Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.

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Raphael
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Raphael » Sonntag 3. Juli 2016, 20:10

mtoto hat geschrieben:Und warum hat niemand vom Volk dann den Leichnam präsentiert? Als Gegenbeweis für die Behauptung der Jünger? Und Frauen waren damals keine glaubwürdigen Zeugen, die hätte man sofort ad absurdum geführt mit einem vollem Grab...

Warum ist das so schwer, einfach mal zu glauben, was da geschrieben steht? :hmm:

LG mtoto :)
Der oberschlaue taddeo hebt darauf ab, daß dort gem. Johannes-Evangelium zwei Engel saßen; mithin war das Grab nicht leer! :huhu:
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von mtoto » Sonntag 3. Juli 2016, 20:17

Meine Antwort bezog sich auf Overkott, Taddeo hat sich mit meinem Beitrag überschnitten. Alles gut. :)
Aber bei dem Thema geht mir immer noch die Hutschnur hoch. Wenn so ein Quark verkündet wird, dass Jesus nur sphärisch auferstanden wäre, ist der Glaube tot und die Kirchen leer...
Wir haben einen lebendigen Gott, nur das haben viele vergessen. :achselzuck:

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 3. Juli 2016, 20:33

Raphael hat geschrieben:
mtoto hat geschrieben:Und warum hat niemand vom Volk dann den Leichnam präsentiert? Als Gegenbeweis für die Behauptung der Jünger? Und Frauen waren damals keine glaubwürdigen Zeugen, die hätte man sofort ad absurdum geführt mit einem vollem Grab...

Warum ist das so schwer, einfach mal zu glauben, was da geschrieben steht? :hmm:

LG mtoto :)
Der oberschlaue taddeo hebt darauf ab, daß dort gem. Johannes-Evangelium zwei Engel saßen; mithin war das Grab nicht leer! :huhu:
Ich denke taddeo will auf das Grabtuch und das Schweißtuch hinweisen.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von taddeo » Sonntag 3. Juli 2016, 21:33

Wenigstens einer, der Ahnung hat. :daumen-rauf:
Genau das meine ich. Und das ist alles andere als belanglos. Ein völlig leeres Grab wäre so ziemlich das Schlimmste gewesen, was dem Glauben an die Auferstehung hätte passieren können.
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Raphael » Montag 4. Juli 2016, 07:11

martin v. tours hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
mtoto hat geschrieben:Und warum hat niemand vom Volk dann den Leichnam präsentiert? Als Gegenbeweis für die Behauptung der Jünger? Und Frauen waren damals keine glaubwürdigen Zeugen, die hätte man sofort ad absurdum geführt mit einem vollem Grab...

Warum ist das so schwer, einfach mal zu glauben, was da geschrieben steht? :hmm:

LG mtoto :)
Der oberschlaue taddeo hebt darauf ab, daß dort gem. Johannes-Evangelium zwei Engel saßen; mithin war das Grab nicht leer! :huhu:
Ich denke taddeo will auf das Grabtuch und das Schweißtuch hinweisen.
Warum tut er es dann nicht, sondern läßt den Oberschlauen 'raushängen? :hmm:

Das es der mtoto bei ihrer Einlassung um das Vorhandensein bzw. Nicht-Vorhandensein des Leibes Christi im Grab ging, war doch unübersehbar. Das Grabtuch und das Schweißtuch sind demgegenüber doch Marginalien.
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von taddeo » Montag 4. Juli 2016, 08:37

Raphael hat geschrieben:Das es der mtoto bei ihrer Einlassung um das Vorhandensein bzw. Nicht-Vorhandensein des Leibes Christi im Grab ging, war doch unübersehbar. Das Grabtuch und das Schweißtuch sind demgegenüber doch Marginalien.
Marginalien? :hmm:
Als Johannes ins Grab blickt, in dem kein Leichnam liegt, aber die Grabtücher fein säuberlich zusammengelegt sind, "sah und glaubte er". Hätte er auch ohne weiteres glauben können, wenn das Grab völlig leer gewesen wäre? Dann wäre die Vermutung naheliegender gewesen, daß man den Leichnam geklaut hat und die Auferstehung ein Fake war. Die Römer hätten kein Interesse daran gehabt, also wären nur Juden in Frage gekommen als Diebe. Ein Jude hätte aber niemals einen Leichnam aus den Grabtüchern ausgewickelt - das war ja so ziemlich das Unreinste, was er hätte tun können - und die auch noch sauber hingelegt, sondern hätte ihn einfach komplett mitgenommen, um die Sauerei in Grenzen zu halten.
Daß die Grabtücher noch da waren - und bis heute erhalten sind! -, ist ein Indiz für die Wahrheit der Auferstehung, das man nicht unterschätzen sollte.
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Raphael » Montag 4. Juli 2016, 09:32

taddeo hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:Das es der mtoto bei ihrer Einlassung um das Vorhandensein bzw. Nicht-Vorhandensein des Leibes Christi im Grab ging, war doch unübersehbar. Das Grabtuch und das Schweißtuch sind demgegenüber doch Marginalien.
Marginalien? :hmm:
Angesichts der leiblichen Auferstehung des Herrn sind das Marginalien! :ja:

Gehen wir 'mal in spekulativer Weise davon aus, die Tücher wären nicht ordentlich gefaltet an einem bestimmten Platz im Grab abgelegt gewesen, sondern sie hätten mehr oder weniger verknüllt dort gelegen, wo sie eben nach der Auferstehung des Herrn hingefallen wären.

Hätte das etwas an der Auferstehung geändert? Nein, das doch eher nicht!

Und wenn sie gar nicht da gewesen wären, wäre damit ein Diebstahl des Leichnams nicht bewiesen gewesen.
Aus dem Nicht-Vorhandensein der Tücher könnte man höchstens ein Indiz für den Diebstahl konstruieren; niemals jedoch einen Beweis für einen Diebstahl des Leichnams damit erbringen.
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von taddeo » Montag 4. Juli 2016, 11:16

Raphael hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:Das es der mtoto bei ihrer Einlassung um das Vorhandensein bzw. Nicht-Vorhandensein des Leibes Christi im Grab ging, war doch unübersehbar. Das Grabtuch und das Schweißtuch sind demgegenüber doch Marginalien.
Marginalien? :hmm:
Angesichts der leiblichen Auferstehung des Herrn sind das Marginalien! :ja:
Denkst Du, daß der Herrgott sich nichts dabei gedacht hat? Es gibt keine Zufälle oder marginale Fakten in den Evangelien.
Die Auferstehung ist die größte Herausforderung für den Glauben überhaupt, und nicht nur ich bin mir sicher, daß es uns der Herr nur leichter machen wollte damit, indem die Grabtücher in der genannten Weise hiergeblieben sind.
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Raphael » Montag 4. Juli 2016, 11:31

taddeo hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:Das es der mtoto bei ihrer Einlassung um das Vorhandensein bzw. Nicht-Vorhandensein des Leibes Christi im Grab ging, war doch unübersehbar. Das Grabtuch und das Schweißtuch sind demgegenüber doch Marginalien.
Marginalien? :hmm:
Angesichts der leiblichen Auferstehung des Herrn sind das Marginalien! :ja:
Denkst Du, daß der Herrgott sich nichts dabei gedacht hat? Es gibt keine Zufälle oder marginale Fakten in den Evangelien.
Die Auferstehung ist die größte Herausforderung für den Glauben überhaupt, und nicht nur ich bin mir sicher, daß es uns der Herr nur leichter machen wollte damit, indem die Grabtücher in der genannten Weise hiergeblieben sind.
Das wiederum glaube ich genauso! :ja:
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von HeGe » Montag 4. Juli 2016, 11:33

taddeo hat geschrieben:
mtoto hat geschrieben:Menschen, die behaupten, das Grab wäre nicht leer gewesen, haben keinen blassen Schimmer von Jesus und der Schrift. (Meine Meinung)

LG mtoto
:D Soso ... dann lies mal nochmal sorgfältig die Auferstehungsberichte. Das Grab war NICHT leer, und das ist auch ein sehr wichtiger Aspekt der Auferstehungsberichte. :huhu:
Das heißt, das Lied "Das Grab ist leer, der Held erwacht" ist eigentlich häretisch? :bedrippelt:
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von taddeo » Montag 4. Juli 2016, 12:29

HeGe hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
mtoto hat geschrieben:Menschen, die behaupten, das Grab wäre nicht leer gewesen, haben keinen blassen Schimmer von Jesus und der Schrift. (Meine Meinung)

LG mtoto
:D Soso ... dann lies mal nochmal sorgfältig die Auferstehungsberichte. Das Grab war NICHT leer, und das ist auch ein sehr wichtiger Aspekt der Auferstehungsberichte. :huhu:
Das heißt, das Lied "Das Grab ist leer, der Held erwacht" ist eigentlich häretisch? :bedrippelt:
Nachdem da offensichtlich der Leib des "Helden" besungen wird und nicht die Grabtücher (ich kenne den Text nicht, aber vermute das mal), dürfte keine Häresiegefahr bestehen. :D
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von HeGe » Montag 4. Juli 2016, 12:34

taddeo hat geschrieben:
HeGe hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
mtoto hat geschrieben:Menschen, die behaupten, das Grab wäre nicht leer gewesen, haben keinen blassen Schimmer von Jesus und der Schrift. (Meine Meinung)

LG mtoto
:D Soso ... dann lies mal nochmal sorgfältig die Auferstehungsberichte. Das Grab war NICHT leer, und das ist auch ein sehr wichtiger Aspekt der Auferstehungsberichte. :huhu:
Das heißt, das Lied "Das Grab ist leer, der Held erwacht" ist eigentlich häretisch? :bedrippelt:
Nachdem da offensichtlich der Leib des "Helden" besungen wird und nicht die Grabtücher (ich kenne den Text nicht, aber vermute das mal), dürfte keine Häresiegefahr bestehen. :D
Echt? Singt man das bei euch nicht? Osternachtsfeiern oder -hochämter, die ohne dieses Lied enden, würden bei uns zu mittelschweren Ausschreitungen führen. :)

Den gesamten Text kannst du hier lesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Grab_ ... ld_erwacht
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von taddeo » Montag 4. Juli 2016, 12:49

Nö, das Lied kannte ich bisher überhaupt nicht. Gibt es weder in Regensburg noch in Passau. :achselzuck:
Aber auch dort gibt es solche "Schlager", ohne die es nicht richtig Ostern ist. In meiner früheren Passauer Pfarrei (und den meisten anderen dort, die ich kennengelernt habe) war es "Jesus lebt, mit ihm auch ich"; in meiner jetzigen Dienstpfarrei im Bistum Regensburg ist es "Der Heiland erstand". Da können auf einmal Leute singen, die sonst das ganze Jahr kein Maul aufkriegen in der Kirche.
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von HeGe » Montag 4. Juli 2016, 12:54

taddeo hat geschrieben:Nö, das Lied kannte ich bisher überhaupt nicht. Gibt es weder in Regensburg noch in Passau. :achselzuck:
Aber auch dort gibt es solche "Schlager", ohne die es nicht richtig Ostern ist. In meiner früheren Passauer Pfarrei (und den meisten anderen dort, die ich kennengelernt habe) war es "Jesus lebt, mit ihm auch ich"; in meiner jetzigen Dienstpfarrei im Bistum Regensburg ist es "Der Heiland erstand". Da können auf einmal Leute singen, die sonst das ganze Jahr kein Maul aufkriegen in der Kirche.
Interessant. Da das lt. Vicky Pedia dem "Landshuter Gesangsbuch" entstammt, hätte ich gedacht, dass man das auch in Bayern kennt. Dafür kenne ich die von dir genannten Lieder überhaupt nicht. Soll nochmal einer sagen, die Kirche sei nicht vielfältig. ;)

Ähnlich verbreitet sind bei uns "Preis dem Todesüberwinder" und "Wahrer Gott, wir glauben dir".
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von taddeo » Montag 4. Juli 2016, 13:04

Die "Regensburger" Fassung von "Jesus lebt": https://kukikblog.files.wordpress.com/2 ... s-lebt.gif
Besser zu singen ist aber die "Passauer" Fassung, die rhythmisch etwas einfacher ist.

"Der Heiland erstand": https://wolperdinge.files.wordpress.com ... =293&h=478

Beides sind - wie Dein Lied auch - so typisch marschähnliche katholische Schlachtgesänge, die man gar nicht pompös genug begleiten kann als Organist. Da freut einen der Glaube noch mehr als sonst.

"Preis dem Todesüberwinder" ist bei uns auch Hitparade.
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Niels » Mittwoch 6. Juli 2016, 09:07

Interessant. Da könnte man glatt einen eigenen Strang draus machen.

Nachtrag: Einen solchen gibt es schon. http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?p=58118#p58118
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Niels » Mittwoch 6. Juli 2016, 09:11

taddeo hat geschrieben: Denkst Du, daß der Herrgott sich nichts dabei gedacht hat? Es gibt keine Zufälle oder marginale Fakten in den Evangelien.
Die Auferstehung ist die größte Herausforderung für den Glauben überhaupt, und nicht nur ich bin mir sicher, daß es uns der Herr nur leichter machen wollte damit, indem die Grabtücher in der genannten Weise hiergeblieben sind.
Daher heißt es ja auch in der Ostersequenz: "angelicos testes, sudarium et vestes".
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von taddeo » Mittwoch 6. Juli 2016, 09:26

Niels hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: Denkst Du, daß der Herrgott sich nichts dabei gedacht hat? Es gibt keine Zufälle oder marginale Fakten in den Evangelien.
Die Auferstehung ist die größte Herausforderung für den Glauben überhaupt, und nicht nur ich bin mir sicher, daß es uns der Herr nur leichter machen wollte damit, indem die Grabtücher in der genannten Weise hiergeblieben sind.
Daher heißt es ja auch in der Ostersequenz: "angelicos testes, sudarium et vestes".
:daumen-rauf:
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Clemens » Mittwoch 6. Juli 2016, 09:29

taddeo hat geschrieben: "Der Heiland erstand": https://wolperdinge.files.wordpress.com ... =293&h=478

Beides sind - wie Dein Lied auch - so typisch marschähnliche katholische Schlachtgesänge, die man gar nicht pompös genug begleiten kann als Organist. Da freut einen der Glaube noch mehr als sonst.
Ist aber wohlgemerkt ein protestantisches Lied!
(Man singt es bei Prottis allerdings auf eine andere Melodie.)

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von taddeo » Mittwoch 6. Juli 2016, 09:58

Clemens hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: "Der Heiland erstand": https://wolperdinge.files.wordpress.com ... =293&h=478

Beides sind - wie Dein Lied auch - so typisch marschähnliche katholische Schlachtgesänge, die man gar nicht pompös genug begleiten kann als Organist. Da freut einen der Glaube noch mehr als sonst.
Ist aber wohlgemerkt ein protestantisches Lied!
(Man singt es bei Prottis allerdings auf eine andere Melodie.)
In Anlehnung an den kirchenrechtlichen Begriff der "lex canonizata" könnte man aber da von einem "cantus canonizatus" reden, also von einem Lied ursprünglich anderer Herkunft, das durch den erlaubten Gebrauch "katholisch gemacht" wurde. Solche Beispiele gibt es ja haufenweise, etwa "O Haupt voll Blut und Wunden" oder "Wer nur den lieben Gott läßt walten".
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Niels » Donnerstag 7. Juli 2016, 09:03

"O Haupt voll Blut und Wunden" ist aber "nur" die Paraphrase des (katholischen) Hymnus Salve caput cruentatum, also eigentlich nichts genuin Protestantisches. :pfeif: :tuete:
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von taddeo » Donnerstag 7. Juli 2016, 21:40

Niels hat geschrieben:"O Haupt voll Blut und Wunden" ist aber "nur" die Paraphrase des (katholischen) Hymnus Salve caput cruentatum, also eigentlich nichts genuin Protestantisches. :pfeif: :tuete:
Die Melodie ist nicht mal geistlich, sondern wurde erst von Bach "christianisiert". (Hab ich vor kurzem schon mal irgendwo hier erwähnt.)
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Niels » Freitag 8. Juli 2016, 12:37

taddeo hat geschrieben: Die Melodie ist nicht mal geistlich, sondern wurde erst von Bach "christianisiert". (Hab ich vor kurzem schon mal irgendwo hier erwähnt.)
:ja:
http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?p=85654#p85654
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Raphael » Donnerstag 14. Juli 2016, 07:09

GOTT legt eine erstaunliche Großzügigkeit bei der Verteilung der Begabungen an den Tag! :)
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Leeres-Grab-Debatte

Beitrag von Sempre » Sonnabend 31. Dezember 2016, 22:36

Hinweis der Moderation:

Die folgenden Beiträge stammen ursprüng-
lich von dort und wurden hierher schoben.

Hubertus als Mod.
---------------------------------------------------------




taddeo hat geschrieben:Für mich sind "mathematische Beweise" zunächst auch nur Behauptungen, deren Richtigkeit ich mangels Kenntnis überhaupt nicht nachprüfen und beurteilen kann. Genauso geht es anderen Menschen mit jeglicher Art von "Gottesbeweisen". Da kann die Kirche viel behaupten - wenn ich selber einfach nix erkenne, glaub ich nicht, daß die Kirche recht hat.
Ich kann z.B. nicht überprüfen, ob das Grab leer war. Dennoch glaube ich der Kirche, dass es so war.

Trostlos, wenn Du kein Vertrauen hast, es sei denn in das, was Du überprüfen kannst.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Georg Gänswein outet sich als Fideist

Beitrag von umusungu » Sonnabend 31. Dezember 2016, 23:16

Sempre hat geschrieben:Ich kann z.B. nicht überprüfen, ob das Grab leer war. Dennoch glaube ich der Kirche, dass es so war.
Gibt es ein Dogma des "leeren Grabes"?
Ich glaube kein "leeres Grab" (das singe ich), aber ich glaube "der Herr ist auferstanden" und er erschien den Zeugen ........

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Re: Georg Gänswein outet sich als Fideist

Beitrag von Sempre » Sonnabend 31. Dezember 2016, 23:19

umusungu hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:Ich kann z.B. nicht überprüfen, ob das Grab leer war. Dennoch glaube ich der Kirche, dass es so war.
Gibt es ein Dogma des "leeren Grabes"?
Ich glaube kein "leeres Grab" (das singe ich), aber ich glaube "der Herr ist auferstanden" und er erschien den Zeugen ........
Du glaubst kein leeres Grab. Interessant. Schon mal was von lex orandi, lex credendi gehört?

[...]
Zuletzt geändert von Hubertus am Montag 2. Januar 2017, 14:17, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Kommentar "ad hominem" entfernt.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Georg Gänswein outet sich als Fideist

Beitrag von umusungu » Sonnabend 31. Dezember 2016, 23:36

Sempre hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:Ich kann z.B. nicht überprüfen, ob das Grab leer war. Dennoch glaube ich der Kirche, dass es so war.
Gibt es ein Dogma des "leeren Grabes"?
Ich glaube kein "leeres Grab" (das singe ich), aber ich glaube "der Herr ist auferstanden" und er erschien den Zeugen ........
Du glaubst kein leeres Grab. Interessant. Schon mal was von lex orandi, lex credendi gehört?
[...]
Du bist doch der große Dogma-tiker hier. Wie lautet das Dogma vom leeren Grab? Wann wurde es verkündet?
Zuletzt geändert von Hubertus am Montag 2. Januar 2017, 14:16, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Kommentar "ad hominem" entfernt.

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Re: Georg Gänswein outet sich als Fideist

Beitrag von Sempre » Sonnabend 31. Dezember 2016, 23:41

umusungu hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:Ich kann z.B. nicht überprüfen, ob das Grab leer war. Dennoch glaube ich der Kirche, dass es so war.
Gibt es ein Dogma des "leeren Grabes"?
Ich glaube kein "leeres Grab" (das singe ich), aber ich glaube "der Herr ist auferstanden" und er erschien den Zeugen ........
Du glaubst kein leeres Grab. Interessant. Schon mal was von lex orandi, lex credendi gehört?
[...]
Du bist doch der große Dogma-tiker hier. Wie lautet das Dogma vom leeren Grab? Wann wurde es verkündet?
In der Liturgie der Kirche wird das leere Grab jährlich mindestens einmal verkündet. Und die Kirche glaubt, was sie betet.
Zuletzt geändert von Hubertus am Montag 2. Januar 2017, 14:19, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Kommentar "ad hominem" entfernt.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Georg Gänswein outet sich als Fideist

Beitrag von umusungu » Sonnabend 31. Dezember 2016, 23:46

Sempre hat geschrieben:In der Liturgie der Kirche wird das leere Grab jährlich mindestens einmal verkündet. Und die Kirche glaubt, was sie betet.
Dann sage mir bitte, wo und wann und mit welchen Worten die Kirche das "leere Grab" in ihren offiziellen Gebeten "verkündet"?

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Re: Georg Gänswein outet sich als Fideist

Beitrag von Sempre » Sonnabend 31. Dezember 2016, 23:58

umusungu hat geschrieben:Es wird dir doch ein Leichtes sein, mir Belegstellen zu nennen.............. nun mach schon !
Ja, ist es. [...] [P]raktisch sämtliche Leser hier wissen, dass ich recht habe. Zumindest die, die die Messe der Kirche kennen.

Sollte einer Fragen, suche ich das in den kommenden Tagen raus.

Wie steht es einstweilen mit Deiner Antwort auf die Frage, ob das im NOM vorkommt? [...]
Zuletzt geändert von Hubertus am Montag 2. Januar 2017, 14:20, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Kommentar "ad hominem" entfernt.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Georg Gänswein outet sich als Fideist

Beitrag von umusungu » Sonntag 1. Januar 2017, 00:17

Sempre hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:Es wird dir doch ein Leichtes sein, mir Belegstellen zu nennen.............. nun mach schon !
Ja, ist es. [...] [P]raktisch sämtliche Leser hier wissen, dass ich recht habe. Zumindest die, die die Messe der Kirche kennen.
Ich kenne die "Messe der Kirche" - ich zelebriere sie.
Du wirst nicht fündig werden! Die Kirche hat nie das "leere Grab" in ihren Gebeten thematisiert. Selbst in meinem Schott von 1935 bin ich nicht fündig geworden.
Sollte einer Fragen, suche ich das in den kommenden Tagen raus.
Ich habe ja schon gefragt - also suche mal!
Wie steht es einstweilen mit Deiner Antwort auf die Frage, ob das im NOM vorkommt? [...]
Meine Antwort findest Du schon oben.
[...]
Zuletzt geändert von Hubertus am Montag 2. Januar 2017, 14:22, insgesamt 1-mal geändert.
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