Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.

Moderator: Hubertus

Tinius
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Re: Aufopferung

Beitrag von Tinius » Sonnabend 22. Oktober 2016, 15:52

Amanda hat geschrieben:
Lieber Tinius, was Du hier verlinkst, hat mit der Aufopferung, die in diesem Thread gemeint ist, rein gar nichts zu tun. Und wenn Du die Beiträge von Anfang an gründlich gelesen hättest, wüsstest Du das auch.
Ja...ich habe nur große Probleme etwas zur "Aufopferung" zu finden.

Spielt das bei den Anglikanern, Altkatholiken und Orthodoxen eine Rolle ?

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Hubertus
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Re: Aufopferung

Beitrag von Hubertus » Sonnabend 22. Oktober 2016, 15:54

Dieses Konzept der "Selbstaufopferung" deckt sich nicht, oder nur teilweise, mit dem christlichen.

Bitte nicht wahllos irgendwelche Texte verlinken, in denen das Wort vorkommt. In der Diskussion sollte das richtiger Verständnis von Selbstaufopferung bereis verständlich dargelegt worden sein.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Aufopferung

Beitrag von taddeo » Sonnabend 22. Oktober 2016, 15:55

Tinius hat geschrieben:
Amanda hat geschrieben:
Lieber Tinius, was Du hier verlinkst, hat mit der Aufopferung, die in diesem Thread gemeint ist, rein gar nichts zu tun. Und wenn Du die Beiträge von Anfang an gründlich gelesen hättest, wüsstest Du das auch.
Ja...ich habe nur große Probleme etwas zur "Aufopferung" zu finden.

Spielt das bei den Anglikanern, Altkatholiken und Orthodoxen eine Rolle ?
Vom Begriff her dürfte das eine ziemlich katholische Spezialität sein. Von der Grundhaltung her kann ich mir nicht vorstellen, daß das in anderen Konfessionen nicht ähnlich vorhanden wäre, aber halt anders umschrieben wird.
nemini parcetur

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Re: Aufopferung

Beitrag von Tinius » Sonnabend 22. Oktober 2016, 15:59

taddeo hat geschrieben:
Tinius hat geschrieben:
Amanda hat geschrieben:
Lieber Tinius, was Du hier verlinkst, hat mit der Aufopferung, die in diesem Thread gemeint ist, rein gar nichts zu tun. Und wenn Du die Beiträge von Anfang an gründlich gelesen hättest, wüsstest Du das auch.
Ja...ich habe nur große Probleme etwas zur "Aufopferung" zu finden.

Spielt das bei den Anglikanern, Altkatholiken und Orthodoxen eine Rolle ?
Vom Begriff her dürfte das eine ziemlich katholische Spezialität sein. Von der Grundhaltung her kann ich mir nicht vorstellen, daß das in anderen Konfessionen nicht ähnlich vorhanden wäre, aber halt anders umschrieben wird.
Danke.

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Re: Aufopferung

Beitrag von taddeo » Sonnabend 22. Oktober 2016, 16:04

"Zu einer heute vielleicht weniger praktizierten, aber vor nicht allzu langer Zeit noch
sehr verbreiteten Weise der Frömmigkeit gehörte der Gedanke, man könne die kleinen
Mühen des Alltags, die uns immer wieder einmal wie mehr oder weniger empfindliche
Nadelstiche treffen, 'aufopfern' und ihnen dadurch Sinn verleihen. In dieser Frömmig-
keit gab es gewiß Übertriebenes und auch Ungesundes, aber es ist zu fragen, ob da nicht
doch irgendwie etwas Wesentliches und Helfendes enthalten war. Was kann das heißen:
'aufopfern'? Diese Menschen waren überzeugt, daß sie ihre kleinen Mühen in das große
Mitleiden Christi hineinlegen konnten, so daß sie irgendwie zu dem Schatz des Mitleids
gehörten, dessen die Menschheit bedarf. So könnten auch die kleinen Verdrießlichkeiten
des Alltags Sinn gewinnen und zum Haushalt des Guten, der Liebe in der Menschheit
beitragen. Vielleicht sollten wir doch fragen, ob solches nicht auch für uns wieder zu ei-
ner sinnvollen Möglichkeit werden kann."

(P. Benedikt XVI., Enzyklika "Spe salvi" 40)
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Re: Aufopferung

Beitrag von Peti » Sonnabend 22. Oktober 2016, 16:10

Ein Facharzt und Jesuit zur Heiligsprechung Anna Schäffers
http://www.domradio.de/nachrichten/212 ... schaeffers

" Man darf nicht vergessen, dass auch sie nach ihrem Unfall zunächst einmal wieder gesund werden wollte.
Sie hat sich ihr Schicksal nicht ausgesucht. Man sollte Lebensgeschichten wie die ihre nicht romantisierend verklären."

" Vielmehr geht es um das gläubige Annehmen des Kreuzes, also dessen, was mir unvermeidlich an Leid zustößt.
Ergänzen, was am Leiden Christi noch fehlt, heißt es im Kolosserbrief des Neuen Testaments.
So etwas kann und darf jemand sagen, der sich Jesus dem Erlöser ganz verbunden weiß."

" Ich wünsche mir, dass diese Heiligsprechung nicht in einem schnellen Erklären vereinnahmt wird,
sondern dass die Fremdheit des Krankenzimmers von Mindelstetten gespürt wird
als eine Kontrastfolie zu unserer Erfolgs- und Jugendkultur.
Ohne das Schöne und Gesunde zu verteufeln und in eine Verherrlichung des Leidens zu verfallen"
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney

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Re: Aufopferung

Beitrag von taddeo » Sonnabend 22. Oktober 2016, 16:13

"unvermeidlich" ist da der entscheidende Aspekt. Sonst wäre es tatsächlich Masochismus.
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Re: Aufopferung

Beitrag von CIC_Fan » Sonnabend 22. Oktober 2016, 16:19

taddeo hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Ich meine auch, daß nicht so einfach Heilige als Beispiel dienen können.
Sehr ermutigend: „Hey, nimm Dir doch die Hl. XYZ zum Vorbild.“

Das geht eben nicht.
Das stimmt. :daumen-rauf:
(Jemandem, der in der Scheiße sitzt, den alten Hiob als Vorbild zu empfehlen, weil der auch auf dem Misthaufen saß, kommt meistens nicht gut rüber und tröstet wenig.)
aber es könnte Energie verleihen die sich dann gegen jenen richtet der solche Ratschläge gibt :D :D

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Re: Aufopferung

Beitrag von taddeo » Sonnabend 22. Oktober 2016, 16:21

:kugel: Da ist was dran. :daumen-rauf: :D
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Re: Aufopferung

Beitrag von Peti » Sonnabend 22. Oktober 2016, 16:33

Da ist sicher was dran. Mit Opfer- Seelengeschichten darf man Leidende nicht zulabern.
Aber man kann als Katholik auf dem Weg zu ihnen beten:
"Hl. Anna Schäfer bitt für uns".
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney

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Re: Aufopferung

Beitrag von Dieter » Sonnabend 22. Oktober 2016, 18:21

Als Eugen Drewermann noch Katholik war, sagte er einmal, er werde aus seiner Kirche nicht austreten, weil es keine andere Kirche gebe, die so viel von Psychologie verstehe wie die römisch-katholische.

Das ist auch mein Eindruck. Dieses Wissen um die Psyche der Mensch beruht auf 2.000 Jahre Seelsorge- und Beichterfahrung.

Wenn also ein Mensch leidet, kann er entweder jammern oder er kann das als Chance sehen, etwas für Gott und seine Mitmenschen zu tun, selbst wenn es "nur" Gebete sind.

In einer evangelischen Kirchenzeitung las ich dagegen einmal, dass eine schwere Krankheit ziemlich unnütz und ärgerlich sei. Kein Gedanke, dass man an einer solchen Situation reifen und damit näher zu Gott kommen kann. Von "Sühne", "Fegefeuer", "Guten Werken" und "Aufopferung" ganz zu schweigen.

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Re: Aufopferung

Beitrag von Amanda » Sonnabend 22. Oktober 2016, 18:55

In diesem Zusammenhang noch einen interessanten Hinweis, nämlich auf ein Gebet bzw. einen Segenswunsch, den der Priester im überlieferten Ritus nach der Lossprechung bei der Beichte dem Gläubigen zuspricht. Da heißt es nämlich:

Passio Domini nostri Jesu Christi, merita beatæ Mariæ Virginis, et omnium Sanctorum, quidquid boni feceris, et mali sustinueris, sint tibi in remissionem peccatorum, augmentum gratiæ, et præmium vitæ æternæ. Amen.

Auf deutsch:
Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus, die Verdienste der seligen Jungfrau Maria und aller Heiligen sowie alles Gute, das du getan, und alles Böse, das du erduldet hast, gereiche dir zur Vergebung der Sünden, zur Vermehrung der Gnade und zum Lohn des ewigen Lebens.
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
sie wartet, bis der letzte Tick seinen letzten Sommer gehabt hat."
Gilbert Keith Chesterton

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Re: Aufopferung

Beitrag von Hubertus » Sonnabend 22. Oktober 2016, 19:18

Dieter hat geschrieben:Als Eugen Drewermann noch Katholik war, sagte er einmal, er werde aus seiner Kirche nicht austreten, weil es keine andere Kirche gebe, die so viel von Psychologie verstehe wie die römisch-katholische.

Das ist auch mein Eindruck. Dieses Wissen um die Psyche der Mensch beruht auf 2.000 Jahre Seelsorge- und Beichterfahrung.

Wenn also ein Mensch leidet, kann er entweder jammern oder er kann das als Chance sehen, etwas für Gott und seine Mitmenschen zu tun, selbst wenn es "nur" Gebete sind.
Auch mal wieder ein Punkt an dem sich zeigt, daß zwischen Vernunft und (wahrem) Glauben kein Widerspruch bestehen kann. :)
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Aufopferung

Beitrag von Sempre » Sonnabend 22. Oktober 2016, 20:09

Catechismus Romanus hat geschrieben:Weil uns in diesem Erdenleben viele und mannigfache Leiden und Drangsale treffen, sollen die Gläubigen belehrt werden, dass diejenigen, welche mit Geduld ertragen, was auch Gott Mühseliges und Widerwärtiges schicken mag, vielen Stoff, genugzuthun und etwas zu verdienen, erlangt haben; wer aber unwillig und widerstrebend dergleichen Strafen erträgt, beraubt sich aller Früchte der Genugthuung, und erduldet nur die Ahndung und Strafe Gottes, der durch gerechtes Unheil die Sünden rächt.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Aufopferung

Beitrag von Raphaela » Sonntag 23. Oktober 2016, 21:46

Raphael hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:Und: Ich kenne eigentlich keine Behinderten, die die Behinderung als Krankheit empfinden.
Und Andere werden wiederum werden Behinderte kennen, die ihre Behinderung durchaus als Krankheit empfinden. :achselzuck:

Dies gilt insbesondere für Diejenigen, deren Behinderung nicht schon angeboren war:
Querschnittslähmung, Verlust von Gliedmaßen oder Sehkraft etc.
Oh, ich war auch schon bei Leuten, deren Behinderung nicht angeboren war, auch diese haben es nicht als Krankheit empfunden.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Aufopferung

Beitrag von Raphaela » Sonntag 23. Oktober 2016, 21:49

Marion hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:Ich arbeite zur Zeit hauptberuflich in der Familienpflege und werde vor allen bei Familien eingesetzt, die behinderte Kinder haben. Und weißt du warum?
Weil behinderte Kinder bedürftiger sind als gesunde Kinder. Da benötigt man mehr Hilfe als mit gesunden Kindern. Auch wenn da keiner meint, daß er krank oder behindert ist und deswegen einer besonderen Hilfe bedarf. Er ist es halt und deswegen wirst du bei solchen Familien eingesetzt. Das ist dir schon klar, oder?
Raphaela hat geschrieben:Weil es für mich normale Menschen sind, weil sie mir nicht leid tun und weil ich sie fördere.
Leid tun, also Herzschmerz empfinden und traurig kucken bringt ja auch nichts. Die Hilfsbedürftigkeit der Behinderung musst du aber schon erkennen und dann eben helfen wo nötig. Dafür bist du da ja höchtswahrscheinlich angestellt. Den Leuten die es aufgrund der Behinderung nicht alleine schaffen, zu helfen. Du minderst übrigens das Leid (welches sie ohne deine Hilfe hätten) mit deiner Hilfe. Das nennt man auch Mitleiden.
Wieso braucht an angeblich mehr Hilfe bei behinderten Kindern? Stimmt nicht! Kann ich selbst bei schwerstbehinderten Kindern nicht zustimmen.
Und nochmals: Einfach als normal nehmen und lieber zu wenig als zuviel helfen. Die Kinder bekommen das nämlich ganz schnell raus, wenn du zu viel tun und machen dann gar nichts mehr.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Aufopferung

Beitrag von Raphael » Sonntag 23. Oktober 2016, 21:50

Raphaela hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:Und: Ich kenne eigentlich keine Behinderten, die die Behinderung als Krankheit empfinden.
Und Andere werden wiederum werden Behinderte kennen, die ihre Behinderung durchaus als Krankheit empfinden. :achselzuck:

Dies gilt insbesondere für Diejenigen, deren Behinderung nicht schon angeboren war:
Querschnittslähmung, Verlust von Gliedmaßen oder Sehkraft etc.
Oh, ich war auch schon bei Leuten, deren Behinderung nicht angeboren war, auch diese haben es nicht als Krankheit empfunden.
Oh, ich war auch schon bei Leuten, deren Behinderung angeboren war und die diese Behinderung als eine chronische Krankheit empfunden haben. :hmm:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Aufopferung

Beitrag von Sempre » Sonntag 23. Oktober 2016, 22:42

Bild

Aus: Körper, Kultur und Behinderung: Eine Einführung in die Disability Studies
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Aufopferung

Beitrag von CIC_Fan » Montag 24. Oktober 2016, 09:09

Genauere Angaben bitte wer hat diese Studie verfasst in welchem Auftrag

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Re: Aufopferung

Beitrag von Sempre » Dienstag 25. Oktober 2016, 03:11

CIC_Fan hat geschrieben:Genauere Angaben bitte wer hat diese Studie verfasst in welchem Auftrag
Das ist keine Studie, das ist eine Wissenschaft.

Die wurde natürlich von allen zuständigen Stellen für politisch korrekten Positivismus geprüft und für gut befunden und von sonst niemandem kritisiert, der nicht in allgemeine Ungnade fallen wollte.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Aufopferung

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 25. Oktober 2016, 08:56

Wo ist das erschienen Titel Erscheinungs Jahr usw bitte

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Re: Aufopferung

Beitrag von Niels » Dienstag 25. Oktober 2016, 09:00

CIC_Fan hat geschrieben:Wo ist das erschienen Titel Erscheinungs Jahr usw bitte
Das dürfte es sein: https://www.perlentaucher.de/buch/marku ... erung.html
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Aufopferung

Beitrag von Raphael » Dienstag 25. Oktober 2016, 09:16

Niels hat geschrieben:
CIC_Fan hat geschrieben:Wo ist das erschienen Titel Erscheinungs Jahr usw bitte
Das dürfte es sein: https://www.perlentaucher.de/buch/marku ... erung.html
Kann der CIC_Fan jetzt noch nicht einmal mehr gugeln? :roll:
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Aufopferung

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 25. Oktober 2016, 13:19

Niels hat geschrieben:
CIC_Fan hat geschrieben:Wo ist das erschienen Titel Erscheinungs Jahr usw bitte
Das dürfte es sein: https://www.perlentaucher.de/buch/marku ... erung.html
danke das buch is mir sogar bekannt aber was Sempre damit betreibt ist Steinbruch Exegese aber das kennen wir ja schon

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Re: Aufopferung

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 25. Oktober 2016, 13:20

Raphael hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:
CIC_Fan hat geschrieben:Wo ist das erschienen Titel Erscheinungs Jahr usw bitte
Das dürfte es sein: https://www.perlentaucher.de/buch/marku ... erung.html
Kann der CIC_Fan jetzt noch nicht einmal mehr gugeln? :roll:
kann eaphaell nicht endlich mal sein ..... halten

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Re: Aufopferung

Beitrag von Sempre » Dienstag 25. Oktober 2016, 13:38

CIC_Fan hat geschrieben:das buch is mir sogar bekannt
Warum wusstest Du denn dann nicht, was Disability Studies sind?

CIC_Fan hat geschrieben:aber was Sempre damit betreibt ist Steinbruch Exegese
Ich habe lediglich zitiert und gar nichts ausgelegt.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Fatima: Aufopfern als Sühneopfer?

Beitrag von 139:11-12 » Donnerstag 18. Mai 2017, 16:47

Wenn ich mich richtig erinnere, haben die "Fatimakinder" nicht nur das Leid, was ihnen geschehen ist, aufgeopfert (so weit kann ich das noch nachvollziehen), sondern eben auch bewusst sich Leid "zugefügt" (zum Beispiel, indem sie ihr Mittagsbrot den Schafen gaben, tagsüber einen Strick trugen, ...)
Warum? Warum sollte es Gott eine Freude machen, wenn wir uns Leid zufügen? Und vor allem: Will Gott, dass Kinder (!) leiden? (Es geht mir nicht darum, dass ich z.B. Fasten generell nicht nachvollziehen könnte. Fasten als Rückbesinnung darauf, dass letztlich nur Gott zählt, das kann ich nachvollziehen. Aber warum soll man sich Leid zufügen, um es dann aufopfern zu können? )

Romanus
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Re: Fatima: Aufopfern als Sühneopfer?

Beitrag von Romanus » Donnerstag 18. Mai 2017, 17:13

139:11-12 hat geschrieben:
Donnerstag 18. Mai 2017, 16:47
Wenn ich mich richtig erinnere, haben die "Fatimakinder" nicht nur das Leid, was ihnen geschehen ist, aufgeopfert (so weit kann ich das noch nachvollziehen), sondern eben auch bewusst sich Leid "zugefügt" (zum Beispiel, indem sie ihr Mittagsbrot den Schafen gaben, tagsüber einen Strick trugen, ...)
Warum? Warum sollte es Gott eine Freude machen, wenn wir uns Leid zufügen? Und vor allem: Will Gott, dass Kinder (!) leiden? (Es geht mir nicht darum, dass ich z.B. Fasten generell nicht nachvollziehen könnte. Fasten als Rückbesinnung darauf, dass letztlich nur Gott zählt, das kann ich nachvollziehen. Aber warum soll man sich Leid zufügen, um es dann aufopfern zu können? )
Wer sagt das, dass man sich Leid zufügen soll?
„Die Kirche ist ein Kind der Zeit, Gott aber nicht, und der Bischof von Rom, sein Stellvertreter, kann zeitlichen Mächten nicht dienlich sein.“ (Andreas Kilb)

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Re: Fatima: Aufopfern als Sühneopfer?

Beitrag von 139:11-12 » Donnerstag 18. Mai 2017, 17:18

Zwar sagt das niemand direkt, aber Jacinta, Francisco und Lucia werden als Vorbilder dargestellt, einschließlich dessen, dass sie eben zum Beispiel auf ihr Mittagessen verzichteten u.Ä: um ein Opfer darbringen zu können.

Romanus
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Re: Fatima: Aufopfern als Sühneopfer?

Beitrag von Romanus » Donnerstag 18. Mai 2017, 17:41

139:11-12 hat geschrieben:
Donnerstag 18. Mai 2017, 17:18
Zwar sagt das niemand direkt, aber Jacinta, Francisco und Lucia werden als Vorbilder dargestellt, einschließlich dessen, dass sie eben zum Beispiel auf ihr Mittagessen verzichteten u.Ä: um ein Opfer darbringen zu können.
Wie ich anderenorts schon schrieb: Die Menschen sind unterschiedlich religiös. Meine Erfahrung ist, dass das tiefe und rationale Ergründen von traditionellem Glaubensgut für manche Menschen, und dazu zähle ich mich, den Weg zum Glauben eher verstellt, als dass er ihn öffnet. Da bin ich fürwahr nicht der richtige Gesprächspartner, auch bei deinen anderen Einlassungen nicht ...
„Die Kirche ist ein Kind der Zeit, Gott aber nicht, und der Bischof von Rom, sein Stellvertreter, kann zeitlichen Mächten nicht dienlich sein.“ (Andreas Kilb)

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Edi
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Re: Fatima: Aufopfern als Sühneopfer?

Beitrag von Edi » Donnerstag 18. Mai 2017, 17:45

Der Gedanke der Sühne zieht sich durch die ganze heilige Schrift und hat beim Sühneleben und Sühnetod Jesu seine Vollendung.
Ein Christ kann seine Leiden aufopfern, aber auch weitere Leiden suchen. Z.B. ist der Pfarrer von Ars auf einem harten Brett geschlafen, auch andere Christen haben Opfer gebracht. Ich denke im Leben mancher Heiliger findet man genug Beispiele dafür.

In seiner Enzyklika Mystici Corporus Christi schreibt Papst Pius XII: Ein wahrhaft schaudererregendes Mysterium, das man niemals genug betrachten kann: daß nämlich das Heil vieler abhängig ist von
den Gebeten und freiwilligen Bußübungen der Glieder des geheimnisvollen Leibes Jesu Christi, die sie zu diesem Zweck auf sich nehmen.

Kol. 1, 24: "Nun freue ich mich in den Leiden, die ich für euch leide, und erfülle durch mein Fleisch, was an den Leiden Christi noch fehlt, für seinen Leib, das ist die Gemeinde."

http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php? ... 3&start=16
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Fatima: Aufopfern als Sühneopfer?

Beitrag von 139:11-12 » Donnerstag 18. Mai 2017, 18:11

@Romanus: Wie findest du dann einen Zugang zu diesem traditionellen Glaubensgut? (Ich würde dafür auch durchaus andere Wege beschreiten, aber bisher kenne ich nur den des Ergründens, auch auf Vernunftebene)
Und was hat das mit meinen anderen Beiträgen zu tun?
p.s. Und danke für deine Antwort

@Edi: Was du schreibst, nämlich dass die Sühne-Idee im Christentum Tradition hat, ist der Grund für meine Frage. Was ich wissen möchte ist, warum das so ist?
Die Parallele zum Sühnetod Christi kann ich aber irgendwie nicht ganz nachvollziehen, weil Jesus diesen Tod zwar angenommen, sich aber nicht selber dieses Leid zugefügt hat.
Was mich irritiert, ist, dass dieses eigentlich passive (auch im Wortsinn, also: erduldende, erleidende) des Sühnens so aktiv, so vom Sühnenden ausgehend praktiziert wird. Woher will man wissen, dass/ob Gott zusätzlich zu dem Leid, das er uns "zuteilt" selbst initiiertes Leiden von uns will?

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