Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

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umusungu
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von umusungu » Donnerstag 16. November 2017, 10:07

Petrus hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 05:52
Zwei Beispiele für "nach eigenem Gusto":
da hast Du aber die Lupe zu Hilfe genommen ......

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Florianklaus
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Florianklaus » Donnerstag 16. November 2017, 10:24

Da die Priester, die ständig vom Meßbuch abweichen, dafür keine plausible Begründung liefern können, bagatellisieren sie ihre Eigenmächtigkeiten und versuchen, die Kritiker in die Querulantenecke zu stellen. Letztlich ist die Ursache ein nicht zu unterdrückender Drang nach Selbstdarstellung.

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Protasius
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Protasius » Donnerstag 16. November 2017, 10:38

umusungu hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 10:07
Petrus hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 05:52
Zwei Beispiele für "nach eigenem Gusto":
da hast Du aber die Lupe zu Hilfe genommen ......
Dann nimm Hochgebete, die vor der Wandlung dem II. Hochgebet noch annähernd entsprechen, nach der Wandlung aber vollkommen frei formuliert sind. Ich habe schon erlebt, daß der Priester währenddessen das Meßbuch zugeklappt hat.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

Junias
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Junias » Donnerstag 16. November 2017, 10:53

CIC_Fan hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 09:39
vereinfachen vielleicht aber sicher nicht vereinheitlichen ich darf nur noch darauf hinweisen daß sämtliche Möglichkeiten (Betsingmesse s dialogisierte messe deutsches Amt usw.) . offiziell erlaubt waren
Mit Vereinheitlichen meinte ich eigentlich nicht die Reduktion auf einen Ritus, der alle anderen erschlägt. (Die verschiedenen Riten müssten ihrerseits vereinheitlicht werden.)

Es kommt mir übrigens Spanisch vor, dass hier außer Niels und Lycobates niemand etwas Substanzielles zu den Gründen schreibt, die überhaupt erst zur Liturgiereform geführt hatten bzw. haben könnten. :achselzuck:

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Niels
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Niels » Donnerstag 16. November 2017, 11:10

Ich hatte ja hier im Forum schon mal auf das Büchlein von P. Bonneterre (Gott habe ihn selig) hingewiesen (leider online nur auf Frz. verfügbar): http://a-c-r-f.com/documents/Abbe_Bonne ... gique..pdf
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Niels » Donnerstag 16. November 2017, 11:17

umusungu hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 10:07
Petrus hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 05:52
Zwei Beispiele für "nach eigenem Gusto":
da hast Du aber die Lupe zu Hilfe genommen ......
Wir sehen betroffen
das Messbuch zu
und alle Fragen offen...
:kugel:

Toll Umu, wie ernst Du die Gläubigen nimmst... :glubsch:
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Niels » Donnerstag 16. November 2017, 11:23

Florianklaus hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 10:24
Da die Priester, die ständig vom Meßbuch abweichen, dafür keine plausible Begründung liefern können, bagatellisieren sie ihre Eigenmächtigkeiten und versuchen, die Kritiker in die Querulantenecke zu stellen. Letztlich ist die Ursache ein nicht zu unterdrückender Drang nach Selbstdarstellung.
Man sollte die Gläubigen nicht für blöd halten. Ich kenne einige, die kennen alle vier Hochgebete auswendig und beten sie innerlich mit. Wenn da Murks kommt, sind sie raus aus der Andacht...
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Niels » Donnerstag 16. November 2017, 11:26

Junias hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 10:53
Es kommt mir übrigens Spanisch vor, dass hier außer Niels und Lycobates niemand etwas Substanzielles (...) schreibt,
Danke für die Blumen. :ikb_shy:
Ich antworte mal - nicht speziell an Dich gerichtet - mit einem abgewandelten Zitat von Loriot: "Unser Forum ist bemüht, den Gläubigen und Suchenden bei der Überwindung einer kritischen Phase, auf sachlichem Wege, behilflich zu sein und geistige Kontaktschwächen auszugleichen. Wunder vollbringen wir nicht." :anton:
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Junias » Donnerstag 16. November 2017, 11:39

Niels hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 11:10
Ich hatte ja hier im Forum schon mal auf das Büchlein von P. Bonneterre (Gott habe ihn selig) hingewiesen (leider online nur auf Frz. verfügbar): http://a-c-r-f.com/documents/Abbe_Bonne ... gique..pdf
Danke, auch wenn ich das online sicherlich nicht lesen werde.

Abschließend stelle ich fest, dass es ja nicht die Liturgie an sich ist, sondern es die ausführenden Priester sind, die hier für Verdruss sorgen, und weshalb hier die Liturgiereform als misslungen erschlagen wird. :roll:

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Lupus
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Lupus » Donnerstag 16. November 2017, 11:44

Florianklaus hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 10:24
Da die Priester, die ständig vom Meßbuch abweichen, dafür keine plausible Begründung liefern können, bagatellisieren sie ihre Eigenmächtigkeiten und versuchen, die Kritiker in die Querulantenecke zu stellen. Letztlich ist die Ursache ein nicht zu unterdrückender Drang nach Selbstdarstellung.
Hic jacet lepus in papavere!
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Niels » Donnerstag 16. November 2017, 11:49

Lupus hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 11:44
Florianklaus hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 10:24
Da die Priester, die ständig vom Meßbuch abweichen, dafür keine plausible Begründung liefern können, bagatellisieren sie ihre Eigenmächtigkeiten und versuchen, die Kritiker in die Querulantenecke zu stellen. Letztlich ist die Ursache ein nicht zu unterdrückender Drang nach Selbstdarstellung.
Hic jacet lepus in papavere!
Dazu bedarf es weder eines Lupus noch einer Lupe!

+L.
Das hast Du nett formuliert. :daumen-rauf:
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Niels » Donnerstag 16. November 2017, 11:50

Lupus hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 11:44
Florianklaus hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 10:24
Da die Priester, die ständig vom Meßbuch abweichen, dafür keine plausible Begründung liefern können, bagatellisieren sie ihre Eigenmächtigkeiten und versuchen, die Kritiker in die Querulantenecke zu stellen. Letztlich ist die Ursache ein nicht zu unterdrückender Drang nach Selbstdarstellung.
Hic jacet lepus in papavere!
Dazu bedarf es weder eines Lupus noch einer Lupe!

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Protasius » Donnerstag 16. November 2017, 13:05

Junias hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 11:39
Niels hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 11:10
Ich hatte ja hier im Forum schon mal auf das Büchlein von P. Bonneterre (Gott habe ihn selig) hingewiesen (leider online nur auf Frz. verfügbar): http://a-c-r-f.com/documents/Abbe_Bonne ... gique..pdf
Danke, auch wenn ich das online sicherlich nicht lesen werde.

Abschließend stelle ich fest, dass es ja nicht die Liturgie an sich ist, sondern es die ausführenden Priester sind, die hier für Verdruss sorgen, und weshalb hier die Liturgiereform als misslungen erschlagen wird. :roll:
Das kann man so leider nicht sagen; auch wenn alles rubrikengetreu abläuft, gibt es einige Stellen, die doch arg fragwürdig sind, beispielsweise Eigenheiten der Leseordnung, durch die gewisse „schwierige Stellen“ niemals vorkommen (bspw. kommt 1 Kor 11, 27–32 [Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.] in der erneuerten Liturgie im gesamten Lektionar nicht vor).

Auch diverse Orationen sind wenigstens ziemlich platt, hier ein beispielhafter Artikel dazu von Prof. Kwasniewski auf New Liturgical Movement.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

PascalBlaise
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von PascalBlaise » Donnerstag 16. November 2017, 13:05

Niels hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 11:26
Junias hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 10:53
Es kommt mir übrigens Spanisch vor, dass hier außer Niels und Lycobates niemand etwas Substanzielles (...) schreibt,
Danke für die Blumen. :ikb_shy:
Ich antworte mal - nicht speziell an Dich gerichtet - mit einem abgewandelten Zitat von Loriot: "Unser Forum ist bemüht, den Gläubigen und Suchenden bei der Überwindung einer kritischen Phase, auf sachlichem Wege, behilflich zu sein und geistige Kontaktschwächen auszugleichen. Wunder vollbringen wir nicht." :anton:
Ich habe zuerst gelesen:
"[...] bei der Überwindung einer kirchlichen Phase, auf sachlichem Wege, behilflich zu sein [...]"
:kugel:
– et lux in tenebris lucet et tenebrae eam non comprehenderunt –

Junias
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Junias » Donnerstag 16. November 2017, 13:43

Protasius hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 13:05
Junias hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 11:39
Niels hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 11:10
Ich hatte ja hier im Forum schon mal auf das Büchlein von P. Bonneterre (Gott habe ihn selig) hingewiesen (leider online nur auf Frz. verfügbar): http://a-c-r-f.com/documents/Abbe_Bonne ... gique..pdf
Danke, auch wenn ich das online sicherlich nicht lesen werde.

Abschließend stelle ich fest, dass es ja nicht die Liturgie an sich ist, sondern es die ausführenden Priester sind, die hier für Verdruss sorgen, und weshalb hier die Liturgiereform als misslungen erschlagen wird. :roll:
Das kann man so leider nicht sagen; auch wenn alles rubrikengetreu abläuft, gibt es einige Stellen, die doch arg fragwürdig sind, beispielsweise Eigenheiten der Leseordnung, durch die gewisse „schwierige Stellen“ niemals vorkommen (bspw. kommt 1 Kor 11, 27–32 [Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.] in der erneuerten Liturgie im gesamten Lektionar nicht vor).

Auch diverse Orationen sind wenigstens ziemlich platt, hier ein beispielhafter Artikel dazu von Prof. Kwasniewski auf New Liturgical Movement.
Danke, ich bezog mich nur auf mein spezielles Anliegen, nämlich etwas über die Gründe der Liturgiereform zu erfahren. Insgesamt ist mir durchaus klar, dass es sehr fragwürdige Stellen gibt. Nur: Es beantwortet nicht die Frage nach den Gründen für die Liturgiereform, von denen Papst Franziskus sagt, dass man sie wiederentdecken und darüber nachzudenken soll.

@ Niels: Hast du vielleicht meine Fragen zu den paraphrasierenden Vorbetern überlesen, die du ins Spiel gebracht hattest?

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Florianklaus » Donnerstag 16. November 2017, 14:47

Die Vorbeter waren Laien.

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Niels » Donnerstag 16. November 2017, 14:58

In der Tat hatte ich Deinen Beitrag überlesen. :tuete:

Wie Florianklaus schrieb, waren das Laien, Frauen und Männer (quasi die Vorgänger der "Lektoren"). Diese "Betsingmessen" waren eine "Frucht" der "liturgischen Bewegung" und gab es sie - so habe ich mich belehren lassen - ab den 1930er-Jahren bis in die 1960er-Jahre im gesamten deutschen Sprachraum. Ich bin froh, dass ich so etwas nie habe erleben müssen.
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Lycobates
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Lycobates » Donnerstag 16. November 2017, 15:05

Niels hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 14:58
In der Tat hatte ich Deinen Beitrag überlesen. :tuete:

Wie Florianklaus schrieb, waren das Laien, Frauen und Männer (quasi die Vorgänger der "Lektoren"). Diese "Betsingmessen" waren eine "Frucht" der "liturgischen Bewegung" und gab es sie - so habe ich mich belehren lassen - ab den 1930er-Jahren bis in die 1960er-Jahre im gesamten deutschen Sprachraum. Ich bin froh, dass ich so etwas nie habe erleben müssen.
Voraussetzung zur entsprechenden Eignung war eine akute Profilierungsneurose, die ab den 70ern bei liturgisch falsch Bewegten zur chronischen Krankheit wurde.

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Niels » Donnerstag 16. November 2017, 15:08

Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 15:05
Voraussetzung zur entsprechenden Eignung war eine akute Profilierungsneurose, die ab den 70ern bei liturgisch falsch Bewegten zur chronischen Krankheit wurde.
Das wollte ich so direkt nicht schreiben, wurde mir aber bestätigt. :daumen-rauf:
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Junias » Donnerstag 16. November 2017, 15:17

Niels hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 14:58
In der Tat hatte ich Deinen Beitrag überlesen. :tuete:

Wie Florianklaus schrieb, waren das Laien, Frauen und Männer (quasi die Vorgänger der "Lektoren"). Diese "Betsingmessen" waren eine "Frucht" der "liturgischen Bewegung" und gab es sie - so habe ich mich belehren lassen - ab den 1930er-Jahren bis in die 1960er-Jahre im gesamten deutschen Sprachraum. Ich bin froh, dass ich so etwas nie habe erleben müssen.
Ach Herrjemine! :auweia: :roll:

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Germanus » Donnerstag 16. November 2017, 16:19

Es wurde die Frage nach den Gründen der hier thematisierten Liturgiereform gestellt. Obwohl die Antworten des Lycobates z.B. durchaus bedenkenswert sind, erscheinen mir persönlich vor allem die historischen und theologischen Gründe einleuchtend: Einige theologische Hintergründe sind weiterhin (auch nach der jüngsten Liturgiereform - dort sogar scheinbar noch fokussiert durch einen legeren "Anthropozentrismus") als gegeben anzusehen, z.B. das gesamte Lehrgebäude der Theologie seit dem hohen Mittelalter; es erschwert zumindest die praktische Umsetzung des gottesdienstlichen Lebens. Die historische Wirklichkeit ist eng damit verbunden: sämtliche Reformen bis in die Neuzeit fußen auf dem theologischen Konstrukt, daher meiner Meinung nach auch die Schwierigkeiten in der Glaubenspraxis. Allerdings äußere ich mich dazu als ein Außenstehender. Zudem ist die Materie so komplex, dass sie wohl in diesem kurzen Abstrakt verwirrend wirken kann. Es sollte hingegen auch diese Richtung nicht fehlen, die die problematischen Entwicklungen im röm. Dunstkreis schon gut vor der Jahrtausendwende sieht.
Gruß G.
"Her, denke an mui, wenn diu met duinem Ruike kümmes." (Lk 23,42)

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Petrus » Donnerstag 16. November 2017, 16:51

umusungu hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 10:07
Petrus hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 05:52
Zwei Beispiele für "nach eigenem Gusto":
da hast Du aber die Lupe zu Hilfe genommen ......
nö. Brille.

links -4,75,
rechts -2,25.
Fröhliche Weihnachten!

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von umusungu » Donnerstag 16. November 2017, 16:58

Niels hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 15:08
Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 15:05
Voraussetzung zur entsprechenden Eignung war eine akute Profilierungsneurose, die ab den 70ern bei liturgisch falsch Bewegten zur chronischen Krankheit wurde.
Das wollte ich so direkt nicht schreiben, wurde mir aber bestätigt. :daumen-rauf:
bei Euch gibt es aber aktuell auch Defekte .....

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Junias » Donnerstag 16. November 2017, 17:30

Germanus hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 16:19
Es wurde die Frage nach den Gründen der hier thematisierten Liturgiereform gestellt. Obwohl die Antworten des Lycobates z.B. durchaus bedenkenswert sind, erscheinen mir persönlich vor allem die historischen und theologischen Gründe einleuchtend: Einige theologische Hintergründe sind weiterhin (auch nach der jüngsten Liturgiereform - dort sogar scheinbar noch fokussiert durch einen legeren "Anthropozentrismus") als gegeben anzusehen, z.B. das gesamte Lehrgebäude der Theologie seit dem hohen Mittelalter; es erschwert zumindest die praktische Umsetzung des gottesdienstlichen Lebens. Die historische Wirklichkeit ist eng damit verbunden: sämtliche Reformen bis in die Neuzeit fußen auf dem theologischen Konstrukt, daher meiner Meinung nach auch die Schwierigkeiten in der Glaubenspraxis. Allerdings äußere ich mich dazu als ein Außenstehender. Zudem ist die Materie so komplex, dass sie wohl in diesem kurzen Abstrakt verwirrend wirken kann. Es sollte hingegen auch diese Richtung nicht fehlen, die die problematischen Entwicklungen im röm. Dunstkreis schon gut vor der Jahrtausendwende sieht.
Gruß G.
Vereinfacht ausgedrückt, Theorie (theologisches Konstrukt) und Praxis (gottesdienstliches Leben) klafften immer weiter auseinander und die Liturgiereform setzte sich das Ziel, das gottesdienstliche Leben besser abzubilden? Das nenne ich jetzt spontan Zweckentfremdung des Heiligen Ritus (ohne jetzt schlechte Absichten unterstellen oder den neuen Ritus diskreditieren zu wollen), der allerdings den Verlust des katholischen Glaubensguts trotzdem nicht verhindern konnte. Die Lebenswirklichkeit der Menschen von heute macht es jedoch noch unwahrscheinlicher, dass ein Ritus – egal welcher es ist – etwas am Glaubensabfall retten kann. Ich vermute, das ist auch der Grund, warum Papst Franziskus andere Schwerpunkte als sein Vorgänger setzt, wenn er versucht, die Lebenswirklichkeit der Menschen in das theologische Lehrgebäude zu integrieren, siehe Amoris laetita. Und das ist auch gut so. :daumen-rauf:

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Niels » Donnerstag 16. November 2017, 18:20

umusungu hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 16:58
Niels hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 15:08
Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 15:05
Voraussetzung zur entsprechenden Eignung war eine akute Profilierungsneurose, die ab den 70ern bei liturgisch falsch Bewegten zur chronischen Krankheit wurde.
Das wollte ich so direkt nicht schreiben, wurde mir aber bestätigt. :daumen-rauf:
bei Euch gibt es aber aktuell auch Defekte .....
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Niels » Donnerstag 16. November 2017, 18:22

Junias hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 15:17
Niels hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 14:58
In der Tat hatte ich Deinen Beitrag überlesen. :tuete:

Wie Florianklaus schrieb, waren das Laien, Frauen und Männer (quasi die Vorgänger der "Lektoren"). Diese "Betsingmessen" waren eine "Frucht" der "liturgischen Bewegung" und gab es sie - so habe ich mich belehren lassen - ab den 1930er-Jahren bis in die 1960er-Jahre im gesamten deutschen Sprachraum. Ich bin froh, dass ich so etwas nie habe erleben müssen.
Ach Herrjemine! :auweia: :roll:
Ja. Das muss wenig prickelnd gewesen sein. Deshalb haben viele aus meiner Elterngeneration eine Aversion gegen das, was sie für die "alte Messe " halten... ich kann es ihnen nicht verdenken.
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Raphael » Freitag 17. November 2017, 07:23

Germanus hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 16:19
Es wurde die Frage nach den Gründen der hier thematisierten Liturgiereform gestellt. Obwohl die Antworten des Lycobates z.B. durchaus bedenkenswert sind, erscheinen mir persönlich vor allem die historischen und theologischen Gründe einleuchtend: Einige theologische Hintergründe sind weiterhin (auch nach der jüngsten Liturgiereform - dort sogar scheinbar noch fokussiert durch einen legeren "Anthropozentrismus") als gegeben anzusehen, z.B. das gesamte Lehrgebäude der Theologie seit dem hohen Mittelalter; es erschwert zumindest die praktische Umsetzung des gottesdienstlichen Lebens. Die historische Wirklichkeit ist eng damit verbunden: sämtliche Reformen bis in die Neuzeit fußen auf dem theologischen Konstrukt, daher meiner Meinung nach auch die Schwierigkeiten in der Glaubenspraxis. Allerdings äußere ich mich dazu als ein Außenstehender. Zudem ist die Materie so komplex, dass sie wohl in diesem kurzen Abstrakt verwirrend wirken kann. Es sollte hingegen auch diese Richtung nicht fehlen, die die problematischen Entwicklungen im röm. Dunstkreis schon gut vor der Jahrtausendwende sieht.
Gruß G.
Soll diese Einlassung dem geneigten Leser den Gedanken nahebringen, daß die aktuelle Malaise der Kirche auf die scholastische Theologie des Mittelalters zurückgeführt werden kann? :hmm:
Der Thomismus wird zwar nicht explizit, aber implizit zum Schuldigen gemacht? :achselzuck:

Eine solche Erklärung würde wohl den Gedankenmustern gerecht werden wie sie die Theologie der orthodoxen Kirchen pflegt, einer genaueren Überprüfung würde sie jedoch nicht standhalten. 8)
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 17. November 2017, 09:04

Ich stell hier mal eine allgemeine Frage
1.)ist die Liturgiereform in ihrem original schlecht (Editio Typica)
2.) wegen der ermöglichung sehr freier Gestalltung
3) Wurde die Liturgiereform nicht korrekt umgesetzt

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Petrus » Freitag 17. November 2017, 09:19

Florianklaus hat geschrieben:
Donnerstag 16. November 2017, 14:47
Die Vorbeter waren Laien.
Und manchmal braucht man heute auch noch Laien-Vorbeter.

Ort der Handlung: Kirche Herz Jesu, München.
Zeit der Handlung: Sonntags, vor der Messe.
Aktueller Anlaß: der letzte Hirtenbrief unseres Friedrich Card. Wetter (das war sein "Abschiedsbrief", an uns) sollte in der Sonntagsmessse verlesen werden.
Schwierigkeit: wir hatten da einen Priester, welcher der deutschen Sprache nicht so ganz mächtig war (um es vorsichtig auszudrücken).

Lösung: Die Sakristei (der Erich, der Werner und ich) hat dann entschieden, dass ich (Lektor) das mache.

Alle waren zufrieden.
:)
Fröhliche Weihnachten!

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Lycobates » Freitag 17. November 2017, 11:35

CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 17. November 2017, 09:04
Ich stell hier mal eine allgemeine Frage
1.)ist die Liturgiereform in ihrem original schlecht (Editio Typica)
2.) wegen der ermöglichung sehr freier Gestalltung
3) Wurde die Liturgiereform nicht korrekt umgesetzt
ad 1): Affirmative
ad 2) et 3): provisum in primo

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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von Lycobates » Freitag 17. November 2017, 12:10

Lycobates hat geschrieben:
Freitag 17. November 2017, 11:35
CIC_Fan hat geschrieben:
Freitag 17. November 2017, 09:04
Ich stell hier mal eine allgemeine Frage
1.)ist die Liturgiereform in ihrem original schlecht (Editio Typica)
2.) wegen der ermöglichung sehr freier Gestalltung
3) Wurde die Liturgiereform nicht korrekt umgesetzt
ad 1): Affirmative
ad 2) et 3): provisum in primo
Zur Begründung:
Bereits 1969, als nur die editio typica existierte, und von 2) ("freier Gestaltung") und 3) ("Umsetzung") noch keine Rede war, schrieben die Autoren des Breve esame critico del Novus Ordo Missae (Kurze kritische Untersuchung des NOM, die von Kardinal Ottaviani und Msgre Bacci inhaltlich geprüft und begutachtet und mit einem Begleitschreiben an den Promulgator des NOM versehen wurde):
È evidente che il Novus Ordo non vuole più rappresentare la fede di Trento. A questa fede, nondimeno, la coscienza cattolica è vincolata in eterno. Il vero cattolico è dunque posto, dalla promulgazione del Novus Ordo, in una tragica necessità di opzione.
quod est interpretatum:
Es ist offensichtlich, daß der Novus Ordo nicht mehr den Glauben von Trient darstellen will. An diesen Glauben jedoch ist das katholische Gewissen für immer gebunden. Der wahre Katholik sieht sich also durch die Promulgation des neuen Ordo in ein tragisches Dilemma verstrickt.
Damit ist für Katholiken die Marschrichtung vorgegeben, und ist unerheblich, ob und wie der NOM "frei gestaltet", bzw. "korrekt umgesetzt" wird, oder nicht.

http://www.unavox.it/doc14.htm

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umusungu
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Re: Inwieweit ist die Liturgiereform gelungen?

Beitrag von umusungu » Freitag 17. November 2017, 13:48

Ich wüßte nicht, warum für mich und alle Katholiken durch diesen Text die Marschrichtung vorgegeben sein sollte.

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