Donald Trump - 45. Präsident der USA

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Niels
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Donald Trump - 45. Präsident der USA

Beitrag von Niels » Montag 17. August 2015, 13:26

Was haltet Ihr von Donald Trump?
Hier eine seiner jüngsten Äußerungen: http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... ndern.html

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Maurus
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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Maurus » Montag 17. August 2015, 13:39

Niels hat geschrieben:Was haltet Ihr von Donald Trump?
Hier eine seiner jüngsten Äußerungen: http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... ndern.html
Für das Staatswesen der USA sind solche "Kandidaten" symptomatisch.

Caviteño
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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Caviteño » Montag 17. August 2015, 15:31

Niels hat geschrieben:
Hier eine seiner jüngsten Äußerungen: http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... ndern.html
Gehen wir die im Artikel verlinkten Äußerungen doch einmal durch:
Zugleich fordert Trump, eine Mauer entlang der amerikanisch-mexikanischen Grenze zu bauen, für deren Kosten Mexiko aufkommen soll.
Verschwiegen wird in dieser Kurzfassung, daß Trump eine "indirekte" Finanzierung anspricht.
Republican presidential candidate Donald Trump would increase fees on some Mexican visas and all border crossing cards as part of a broader plan to force Mexico to pay for a wall along the southern U.S. border.
In a policy paper issued on Sunday, Trump said he would increase fees on temporary visas for Mexican chief executives, diplomats and North American Free Trade Agreement (NAFTA) workers if Mexico does not agree to pay for the wall.
The NAFTA agreement of 1994 eliminated most tariff and other barriers to free trade and investment between the United States, Canada and Mexico. It permits the temporary cross-border movement of business travelers within the region.
Trump said he would also impound all remittance payments derived from illegal wages and increase fees at ports of entry from Mexico. Foreign aid cuts and tariffs would also be considered.
http://www.reuters.com/article/215/8/ ... NN215816

Gibt es an vergleichbaren Grenzen der EU (Ceuta, Melilla), wo Europa und Dritte Welt aufeinanderstoßen, nicht auch hohe Zäune? Baut Ungarn nicht auch einen Zaun an seiner Grenze, um der illegalen Einwanderung Herr zu werden? Wie können wir so sicher sein, daß dies nicht auch an anderen europ. Grenzen notwendig wird? Dann stellt sich schon die Frage der Finanzierung.
Auch die Regelung, wonach in den USA geborene Kinder illegaler Immigranten automatisch die Staatsbürgerschaft erhalten, will Trump abschaffen, wie aus einem auf seiner Webseite veröffentlichten Papier weiter hervorgeht. Dieses Staatsbürgerschaftsrecht sei "der größte Magnet für illegale Einwanderung", kritisierte Trump.
Natürlich gibt es inzwischen einen Geburtstourismus. Reiche Asiaten senden ihre Töchter in die USA, um ihr Kind dort zur Welt zu bringen. Das hat dann die amerik. Staatsbürgerschaft und kann mit 21 Jahren eine Green-card für die Eltern beantragen. Zwar begründet die US-Staatsbürgerschaft des Kindes kein Bleiberecht der Eltern - wie es in D. der Fall wäre. Gleichwohl muß man sich einmal vorstellen, welche Auswirkung ein Staatsangehörigkeitsrecht nach dem Geburtsortsprinzip (ius soli) in D. hätte.
Glaubt jemand, daß in diesem Fall hier nicht ähnliche Forderungen erhoben würden?
So will Trump beispielsweise auch, dass alle in den USA straffällig gewordenen Ausländer in ihre Heimat zurückgeschickt werden.
Hier wird der Unterschied zu den deutschen Kanzlerkandidaten bzw. Ministerpräsidenten ganz offensichtlich. :D :breitgrins:
Mit seiner Forderung "Kriminelle Ausländer müssen raus, aber schnell" erregte Niedersachsens Ministerpräsident Gerhard Schröder unlängst viel Aufmerksamkeit. Warum eigentlich? Solche Sprüche sind ja nicht neu.
Überrascht hat aber viele, daß ein Sozialdemokrat derart markig um Wählergunst buhlt.
http://www.zeit.de/1997/45/Stammtisch_der_Linken
Koch hatte mit Blick auf den Münchner Überfall die nach seiner Ansicht verfehlte Integrationspolitik als mitverantwortlich für Gewaltausbrüche jugendlicher Ausländer gemacht und gefordert, mit „bestimmten Lebenslügen“ müsse Schluss gemacht werden. „Wir haben zu viele junge kriminelle Ausländer.“ Der Staat müsse nun „klare Signale“ setzen.
http://www.focus.de/politik/deutschland ... 316.html

Bleiben noch die Vorwürfe des Sexismus - warum fällt mir da Brüderle ein.... :hmm:

Sind die Unterschiede zwischen den Kandidaten in D. und den USA also wirklich so groß, wie uns die Medien glauben machen wollen? Insbesondere während der Wahlkampfphasen dürften da wohl erhebliche Zweifel geltend gemacht werden.
Warten wir einmal ab, welche wohlgesetzten Äußerungen und rote Linien wir von "Mutti" in der nächsten Zeit zur "Flüchtlingsfrage" hören werden. Sie soll ja - wie sie am Wochenende verkündete - uns in der Zukunft mehr beschäftigen als Griechenland und der Euro. Zu Costa Rica, dem GR der USA, hat sich Trump nach meinem Wissen jedenfalls noch nicht geäußert. Hilfszahlungen a la Europe sind für ihn wohl außerhalb seines kühnsten Vorstellungsvermögens.

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Isidor_von_Sevilla » Dienstag 18. August 2015, 07:02

Caviteño hat geschrieben:Zu Costa Rica, dem GR der USA, hat sich Trump nach meinem Wissen jedenfalls noch nicht geäußert.
Mini-Korrektur: :doktor:
Es ist wohl (von Dir) eher Puerto Rico gemeint gewesen!
Es gibt auch solche, die wohl die Sprache verehren, nicht aber DAS WORT anbeten!

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Caviteño » Dienstag 18. August 2015, 10:04

Isidor_von_Sevilla hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben:Zu Costa Rica, dem GR der USA, hat sich Trump nach meinem Wissen jedenfalls noch nicht geäußert.
Mini-Korrektur: :doktor:
Es ist wohl (von Dir) eher Puerto Rico gemeint gewesen!
Danke - ich hatte vorher einen Bericht von Costa Rica gesehen......

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Niels » Dienstag 18. August 2015, 11:08

Frau Klump kommt offenbar mit dem Sommerloch nicht zurecht oder hat akute Langeweile (oder beides): http://www.welt.de/vermischtes/prominen ... Trump.html
:nuckel:

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Niels » Mittwoch 19. August 2015, 17:20


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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Niels » Sonnabend 22. August 2015, 09:23


Caviteño
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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Caviteño » Sonntag 23. August 2015, 20:12

Man sollte ihn nicht unterschätzen:
In den meisten Umfragen unter Anhängern der Republikaner führt Trump mittlerweile - meist mit großem Abstand vor seinem leiseren Konkurrenten Jeb Bush. Die Amerikaner schauen sich Trump längst nicht mehr nur zur Unterhaltung an. In New Hampshire sind an diesem Abend viele gekommen, die ernsthaft überlegen, ob sie ihn wählen würden. Das heißt nicht, dass Trump amerikanischer Präsident wird. Aber wer jetzt nicht auf ihn achtet, ist dumm.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... ageIndex_2

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 27. August 2015, 18:34

Es könnte sein, daß die Chancen der Kandidaten der Mitte geringer werden. Bei den Republikanern ist Trump überraschend stark, bei den Demokraten Sanders.
Der überraschende Aufstieg von Bernie Sanders wird in Amerika mit dem Erfolg Donald Trumps verglichen: So wie auf der politischen Rechten der Außenseiter das Establishment der eigenen Partei schockt und die Massen mit kaltschnäuziger Unverfrorenheit fasziniert, so hat auch die Linke einen neuen Champion außerhalb des politischen Mainstreams gefunden. In beiden Parteien sind die gemäßigten Kräfte in den letzten Jahren schwächer geworden, die äußeren Ränder sind gewachsen. Beide Parteien haben sich von der politischen Mitte weiter entfernt. Da die ursprünglichen Favoriten auf beiden Seiten, Jeb Bush und Hillary Clinton, aber genau diese traditionelle Mitte repräsentieren, fehlt der Parteibasis die Begeisterung, und die Außenseiter haben diese Chance erkannt. In einem Land, in dem nur jeder Vierte mit der politischen Entwicklung zufrieden ist, ist die Zeit reif für einen Donald Trump und einen Bernie Sanders. Und beide sagen gelegentlich ja auch fast wortgleich dasselbe: „The American Dream is dead.“ Und darauf antwortet die Masse links wie rechts mit zornroter Zustimmung, mit geballten Fäusten und lautstarken Schmähungen gegen die politische und mediale Klasse, von der man sich verraten fühlt.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... ageIndex_2

Eine ähnliche Entwicklung gibt es auch in Europa, wo extreme Parteien bei den Wahlen besser abschneiden als in der Vergangenheit. Bemerkenswert ist allerdings, das beide Kandidaten Extrempositionen vertreten - Sanders bezeichnet sich sogar als "amerikanischen Sozialisten" und scheint auch sonst nicht das Idealbild eines telegenen Kandidaten zu erfüllen:
Doch Sanders, 73, ist einer, der sich altherrenhaft räuspert, das Resthaar, so gut es geht, über die Glatze kämmt und mitten im Wahlkampfauftritt seine Hörgeräte neu einstellt. Anschließend redet er lang und umständlich und immer viel zu viel - so wie ein langjähriger Berufspolitiker, Bürgermeister und Parlamentarier nun einmal redet. Im Senat hat er einmal acht Stunden am Stück gesprochen. Ein rhetorisches Feuerwerk war es nicht.
Vielleicht ist die Bevölkerung dort müde von immer wieder gleich agierenden Politdarstellern unterhalten zu werden und sucht etwas authentisches - auch wenn es nicht der p.c. entspricht.

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von maliems » Sonnabend 29. August 2015, 00:37

höchst interessant. gibts einen dt Bericht über seine politischen Ansichten konkret?

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 29. August 2015, 13:31

Donald Trump gehört nicht verspottet

Ein differenzierter Blick auf den Kandidaten im Cicero:
Bleibt die entscheidende Frage: Was sagt es uns über ein politisches System und seinen Repräsentanten, wenn das platte Verletzen der Political Correctness schon ausreicht, um zum Liebling der Umfragen und Talk-Shows aufzusteigen? Was sagt es uns über eine Gesellschaft, wenn allein die Attitüde, endlich mal zu sagen, was angeblich alle denken, schon genügt, um ein Politstar zu werden?
Es sagt uns eine Menge. In der Kurzfassung: Der professionelle Politbetrieb der USA und die ihn umkreisenden Medien haben sich sprachlich und gedanklich erheblich von einem Teil der amerikanischen Wähler entfernt. Die Entfremdung ist so groß, dass die Kommunikation nachhaltig gestört ist und man wechselseitig mit offener Abscheu reagiert. Viele Amerikaner fühlen sich von den etablierten Vertretern des Politestablishments nicht nur nicht vertreten (was zur Politfolklore der USA traditionell dazugehört), sondern haben offensichtlich das Gefühl, dass ihren Werten und Überzeugungen zuwider regiert, geredet und geschrieben wird.
Sooo anders ist Europa auch nicht gepolt, wenn man sich die Erfolge der Protestparteien vor allem in den südeuropäischen und den skandinavischen Ländern anschaut.

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von overkott » Sonnabend 29. August 2015, 14:45

Caviteño hat geschrieben:Donald Trump gehört nicht verspottet

Ein differenzierter Blick auf den Kandidaten im Cicero:
Bleibt die entscheidende Frage: Was sagt es uns über ein politisches System und seinen Repräsentanten, wenn das platte Verletzen der Political Correctness schon ausreicht, um zum Liebling der Umfragen und Talk-Shows aufzusteigen? Was sagt es uns über eine Gesellschaft, wenn allein die Attitüde, endlich mal zu sagen, was angeblich alle denken, schon genügt, um ein Politstar zu werden?
Es sagt uns eine Menge. In der Kurzfassung: Der professionelle Politbetrieb der USA und die ihn umkreisenden Medien haben sich sprachlich und gedanklich erheblich von einem Teil der amerikanischen Wähler entfernt. Die Entfremdung ist so groß, dass die Kommunikation nachhaltig gestört ist und man wechselseitig mit offener Abscheu reagiert. Viele Amerikaner fühlen sich von den etablierten Vertretern des Politestablishments nicht nur nicht vertreten (was zur Politfolklore der USA traditionell dazugehört), sondern haben offensichtlich das Gefühl, dass ihren Werten und Überzeugungen zuwider regiert, geredet und geschrieben wird.
Sooo anders ist Europa auch nicht gepolt, wenn man sich die Erfolge der Protestparteien vor allem in den südeuropäischen und den skandinavischen Ländern anschaut.
Das hat mit Mathematik zu tun: Die Menge ist so dumm wie der Dümmste. Deshalb setzen sich in der Demokratie auch nicht alle, sondern in der Regel nur die Mehrheit durch. Diese Mehrheit wird in unserer Verfassung durch das Repräsentativsystem gefiltert. Weil aber auch die Kanzlerin nicht der liebe Gott ist, wird sie durch verschiedene Instanzen kontrolliert und korrigiert.

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Torsten
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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Torsten » Dienstag 22. September 2015, 18:27

Präsidentschaftskandidatin Carly Fiorina zur Außenpolitik:
https://www.youtube.com/watch?feature=p ... Jl8OK_MxYc

Für die ist Russland bestimmt so eine Art Wettbewerber, der vom Markt gefegt werden muss - mit der 6. Flotte und dem neuen Raketensystem.

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Torsten
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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Torsten » Dienstag 22. September 2015, 22:08

nds hat geschrieben: http://www.nachdenkseiten.de/?p=27649

ZDF-Magazin „Frontal 21“: Stationierung neuer US-Atomwaffen in Deutschland beginnt / Russische Regierung beklagt Verletzung des Vertrages über die Nichtverbreitung von Kernwaffen Mainz (ots) – Auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz beginnen in diesen Tagen die Vorbereitungen für die Stationierung neuer amerikanischer Atombomben. [...]


Es gibt keinen US-Präsidentschaftskandidaten, egal ob republikanisch oder demokratisch, ob männlich oder weiblich, der daran etwas ändern könnte(selbst wenn er wollte). Das lehrt die Erfahrung. Und das macht ernsthaft Sorgen.

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von RomanesEuntDomus » Donnerstag 24. September 2015, 12:45

Vermutlich ist es völlig egal, wer da die coolsten Sprüche kloppt. Das Entscheidende ist das Geld. Und seit GWBush weiß man, daß sich Wahlergebnisse, wenn sie nicht den gewünschten entsprechen, auch jederzeit durch Gerichtsbeschlüsse korrigieren lassen können.

Alt-Präsident Jimmy Carter hat es gestern erfrischend deutlich auf den Punkt gebracht ( http://www.dailymail.co.uk/news/article ... z3mePthDEA ):
'U.S. is no longer a democracy, it's an oligarchy'

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Niels
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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Niels » Mittwoch 4. Mai 2016, 06:54

"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Dieter » Mittwoch 4. Mai 2016, 17:35

Donald Trump wird alle hinter sich lassen, auch Clinton.

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Sempre
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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Sempre » Donnerstag 5. Mai 2016, 01:18

Offener Rassismus gehört auf tagesschau.de zur Stimmungsmache gegen den Kandidaten Trump: Frustrierte weiße Männer reichen nicht. Der angesichts der Lage im US Wahlkampf frustrierte und offenbar im Hirn kackbraune Korrespondent Martin Ganslmeier vom NDR, dem Bild nach äußerlich weiß, dem Gelaber nach schwul, reiht sich unter die heute so zahlreichen Hetzer gegen weiße Männer ein. Damit passt er gut zum Rest des Personals des öffentlich rechtlichen Propagandasenders.

Ich glaube nicht, dass der Rotfunk in der DDR sich seinerzeit lächerlicher gemacht hat, als dieses Witzfigurenkabinett.

Michael Klonovsky hat geschrieben:Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.
Was immer von Trump zu halten sein mag, Verteidigung gegen das Rassistenpack von tagesschau.de verdient er allemal.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 5. Mai 2016, 08:48

Dieter hat geschrieben:Donald Trump wird alle hinter sich lassen, auch Clinton.
Es scheint wohl bei vielen Wählern ein Bedürfnis zu geben, die bisher dominierende politische Klasse abzulösen. In Europa merkt man es am Zulauf der sog. "rechten" Parteien (in Spanien und GR auch "linken" Parteien). Selbst auf den PH, wo am Montag ein neuer Präsident gewählt wird, hat ein Außenseiter die besten Chancen, das Amt gegen die bisher regierenden Familienclans zu gewinnen. Wenn man die Berichte liest, erscheint er fast wie eine asiatische Ausgabe von Donald Trump:
Ja, er sei ein Frauenheld und er habe zwei Frauen und zwei Freundinnen. Aber ohne Viagra, fügte Rodrigo Duterte an, wäre es für ihn schwierig. Wer sich daran störe, solle jemand anders wählen. Es gibt viele solche frivolen Sprüche, die charakteristisch für den 71-jährigen Bürgermeister von Davao sind und so bezeichnend für diesen Wahlkampf. Während die anderen Bewerber für die philippinische Präsidentschaft in traditionellen Reden ein Parteiprogramm präsentieren und das Blaue vom Himmel versprechen, kennt Duterte nur zwei Themen: Verbrecher und Frauen. Kriminellen will er, wie in Davao seit Jahren vorgeführt, das Handwerk legen. Mit der lockeren Darstellung seiner Affären sorgt er für Unterhaltung und ungeahnten Zulauf.
Sein Erfolgsrezept: Er hat als Bürgermeister in der drittgrößten Stadt des Landes brutal für Ruhe und Ordnung gesorgt:
Der Komet Duterte kommt nicht aus dem Nichts. Als Bürgermeister von Davao hat er sich den Übernamen «Dirty Harry» eingehandelt. Nach seiner Wahl ins Amt 1988 setzte er sein Wahlversprechen, mit Drogenhändlern, Erpressern und anderen Verbrechern «aufzuräumen», resolut um. Seine Mittel waren so einfach wie brachial: DDS. Das Akronym steht für Davao Death Squads. Gemäss Statistiken, die Menschenrechtsgruppen und kirchlichen Kreisen vorliegen, haben diese Todesschwadronen, die indirekt unter Polizeischutz operierten und sich zum Teil aus der linken Guerilla der New People's Army (NPA) rekrutieren, 1424 Personen auf dem Gewissen. Duterte selbst spricht von einem Irrtum: Es seien etwa 17. Man muss Duterte lassen, dass er aus Davao eine Vorzeigemetropole gemacht hat. Die Millionenstadt auf Mindanao floriert, gilt als korruptionsfrei und wird sowohl von muslimischen als auch kommunistischen Freischärlern verschont. Das hat seine Gründe: Duterte hielt stets Distanz zum Machtzentrum von «Imperial Manila».
http://www.nzz.ch/international/asien-u ... n-ld.17888

Distanz zu den Machtzentren - das macht die "Neuen" für viele Bürger wählbar, nachdem die sog. "politische Elite" viel Kredit verspielt hat, egal ob in den USA, Europa oder auf den PH.

Bei Donald Trump ist mE schon bemerkenswert, wie sehr die Medien in ihrer Einschätzung falsch lagen. Erst wurde er belächelt und als Paradiesvogel dargestellt. Als er immer mehr Vorwahlen gewann, wurde die Ansicht vertreten, daß er keine Chance habe, die absolute Mehrheit der Delegiertenstimmen zu erreichen und die Republikanische Partei dann bei der Nominierung im zweiten Wahlgang einen geeigneten Kandidaten finde werde. Jetzt ist ihm die Nominierung nicht mehr zu nehmen und was spricht eigentlich dafür, daß die Medien mit ihren neuen Voraussagen, in der sie Clinton als künftige Präsidentin sehen, richtig liegen?
Abfällige Äußerungen, wie sie z.B. von Steinmeier erfolgt sind, sind doch hochgradig dumm. Kein US-Amerikaner wird sich von der Meinung des deutschen Außenministers leiten lassen und sollte Trump die Wahl doch gewinnen, ist Steinmeier gezwungen, mit Trump und seiner Administration zu verhandeln und zu arbeiten. MaW: So etwas bringt keinen Vorteil und belastet nur das Verhältnis beider Staaten.

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Hubertus » Donnerstag 5. Mai 2016, 21:23

Dieter hat geschrieben:Donald Trump wird alle hinter sich lassen, auch Clinton.
Woraus nährt sich diese Annahme? Im direkten Vergleich hat die Clinton, der veröffentlichten Meinung zufolge, eindeutig die Nase vorn.

2016 General Election: Trump vs. Clinton Poll Chart

Vgl. auch den Art. im 'Volksfreund' (Trier) [nur noch über Google-Cache zu erreichen]

Die 'New York Times' kommt zu dem Ergebnis: Es wird der etwas weniger unbeliebte Kandidat gewählt werden
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von holzi » Donnerstag 5. Mai 2016, 22:37

Die veröffentlichte Meinung hat sich mit Trump schon öfter mal grob verhauen: zuerst "Politclown", "Aussenseiter", dann "chancenloser Bewerber" etc, nun ist er de facto der republikanische Kandidat. Da ist noch alles offen.
Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Gallus » Freitag 6. Mai 2016, 00:11

holzi hat geschrieben:Die veröffentlichte Meinung hat sich mit Trump schon öfter mal grob verhauen: zuerst "Politclown", "Aussenseiter", dann "chancenloser Bewerber" etc, nun ist er de facto der republikanische Kandidat. Da ist noch alles offen.
Wenn man nur die 6% Vorsprung Clintons in der landesweiten Umfrage sieht, könnte man das meinen. Aber das Problem für Trump ist, daß er (jedenfalls mit seiner aktuellen Masche) kaum eine Chance hat, die großen Küstenstaaten und Staaten wie Ohio oder Illinois zu gewinnen. In einer Vorwahl unter Republikanern diese relativ liberalen Staaten zu gewinnen ist eine Sache, aber gegen eine Demokratin sehe ich nicht, wie er das schaffen sollte.

Dann aber kann er im Rest des Landes noch soviel gewinnen, solange er die dicken Staaten mit den vielen Wahlmännern nicht holt, bringt es nix. In den letzten Jahren war Ohio oft der für die Republikaner entscheidende "swing state" zwischen den Staaten, die zuverlässig demokratisch und denen die zuverlässig republikanisch wählen. Aber da hat Trump sogar die Vorwahl dramatisch in den Sand gesetzt. Schwer zu glauben, daß er Ohio im November gewinnen könnte.

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von holzi » Freitag 6. Mai 2016, 07:57

Dass ein Sieg für Trump nicht leicht wird, ist klar. Aber ich würde nie den Fehler machen, ihn zu unterschätzen. Das haben in den letzten Monaten etliche getan und bitter bereut.
Hier noch ein Kommentar zur Situation: https://nocheinparteibuch.wordpress.com ... nnen-kann/
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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Caviteño » Freitag 6. Mai 2016, 09:13

holzi hat geschrieben:Dass ein Sieg für Trump nicht leicht wird, ist klar. Aber ich würde nie den Fehler machen, ihn zu unterschätzen. Das haben in den letzten Monaten etliche getan und bitter bereut.
Das sehe ich genauso. Hier noch einmal ein Rückblick auf den Weg, den Trump zum Kandidaten machte:
Die Tragweite von Trumps Sieg kann gar nicht überschätzt werden. Sein Sturmlauf ist in der neueren Geschichte ohne Beispiel. Er gab seine Bewerbung um das höchste Amt im Staat Mitte Juni bekannt. Jedermann kannte ihn, und kaum jemand konnte sich den gewandten Selbstvermarkter im Oval Office vorstellen. Diese einmalige Kombination bestärkte die Statistik-Gurus in der Überzeugung, Trump werde keine realistische Chance haben.
Zunächst schien das auch zuzutreffen. In der ersten Wählerbefragung schaffte er es noch nicht einmal in die Charts. Doch einen Monat später überholte er den Kronfavoriten, Jeb Bush, den dritten Spross der Familie, der das Weisse Haus ins Visier genommen hatte. Viele sprachen von einer «Sommer-Welle», die wohl bald verebben werde. Wieder kam es anders. Mit Ausnahme einiger weniger Tage im November, als der noch krassere Aussenseiter Ben Carson kurz die Führung übernahm, liess Trump den Spitzenplatz nicht mehr los. Er konnte tun und sagen, was er wollte. Nichts vermochte ihm zu schaden. Im Gegenteil, alles schien ihm nur zu nützen.
http://www.nzz.ch/international/amerika ... e-ld.1823

Ein weiterer Bericht eines erstaunten Journalisten in der Washington Post:
Then everything changed. Fast. Trump seized on immigration as his signature issue, tapping into the frustration among rank-and-file Republicans for their party leaders who seemed all-too-ready to allow some sort of path to citizenship for people in the country illegally. Trump's willingness not just to say "no" but to say "hell no" to the idea of allowing undocumented workers to stay in the country led to a reassessment of who he was and what he could be by a deeply disaffected (and large) portion of the Republican base. Sprinkle in his celebrity, some tough talk about foreign policy and national security and just a pinch of unrepentant nationalism, and suddenly Trump wasn't a punch line anymore.
The turnaround in his poll numbers between mid-June and early August was -- and is-- breathtaking.
(...)
Thus began the second phase of Trump's candidacy -- and my (and the media's) relationship with it. And that stage focused on this simple question: When will the Trump bubble burst?
First, it was a summer thing. Then, as summer turned to fall, it was just a matter of time until Republican voters focused on the race and their choices. Just wait, everyone said. This won't last.
Then came the Paris terror attacks on Nov. 13 and the San Bernardino, Calif., murders on Dec. 2. Jeb Bush, among other candidates, insisted that THIS was the moment when the "serious" candidates would emerge. "He’s not a serious person and therefore it’s hard to imagine him being president of the United States,” Bush said of Trump in early December. "We’re running for the presidency of the United States. It’s a serious job that requires serious candidates that offer serious plans.”
Bush -- and the rest of the Republican field -- were right that Paris and San Bernardino represented a critical moment in the race. But, they were wrong about whom it would help. The answer, as always in the Republican race, was Trump.
Six days after San Bernardino, Trump proposed a temporary ban on Muslims entering the country, a move widely derided by, well, virtually everyone in the political smart set. Know who didn't deride it? Republican voters. Trump watched his poll numbers nationally go from the low- to mid-3s to the low-4s -- and stay there as actual caucus and primary votes began.
(...)
Trump starts as an underdog in the race against Democratic rival Hillary Clinton. But, anyone who has borne witness to the last 323 days in politics -- and I am one -- can't simply write off his chances just yet. This is someone who has already performed the politically impossible once. Who's to say he can't do it again?
https://www.washingtonpost.com/news/the ... l-nominee/

Vielleicht kommen seine unkonventionellen Forderungen (hohe Mauer an der mex. Grenze, bezahlt aus mex. Visagebühren, Einreisestop für Muslime) bei den Wählern besser an, obwohl sie realitätsfern erscheinen. Seine Devise "America first" könnte bei nicht wenigen Wählern ausschlaggebend sein, zumal die intern. Themen in den Wahlkämpfen eine geringere Rolle spielen als in D..
Das Rennen dürfte wohl offen sein. Trump war bisher für Überraschungen gut und bis November sind es noch sechs Monate, in denen viel geschehen kann. Man sollte auch die e-mail-Affäre nicht vergessen:
Und noch eine andere, viel konkretere Sache könnte Hillary schaden. Was passiert, wenn die FBI-Ermittlungen wegen Clintons privatem E-Mail-Server aus ihrer Zeit als Außenministerin doch noch zu einer Anklage führen sollten? Trump hätte leichtes Spiel gegen eine demokratische Gegenspielerin, die sich vor Gericht verantworten muss, weil ihr vorgeworfen wird, die nationale Sicherheit aufs Spiel gesetzt zu haben.
Diese offene Frage dürfte auch einer der Gründe sein, warum Bernie Sanders trotz ansonsten verschwindend geringer Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur weiterhin im Rennen ist. Auch wenn keinesfalls klar ist, dass im Falle eines Verzichts Clintons automatisch Sanders nominiert würde, will der 74-Jährige offenbar zeigen, dass er bereit wäre.
Im direkten Vergleich mit Trump hat Sanders derzeit sogar noch bessere Umfragewerte als Clinton.
http://www.faz.net/aktuell/politik/wahl ... /elections

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Raphael
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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Raphael » Freitag 6. Mai 2016, 09:51

Caviteño hat geschrieben:Das Rennen dürfte wohl offen sein. Trump war bisher für Überraschungen gut und bis November sind es noch sechs Monate, in denen viel geschehen kann. Man sollte auch die e-mail-Affäre nicht vergessen:
Und noch eine andere, viel konkretere Sache könnte Hillary schaden. Was passiert, wenn die FBI-Ermittlungen wegen Clintons privatem E-Mail-Server aus ihrer Zeit als Außenministerin doch noch zu einer Anklage führen sollten? Trump hätte leichtes Spiel gegen eine demokratische Gegenspielerin, die sich vor Gericht verantworten muss, weil ihr vorgeworfen wird, die nationale Sicherheit aufs Spiel gesetzt zu haben.
Diese offene Frage dürfte auch einer der Gründe sein, warum Bernie Sanders trotz ansonsten verschwindend geringer Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur weiterhin im Rennen ist. Auch wenn keinesfalls klar ist, dass im Falle eines Verzichts Clintons automatisch Sanders nominiert würde, will der 74-Jährige offenbar zeigen, dass er bereit wäre.
Im direkten Vergleich mit Trump hat Sanders derzeit sogar noch bessere Umfragewerte als Clinton.
http://www.faz.net/aktuell/politik/wahl ... /elections
Was wird ihr denn da vorgeworfen? :hmm:
Hat sie etwa sicherheitsrelevante Infos über einen privaten E-Mail-Account versandt? :achselzuck:
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holzi
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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von holzi » Freitag 6. Mai 2016, 12:58

Raphael hat geschrieben:Was wird ihr denn da vorgeworfen? :hmm:
Hat sie etwa sicherheitsrelevante Infos über einen privaten E-Mail-Account versandt? :achselzuck:
Ganz genau! Und nicht nur über einen privaten Account, sondern einen komplett privaten eigenen Mailserver, der zudem gehackt wurde.
https://en.wikipedia.org/wiki/Hillary_C ... ontroversy
http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... erver.html
Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Caviteño » Freitag 6. Mai 2016, 14:10

Nachdem Trump als Kandidat der Republikaner nicht mehr zu verhindern ist, scheint die deutsche Presse auch schon einen Präsidenten Trump zu fürchten und bezeichnet ihn schon einmal als Lügner und Hetzer

Dabei werden die Gründe für seinen Erfolg in dem Artikel bewunderswert klar dargestellt:
Der Milliardär macht vor allem weißen Arbeitern Hoffnung. Erst sein Durchmarsch hat Amerika die Augen dafür geöffnet, wie sehr sich dieser Teil der Bevölkerung im Abseits wähnt. Viele Amerikaner haben gute Gründe zur Verbitterung. Trump legt den Finger in ihre Wunden. Gerade deshalb ist sein Durchmarsch tragisch. Denn Trump wird den Frustrierten nicht helfen. Vielmehr gefährdet er Wohlstand, Sicherheit und Demokratie. In dem selbstverliebten Milliardär steckt eine autoritäre Versuchung.
Der Aufruhr der weißen Arbeiter lässt sich nicht mit dem Hinweis abwürgen, es gehe ihnen besser als Afroamerikanern oder Einwanderern aus Lateinamerika. Automatisierung und Globalisierung haben in Amerika zu Deindustrialisierung geführt. Vielerorts ist zwar ein Strukturwandel gelungen, aber viele Dienstleister von heute verdienen schlechter als die Industriearbeiter von gestern. Ein wirtschaftlicher Aufschwung macht sich im Geldbeutel vieler Familien nicht bemerkbar. Jeder fünfte weiße Mann zwischen 30 und 50 Jahren hat keine Arbeit. Die Lebenserwartung geringqualifizierter Weißer sinkt wegen Selbstmorden, Alkoholismus und Drogensucht. In jedem Dorf zerstört billiges Heroin Familien.
Die Elite hat über solche Sorgen nicht nur hinweggesehen. Viele „einfache Leute“ fühlen sich und ihre Lebensweise regelrecht verhöhnt. Mag in Amerikas besseren Kreisen heute die Verunglimpfung ethnischer oder sexueller Minderheiten verpönt sein, Spott gegen „Rednecks“ ist salonfähig. Diese „Hinterwäldler“ leben ja im „flyover country“, das viele Manager oder Meinungsmacher nur beim Metropolen-Hopping zwischen Ost- und Westküste überfliegen. Amerika ist immer weniger egalitär und immer mehr ein Land abgeschotteter Klassen geworden. Ärzte heiraten nicht mehr die Sprechstundenhilfe, sondern eher die Kommilitonin von der Eliteuniversität. Kulturelle Gemeinsamkeiten werden rar.
Diese Feststellung entspricht auch dem von holzi oben verlinkten Artikel über den Rostgürtel und dort liegen auch einige der entscheidenden "swing states". Insofern könnte es sich bei Trump und seinen Ankündigungen um eine ausgefeilte Strategie handeln, um die weiße Bevölkerung an sich zu binden und so die Wahl zu gewinnen. Wie in dem Artikel ausgeführt entspricht z.B. seine Ablehnung von Handelsabkommen (incl. NAFTA und TTIP) dem Wunsch der Industriearbeiter dort. Sie fühlen sich benachteiligt und sie haben Angst, daß durch den Freihandel viele ihrer Arbeitsplätze verloren gehen.

Das Gegeifer der dt. Presse gegen Trump scheint den Blick für die mögliche Strategie dieses Kandidaten zu trüben. Der von holzi verlinkte Artikel ist jedenfalls bei der Einschätzung "hilfreicher" als die Beschwörungen, die man zwischenzeitlich lesen kann.

PS: Aber ist das bei der medialen Darstellung der AfD hier anders? Man erschrickt vor den Wahlergebnissen, lehnt aber eine tiefgreifende Analyse ab.

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Raphael » Freitag 6. Mai 2016, 14:55

holzi hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:Was wird ihr denn da vorgeworfen? :hmm:
Hat sie etwa sicherheitsrelevante Infos über einen privaten E-Mail-Account versandt? :achselzuck:
Ganz genau! Und nicht nur über einen privaten Account, sondern einen komplett privaten eigenen Mailserver, der zudem gehackt wurde.
https://en.wikipedia.org/wiki/Hillary_C ... ontroversy
http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... erver.html
Oha, sie ist also nicht nur froh, wenn ein Mensch ermordet wird und lügt in der Öffentlichkeit, sondern ist auch noch strunzdumm! :auweia:

Mir scheint sie erfüllt nahezu perfekt die Kriterien, die man als amerikanischer Präsident erfüllen muß ..........
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Marcus
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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Marcus » Freitag 6. Mai 2016, 16:09

Ein US-amerikanischer Präsident war bzw. ist immer nur so gut, wie die Mächtigen, die ihm seine Politik vorgeben.
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Caviteño » Sonntag 22. Mai 2016, 10:29

Trumps Triumph, Amerikas Debakel

Zwar behauptet der Autor, niemanden zu kennen, der Donald Trump wählen würde - gleichzeitig weist er aber auf die Fehlleistungen der bisherigen Voraussagen und den wichtigen "Rust Belt" hin. Dieser stellt insgesamt 64 Wahlmännerstimmen (270 sind für die Nominierung notwendig) und ist "weisser" als der Rest der USA.
Auch Hillary Clinton ist nicht unumstritten. Neben ihrer e-mail-Affäre ist auch ihre Geschäftstüchtigkeit ein Hindernis:
Muss man wirklich, wenn man für die Präsidentschaft kandidieren will und schon ein beträchtliches Vermögen hat, noch ein, zwei weitere Vorträge bei Goldman Sachs halten und dafür je eine Viertelmillion Dollar kassieren?
Da erinnert man sich an Peer Steinbrück, der auch gerne Vorträge vor Banken- und Sparkassenvertretern hielt und sich diese gut vergüten ließ.

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Re: Donald Trump - Trumpf oder Schlumpf?

Beitrag von Caviteño » Dienstag 24. Mai 2016, 15:28

Man kann das Schmunzeln kaum unterdrücken, wenn man sieht, wie fassungslos die Journalisten (hier sogar ein leibhaftiger Professor für Journalismus) vor dem Phänomen "Donald Trump" stehen. Allmählich scheint es ihnen zu dämmern, daß Trump durchaus Chancen hat, seine mutmaßliche Gegnerin Clinton zu schlagen. Der Autor hat dafür den "Meinungstunnel" ausgemacht:
Einer davon: Trump, mit bald 7 Jahren wahrlich kein Kind des digitalen Zeitalters, profitiert wie kein anderer vom Tunnelblick der digitalen Gesellschaft. Einer Öffentlichkeit, die Zeitungen und Zeitschriften gegen Blogs und kostenlose Webseiten eingetauscht hat. Die nur noch liest, was dem eigenen Geschmack entspricht und die vor allem jenen Meinungsführern folgt, die die eigene Position bestärken und jede Kritik als Verschwörung abtun. Nie war es leichter als jetzt, sich im eigenen Meinungstunnel zu vergraben.
Müssen sich die Konsumenten von Fox News oder dem linksliberalen Pendant MSNBC immerhin noch gelegentlich mit der gesamten Bandbreite der Nachrichten befassen, so ist dies im Internet überhaupt nicht mehr nötig. Wer seinen Informationsbedarf über Facebook und andere Social-Media-Quellen stillt, der kann dort, in der „Echo-Chamber“, nur noch dem folgen, was er glauben und hören will – Störendes wird ausgeblendet. Mit anderen Worten: Wenn Donald Trump eine seiner vielen Unwahrheiten verbreitet, dann können sich die „Washington Post“ oder die „New York Times“ noch so sehr anstrengen, diese zu korrigieren: Es wird bei denen, die es eigentlich erfahren sollten, nie ankommen.
http://www.cicero.de/weltbuehne/wahlkam ... 1#comments

Der Autor verweist auf das Duell Carter vs. Reagan, wenn er schreibt:
Wenn Clinton Trump nun mit Rechthaberei und Moral kommt, dann wird sie aussehen wie von gestern, wie eine „has-been“. Sie wird aussehen wie eine, die die Zeichen der Zeit nicht verstanden hat. Wie eine, die schlechte Laune macht und die man nicht wählen will.
Es gab schon mal einen demokratischen Präsidentschaftskandidaten, der schlechte Laune machte. Der hieß Jimmy Carter. Am 15. Juli 1979 hielt Carter eine Rede, in der er ausführlich über die Probleme im Land referierte, über die Vertrauenskrise, die Energiekrise, darüber, was alles falsch lief und was verbessert werden müsste. De facto: Darüber, was sich in seiner eigenen Amtszeit nicht verbessert hatte.
Carters 3-minütige Fernsehansprache ging in die Geschichte ein als so genannte „Malaise-Rede“. Und sie begründete den Anfang vom Ende seiner Präsidentschaft. Einen – wenn auch klugen – Misanthropen mochten die Amerikaner nicht noch einmal ins Weiße Haus schicken. Als dann noch die Befreiungsaktion der amerikanischen Botschaftsgeiseln in Teheran missglückte, war Carters Niedergang nicht mehr aufzuhalten. Ronald Reagan stattdessen sprach von der „Shining City On The Hill“. Reagan machte Hoffnung, wo Carter Probleme aufzeigte. Und Reagan wurde gewählt.
Die deutschen Medien stellten Ronald Reagan vor der Wahl überwiegend als drittklassigen Schauspieler dar; seine Tätigkeit als Gouverneur von Kalifornien wurde kaum gewürdigt. Trump könnte ebenso mit seinem Versprechen ("Make America great again") die Stimmung vieler US-Amerikaner treffen und Clinton auf den zweiten Platz verweisen.

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