Auserwählung des Volkes Israel -Warum?

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.

Moderator: Hubertus

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Auserwählung des Volkes Israel -Warum?

Beitrag von 139:11-12 » Donnerstag 18. Mai 2017, 16:12

Der gesamte "alte Bund" betrifft ja nur das Volk Israel. Gott hat sich also laut AT auf personaler Ebene nur mit diesem Volk befasst. Warum (anfangs?) nur diese Auserwählung einzelner? Wie passt das zusammen mit der Verheißung an Abraham, dass Gott in ihm alle Völker segnen werde? Warum besteht die Idee, dass Gott alle Menschen zum Heil ruft, erst so spät und wie passt sie mit der Geschichte Gottes mit "seinem" Volk zusammen? Warum wählt Gott sich ein Volk zum besonderen Eigentum? Warum spricht Gott nicht alle gleichermaßen an? Letzeres auch im Bezug auf die heutige Situation: Viele Menschen sagen ja heute von sich, sie würden gerne an Gott glauben, können es aber nicht? Warum gibt Gott diesen Menschen nicht die Möglichkeit, ihm zu glauben?

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Marion
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Re: Auserwählung des Volkes Israel -Warum?

Beitrag von Marion » Donnerstag 18. Mai 2017, 16:52

139:11-12 hat geschrieben:
Donnerstag 18. Mai 2017, 16:12
Der gesamte "alte Bund" betrifft ja nur das Volk Israel. Gott hat sich also laut AT auf personaler Ebene nur mit diesem Volk befasst. Warum (anfangs?) nur diese Auserwählung einzelner? ...
Dazu lehrt der catechismus romanus
XII. Warum die Juden von Gott zu seinem Volke erwählt wurden.

Hiebei muss der Seelsorger vorzüglich das bemerken: Eine Nation sei aus allen von Gott auserwählt worden, die er sein Volk nannte, und dem er sich erkennen und verehren liess; nicht etwa weil es die übrigen Völker an Gerechtigkeit oder Anzahl übertraf, wie Gott die Hebräer erinnert, sondern weil es Gott so gefallen hat, vielmehr ein kleines und armes Volk, zu vermehren und zu bereichern [Deut. 7,7] , damit dadurch seine Macht und Güte bei Allen bekannter und glänzender würde. Da also der Zustand jener Menschen so beschaffen war, so vereinigte sich Gott mit ihnen, und liebte sie, [Deut. 10,15] so dass er sich, obschon er der Herr des Himmels und der Erde ist, nicht schämte, ihr Gott genannt zu werden, wodurch er die übrigen Nationen zur Nacheiferung aufrief, damit, wenn sie die Glückseligkeit der Israeliten sahen, alle Menschen sich zum Dienste des wahren Gottes wenden sollten; wie auch Paulus bezeugt [Röm. 11,14] , er reize sein Fleisch zur Nacheiferung durch Hinweisung auf die Glückseligkeit der Völker, und auf die wahre Erkenntniss Gottes, in der er sie unterrichtet hatte.
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Romanus
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Re: Auserwählung des Volkes Israel -Warum?

Beitrag von Romanus » Donnerstag 18. Mai 2017, 17:12

Vorsicht, das auserwählte Volk der Juden ist nicht so zu verstehen, dass Gott Israel aufgrund seiner Abstammung bevorzugt hätte. Vielmehr ist es so, dass die Menschen in Israel, – anders als die übrigen Mittelmeerländer, die zur Zeit des Hellenismus noch an Vielgötterei glaubten –, gleichsam als erstes Volk eine monotheistische Theologie begründeten. In der weiteren theologischen Auseinandersetzung mit dem monotheistischen Glauben weitete sich der Glaube an einen Gott, letztlich durch Jesus Christus, auf alle Menschen guten Willens aus. Prinzipiell hätte es auch ein anderes Volk oder andere Völker sein können, aber die waren, um es umgangssprachlich auszudrücken, schlicht noch nicht so weit. Man bedenke, dass im Volk Israel auch Ungläubige gelebt haben und es nur aus der Außenperspektive derart homogen erscheint. In Bezug auf heute ist das nicht anders: Menschen, die heute nicht an Gott glauben können, sind aus vielfältigen Gründen nicht dazu. Man muss sich Gott zuwenden, sich öffnen, sich berühren lassen, vielleicht im ersten Schritt neugierig sein. Auf rein rationaler Ebene ist das nicht zu erfassen, entscheidend ist das Herz, die Fähigkeit bedingungslos bzw. Gott zu lieben. – Es ist jedenfalls falsch zu denken, dass Gott ihnen die Möglichkeit zu glauben, vorenthalten würde. Die Möglichkeit ist mithin für alle Menschen gleich vorhanden, aber die Religiosität der Menschen ist, über die Völker und Individuen hinweg, unterschiedlich ausgeprägt. Israel ist sozusagen der Anfang eines neuen theologischen Denkens.
„Die Kirche ist ein Kind der Zeit, Gott aber nicht, und der Bischof von Rom, sein Stellvertreter, kann zeitlichen Mächten nicht dienlich sein.“ (Andreas Kilb)

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Re: Auserwählung des Volkes Israel -Warum?

Beitrag von 139:11-12 » Donnerstag 18. Mai 2017, 17:30

Das ergibt Sinn. Vielen Dank für die Antwort.

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Sempre
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Re: Auserwählung des Volkes Israel -Warum?

Beitrag von Sempre » Freitag 19. Mai 2017, 05:52

Romanus hat geschrieben:
Donnerstag 18. Mai 2017, 17:12
Vorsicht, das auserwählte Volk der Juden ist nicht so zu verstehen, dass Gott Israel aufgrund seiner Abstammung bevorzugt hätte. Vielmehr ist es so, dass die Menschen in Israel, – anders als die übrigen Mittelmeerländer, die zur Zeit des Hellenismus noch an Vielgötterei glaubten –, gleichsam als erstes Volk eine monotheistische Theologie begründeten. In der weiteren theologischen Auseinandersetzung mit dem monotheistischen Glauben weitete sich der Glaube an einen Gott, letztlich durch Jesus Christus, auf alle Menschen guten Willens aus. Prinzipiell hätte es auch ein anderes Volk oder andere Völker sein können, aber die waren, um es umgangssprachlich auszudrücken, schlicht noch nicht so weit. Man bedenke, dass im Volk Israel auch Ungläubige gelebt haben und es nur aus der Außenperspektive derart homogen erscheint. In Bezug auf heute ist das nicht anders: Menschen, die heute nicht an Gott glauben können, sind aus vielfältigen Gründen nicht dazu. Man muss sich Gott zuwenden, sich öffnen, sich berühren lassen, vielleicht im ersten Schritt neugierig sein. Auf rein rationaler Ebene ist das nicht zu erfassen, entscheidend ist das Herz, die Fähigkeit bedingungslos bzw. Gott zu lieben. – Es ist jedenfalls falsch zu denken, dass Gott ihnen die Möglichkeit zu glauben, vorenthalten würde. Die Möglichkeit ist mithin für alle Menschen gleich vorhanden, aber die Religiosität der Menschen ist, über die Völker und Individuen hinweg, unterschiedlich ausgeprägt. Israel ist sozusagen der Anfang eines neuen theologischen Denkens.
Du widersprichst der hl. Schrift sowie der Lehre der Kirche und trägst eine beliebige moderne Sichtweise vor, die offenbar schlicht formuliert, was dem Formulierenden in den Kram passt. Frei nach dem Motto, lasst uns glauben was uns angenehm erscheint und gut in die allgemeinen Vorstellungen der heutigen Welt passt. Die Naivität kennt keine Grenzen.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Auserwählung des Volkes Israel -Warum?

Beitrag von 139:11-12 » Freitag 19. Mai 2017, 18:36

Du widersprichst der hl. Schrift sowie der Lehre der Kirche und trägst eine beliebige moderne Sichtweise vor, die offenbar schlicht formuliert, was dem Formulierenden in den Kram passt. Frei nach dem Motto, lasst uns glauben was uns angenehm erscheint und gut in die allgemeinen Vorstellungen der heutigen Welt passt. Die Naivität kennt keine Grenzen.
Vielleicht könntest du diese Einschätzung begründen? Wo und wie widerspricht das jetzt genau der Bibel und der Lehre der Kirche?

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