrieben:
Dienstag 19. September 2017, 15:16
Petrus hat geschrieben:
Montag 18. September 2017, 19:28
ich spreche halt mal nur von mir ...

1) ich bin Deutscher.
2) ich bin kein vaterlandsloser Geselle.
3) ich habe Selbstachtung.
Das ist gut. Ich meinte eigentlich die Vaterlosigkeit (nicht Vaterlandslosigkeit), also dass sich viele schwer damit tun, mit den Vätern und der nationalen Geschichte zu identifizieren. Erst wenn ich die deutsche Geschichte als meine Geschichte annehme, kann ich daraus etwas gewinnen. Dazu gehört auch, aus den Fehlern der Väter (und Mütter) positiv (= im Sinn von "du sollst ..." statt "du sollst nicht ...") zu lernen. Dabei geht es z.B. um den Umgang mit Andersdenkenden, Andersgläubigen sowie um Neid. Denn der Hass auf den, der anders ist und den, der erfolgreich ist, machte zusammen den deutschen Antisemitismus erst groß. Und dieser Hass ist auch heute noch in Deutschland verbreitet, vielleicht weniger gegen Juden, aber doch gegen alle, die in irgendwas überdurchschnittlich erfolgreich sind und gleichzeitig irgendwie "anders" sind.
hallo Pilgerer,

als ich Deine Antwort gelesen hatte, mußte ich über mich selbst lachen. Du hast geschrieben "vaterloser Geselle", und ich hatte daraus gemacht "vaterlandsloser Geselle". @Petrus: - das nächste Mal bitte genauer lesen, bevor Du antwortest!

also.



Also, ich spreche mal jetzt persönlich.

Mit meinem Vater identifizieren, brauchte ich nicht. Aber: ich habe Familienforschung (sehr empfehlenswert) gemacht. Weniges konnte ich mündlich klären, mit meinem Vater, manches schon.

Mein Vater (evang.-luth. und pietistisch sozialisiert, der zweitälteste Sohn meines Großvaters - des Gemeinschaftspredigers - hatte sich von mir "losgesagt", als ich konvertiert habe von der evang.-luth. Konfession zur röm.-kath. Konfession. ist schon länger her. weil "es mir halt da besser taugt". bis heute.

nuja -

dann (November 1999) hat mich mein Vater angerufen, ich sollte ihn ins Krankenkaus bringen. hab ich dann gemacht. Gewacht. Die ganze Nacht. nuja - auf fränkisch: "Das gehört sich ja so."

Peter.

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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 20. September 2017, 13:47

CIC_Fan hat geschrieben:
Mittwoch 20. September 2017, 11:14
Man wird mit der AfD so umgehen wie mit der früheren PDS das funktionierte ganz gut
das die Bundestagsverwaltung niemand erreicht mit dem man offene Fragen besprechen kann zeigt was das für eine Chaostruppe ist
Erste Fraktion Krise vor Weihnachten würde ich sagen und erste Spaltung spätestens im Mai
Was soll das denn?
Lies doch den verlinkten Artikel vernünftig, bevor Du schreibst. Dort steht:
daß die Bundestagsverwaltung laut Presseberichten für die Fraktionsvorbereitungsgruppe der AfD bisher nicht erreichbar ist.
Wer ist für wen nicht erreichbar und wer wäre dann - um in Deinem Jargon zu bleiben - die "Chaostruppe"?

Aber was anderes als "Hau drauf" kannst Du Dir wohl nicht vorstellen. Armselig.

Zu Deinen Vorhersagen: Was ist denn eigentlich aus Deinen Vorhersagen zur Korrektur des Brexits bzw. zu Trump geworden?

Caviteño
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 20. September 2017, 14:03

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Dienstag 19. September 2017, 17:28
ließ weder Armen noch Frauen so viele Chancen zu Bildung und Entwicklung, wie wir sie heute haben.
Sorry, aber Du kannst doch nicht ernsthaft die staatsrechtlichen Grundlagen von vor 100 Jahren mit den heutigen vergleichen.

Die Schweiz hat z.B. das Frauenwahlrecht erst endgültig in den 70'iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eingeführt und auch die "großen" Demokratien in GB, F, Schweden, NL ua waren später dran als das Deutsche Reich. Selbst die USA haben das Frauenwahlrecht erst durch den 19. Zusatzartikel in 1920 eingeführt.

https://www.bundestag.de/besuche/ausste ... ung/246998

Was die Armen betrifft, so kann man auch auf Bismarcks Sozialgesetzgebung verweisen, die für die damalige Zeit einmalig war. Deutschland war Vorreiter und andere Länder haben dann später kopiert.

Wenn man schon vergleicht, dann doch bitte nicht über die Jahrhunderte hinweg, sondern zum gleichen Zeitpunkt mit Ländern, die zum gleichen Kulturraum gehören.

Pilgerer
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Pilgerer » Mittwoch 20. September 2017, 15:13

Bei der letzten Reichstagswahl vor dem 1. Weltkrieg 1912 zeichnete sich eine Entwicklung zugunsten der "modernen" Parteien ab, die ohne den Weltkrieg vielleicht eine parlamentarische Monarchie hätten durchsetzen können. https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_1912

Das zeigt, dass die Chancen für eine allmähliche demokratische Entwicklung gegeben waren, ohne die der politische Extremismus ausgeblieben wäre. Vielleicht sahen manche Nationalkonservative im Krieg auch eine Möglichkeit, diese freiheitlich-demokratische Entwicklung aufzuhalten.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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