Über die ewige Jungfräulichkeit Mariens

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.

Moderator: Hubertus

Pilgerer
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Re: Über die ewige Jungfräulichkeit Mariens

Beitrag von Pilgerer » Dienstag 27. Juni 2017, 21:29

Also ein Wunder, ja! OK
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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overkott
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Re: Über die ewige Jungfräulichkeit Mariens

Beitrag von overkott » Dienstag 27. Juni 2017, 23:44

Die Herren von der evangelischen Fraktion möchten sich bitte etwas näher an die Schrift herantrauen.

Das erspart manch ungeschliffene Rhetorik.

Der heilige Johannes sagt ganz klar, dass Jesus eine göttliche Idee ist, die in Maria Fleisch genommen hat.

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platon
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Re: Über die ewige Jungfräulichkeit Mariens

Beitrag von platon » Mittwoch 28. Juni 2017, 14:51

taddeo hat geschrieben:
Sonnabend 17. Juni 2017, 22:27
Das ist nicht richtig, Hochwürden. Wenn die beiden jeweils freiwillig auf Verkehr verzichten wollen, ist die Ehe gültig. (Sie könnte aber durch ein Nichtvollzugsverfahren aufgelöst werden.)
Das widerspricht der Denkweise der Kirche. Entweder ist die Ehe gültig, dann kann sie keine Macht auf Erden wieder auflösen, oder sie ist von Anfang an ungültig und muß nichtig gesprochen werden.

Die Nichtigkeitserklärung ist kein performativer Akt in dem Sinne gemeint, daß etwas aufgelöst wird, was Gültigkeit hat, sondern nur im konstativen Sinne gemeint. Man stellt fest, das dies oder jenes soundso ist und nicht anders. Von daher haben sämtliche Ehenichtigkeitsverfahren eigentlich mit Wahrheitssuche zu tun mit der Frage: Wer bin ich eigentlich? Bin ich der Mann meiner Frau, oder war ich bisher nur davon ausgegangen, ich sei das?
Fides quaerens intellectum
(Anselm von Canterbury)

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platon
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Re: Über die ewige Jungfräulichkeit Mariens

Beitrag von platon » Mittwoch 28. Juni 2017, 14:56

Die Ehe ist keine rein spirituelle Sache, sondern hat mit dem zu tun, was ich tue, welche Verprechen ich geleistet habe, wer bin ich.

Eine rein platonische Ehe gibt es nicht. Es gehören drei Elemente dazu:

Das Eheversprechen
Die Heimholung
Der eheliche Vollzug

Es ist etwas, was mit dem Leben zu tun hat. Sie ist keine rein ideelle Größe.
Fides quaerens intellectum
(Anselm von Canterbury)

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Protasius
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Re: Über die ewige Jungfräulichkeit Mariens

Beitrag von Protasius » Mittwoch 28. Juni 2017, 14:57

platon hat geschrieben:
Mittwoch 28. Juni 2017, 14:51
taddeo hat geschrieben:
Sonnabend 17. Juni 2017, 22:27
Das ist nicht richtig, Hochwürden. Wenn die beiden jeweils freiwillig auf Verkehr verzichten wollen, ist die Ehe gültig. (Sie könnte aber durch ein Nichtvollzugsverfahren aufgelöst werden.)
Das widerspricht der Denkweise der Kirche. Entweder ist die Ehe gültig, dann kann sie keine Macht auf Erden wieder auflösen, oder sie ist von Anfang an ungültig und muß nichtig gesprochen werden.

Die Nichtigkeitserklärung ist kein performativer Akt in dem Sinne gemeint, daß etwas aufgelöst wird, was Gültigkeit hat, sondern nur im konstativen Sinne gemeint. Man stellt fest, das dies oder jenes soundso ist und nicht anders. Von daher haben sämtliche Ehenichtigkeitsverfahren eigentlich mit Wahrheitssuche zu tun mit der Frage: Wer bin ich eigentlich? Bin ich der Mann meiner Frau, oder war ich bisher nur davon ausgegangen, ich sei das?
Du vergißt den Ehevollzug.
CIC hat geschrieben:Can. 1141 — Die gültige und vollzogene Ehe kann durch keine menschliche Gewalt und aus keinem Grunde, außer durch den Tod, aufgelöst werden.

Can. 1142 — Die nicht vollzogene Ehe zwischen Getauften oder zwischen einem getauften und einem ungetauften Partner kann aus einem gerechten Grund auf Bitten beider Partner oder eines Partners, selbst wenn der andere dem widerstrebt, vom Papst aufgelöst werden.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Hubertus
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Re: Über die ewige Jungfräulichkeit Mariens

Beitrag von Hubertus » Mittwoch 28. Juni 2017, 15:05

platon hat geschrieben:
Mittwoch 28. Juni 2017, 14:51
taddeo hat geschrieben:
Sonnabend 17. Juni 2017, 22:27
Das ist nicht richtig, Hochwürden. Wenn die beiden jeweils freiwillig auf Verkehr verzichten wollen, ist die Ehe gültig. (Sie könnte aber durch ein Nichtvollzugsverfahren aufgelöst werden.)
Das widerspricht der Denkweise der Kirche. Entweder ist die Ehe gültig, dann kann sie keine Macht auf Erden wieder auflösen, oder sie ist von Anfang an ungültig und muß nichtig gesprochen werden.

Die Nichtigkeitserklärung ist kein performativer Akt in dem Sinne gemeint, daß etwas aufgelöst wird, was Gültigkeit hat, sondern nur im konstativen Sinne gemeint. Man stellt fest, das dies oder jenes soundso ist und nicht anders. Von daher haben sämtliche Ehenichtigkeitsverfahren eigentlich mit Wahrheitssuche zu tun mit der Frage: Wer bin ich eigentlich? Bin ich der Mann meiner Frau, oder war ich bisher nur davon ausgegangen, ich sei das?
Nein, das stimmt schon. Was Du hier darlegst, ist die Nichtigkeitserklärung einer nie zustandegekommenen Putativehe.

Eine sakramentale, gültig geschlossene Ehe kann so lange noch aufgelöst werden, wie die Ehegatten einander nicht beigewohnt haben. Erst die vollendete Geschlechtsgmeinschaft verleiht der Ehe jene Festigkeit, die zur absoluten Unauflöslichkeit führt:
c. 1061 CIC/1983 hat geschrieben:Eine gültige Ehe zwischen Getauften wird als lediglich gültige Ehe bezeichnet, wenn sie nicht vollzogen worden ist; als gültige und vollzogene Ehe, wenn die Ehegatten auf menschliche Weise miteinander einen ehelichen Akt vollzogen haben, der aus sich heraus zur Zeugung von Nachkommenschaft geeignet ist, auf den die Ehe ihrer Natur nach hingeordnet ist und durch den die Ehegatten ein Fleisch werden.

c. 1141:
Die gültige und vollzogene Ehe kann durch keine menschliche Gewalt und aus keinem Grunde, außer durch den Tod, aufgelöst werden.

c. 1142:
Can. 1142 — Die nicht vollzogene Ehe zwischen Getauften oder zwischen einem getauften und einem ungetauften Partner kann aus einem gerechten Grund auf Bitten beider Partner oder eines Partners, selbst wenn der andere dem widerstrebt, vom Papst aufgelöst werden.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Raphael
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Re: Über die ewige Jungfräulichkeit Mariens

Beitrag von Raphael » Donnerstag 29. Juni 2017, 07:32

platon hat geschrieben:
Mittwoch 28. Juni 2017, 14:51
taddeo hat geschrieben:
Sonnabend 17. Juni 2017, 22:27
Das ist nicht richtig, Hochwürden. Wenn die beiden jeweils freiwillig auf Verkehr verzichten wollen, ist die Ehe gültig. (Sie könnte aber durch ein Nichtvollzugsverfahren aufgelöst werden.)
Das widerspricht der Denkweise der Kirche. Entweder ist die Ehe gültig, dann kann sie keine Macht auf Erden wieder auflösen, oder sie ist von Anfang an ungültig und muß nichtig gesprochen werden.
Nein, die Nichtigkeit einer Ehe ist ein "Antragsdelikt"! :unbeteiligttu:
Daher wird die Nichtigkeit einer Ehe nur festgestellt, wenn ein entsprechender Antrag gestellt worden ist und die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.
platon hat geschrieben:
Mittwoch 28. Juni 2017, 14:51
Die Nichtigkeitserklärung ist kein performativer Akt in dem Sinne gemeint, daß etwas aufgelöst wird, was Gültigkeit hat, sondern nur im konstativen Sinne gemeint. Man stellt fest, das dies oder jenes soundso ist und nicht anders. Von daher haben sämtliche Ehenichtigkeitsverfahren eigentlich mit Wahrheitssuche zu tun mit der Frage: Wer bin ich eigentlich? Bin ich der Mann meiner Frau, oder war ich bisher nur davon ausgegangen, ich sei das?
Eine Eheannullierung ist keine "Scheidung auf katholisch", sondern eben die öffentliche Feststellung der Tatsache, daß niemals eine Ehe bestanden hat.
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

Marienkind
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Re: Über die ewige Jungfräulichkeit Mariens

Beitrag von Marienkind » Freitag 30. Juni 2017, 16:17

Darf ich nochmals auf die grundsätzliche Frage zurückkommen?
.
>>> Warum ist denn die "Jungfräulichkeit" unserer Himmelsmutter so wichtig? >>>
.
Ist das denn die Voraussetzung dafür, daß sie in Lourdes, Fátima. Medjugorje, Bad. St. Leonhard (um einige zu nennen) erscheinen kann?

Pilgerer
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Re: Über die ewige Jungfräulichkeit Mariens

Beitrag von Pilgerer » Dienstag 4. Juli 2017, 16:08

Marienkind hat geschrieben:
Freitag 30. Juni 2017, 16:17
Darf ich nochmals auf die grundsätzliche Frage zurückkommen?
.
>>> Warum ist denn die "Jungfräulichkeit" unserer Himmelsmutter so wichtig? >>>
.
Ist das denn die Voraussetzung dafür, daß sie in Lourdes, Fátima. Medjugorje, Bad. St. Leonhard (um einige zu nennen) erscheinen kann?
Maria ist die Patin der Wiedergeburt, also der Geburt aus Wasser und Geist.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Über die ewige Jungfräulichkeit Mariens

Beitrag von umusungu » Dienstag 4. Juli 2017, 23:46

Pilgerer hat geschrieben:
Dienstag 4. Juli 2017, 16:08
Marienkind hat geschrieben:
Freitag 30. Juni 2017, 16:17
Darf ich nochmals auf die grundsätzliche Frage zurückkommen?
.
>>> Warum ist denn die "Jungfräulichkeit" unserer Himmelsmutter so wichtig? >>>
.
Ist das denn die Voraussetzung dafür, daß sie in Lourdes, Fátima. Medjugorje, Bad. St. Leonhard (um einige zu nennen) erscheinen kann?
Maria ist die Patin der Wiedergeburt, also der Geburt aus Wasser und Geist.
was??????

Pilgerer
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Re: Über die ewige Jungfräulichkeit Mariens

Beitrag von Pilgerer » Mittwoch 5. Juli 2017, 18:04

Maria ist die jungfräuliche Mutter nicht allein Jesu Christi, sondern aller "wiedergeborenen" Christen, die Anteil am realen Leib Jesu Christi bekommen. Sie ist damit die Mutter der christlichen Völker, so wie Abraham der Vater der Völker ist.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Marienkind
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Re: Über die ewige Jungfräulichkeit Mariens

Beitrag von Marienkind » Mittwoch 5. Juli 2017, 22:16

Maria ist die jungfräuliche Mutter nicht allein Jesu Christi, sondern aller "wiedergeborenen" Christen
.

Der reformierte Herr Geheime Hofrat Jung-Stilling (1740-1817) sagt dazu gelegentlich einer Erscheinung am 15. August in Marburg/Lahn zu Herrn Liebmund Kirchentreu:

" "Ich unterstelle, dass ihr wisst,
Dass Mutter jene Frau bloss ist,
Die einen Nachkömmling gebiert:
Sich leiblich darob engagiert.
Oft schliesst dies ein, dass sie auch hegt,
Umsorgt das Kind, es nährt und pflegt.

Lasst prüfen uns nun, inwieweit
Besteht hier eine Ähnlichkeit,
Die uns bemüssigt, legt uns nah,
Dass nennen drum wir Maria
Die 'Mutter' unsrer Kirche jetzt,
Wie ihr, Herr Liebmund, meintet letzt.

Zum ersten ist ja völlig klar:
Gebärerin der Kirche war
Maria nie; gegründet ist
Sie ganz allein durch JEsu CHrist.
Weil ihr auch dieser Meinung seid,
Gibt es in diesem Punkt kaum Streit.

Zum zweiten ist der HEilge GEist,
Den JEsus früh bereits verheisst,
Der Kirche Seele; ER ist Leben:
Wird sie in Ewigkeit umgeben.

ER schenkt ihr SEine Gnadengaben,4
Will Kirche allzeit nährend laben.
Wir sind uns einig wohl auch da:
Das ist nie Amt der Maria!

Wenn zeigt sich aber beidesmal,
Dass Ähnlichkeit ist irreal,
Dann scheint es gegen alle Logik
Und fast schon schiere Demagogik,
Wenn trotzdem stellt man Maria
Als 'Mutter' unsrer der Kirche da.

Die Kirche, Liebmund, göttlich ist!
Wenn diese Wahrheit man ermisst,
Begreift man erst, wie fade, schal,
Verschroben, abgeschmackt, banal,
Verlogen, unwahr, lügenhaft:
Wie sehr es Irreführung schafft,
Wenn man die Christen schwülstig lullt
In törichten Marien-Kult." —


Quelle:
http://www.wiwi.uni-siegen.de/merk/stil ... glaube.pdf

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