Griechenland nach den Wahlen

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Caviteño
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Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Caviteño » Montag 7. Mai 2012, 19:44

In allen Kommentaren wird auf die Schwierigkeiten der künftigen Regierung(sbildung) nach den Wahlen in Griechenland verwiesen. Die beiden "Alt"-Parteien haben nur 149 der 3 Sitze, können also ohne eine andere Partei keine Regierung bilden.

Was sich da aber am rechten Rand tummelt, das verschlägt einem schon den Atem:
Einen Vorgeschmack dessen, was auf das Land zukommen könnte, bekamen Journalisten am Sonntagabend bei der Pressekonferenz der neofaschistischen Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte). Die Partei kam auf sieben Prozent und wird mit 21 Abgeordneten im neuen Parlament sitzen. „Aufstehen, der Führer kommt“, dröhnte es aus den Lautsprechern, als Nikos Michaloliakos den Saal betrat, der Parteichef. Weil die Journalisten sich nicht von ihren Plätzen erhoben und den Hitlergruß verweigerten, den die Anhänger der Partei ihrem Führer entbieten, wurden sie von schwarzgekleideten Ordnern unsanft aus dem Saal befördert.

Ganz ohne Medien wollte Michaloliakos seinen Sieg aber auch nicht feiern. Deshalb durften einige ausländische Reporter im Saal bleiben. Sie erzählten ihren griechischen Kollegen anschließend, wie es war: „Veni, vidi, vici“, erklärte Michaloliakos, ich kam, ich sah, ich siegte – der Führer in der Pose eines römischen Imperators. „Der Kampf geht weiter, innerhalb und außerhalb des Parlaments“, rief der Parteichef, „wir kommen!“
http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 748.html

Das Video besagter Rede kann man hier sehen - es ist beeindruckend:

http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... 4AXJx3IzdY

Nach diesem Video bin ich ziemlich sicher, daß GR nicht mehr lange im Euro bleib(t)en kann.
Selbst wenn eine Regierungsbildung gelänge wird die Regierung kaum in der Lage sein, die noch ausstehenden Sparmaßnahmen durchzusetzen.

Der Vertreter der stärksten Partei hat bereits den Auftrag zu Regierungsbildung zurückgegeben:
Nach Artikel 37 der griechischen Verfassung hätte Samaras drei Tage Zeit gehabt, die Möglichkeiten einer Regierungsbildung zu sondieren. Aber bereits wenige Stunden, nachdem Samaras das Sondierungsmandat erhalten hatte, gab er es am Montagabend an Staatspräsident Papoulias zurück. „Wir haben alles versucht, aber es war unmöglich“, sagte Samaras. Damit ist der erste Anlauf zur Regierungsbildung gescheitert.
Quelle: s.o.

GR dürfte Mutti mehr Kopfschmerzen bereiten als Hollande oder eine verlorene Wahl in NRW.

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taddeo
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von taddeo » Montag 7. Mai 2012, 20:12

Caviteño hat geschrieben:GR dürfte Mutti mehr Kopfschmerzen bereiten als Hollande oder eine verlorene Wahl in NRW.
Das ist die Frage. Jetzt hätte Resteuropa einen guten Grund, die Griechen loszuwerden. Wenn man sagen kann "die Griechen hamm nimmer alle Inseln in der Ägäis, die sind nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch kein zuverlässiger Partner mehr", dann wäre ein Rausschmiß wohl gut als "alternativlos" zu verkaufen.
Ach wie praktisch.
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Robert Ketelhohn
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Robert Ketelhohn » Montag 7. Mai 2012, 20:17

Geht es deiner Mutter nicht gut, Caviteño?
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Dottore Cusamano
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Dottore Cusamano » Montag 7. Mai 2012, 20:19

taddeo hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben:GR dürfte Mutti mehr Kopfschmerzen bereiten als Hollande oder eine verlorene Wahl in NRW.
Das ist die Frage. Jetzt hätte Resteuropa einen guten Grund, die Griechen loszuwerden. Wenn man sagen kann "die Griechen hamm nimmer alle Inseln in der Ägäis, die sind nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch kein zuverlässiger Partner mehr", dann wäre ein Rausschmiß wohl gut als "alternativlos" zu verkaufen.
Ach wie praktisch.
Hast Du einen besseren Vorschlag, wie man diesem Volk noch helfen könnte?

Es wird höchste Zeit für den Nord-Euro. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von taddeo » Montag 7. Mai 2012, 20:30

Dottore Cusamano hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben:GR dürfte Mutti mehr Kopfschmerzen bereiten als Hollande oder eine verlorene Wahl in NRW.
Das ist die Frage. Jetzt hätte Resteuropa einen guten Grund, die Griechen loszuwerden. Wenn man sagen kann "die Griechen hamm nimmer alle Inseln in der Ägäis, die sind nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch kein zuverlässiger Partner mehr", dann wäre ein Rausschmiß wohl gut als "alternativlos" zu verkaufen.
Ach wie praktisch.
Hast Du einen besseren Vorschlag, wie man diesem Volk noch helfen könnte?
Ich bin kein Wirtschaftsfachmann, aber selbständiger Unternehmer. Im kleinen Maßstab wäre wohl jetzt eine Insolvenz der Weg, der am ehesten zielführend wäre. Nur - wer kauft Griechenland freiwillig auf? Die ROK vielleicht, wenn Putin ein paar Ölmagnaten verstaatlicht und deren Milliarden rüberschiebt ...
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Dottore Cusamano » Montag 7. Mai 2012, 20:42

Das Szenario der Einführung eines Nord-Euro und die Auswirkungen für Deutschland (sehr kompakt und etwas holzschnittartig) zusammengefasst:

http://www.wiwo.de/politik/europa/bunde ... 27658.html
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von holzi » Montag 7. Mai 2012, 21:05

Mich treibt die Frage um, was mit den Zwischenregionen passiert. Nehmen wir mal das Beispiel Norditalien: hier ist die Wirtschaftsleistung auf dem annähernd gleichen Niveau wie in den nördlichen Ländern Österreich, Deutschland etc. Wird sich Italien spalten? Die Lega Nord proklamiert ja schon seit Jahren die "Republik Padanien".
Aber auch in Spanien könnte das Baskenland und Katalonien Aufwind für ihre Unabhängigkeitsbestrebungen verspüren.
Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
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Edi
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Edi » Dienstag 8. Mai 2012, 18:49

Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Dottore Cusamano » Dienstag 8. Mai 2012, 19:08

Vielen Dank, dass Du diesen TV-Bericht, den ich bereits kenne, verlinkt hast, Edi! Erstaunlich, dass solche Wahrheiten von einer öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt gesendet wurden.

Das Wahlergebnis verdeutlicht, dass die Mehrheit der Griechen scheinbar immer noch nicht begriffen hat, wie dramatisch die Situation ihres Volkes ist. Und unsere Regierung scheint immer noch nicht wahr haben zu wollen, in was wir durch eine Währungsunion mit (u.a.) Griechenland hereingezogen wurden.
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Caviteño
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Caviteño » Dienstag 8. Mai 2012, 19:31

Mich hat auch gewundert, daß solch ein Bericht im öffentl.-rechtl. Fernsehen gesendet werden durfte. Aber "zum Glück" kamen ja auch mit Prof. Straubhaar auch Befürworter weiterer Hilfszahlungen zu Wort.

GR wird aus dem Euro austreten (müssen), allerdings erwarte ich von den beiden nächsten EU-Gipfeln weitere Zahlungszugeständnisse. GR ist, wenn man den Medienberichten glauben kann, ohne weitere Hilfsgelder Ende Juni Pleite. Eine Regierungsbildung erscheint unmöglich, ob Neuwahlen zu wesentlich anderen Ergebnissen führen, ist zweifelhaft. Hoffnung auf Besserung besteht mE nicht mehr, der Euro und(!) der EU-Austritt wären die logische, aber leider nicht realistische Konsequenz.

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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Edi » Dienstag 8. Mai 2012, 20:33

Caviteño hat geschrieben: GR wird aus dem Euro austreten (müssen), allerdings erwarte ich von den beiden nächsten EU-Gipfeln weitere Zahlungszugeständnisse. GR ist, wenn man den Medienberichten glauben kann, ohne weitere Hilfsgelder Ende Juni Pleite. Eine Regierungsbildung erscheint unmöglich, ob Neuwahlen zu wesentlich anderen Ergebnissen führen, ist zweifelhaft. Hoffnung auf Besserung besteht mE nicht mehr, der Euro und(!) der EU-Austritt wären die logische, aber leider nicht realistische Konsequenz.

In dem Bericht kamm doch auch klar zum Ausdruck, dass es GR seit dem Eintritt in der Euro wirtschaftlich schlechter gegangen ist als zuvor. Das ist nur durch die Riesenkredite, die die Regierung aufgenommen hat, lange verschleiert worden bis es eines Tages doch vakant wurde. Wie soll GR im Euro wettbewerbsfähig werden? Mit der alten Währung konnte man ggfs. wenigstens abwerten. Im Euro ist doch vieles teurer geworden, sicher auch für Urlauber.
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 8. Mai 2012, 21:18

Dottore Cusamano hat geschrieben:Es wird höchste Zeit für den Nord-Euro.
O je. Siehst du auch gern Horrorfilme?
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Pilgerer
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Pilgerer » Mittwoch 9. Mai 2012, 07:35

Kann die orthodoxe Kirche helfen?
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 9. Mai 2012, 09:36

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Dottore Cusamano hat geschrieben:Es wird höchste Zeit für den Nord-Euro.
O je. Siehst du auch gern Horrorfilme?
Das Problem bei einem "Nord-Euro" ist die Abgrenzung der Teilnehmer - oder genau Frankreich.
Natürlich würde F gern dem mutmaßlich starken "Nord-Euro"-Verbund angehören, obwohl es auf Dauer wirtschaftlich Schwierigkeiten haben dürfte.

Im übrigen hatten wir zu Zeiten der DM bereits eine Art "Nord-Euro". Die Wechselkurse des Gulden und des Schillings bewegten sich immer 1:1,1 bzw. 1:7 zur DM - mit ganz geringen Schwankungen. Warum sollten sich Länder, die keine einheitliche Regierung und keine einheitliche Gesetzgebung haben, zu einem Währungsverbund zusammenschließen? :achselzuck:
Man sollte aus dem Fehler "Euro" lernen und nicht den gleichen Fehler mit anderen Vorzeichen wiederholen.

Zu Griechenland:
Inzwischen drohen deutsche Politiker wohl ganz unverblümt damit, daß ohne eine handlungsfähige Regierung und eine Durchsetzung der vereinbarten Sparbeschlüsse kein Geld mehr fließt. Inwieweit diese Äußerungen dem Wahlkampf geschuldet sind, kann man natürlich nicht sagen.
GR scheint davon unbeeindruckt und den mit der Regierungsbildung jetzt beauftragte Alexis Tsipras ficht das nicht an:
Beim Treffen mit Präsident Karolos Papoulias sprach Tsipras am Dienstag von einem historischen Moment für die Linke. Die bisherigen Regierungsparteien rief er auf, gegenüber Brüssel zu erklären, dass ihre Unterschriften unter dem Spar- und Stabilisierungsprogramm nicht mehr gelten. Alle Verträge, die Griechenland mit den Geldgebern geschlossen habe, seien nach dem Ergebnis der Parlamentswahl null und nichtig. Bei der Abstimmung war am Sonntag das Bündnis der Radikalen Linken (Syriza) überraschend zweitstärkste Kraft geworden.
(...)
Tsipras kündigte für den Fall einer Regierungsübernahme ein „Rückzahlungsmoratorium“ für griechische Schulden an. Internationale Kontrolleure sollten prüfen, wie hoch genau die Schulden Griechenlands seien - und ob sie rechtmäßig seien. Außerdem müssten auch alle „arbeiterfeindlichen“ Gesetze zurückgenommen werden.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/s ... 44765.html

Nur zur Erinnerung:
Über die Hälfte ihrer Schulden bei privaten Gläubigern wurde GR auf rechtlich fragwürdige Weise vor wenigen Monaten "erlassen" - daran erinnert sich Herr Tripras wohl überhaupt nicht mehr.
Wer wird mit einem solchen "Partner" denn künftig noch Vereinbarungen abschließen wollen? :hae?:

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Torsten
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Torsten » Mittwoch 9. Mai 2012, 12:47

Caviteño hat geschrieben:Zu Griechenland:
Inzwischen drohen deutsche Politiker wohl ganz unverblümt damit, daß ohne eine handlungsfähige Regierung und eine Durchsetzung der vereinbarten Sparbeschlüsse kein Geld mehr fließt.
Man fragt sich, für wen das denn noch eine Drohung darstellt. Bezugnehmend auf den Bericht, den Edi weiter oben verlinkt hat: Für die Mutter, die ihre Kinder ins Heim geben musste und sie nur noch alle 5 Wochen sieht, weil sie sie nicht mehr ernähren kann? Für die Textilfabrikantin, die keine Kredite mehr bekommt? Für die Rentner und Arbeitslosen, die sich aus Mülltonnen ernähren, oder davon, sich gegenseitig zu bestehlen? Für die Reichen, die sowieso keine Steuern zahlen? Für die Beamten, die entweder korrupt sind oder der Lage nicht Herr werden? Für die deutschen Steuerzahler?

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Dottore Cusamano
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Dottore Cusamano » Mittwoch 9. Mai 2012, 16:38

Caviteño hat geschrieben:

Im übrigen hatten wir zu Zeiten der DM bereits eine Art "Nord-Euro". Die Wechselkurse des Gulden und des Schillings bewegten sich immer 1:1,10 bzw. 1:7 zur DM - mit ganz geringen Schwankungen. Warum sollten sich Länder, die keine einheitliche Regierung und keine einheitliche Gesetzgebung haben, zu einem Währungsverbund zusammenschließen? :achselzuck:

Der Unterschied besteht u.a. darin, dass damals (auch bei fast festen Wechselkursen zur DM in Deinem Beispiel) immer noch drei Notenbanken existierten, die jederzeit sowohl die Geldmenge als auch die Leitzinsen im jeweiligen Währungsraum ändern konnten bzw. den jeweiligen nationalen ökonomischen Bedingungen anpassen konnten. Das ist eine völlig andere Situation als die im Falle einer Währungsunion.
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 9. Mai 2012, 20:05

Dottore Cusamano hat geschrieben: Der Unterschied besteht u.a. darin, dass damals (auch bei fast festen Wechselkursen zur DM in Deinem Beispiel) immer noch drei Notenbanken existierten, die jederzeit sowohl die Geldmenge als auch die Leitzinsen im jeweiligen Währungsraum ändern konnten bzw. den jeweiligen nationalen ökonomischen Bedingungen anpassen konnten. Das ist eine völlig andere Situation als die im Falle einer Währungsunion.
Richtig - und warum sollte man den Vorteil der höheren Flexibilität, den eine eigene Währung bietet, aufgeben?
Mich hat der Gulden nie gestört. Fuhr ich überraschend und kurz in den NL, wurde in jedem grenznahen Geschäft die DM (ok Kurs 1:1) akzeptiert, ansonsten habe ich getauscht - die Kosten dafür halten sich in Grenzen. Durch die heute viel häufigere Kartenzahlung taucht das Problem noch seltener auf als vor 15 - 2 Jahren.

Eine einheitliche Währung ist mE nur in einem einheitlichen Staatsgebiet denkbar und sinnvoll. Davon ist die EU und sogar die potentiellen Mitglieder des "Nord-Euro" noch weit entfernt.

Zurück zu GR:

Alexis Tsipras wirft wohl auch das Handtuch und jetzt wird der frühere Finanzminister Venizelos versuchen, eine Regierung zu bilden.
Venizelos Chancen auf Erfolg könnten am Mittwoch gestiegen sein. Denn angesichts des Patts nach der Wahl zwischen pro-europäischen und anti-europäischen Parteien zeigte eine kleine griechische Linkspartei Gesprächsbereitschaft. „Die Situation in Griechenland ist sehr kritisch und ich glaube, dass die Parteien alle Möglichkeiten nutzen sollten, um Neuwahlen zu vermeiden“, sagte Gerasimos Georgatos, Sprecher der Demokratischen Linken. Damit deutete er zumindest an, dass jetzt die Bereitschaft zu einer Koalition mit der sozialistischen PASOK und der konservativen Neuen Demokratie (ND) bestehen könnte.
http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 12632.html

Wahrscheinlich hat man jetzt in Athen gemerkt, daß ohne neue Sparmaßnahmen kein Geld fließt und ein Staatsbankrott im Sommer wahrscheinlich ist. Ob eine evtl'e Regierung aber lange an der Macht bleibt, ist mE aber zweifelhaft, weil sie eine gute Zielscheibe für die radikalen Parteien im Parlament darstellt.
Ein GR mit dauernden Protesten, Generalstreiks usw. - wie soll das "wieder auf die Beine kommen?" Das Signal, das ein solches Land an die - dringend benötigten - Touristen aussendet, wage ich nicht zu denken....

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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Edi » Mittwoch 9. Mai 2012, 22:32

Caviteño hat geschrieben: Ein GR mit dauernden Protesten, Generalstreiks usw. - wie soll das "wieder auf die Beine kommen?" Das Signal, das ein solches Land an die - dringend benötigten - Touristen aussendet, wage ich nicht zu denken....

Mir hat heute ein Bekannter, der seit gut zehn, zwölf Jahren immer mit seiner Frau nach GR in den Urlaub gefahren ist, gesagt, er ginge nicht mehr hin, es sei zu gefährlich. Bekannte von ihm seien dort schon während der Zugfahrt ausgeraubt worden. Zudem sei alles viel teurer geworden seit es den Euro dort gibt.
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 10. Mai 2012, 13:29

Inzwischen werden auch die Chancen von Venizelos eine Regierung zu bilden als fast aussichtslos eingestuft. Es wird wohl auf Neuwahlen am 17. 6. hinauslaufen.

http://www.faz.net/aktuell/politik/regi ... 46449.html

Nur was soll das bringen?
Mit einer grundlegenden Änderung des letzten Wahlergebnis ist wahrscheinlich nicht zu rechnen.

Die Misere wird deutlich, wenn man den Bonus von 5 Sitzen für die stärkste Partei herausrechnet:
Dann haben von die "Spargegner" 151 Sitze und die "Eurobefürworter" nur 99 Sitze im Parlament. Natürlich kann man immer sagen "Mehrheit ist Mehrheit" (im Parlament) - aber macht es wirklich Sinn, die noch erforderlichen Sparbeschlüsse mit einer geringen Parlamentsmehrheit "durchzupeitschen" - obwohl in den Wahlen die Bevölkerungsmehrheit von 6+ % dagegen gestimmt hat? :achselzuck:

Hat nicht der griechische Souverän bei den Wahlen dafür gestimmt, daß die Sparbeschlüsse abzulehnen sind? Warum wird dieses Votum nicht von den europäischen Regierungen akzeptiert und von der weiteren Überweisung sog. "Rettungsgelder" abgesehen? :hmm:

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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 11. Mai 2012, 00:09

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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Caviteño » Freitag 11. Mai 2012, 10:35

Die EU wird wohl alles tun, damit es in GR nicht zu Neuwahlen kommt:
Sollten in Griechenland erneut Neuwahlen stattfinden, wären europakritische Kräfte die Gewinner. Das Bündnis der Radikalen Linken (Syriza) würde mit 23,8 Prozent klar stärkste Partei werden. Syriza lehnt die Sparprogramme der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank unter Internationalem Währungsfonds strikt ab.

Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Marc, deren Ergebnis der griechische Fernsehsender Alpha am Donnerstagabend ausstrahlte. Die stärkste Partei erhält zusätzlich 5 Mandate im 3 Sitze umfassenden Parlament.
http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 1779.html

Glaubt man in Brüssel wirklich, daß eine Regierung, die nur von einem Minderheit gewählt wurde, weitere Sparmaßnahmen durchsetzen kann? :hmm:

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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von civilisation » Freitag 11. Mai 2012, 22:11

Fünf Tage nach der Parlamentswahl in Griechenland ist auch der dritte Versuch einer Regierungsbildung gescheitert. Der Führer der Sozialisten (PASOK), Evangelos Venizelos, teilte am Freitagabend mit, er werde Staatspräsident Karolos Papoulias am Samstag sein Mandat zurückgeben. Als Chef der drittstärksten Partei war Venizelos der letzte, dem dieser Auftrag erteilt wurde. Nur noch eine Runde aller Parteichefs bei Papoulias könnte nun doch noch zu einer Regierungsbildung führen. Ansonsten muss im Juni erneut gewählt werden.
-> http://www.abendblatt.de/politik/auslan ... ungen.html

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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 12. Mai 2012, 11:46

Und schon werden Stimmen laut, mehr Geld nach Athen zu schicken bzw. die getroffenen Vereinbarungen "flexibel" zu handhaben - ein Austritt aus dem Euro ist für die Euroretter wohl ein Horrorszenario.
Trotz der politischen Krise in Athen wirbt der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), für weitere Finanzhilfen für Griechenland. „Wir wollen das Land mit den Hilfszahlungen stabilisieren und keinen Zusammenbruch auslösen, dessen Domino-Effekte wir nicht kennen“, sagte Schulz dem „Hamburger Abendblatt“.
(...)
Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker Handlungsbedarf will Griechenland indes mehr Zeit zum Sparen geben. Die europäischen Partner müssten ihren Zeitplan auf den Prüfstand stellen und die Verträge mit Griechenland im Zweifel nachbessern, sagte der Juncker im badischen Neuenburg am Rhein bei Freiburg in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Sollte sich die Regierungsbildung weiter verzögern oder sollte es Neuwahlen geben, brauche Griechenland mehr Zeit. Diese müsse ihr eingeräumt werden.
http://www.handelsblatt.com/politik/int ... -all.html

:nein:

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Edi
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Edi » Sonnabend 12. Mai 2012, 13:24

Es lebt der Mensch im alten Wahn.
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Lupus » Sonnabend 12. Mai 2012, 17:05

Mir tut das griechische Volk leid, das durch seine Politiker und Bankiers in diese missliche Lage manövriert wurde und nun auslöffeln soll, was die Oberen, egal welcher Couleur, eingebrockt haben.
Ich weiß und habe es nach oftmaligem Urlaubsaufenthalt auf Patmos erfahren, wie gastfreundlich und liebenswert die Leute sind.

+L.
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von lutherbeck » Sonnabend 12. Mai 2012, 21:04

Die EU weicht die strengen Sparvorgaben momentan verbal auf - also: weiter so, Hellas!

:unbeteiligttu:
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 12. Mai 2012, 21:44

lutherbeck hat geschrieben:Die EU weicht die strengen Sparvorgaben momentan verbal auf - also: weiter so, Hellas!

:unbeteiligttu:
:ja: :ja:

Hier der nächste Weichspüler:
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schließt weitere europäische Hilfen für Griechenland ausdrücklich nicht aus. "Wenn die Griechen eine Idee haben, was wir zusätzlich tun können, um das Wachstum zu fördern, kann man immer darüber sprechen und nachdenken", sagte Schäuble der "Welt am Sonntag". Im Kern gehe es aber darum, Griechenland wieder wettbewerbsfähig zu machen, die Wirtschaft wachsen zu lassen und den Weg zu den Finanzmärkten wieder zu öffnen.
http://www.ftd.de/politik/europa/:nach- ... 3595.html

Oder:
"Wir lassen uns unseren Traum von einem einheitlichen Europa doch nicht kaputtmachen - koste es, was es wolle." Irgendwelcher Blödsinn zur Wachstumsförderung (z.B. Solarindustrie) wird den Griechen schon einfallen, um wieder an Geld zu kommen....

Man kann es auch als Lernschwierigkeiten bezeichnen - in der Schule wäre die Versetzung dieses Schülers gefährdet.....

@Lupus:
Das Volk zahlt immer die Zeche - es hat aber auch diese Politiker gewählt.
Etwas ähnliches wird man morgen bei den "deutschen Griechen" in NRW sehen. Auch da wird "Pleite-Hannelore" in der Wahl bestätigt werden. Wer wählt denn eine Partei, die sich gegen den Euro-Rettungswahn ausspricht, wenn diese voraussichtlich unter 5% liegen wird?

Und wenn "Schulden-Wolfgang" bei dieser Konjunktur und den Steuermehreinnahmen in Mrden-Höhe noch immer eine Neuverschuldung hat, kann man seine Sprüche von einem ausgeglichenen Haushalt auch als das nehmen, was sind sie sind - Worthülsen. Wetten, daß im Jahre 216 (oder wann erstmals ein neu-schuldenfreier Haushalt anvisiert wird) genügend Gründe gefunden werden, warum man gerade jetzt nicht sparen kann...

Solange man keine plebiszitären Elemente in Finanzfragen einführt wie in der Schweiz, wird die Verschuldungs-, Rettungs- und Steuererhöhungs-Orgie weitergehen - leider.

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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Caviteño » Dienstag 15. Mai 2012, 16:44

Gespräche für eine Regierungsbildung gescheitert - Neuwahlen in GR:

http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 3682.html

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 52259.html

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/i ... 797.html

Die Neuwahlen sollen voraussichtlich am 17. 6. stattfinden - nach den bisherigen Umfragen könnten die Gegner der Sparauflagen durch die Wahlen gestärkt werden.

Staatsbankrott und "GRexit" aus Euro (und EU?) werden immer wahrscheinlicher, zumal Schäuble nicht bereit zu sein scheint, Neuverhandlungen über die Sparmaßnahmen in Erwägung zu ziehen:
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat Änderungen am Sparprogramm für Griechenland erneut abgelehnt. Die Probleme des Landes rührten nicht daher, dass zuviel gespart worden sei, sagte Schäuble am Dienstag nach dem EU-Finanzministertreffen in Brüssel. Die Vereinbarung mit den internationalen Gebern sei deshalb nicht verhandelbar.

„Die Menschen in Griechenland müssen wissen, dass das, war wir für Griechenland vereinbart und auf den Weg gebracht haben, eine ganz außergewöhnlich Anstrengung ist“, ergänzte er. Die Bürger Griechenlands müssten selbst entscheiden, welchen Preis sie für den Verbleib in der Euro-Zone akzeptierten.
http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 36324.html

Pilgerer
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Pilgerer » Dienstag 15. Mai 2012, 19:38

Den Griechen könnten zwei Maßnahmen rasch helfen:
1. Radikale Kürzung aller Beamten- und Politikergehälter. Personalkosten machen meistens den größten Anteil der Staatsausgaben aus
2. Stärkung der Effizienz der Finanzverwaltung

Dazu wäre ein Schritt der Askese und Rationalität nötig, der teilweise calvinistischen Charakter hat und evtl. der südeuropäischen Mentalität schwerfällt.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Torsten
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Torsten » Dienstag 15. Mai 2012, 19:58

Pilgerer hat geschrieben:Den Griechen könnten zwei Maßnahmen rasch helfen:
1. Radikale Kürzung aller Beamten- und Politikergehälter. Personalkosten machen meistens den größten Anteil der Staatsausgaben aus
Die von der Troika geforderten Sparmaßnahmen gehen über diese Forderung hinaus. Es werden nicht die Gehälter gekürzt, sondern die Stellen gestrichen.
Dazu wäre ein Schritt der Askese und Rationalität nötig, der teilweise calvinistischen Charakter hat und evtl. der südeuropäischen Mentalität schwerfällt.
Es ist kein Zufall, dass die südeuropäische Mentalität, die sich durch ihre Lebensfreude auszeichnet, als erstes einem lebensfeindlichen System zum Opfer fällt, welches die Geldmacherei zum Selbstzweck erhoben hat.

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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Raphael » Dienstag 15. Mai 2012, 20:03

Torsten hat geschrieben:Es ist kein Zufall, dass die südeuropäische Mentalität, die sich durch ihre Lebensfreude auszeichnet, als erstes einem lebensfeindlichen System zum Opfer fällt, welches die Geldmacherei zum Selbstzweck erhoben hat.
Jetzt weiß ich endlich, was ein Euphemismus ist! :klatsch:

Ein Euphemismus ist es, wenn man betrügerisches Einschleichen in die Währungsunion als "südeuropäische Mentalität, die sich durch ihre Lebensfreude auszeichnet" bezeichnet. Danke Torsten, Du machst schlauer ...............
JESUS CHRISTUS ist ein guter Lehrer:
Erst führt ER die Schüler an ihre Grenzen und dann darüber hinaus!

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Torsten
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Re: Griechenland nach den Wahlen

Beitrag von Torsten » Dienstag 15. Mai 2012, 20:12

Raphael hat geschrieben:Ein Euphemismus ist es, wenn man betrügerisches Einschleichen in die Währungsunion als "südeuropäische Mentalität, die sich durch ihre Lebensfreude auszeichnet" bezeichnet.
Es waren Politiker, die betrogen und die sich haben betrügen lassen, um ihre "Visionen" umzusetzen. Das Volk dort und das Volk hier bezahlt dafür jetzt bitter.

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