Afrika - ein "verlorener Kontinent" ?

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Pit
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Afrika - ein "verlorener Kontinent" ?

Beitrag von Pit » Mittwoch 6. Juni 2007, 18:42

Hallo "Kreuzgangster",

ist Afrika wirklich, wie der eine oder andere Zeitgenosse behauptet, ein "verlorener Kontinent"?
Ich glaube es nicht, sondern bin davon überzeugt, daß gerade der afrikanische Kontinent und seine Bevölkerung noch ein grosses Potenzial birgt.

Hier einige Links zu Websites,die ich für sinnvoll halte, um einen Einblick ins Thema zu bekommen:

1) www.nangu-thina.de - ein Verein, mit dem mich manches Persönliche verbindet.

2) www.afrikakooperative.de - aus Münster, der Name sagt schon einiges.

3. www.gemeinsam-fuer-afrika.de - damit man nicht nur vom "verlorenen Kontinent" spricht und für konkrete Hilfe vor Ort.

Gruß, Pit
"Nkosi sikelel iAfrika !" ("Gott schütze Afrika!" auf Suwaheli)
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Esperanto
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Beitrag von Esperanto » Donnerstag 7. Juni 2007, 00:47

Sollen die Chinesen doch Afrika industrialisieren, dann sind sie bald so reich wie wir, die Afrikaner.

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Linus
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Beitrag von Linus » Donnerstag 7. Juni 2007, 04:44

Der Name sagt gar nix Pit. Namen sind Schall und Rauch :roll:
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Donnerstag 7. Juni 2007, 10:08

Rio Tinto Zinc und Anglo American aus Afrika raus-
werfen. (Und überhaupt überall rauswerfen.)
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John Grantham
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Beitrag von John Grantham » Donnerstag 7. Juni 2007, 10:24

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Rio Tinto Zinc und Anglo American aus Afrika raus-
werfen. (Und überhaupt überall rauswerfen.)
Genau. Ich bin dafür, die verdammten Europäer aus Europa rauszuschmeißen!

Oder auch so:

Bild

Cheers,

John
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Linus
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Beitrag von Linus » Donnerstag 7. Juni 2007, 10:26

Genau. Gebt Louisiana den Franzosen zurück! :D
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mitsch
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Beitrag von mitsch » Donnerstag 7. Juni 2007, 10:42

Esperanto hat geschrieben:Sollen die Chinesen doch Afrika industrialisieren, dann sind sie bald so reich wie wir, die Afrikaner.
Sind wir Afrikaner??? :ratlos:

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Donnerstag 7. Juni 2007, 10:44

John Grantham hat geschrieben:Ich bin dafür, die verdammten Europäer aus Europa rauszuschmeißen!
Nein, nur die Erdnußbande aus der Deutschen Bank (u. ä.). Sehr begrenzte Maßnahmen.

_____________________________________


  • Nachtrag:

    Wenn der Ackermann
    ackert, was er ackern kann,
    in Tschitá
    ha! ha! ha!
    wächst die Volkswirtschaft,
    steht das Land in Saft und Kraft.
    In Tschitá
    ha! ha! ha!
    ackert dann der Ackermann,
    hierzuland sind andre dran.
[/size]
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John Grantham
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Re: Afrika - ein "verlorener Kontinent" ?

Beitrag von John Grantham » Donnerstag 7. Juni 2007, 10:52

Pit hat geschrieben:ist Afrika wirklich, wie der eine oder andere Zeitgenosse behauptet, ein "verlorener Kontinent"?
Ich glaube es nicht, sondern bin davon überzeugt, daß gerade der afrikanische Kontinent und seine Bevölkerung noch ein grosses Potenzial birgt.
Haben sie theoretisch auch, wie alle Menschen. Aber man muß das mit einer gewissen Härte betrachten:

Sie müssen verstärkt die eigenen Probleme in die Hand nehmen und mehr Eigenverantwortung tragen. Ja, sie haben viele Probleme als Folge aus der Kolonialzeit; ja, sie wurden teilweise enorm schlecht beraten durch Weltbank und UNO und weißderGeierwen in den 60ern und 70ern (daher sollen ihre Staatsschulden, sofern sie guten Willens sind, getilgt werden). Aber sie müssen aufhören, ständig ihre Coups und Bürgerkriege und Korruption zu führen. Ja, Rüstung und Geld kommen von außen, aber sie spielen ja mit. "It takes two to tango."

Es gibt Länder, wo es aber sehr positive Ansätze gibt, wo man sagen kann, da gibt es große Fortschritte. Südafrika etwa, oder Ghana, oder Kenya oder Mosambik. Aber es gibt auch Länder, die früher glänzende Vorbilder waren, die völlig auseinander gefallen sind -- Simbabwe oder Nigeria etwa -- die immer wieder versuchen, den Westen oder WTO oder Amerika oder wie auch immer für alle ihre Probleme verantwortlich zu machen. Das ist lächerlich. Die Probleme sind ganz klar hausgemacht und durch Korruption und interne Machtpolitik hervorgerufen, schwache demokratische und rechtsstaatliche Institutionen und so weiter.

Afrika ist kein verlorener Kontinent, und Großkonzerne sind auch nicht das Problem. Das Problem ist das wir alle -- in Europa, in Amerika, in Afrika -- Korruption und schwache wirtschaftliche und demokratische Institutionen tolerieren. Wir schauen weg, wenn es Probleme gibt. "Not my problem". Wenn deutsche Firmen da mitmachen, Menschen zu unterdrücken, wird hierzulande in der Presse erstaunlich wenig darüber gesprochen (in Amerika wird in der Presse i.d.R. die Hölle heiß gemacht -- Nike etwa mit Sweatshops). Es ist zwar in Deutschland mittlerweile theoretisch verboten, Bestechungsgeld von der Steuer abzusetzen, aber es ist immer noch Praxis -- man muß nur einen guten Steuerberater haben. Keiner redet darüber oder man macht irgendwelche Ausreden ("aber...aber...die anderen machen das auch, mehr als wir!"). Und das ist abscheulich. (Passend zum Thema Reue, Linus. ;) )

Und so drehen sich die Mühlen weiter.

Wenn man mit Argumenten ankommt, "die da oben" machen dies oder jenes, habe ich großes Unverständnis. Jeder trägt Mitverantwortung und jeder hat die Kraft, Dinge zu beeinflußen. Tut doch etwas. Jede einzelne von uns ist eine Ameise, aber eine Menge Ameisen zusammen bewirken Erstaunliches. ;)

Cheers,

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Beitrag von John Grantham » Donnerstag 7. Juni 2007, 10:54

Linus hat geschrieben:Genau. Gebt Louisiana den Franzosen zurück! :D
Bäh. Das olle mückengefüllte Sumpfland können sie gerne haben. ;)

(Zumindest das heutige Louisiana, nicht das damalige. ;) )

Cheers,

John
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Peregrin
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Beitrag von Peregrin » Donnerstag 7. Juni 2007, 13:07

Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

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Beitrag von John Grantham » Donnerstag 7. Juni 2007, 13:31

Peregrin hat geschrieben:SPON zum Thema: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 64,00.html
Dem Artikel stimme ich weitgehend zu. Was sie brauchen, ist nicht mehr Geld i.S.v. "Entwicklungshilfe" (erst recht nicht ohne Aufsicht, denn das Geld wird mit Sicherheit einfach irgendwo verschwinden).

Was sie brauchen, ist technische Unterstützung, z.B. mit umweltfreundlicher Energieerzeugung, mit Infrastruktur (z.B. Straßen oder Brücken oder vor allem Wasserversorgung), aber auch mit Beratung in der Einrichtung von Volks- und Agrarwirtschaft, in rechtsstaatlichen Fragen und so weiter. NGOs müssen auch dabei sein, weil gerade sie die Erfahrungen gesammelt haben, vor Ort. Und es muß ständig geprüft und evaluiert werden, was wirkt, und was nicht. Evaluation ist mittlerweile ein sehr ernstzunehmendes wissenschaftliches Fach, in dem man die Wirksamkeit von solchen Programmen prüfen kann. Man sollte von dieser Wissenschaft profitieren. Aber das tut man viel zu wenig, u.a. weil man Angst hat, die Leute dort zu beleidigen (vielleicht sollte man einiges ohne der dortigen Regierungen machen...), aber auch weil man Evaluation noch nicht ernst nimmt. Jedes Cent muß mit einem Ziel verbunden werden, und wenn das Ziel nicht erfüllt wurde, wird nicht ausgezahlt und basta.

Es gibt auch Leute aus der heutigen Wirtschaft, die genau das machen wollen. Sie wollen anpacken und helfen, weil sie wissen, daß wirtschaftliche Prinzipien hier sehr wirksam sein können. Zielsetzung und Ausführung mit strengen Kontrollen. Anstatt Wirtschaft an sich zu verteufeln, sollte man lernen, sie als Werkzeug zu verstehen und als solches einzusetzen. So kann die Globalisierung zum Guten gewendet werden und das wirtschaftliche System (auch Weltbank, WTO, G8 und alles dazu) zu einem positiven Beitrag zu unserer Gesellschaft werden.

Cheers,

John
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Inabikari
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Re: Afrika - ein "verlorener Kontinent" ?

Beitrag von Inabikari » Donnerstag 7. Juni 2007, 13:32

@Pit
Pit hat geschrieben: "Nkosi sikelel iAfrika !" ("Gott schütze Afrika!" auf Suwaheli)
Das kann nicht Swahili (Suaheli) sein, denn im Swahili heißt 'Gott' "Mungu" und 'schützen' "okoa".

Der obige Satz muß aus einer südafrikanischen Sprache stammen (Zulu, Xhosa, Tswana o.ä.).

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Beitrag von Linus » Donnerstag 7. Juni 2007, 14:06

John Grantham hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:Genau. Gebt Louisiana den Franzosen zurück! :D
Bäh. Das olle mückengefüllte Sumpfland können sie gerne haben. ;)

(Zumindest das heutige Louisiana, nicht das damalige. ;) )

Cheers,

John
ich meinte selbstverständlich die Kolonie, nicht den Bundesstaat. Dann könnte man Euch Amis evtl auch Kultur beibringen :mrgreen:
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Re: Afrika - ein "verlorener Kontinent" ?

Beitrag von Linus » Donnerstag 7. Juni 2007, 14:09

Inabikari hat geschrieben:@Pit
Pit hat geschrieben: "Nkosi sikelel iAfrika !" ("Gott schütze Afrika!" auf Suwaheli)
Das kann nicht Swahili (Suaheli) sein, denn im Swahili heißt 'Gott' "Mungu" und 'schützen' "okoa".

Der obige Satz muß aus einer südafrikanischen Sprache stammen (Zulu, Xhosa, Tswana o.ä.).
Xhosa, "Gott"(wobei: korrekter weise ist's wohl mit "Herr "zu übersetzen) heißt auf Xhosa "Nkozi"

Linus, durch Verwandtschaft sich mit Afrikanistik beschäftigend (ein wenig, jedenfalls) .
Zuletzt geändert von Linus am Donnerstag 7. Juni 2007, 14:19, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitrag von John Grantham » Donnerstag 7. Juni 2007, 14:15

Linus hat geschrieben:
John Grantham hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:Genau. Gebt Louisiana den Franzosen zurück! :D
Bäh. Das olle mückengefüllte Sumpfland können sie gerne haben. ;)

(Zumindest das heutige Louisiana, nicht das damalige. ;) )
ich meinte selbstverständlich die Kolonie, nicht den Bundesstaat. Dann könnte man Euch Amis evtl auch Kultur beibringen :mrgreen:
Von den Franzosen!? Die finden Jerry Lewis witzig! ;D

Cheers,

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Re: Afrika - ein "verlorener Kontinent" ?

Beitrag von Niels » Freitag 16. Februar 2018, 07:39

"Afrika war ein dynamischer Kontinent": https://derstandard.at/2000073506787/Hi ... -Kontinent

Interessant sind die Leserkommentare.

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"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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