Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

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Caviteño
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Re: Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 29. November 2017, 13:09

Britische Zeitungen berichten über einer absehbaren Einigung bei der "Abschiedszahlung" von GB an die EU. Der Betrag soll netto zwischen 40 bis 55 Mrden € liegen.

Wie die Brexit-Rechnung von 40 bis 55 Milliarden Euro für Grossbritannien zustande kommt

Verglichen mit den Beträgen, mit denen D. beim ESM gebürgt hat bzw. mit den wertlosen Target-Forderungen, die von D. bei der EZB angehäuft wurden, "peanuts".
Dafür ist GB in einem guten Jahr wieder frei und muß sich nicht um Brüsseler Vorgaben kümmern. Es kann dann selbständig Handelsabkommen mit Ländern abschließen und dabei seine Interessen verfolgen. Bisher flossen bei den Verhandlungen die unterschiedlichen Interessen der übrigen 27 EU-Staaten ein und daß die Interessen der mehr landwirtschaftlich geprägten Länder wie PT, ES oder auch F andere sind als die von Industrieländern ist wohl jedem klar.

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Hubertus
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Re: Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

Beitrag von Hubertus » Mittwoch 29. November 2017, 15:47

Caviteño hat geschrieben:
Mittwoch 29. November 2017, 13:09
Britische Zeitungen berichten über einer absehbaren Einigung bei der "Abschiedszahlung" von GB an die EU. Der Betrag soll netto zwischen 40 bis 55 Mrden € liegen.

Wie die Brexit-Rechnung von 40 bis 55 Milliarden Euro für Grossbritannien zustande kommt

Verglichen mit den Beträgen, mit denen D. beim ESM gebürgt hat bzw. mit den wertlosen Target-Forderungen, die von D. bei der EZB angehäuft wurden, "peanuts".
Dafür ist GB in einem guten Jahr wieder frei und muß sich nicht um Brüsseler Vorgaben kümmern. Es kann dann selbständig Handelsabkommen mit Ländern abschließen und dabei seine Interessen verfolgen. Bisher flossen bei den Verhandlungen die unterschiedlichen Interessen der übrigen 27 EU-Staaten ein und daß die Interessen der mehr landwirtschaftlich geprägten Länder wie PT, ES oder auch F andere sind als die von Industrieländern ist wohl jedem klar.
Deutlich weniger allemal als die 60 Mrd., die " Beamte in der Kommission und im Europäischen Rat [...] gerechnet" hatten:
http://www.faz.net/aktuell/brexit/brexi ... 31671.html
Im NZZ-Art. wird sogar daran erinnert, daß zuerst eine Summe von rd. 100 Mrd. gefordert worden war, welche Großbritannien der EU schulde.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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ziphen
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Re: Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

Beitrag von ziphen » Donnerstag 30. November 2017, 14:05

Wo ist das Problem? Ich vermute, die Briten werden auch diesen Betrag nicht zahlen (müssen). Man hat sich in Verhandlungen, die etliche Wochen hinter dem Zeitplan her hinken, beim plakativsten aber letztlich auch unwichtigsten Punkt geeinigt. Es ist halt nur Geld und das hat eigentlich jeder in ausreichender Menge. Zur Not nimmt man einen Kredit auf oder druckt es halt. Die Rechte der Staatsbürger und die Nordirland-Irland-Grenze sind weit wichtiger. Gibt es zum Ende der Verhandlungsrunde, wann immer das auch sein wird, denn ich vermute, Montag wird nicht das letzte Fristende sein, dort keine Einigung, ist auch die Einigung in der Geldfrage nichts wert.
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Re: Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 14. Dezember 2017, 11:49

Für Frau May setzt es eine Ohrfeige vom Parlament dort sicherte man sich gegen ihren ausdrücklichen Willen ein Vetorecht in der Brexit Causa
https://www.youtube.com/watch?v=XjM3OVyuJTY
warum hat Madame solche Angst vorm Parlament?

Caviteño
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Re: Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 16. Dezember 2017, 08:51

Interview mit Olaf Henkel zum Austritt der Briten aus der EU:

https://bazonline.ch/ausland/die-koenne ... y/20403520

Er weist darauf hin, daß nicht GB sondern die EU den größeren Schaden haben wird.
Wer hätte bei einem harten Brexit mehr zu verlieren, Grossbritannien oder Kontinentaleuropa?
Eindeutig die EU. Und darüber redet hier keiner. Grossbritannien ist Deutschlands drittgrösster Kunde, wir exportieren mehr dorthin als wir von dort importieren. Wir leiden ja heute schon unter dem Brexit: Der Absatz deutscher Autos in Grossbritannien ist bereits um 20 Prozent gesunken. Das ist ein grösserer Einbruch als seinerzeit nach der Finanzkrise. Es fällt nur nicht so auf, weil es in China und Amerika für die deutsche Industrie noch sehr gut läuft.
Henkel sieht bei den Verhandlungsführern aus GB auch eine ausgebuffte Strategie. Die EU habe gefordert, daß man sich zunächst über die drei Punkte Aufenthaltsrecht, Restzahlung und Grenze Nordirland einige, bevor man mit den Verhandlungen über die Handelspolitik beginne. Erst relativ spät habe man gemerkt, daß May zwei vollständig unvereinbare Positionen vertreten habe: Keine harte Grenze zur Irland und kein spezieller Status für Nordirland innerhalb des UK. Wie das funktionieren soll, weiß niemand und "die Uhren wurden wieder auf Null gestellt." Die Zeit rennt und die EU wird - aufgrund der engen Handelsverflechtungen - synchron verhandeln müssen. Damit hätten die Briten ihr Ziel erreicht.

Besorgt sieht Henkel auch die enge "Abstimmung" mit Frankreich, die durch den Austritt von GB die Richtung der EU bestimmen wird:
Die Briten waren in der EU immer auch Anwälte des gesunden Menschenverstands, die für Freiheit und Selbstverantwortung eintraten. Macron fordert nun europäische Steuern, einen europäischen Finanzminister und immer mehr finanzielle Transfers. Dagegen wird sich Angela Merkel kaum wehren können, vor allem nicht in einer grossen Koalition mit Schulz’ SPD. Die ganze EU wird dann wie Frankreich sein. Und dann Gute Nacht: Gegen Asien und Amerika wird sich ein solches Europa nicht behaupten können.
:daumen-rauf:

Caviteño
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Re: Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 3. Januar 2018, 12:27

GB scheint sich bereits von der EU abzuwenden und sucht neue Partnerschaften im pazifischen Raum:

London will nach Brexit im Pazifik-Freihandel mitmischen
Das Land sei an einem Beitritt zum Transpazifischen Freihandelsabkommen TPP interessiert und habe dazu bereits informelle Gespräche aufgenommen, berichtete die “Financial Times”. Die USA waren unter Präsident Donald Trump aus dem TPP ausgestiegen. Mit Staaten wie Japan, Australien, Kanada und Mexiko sind bislang nur Pazifikanrainer an TPP beteiligt.
Bisherige Teilnehmer sind: Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, Vietnam. Auch in Ländern wie den PH oder Korea wird über einen Beitritt nachgedacht.

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