Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

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Edi
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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Edi » Donnerstag 26. Juni 2014, 04:12

Reden und wenig sagen, aber einiges andeuten. Dieser Guttenberg scheint nichts dazu gelernt zu haben, passt wohl eher zu den Rechten in den USA.
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... ement.html

http://www.stern.de/politik/deutschland ... 19726.html
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
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overkott
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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von overkott » Donnerstag 26. Juni 2014, 10:01

Guttenberg betreibt posttraumatische Vergangenheitsbewältigung. Das ist sein gutes Recht.

Caviteño
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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 26. Juli 2014, 09:40

Der "vertrauliche" Abschlußbericht i. S. Annette Schavan wurde öffentlich. Darin beklagt sich der Dekan der Philosophischen Fakultät über den Versuch der Einflußnahme:
Frau Schavan selbst hat in ständiger Verquickung ihrer persönlichen Betroffenheit und ihrer Rolle als Wissenschaftspolitikerin mit immer wieder neuen Äußerungen dazu beigetragen, falsche Vorstellungen über das, worüber verhandelt worden ist, zu erwecken. So bezeichnete sie den Entzug des Doktorgrades noch im November 213 öffentlich als „zutiefst wissenschaftsferne Entscheidung“. Im Dezember 213 ist sie mit der Behauptung hervorgetreten, es zeuge von einem irren Menschenbild, Täuschungsvorwürfen gegen eine dreißig Jahre alte Dissertation nachzugehen (ignoriert wird in dieser Aussage, dass die damalige Ministerin telephonisch um die Untersuchung gebeten hatte). Im April 214 hat sie vor Schülern erklärt, ihr sei gar nicht Abschreiben vorgeworfen worden, sondern dass Fußnoten an falschen Stellen gesetzt wurden. Die vollkommen eindeutige und unmissverständliche Bestätigung unseres Standpunkts durch das Verwaltungsgericht hat bei der Ex-Ministerin zu keinerlei Modifikation dieser Haltung geführt. Vielmehr wartete sie als schlechte Verliererin mit der Erkenntnis auf, dass Gerichte eben bedauerlicherweise immer zugunsten der Fakultäten entscheiden (was ja vielleicht auch daran liegen könnte, dass Fakultäten nur im Falle offenkundiger Plagiate und nicht aus willkürlicher Neigung Doktortitel entziehen und deshalb regelmäßig Recht bekommen). Die gleiche Unfähigkeit zur Einsicht dominierte im Umkreis der Politikerin. So ist der Neusser Abgeordnete und enge Weggefährte von Frau Schavan, Bundesminister Gröhe, mit der für ein Mitglied der Exekutive doch eigentlich recht skandalösen, bezeichnenderweise aber völlig ungerügt gebliebenen Bemerkung hervorgetreten, die „Entscheidung“ zeige „die Grenzen der gerichtlichen Überprüfbarkeit fragwürdiger universitärer Verfahren“. Auf Biedenkopf, Kauder, den Bildungsexperten Kretschmer etc. möchte ich in diesem Zusammenhang nicht auch noch eingehen. Von keiner dieser Personen, die in verbalen Entgleisungen der Fakultät extremen Dilettantismus oder auch Ärgeres vorgeworfen haben und dabei partiell auf ihre eigene juristische Kompetenz hingewiesen haben, ist in irgendeiner Weise eine Entschuldigung zu vernehmen gewesen.
(...)
Dass Betroffene selbst in der Regel völlig uneinsichtig sind und – vielleicht auch durch Autosuggestion nach länger verstrichener Zeit - sich allenfalls als schlampig, nicht aber als arglistig täuschend sehen wollen, ist menschlich verständlich. In unserem besonderen Fall blieb allerdings die Betroffene in dieser fehlenden Einsicht nicht allein. Nach der langen Wirksamkeit im Cusanuswerk und nach achtzehn Jahren des Ministeramts und in Ausnutzung ihrer zahlreichen Verbindungen fand sie namhafte Unterstützung nicht nur bei Politikern, sondern auch bei Wissenschaftlern bzw. Wissenschaftsfunktionären, die die Schuld für das so unpassende und auch für uns bedauerliche Ergebnis nicht in der Jugendsünde der Betroffenen, sondern bei der irgendwie unmöglich agierenden Fakultät suchten. So entstand, von Presseorganen wie der RP und dem Kölner Stadtanzeiger dann immer wieder aufgewärmt, der Eindruck, es gehe um einen Konflikt innerhalb der Wissenschaft, obwohl das eigentlich nur in dem Sinne richtig sein kann, in dem es einen Konflikt zwischen Astrologen und Astronomen, zwischen Kreationisten und Vertretern der Evolutionstheorie gibt.
http://www.docdroid.net/f4h2/abschlussb ... h.pdf.html

Zeitungsartikel der Süddeutschen

Deutliche Worte. Sie werden aber weder die betroffenen Politiker noch Frau Schavan nicht besonders interessieren. Auf dem homepage der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl grüßt Frau Schavan die Besucher als designierte Botschafterin.

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 30. Juli 2014, 12:27

Herr Lammert sagt eine Festrede zum 5jährigen Jubiläum der Universität Düsseldorf ab - der Entzug des Doktortitels für seine Parteifreundin Schavan ist der ausschlaggebende Grund:
Lammert selbst erklärte in einem Schreiben an den Rektor der Universität, er habe „unterschätzt, welche Bedeutung das Verfahren zur Aberkennung des Doktorgrades von Annette Schavan noch immer nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung, sondern auch im Selbstverständnis der Düsseldorfer Hochschule hat“.
Dabei verwies er unter anderem auf die „demonstrative Auszeichnung“ von zwei Professoren, die bei dem Verfahren gegen die damalige Wissenschaftsministerin eine zentrale Rolle gespielt hatten. Ihn irritiere, „dass jegliche kritische Stimmen auch und gerade von hochangesehenen Wissenschaftlern und aus den akademischen Spitzenverbänden ausnahmslos für eine unerwünschte Einmischung und unzulässige versuchte Einflussnahme erklärt werden“.
Die Universität hatte die Professoren Bruno Bleckmann und Stefan Rohrbacher Mitte Juli mit der Universitätsmedaille ausgezeichnet. Rektor Michael Piper lobte die Wissenschaftler dabei ausdrücklich für „ihre beispielhafte akademische Zivilcourage“. Sie hätten die Freiheit zur Kritik fehlerhafter wissenschaftlicher Arbeiten in einem Fall großer öffentlicher Einflussnahme mutig verteidigt.
„Für einen unbefangenen Beobachter des Düsseldorfer Verfahrens kann und will ich mich nicht halten, aber für fragwürdig im wörtlichen Sinne halte ich es allerdings“, erklärte Lammert. Das mache ihn als Festredner ungeeignet.
http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 71825.html

Er trägt der Universität wohl noch immer nach, daß all der Druck nichts gefruchtet hat. Dabei konnte sich Frau Schavan doch ihren Wunsch erfüllen: Wohnort Rom mit B 9 Bezügen.....

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Niels
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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Niels » Montag 28. September 2015, 08:28

Frau von der Leyen tritt die Flucht nach vorne an: http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 54981.html
Plagiatsjäger der Internetplattform "VroniPlag" werfen Ursula von der Leyen vor, Teile ihrer Doktorarbeit abgeschrieben zu haben. Die Ministerin weist die Anschuldigung nun zurück. Sie habe selbst eine Überprüfung der Arbeit veranlasst.

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Sempre
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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Sempre » Dienstag 29. September 2015, 02:49

M. Klonovsky, 28. September 2015 hat geschrieben:Ursula von der Leyen soll Teile ihrer Doktorarbeit abgeschrieben haben, ein Vorwurf, der vorher schon andere Politiker aus dem parlamentarischen Schlummer riss (Lammert, Steinmeier) und sie in zwei Fällen – Schavan, zu Guttenberg – sogar den Ministerjob kostete. Liegt es an der Minderwertigkeit des deutschen Doktortitels oder der Minderbemitteltheit deutscher Bevölkerungsverteter? Die Frage sei falsch gestellt, belehrt mich Freund S., er habe selber bei einigen Doktorarbeiten Geburtshilfe verrichtet und wisse, dass oftmals Dritte mit deren Erstellung beauftragt würden. Stellte sich eines Tages heraus, dass diese nun Pfusch oder eben Plagiate abgeliefert haben, käme doch kein Auftraggeber auf die Idee, die miserablen Ghostpromovierer öffentlich hinzuhängen, denn damit offenbarte er ja coram publico seine Betrugsabsicht und käme erst recht in Teufels Küche. Lieber beschweige man zähneknirschend das tatsächliche Zustandekommen der Arbeiten.

Damit wäre zumindest plausibel erklärt, warum den erhobenen Plagiatsvorwürfen seitens der Verdächtigten jedesmal die Ankündigung folgt, man werde das umgehend prüfen. Möglich immerhin, dass Frau von der Leyen ihre Doktorarbeit jetzt zum ersten Mal liest.

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Caviteño » Freitag 2. Oktober 2015, 13:21

Als hätte D. nicht schon genug mit den Flüchtlingen zu tun - jetzt meldet sich auch noch ein "Edel-Flüchtling" zurück:

Guttenberg ist wieder da
Der 43-Jährige wird in der CSU wieder eine aktive Rolle übernehmen. Er soll dem Kompetenzteam beitreten, das Parteichef Horst Seehofer mit Blick auf die kommenden Wahlen zurate ziehen will.
Er habe Guttenberg gebeten, dass er "sein ganzes Wissen und Können gegenüber unserer Partei und mir persönlich einbringt", sagt Seehofer. Und der Umworbene habe dem Werben nach reiflicher Überlegung stattgegeben.
:heul: :panisch:

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von lutherbeck » Freitag 2. Oktober 2015, 20:26

:D
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

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Niels
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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Niels » Mittwoch 20. Juli 2016, 10:53

Erfindungsreiche Dame: http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... udium.html
"In der Rückschau vermag Frau Hinz nicht zu erkennen, welche Gründe sie seinerzeit veranlasst haben, mit der falschen Angabe über ihren Schulabschluss den Grundstein zu legen für weitere unzutreffende Behauptungen über ihre juristische Ausbildung und Tätigkeit."
:tante:
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von guatuso » Mittwoch 20. Juli 2016, 14:35

Niels hat geschrieben:Erfindungsreiche Dame: http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... udium.html
"In der Rückschau vermag Frau Hinz nicht zu erkennen, welche Gründe sie seinerzeit veranlasst haben, mit der falschen Angabe über ihren Schulabschluss den Grundstein zu legen für weitere unzutreffende Behauptungen über ihre juristische Ausbildung und Tätigkeit."
:tante:
Wie darf man sich das vorstellen? Eine Frau, die nicht mal Abitur hat, vermittelt der SPD und allen Waehlern ueber viele Jahre den Eindruck, sie sei Jurist und koenne somit auch als Anwalt oder Richter auftreten?
Und keinem faellt deren juristische Unwissenheit auf?
Was sagt das ueber Frauen? Das man als Frau heute alles erreichen kann ohne etwas Koennen zu koennen?
Was sagt das ueber die SPD. Dass die mittlerweile ganz unten angekommen sind und man sich schaemen muss diese Organisation, die sich nicht scheut sich als "Partei· zu klassifizieren, in Deutschland zu haben?
Oder sagt das etwas ueber die deutsche Gesellschaft auf, die jeden Behauptung glaubt und glauben will, den da jemand offizielles verzapft?

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Sarandanon
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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Sarandanon » Mittwoch 20. Juli 2016, 16:55

guatuso hat geschrieben:Wie darf man sich das vorstellen? Eine Frau, die nicht mal Abitur hat, vermittelt der SPD und allen Waehlern ueber viele Jahre den Eindruck, sie sei Jurist und koenne somit auch als Anwalt oder Richter auftreten?
Und keinem faellt deren juristische Unwissenheit auf?
Das hab ich mich auch gefragt. Vor allem, weil in ihrer Vita noch Tätigkeiten als Juristin bis 2005 auftauchen. Hat sie diese tatsächlich ausgeübt? Wenn ja, ist der Betrug noch weiter reichend. Wenn nein, was tat sie stattdessen?
guatuso hat geschrieben:Was sagt das ueber Frauen? Das man als Frau heute alles erreichen kann ohne etwas Koennen zu koennen?
Frauen würde ich durch Menschen ersetzen. Es betrifft wahrlich beide Geschlechter.
guatuso hat geschrieben:Was sagt das ueber die SPD. Dass die mittlerweile ganz unten angekommen sind und man sich schaemen muss diese Organisation, die sich nicht scheut sich als "Partei· zu klassifizieren, in Deutschland zu haben?
Die Frage würde ich an ihr direktes Umfeld im Wahlkreis und an die Parteiführung nebst Bundestagsfraktion richten. Die gesamte Partei deswegen in Frage zu stellen, halte ich für falsch.

Diese Dame gehört aufgrund charakterlicher nichteignung aus dem BT und aus sonstigem parteilichem Wirken entfernt. Und zwar schnellstens. Am besten wärs, wenn sie es selber einsieht.
Dich, o Herr, kann nur verlieren, wer dich verlässt.
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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von HeGe » Mittwoch 20. Juli 2016, 16:57

Sarandanon hat geschrieben:Diese Dame gehört aufgrund charakterlicher nichteignung aus dem BT und aus sonstigem parteilichem Wirken entfernt. Und zwar schnellstens. Am besten wärs, wenn sie es selber einsieht.
Sie hat doch schon ihren Rücktritt aus dem BT erklärt.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/ ... f-erfunden
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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 20. Juli 2016, 17:20

Sarandanon hat geschrieben: Die Frage würde ich an ihr direktes Umfeld im Wahlkreis und an die Parteiführung nebst Bundestagsfraktion richten. Die gesamte Partei deswegen in Frage zu stellen, halte ich für falsch.
Die Dame war ja nicht irgendwer. Sie hatte als Direktmandat den Essener Süden und Westen, also die "besseren" Wohnviertel der Ruhrgebietsstadt. Dort wohnte bis zu seinem Tod Karl Albrecht.

Sie war auch keine "Hinterbänklerin" sondern eine der zwei SPD-Vertreter im "ESM-Ausschuß. Das ist der Ausschuß, der z.B. die Anleihenkäufe des ESM abnickt:
Gremium gemäß § 3 Absatz 3 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes (StabMechG) und § 6 Absatz 2 des ESM-Finanzierungsgesetzes (ESMFinG)

Der Bundestag hat am 3. Januar 214 sieben Mitglieder des Haushaltsausschusses in das Sondergremium nach § 3 Absatz 3 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes und § 6 Absatz 2 des ESM-Finanzierungsgesetzes (ESMFinG) gewählt. Sie nehmen die Beteiligungsrechte des Bundestages wahr, wenn nach Artikel 18 des Vertrages zur Errichtung des Europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM) Aufkäufe von Staatsanleihen eines Euro-Mitgliedstaates auf dem Sekundärmarkt geplant sind und die Bundesregierung die besondere Vertraulichkeit dieser Maßnahme geltend macht.
https://www.bundestag.de/bundestag/auss ... 8/a8_sta

Die hat also nicht nur ihre Wähler sondern auch die Parteispitze geblendet.

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Sarandanon
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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Sarandanon » Mittwoch 20. Juli 2016, 18:21

HeGe hat geschrieben:Sie hat doch schon ihren Rücktritt aus dem BT erklärt.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/ ... f-erfunden
Fein. Wenigstens das.
Dich, o Herr, kann nur verlieren, wer dich verlässt.
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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von taddeo » Mittwoch 20. Juli 2016, 18:21

Irgendwas hab ich falsch gemacht. Mein Lebenslauf füllt mittlerweile gut 5 Seiten, aber Leute ohne Lebenslauf kommen in den Bundestag. Oder vielleicht gerade deshalb? :pfeif: :hmm:
nemini parcetur

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von RomanesEuntDomus » Mittwoch 20. Juli 2016, 18:57

taddeo hat geschrieben:Irgendwas hab ich falsch gemacht. Mein Lebenslauf füllt mittlerweile gut 5 Seiten, aber Leute ohne Lebenslauf kommen in den Bundestag. Oder vielleicht gerade deshalb? :pfeif: :hmm:
Tja, bei den anderen Leuten würde es eben viel zu schnell auffallen, wenn sie keine Ahnung und/oder keine Berufserfahrung haben.

Das fängt schon bei Anlernberufen an und geht beim Handwerk weiter. Im richtigen Leben (außerhalb des Bundestages) könnte ich nicht einmal eine "Karriere" als Aushilfsverkäufer bei Aldi simulieren, der Betrug würde innerhalb der ersten Minute auffliegen, weil ich an der Kasse viel zu langsam und hilfslos wäre. Und wenn sich jemand, der keine Ahnung hat, irgendwo als Elektriker oder Klempner bewirbt, fliegt sein Betrug spätestens am ersten Arbeitstag auf (oder er stirbt bei einem Arbeitsunfall), falls er sich nicht anderweitig echte Fachkenntnisse erworben hat.

Im übrigen fällt auf, daß die Mehrzahl der Hochstapler und dreisten Plagiateure Abschlüsse im Bereich einiger weniger "Schwafel- und Ideologenfächer" (Jura, BWL usw.) vorweisen bzw. simulieren. Ich hatte schon als Schüler den starken Verdacht, daß intellektuelle Fähigkeiten, wissenschaftliche Methodik und Fachwissen in diesem Bereichen nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen, solange sich jemand nur gut nach außen darstellen und verkaufen kann.

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von guatuso » Mittwoch 20. Juli 2016, 19:02

Sarandanon hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:Was sagt das ueber Frauen? Das man als Frau heute alles erreichen kann ohne etwas Koennen zu koennen?
Frauen würde ich durch Menschen ersetzen. Es betrifft wahrlich beide Geschlechter.
Ich schrieb Frauen, weil ich "staendig" lese, dass Frauen, egal wie - entschuldige- bloede sie sind, in hohen Positionen kommen. ich denke da etwa an dieses "Aufschreimaedchen", das nix gelernt hat als zu schreien (Aufschrei, alles ist sexistisch!), und in Lybien (glaube ich) Strickunterricht gab und heute fuer dne Staat "Beraterin" fuer die digitale Welt ist.
Umpf!
Mich erinnert das an die medizinische Wunderfrau in den Staaten, die gaaaaanz billige Blutuntersuchen machte, schnell, sicher, eine Revolution auf dem Gebiet der Blutuntersuchung und sie wurde Millionaerin -und heute stellt es sich heraus, alles Bluff, Betrug, heute ist sie Bankrott und der Staat USA denkt daran dieses Labor zu uebernehmen fuer Nichts, um was gescheites zu machen.
Ich denke aber auch an die vielen Frauen die gefoerdert werden, nur weil sie Frauen sind,in den Schulen ebenso wie etwa in der Bundeswehr, wo man die Ansprueche extra herunterschraubte, damit "auch eine Frau" die Pruefung bestehen kann. Ist ja schon diskriminierend fuer Frauen so etwas zu tun!
Oder an die beruechtigte Humbold-Uni in Berlin - ein Grauen....Profnixx.

Aber ich will gerecht sein, es gibt viele tausende Frauen die durch anstaendige Leistung etwas erreichen....und sich ihrer Geschlechtsgenossen wohl auch schaemen.

Also ja, man wundert sich was "Mensch" alles behaupten kann und was sagen solche Betrugskisten ueber den Menschen aus.
Man kann direkt eine schlechte Meinung bekommen....

Ich denke solche Menschen haben ein sehr mangelhaftes Selbstwertgefuehl udnd wollen daher Anerkennung und dabei steigern sie sich mehr und mehr in ein Geflecht von Lug und Betrug.
Ich gehe davon aus dass die Dame sich hetzt in Grund und Boden schaemt.

Und die SPD - was ich von ihr lese in den letzten Jahren empfinde ich als verheerend. Wenn ich dran denke, dass ich mal den Wahlkampf fuer Wily Brandt, also SPD, mit unterstuetzt hatte und was heute aus dieser Partei geworden ist....ich "sehe" keinen einzigen, der das Zeug zu einem handfesten guten Politiker oder gar Staatsmann hat. Leider

Na ja, dem einen sein Gutenberg, dem Anderen seine - wie heisst sie doch?

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von ar26 » Mittwoch 20. Juli 2016, 19:39

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Irgendwas hab ich falsch gemacht. Mein Lebenslauf füllt mittlerweile gut 5 Seiten, aber Leute ohne Lebenslauf kommen in den Bundestag. Oder vielleicht gerade deshalb? :pfeif: :hmm:
Tja, bei den anderen Leuten würde es eben viel zu schnell auffallen, wenn sie keine Ahnung und/oder keine Berufserfahrung haben.

Das fängt schon bei Anlernberufen an und geht beim Handwerk weiter. Im richtigen Leben (außerhalb des Bundestages) könnte ich nicht einmal eine "Karriere" als Aushilfsverkäufer bei Aldi simulieren, der Betrug würde innerhalb der ersten Minute auffliegen, weil ich an der Kasse viel zu langsam und hilfslos wäre. Und wenn sich jemand, der keine Ahnung hat, irgendwo als Elektriker oder Klempner bewirbt, fliegt sein Betrug spätestens am ersten Arbeitstag auf (oder er stirbt bei einem Arbeitsunfall), falls er sich nicht anderweitig echte Fachkenntnisse erworben hat.

Im übrigen fällt auf, daß die Mehrzahl der Hochstapler und dreisten Plagiateure Abschlüsse im Bereich einiger weniger "Schwafel- und Ideologenfächer" (Jura, BWL usw.) vorweisen bzw. simulieren. Ich hatte schon als Schüler den starken Verdacht, daß intellektuelle Fähigkeiten, wissenschaftliche Methodik und Fachwissen in diesem Bereichen nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen, solange sich jemand nur gut nach außen darstellen und verkaufen kann.
Ich bezweifle, daß man bei Jura so ohne weiteres hochstapeln kann. Ok , mir ist es gelungen :breitgrins: Der bekannte Hochstapler Gerd Apostel hat mal behauptet, er hätte es statt in der Psychiatrie auch als Amtsgerichtsdirektor in Sachsen geschafft. Er wollte einen Anruf des BMJ simulieren. Es hätte ihm dann jemand erklärt, daß sowas Ländersache ist und es das BMJ einen Sch angeht, wer in Sachsen Amtsgerichts Direktor wird.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 20. Juli 2016, 20:22

Ich muß mich berichtigen.

Frau Hinz hat bei der letzten Wahl das Direktmandat an die CDU verloren. Es war die knappste Wahlentscheidung und der CDU-Kandidat siegte - wie in der Nachauszählung festgestellt wurde - mit 93 Stimmen Vorsprung. Sie zog über die Landesliste ein.
Bei der Bundestagswahl 213 sorgte der Wahlkreis für besonderes Aufsehen, da Matthias Hauer (CDU) den Wahlkreis nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis vom Abend des Wahltags mit nur drei Erststimmen Vorsprung vor Petra Hinz (SPD) gewonnen hatte.[2] In der Folge ließ der Kreiswahlleiter die Wahlniederschriften überprüfen, wobei sich Unstimmigkeiten zeigten. Daher wurden alle im Wahlkreis 12 abgegebenen Stimmen neu ausgezählt,[3] wonach Hauer mit 93 Stimmen Vorsprung siegte.[4] Es ist der einzige Wahlkreis in NRW, in dem die CDU gegenüber der Bundestagswahl 29 ein Direktmandat hinzugewinnen konnte und gleichzeitig das einzige Direktmandat der CDU im Ruhrgebiet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bundestag ... _Essen_III

Frau Hinz hat den Wahlkreis vor die Wand gefahren. Er wurde seit 1969 mit einer Ausnahme (1983 - Kohl hatte gerade Schmidt abgelöst) von der SPD mit Ergebnissen von z.T. deutlich über 4% gewonnen. In den letzten beiden Wahlen erreichte Frau Hinz 38% bzw. 39%.

Eine erneuter Verlust des Wahlkreises für die SPD bei der BTW erscheint angesichts der politischen Lage nicht unwahrscheinlich. Vielleicht hat jemand, der die Wahlchancen der SPD mit einem neuen Kandidaten verbessern will, die Presse informiert.

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Niels » Donnerstag 21. Juli 2016, 07:37

Frau Hinz verzichtet auf ihr Bundestagsmandat: http://www.derwesten.de/staedte/essen/n ... 25297.html
"Im Auftrag unserer Mandantin Frau Petra Hinz, MdB, teilen wir mit, dass sich Frau Hinz entschieden hat, auf ihre Mitgliedschaft im Deutschen Bundestag zu verzichten. Sie hat den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Professor Dr. Norbert Lammert, über diesen Entschluss in Kenntnis gesetzt und ihn um einen schnellstmöglichen persönlichen Termin gebeten, um ihm gegenüber diesen Verzicht zu erklären. Der Verzicht wird gemäß § 46 Absatz 3 Satz 1 des Bundeswahlgesetzes im Zeitpunkt der Erklärung gegenüber dem Präsidenten des Deutschen Bundestages wirksam."
:zirkusdirektor:
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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 21. Juli 2016, 11:31

Die Dame scheint wohl doch ein wenig "schillernd" zu sein. In 29 wurde ihre parlamentarische Immunität aufgehoben, weil die Staatsanwaltschaft wegen eines Steuerdeliktes gegen sie ermittelte. Sie soll seit 23 keine ordentlichen Steuererklärungen abgegeben:
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Essener SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Hinz wegen angeblicher Steuervergehen. Ihre Steuererklärung habe sie nach eigenem Bekunden "stets sehr gewissenhaft ausgefüllt", beteuerte sie.
http://www.derwesten.de/staedte/essen/s ... 1699275713

Ganz so "gewissenhaft ausgefüllt" waren die Erklärungen wohl doch nicht. Das Verfahren wurde gem. § 153a StPO gegen Geldzahlung in unbekannter Höhe eingestellt

http://www.derwesten.de/staedte/essen/h ... 15241.html

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von guatuso » Donnerstag 21. Juli 2016, 16:26

http://frontberichterstatter.blogspot.d ... achen.html
"Wie kann es sein das ein Mensch die harte Ochsentour schafft, sich gegen Mitkonkurrenten durchsetzt und in den Bundestag einzieht, ohne das einem Menschen auffällt das diese Politiker von Recht (und Gesetz) keine Ahnung hat."

"Ganz einfach, in der SPD gibt es eine Frauenquote. Kompetenz interessiert hier weniger......"

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von RomanesEuntDomus » Donnerstag 21. Juli 2016, 17:40

guatuso hat geschrieben:"Ganz einfach, in der SPD gibt es eine Frauenquote. Kompetenz interessiert hier weniger......"
Na ja. Quoten gibt es auch noch bei anderen Parteien, siehe zum Beispiel ...

http://www.focus.de/politik/deutschland ... 33522.html
Frauenquote verfehlt
CDU muss Präsidiumswahl wiederholen
Außerdem bestimmt der Wähler (und nicht die SPD) mit seinem Kreuzchen, wer mit einem Direktmandat in den Bundestag einzieht. Und ein solches Direktmandat hatte die Dame bis vor wenigen Jahren inne, wenn ich mich nicht irre.

Aber apropos "Kompetenz":

Wenn ich in den letzten Jahren so über unsere führenden Politiker*Innen nachdenke, fällt mir aus unerklärlichen Gründen immer wieder mein Religionsunterricht in der Schule ein. Da mußten wir viel auswendig lernen, unter anderem folgende Passage aus der Drohbotschaft in Jesaja 3 (in der Übersetzung nach Luther), die ich nie vergessen konnte, obwohl sie für mich bis vor einigen Jahren vollkommen unverständlich und dunkel war:
Kinder sind Gebieter meines Volks, und Weiber beherrschen es. Mein Volk, deine Führer verführen dich und verwirren den Weg, den du gehen sollst.
Klingt doch jetzt richtig aktuell, oder?

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von guatuso » Donnerstag 21. Juli 2016, 21:46

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Kinder sind Gebieter meines Volks, und Weiber beherrschen es. Mein Volk, deine Führer verführen dich und verwirren den Weg, den du gehen sollst.
Klingt doch jetzt richtig aktuell, oder?
Klingt genau so wie ich es ueber euch in Deutschland lese.... :freude:

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von guatuso » Sonnabend 23. Juli 2016, 21:22

https://de.finance.yahoo.com/nachrichte ... 47493.html

"Hinz steht ihr ein Übergangsgeld zu – für jedes ihrer elf Jahre im Bundestag gibt es einen Monat Übergangsgeld in Höhe der aktuellen Diäten. Die belaufen sich derzeit auf 9327 Euro. Damit beträgt das Übergangsgeld rund 1. Euro. „Sein Zweck ist es, den Abgeordneten nach dem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag eine Rückkehr in den vorherigen Beruf oder die Aufnahme einer neuen Berufstätigkeit zu ermöglichen“, begründet der Bundestag das Übergangsgeld. Als Anwältin hatte Hinz anders als behauptet nie gearbeitet. Als Politikerin dürfte sie auch keine Zukunft haben. In der SPD wird sogar ein Parteiausschlussverfahren diskutiert. Sollte Hinz schnell einen neuen Job finden, müsste sie etwaige Bezüge mit dem Übergangsgeld verrechnen."

Hartz IV? Raffiniert wie sie ist, wird sie erst das Geld verbraten und sich dann Arbeitslos melden....

Caviteño
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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 23. Juli 2016, 22:13

guatuso hat geschrieben: Als Politikerin dürfte sie auch keine Zukunft haben. In der SPD wird sogar ein Parteiausschlussverfahren diskutiert. Sollte Hinz schnell einen neuen Job finden, müsste sie etwaige Bezüge mit dem Übergangsgeld verrechnen."

Hartz IV? Raffiniert wie sie ist, wird sie erst das Geld verbraten und sich dann Arbeitslos melden....
Da warten wir doch erst einmal ganz entspannt ab....

Frau Hinz kommt aus dem Ruhrgebiet. Ich kann mir nicht vorstellen, daß sie bei der hiesigen Klüngelwirtschaft
a) nicht hervorragend vernetzt ist
b) nicht von "Leichen" Kenntnis hat, die andere Mandatsträger im Keller liegen haben.

Es wird schon Versorgungsposten geben, die man besetzen muß und diese "Volksvertreter" sind ja entsprechend vernetzt, um "Ansprüche" geltend zu machen.

Man schaue sich diesbezüglich doch nur einmal die gegenwärtigen Tätigkeiten gescheiterter Grüner, z.B. Gunda Röstel oder Rezzo Schlauch an. Frau Schavan wurde - entgegen der seit dem Kaiserreich geübten Praxis, nur einen Protestanten dafür zu benennen - mit dem begehrtesten Botschafterposten des diplomatischen Dienstes (Vatikan) abgefunden - Besoldungsgruppe B 11 (wie Botschafter in Washington, Moskau, Peking oder Paris). Für die CSU kann man auch Herrn Wiesheu benennen.
Die Aufzählung ist ausdrücklich nicht vollständig - es wäre ein gutes Thema für eine Doktorarbeit - vielleicht sollte Herrn von Guttenberg sich daran einmal versuchen. :breitgrins:

Ich glaube, wir müssen keine Sorge haben, daß Frau Hinz "ins bergfreie fällt" - da würde vermutlich ehr der Papst zum Islam konvertieren. ;D

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von umusungu » Sonnabend 23. Juli 2016, 22:30

Habt Ihr keine anderen Sorgen bzw Diskussionsthemen als eine mögliche sichere finanzielle Zukunft dieses Dame?
Wenn Ihr euch schlau macht, werdet Ihr feststellen, dass es nach Recht und Gesetz geht.

Ich denke, Madame ist moralisch ganz schön "ins Bergfreie" gefallen......

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von guatuso » Sonnabend 23. Juli 2016, 23:37

umusungu hat geschrieben:Habt Ihr keine anderen Sorgen bzw Diskussionsthemen als eine mögliche sichere finanzielle Zukunft dieses Dame?
Wenn Ihr euch schlau macht, werdet Ihr feststellen, dass es nach Recht und Gesetz geht.

Ich denke, Madame ist moralisch ganz schön "ins Bergfreie" gefallen......
Bestimmst du jetzt, welcher Art Diskussion wir zu fuehren das recht haben?
Oh, du bist ein Gotteskrieger?

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Caviteño » Sonntag 24. Juli 2016, 09:30

umusungu hat geschrieben:Habt Ihr keine anderen Sorgen bzw Diskussionsthemen als eine mögliche sichere finanzielle Zukunft dieses Dame?
Wenn Ihr euch schlau macht, werdet Ihr feststellen, dass es nach Recht und Gesetz geht.

Ich denke, Madame ist moralisch ganz schön "ins Bergfreie" gefallen......
Vermutlich geht es bei ihr genauso nach "Recht und Gesetz" wie die Besetzung des Botschafterpostens beim Vatikan durch eine Person ohne Studienabschluß erfolgte Voraussetzung dafür ist - nach "Recht und Gesetz" - ein abgeschlossenes Hochschulstudium. :breitgrins:
Da Schavan ihr Studium 1980 mit einer Direktpromotion abgeschlossen hatte, steht sie nach der Aberkennung ihres Doktortitels ohne Abschluss da. Entschließt sich das Bundeskabinett, die Christdemokratin trotzdem an den Heiligen Stuhl in Rom zu entsenden, verstieße die Entscheidung gegen die Vorschriften des Ministeriums. Nach Informationen aus dem Auswärtigen Amt wäre Schavan die erste Botschafterin ohne Hochschulabschluss.
Vernetzungen und Beziehungen entziehen sich halt "Recht und Gesetz", sind/waren bisher auch ehr ein Merkmal sog. "Bananenrepubliken" (Geht nicht gegen Costa Rica, guatuso).

Im übrigen habe ich Hinweise von Dir zu "Recht und Gesetz" bei der "Flüchtlings"krise vermißt. Oder war es nach "Recht und Gesetz", daß die Kanzlerin die Grenzen öffnete und Dublin außer Kraft setzte? :D

Also sei besser vorsichtig, wenn Du den Begriff "Recht und Gesetz" gebrauchst. Danach geht es in diesem Lande unter dieser Kanzlerin schon lange nicht mehr.

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Edi » Sonntag 24. Juli 2016, 10:23

Caviteño hat geschrieben: Also sei besser vorsichtig, wenn Du den Begriff "Recht und Gesetz" gebrauchst. Danach geht es in diesem Lande unter dieser Kanzlerin schon lange nicht mehr.
Doch, aber immer nur, wenn es gegen den kleinen Mann geht. Dabei ist man äusserst strikt und genau. Bei den Parteigenossen und Großkopfeten macht man Ausnahmen. Der Umu lebt eben in seiner Scheinwelt.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von Caviteño » Sonntag 24. Juli 2016, 10:29

Wie konnte Frau Hinz so aufsteigen, ohne daß niemand etwas gemerkt haben will? Dieser Artikel versucht eine Antwort und zeichnet gleichzeitig ein Bild der Ruhrgebiets-SPD, das nicht unbedingt den Vorstellungen einer modernen Partei entspricht:
Der Aufstieg von Petra Hinz hat in einer Zeit stattgefunden, in der die SPD in Essen mit sich selbst beschäftigt war. Auf kleine und große Skandale folgten Führungswechsel. In anderen Kommunen des Ruhrgebiets gab es in den SPD-Verbänden schon früh ein selbst auferlegtes Verbot der Ämterhäufung, in Essen gehörte es zum Machterhalt, möglichst viele Ämter zu ergattern. Kleine Ämter-Könige herrschten über die Partei. Einer von ihnen war Willi Nowack. Er stolperte über einen Parteispendenskandal. Heute sagt er: „Jeder in der Parteiführung wusste damals, dass Petra Hinz nicht studiert hat oder dass da zumindest was Krummes läuft.“
Man habe sie gedeckt, weil sie einen einflussreichen Fürsprecher hatte. Sein Name ist Otto Reschke, achtzehn Jahre lang Bundestagsabgeordneter, ein anderer sozialdemokratischer König. „Wer von Reschke nominiert wird, hat schon gewonnen“, sagt ein ehemaliger Funktionär. Und Reschke warb kräftig für Petra Hinz, stellte sie auf Parteiveranstaltungen als „großes politisches Talent“ vor, als „äußerst begabt“. Reschke war es, der ihr erst den Weg in den Stadtrat ebnete und sie später als seine Nachfolgerin für den Bundestag in Stellung brachte.
Warum Nowack nichts gesagt hat zum erfundenen Studium? Weil er eigene Probleme hatte. Wegen Insolvenzverschleppung, dafür kam er später sogar ins Gefängnis. Otto Reschke betont, dass er vom gefälschten Lebenslauf ebenso überrascht war wie alle anderen. „Trotzdem bedeutet das nicht, dass die politische Arbeit von 30 Jahren auf einmal bedeutungslos ist“, verteidigt er Hinz.
Klüngelwirtschaft (neudeutsch: "Vernetzung"), wie sonst in südlichen Ländern vermutet wird, war/ist auch in einigen Kommunen in D. nicht unüblich.

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guatuso
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Re: Rund um den Freiherrn zu Guttenberg

Beitrag von guatuso » Sonntag 24. Juli 2016, 13:08

Caviteño hat geschrieben:
Vernetzungen und Beziehungen entziehen sich halt "Recht und Gesetz", sind/waren bisher auch ehr ein Merkmal sog. "Bananenrepubliken" (Geht nicht gegen Costa Rica, guatuso).
.
Danke, aber keine Bange! Mir gegenueber braucht es keine politisch korrekten Verhaltensweisen oder Aussagen. Es reicht wenn ihr sie habt in Deutschland..... Selbstkontrolle ist nicht vonnoeten!
Davon abgesehen sind wir wohl eine der groessten Bananenexporteure. Kann man nicht leugnen. Und wir haben Korruption.

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