Sonntagsfrage warnt SPD

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Niels
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Niels » Sonnabend 23. September 2017, 04:47

Interview zur Bundestagswahl mit Herrn Stegner: http://www.zeit.de/politik/deutschland/ ... -interview
:anton:
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonnabend 23. September 2017, 13:01

Der ist immerhin interessant und nicht ganz so weit weg vom "Arbeitersozialismus" wie die meisten seiner Parteifreunde.

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Hubertus
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Hubertus » Mittwoch 27. September 2017, 05:26

Wird Schulz sich als Parteichef halten können? Ein Blick auf den Gemütszustand der SPD:

"Dann wagte Schulz eine Aussage, die viele Genossen kräftig aufregte"
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Raphael
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Raphael » Mittwoch 27. September 2017, 09:37

Hubertus hat geschrieben:
Mittwoch 27. September 2017, 05:26
Wird Schulz sich als Parteichef halten können? Ein Blick auf den Gemütszustand der SPD:

"Dann wagte Schulz eine Aussage, die viele Genossen kräftig aufregte"
Aus dem Link:
Dann wagte Schulz eine kühne Aussage, über die sich in den Stunden danach mancher mindestens mokiert, wenn nicht kräftig aufregte. „Diese 20,5 Prozent“, rief Schulz, „wenn wir das richtig anpacken, werden wir das verdoppeln, und die nächste Bundesregierung wird einen sozialdemokratischen Bundeskanzler haben.“ Wie bitte? 20,5 Prozent verdoppeln? Den Kanzler stellen? Selbst Weißwein, Kölsch, Burger und Currywurst konnten viele Genossen nicht besänftigen. Was sollen solche Sprüche, fragten sie.
Hierzu wurde unter den Kommentaren auch schon eine schlichtweg zutreffende Einschätzung geäußert: :pfeif:
Lighthouse hat geschrieben:Ich meine es war nicht nur ein Spruch sondern tatsächlicher Glaube als M. Schulz noch kurz vor der Wahl behauptete er wird Kanzler. Dafür gibt es bestimmt einen medizinischen Diagnosebegriff.
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Raphael » Mittwoch 27. September 2017, 14:34

Andrea Nahles folgt den Vorgaben, die Alice Weidel kürzlich machte, und verabschiedet sich von der political correctness: :pfeif:
AFP hat geschrieben:Nahles sagt Union in der Opposition den Kampf an
Neue SPD-Fraktionschefin: «Ab morgen kriegen sie in die Fresse»

Die neue SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles hat der Union mit derben Worten den Kampf angesagt. Auf die Frage, wie sich am Mittwoch ihre letzte Kabinettssitzung in der großen Koalition angefühlt habe, antwortete die bisherige Arbeitsministerin: «Ein bisschen wehmütig - und ab morgen kriegen sie in die Fresse.» Die für ihre bisweilen saloppe Sprache bekannte SPD-Politikerin ließ ein lautes Lachen folgen.

...........
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Raphael » Donnerstag 28. September 2017, 08:07

Das fröhliche Hauen und Stechen geht weiter: :pfeif:

Klaus von Dohnanyi bei Sandra Maischberger:
"Martin Schulz sollte zurücktreten!"


(Quelle)
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Pilgerer » Donnerstag 28. September 2017, 11:53

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Sonnabend 23. September 2017, 13:01
Der ist immerhin interessant und nicht ganz so weit weg vom "Arbeitersozialismus" wie die meisten seiner Parteifreunde.
Mit "Arbeitersozialismus" meine ich eine sozialdemokratische Politik, die Sozialpolitik für die Arbeiter, für ausgewogene Einkommensverhältnisse und Chancengleichheit macht, die aber sicherheitspolitisch und in der Flüchtlingsfrage konservativer ist, weil es im Interesse dieser Leute ist. Denn es sind ja die einfachen Leute, die die AfD wählen, weil sie unter der Konkurrenz durch Flüchtlinge auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt am meisten leiden.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Donnerstag 28. September 2017, 12:37

Sie haben auch ganz unabhängig von der Flüchtlingspolitik unter der agenda 2010 Politik gelitten. Da sind viele einfach nicht mehr zur Wahl gegangen, weil auch diese Politik alternativlos und in den Medien sehr einseitig dargestellt wurde.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 28. September 2017, 13:35

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 12:37
Sie haben auch ganz unabhängig von der Flüchtlingspolitik unter der agenda 2010 Politik gelitten. Da sind viele einfach nicht mehr zur Wahl gegangen, weil auch diese Politik alternativlos und in den Medien sehr einseitig dargestellt wurde.
Sicherlich haben sie unter der Agenda 2010 gelitten und viele haben sich von der SPD abgewandt und Wahlabstinenz geübt. Aber die "Flüchtlings"politik kommt jetzt noch dazu, sozusagen als Sahnehäubchen oben drauf. Natürlich merken sie den verschärften Konkurrenzkampf um einfache Arbeiten (Un- bzw. Angelernte) und preiswerte Wohnungen. Gerade viele der typischen SPD-Wähler wohnen im Ruhrgebiet doch in Bezirken, in denen die "Flüchtlinge" untergebracht wurden. Die quartierte man ja nicht in die Nobelviertel ein, sondern dort, wo es schon relativ viele Ausländer gab. Woher kommen denn sonst die no-go-areas, die Brennpunkte und die tlw. ethnisch geprägten Stadtteile?

Jetzt gibt es eine Partei, die ihre Sorgen aufnimmt und in der politischen Diskussion artikuliert - was die übrigen Parteien noch nie gemacht haben, weil die Politik ja angeblich "alternativlos" ist. Wenn die SPD von 50% auf 38% abstürzt, also über 20% ihrer Wähler verliert, ist das ein Alarmzeichen. Der Hinweis auf die Agenda 2010 geht im übrigen schon aus Zeitgründen fehl, denn früher gab es einen solchen Absturz nicht.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Donnerstag 28. September 2017, 13:57

In Bochum hat man die Flüchtlinge in Containersiedlungen tatsächlich ziemlich gleichmäßig über die Stadt verteilt, bei den Nobelvierteln zuerst.
Die AfD kann sehr froh sein, dass niemand ihr Parteiprogramm liest, mit ziemlich genau den neo-liberalen Ansätzen, die Merkel aus ihrem Programm als allererstes hat fallen lassen.
So blöd, zu glauben, dass ausgerechnet die AfD ihre Sorgen aufgreift, sind meine Nachbarn nun auch nicht. Deren Sorgen bestehen auch nicht aus den paar schwarzen Gesichtern, die es zusätzlich zu den türkischen, polnischen und russischen, mit denen sie aufgewachsen sind, auch noch gibt. Der Euro ist es auch nicht. Aber ihnen als soziale Gerechtigkeit ausgerechnet die Abschaffung der Kindergartenbeiträge zu verkaufen, dass hat nun wirklich bei einigen das Fass zum Überlaufen gebracht. Das ist blanke Wut, da sucht man die Höchststrafe für die SPD, die eben nicht verstanden hat, aber auf soziale Gerechtigkeit macht.
Reil ist in diesem Zusammenhang kein schlechtes Beispiel. Da hat in Essen es die SPD in siebzig Jahren nicht hingekriegt, annähernd gleiche Lebensverhältnisse in Nord und Süd zu organisieren und das, obwohl sie eine Trümmerlandschaft mit jeder Menge sozialen Wohnungsbaugenossenschaften aufbauen durfte, und packt dann auch noch die Flüchtlinge dem Norden obendrauf und will noch nicht mal drüber reden. Da soll es den Genossen aber wirklich wehtun. Das Wirtschafts- und Sozialprogramm der AfD, alle rassistischen Ausfälle sowieso, hat er, der erklärtermaßen Soze bleiben will, ausgeblendet.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Pilgerer » Donnerstag 28. September 2017, 17:47

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 12:37
Sie haben auch ganz unabhängig von der Flüchtlingspolitik unter der agenda 2010 Politik gelitten. Da sind viele einfach nicht mehr zur Wahl gegangen, weil auch diese Politik alternativlos und in den Medien sehr einseitig dargestellt wurde.
Eine Reform des Systems war durchaus richtig. Die neue Organisationsform der Arbeitsämter war jedoch falsch. Es ist besser, wenn es da Beamte gibt, die in einem historisch gewachsenen Treueverhältnis zum Staat stehen und eine ordentliche öffentliche Staatsverwaltung führen, als wenn die Behörde sich wie ein privatwirtschaftliches Unternehmen aufführt, das die Bürger als "Kunden" behandelt. Beamte können sich einfach mehr einlassen und nachhaltiger arbeiten als befristete und schlecht angelernte Angestellte.
Dazu hätte der ganze Bereich der "Aufstocker" besser gestaltet werden müssen, indem die, die immerhin ein wenig arbeiten oder die trotz Vollzeit von ihrem Lohn nicht leben können, deutlich besser gestellt werden als die, die sich dem Arbeitsmarkt verweigern.
Ebenso wäre eine intensivere Coaching- und Vermittlungsarbeit nötig gewesen.

Wichtig wäre auch eine Stärkung des Tarifsystems und der Gewerkschaften gewesen, weil sie den Arbeitnehmern zu mehr Verhandlungsmacht verhelfen, die zu besseren Löhnen führen, die es ihnen erlauben, ihre Mieten zu bezahlen und den Lohnabstand zu den Arbeitslosen zu wahren.
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Donnerstag 28. September 2017, 18:15

Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass der Eintritt der FDP in die Regierung wenigstens für eine Kontrolle der Wirksamkeit der Weiterbildungsfirmen, von denen einige sehr viel Geld und guten Willen verbrennen, gut wäre . Auch den Mißbrauch von zum Teil sehr wertvollen Weiterbildungsangeboten als Disziplinarmaßnahme gegenüber anscheinend "Faulen" hätte man abstellen sollen und sie denen geben sollen, die sie auch wollten.

Wer wieder Arbeit fand, fand sie zu deutlich verschlechterten Bedingungen. Vielleicht war das alles ja tatsächlich alternativlos und die BRD brauchte einen großen Niedriglohnsektor und "atmende Fabriken", aber man hätte die, denen man das alles zugemutet hat, nicht auch noch diffamieren müssen und ihnen die alleinige Verantwortung dafür zuschieben müssen, wenn es ihnen schlechter geht. Da hat sich die SPD bis heute nicht ehrlich gemacht.
Ich halte es außerdem für ein Unding, dass bis heute Leute Arbeitslosenversicherung bezahlen, die so wenig verdienen , daß sie vom ersten Tag ihrer Arbeitslosigkeit an Hartz4 beziehen müssen.

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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Pilgerer » Freitag 29. September 2017, 17:51

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 18:15
Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass der Eintritt der FDP in die Regierung wenigstens für eine Kontrolle der Wirksamkeit der Weiterbildungsfirmen, von denen einige sehr viel Geld und guten Willen verbrennen, gut wäre .
Der Staat hätte auch in Eigenregie viel machen können mit guten Beamten, festen Angestellten und seriösen Auftragnehmern von Weiterbildungsangeboten. Wobei die fachliche Weiterbildung meistens nur ein kleiner Baustein ist. Die anderen Kompetenzen (soziale, persönliche, ...) im Beruf sind zumeist wichtiger.
Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Donnerstag 28. September 2017, 18:15
Ich halte es außerdem für ein Unding, dass bis heute Leute Arbeitslosenversicherung bezahlen, die so wenig verdienen , daß sie vom ersten Tag ihrer Arbeitslosigkeit an Hartz4 beziehen müssen.
Hartz 4 (ALG II) macht eigentlich nur für die eigentlichen "Faulen" Sinn. Für die anderen, die zu wenig in die ALG-Versicherung einbezahlen, die aufstocken müssen oder auch sich gemeinnützig (z.B. in Vereinen) engagieren, wäre ein einfacheres Sozialsystem besser. Einen Mietzuschuss bräuchten eigentlich alle, die unterdurchschnittlich (Durchschnitt ist ca. 2500€) verdienen, weil da schon zu wenig vom Nettolohn übrig bleibt.
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Freitag 29. September 2017, 18:18

Das hat sich noch nicht mal die Linke getraut zu fordern.

Mir hat es zum Beispiel um Sap4-Kurse leid getan, die mein Mann sich selbst finanziert, meine Nichte von der Arge bekommen hat, und in denen dann 9 und 10 Leute saßen, die genauso gut zuhause bleiben hätten können und das auch wollten. Die Leute waren noch nicht mal alle "faul", einer war 58 und wollte, nachdem er immerhin sein ganzes Leben gearbeitet hatte, sich mit dem Computerkram nicht befassen sondern einfach weiter Krankenkassendaten aufnehmen, dürften auch andere Daten sein, eine junge Mutter hatte einen Argetermin verpaßt, wollte aber in den nächsten Jahren sowieso keinen Vollzeitjob....
Auf der anderen Seite sind große Teile des Ganztagsschulsystems in den Anfängen in NRW von 1-Euro-Jobern, unter anderem von mir, als mein Mann berufsunfähig wurde, aufgebaut worden, von denen mehr als die Hälfte sogar dafür qualifiziert waren, aber eben nicht normal eingestellt wurden.
Wut hat wirklich Gründe.

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Niels
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Niels » Donnerstag 5. Oktober 2017, 11:08

"SPD-Wahlschlappe reißt Millionenloch in den Partei-Etat": https://www.welt.de/politik/deutschland ... -Etat.html
Ebenso werde sich die Frage stellen, ob es weiter acht große Funktionärskonferenzen geben solle oder nicht auch zwei genügten.
:ikb_gathering: :ikb_cheers:
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Re: Sonntagsfrage warnt SPD

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 5. Oktober 2017, 13:12

Niels hat geschrieben:
Donnerstag 5. Oktober 2017, 11:08
"SPD-Wahlschlappe reißt Millionenloch in den Partei-Etat": https://www.welt.de/politik/deutschland ... -Etat.html
Tja, das betrifft aber nicht nur die SPD. Bei der CDU/CSU dürfte es noch deutlicher sein.

Die Parteien bekommen Zuschüsse nach der Anzahl der erzielten Stimmen. Die Vergleiche der Stimmen, die bei der Verteilung der staatlichen Mittel für 2016 festgelegt wurden mit den Stimmen, die die Parteien bei der BTW 2017 erzielt haben, ist schon interessant.

CDU BTW 2013 = 14,9 Mio - BTW 2017 = 12,4 Mio - minus 2,5 Mio
SPD BTW 2013 = 11,2 Mio - BTW 2017 = 9,5 Mio - minus 1,7 Mio
CSU BTW 2013 = 3,2 Mio - BTW 2017 = 2,8 Mio - minus 0,4 Mio

Die Gewinner:
FDP BTW 2013 = 2,1 Mio - BTW 2017 = 5 Mio = plus 2,9 Mio
AfD BTW 2013 = 2,1 Mio - BTW 2017 = 5,8 Mio = 3,7 Mio

Da die Parteien rund 0,85 € je Stimme erhalten, kann man sich den Geldregen bei den Gewinnern bzw. die Einbußen bei der Verlierern vorstellen.
Außerdem ist bei der AfD noch das Wahlergebnis der Landtagswahl in NRW (05/17) zu berücksichtigen. Bei der Landtagswahl 2013 trat die Partei nicht an, erhielt daher in den Folgejahren auch keine Zuschüsse. In diesem Jahr erhielt sie 626T Stimmen.

Quellen:
Staatliche Zuschüsse 2016
vorläufiges Endergebnis 2017 - Bundeswahlleiter
Wahlergebnis NRW

Dazu kommen die Zuschüsse zu den politischen Stiftungen, die die Höhe der staatlichen Parteienfinanzierung erheblich übersteigen. Diese bewegen sich unter dem Radar der öffentlichen Aufmerksamkeit, erhalten jedoch weit höhere Beträge als die Parteien aus der Wahlkampfkostenerstattung. Die Zuschüsse für die politischen Stiftungen haben 2011 bereits 432 Mio betragen. Im Zeitraum 2005 bis 2014 sind sie um 50% gestiegen, während der Bundeshaushalt sich nur um 14% erhöhte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Parteinah ... nanzierung

Polit-Stiftungen: Das Kartell der Staatsplünderer

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