Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.

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Juergen
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Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Juergen » Sonntag 5. April 2015, 15:00

Gerd Häfner erklärt das Problem mit dem Grab…

-> http://www.lectiobrevior.de/215/4/auf ... -grab.html
…Die Deutung der neutestamentlichen Ostertraditionen wird umstritten bleiben. Es geht mir nicht darum, die hier vertretene Interpretation als die allein mögliche darzustellen. Aber sie kann in jedem Fall ernsthafte Gründe vorweisen. Und es sollte deutlich geworden sein, dass der Glaube an die Auferstehung Jesu nicht davon abhängt, welche Vorstellung man vom Zustand des Grabes Jesu und von der Leiblichkeit der Auferstehung hat. Die Aussage, zwei Prozent der Lehrenden an Theologischen Fakultäten würden an die Auferstehung Jesu glauben, heißt vielleicht, wenn man die Frage nach der empirischen Basis eines solchen Urteils einmal außer Acht lässt: »Zwei Prozent glauben auf dieselbe Weise wie ich an die Auferstehung Jesu.«
Gruß
Jürgen

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Gallus
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Gallus » Sonntag 5. April 2015, 15:38

Er schreibt auch:
Ohne die Botschaft des Engels (»er ist auferweckt worden«) bliebe das leere Grab stumm und offen für gegensätzliche Interpretationen. Schon aus diesem Grund kann sich am leeren Grab der Osterglaube nicht entscheiden.
Das verstehe ich nicht. Damit ist doch klar, daß die von ihm zuvor mühsam konstruierte "Mehrdeutigkeit" durch die Botschaft des Engels aufgehoben wird und keinerlei Rolle mehr spielen kann.

Es sei denn, man glaubt auch nicht an die Botschaft des Engels. Weil man sowieso nur glaubt, was man anfassen kann.

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Juergen
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Juergen » Sonntag 5. April 2015, 15:53

Gallus hat geschrieben:Er schreibt auch:
Ohne die Botschaft des Engels (»er ist auferweckt worden«) bliebe das leere Grab stumm und offen für gegensätzliche Interpretationen. Schon aus diesem Grund kann sich am leeren Grab der Osterglaube nicht entscheiden.
Das verstehe ich nicht. Damit ist doch klar, daß die von ihm zuvor mühsam konstruierte "Mehrdeutigkeit" durch die Botschaft des Engels aufgehoben wird und keinerlei Rolle mehr spielen kann.

Es sei denn, man glaubt auch nicht an die Botschaft des Engels. Weil man sowieso nur glaubt, was man anfassen kann.
Nein,
wenn Du weiter liest, dann wirst Du feststellen, daß er sich auch eine Auferstehung mit vollem Grab vorstellen kann, weil er den Auferstehungsleib vom irdischen Leib unterscheidet. —— Wie dazu dann z.B. die Perikope um den „ungläubigen Thomas“ passt, der seine Finger in die Wunden zu legen aufgefordert wird, ist mir unklar. Ebenso die Bemerkung, daß der Auferstandene aß und trank. – Aber wahrscheinlich exegiert sich so ein Problem auch irgendwie weg.
Gruß
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Tinius
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Tinius » Sonntag 5. April 2015, 16:00

Er wird vermutlich die von dir genannten Stellen als spätere Einschübe erklären, die den Glauben an einen doketischen Leib bekämpfen sollen.
Einem hochenergetischem Auferstehungsleib würde es als göttliche Erscheinungsform allerdings auch gelingen, eine Leiblichkeit für Thomas und scheinbares Essen und Trinken für die Umwelt zu simulieren.
Somit beweisen die Bibelstellen gar nichts.
Zuletzt geändert von Tinius am Sonntag 5. April 2015, 21:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Juergen
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Juergen » Sonntag 5. April 2015, 16:04

Tinius hat geschrieben:Er wird vermutlich die von dir genannten Stellen als spätere Einschübe erklären, die den Glauben an einen doketischen Leib bekämpfen sollen.
Einem hochenergetischem Auferstehungsleib würde es als göttliche Erscheinungsform allerdings auch gelingen, eine Leiblichkeit für Thomas und scheinbares essen und trinken für die Umwelt zu simulieren.
Somit beweisen die Bibelstellen gar nichts.
Ja.

Aber Bibelstellen scheinen sowieso wenige zu beweisen:
Sodann gibt der genannte Tatbestand zu denken, dass das leere Grab außerhalb der angeführten Erzählungen im Neuen Testament keine Rolle spielt.
Also: 4 von 4 Evangelien berichtet darüber, aber das ist nicht ausreichend. Erst wenn man das Ganze zudem auch noch in der Apostelgeschichte, bei Paulus und in den anderen Briefen findet, dann wird es vielleicht zur Kenntnis genommen, sofern diese Stellen sich nicht irgendwie widersprechen…
:narr:
Gruß
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Gallus
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Gallus » Sonntag 5. April 2015, 16:22

Tinius hat geschrieben:Er wird vermutlich die von dir genannten Stellen als spätere Einschübe erklären, die den Glauben an einen doketischen Leib bekämpfen sollen.
Einem hochenergetischem Auferstehungsleib würde es als göttliche Erscheinungsform allerdings auch gelingen, eine Leiblichkeit für Thomas und scheinbares essen und trinken für die Umwelt zu simulieren.
Somit beweisen die Bibelstellen gar nichts.
Ja, und was ist damit dann gewonnen? Klar, der moderne Mensch im 21. Jahrhundert hat Probleme damit, zu glauben, daß der Sohn Gottes leiblich auferstanden ist. Oder daß Engel da etwas verkündet haben. Das geht dem aufgeklärten, modernen Menschen gegen den Strich. Verstehe ich. Aber wenn man diesen Weg gehen will, dann muß man ihn auch konsequent weitergehen, seinen Glauben aufgeben, oder soweit reduzieren, daß er mit dem jeweils aktuellen Stand der naturwissenschaftlichen Forschung kompatibel ist.

Was dann aber gar nicht geht, das ist die Flucht in esoterischen Humbug wie "hochenergetischer Auferstehungsleib". Das ist doch nur noch lächerlich.

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Juergen » Sonntag 5. April 2015, 16:27

„hochenergetisch“ ist die Wortwahl vom Tini(t)us :D und nicht vom Häfner.
Gruß
Jürgen

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Tinius » Sonntag 5. April 2015, 21:45

Juergen hat geschrieben:„hochenergetisch“ ist die Wortwahl vom Tini(t)us :D und nicht vom Häfner.
Danke.....ich höre noch ganz gut.
Hat jemand das zweite Buch von Benedikt XVI. über Jesus von Nazareth gelesen? Ich empfehle die Lektüre der Passagen über die Auferstehung.

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Gallus
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Gallus » Montag 6. April 2015, 10:22

Tinius hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:„hochenergetisch“ ist die Wortwahl vom Tini(t)us :D und nicht vom Häfner.
Danke.....ich höre noch ganz gut.
Hat jemand das zweite Buch von Benedikt XVI. über Jesus von Nazareth gelesen? Ich empfehle die Lektüre der Passagen über die Auferstehung.
Ja. Eine absolut überzeugende Argumentation dafür, daß das Grab leer war.

Tinius
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Tinius » Montag 6. April 2015, 16:16

Gallus hat geschrieben:
Tinius hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:„hochenergetisch“ ist die Wortwahl vom Tini(t)us :D und nicht vom Häfner.
Danke.....ich höre noch ganz gut.
Hat jemand das zweite Buch von Benedikt XVI. über Jesus von Nazareth gelesen? Ich empfehle die Lektüre der Passagen über die Auferstehung.
Ja. Eine absolut überzeugende Argumentation dafür, daß das Grab leer war.
Natürlich war das Grab leer.

Im Johannesevangelium, Kapitel 20, steht:

11Maria aber stand draussen vor dem Grab und weinte. Während sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein.

12Und sie sieht zwei Engel sitzen in weissen Gewändern, einen zu Häupten und einen zu Füssen, dort, wo der Leib Jesu gelegen hatte.

13Und sie sagen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie sagt zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiss nicht, wo sie ihn hingelegt haben.

14Das sagte sie und wandte sich um, und sie sieht Jesus dastehen, weiss aber nicht, dass es Jesus ist.

15Jesus sagt zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Da sie meint, es sei der Gärtner, sagt sie zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen hast, sag mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn holen.

16Jesus sagt zu ihr: Maria! Da wendet sie sich um und sagt auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni! Das heisst ‹Meister›.

17Jesus sagt zu ihr: Fass mich nicht an! Denn noch bin ich nicht hinaufgegangen zum Vater. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.

18Maria aus Magdala geht und sagt zu den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und berichtet ihnen, was er ihr gesagt hat.


Jesus wird danach wohl kaum wieder ins Grab hineingegangen sein.

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Gallus
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Gallus » Montag 6. April 2015, 16:41

Tinius hat geschrieben:
Gallus hat geschrieben:
Tinius hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:„hochenergetisch“ ist die Wortwahl vom Tini(t)us :D und nicht vom Häfner.
Danke.....ich höre noch ganz gut.
Hat jemand das zweite Buch von Benedikt XVI. über Jesus von Nazareth gelesen? Ich empfehle die Lektüre der Passagen über die Auferstehung.
Ja. Eine absolut überzeugende Argumentation dafür, daß das Grab leer war.
Natürlich war das Grab leer.
Dann lies doch diesen Strang einfach nochmal von Anfang an. :ikb_frusty:

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Rumkugel
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Rumkugel » Montag 6. April 2015, 19:43

Jesus lebt wirklich :narr:

*Ist ja zum Rumkugeln*
Wenn um Rumkugeln Rumkugeln rumkugeln,
kugeln um Rumkugeln Rumkugeln rum.

Tinius
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Tinius » Montag 6. April 2015, 20:27

Rumkugel hat geschrieben:Jesus lebt wirklich :narr:

*Ist ja zum Rumkugeln*
Eso-Müll :( :nein: :nein:

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Senensis
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Senensis » Freitag 10. April 2015, 08:57

Moment. Wie war dieser Witz, den ich letztens gehört habe (wahrscheinlich hat er einen Bart, aber ich kannte ihn noch nicht):

Unterhalten sich zwei Theologen. Der eine:
"Du, stell Dir vor, ganz neue Nachricht: jetzt haben sie da in Jerusalem tatsächlich das Grab Jesu gefunden, gar kein Zweifel möglich - das ist einfach definitiv genau das Grab Jesu. Und - es ist voll, es sind ganz klar seine Knochen darin."
Der andere:
"Ach.. hat Jesus also doch gelebt?"
et nos credidimus caritati

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Protasius
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Protasius » Sonnabend 11. April 2015, 19:50

Natürlich war das Grab nicht leer: da lagen schließlich die Leinenbinden und der Engel wartete.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Senensis
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Senensis » Sonnabend 11. April 2015, 19:58

:breitgrins:
et nos credidimus caritati

Siard
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Siard » Sonnabend 11. April 2015, 22:19

Senensis hat geschrieben:"Ach.. hat Jesus also doch gelebt?"
Er ist wirklich nicht neu, allerdings kannte ich ihn so, daß der überraschte Satz vom Ordensgeneral der Jesuiten gesprochen wird.
Er ist immer wieder ;D .

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Yeti
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Yeti » Sonntag 12. April 2015, 17:15

Juergen hat geschrieben:Gerd Häfner erklärt das Problem mit dem Grab…

-> http://www.lectiobrevior.de/215/4/auf ... -grab.html
…Die Deutung der neutestamentlichen Ostertraditionen wird umstritten bleiben. Es geht mir nicht darum, die hier vertretene Interpretation als die allein mögliche darzustellen. Aber sie kann in jedem Fall ernsthafte Gründe vorweisen. Und es sollte deutlich geworden sein, dass der Glaube an die Auferstehung Jesu nicht davon abhängt, welche Vorstellung man vom Zustand des Grabes Jesu und von der Leiblichkeit der Auferstehung hat. Die Aussage, zwei Prozent der Lehrenden an Theologischen Fakultäten würden an die Auferstehung Jesu glauben, heißt vielleicht, wenn man die Frage nach der empirischen Basis eines solchen Urteils einmal außer Acht lässt: »Zwei Prozent glauben auf dieselbe Weise wie ich an die Auferstehung Jesu.«
Vor einigen Wochen wurde Klaus Berger mit einer erschreckenden statistischen Erkenntnis zum Zustand des Osterglaubens zitiert:
Offenbar war der Name Klaus Berger der Reizauslöser. 8)
Die Unterschiede weisen darauf, dass die Erzählungen nicht als Berichte über Geschehenes zu lesen sind, sondern als Niederschlag narrativer Theologie, in der das bereits bestehende Osterbekenntnis (»er ist auferweckt worden«) erzählerisch gestaltet wird.
Also: Wenn ein Zeuge sagt, es wären vor dem Verkehrsunfall zwei Autos um die Ecke gebogen, der zweite Zeuge aber sagt, es wären drei gewesen, der dritte Zeuge jedoch sagt, es wären vier gewesen und er vierte Zeuge behauptet, nur ein Auto wäre um die Ecke gebogen, dann bog also in Wahrheit gar kein Auto um die Ecke. Eine wirklich bestechende Logik, liegt aber ganz im Trend des Konstruktivismus, der offenbar bei Exegeten angekommen ist. Wenn der sowas bei mir im Deutschaufsatz geschrieben hätte, würde ich danebenschreiben: "Sachlich und inhaltlich unplausibel bzw. unbegründet".
Die Aussage, zwei Prozent der Lehrenden an Theologischen Fakultäten würden an die Auferstehung Jesu glauben, heißt vielleicht, wenn man die Frage nach der empirischen Basis eines solchen Urteils einmal außer Acht lässt: »Zwei Prozent glauben auf dieselbe Weise wie ich an die Auferstehung Jesu.«
Äh ja. "Und morgen sind es ein Drittel, übermorgen ein Viertel, darauf ein Fünftel" u.s.w., wie mal angeblich Honecker vom Kommunismus sprach. Aber wenn es eigentlich wurscht ist, ob der Herr Professor seine Arbeit gemacht hat oder nicht, ist es vielleicht in Zukunft auch wurscht, ob auf seinem Konto monatlich ein paar tausend Euro auftauchen oder halt gar nichts. Der Konstruktivismus hat halt auch positive Seiten. Er entsorgt das, was wurscht ist. :breitgrins:
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Juergen
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Juergen » Sonntag 12. April 2015, 17:26

- leeres Grab -> nachträgliche Erfindung
Gerd Häfner hat geschrieben:Die Unterschiede weisen darauf, dass die Erzählungen nicht als Berichte über Geschehenes zu lesen sind, sondern als Niederschlag narrativer Theologie, in der das bereits bestehende Osterbekenntnis (»er ist auferweckt worden«) erzählerisch gestaltet wird.
- Erscheinungsgeschichten -> Nachträgliche Erfindung
Gerd Häfner im Kommentarbereich (11.4.15; 11:27) hat geschrieben:…Dass wir »auch gleich die ntl. Erscheinungsgeschichten als nachträgliche Illustrationen eines zuvor entstandenen Bekenntnisses zur Auferweckung Jesu betrachten« können, sehe ich in der Tat so. Anders lässt sich deren Verschiedenartigkeit und Widersprüchlichkeit auf der Geschehensebene gar nicht verstehen. Die Erscheinungsgeschichten können nur nachträgliche Gestaltungen sein. Ob die dahinterliegende Erfahrung wirklich oder illusionär ist, ist eine Frage von Glaube und Unglaube. Um Ihre Formulierung aufzugreifen: Ob man annimmt, dass »die endzeitliche Totenerweckung einfach konkret auf den Märtyrer Jesus angewendet wurde«, weil nur so die mit »Erscheinung« bezeichnete Erfahrung deutbar wurde, oder weil dies psychologisch die Bewältigung der Trauer erleichterte, ist die Frage, an der sich entscheidet, ob man dem Osterglauben zustimmt oder nicht…

:nuckel:
Gruß
Jürgen

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Senensis » Freitag 24. April 2015, 17:51

Siard hat geschrieben:
Senensis hat geschrieben:"Ach.. hat Jesus also doch gelebt?"
Er ist wirklich nicht neu, allerdings kannte ich ihn so, daß der überraschte Satz vom Ordensgeneral der Jesuiten gesprochen wird.
Er ist immer wieder ;D .
Kannst Du mir Deine Version schreiben? Damit ich den :ikb_wheelchair: wenigstens richtig kann:)
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Exilfranke » Montag 4. Mai 2015, 18:37

Mir wird ja speiübel, wenn ich sowas lese. Nicht, weil es meinen Glauben auf die Probe stellt, sondern weil solche Theologen dick subventioniert sind, und die Heilsmission der Kirche aktiv behindern. Ich kann das gar nicht verarbeiten.
„Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen.“ - Aurelius Augustinus.

Bitt Gott für uns, Maria.

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Senensis » Freitag 29. Mai 2015, 12:15

Mußt Du Dir bei ebay eine große Schachtel Humor ersteigern, anders ist es nicht zu überleben.
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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Niels » Freitag 29. Mai 2015, 12:29

Senensis hat geschrieben:Mußt Du Dir bei ebay eine große Schachtel Humor ersteigern, anders ist es nicht zu überleben.
Die kann Ovi uns auch mit seinem 3D-Drucker kreieren: https://www.youtube.com/channel/UCRK_n2 ... crrTheGL2A
:anton:

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von overkott » Mittwoch 29. Juni 2016, 13:07

Leer.

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Raphael » Mittwoch 29. Juni 2016, 15:12

overkott hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:
Senensis hat geschrieben:Mußt Du Dir bei ebay eine große Schachtel Humor ersteigern, anders ist es nicht zu überleben.
Die kann Ovi uns auch mit seinem 3D-Drucker kreieren: https://www.youtube.com/channel/UCRK_n2 ... crrTheGL2A
:anton:
Leer.
Diese Anmerkung bezieht sich vermutlich auf die Schachtel Humor, die man von Dir bei ebay ersteigern kann, oder? :pfeif:
Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Hallelujah singen!

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von guatuso » Mittwoch 29. Juni 2016, 22:19

Rumkugel hat geschrieben:Jesus lebt wirklich :narr:

*Ist ja zum Rumkugeln*
Ach, der Pajazzo ist wieder da.

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von lifestylekatholik » Sonntag 3. Juli 2016, 08:57

guatuso hat geschrieben:Ach, der Pajazzo ist wieder da.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von mtoto » Sonntag 3. Juli 2016, 19:22

Hallo zusammen,

ich hatte mal mit Anfang 20 so ein Erlebnis der dritten Art mit einer Theologin, die Studenten des Würzburger Fernkurses im Bistum begleitete... "Zum Glück sind wir heute weiter. Jesus ist auferstanden, aber das Grab war nicht leer. Jesus ist verrXXXXX, wie ..." Ich mags nicht weiter aufschreiben. :nein: :vogel:
Auf meine Frage, wie sie sich Auferstehung dann vorstellt? "Meine Lebensgeschichte kommt bei Gott an." :glubsch: :(
Ich, das damalige Küken der Gruppe, bin dann explodiert. :ikb_ranting:

Heute kann ich argumentieren: :pfeif:

1. Das damalige jüdische Menschenbild ist nicht dualistisch, sondern Seele und Leib gehören zusammen. Ergo ist Auferstehung auch leiblich und das Grab somit natürlich leer. Steht da ja auch geschrieben. :ja:

2. Keiner der jüdischen Jünger hätte folglich sein Leben für ein volles Grab aufs Spiel gesetzt.

3. Es gibt von allen möglichen Sachen Reliquien... Kreuz, Gewand... aber Knochen? Nur von Heiligen gibt es Knochen, aber nicht von Jesus. Komisch oder? Wenn das Grab nicht leergewesen wäre und sich daraus trotzdem ein Auferstehungsglaube entwickelt hätte... Hätten wir auch entsprechende Knochenreliquien? :hmm:


Menschen, die behaupten, das Grab wäre nicht leer gewesen, haben keinen blassen Schimmer von Jesus und der Schrift. (Meine Meinung)

LG mtoto

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von overkott » Sonntag 3. Juli 2016, 19:57

So naiv waren die Hebräer nun mal nicht alle. :pfeif:

Vom heiligen :heiligschein: Bonaventura :doktor: gibt es auch keine Knochen. :hmm: Nach seiner Himmelfahrt :engel: ward er nicht mehr gesehen :ikb_gossip:

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von taddeo » Sonntag 3. Juli 2016, 20:00

mtoto hat geschrieben:Menschen, die behaupten, das Grab wäre nicht leer gewesen, haben keinen blassen Schimmer von Jesus und der Schrift. (Meine Meinung)

LG mtoto
:D Soso ... dann lies mal nochmal sorgfältig die Auferstehungsberichte. Das Grab war NICHT leer, und das ist auch ein sehr wichtiger Aspekt der Auferstehungsberichte. :huhu:
Der liebe Gott ist ein Masseur mit Händen aus Musik. (Martin Walser)

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von mtoto » Sonntag 3. Juli 2016, 20:06

Und warum hat niemand vom Volk dann den Leichnam präsentiert? Als Gegenbeweis für die Behauptung der Jünger? Und Frauen waren damals keine glaubwürdigen Zeugen, die hätte man sofort ad absurdum geführt mit einem vollem Grab...

Warum ist das so schwer, einfach mal zu glauben, was da geschrieben steht? :hmm:

LG mtoto :)

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Re: Das Grab war leer oder voll – aber wen interessiert das?

Beitrag von Raphael » Sonntag 3. Juli 2016, 20:06

taddeo hat geschrieben:
mtoto hat geschrieben:Menschen, die behaupten, das Grab wäre nicht leer gewesen, haben keinen blassen Schimmer von Jesus und der Schrift. (Meine Meinung)

LG mtoto
:D Soso ... dann lies mal nochmal sorgfältig die Auferstehungsberichte. Das Grab war NICHT leer, und das ist auch ein sehr wichtiger Aspekt der Auferstehungsberichte. :huhu:
Wenn man den Anderen (in diesem Falle: mtoto) nicht verstehen will, dann versteht man ihn auch nicht! :hmm:

Aber nur weiter so, Herr Theologe .....
Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Hallelujah singen!

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