Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.

Moderator: Hubertus

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Edi
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Re: Fatima: Aufopfern als Sühneopfer?

Beitrag von Edi » Donnerstag 18. Mai 2017, 19:10

139:11-12 hat geschrieben:
Donnerstag 18. Mai 2017, 18:11

@Edi: Was du schreibst, nämlich dass die Sühne-Idee im Christentum Tradition hat, ist der Grund für meine Frage. Was ich wissen möchte ist, warum das so ist?
Die Parallele zum Sühnetod Christi kann ich aber irgendwie nicht ganz nachvollziehen, weil Jesus diesen Tod zwar angenommen, sich aber nicht selber dieses Leid zugefügt hat.
Was mich irritiert, ist, dass dieses eigentlich passive (auch im Wortsinn, also: erduldende, erleidende) des Sühnens so aktiv, so vom Sühnenden ausgehend praktiziert wird. Woher will man wissen, dass/ob Gott zusätzlich zu dem Leid, das er uns "zuteilt" selbst initiiertes Leiden von uns will?
Jesu hätte dem Leiden ausweichen können, hat es aber freiwillig angenommen. In engen Sinne hat er es sich zwar nicht selber zugefügt, aber doch in einem weiteren.
Warum Sühne? Ich denke, daß der Mensch in den Augen Gottes so tief gefallen ist, daß es den Sühnetod Jesu Christi gebraucht hat, denn die alttestamentlichen Tieropfer haben dazu nicht ausgereicht. Wer Jesus nachfolgen will, hat die Möglichkeit auch etwas Sühne zu leisten entsprechend seiner seelisch-körperlichen Verfassung. Das können kleine Verzichte oder auch grössere sein.
Bei Moses lesen wir schon wie er zu Gott gesagt hat hat: Vergib diesem Volk oder tilge mich aus dem Buch des Lebens.
Die Kinder von Fatima haben mehrere Erscheinungen der Gottesmutter gehabt, vorher auch die eines Engels, da wurde ihnen das Beten und Opfer-bringen sehr ans Herz gelegt. Die kleine Jacinta hat das ganz besonders gut verstanden und umgesetzt, was sicher darauf zurückzuführen ist, daß sie eine Art Gabe der Beschauung hatte. Lucia schreibt ja, daß ihre Gottesliebe und ihr Opfergeist weit über dem Durchschnitt waren. Offenbar zeigt der heilige Geist manchen den Wert des (freiwilligen) Opfers auf, das aber immer in Bezug zu den Verdiensten Jesu gesetzt werden muss. Es geht ja nicht um das Opfern an sich, sondern immer um das Opfern in einem geistlichen Sinne für andere oder auch zur Sühne eigener Sünden.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
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Romanus
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Re: Fatima: Aufopfern als Sühneopfer?

Beitrag von Romanus » Donnerstag 18. Mai 2017, 21:33

139:11-12 hat geschrieben:
Donnerstag 18. Mai 2017, 18:11
@Romanus: Wie findest du dann einen Zugang zu diesem traditionellen Glaubensgut? (Ich würde dafür auch durchaus andere Wege beschreiten, aber bisher kenne ich nur den des Ergründens, auch auf Vernunftebene)
Und was hat das mit meinen anderen Beiträgen zu tun?
p.s. Und danke für deine Antwort
Insgesamt finde ich deine Fragen in den unterschiedlichen Threads richtig gut. Sie zu beantworten verfüge ich allerdings nicht über das nötige Wissen. Mein Zugang zum Glaubensgut ist recht unorthodox; er ist quasi ein Abgleich mit meinem eigenen Menschsein. Daneben setze ich mich gerne mit Texten der neueren wissenschaftlichen Exegese auseinander. Dafür stöbere ich schon einmal an theologischen Hochschulen. Daneben finde ich das Portal der Deutschen Bibelgesellschaft klasse: https://www.bibelwissenschaft.de/startseite/.
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Marion
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Re: Fatima: Aufopfern als Sühneopfer?

Beitrag von Marion » Freitag 19. Mai 2017, 14:04

139:11-12 hat geschrieben:
Donnerstag 18. Mai 2017, 16:47
Wenn ich mich richtig erinnere, haben die "Fatimakinder" nicht nur das Leid, was ihnen geschehen ist, aufgeopfert (so weit kann ich das noch nachvollziehen), sondern eben auch bewusst sich Leid "zugefügt" (zum Beispiel, indem sie ihr Mittagsbrot den Schafen gaben, tagsüber einen Strick trugen, ...)
Warum? Warum sollte es Gott eine Freude machen, wenn wir uns Leid zufügen? Und vor allem: Will Gott, dass Kinder (!) leiden? (Es geht mir nicht darum, dass ich z.B. Fasten generell nicht nachvollziehen könnte. Fasten als Rückbesinnung darauf, dass letztlich nur Gott zählt, das kann ich nachvollziehen. Aber warum soll man sich Leid zufügen, um es dann aufopfern zu können? )
Du nennst es "sich Leid zufügen". Man kann es auch freiwilligen Verzicht nennen. Und ja, "Gott macht es eine Freude", wenn wir auf irdisches verzichten. Er fordert es ja sogar von allen Seinigen z.b. 40 Tage wenig und kein Fleisch zu essen. Also auf erlaubtes zu verzichten. Mit deinen Worten: "sich selber Leid zuzufügen". Von Kindern fordert er es nicht.
Einige verzichten auf mehr als gefordert wird. Einige fasten viel mehr. Einige verzichten schon in jüngerem Alter als gefordert. Einige schlafen nicht in einem weichen Bett. Einige stehen nachts auf zum beten und verzichten so auf einen anständigen Schlaf. Einige tragen ein Buskleid (Kratzewolle) und keine weichen Kleider, wie z.B. Johannes der Täufer. Und, und, und ...

Daß Gott das loslassen vom Irdischen, also den freiwilligen Verzicht und somit das von dir sogenannte "sich selber Leid zufügen" wohlgefällig ist wissen wir aus der Heiligen Schrift und vielen Viten der Heiligen. Warum Ihm das gefällt? Weil man ihm auf diese Art auch zeigen kann, daß man ihn mehr liebt als alles was man hier so hat.
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umusungu
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Re: Fatima: Aufopfern als Sühneopfer?

Beitrag von umusungu » Freitag 19. Mai 2017, 16:13

Marion hat geschrieben:
Freitag 19. Mai 2017, 14:04
Du nennst es "sich Leid zufügen". Man kann es auch freiwilligen Verzicht nennen. Und ja, "Gott macht es eine Freude", wenn wir auf irdisches verzichten. Er fordert es ja sogar von allen Seinigen z.b. 40 Tage wenig und kein Fleisch zu essen.
Wo fordert Gott 40 Tage Abstinenz?

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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von 139:11-12 » Freitag 19. Mai 2017, 18:50

@ Romanus: Vielen Dank für den Link, ich werde wohl des Öfteren auf diese Seite zurückgreifen, so etwas hatte ich schon länger gesucht :)
Da bin ich ja beruhigt, ich dachte schon du fändest mich wegen meiner Fragen nicht rechtgläubig genug und würdest deshalb nicht mit mir diskutieren ;)

@Marion, Edi: Vielen Dank für die Antworten. Eure Argumente für den Sinn solcher Verzichte und Bußwerke leuchten mir ein. Allerdings gibt es eine Sache, die mich irritiert.
Im Prinzip sind wir ja dazu verpflichtet, das Gute und zu tun. Wenn also Verzicht und Bußwerke gut sind, dann würde das ja heißen, dass ich dazu auch über die kirchlich gebotenen und empfohlenen Fastentage und Zeiten heraus, solches zu tun. Dann stellt sich aber die Frage: In welchem Maß? Wenn das gut ist, müsste ja eigentlich gelten: Je mehr, desto besser (unter der Voraussetzung, dass man da keinen Leistungssport draus macht und sich trotzdem dessen bewusst bleibt, dass man nicht durch irgendwelche Verdienste sondern allein durch die Barmherzigkeit Gottes Rettung findet). Das ist aber schon allein deswegen schwierig, weil der Grundsatz: "Je mehr fasten, desto besser" relativ schnell recht selbstzerstörerisch wirkt. (Jedenfalls da, wo es nicht nur um den Verzicht auf Luxus geht, der steht auf einem anderen Blatt)
Wie also kann es sein, dass etwas an sich Gutes eben doch nur mit Vorsicht und eingeschränkt praktiziert werden kann, weil es sonst selbstzerstörerisch wirkt?

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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Edi » Freitag 19. Mai 2017, 20:11

139:11-12 hat geschrieben:
Freitag 19. Mai 2017, 18:50
Wie also kann es sein, dass etwas an sich Gutes eben doch nur mit Vorsicht und eingeschränkt praktiziert werden kann, weil es sonst selbstzerstörerisch wirkt?
Das liegt in der Natur der Sache und ist mit vielem so. Der hlg. Pfarrer von Ars hat auch einmal gesagt, er habe sich hier immer mal zuviel zugemutet und der hlg. Pater Pio hat jemand, der eine zu strenge körperliche Buße tat, mal geraten auch bei der Buße müsse man Maß halten. Ich habe oben ja schon geschrieben, gemäß der seelisch-körperlichen Verfassung einer Person. Nicht jeder ist in der Lage hierbei sehr streng zu sein. Das gilt auch für das Fasten. Die einen vertragen mehr, die anderen weniger.
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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von umusungu » Freitag 19. Mai 2017, 21:58

Diese Bußwerke waren wohl mal Zeichen einer besonderen Frömmigkeitsbewegung, die aber nicht mehr aktuell ist.

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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Marion » Freitag 19. Mai 2017, 22:19

139:11-12 hat geschrieben:
Freitag 19. Mai 2017, 18:50
Wie also kann es sein, dass etwas an sich Gutes eben doch nur mit Vorsicht und eingeschränkt praktiziert werden kann, ...
Nicht heiraten ist auch etwas Gutes. Trotzdem ist nicht heiraten nicht für jeden etwas. Die meisten können das nicht. So wie es auch aussieht mit "alles verkaufen und den Armen geben".
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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von taddeo » Freitag 19. Mai 2017, 22:41

Marion hat geschrieben:
Freitag 19. Mai 2017, 22:19
Nicht heiraten ist auch etwas Gutes.
So ein Blödsinn. :patsch:
Nicht heiraten an sich ist nichts Gutes, sondern eher als problematisch anzusehen ("es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei", wir erinnern uns). Ein hohes Gut ist ausschließlich die "Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen".
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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Marion » Sonnabend 20. Mai 2017, 12:40

Hier was die Kirche zum Thema Ehelosigkeit unfehlbar lehrt, falls du es nicht weißt: (Trienter Konzil)
10. Kanon
Wenn jemand sagt, (Mt 19, 12; 1 Kor 7, 34.35) der Ehestand müsse dem Stande der Jungfräulichkeit oder Ehelosigkeit vorgezogen werden und es sei nicht besser und gottseliger, in der Jungfrauschaft oder Ehelosigkeit zu verbleiben, als sich durch die Ehe zu verbinden, der sei im Bann.
http://www.kathpedia.com/index.php?titl ... (Wortlaut)

Über falsche Intentionen beim Aufopfern wurde hier nicht gesprochen. Die gibt es selbstverständlich auch und es ist auch gut darauf hinzuweisen. Das ändert aber nichst daran, daß nicht heiraten besser und gottseliger ist als heiraten. Und zu deinem "problematisch": Es ging hier ja gerade darum, daß eben nicht jeder alles kann.
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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von taddeo » Sonnabend 20. Mai 2017, 17:52

Marion hat geschrieben:
Sonnabend 20. Mai 2017, 12:40
Das ändert aber nichst daran, daß nicht heiraten besser und gottseliger ist als heiraten.
Nein, das stimmt eben gerade so nicht. Wieso, hab ich oben zu erklären versucht.
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Sempre
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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Sempre » Sonntag 21. Mai 2017, 03:48

taddeo hat geschrieben:
Sonnabend 20. Mai 2017, 17:52
Marion hat geschrieben:
Sonnabend 20. Mai 2017, 12:40
Das ändert aber nichst daran, daß nicht heiraten besser und gottseliger ist als heiraten.
Nein, das stimmt eben gerade so nicht. Wieso, hab ich oben zu erklären versucht.
Du sagst, bloß die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen sei ein hohes Gut. Das Konzil von Trient aber sagt, bereits die Ehelosigkeit überhaupt sei besser als die Ehe.

Dem Konzil von Trient folgend bist Du verflucht.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Niels
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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Niels » Sonntag 21. Mai 2017, 09:17

Quark.
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonntag 21. Mai 2017, 10:29

Der 9. Kanon handelt von der Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen, da kann man schon einen Zusammenhang mit dem 10. herstellen, speziell im Zusammenhang mit der interkonfessionellen Polemik zu diesem Thema in der Zeit.

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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von umusungu » Sonntag 21. Mai 2017, 11:29

diese Canones gehören ins Archiv - und nicht mehr in unsere Zeit.

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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von taddeo » Sonntag 21. Mai 2017, 12:09

Sempre hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 03:48
taddeo hat geschrieben:
Sonnabend 20. Mai 2017, 17:52
Marion hat geschrieben:
Sonnabend 20. Mai 2017, 12:40
Das ändert aber nichst daran, daß nicht heiraten besser und gottseliger ist als heiraten.
Nein, das stimmt eben gerade so nicht. Wieso, hab ich oben zu erklären versucht.
Du sagst, bloß die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen sei ein hohes Gut. Das Konzil von Trient aber sagt, bereits die Ehelosigkeit überhaupt sei besser als die Ehe.

Dem Konzil von Trient folgend bist Du verflucht.
Das Konzil sagt das nicht. Das Konzil macht diese Aussagen im Kontext der protestantischen Lehre, die die Ehelosigkeit um des Himmels willen für Geistliche und Ordensleute ablehnte, was das Konzil in diesem Canon zu Recht verurteilt. Es ist dein altes Problem, daß du grundsätzlich nicht willens bist, Aussagen und Definitionen in ihren Kontext einzuordnen.
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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Marion » Sonntag 21. Mai 2017, 13:56

139:11-12 hat geschrieben:
Freitag 19. Mai 2017, 18:50
Im Prinzip sind wir ja dazu verpflichtet, das Gute und zu tun. Wenn also Verzicht und Bußwerke gut sind, dann würde das ja heißen, dass ich dazu auch über die kirchlich gebotenen und empfohlenen Fastentage und Zeiten heraus, solches zu tun. Dann stellt sich aber die Frage: In welchem Maß? Wenn das gut ist, müsste ja eigentlich gelten: Je mehr, desto besser (unter der Voraussetzung, dass man da keinen Leistungssport draus macht und sich trotzdem dessen bewusst bleibt, dass man nicht durch irgendwelche Verdienste sondern allein durch die Barmherzigkeit Gottes Rettung findet). Das ist aber schon allein deswegen schwierig, weil der Grundsatz: "Je mehr fasten, desto besser" relativ schnell recht selbstzerstörerisch wirkt. (Jedenfalls da, wo es nicht nur um den Verzicht auf Luxus geht, der steht auf einem anderen Blatt)
Wie also kann es sein, dass etwas an sich Gutes eben doch nur mit Vorsicht und eingeschränkt praktiziert werden kann, weil es sonst selbstzerstörerisch wirkt?
Hier aus dem Konzil von Trient aus dem Dekret zur Rechtfertigung:
Deswegen ermahnt derselbe Apostel die Gerechtfertigten, sprechend (1 Kor 9,24): „Wisset ihr nicht, dass diejenigen, die in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur Einer den Preis empfängt? Laufet also, dass ihr ihn erlangen möget.“ (1 Kor 9,26) „Ich laufe daher so, nicht wie in´s Ungewisse; kämpfe so, nicht ale einer, der Luftreiche tut; sondern ich züchtige meinen Leib, und unterjoche ihn, damit ich nicht etwa selbst verworfen werde, nachdem ich andern gepredigt hab.“ Ferner sagt der Apostelfürst Petrus (2 Petr 1,10): „Bemühet Euch sehr, durch gute Werke euere Berufung und Auserwählung sicher zu stellen. Denn wenn ihr dieses tut, so werdet ihr niemals sündigen.“ (unten, Kanon 25) Daher ist es offenbar, dass diejenigen, welche sagen, der Gerechte sündige in jedem guten Werke wenigstens lässlich, oder, was noch unerträglicher ist, verdient dadurch ewige Strafen, Widersacher der wahrgläubigen Religionslehrer sind, und eben so auch diejenigen, die annehmen, dass die Gerechten in allen Werken sündigen, wenn sie bei denselben, um ihre eigene Latzheit aufzuwecken, und sich zum Laufen in der Rennbahn zu ermuntern, zugleich, wie vorzüglich auf die Verherrlichung Gottes, auch auf die ewige Belohnung hinschauen; denn es steht geschrieben (Ps 118,112): „Ich habe mein Herz zur Erfüllung deiner Gerechtigkeit hingewendet, um der Vergeltung willen;“ und von Moses sagt der Apostel (Hebr 11,26): „dass er hinblickte auf die Wiederbelohnung.“
Ich poste dies, da du negativ von "Leistungssport" und "dass man nicht durch irgendwelche Verdienste sondern allein durch die Barmherzigkeit Gottes Rettung findet" sprichst. Wir dürfen sehr wohl einen "Leistungssport" in der "Disziplin" "gute Werke" betreiben und das auch mit dem Blick auf die Belohnung dafür.
Etwas weiter unten im Dekret geht es weiter
... Dessen ungeachtet sollen diejenigen, welche zu stehen (1 Kor 10,12), glauben zusehen, dass sie nicht fallen, und (Phil 2,12) mit Furcht und Zittern, durch Mühen, Wachen, Almosen, Gebet und Opfer, durch Fasten und Keuschheit, ihr Heil wirken. Denn sie wissen (1 Petr 1,3), dass sie nur zur Hoffnung der Herrlichkeit, und noch nicht zur Herrlichkeit wiedergeboren sind; so müssen sie sich fürchten, des noch übrigen Kampfes ...

... Es muss also denen, welche so Gutes wirken bis (Mt 10,22) ans´s Ende und auf Gott hoffen, das ewige Leben, als eine Gnade, welche den Kindern Gottes durch Jesus Christus erbarmungsvoll verheißen ist und als (Psalm 102 und Röm 4,4) eine Belohnung, die ihnen nach der Verheißung desselben Gottes für ihre eigenen guten Werke und Verdienste treulich erteilt werden wird, vorgestellt werden. Denn dies ist (2 Tim 4,5) jene Krone der Gerechtigkeit, von welcher der Apostel sagt, dass sie ihm, nach seinem Kampfe und Laufe, hinterlegt sei und vom gerechten Richter werde erteilt werdenm, aber nicht nur ihm, sondern allen, welche dessen Ankunft lieben. Denn da denselben Gerechtfertigten derselbe Jesus Christus selbst, gleichsam als das Haupt in die Glieder und als (Joh 15,5) die Rebe in die Rebschosse, stets eine Kraft einflößt, welche Kraft ihren guten Werken immer vorgeht, sie begleitet und ihnen nachfolgt und ohne welche sie auf keinerlei Weise Gott angenehm und verdienstlich sein könnten; so muss geglaubt werden, dass diesen Gerechtfertigten nichts mehr mangle, weswegen sie nicht wirklich durch jene Werke, die in Gott getan sind, für den Stand dieses Lebens dem göttlichen Gesetze gänzlich genug getan, und zu seiner Zeit, jedoch (Offb 14,13) wenn sie in der Gnade dahin scheiden, die Erlangung des ewigen Lebens wahrhaft verdient zu haben, gedacht werden sollen; ...

26. Kanon
Wenn jemand sagt (oben, Kap. 16), die Gerechten dürfen für die guten Werke, die in Gott getan werden, nicht eine ewige Belohnung von Gott, durch seine Barmherzigkeit, und das Verdienst Christi, erwarten und hoffen, wenn sie im Gutes tun, und in der Beobachtung der göttlichen Gebote bis (Mt 24, 13) ans Ende verharren, der sei im Bann.
...
32. Kanon
Wenn jemand sagt, die guten Werke des gerechtfertigten Menschen seinen so Gottes Gaben, dass sie nicht auch desselben Gerechtfertigten gute Verdienste seien, oder dieser Gerechtfertigte verdiene durch die guten Werke, welche von ihm, mittelst der Gnade Gottes und des Verdienstes Christi, dessen lebendiges Glied er ist, getan werden, nicht wahrhaft die Vermehrung der Gnade, das ewige Leben, und, in sofern er in der Gnade dahinscheidet, die Erlangung dieses ewigen Lebens selbst, und auch die Vermehrung der Herrlichkeit, der sei im Bann.
Ebenfalls verkündet die Kirche im selben Konzilsdekret folgendes
Nächst der katholischen Lehre von der Rechtfertigung, ohne welche treu und fest anzunehmen niemand kann gerechtfertigt werden, gefiel es dem heil. Kirchenrat folgende Kanon beizufügen, auf dass alle wissen, nicht nur was sie zu behalten, und zu befolgen, sondern auch, was sie zu meiden und zu fliehen schuldig seien.
So kann sich jeder selber überlegen wem er nun glauben will. Der Kirche, die von Gott beauftragt ist die Lehre zu verkünden, oder irgendeinem Forenaffen.

Das ganze Dekret Cum hoc tempore ist lesenswert, weil hochinteressant, und aber vor allem wie das Konzil selbst verkündet heilsnotwendig, da ja niemand gerettet werden kann der die katholische Lehre zur Rechtfertigung, die hier ausführlichst erklärt wird, nicht annimmt. Es ist also sehr vorteilhaft sie auch zu kennen!
http://www.kathpedia.com/index.php?titl ... (Wortlaut)
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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Marion » Sonntag 21. Mai 2017, 14:05

139:11-12 hat geschrieben:
Freitag 19. Mai 2017, 18:50
Das ist aber schon allein deswegen schwierig, weil der Grundsatz: "Je mehr fasten, desto besser" relativ schnell recht selbstzerstörerisch wirkt
Dazu hat der hl. Athanasius gesagt:
Wenn Leute zu dir kommen und dir sagen: Laß das häufige Fasten, damit du nicht zu schwach wirst, so glaube ihnen nicht und höre nicht auf sie; denn durch sie spricht der böse Feind zu dir. Denk an das, was in der Schrift steht! Als die Jünglinge, Daniel und noch andere junge Leute von Nabuchodonoser, dem König von Babylon, gefangen abgeführt wurden und den Befehl erhielten, vom königlichen Tische zu essen und von seinem Wein zu trinken, da wollten Daniel und die drei Jünglinge am Tische des Königs sich nicht verunreinigen, sondern sprachen zu dem Beamten, der für sie zu sorgen hatte: Gib uns doch von den Früchten des Feldes zu essen. Der Diener erwiderte ihnen: Ich habe Angst vor dem König; Dieser hat für euch die Speisen und Getränke bestimmt; Wenn eure Gesichter dem Könige vielleicht magerer vorkommen als die der anderen Knaben, die von königlichen Tische essen, dann könnte er mich strafen. Sie sagten zu ihm: Versuche es doch einmal mit deinen Knechten zehn Tage lang und gib uns Gemüse zu essen! Und er gab ihnen Gemüse zu essen und Wasser zu trinken; dann führte er sie dem König vor. Diesem kamen ihre Gesichter blühender vor als die der übrigen Jünglinge, die von den Speisen des königlichen Tische aßen. Siehst du also, wie das Fasten wirkt? Es heilt die Krankheiten, unterdrückt die überschüßigen Säfte im Körper, verscheucht die bösen Geister, vertreibt verkehrte Gedanken, gibt dem Geiste größere Klarheit, macht das Herz rein, heiligt den Leib und führt schließlich den Menschen vor den Thron Gottes. Glaube nicht, ich habe dies ohne Überlegung gesagt: im Evangelium hast du dafür einen Beweis aus dem Munde des Heilandes. Als die Jünger fragten, wie die unreinen Geister ausgetrieben werden, antwortete der Herr: Diese Art wird nur ausgetrieben durch Gebet und Fasten. Wer also von einem unreinen Geist geplagt wird und, sobald er es merkt, gleich dieses Heilmittel, das Fasten, anwendet, von dem wird der böse Geist sogleich fliehen aus Furcht vor der Kraft des Fastens. Denn die bösen Geister haben große Freude an der Unmäßigkeit, an Trunkenheit und Bequemlichkeit. Eine große Kraft liegt im Fasten, Großes und Herrliches kommt dadurch zustande. Wie könnten sonst auch die Menschen so Erstaunliches leisten, wie könnten durch sie Wunderzeichen geschehen, wie könnte Gott durch sie Kranken die Gesundheit schenken, wenn nicht im Hinblick auf ihre geistlichen Übungen, ihre Demut und ihren Tugendhaften Wandel? Das Fasten ist ja die Speise der Engel, und wer sie genießt, kann jetzt schon zur Schau der Engel gezählt werden.
Quelle: Brevier 3. Sonntag im November
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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Marion » Sonntag 21. Mai 2017, 14:51

taddeo hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 12:09
Es ist dein altes Problem, daß du grundsätzlich nicht willens bist, Aussagen und Definitionen in ihren Kontext einzuordnen.
Die Heilige Schrift wird von der Kirche ausgelegt. Die Dogmen sind Auslegung. Wenn du nun meinst die Dogmen auslegen zu wollen und das auch noch gegen den Wortsinn des Dogmas, warum soll dir jemand glauben? Die Dogmen sind Wahrheiten die vom Himmel gefallen sind. Sie gelten! Das Gegenteil muss also falsch sein. Egal was für Argumente du anbringst. Das Konzil verkündet auch, daß diese Kanones extra dafür geschrieben wurden, damit ALLE wissen wovor sie sich zu hüten und wovor sie fliehen sollen. Wenn du also kommst und sagst der Wortsinn des Dogmas ist falsch (so wie du es hier tust), dann weiß ich daß DU falsch liegst. Selbst wenn du irgendeine Argumentation anfügen solltest (was du nicht einmal getan hast), die auf die schnelle einem Ignoranten einleuchten würde. Es ist dann sicher, daß deine Argumentation ebenso falsch ist wie die Annahme, daß der Kanon nicht bedeutet was er aussagt. Der einfachste Nachweis dazu ist: Gott kann nicht irren, du schon.
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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Marion » Sonntag 21. Mai 2017, 15:49

Der Catechismus romanus zum Thema: Ehe - Jungfrauschaft
XII. Nicht alle Menschen sind zur Ehe verpflichtet.

Die Ehe ist von Gott eingesetzt zur Vermehrung des Menschengeschlechtes. Die Jungfrauschaft hat den Vorzug vor der Ehe.

Die Worte des Herrn: Wachset und vermehret euch, [Gen. 1,28] beziehen sich auf die Erklärung, wesswegen die Ehe eingesetzt wurde, und nicht dass jeder Mensch dazu verpflichtet sey; denn jetzt, nachdem das menschliche Geschlecht schon vermehret ist, zwingt nicht nur kein Gesetz zu heirathen, sondern es wird vielmehr die Jungfrauschaft sehr anempfohlen, und in den heiligen Schriften einem Jeden angerathen, da sie vortrefflicher sey als der Ehestand, und eine grössere Vollkommenheit und Heiligkeit in sich enthalte. Unser Herr und Heiland hat so gelehrt: Wer es fassen kann, der fasse es, [Matth. 19,12] und der Apostel sagt: Ueber die Jungfrauen habe ich von Gott keinen Befehl; aber ich gebe einen Rath, als solcher, der Barmherzigkeit von Gott erlangt hat, treu zu seyn. [I. Cor. 7,25]

XIII. Warum sich ein Mann und ein Weib verbinden müssen.

Es soll erkläret werden, warum ein Mann und ein Weib sich verbinden müssen. Die erste Ursache ist die von der natürlichen Neigung selbst verlangte Verbindung verschiedenen Geschlechts, gestiftet durch die Hoffnung wechselseitigen Beistandes, damit eines durch das andere unterstützt, die Ungemächlichkeiten des Lebens leichter ertragen, und die Schwäche des Alters aushalten könnte. Die zweite besteht im Verlangen nach Nachkommenschaft, nicht gerade desswegen, um Erben der Güter und Reichthümer zurückzulassen, sondern um Verehrer des wahren Glaubens und der wahren Religion zu erziehen; was vorzüglich, wie aus der heiligen iSchrift erhellt, jene heiligen Patriarchen bei ihren Heirathen beabsichtigt haben. Desshalb spricht der Engel, als er den Tobias belehrte, wie er die Gewalt des bösen Geistes vertreiben könnte: Ich will dir zeigen, welche jene sind, die der Teufel bezwingen kann. Nämlich diejenigen, welche die Ehe so eingehen, dass sie Gott von sich und ihren Gedanken ausschliessen, und sich so ihrer Geilheit hingeben, wie das Pferd und das Maulthier, die keinen Verstand haben; über diese hat der Teufel Gewalt. [Tobt. 6, 16. 17.] Hernach fügt er bei: Du sollst die Jungfrau in der Furcht des Herrn zu dir nehmen, mehr aus Verlangen nach Kindern, als aus Wollust, damit du im Samen Abrahams Segen i n deinen Kindern erlangest. Diess ist auch die einzige Ursache, warum Gott im Anfange die Ehe eingesetzt hat. Daher versündigen sich jene sehr schwer, welche im Ehestande durch Arzneien entweder die Empfängniss verhindern, oder die Frucht abtreiben; denn diess ist einem Menschenmorde gleich zu achten.

XIV. Warum die Ehe nach der Sünde eingesetzt worden sey.

Die dritte Ursache ist nach dem Falle der Stammeltern zu den andern hinzugekommen, da wegen des Verlustes der Gerechtigkeit, in der der Mensch erschaffen war, die Begierlichkeit der wahren Vernunft zu widerstreben, anfing; damit nämlich der, welcher sich seiner Schwäche bewusst ist, und den Widerstreit des Fleisches nicht aushalten will, sich des Heilmittels der Ehe bediene, um die Sünden der Geilheit zu vermeiden. Hierüberschreibt der Apostel folgendes: Wegen der Hurerei soll jeder sein Weib haben, und jede soll ihren Mann haben. [I. Cor. 7,2.] Und kurz nachher, als er gelehrt hatte, man müsse sich um des Gebetes willen manchmal der ehelichen Pflicht enthalten, fügte er bei: Und dann kehret wieder zu ihr zurück, damit euch der Satan nicht versuche wegen eurer Unenthaltsamheit. Diese Ursachen also muss sich jeder vor Augen stellen, der fromm und gottesfürchtig, wie es den Kindern der Heiligen geziemt, sich verehelichen will.
Wenn zu diesen noch andere Ursachen kommen, warum die Menschen heirathen, und sie bei der Auswahl der Frauen diese vor Augen haben, als Verlangen nach Hinterlassung eines Erben, Reichthum, Schönheit, adelige Abkunft, Gleichheit der Sitten; so sind solche Gründe nicht tadelhaft, da sie der Heiligkeit der Ehe nicht entgegen sind. Auch in den heiligen Schriften wird ja der Patriarch Jakob nicht getadelt, dass er die Rachel wegen ihrer Schönheit der Lia vorzog. Soviel von der Ehe, als natürliche Verbindung betrachtet.
http://herzmariae.blogspot.com.br/2013/ ... e-der.html
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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Fragesteller » Sonntag 21. Mai 2017, 19:59

Marion hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 14:51
taddeo hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 12:09
Es ist dein altes Problem, daß du grundsätzlich nicht willens bist, Aussagen und Definitionen in ihren Kontext einzuordnen.
Die Heilige Schrift wird von der Kirche ausgelegt. Die Dogmen sind Auslegung. Wenn du nun meinst die Dogmen auslegen zu wollen und das auch noch gegen den Wortsinn des Dogmas, warum soll dir jemand glauben? Die Dogmen sind Wahrheiten die vom Himmel gefallen sind. Sie gelten! Das Gegenteil muss also falsch sein. Egal was für Argumente du anbringst. Das Konzil verkündet auch, daß diese Kanones extra dafür geschrieben wurden, damit ALLE wissen wovor sie sich zu hüten und wovor sie fliehen sollen.
Ins Schleudern kommt diese Argumentation schon bei der Frage, wer im konkreten historischen Kontext "alle" waren.

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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Marion » Sonntag 21. Mai 2017, 22:39

Fragesteller hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 19:59
Ins Schleudern kommt diese Argumentation schon bei der Frage, wer im konkreten historischen Kontext "alle" waren.
Es gilt die Bedeutung des Wortes alle in demselben Sinn, wie zur Zeit des Konzils von Trient. Hier in Brasilien im Jahre 2017 hat sich da im übrigen auch gar nichts seit dem 16. Jahrhundert getan.

Alle Dogmen sind immer so zu verstehen, wie die Kirche sie bei ihrer Formulierung verstanden hat.

Man kann nur den Kopf schütteln, mit welchen Snapsideen die Leute im 21. Jahrhundert daherkommen. Sie wollen diskutieren, was das Wörtchen alle bedeutet. Bild
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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von umusungu » Sonntag 21. Mai 2017, 23:29

Wir haben doch hoffentlich alle miteinander die Einstellung überwunden, dass ein eheloses Leben gottgefälliger sei als ein eheliches Leben.

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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Fragesteller » Sonntag 21. Mai 2017, 23:32

Marion hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 22:39
Fragesteller hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 19:59
Ins Schleudern kommt diese Argumentation schon bei der Frage, wer im konkreten historischen Kontext "alle" waren.
Es gilt die Bedeutung des Wortes alle in demselben Sinn, wie zur Zeit des Konzils von Trient. Hier in Brasilien im Jahre 2017 hat sich da im übrigen auch gar nichts seit dem 16. Jahrhundert getan.

Alle Dogmen sind immer so zu verstehen, wie die Kirche sie bei ihrer Formulierung verstanden hat.

Man kann nur den Kopf schütteln, mit welchen Snapsideen die Leute im 21. Jahrhundert daherkommen. Sie wollen diskutieren, was das Wörtchen alle bedeutet. Bild
Und du glaubst tatsächlich, dass im 16. Jahrhundert jede Hausfrau sich Konzilskanones aus dem Internet geladen hat? Oder hätte laden sollen? Hättest du minimal Ahnung von Geschichte, wäre dir absolut klar, dass die Semantik selbst solcher einfachen Begriffe aus dem historischen Kontext erklärt werden muss - von komplexeren Formulierungen etwa bei Dogmen ganz zu schweigen.

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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von umusungu » Sonntag 21. Mai 2017, 23:43

allein die Art der Beschlussfassungen ist heute nicht mehr vermittelbar:
"Wer das und dass leugnet, sei ausgeschlossen"
Diese Art der Formulierung bringt niemanden mehr hinter dem Ofen hervor.

Glaubenslehren müssen positiv dargelegt werden.
Aus diesem Grunde ist der "catechismus romanus" ein buch fürs Archiv - aber nicht mehr für unser heutiges Glaubensleben.

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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Sempre » Montag 22. Mai 2017, 03:28

taddeo hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 12:09
Sempre hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 03:48
taddeo hat geschrieben:
Sonnabend 20. Mai 2017, 17:52
Marion hat geschrieben:
Sonnabend 20. Mai 2017, 12:40
Das ändert aber nichst daran, daß nicht heiraten besser und gottseliger ist als heiraten.
Nein, das stimmt eben gerade so nicht. Wieso, hab ich oben zu erklären versucht.
Du sagst, bloß die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen sei ein hohes Gut. Das Konzil von Trient aber sagt, bereits die Ehelosigkeit überhaupt sei besser als die Ehe.

Dem Konzil von Trient folgend bist Du verflucht.
Das Konzil sagt das nicht. Das Konzil macht diese Aussagen im Kontext der protestantischen Lehre, die die Ehelosigkeit um des Himmels willen für Geistliche und Ordensleute ablehnte, was das Konzil in diesem Canon zu Recht verurteilt. Es ist dein altes Problem, daß du grundsätzlich nicht willens bist, Aussagen und Definitionen in ihren Kontext einzuordnen.
Das Konzil vom Trient sagt unmissverständlich, dass Ehelosigkeit besser ist als die Ehe, und dabei wird keine weitere Bedingung an die Ehelosigkeit geknüpft. Du liest weitere Bedingungen in den Text hinein, die da gar nicht drinstehen. Du behauptest eine besondere Absicht des Konzils, die das Konzil nicht formuliert. Von irgendwelchen Absichten des Konzils, die Du unterstellst, ist in dem Text keine Rede. Solche sind reine Hirngespinste Deinerseits.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Sempre » Montag 22. Mai 2017, 03:35

Fragesteller hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 23:32
Marion hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 22:39
Fragesteller hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 19:59
Ins Schleudern kommt diese Argumentation schon bei der Frage, wer im konkreten historischen Kontext "alle" waren.
Es gilt die Bedeutung des Wortes alle in demselben Sinn, wie zur Zeit des Konzils von Trient. Hier in Brasilien im Jahre 2017 hat sich da im übrigen auch gar nichts seit dem 16. Jahrhundert getan.

Alle Dogmen sind immer so zu verstehen, wie die Kirche sie bei ihrer Formulierung verstanden hat.

Man kann nur den Kopf schütteln, mit welchen Snapsideen die Leute im 21. Jahrhundert daherkommen. Sie wollen diskutieren, was das Wörtchen alle bedeutet. Bild
Und du glaubst tatsächlich, dass im 16. Jahrhundert jede Hausfrau sich Konzilskanones aus dem Internet geladen hat? Oder hätte laden sollen? Hättest du minimal Ahnung von Geschichte, wäre dir absolut klar, dass die Semantik selbst solcher einfachen Begriffe aus dem historischen Kontext erklärt werden muss - von komplexeren Formulierungen etwa bei Dogmen ganz zu schweigen.
Die Hausfrauen damals mögen sich Konzilkanones nicht aus dem Internet heruntergeladen haben, dafür haben sie aber auch weder CDU, CSU, SPD, FDP, Grüne oder Linke gewählt. Na und? Wen interessiert das denn?

Was interessiert, ist der Konzilstext, ganz gleich, wer ihn damals, heute oder wann auch immer kennt, nicht kennt, versteht oder nicht versteht.

Im Text steht das Wort alle und das Wort alle bedeutete damals wie heute dasselbe. Ansonsten kommt es bloß darauf an, was das Wort alle damals bedeutete bzw. was die Konzilväter damals damit sagen wollten. Und darüber willst Du doch hier nicht ernsthaft eine Diskussion anfangen, oder?
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Sempre » Montag 22. Mai 2017, 03:39

umusungu hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 23:43
allein die Art der Beschlussfassungen ist heute nicht mehr vermittelbar:
"Wer das und dass leugnet, sei ausgeschlossen"
Diese Art der Formulierung bringt niemanden mehr hinter dem Ofen hervor.
Rein praktisch hast Du recht. Es interessiert sich heute, da die Menschen hinter dem Ofen weilen, praktisch niemand mehr dafür, ob er in der Hölle landet. Das liegt wohl vor allem daran, dass die Existenz derselben generell eher bezweifelt wird.
umusungu hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 23:43
Glaubenslehren müssen positiv dargelegt werden.
Aus diesem Grunde ist der "catechismus romanus" ein buch fürs Archiv - aber nicht mehr für unser heutiges Glaubensleben.
Was ist denn "heutiges Glaubensleben"? Wenn nicht: Wir glauben, dass der Mensch auf dem Mond war, dass wir Zufallsprodukte des Urknalls sind und dass die Himmelskomiker sämtlicher Religionen einen Knall haben?
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Fragesteller » Montag 22. Mai 2017, 18:02

Sempre hat geschrieben:
Montag 22. Mai 2017, 03:35
Fragesteller hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 23:32
Marion hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 22:39
Fragesteller hat geschrieben:
Sonntag 21. Mai 2017, 19:59
Ins Schleudern kommt diese Argumentation schon bei der Frage, wer im konkreten historischen Kontext "alle" waren.
Es gilt die Bedeutung des Wortes alle in demselben Sinn, wie zur Zeit des Konzils von Trient. Hier in Brasilien im Jahre 2017 hat sich da im übrigen auch gar nichts seit dem 16. Jahrhundert getan.

Alle Dogmen sind immer so zu verstehen, wie die Kirche sie bei ihrer Formulierung verstanden hat.

Man kann nur den Kopf schütteln, mit welchen Snapsideen die Leute im 21. Jahrhundert daherkommen. Sie wollen diskutieren, was das Wörtchen alle bedeutet. Bild
Und du glaubst tatsächlich, dass im 16. Jahrhundert jede Hausfrau sich Konzilskanones aus dem Internet geladen hat? Oder hätte laden sollen? Hättest du minimal Ahnung von Geschichte, wäre dir absolut klar, dass die Semantik selbst solcher einfachen Begriffe aus dem historischen Kontext erklärt werden muss - von komplexeren Formulierungen etwa bei Dogmen ganz zu schweigen.
Die Hausfrauen damals mögen sich Konzilkanones nicht aus dem Internet heruntergeladen haben, dafür haben sie aber auch weder CDU, CSU, SPD, FDP, Grüne oder Linke gewählt. Na und? Wen interessiert das denn?

Was interessiert, ist der Konzilstext, ganz gleich, wer ihn damals, heute oder wann auch immer kennt, nicht kennt, versteht oder nicht versteht.

Im Text steht das Wort alle und das Wort alle bedeutete damals wie heute dasselbe. Ansonsten kommt es bloß darauf an, was das Wort alle damals bedeutete bzw. was die Konzilväter damals damit sagen wollten. Und darüber willst Du doch hier nicht ernsthaft eine Diskussion anfangen, oder?
Will ich nicht, aber nur deshalb nicht, weil mir die Quellen fehlen, das exakt bestimmen zu können. Dass das aber, entsprechende Belege vorausgesetzt, ein sinnvoller Diskussionsgegestand sein könnte, scheint mir ebenso evident wie Euch das Gegenteil. Die Bedeutung eines Wortes im konkreten Verwendungskontext ist eben (ganz ohne irgendwelche postmodernen antirealistischen Überspannungen) nicht notwendig die, die man mehr oder minder überzeitlich dem Wörterbuch entnehmen kann.

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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Montag 22. Mai 2017, 21:24

Eigentlich reicht der erste Kathechismusabschnitt, den Marion zitiert hat. Math 19.12 enthält nicht nur: "wer es fassen kann der fasse es" sondern davor auch noch " Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. " Für alle diese ist es sicher besser, wenn sie ehelos bleiben.

Romanus
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Re: Fatima: Aufopfern als Sühneopfer?

Beitrag von Romanus » Dienstag 23. Mai 2017, 08:35

Marion hat geschrieben:
Freitag 19. Mai 2017, 14:04
139:11-12 hat geschrieben:
Donnerstag 18. Mai 2017, 16:47
Wenn ich mich richtig erinnere, haben die "Fatimakinder" nicht nur das Leid, was ihnen geschehen ist, aufgeopfert (so weit kann ich das noch nachvollziehen), sondern eben auch bewusst sich Leid "zugefügt" (zum Beispiel, indem sie ihr Mittagsbrot den Schafen gaben, tagsüber einen Strick trugen, ...)
Warum? Warum sollte es Gott eine Freude machen, wenn wir uns Leid zufügen? Und vor allem: Will Gott, dass Kinder (!) leiden? (Es geht mir nicht darum, dass ich z.B. Fasten generell nicht nachvollziehen könnte. Fasten als Rückbesinnung darauf, dass letztlich nur Gott zählt, das kann ich nachvollziehen. Aber warum soll man sich Leid zufügen, um es dann aufopfern zu können? )
Du nennst es "sich Leid zufügen". Man kann es auch freiwilligen Verzicht nennen. Und ja, "Gott macht es eine Freude", wenn wir auf irdisches verzichten. Er fordert es ja sogar von allen Seinigen z.b. 40 Tage wenig und kein Fleisch zu essen. Also auf erlaubtes zu verzichten. Mit deinen Worten: "sich selber Leid zuzufügen". Von Kindern fordert er es nicht.
Einige verzichten auf mehr als gefordert wird. Einige fasten viel mehr. Einige verzichten schon in jüngerem Alter als gefordert. Einige schlafen nicht in einem weichen Bett. Einige stehen nachts auf zum beten und verzichten so auf einen anständigen Schlaf. Einige tragen ein Buskleid (Kratzewolle) und keine weichen Kleider, wie z.B. Johannes der Täufer. Und, und, und ...

Daß Gott das loslassen vom Irdischen, also den freiwilligen Verzicht und somit das von dir sogenannte "sich selber Leid zufügen" wohlgefällig ist wissen wir aus der Heiligen Schrift und vielen Viten der Heiligen. Warum Ihm das gefällt? Weil man ihm auf diese Art auch zeigen kann, daß man ihn mehr liebt als alles was man hier so hat.
Das große Missverständnis besteht darin zu denken, der Körper eines Menschen sei etwas rein Irdisches. Denn es drücken sich durch den Körper Geist und Seele, Gewohnheiten und Gemütsverfassungen aus. Insofern ist davon abzusehen, seinem Körper Leid zuzufügen. Dieses Leid kann schon darin bestehen, dass zu viel gegessen und getrunken wird, der Körper dadurch unförmig und abhängig wird. Es ist wichtig zu lernen, krankmachenden Verzicht von heiligendem Verzicht zu unterscheiden. Gott freut sich eben nicht daran, wenn sich Menschen durch falsch verstandenes Fasten um ihre Gesundheit bringen.
„Die Kirche ist ein Kind der Zeit, Gott aber nicht, und der Bischof von Rom, sein Stellvertreter, kann zeitlichen Mächten nicht dienlich sein.“ (Andreas Kilb)

Pilgerer
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Re: Leidenstheologie bzw. Aufopferung

Beitrag von Pilgerer » Dienstag 30. Mai 2017, 20:13

Ein Heilungsschmerz kann schon entstehen, wenn geschieht, was in Jesaja 53 geschrieben steht:
"4 Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.5 Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt."

Diese Heilung der seelischen Wunden durch Jesu Kreuz geht unter Schmerzen von statten, weil seelische Verletzungen immer unter Schmerzen kommen oder gehen. Die Heilungsschmerzen sind eine Art von Leid, aber der Läuterung. Die Heilung von seelischen Wunden auf diese Weise verändert die Seele zugleich im Gott wohlgefälligen Sinn.

Eine weitere Form der Aufopferung ist die Bereitschaft, wie Jesus für die Sünder zu leiden. Denn Jesus ist das Vorbild der Christen, und Christen, die sich im Leib Christi integrieren, übernehmen damit (im Idealfall) auch Jesu ganze Gesinnung. Nun fordert Gott nicht von jedem tatsächlich, sich kreuzigen, steinigen oder erschießen zu lassen. Doch hat jeder von uns in seinem Leben mal im kleinen oder großen Umfang Unrecht erlebt. Dann kann er das dadurch entstandene Leid als Sühne für den Sünder anerkennen. Denn so tat es Jesus: Er litt am Kreuz für die Sünder und betete sogar noch für sie.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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