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"Krankensalbung" - allgemeine Aspekte

Verfasst: Montag 13. Oktober 2008, 13:44
von incarnata
Vor kurzem wurden die Alten und Kranken in der Pfarrei mal wieder zur Krankensalbung eingeladen mit dem Zusatz: anschliessend gemütliches Beisammensein im Pfarrheim bei Kaffee und Kuchen.Meine Mutter(85) empfindet so etwas als ungehörig;hat auch noch ein bisschen die alte Vorstellung vom Sterbesakrament im Hinterkopf.Aber auch mit der Vorstellung eines Heil-und evtl auch Heilung bringenden Sakraments für Hochbetagte und Kranke kann ich den Ärger nachvollziehen:führt dies nicht zur Banalisierung des Sakraments,wenn man die Betroffenen via Kaffeetafel dazu anlocken will.
Die Pfarrgemeinderäte argumentieren wahrscheinlich damit: warum soll man die Erfahrung des Heils nicht auch feiern?.Mir ist trotzdem unwohl dabei !

Ähnlichen Ärger empfinden meine Eltern auch immer bei der Einladung zum "Seniorengottesdienst",der statt in der Kirche im Pfarrheim zelebriert wird und auch dann stante pede in eine Kaffeetafel übergeht.Wobei man bei der Messe ja noch an die Agape-Tradition denken kann.Aber warum muss die Messe im Pfarrheim stattfinden,wenn eine wunderschöne Barockkirche daneben steht ???Wie seht Ihr solche Praktiken ?

Verfasst: Montag 13. Oktober 2008, 13:49
von Linus
Das ist ein Problem von Kirchens heutzutage: nicht das Heil wird "beworben und verkauft" (um mal in BWL Sprache zu bleiben) sondern das Nebenprodukt. Hier: Kaffee und Kuchen, bei der Jugend ists das Gemeinschaftsgefühl und der Benedetto Hype, in der Hoffnung das Hauptprodukt wird mitgekauft.

Allerdings: nur wenn das Evangelium verkündet wird meinen die Verkünder das sei zu wenig. Als ob der Zusatznutzen Kaffee und Kuchen zum Heil führen würde.


Linus, dennoch auf eine ewige Kneiptafel hoffend, :D

Verfasst: Montag 13. Oktober 2008, 13:53
von Nueva
sind wir in der gleichen Pfarrei? :shock:
Bei uns wird das nämlich so gemacht wie du geschrieben hast.
Für ältere Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder schlecht gehen können, ist es einfacher, sich ins Pfarrheim zu bewegen, als in die Pfarrkirche; vor allem wenn keine Hilfe da ist. Das Pfarrheim ist behindertengerecht eingerichtet, die Kirch halt nicht. Klar könnte man, den Gottesdienst zuerst in der Kirche feiern und anschließend zum Kaffee ins Pfarrheim rüber gehen. Aber ich denke mal, damit ist das Pastorale Team überfordert, weil es meistens an Menschen fehlt, die den alten Leuten helfen.

Irgendwie finde ich es sehr befremdend, wenn die Senioren vor'm gedeckten Kaffeetisch sitzen und dort die Kommunion empfangen.

Verfasst: Montag 13. Oktober 2008, 14:23
von cantus planus
Linus, deinem Beitrag ist nichts hinzuzufügen. Wir lenken durch immer mehr "Zugaben" vollkommen vom Eigentlichen ab. Das ist in der Tat das Hauptproblem der heutigen Kirche (im deutschen Sprachraum).

Verfasst: Montag 13. Oktober 2008, 14:58
von anneke6
Kaffee und Kuchen finde ich etwas zu "gemütlich" im Anschluß an die Krankensalbung, aber eine kleine Stärkung "danach", wie sie hier in einer Gemeinde gemacht wird, finde ich gar nicht so schlecht. Ich siehe dies als einen Akt der Nächstenliebe gegenüber geschwächten Menschen. Als ich vor Jahren einmal dort war (es ging mir damals ziemlich dreckig) war ich froh, endlich mal etwas anderes auf den Teller zu bekommen als chinesische Nudelsuppe.

Verfasst: Montag 13. Oktober 2008, 21:44
von Niels
Nueva hat geschrieben:sind wir in der gleichen Pfarrei? :shock:
Bei uns wird das nämlich so gemacht wie du geschrieben hast.
Für ältere Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder schlecht gehen können, ist es einfacher, sich ins Pfarrheim zu bewegen, als in die Pfarrkirche; vor allem wenn keine Hilfe da ist. Das Pfarrheim ist behindertengerecht eingerichtet, die Kirch halt nicht. Klar könnte man, den Gottesdienst zuerst in der Kirche feiern und anschließend zum Kaffee ins Pfarrheim rüber gehen. Aber ich denke mal, damit ist das Pastorale Team überfordert, weil es meistens an Menschen fehlt, die den alten Leuten helfen.

Irgendwie finde ich es sehr befremdend, wenn die Senioren vor'm gedeckten Kaffeetisch sitzen und dort die Kommunion empfangen.
So was gibt's bei uns leider auch... :sauer:

Verfasst: Samstag 18. Oktober 2008, 20:19
von Chiara
Klingt... interessant, um ein neutrales Wort zu gebrauchen. Damit ist ja wohl alles über die anvisierten Empfänger der Krankensalbung gesagt, oder?
Mutter Kirche denkt dabei eigentlich an ernsthaft Erkrankte bis Menschen in Lebensgefahr. Diejenigen werden entweder nicht in der Lage oder zumindest nicht in der inneren Verfassung/Stimmung sein, sich zur Kaffeetafel zu begeben. Aber hier hat man offenbar so eine Art sakramentales Seniorenpflaster im Sinn. Ich zitiere einen Pfarrer bei der "Krankensalbungsmesse"in der Pfarrfestwoche: "Und wer krank ist oder sich etwas schwach fühlt, ist herzlich eingeladen..." Ergebnis: Es gingen fast dieselben zur Krankensalbung wie danach zur Kommunion. Mein Liturgieprofessor pflegte die Situation, die ich da ministrierenderweise erlebt habe, etwa so zu bezeichnen: "Die Senioren, die die Krankensalbung empfangen, gehen nachher Fußball spielen." Und so alt waren die Damen nicht, dass man von Lebensgefahr wg. Altersschwäche ausgehen könnte...
Eine etwas böse Idee, mit der man vielleicht diese Kaffeetafelgeschichte killen kann: Man flüstert der schlimmsten Tratschtante der Seniorenrunde zu, dass dieses Kaffeetrinken die Nachfolgeinstitution des Leichenschmauses für die Empfänger der Letzten Ölung ist... und schon will keiner hin (zum Sakrament oder zur Kaffeetafel)

Chiara, die mal wieder beichten sollte
(büßen tue ich dank meiner Erkältung/fast-Stimmverlust schon seit drei Wochen) :ikb_vampire:

Verfasst: Samstag 18. Oktober 2008, 20:47
von anneke6
Als ich das letzte Mal die Krankensalbung empfangen habe, war ich eindeutig kräftig genug, um nachher zu einer Kaffeetafel gehen zu können (es gab aber keine) — aber ich bin nun mal chronisch krank, und da geht es mir mal besser und mal schlechter, und so kann es kommen, daß die jährliche Krankensalbung auf einen Tag fällt, wo es mir besser geht.
Zur Zeit bin ich eigentlich recht gut drauf, habe gerade einen Ausflug hinter mir (siehe Essens-Thread)…aber ihr könnt mir glauben, ich habe schon mehrmals dem Tod näher als dem Leben gefühlt, darunter mindestens ein "klassisches Nahtoderlebnis".
Man sieht den Leuten nicht immer an, wie krank sie wirklich sind.

Verfasst: Samstag 18. Oktober 2008, 21:15
von Gerhard
Chiara hat geschrieben:Chiara, die mal wieder beichten sollte
Aber nicht wegen dieses Posting, oder? :freude:

Verfasst: Sonntag 19. Oktober 2008, 22:39
von Chiara
Gerhard hat geschrieben:
Chiara hat geschrieben:Chiara, die mal wieder beichten sollte
Aber nicht wegen dieses Posting, oder? :freude:
Nur wegen des Lästerns. Eine Mitschwester und ein befreundeter Priester sorgen fast täglich dafür, dass ich in Übung bleibe... :mrgreen:

@ anneke
Auf jeden Fall, Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, hälst du die Zusammenstellung auch für etwas daneben. Das habe ich mit dem "nicht in der Verfassung sein" gemeint. Im Winter habe ich selbst die Krankensalbung empfangen dürfen und hätte danach etwas so Banales wie Kaffeetrinken wirklich nicht ertragen, weil die sakramentale Wirklichkeit so... überwältigend war. Einer meiner Studienfreunde, inzwischen Priester, sagte mal: "Der Heilige Geist schlägt ganz schön drein!"

PS. Dein Avatar - ist das ein Bild der hl. Königin Jadwiga? Die verehre ich auch sehr. :ja:

Verfasst: Sonntag 19. Oktober 2008, 23:51
von anneke6
In der Tat, Kaffeetrinken finde ich zu gemütlich, und deswegen auch banal.
Und ja, das ist die hl. Königin Jadwiga, auf deutsch auch als Hedwig von Anjou bekannt.

Verfasst: Montag 20. Oktober 2008, 08:08
von Gerhard
@Chiara: Das Benennen von subjektiven Mißständen ist IMO keine Lästerung. Lästern ist für mich so etwas wie "üble Nachrede". Das kann ich in Deinen Postings nicht erkennen. Dein Beichvater bleibt also arbeitlos.

Re: Krankensalbung mit Kaffee und Kuchen

Verfasst: Montag 20. Oktober 2008, 09:28
von Magnifikat
incarnata hat geschrieben:Wie seht Ihr solche Praktiken ?
Ich find's gut. 8)
Warum soll man nach dem Empfang eines Sakramentes denn nicht gemeinsam Kaffee trinken und gemütlich beisammen sitzen ? Ist ein Sakrament etwas so Trübsinniges, dass man hinterher nicht etwas Fröhliches und Freude Schenkendes machen darf? :roll:

Ich finde eher das Gegenteil. Ein Sakrament ist ein heilbringendes Zeichen Gottes, darüber kann man sich freuen und diese Freude in geselliger Runde teilen.

In einer meiner Gemeinden finden zweimal jährlich Senioren-Einkehrtage statt. Dabei gibt es natürlich auch Kaffee und Kuchen und auch die Möglichkeit, die Krankensalbung und/oder das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.

Die Kinder, die zum ersten Mal das Sakrament der Versöhnung empfangen haben, feiern dies bei uns hinterher gemeinsam.

Bei Taufen, Erstkommunionfeiern und Trauungen ist es selbstverständnlich, dass hinterher gefeiert wird. Da redet keiner von zu banal o.ä.

Magnifikat

Verfasst: Montag 20. Oktober 2008, 10:05
von Gerhard
Natürlich ist in keinster Weise etwas gegen Kaffee und Kuchen einzuwenden. Allerdings darf das Wichtigste nicht aus den Augen verloren werden. Sonst gleitet alles in Beliebigkeit ab.

Verfasst: Montag 20. Oktober 2008, 10:56
von Magnifikat
Gerhard hat geschrieben:Natürlich ist in keinster Weise etwas gegen Kaffee und Kuchen einzuwenden.
Naja, es klang hier schon so, als wäre etwas dagegen einzuwenden, dies nach dem Empfang eines Sakramentes zu machen. :roll:

Gerhard hat geschrieben:Allerdings darf das Wichtigste nicht aus den Augen verloren werden. Sonst gleitet alles in Beliebigkeit ab.
Richtig - aber die Gefahr sehe ich eher bei Taufen, Erstkommunionfeiern, Firmungen und Trauungen. Da steht doch häufig das Familienfest im Vordergrund und weniger das Sakrament. Bei Krankensalbungen halte ich diese Gefahr für sehr gering.

Magnifikat

Verfasst: Samstag 8. November 2008, 19:17
von overkott
Zwar ist die Krankensalbung nach wie vor das siebte Sakrament, wird aber nicht mehr nur als letzte Ölung verstanden.

Als meine Oma 1977 an einem Samstagmorgen bei klarem Bewusstsein ihre letzte Krankensalbung empfing, war dies tatsächlich auch ihre letzte, weil sie am Nachmittag mit immer kürzer werdenden Atemzügen sanft entschlief.

Da war natürlich an Kaffee und Kuchen nicht zu denken.

Aber dort, wo es möglich ist, gehören Eucharistie und Agape, Sakrament und Kaffeekränzchen durchaus zusammen.

Warum eigentlich nicht?

Verfasst: Sonntag 9. November 2008, 01:34
von ad_hoc
Ja, heute kann unmittelbar nach der Krankensalbung auch die aktuelle Telenovela im Fernsehen verfolgt werden.

Früher war dies eindeutig.
Da hieß es "die letzte Ölung", die auch, sofern möglich, mit der Mundkommunion verbunden war.
Es war dies, unmittelbar vor dem erwarteten Eintritt des Todes, eine Vorbereitung und eine Hinführung zu Gott, das Sterben für diese Welt und die erwartete Auferweckung im jenseitigen Leben.

Da waren kein Platz mehr zur Befriedigung irdischer Bedürfnisse, weder für den Sterbenden noch für die Angehörigen. Der Sterbende bereitete sich auf den Tod vor, und die Angehörigen beteten für seine Seele, dass sie von Gott gnädig aufgenommen werde.

In diesem Sinne geht mir der von Overkott & Co. verfaßte Krampf nur noch gewaltig auf die Socken.

Gruß, ad_hoc

Verfasst: Sonntag 9. November 2008, 16:08
von Kilianus
Da darfst Du aber nicht Overkott & Co verantwortlich machen. Daß die Krankensalbung nicht mehr als Sterbesakrament verstanden wird, daran ist schon die Kirche selbst schuld.

Falls Du die durch das letzte Konzil vorgenommene Akzentverschiebung bei diesem Sakrament für einen Fehler hältst, solltest Du das begründen - unter Berücksichtigung der biblischen Grundlage und der altkirchlichen Entwicklung.

Verfasst: Sonntag 9. November 2008, 16:14
von cantus planus
Ich bin trotzdem froh, dass das Sakrament als "Sakrament der Stärkung" aufgewertet wurde. Dass es nach dem Konzil viele Fehlentwicklungen gab, will ich hingegen nicht verschweigen. Aber sollte man die Heilige Kommunion abschaffen, weil die Leute nicht mehr beichten und die Kinder beim ersten Empfang gar nicht mehr wissen, was sie da tun?

Ich sage hier nochmals, was ich schon mehrfach hier schrieb: wir brauchen eine neue Heimatmission und vor allem wieder eine Katechtik, die diesen Namen verdient!

Die theologische Ausbildung gehört weg von den Universitäten zurück in die Seminare der Kirche!

Verfasst: Sonntag 9. November 2008, 22:06
von Linus
cantus planus hat geschrieben: Die theologische Ausbildung gehört weg von den Universitäten zurück in die Seminare der Kirche!
Ob sie dort besser ist? :hmm:

Verfasst: Montag 10. November 2008, 00:22
von ad_hoc
Kilianus hat geschrieben:Da darfst Du aber nicht Overkott & Co verantwortlich machen. Daß die Krankensalbung nicht mehr als Sterbesakrament verstanden wird, daran ist schon die Kirche selbst schuld.

Falls Du die durch das letzte Konzil vorgenommene Akzentverschiebung bei diesem Sakrament für einen Fehler hältst, solltest Du das begründen - unter Berücksichtigung der biblischen Grundlage und der altkirchlichen Entwicklung.
Natürlich mache ich Overkott & Co. nicht für die Ursache verantwortlich, aber insoweit achte ich sie als verantwortlich, als sie diese Thesen akzeptieren und verbreiten.

Was die von Dir genannte Akzentverschiebung anbelangt, so gibt es dafür bereits genügend Erklärungen; auch in diesem Forum.

Gruß, ad_hoc

Das Refektorium

Verfasst: Montag 10. November 2008, 19:17
von ieromonach
Bei uns Orthodoxe wird die "Ölung" -Krankensalbung- nicht nur bei körperlichen Gebrechen sondern auch bei Eheleuten die mit ihren Problemen nicht mehr fertig werden, bzw. auch bei psychichen (man spricht auch von psychsomatischen) Problemen gespendet.Gerade bei Auseinandersetzungen in der Familie (nicht nur mit dem Ehepartner) holt man gerne den Priester damit er die Ölung -Krankensalbung- spendet. Bevor der Priester kommt wird dann meistens etwas schönes zum essen vorbereitet und alle Bekannten eingeladen. Alle empfangen dann die hl. Salbung. Anschließend wird geplaudert und gegessen und dieses bringt dann Heilung und Versöhnung. In Kranken häusern wird die Krankensalbung meistens mit Beichte und Empfang der hl, kostbaren Gaben (Kinonia) verbunden. Natürlich dann ohne Essen von Kuchen usw. . Die Krankensalbung ist ja kein Mysterium zum Tode sondern es ist zur Genesung des Leibes und der Seele.

+P.Theodoros

Re: Das Refektorium

Verfasst: Montag 10. November 2008, 19:24
von regina 32
ieromonach hat geschrieben:BGerade bei Auseinandersetzungen in der Familie (nicht nur mit dem Ehepartner) holt man gerne den Priester damit er die Ölung -Krankensalbung- spendet. Bevor der Priester kommt wird dann meistens etwas schönes zum essen vorbereitet und alle Bekannten eingeladen. Alle empfangen dann die hl. Salbung. Anschließend wird geplaudert und gegessen und dieses bringt dann Heilung und Versöhnung. I
+P.Theodoros
sehr schöne [Punkt]

Verfasst: Montag 10. November 2008, 20:03
von lifestylekatholik
ad_hoc hat geschrieben:Ja, heute kann unmittelbar nach der Krankensalbung auch die aktuelle Telenovela im Fernsehen verfolgt werden.

...

In diesem Sinne geht mir der von Overkott & Co. verfaßte Krampf nur noch gewaltig auf die Socken.
:jump:

Verfasst: Montag 10. November 2008, 20:15
von anneke6
Ich teile im Bezug auf die hl. Ölung das Sakramentverständnis von Pater Theodoros.

Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 14:27
von overkott
Wohl der Gemeinde, wo diese Pastoral möglich ist.

Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 14:30
von cantus planus
off topic:
  • Linus hat geschrieben:
    cantus planus hat geschrieben:Die theologische Ausbildung gehört weg von den Universitäten zurück in die Seminare der Kirche!
    Ob sie dort besser ist? :hmm:
    Nein, aber der zuständige Ordinarius könnte dort mehr Einfluss nehmen. Wenn er denn will... (Gut, genau das ist heute oft das Problem. Aber z. B. in Eichstätt konnte man sehen, dass ein Bischof sehr wohl - mit Verlaub - Eier in der Hose haben kann.)

Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 14:30
von cantus planus
overkott hat geschrieben:Wohl der Gemeinde, wo diese Pastoral möglich ist.
:jump:

Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 15:28
von overkott
cantus planus hat geschrieben:Ich bin trotzdem froh, dass das Sakrament als "Sakrament der Stärkung" aufgewertet wurde. Dass es nach dem Konzil viele Fehlentwicklungen gab, will ich hingegen nicht verschweigen. Aber sollte man die Heilige Kommunion abschaffen, weil die Leute nicht mehr beichten und die Kinder beim ersten Empfang gar nicht mehr wissen, was sie da tun?

Ich sage hier nochmals, was ich schon mehrfach hier schrieb: wir brauchen eine neue Heimatmission und vor allem wieder eine Katechtik, die diesen Namen verdient!

Die theologische Ausbildung gehört weg von den Universitäten zurück in die Seminare der Kirche!
Die theologische Ausbildung sollte bleiben, wo sie ist.

Die Seminare haben andere Aufgaben.

Hier steht die liturgische und spirituelle Ausbildung auf den Priesterberuf im Vordergrund.

Re: Krankensalbung mit Kaffee und Kuchen

Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 16:46
von Pit
incarnata hat geschrieben: ...
Vor kurzem wurden die Alten und Kranken in der Pfarrei mal wieder zur Krankensalbung eingeladen mit dem Zusatz: anschliessend gemütliches Beisammensein im Pfarrheim bei Kaffee und Kuchen.Meine Mutter(85) empfindet so etwas als ungehörig;hat auch noch ein bisschen die alte Vorstellung vom Sterbesakrament im Hinterkopf....Wie seht Ihr solche Praktiken ?
Nun, einmal habe ich selber die Krankensalbung empfangen, in einer Situation, in der es mir ziemlich dreckig ging.
Sie bedeutete mir die Gewissheit, daß Gott mich nicht unbedingt von der Krankheit befreit, mir aber hilft, damit zurechtzukommen.
An Kaffeetrinken hätte ich keinen Moment gedacht, weil ich nach der Segnung schlicht anfing zu heulen - vor Freude und Erleichterung.
Solche "Kombinationen" halte ich für unverschämt.

Gruß,Pit

Re: Krankensalbung mit Kaffee und Kuchen

Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 17:29
von overkott
Pit hat geschrieben:
incarnata hat geschrieben: ...
Vor kurzem wurden die Alten und Kranken in der Pfarrei mal wieder zur Krankensalbung eingeladen mit dem Zusatz: anschliessend gemütliches Beisammensein im Pfarrheim bei Kaffee und Kuchen.Meine Mutter(85) empfindet so etwas als ungehörig;hat auch noch ein bisschen die alte Vorstellung vom Sterbesakrament im Hinterkopf....Wie seht Ihr solche Praktiken ?
Nun, einmal habe ich selber die Krankensalbung empfangen, in einer Situation, in der es mir ziemlich dreckig ging.
Sie bedeutete mir die Gewissheit, daß Gott mich nicht unbedingt von der Krankheit befreit, mir aber hilft, damit zurechtzukommen.
An Kaffeetrinken hätte ich keinen Moment gedacht, weil ich nach der Segnung schlicht anfing zu heulen - vor Freude und Erleichterung.
Solche "Kombinationen" halte ich für unverschämt.

Gruß,Pit
Bei allem Respekt vor deiner persönlichen Erfahrung, geht es hier doch um eine andere Situation: Hier werden Alte und Kranke zum Sakramentenempfang in die Kirche eingeladen mit anschließendem gemütlichen Beisammensein im Pfarrheim. Das Wort unverschämt trifft den Sachverhalt nicht.

Verfasst: Dienstag 11. November 2008, 17:51
von Kilianus
So ganz sehe ich das Problem ebenfalls noch nicht. Es spricht doch nichts gegen eine Kaffeetafel nach der Taufe, einen Frühschoppen nach der Messe, ein ordentliches Fastenbrechen nach der Osternacht und, als spezifisch fränkische Perspektive: ein Klosterbier oben auf dem Kreuzberg.

Es liegt beim Sakrament der Krankensalbung nahe, daß so etwas nicht in jedem Fall mit den Umständen bzw. der (physischen wie psychischen) Verfassung des Empfängers vereinbar ist. Das heißt aber nicht, daß die Kaffeetafel als solche generell abzulehnen wäre.

Ich bin allerdings schon dafür, die liturgische Feier ganz eindeutig vom gemütlichen Beisammensein zu trennen. Anders gesagt: Eine Krankensalbung oder ein Seniorengottesdienst im Pfarrheim kommt nicht in Frage, außer das wird tatsächlich von den äußeren Umständen erzwungen wird.