Credo des Volkes Gottes

Der Platz für freiere Stränge, die zumindest ansatzweise mit dem Glauben zu tun haben sollten.

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Torsten
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Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Sonntag 19. Februar 2017, 16:58

Der Strang entstammt dem Strang "Vermißtenanzeigen, Abmeldungen und Rückmeldungen III" im Gemüsegarten. -HeGe

padre.at hat geschrieben: http://www.padre.at/credo.htm

Wir glauben, daß in Adam alle gesündigt haben, was besagen will, daß die Erbschuld, die Adam beging, die menschliche Natur, die allen Menschen gemeinsam ist, in einen Zustand fallen ließ, in dem sie die Folgen dieser Schuld zu tragen hat. Und - daß dieser Zustand nicht jener ist, in dem unsere Stammeltern sich zuerst befanden, da sie in Heiligkeit und Gerechtigkeit geschaffen waren und der Mensch weder das Böse noch den Tod kannte.
Diese Welt wurde nicht aus Bosheit und Ungerechtigkeit erschaffen. Man könnte es oftmals glauben, ja. Aber die Schuld dafür tragen wir, die wir diese Erbsünde mit denen teilen, die zuerst den Geschmack der verbotenen Frucht kosteten. Die Kenntnis von Gut und Böse. Dabei ist auch gleich der Blick für Gott verrutscht. Jeder begegnet ihm wieder, spätestens im Tod.

(Ja, das ist jetzt völlig OT. Kommt nicht wieder vor.)

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Re: Vermißtenanzeigen, Abmeldungen und Rückmeldungen III

Beitrag von Torsten » Montag 20. Februar 2017, 17:09

http://www.padre.at/credo.htm
1. Gott, der Erschaffer

Wir glauben an den einen Gott: Vater, Sohn und Heiligen Geist, Schöpfer der sichtbaren Dinge, wie es diese Welt ist, auf der unser flüchtiges Leben sich abspielt, Schöpfer der unsichtbaren Dinge, wie es die reinen Geister sind, die man auch Engel nennt, und Schöpfer der unsterblichen Geistseele eines jeden Menschen.
Damit habe ich überhaupt kein Problem. Sowohl, was es mit der Gestalt Gottes als auch mit seinen schöpferischen Möglichkeiten auf sich hat.
2. Gottes Wesen

Wir glauben, daß dieser einzige Gott Seiner Wesenheit nach absolut einer ist, unendlich heilig, wie Er in allen Seinen Eigenschaften unendlich vollkommen ist: in Seiner Allmacht, in Seinem unbegrenzten Wissen, in Seiner Vorsehung, in Seinem Willen und in Seiner Liebe. Er ist der, der da ist, wie Er es Moses geoffenbart hat; Er ist Liebe, wie der Apostel Johannes es uns lehrt.
Der letzte Satz ist für mich der wichtigste. Wobei ich präzisieren würde: Es ist eine annehmende, entgegenkommende Liebe. Eine ehrlich gemeinte. Aus dieser Liebe wurde diese Welt geschaffen.
Und wie oft zeigen wir sie wohl im Leben?

(Ja, wieder OT .. )

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Re: Vermißtenanzeigen, Abmeldungen und Rückmeldungen III

Beitrag von Torsten » Montag 20. Februar 2017, 17:33

Zum Schluss für heute für mich:

Punkt 3. und 4., könnte ich 1 - 2 Anmerkungen machen, die müssen aber nicht sein: Zustimmung.

Punkt 5:
5. Gottes Einzigkeit bezeugen viele

Wir sagen indessen der göttlichen Güte Dank für die Tatsache, daß sehr viele gläubige Menschen mit uns vor der Welt die Einzigkeit Gottes bezeugen können, obwohl sie das Geheimnis der allerheiligsten Dreifaltigkeit nicht kennen.
Andere sagen denen den Kampf an, die "ihr Geheimnis" nicht teilen. Selbst wenn es jene sind, die diesem Credo folgen. Bei mir dagegen: Absolute Zustimmung.

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Marion
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Re: Vermißtenanzeigen, Abmeldungen und Rückmeldungen III

Beitrag von Marion » Montag 20. Februar 2017, 19:50

Die Kirche betet für sie z. B. so:

Gebet des hl. Franziskus Xaverius für die Bekehrung der Ungläubigen

Ewiger Gott, Schöpfer aller Dinge, gedenke der Seelen der Ungläubigen, die du erschaffen und nach deinem Bilde und Gleichnisse gebildet hast. Siehe, o Herr, wie die Hölle dir zur Schmach mit diesen Seelen erfüllt wird, und gedenke, daß dein Sohn Jesus für ihr Heil den grausamen Tod erlitten hat. Gib nicht länger zu, ich bitte dich, o Herr, daß dein Sohn von den Ungläubigen verachtet werde, sondern laß dich durch das Gebet heiliger Männer und der Kirche, der Braut deines heiligsten Sohnes, versöhnen. Gedenke nur deiner Barmherzigkeit, vergiß ihren Götzendienst und ihren Unglauben, und bewirke, daß auch sie endlich denjenigen erkennen, den du gesandt hast, unseren Herrn Jesus Christus, der unser Heil, unser Leben und unsere Auferstehung ist, durch den wir gerettet und befreit worden sind, der Ruhm und Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. (Ablass (Raccolta S. 28): 300 Tage, einmal täglich wenn man reumüthigen Herzens und andächtig dieses Gebet spricht. Pius IX.durch eigenhändiges Rescript v. 24. Mai 1847.)
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Re: Vermißtenanzeigen, Abmeldungen und Rückmeldungen III

Beitrag von Torsten » Montag 20. Februar 2017, 20:07

Die Konstellation des einzigartigen Gottes, der Persönlichkeit in der Erfahrung zulässt. Es gibt keinen Grund an der Trinität zu zweifeln. Sie zu erkennen, Gott, den Heiligen Geist, den der Sohn herabruft, durch seine menschliche Gestalt. Das spielt sich alles so ab und steht für die Wahrheit Gottes, seiner Liebe. An immer mehr. Für immer. Weil da draußen so viel Nichts ist.

:D

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Montag 20. Februar 2017, 20:15

Weil da draußen so viel Nichts ist.

Aber jenseits davon spielt sich alles ab. Im Himmel, wo sich die Creme de la Creme trifft. Nicht der Menschheit, sondern von allem was geschaffen wurde und wird. Um den eine immer gewichtigere Krone zu verleihen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, dieses Nichts wegzukehren. Durch die Geburt von Leben.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Mittwoch 22. Februar 2017, 19:08

6. Drei Personen - ein Gott

Wir glauben also an den Vater, der von Ewigkeit her den Sohn zeugt; an den Sohn, das Wort Gottes, das von Ewigkeit her gezeugt ist; an den Heiligen Geist, die unerschaffene Person, die vom Vater und vom Sohne ausgeht als Ihre ewige Liebe. In den drei göttlichen Personen also - untereinander gleich ewig und gleichen Wesens - sind das Leben und die Seligkeit Gottes, der vollkommen eins ist, in überreicher Fülle vorhanden und vollenden sich in der Vollkommenheit und in der Glorie, die dem unerschaffenen Wesen eigen sind. Immer "muß also die Einheit in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit verehrt werden."
Der Heilige Geist, die unerschaffene Person. Aber gleich und ewig gleichen Wesens Gottes und dessem Sohn. Daran zu glauben, das ist mehr Anspruch, als nur die "gute Seele" zu sein. Hier offenbaren sich die Grenzen der (menschlichen) Möglichkeiten. Und beginnt die Verehrung. Denn was willst du machen? So weit gehen, und dann alles hinwerfen, weil du nicht mehr folgen kannst? Oder anfangen, zu glauben?

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Mittwoch 22. Februar 2017, 19:27

Verneigung vor diesem Punkt.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Mittwoch 22. Februar 2017, 19:41

7. Jesus Christus, Gott und Mensch zugleich

Wir glauben an unseren Herrn Jesus Christus, der der Sohn Gottes ist. Er ist das ewige Wort, gezeugt vom Vater vor aller Zeit und wesensgleich dem Vater (homo-ousios to Patri). Durch Ihn ist alles erschaffen worden. Durch das Wirken des Heiligen Geistes hat Er im Schoße der Jungfrau Maria Fleisch angenommen und ist Mensch geworden: dem Vater also Seiner Gottheit nach gleich, der Menschheit nach aber ist Er geringer als der Vater. Er ist in sich selbst einer, nicht durch eine unmögliche Vermischung der Naturen, sondern durch die Einheit der Person.
"Durch das Wirken des Heiligen Geistes hat Er im Schoße der Jungfrau Maria Fleisch angenommen"

Das Wirken des Heiligen Geistes, fand schon immer statt zwischen Gott und seinen Kreaturen. Gott erzählt ihnen keine Geschichte, er macht solche. Gott macht den Anfang, weil wir dazu nicht fähig sind.
Und für diesen Anfang macht Gott sich geringer, zu einer Einheit mit der Kreatur.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Mittwoch 22. Februar 2017, 19:46

Von niemandem hier verlange ich, dem zu folgen oder gar das zu glauben, was ich schreibe. Aber dieses Credo ist eine sehr gute Prüfungsaufgabe. Das kann ich euch versichern.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Donnerstag 23. Februar 2017, 21:11

https://de.wikipedia.org/wiki/Filioque

Nach der Lehre der orthodoxen Kirchen ist der Vater der einzige Ursprung innerhalb der Dreiheit. Sohn und Heiliger Geist müssten gewissermaßen als rechter und linker Arm des Vaters gedacht werden. Vom Sohn wird dabei ausgesagt, dass er „gezeugt“ sei, vom Geist, dass er „gehaucht“ sei.[5] Die fränkische Theologie folgt dagegen dem augustinischen Modell: Vater und Sohn seien in gegenseitiger Liebe miteinander verbunden, der Heilige Geist sei nun als dieses „Band der Liebe“ (Vinculum amoris) zu denken.[5] Insofern sei der Sohn ebenfalls am Hervorgang des Geistes beteiligt, jedoch nur mitwirkend, nicht hauptrangig.
Wechselseitige Verständnisschwierigkeiten ergeben sich auch aus einer nicht immer reflektierten unterschiedlichen Blickrichtung. So ist die orthodoxe Theologie grundsätzlich eher an Aussagen über die Ursprungsbeziehungen der göttlichen Personen interessiert, während die westliche Theologie vor allem die Lebensbeziehungen der drei göttlichen Personen in den Blick nimmt.
Vor dem Hintergrund der Filioque-Diskussion ließ sich etwa das biblische Zeugnis anführen, dass Jesus Christus ankündigte, den Menschen den Heiligen Geist zu senden (Joh 14,16f. EU). Dabei konnte leicht der Eindruck erweckt werden, der Heilige Geist sei überhaupt erst durch Jesus ins Leben gerufen worden. Hierbei besteht die Gefahr, die „heilsökonomische“ Rolle Jesu mit dem immanenten Verhältnis Christi zum Vater und zum Heiligen Geist zu verwechseln, die alle drei als gleichermaßen göttlich und gleichewig bekannt werden.
Ein paar unbeholfene Gedanken dazu:
Bei dem Thema kann es helfen, nicht die Rolle zu vergessen, die wir mit der Erbsünde belasteten und erlösungsbedürftigen kleinen Menschen spielen. Es ist die Frage: Welcher höhere Sinn läge in der trinitarischen Gestalt Gottes, wenn man sich die Menschen mal wegdenkt?

Und welchen Sinnes sind die, die zwar an Gott, aber nicht an den Sohn und den Heiligen Geist glauben? Deren Glauben ist wirklich rein. Um nicht zu sagen steril. Sie von irgendeinem Gegenteil überzeugen zu wollen, ein hoffnungsloses Unterfangen.

Aber zurück zum Filioque. Und zu dem, "was zu allen Zeiten geglaubt wurde". Meinem Verständnis nach ist das Filioque das, das dem was ich glaube am nächsten kommt. Was mich an der Kirche fesselt, das ist ihre Dynamik, sich in grundsätzlichen Dingen weiterentwickeln zu können. Manchmal wird dabei über das Ziel hinausgeschossen. Die Ursache dafür ist ein naives Bild von Gott. Auf allen Seiten.

Nein, der trinitarische Gott ist nicht naiv. Aber die Bilder, die sich davon gemacht werden. Sowohl rückwärtsgewandt als auch vermeintlich fortschrittlich. Beide haben das Bild eines Übervaters. Da ist er streng, in seiner eigenen Welt, mit seinem eigenen Heiligen Geist, mit den Gesetzen der Ewigkeit. Und dort "liebt er alle Liebenden".

Müsste ich mich zwischen beiden entscheiden, ich würde mich ohne zu zögern von diesem "Fortschritt" abwenden, weil es vollkommen abwegig ist.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Donnerstag 23. Februar 2017, 22:08

8. Die Lehre Christi

Er hat unter uns gewohnt, voll der Gnade und Wahrheit. Er verkündete das Reich Gottes und richtete es wieder auf und ließ uns den Vater durch sich erkennen. Er hat uns ein neues Gebot gegeben, einander zu lieben, wie Er uns geliebt hat. Er lehrte uns den Weg der Seligkeiten des Evangeliums: Armut im Geiste, Milde, Geduld im Leiden, Durst nach der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Reinheit des Herzens, Wille zum Frieden, Verfolgung erdulden um der Gerechtigkeit willen.
"und ließ uns den Vater durch sich erkennen"
Wer sagt denn, dass es nicht umgekehrt ist? Der Vater lässt sich uns durch ihn erkennen? Mit dem Heiligen Geist, der vom Übervater in unser Welt hineingeblasen wird?

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Torsten
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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Donnerstag 23. Februar 2017, 22:31

Er hat uns ein neues Gebot gegeben, einander zu lieben, wie Er uns geliebt hat. Er lehrte uns den Weg der Seligkeiten des Evangeliums: Armut im Geiste, Milde, Geduld im Leiden, Durst nach der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Reinheit des Herzens, Wille zum Frieden, Verfolgung erdulden um der Gerechtigkeit willen.
"wie Er uns geliebt hat"

Was? Kann er uns denn jetzt nicht mehr lieben? Weil er tot ist?
"Er lehrt uns den Weg der Seligkeiten." Dieser Welt mit dem zu begegnen, aus dem sie geschaffen wurde. Und das ist nicht die Armut im Geiste, das Geduld im Leiden und die Barmherzigkeit.
Das alles sind Dinge, die Toten aufzuwecken. "Dinge", die für die Liebe am Lebendigen sprechen.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Niels » Freitag 24. Februar 2017, 05:53

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Schade, dass ich hier kein Modertor mehr bin. Ich hätte da schon längst eingegriffen.
Dennoch mag ich Dich. :)
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von PascalBlaise » Freitag 24. Februar 2017, 08:47

Ich habe mir auch gerade gedacht.
Torsten, Du schreibst wirres Zeug.
Lies Dir das mal durch, wenn Du nüchtern bist.
Und hör am besten mit dem Blödsinn auf.
– et lux in tenebris lucet et tenebrae eam non comprehenderunt –

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Raphael » Freitag 24. Februar 2017, 14:27

Niels hat geschrieben:
Freitag 24. Februar 2017, 05:53
Bild

Schade, dass ich hier kein Modertor mehr bin. Ich hätte da schon längst eingegriffen.
Dennoch mag ich Dich. :)
Schade, niels, da hätte ich von Dir mehr erwartet als eine solche Killerphrase! :roll:

Torstens Überlegungen und Reflexionen zum CREDO DES GOTTESVOLKES, welches zu Unrecht weithin unbeachtet geblieben ist, sind informativ und nachvollziehbar. IMHO ein gelungenr Versuch der Glaubensvermittlung mit den bescheidenen Mitteln des Internetz.

Der Strang gehört in Scriptorium! :ja:
Sprachphilosophie ist Theologie für den weltlichen Bereich!

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Marion » Freitag 24. Februar 2017, 15:50

Raphael hat geschrieben:
Freitag 24. Februar 2017, 14:27
Der Strang gehört in Scriptorium! :ja:
Es hat mich auch verwundert, daß Paul VI im Kreuzgang ins Parlatorium verbannt wird :D
Ich dachte da gehören nur die älteren Päpste hin. :pfeif:
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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Freitag 24. Februar 2017, 16:11

Das war ja klar, die Trollerei kann nicht ausbleiben. Trotzdem Danke für eure Beiträge.
Ich verabschiede mich erstmal ins Wochenende.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Donnerstag 2. März 2017, 16:10

Es geht um das Volk Gottes:
kath.net hat geschrieben:Kurienkardinal Müller: Durch Bonhoeffer zu vertiefter Ökumene
02 März 2017

[...]
Die mittelalterliche Theologie der Scholastik habe gelehrt: Es reicht, wenn der Empfänger dem Sakrament kein inneres Hindernis ("obex") entgegensetze, damit es zustande komme. Unabhängig vom individuellen Glauben wohne den Sakramenten eine besondere Kraft ("virtus") inne, so seien die Scholastiker überzeugt gewesen.

Darin habe Luther die Gefahr eines "sakramentalen Automatismus" gesehen - und stattdessen betont, dass der Glaube entscheidend sei, damit die Sakramente ihre Wirkung entfalten können. Für Luther sei nicht das Sakrament an sich heilswirksam, sondern der Glaube an das Sakrament.
Mit welchem Glauben du die Sakramente empfängst, das lässt Gott Sein Bild über dich erfahren. Diese Sakramente anderen anzubieten, das bedarf wieder einer gewissen Vernunft. Die kein Mensch alleine haben kann, weshalb diese Aufgabe institutionalisiert wurde. Von Gott.

Um noch einmal auf das Bild zurückzukommen, welches Gott gewinnt: Über die Wirksamkeit der Sakramente beim Einzelnen entscheidet Er allein. Das sollte man nie vergessen.
Und da ist ein: "Manches wünschte ich mir, manches traue ich mir nicht, an Sakramenten zu empfangen.", und das vor dem Hintergrund der eigenen Auseinandersetzung mit der Lehre der Kirche, das vielleicht nicht der schlechteste Eindruck, den man hinterlassen kann. Und ein väterliches "Bitte empfangt alles." - ein Aufruf zur Umkehr in manchen, in vielen, aber bitte nicht in allen Dingen, dem man folgt (du wärest ein sehr schlimmer Mensch). Mindestens in der Entsagung von Sakramenten, wie sie die hergebrachte Lehre vorschreibt.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Donnerstag 2. März 2017, 17:43

Darin habe Luther die Gefahr eines "sakramentalen Automatismus" gesehen - und stattdessen betont, dass der Glaube entscheidend sei, damit die Sakramente ihre Wirkung entfalten können. Für Luther sei nicht das Sakrament an sich heilswirksam, sondern der Glaube an das Sakrament.
Ein sehr erwachsenes Bild. welches Luther da zeichnet. Oder besser: Einen Umriss. Den mit Inhalt zu füllen, daran ist er gescheitert, was seine Ausfälle erklärt. Gefeiert werden sollte der Mensch Martin Luther, über den ich mir angesichts seiner geschichtlichen Rolle überhaupt kein Urteil anmaßen möchte, nicht unbedingt. Aber sein Verständnis der Sakramente gehört ernstgenommen.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Sempre » Freitag 3. März 2017, 03:08

Torsten hat geschrieben:
Donnerstag 2. März 2017, 17:43
Darin habe Luther die Gefahr eines "sakramentalen Automatismus" gesehen - und stattdessen betont, dass der Glaube entscheidend sei, damit die Sakramente ihre Wirkung entfalten können. Für Luther sei nicht das Sakrament an sich heilswirksam, sondern der Glaube an das Sakrament.
Ein sehr erwachsenes Bild. welches Luther da zeichnet. Oder besser: Einen Umriss. Den mit Inhalt zu füllen, daran ist er gescheitert, was seine Ausfälle erklärt. Gefeiert werden sollte der Mensch Martin Luther, über den ich mir angesichts seiner geschichtlichen Rolle überhaupt kein Urteil anmaßen möchte, nicht unbedingt. Aber sein Verständnis der Sakramente gehört ernstgenommen.
Ein über Luther hinausgewachsenes Bild, welches Torsten da zeichnet. Oder besser: einen Umriss. Den mit Inhalt zu füllen, daran ist er einstweilen gescheitert, was sich durch seine Arroganz erklärt. Gefeiert werden sollte der Mensch Torsten, über den ich mir angesichts seiner hiesigen Rolle überhaupt kein Urteil anmaßen möchte, nicht unbedingt. Aber sein Verständnis der Sakramente gehört in die Tonne.[... IRONIE ENDE]

Dünnschiss labern kann ich auch, Torsten. :narr:
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Simon » Freitag 3. März 2017, 07:56

Zitat: "Dünnschiss labern kann ich auch, Torsten. :narr:"

Das ist unübersehbar!
Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.
Zitat von Albert Schweitzer

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Sonnabend 4. März 2017, 23:35

https://de.wikipedia.org/wiki/Dietrich_Bonhoeffer

„Man gab die Verkündigung und die Sakramente billig, man taufte, man konfirmierte, man absolvierte ein ganzes Volk, ungefragt und bedingungslos. […] man spendete Gnadenströme ohne Ende, aber der Ruf in die strenge Nachfolge Christi wurde seltener gehört."
Ein großartiger Mensch. Der mich zur Arkandisziplin, dem monastischen Leben, den Pietismus und dem religionslosen Christentum führt - Entdeckungsreisen.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Sonntag 5. März 2017, 00:43

"Ich glaube, daß Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern daß er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.“(Dietrich Bonhoeffer)
Gott als das erwachsene Gegenüber sehen. Nicht nur mit der Aussicht darauf, in einem Konzentrationslager der Nationalsozialisten zu enden, zu sterben. Sondern ihm daraus keinen Vorwurf zu machen, an die Vernunft zu glauben, die darüber steht. An das Leben zu glauben, das sich in dieser Vernunft abspielt.
Vor dem Hintergrund des schreienden, menschengemachten Irrsinns.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Reinhard » Sonntag 5. März 2017, 00:45

Torsten hat geschrieben:
Sonnabend 4. März 2017, 23:35
Ein großartiger Mensch. Der mich zur Arkandisziplin, dem monastischen Leben, den Pietismus und dem religionslosen Christentum führt - Entdeckungsreisen.
Ja, auch mir ist er ein Begleiter. Allerdings auf meinem Weg vom Pietismus her.

Und tatsächlich haben der Pietismus und katholische Mystik sehr sehr viel gemeinsam: nämlich die Beziehung und die Liebe zu Christus.
... und Dietrich Bonnhoeffer dort mittendrin, mit seinem "Weg von theologischen Richtigkeiten hin zum Eigentlichen". - nachzulesen in der "Nachfolge".

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Sonntag 5. März 2017, 01:58

Reinhard hat geschrieben:
Sonntag 5. März 2017, 00:45
Und tatsächlich haben der Pietismus und katholische Mystik sehr sehr viel gemeinsam: nämlich die Beziehung und die Liebe zu Christus.
... und Dietrich Bonnhoeffer dort mittendrin, mit seinem "Weg von theologischen Richtigkeiten hin zum Eigentlichen". - nachzulesen in der "Nachfolge".
Ich sehe da noch viel mehr Gemeinsamkeiten. "Mittendrin."
Im Tun. Das manchmal auch darin besteht, sich schlafen zu legen, wenn man müde ist.
Auch wenn es gerade sehr interessant ist.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Dienstag 7. März 2017, 22:38

Morgen muss ich wieder auf Arbeit. Und werde mich da höchstwahrscheinlich wieder Unterstellungen ausgesetzt sehen, die mich von der Billigkeit meiner Existenz überzeugen wollen.
So wie der Stacheldraht und der Schlagbaum. Und allem werde ich mich beugen, und alles ablehnen, was nicht bereit ist, diesen Draht und diesen Baum für alle abzuschaffen.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Freitag 10. März 2017, 14:01

Vom Umgang mit der Vergangenheit und mit dem Erbe.

So wie es das Erbe Gottes gibt, in der Kirche aber auch an anderen Stellen, so gibt es auch das Erbe der Sünde. Und das nicht nur als die jedem Menschen innewohnende Kenntnis über Gut und Böse, sondern auch als Ansammlung von Erfahrungen, die Menschen damit über Jahrhunderte und Jahrtausende gemacht haben.

Über den rechten Umgang mit diesem Erbe - dieser Erbbelastung - lehrt uns eher etwas der radikale Dschihadismus als eine Gauck-Behörde. Dieses Erbe - das Gift, wie ich es nenne - steht der Vergebung im Weg. Es aufarbeiten zu wollen wäre der größte Fehler überhaupt, weil es dadurch nur noch wächst.

Es gab Bilderstürme, es gab Kulturrevolutionen, und heute sehen wir die Zerstörung uralten Kunsterbes in Syrien, im Irak. Und überall dort, wo Krieg herrscht, wird dieses Werk der Zerstörung fortgesetzt, und wächst das Erbe der Sünde. Und wo wir uns mit diesem Erbe konfrontieren, um daraus zu "lernen", es künftig anders, irgendwie besser machen zu wollen, oder wo daraus gar Vorwürfe erhoben werden, da wächst und gedeiht es erst richtig, treiben die Blüten des Gifts, und die werden einander ausgeteilt wie Hiebe.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Freitag 10. März 2017, 14:30

Diese Form der Erinnerungskultur kultiviert nur eines: Die Sünde.
Und wer sich dieser Form mit besonderer Hingabe widmet, der wird sie dann auch in besonderer Form bei anderen anmahnen, ja geradezu verlangen, und verteilt damit die kräftigsten Hiebe.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Freitag 10. März 2017, 14:34

Zum Erbe der Sünde gehören aber auch Geheimnisse und Techniken, die vor anderen eifersüchtig gehütet werden, aus Angst, dass sie sich gegen einen selbst richten könnten. Was nicht mit anderen teilbar ist, ist es nicht wert, geteilt zu werden, sondern nur gelöscht, vernichtet und vergessen, um der Vergebung Bahn zu brechen.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von overkott » Sonnabend 11. März 2017, 15:22

Das Credo des Gottesvolkes ist sicher ein sehr praktisches. Gottes Liebe untereinander, wie der Herr sie als Gebot erneuert, ja wiederhergestellt hat, ist das Ganze des Gesetzes, also der Sinn aller seiner Teile. Die Lehre Jesu ist also eine sehr vernünftige, rationale, aber keineswegs rein theoretische.

Was bedeutet der neue Stil Jesu für die Konfliktlösung etwa in der Diplomatie?

Im positiven Sinn ist das Gebot Auge um Auge durchaus mit der Nächstenliebe identisch. Aber die Vernunft lehrt uns auch, dass man den Teufel nicht Beelzebul austreiben kann.

Wie sollten wir also auf Störungen der internationalen Beziehungen reagieren? Sollten wir die Provokationen mit Provokationen erwidern? In Thema und Stil?

Ich glaube, dass wir als Deutsche und Europäer mit unserer Geschichte im Reinen sind. Daher bekennen wir uns ja inzwischen zu Einigkeit und Freiheit. Das hat Europa in den vergangenen 70 Jahren offenbar gutgetan. In dieser Hinsicht ist die Welt jedenfalls ein kleines bisschen christlicher geworden. Ich möchte sagen: Gott sei Dank.

Deshalb sollten wir über Rechtsstaat und Demokratie mehr reden als über Nationalismus und Sozialismus, den Ideologien von vorgestern mit solch schrecklichem Nachbeben im 20. Jahrhundert. So viel habe ich von dem mit 94 Jahren im vergangenen September zu früh verstorbenen Bonner Bracher persönlich mitgenommen. Gerade weil Rechtsstaat und Demokratie für Selbstbestimmung und Partnerschaft stehen, sollten wir niemandem die Selbstbestimmung aufzwingen, sondern die Wähler entscheiden lassen, nach welcher Verfassung es wirklich Recht und Freiheit gibt.

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Re: Credo des Volkes Gottes

Beitrag von Torsten » Sonntag 12. März 2017, 16:49

3D over Möglichkeiten:

Ein Andreaskreuz, nach rechts vertikal um die Raumachse gekippt, so dass zwei sich überschneidende und nach links öffnende Hilal sichtbar werden, die einen Davidstern einfassen.

Farben: Es braucht nur Kontrast. Es braucht es Schwarz auf Weiß?

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