Kunst oder Blasphemie?

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umusungu
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von umusungu » Freitag 22. November 2013, 00:41

Piusderdritte hat geschrieben:Habe mal in irgendeinem Buch über Freimaurer gelesen, daß sie extra "Kunst" zur "Verarschung" für den Dumm-Bürger installieren.
Wenn mans weiß, kann man drüber lachen und wenn man die noch die Möglichkeit hat wie ich, als Hundebesitzer, lässt man den Hund dran pinkeln. Dann passt es wieder. :D
Dumm-Bürger outen sich meist selbst.

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Exilfranke
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Exilfranke » Freitag 22. November 2013, 07:35

Also mit dem obdachlosen Jesus habe ich auch keine Probleme. Imo gelungen.
„Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen.“ - Aurelius Augustinus.

Bitt Gott für uns, Maria.

Raphaela
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Raphaela » Freitag 22. November 2013, 07:56

Exilfranke hat geschrieben:Also mit dem obdachlosen Jesus habe ich auch keine Probleme. Imo gelungen.
Da ist auch nicht der menschliche Jesus dargestellt, sondern der auferstandene Christus. (An den Wunden zu erkennen) - Zumindest Theologen erkennen den Unterschied.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Exilfranke
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Exilfranke » Freitag 22. November 2013, 10:25

Was glaube ich, theologisch nicht weiter schlimm ist. Jedenfalls hat sich Christus in der Heiligenlegende von St. Martin doch ebenso mit dem Bettler am Straßenrand gleichgesetzt.

„Was immer ihr einem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan."
„Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen.“ - Aurelius Augustinus.

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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Juergen » Freitag 22. November 2013, 11:35

Ich weiß auch nicht, was an dem Kunstwerk nun verwerflich sein soll.

„Christus in dem Geringster der Brüder zu erkennen“ ist doch eine wichtige Aufforderung des Evangeliums an den Christen, der viele Heilige gefolgt sind. Jüngst feierten wir Martin oder auch Elisabeth etc.
Gruß
Jürgen

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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Juergen » Montag 25. November 2013, 18:01

Gerade bin ich auf die Seite Eyecatcher-Hingucker gestoßen. Letztlich steckt dahinter die bekannte Restaurations Firma Ochsenfarth.

Beispiel für so einen Eyecatcher:Der Hl. Robert als Supermann.

Original und und in Supermann-Farben
Bild Bild


Auf der Homepage gibt es noch mehr davon.
Gruß
Jürgen

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martin v. tours
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von martin v. tours » Montag 25. November 2013, 19:10

Ich würde das nicht als Blasphemie bezeichnen, eher als Deko-Kitsch für den mondänen Gernegroß.
Ganz lustig finde ich auch die Erklärung unter dem Kapitel "Einführung", nach dem Motto: Was will uns der Künstler damit sagen? :panisch:
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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thomas12
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von thomas12 » Dienstag 26. November 2013, 15:29

Juergen hat geschrieben:Gerade bin ich auf die Seite Eyecatcher-Hingucker gestoßen. Letztlich steckt dahinter die bekannte Restaurations Firma Ochsenfarth.

Auf der Homepage gibt es noch mehr davon.
Also das Zeug ist nicht nur geschmacklos. Die Beschreibungen sind teilweise noch schlimmer:
http://eyecatcher-hingucker.de/ hat geschrieben: Sitzmadonna in der Tracht der Mutter Theresa

Die Abformung einer barocken Madonna diente als Grundlage für die dekorative Neubemalung der Skulptur nach Vorlage der Heilige Mutter Teresa. Diese, über die Grenzen Europas bekannte katholische Ordensschwester, wurde 1979 für ihre humanitären Hilfsprojekte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Zuletzt arbeitete sie in Kalkutta, wo sie sich um die Ärmsten der Armen kümmerte und im Jahre 1997 verstarb.

Ihr Erkennungsmerkmal war ein weißes Gewand, mit blau abgesetzten Säumen und doppelten Begleitlinien. Im Jahre 2009 wurde sie posthum heilig gesprochen.
Im Jahr 2009 --- :hmm: meines Wissens nach war die Seligsprechung noch im Pontifikat von Johannes Paul II im Jahr 2003
posthum - :erschrocken: naja, wenn jemand noch nicht tot ist, dann kann er ja höchstens noch scheinheilig gesprochen werden.
heilig gesprochen :erschrocken: :erschrocken: :erschrocken: Der Verfasser dieses Artikels kann einen Rekord vermelden. Ein Satz mit acht Wörtern und drei solche Fehler :daumen-runter:

Anderseits habe ich mir gerade die Homepage der Firma angesehen, die können auch anders. Es sind teilweise sehr schöne und auch geschmackvoll restaurierte Beispiele dabei, gefällt mir....

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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 1. Dezember 2013, 14:43

Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Raphaela » Sonntag 1. Dezember 2013, 16:34

martin v. tours hat geschrieben:http://www.gloria.tv/?media=534277
:ikb_shocking: :ikb_shit:
Eine Rosette (Kirchenfenster) ist ja auch ein Mandala.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 1. Dezember 2013, 17:34

Raphaela hat geschrieben:
martin v. tours hat geschrieben:http://www.gloria.tv/?media=534277
:ikb_shocking: :ikb_shit:
Eine Rosette (Kirchenfenster) ist ja auch ein Mandala.
:hae?: Ich verstehe nicht was Du damit sagen willst.

Ich bin kein Mandala-Experte,aber
Warum fabrizieren tibetanische Mönche (?) das in einer katholischen Kirche vor dem Altar?
Warum steht dort eine Götzenstatue auf dem Tisch in der Kirche?
Warum schlurfen die Besucher durch ein Gotteshaus wie ferngesteuerte Goldhamster?
Warum scheint es keinen Verantwortlichen dieser Kirche zu stören, das dieser Zirkus dort stattfindet?

p.s. ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn jemand die Anliegen des Tibetischen Volkes unterstützen will, aber dazu gibt es ja genug Pfarrsäle u.ä.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von HeGe » Montag 2. Dezember 2013, 10:53

martin v. tours hat geschrieben:Ich bin kein Mandala-Experte,aber
Warum fabrizieren tibetanische Mönche (?) das in einer katholischen Kirche vor dem Altar?
Warum steht dort eine Götzenstatue auf dem Tisch in der Kirche?
Warum schlurfen die Besucher durch ein Gotteshaus wie ferngesteuerte Goldhamster?
Warum scheint es keinen Verantwortlichen dieser Kirche zu stören, das dieser Zirkus dort stattfindet?
Bistum Aachen. Noch Fragen?
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von martin v. tours » Montag 2. Dezember 2013, 17:06


Ich kenn mich ja in Deutschland nicht so aus, vermutlich ist Aachen dann das Linz von Deutschland. :pfeif:
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Juergen » Montag 2. Dezember 2013, 17:35

martin v. tours hat geschrieben:
Ich kenn mich ja in Deutschland nicht so aus, vermutlich ist Aachen dann das Linz von Deutschland. :pfeif:
Rottenburg-Stuttgart, Freiburg, Aachen, ggf. Osnabrück,…
kannst Du alle in einen Sack packen.
Gruß
Jürgen

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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Torsten » Montag 2. Dezember 2013, 18:35

Raphaela hat geschrieben:Eine Rosette (Kirchenfenster) ist ja auch ein Mandala.
Nichts gegen Mandalas. aber das Gesicht vom "Dalai Lama" möchte ich höchstens dann in einer Kirche sehen, wenn er seine Knie vor dem Kreuz beugt. Irgendwo muss ein Punkt gemacht werden, und er wurde gemacht.

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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Torsten » Montag 2. Dezember 2013, 18:47

Torsten hat geschrieben:Irgendwo muss ein Punkt gemacht werden, und er wurde gemacht.
Bild

Das Herz Jesu. Da kann der "Dalai Lama" noch so freundlich lächeln und tun, das ist der Markstein.

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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Pit » Montag 2. Dezember 2013, 18:51

Thorsten, zu der Frage,ob etwas Kunst ist,kann ich eine persönliche Erfahrung beisteuern.
Die "Herz-Jesu"-Bilder wie das von Dir gezeigte fand ich immer schlicht kitschig bis ich vor einigen Jahren in Paray-le-Monial war und dort erstmals erfahren und vermittelt bekommen habe,was mit der Herz-Jesu-Verehrung gemeint ist und sein kann...seitdem sind diese Bilder stilistisch immer noch nicht mein Geschmack,aber ich verstehe besser,was die Künstler ausdrücken wollten.
Torsten hat geschrieben: Das Herz Jesu. Da kann der "Dalai Lama" noch so freundlich lächeln und tun, das ist der Markstein.
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Torsten » Montag 2. Dezember 2013, 19:24

Pit hat geschrieben:Die "Herz-Jesu"-Bilder wie das von Dir gezeigte fand ich immer schlicht kitschig
Das wäre einen eigenen Thread wert. Das Herz Jesu. Es lässt sich stechen und durchbohren, aber es stirbt nicht, sondern antwortet auf jede Verletzung mit Leben. Als Vernichtung des Todes. Der Verletzung. Der Geistlosigkeit. Das Herz Jesu lächelt nicht noch lacht es, es zuckt, jeden zu küssen, der den Gedanken an den Vater teilt.

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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Torsten » Montag 2. Dezember 2013, 19:27

Torsten hat geschrieben:Das Herz Jesu lächelt nicht noch lacht es, es zuckt, jeden zu küssen, der den Gedanken an den Vater teilt.
Fernab schmieriger Gesichter, von jedem Kind durchschaut. :D

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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Gamaliel » Dienstag 17. Februar 2015, 16:26

Klagenfurt: Kunst im Dom 2015

Daraus:
Unter dem Titel "SICHTBAR" hat der Grafikdesigner Hans Gerhard Kalian eine Installation geschaffen, die das ungehinderte Voranschreiten zwischen den Bankreihen und die Perspektive auf den Altar nicht mehr ganz selbstverständlich zulassen.
[...]
Zielpunkt der Installation ist ein Aquarium mit einem aus Neonröhren imaginierten Fisch, das den Tabernakel kontrastiert.

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martin v. tours
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von martin v. tours » Dienstag 17. Februar 2015, 16:56

Soll man das noch kommentieren ?
Als Blasphemie empfinde ich es nicht gerade, aber Schwachsinn ist es trotzdem (und vermutlich hat der "Künstler" diese "Kunstinstallation" auch nicht um Gottes Lohn gemacht).
In absehbarer Zukunft wird das Finanzierungsmodell "Kirchenbeitrag" ohnehin kollabieren, dann hört dieser Spuk vielleicht auf.
Bis dahin gilt der alte Verkäuferspruch: "Jeden Tag steht ein Depperter auf".
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Gamaliel » Dienstag 28. Februar 2017, 20:17

Heilige in Rettungsfolie gehüllt

Daraus:
108 Heiligenstatuen zieren die Säulen im Inneren des Wiener Stephansdoms. 37 von ihnen zeigen sich während der Fastenzeit großteils verhüllt. Sie wurden von der Künstlerin Victoria Coeln in Rettungsfolie eingewickelt. Damit soll auf die existenzielle Notlage Schutzsuchender angespielt werden.
(Bilder im verlinkten Artikel)

Mangels geistlicher Nahrung, bietet die Wiener Modernistenabteilung gutmenschlichen Aktionismus zur Fastenzeit an.
:ikb_surrender:

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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von HeGe » Montag 15. Mai 2017, 15:52

Mal wieder ein Beitrag zum Thema "Ist das Kunst oder kann das weg?": die Monstranz des Papstes auf diesen Fotos. :hmm:

https://twitter.com/ASchwibach/status/8 ... 6026606592

Mein Geschmack ist es sicher nicht, aber abseits davon, ist mir auch etwas unerklärlich, wieso es gerade acht Strahlen sind. Die Zahl acht hat jetzt für mich spontan nicht gerade eine christlich-religiöse Relevanz, das kenne ich eher aus dem asiatischen Raum. Sieben Strahlen oder zwölf Strahlen, das hätte ich ja noch verstanden. :hmm:
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Niels » Montag 15. Mai 2017, 16:20

Das kann weg.
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Torsten
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Torsten » Montag 15. Mai 2017, 16:24

HeGe hat geschrieben:
Montag 15. Mai 2017, 15:52
Mein Geschmack ist es sicher nicht, aber abseits davon, ist mir auch etwas unerklärlich, wieso es gerade acht Strahlen sind. Die Zahl acht hat jetzt für mich spontan nicht gerade eine christlich-religiöse Relevanz, das kenne ich eher aus dem asiatischen Raum.
Hier geht es nicht um Geschmack. Spontan denke ich an eine verfremdete Swastika. Von der Aussage her fände ich das ein Zeichen der Lernbereitschaft. Was Gott angeht.

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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von polyglotta » Montag 15. Mai 2017, 16:31

HeGe hat geschrieben:
Montag 15. Mai 2017, 15:52
[...]
Mein Geschmack ist es sicher nicht, aber abseits davon, ist mir auch etwas unerklärlich, wieso es gerade acht Strahlen sind. Die Zahl acht hat jetzt für mich spontan nicht gerade eine christlich-religiöse Relevanz, das kenne ich eher aus dem asiatischen Raum. Sieben Strahlen oder zwölf Strahlen, das hätte ich ja noch verstanden. :hmm:
Ich bin mal faul und bediene mich bei kathpedia, ;) mich an die Wappendiskussion zu Papst Franziskus' Stern erinnernd:
Die bildhafte Gestaltung des achtstrahligen Sterns als Sinnbild Marias, des Meersterns, ist eingebettet in eine reiche christliche Zahlsymbolik und -mystik. Die Zahl acht steht hier in erster Linie für Vollkommenheit, zugleich aber auch für Erneuerung. [...] So wurde die Achtzahl zum Symbol der Auferstehung, der Wiedergeburt, der Taufe, des neuen, ewigen Lebens (Röm 6,4), das bereits in die irdische Wirklichkeit und diesseitige Lebensfülle hineinstrahlt: Anbeginn des Vollendet-Ewigen, des Neuen Jerusalem. Hierher gehören symbolisch u. a. auch das Oktogon der Marienkapellen (z. B. die Marienkapelle Karls d. Gr. zu Aachen) und der achtstrahlige Stern Mariens.

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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von HeGe » Montag 15. Mai 2017, 16:42

polyglotta hat geschrieben:
Montag 15. Mai 2017, 16:31
Ich bin mal faul und bediene mich bei kathpedia, ;) mich an die Wappendiskussion zu Papst Franziskus' Stern erinnernd:
Die bildhafte Gestaltung des achtstrahligen Sterns als Sinnbild Marias, des Meersterns, ist eingebettet in eine reiche christliche Zahlsymbolik und -mystik. Die Zahl acht steht hier in erster Linie für Vollkommenheit, zugleich aber auch für Erneuerung. [...] So wurde die Achtzahl zum Symbol der Auferstehung, der Wiedergeburt, der Taufe, des neuen, ewigen Lebens (Röm 6,4), das bereits in die irdische Wirklichkeit und diesseitige Lebensfülle hineinstrahlt: Anbeginn des Vollendet-Ewigen, des Neuen Jerusalem. Hierher gehören symbolisch u. a. auch das Oktogon der Marienkapellen (z. B. die Marienkapelle Karls d. Gr. zu Aachen) und der achtstrahlige Stern Mariens.
Aha, danke, man lernt ja nie aus. :tuete: Na ja, dann hat sich die Frage zur Zahlensymbolik ja erledigt. Schön finde ich das Ding deswegen aber immer noch nicht.
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Torsten » Montag 15. Mai 2017, 16:44

HeGe hat geschrieben:
Montag 15. Mai 2017, 16:42
Aha, danke, man lernt ja nie aus. :tuete:
Aber hier immer dazu. :tuete:

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martin v. tours
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von martin v. tours » Montag 15. Mai 2017, 19:46

Der Prügel sieht aus wie ein überdimensionaler Ninja-Stern oder ein tiefgefrorener Krake.
Über Geschmack lässt sich nicht streiten aber ich finde es tragisch wenn moderne Gestalter versuchen es zwanghaft "Anders" zu machen in der irrigen Annahme, anders wäre dadurch schon modern oder schön.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Niels » Dienstag 16. Mai 2017, 06:34

martin v. tours hat geschrieben:
Montag 15. Mai 2017, 19:46
Der Prügel sieht aus wie ein überdimensionaler Ninja-Stern oder ein tiefgefrorener Krake.
Über Geschmack lässt sich nicht streiten aber ich finde es tragisch wenn moderne Gestalter versuchen es zwanghaft "Anders" zu machen in der irrigen Annahme, anders wäre dadurch schon modern oder schön.
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Yeti » Dienstag 16. Mai 2017, 17:51

Niels hat geschrieben:
Dienstag 16. Mai 2017, 06:34
martin v. tours hat geschrieben:
Montag 15. Mai 2017, 19:46
Der Prügel sieht aus wie ein überdimensionaler Ninja-Stern oder ein tiefgefrorener Krake.
Über Geschmack lässt sich nicht streiten aber ich finde es tragisch wenn moderne Gestalter versuchen es zwanghaft "Anders" zu machen in der irrigen Annahme, anders wäre dadurch schon modern oder schön.
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Das Ding scheint in der Mitte einen Spiegel zu haben. Das würde ich bei allen sitzungskatholischen Events in die Tischmitte auf eine drehbare Scheibe stecken, dann kann sich jeder Teilnehmer kurz von seiner Wichtigkeit überzeugen und die lustigen Reflexionen lenken vom Pastoral-Bla-Bla ab.
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Re: Kunst oder Blasphemie?

Beitrag von Niels » Mittwoch 28. Juni 2017, 12:38

"Wer über Kunst nachdenkt, findet fast immer einen Sinn": http://www.deutschlandfunk.de/kirche-un ... _id=389327
Ungewöhnlich ist die Ausstellung "kontameniert" in der Universitäts- und Marktkirche von Thomas Rentmeister. Eine Installation besteht aus rund 3.000 Litern Milch, verpackt in herkömmlichen Milchtüten. Sie sind hier aufgereiht, wo sonst Gläubige in den Bänken sitzen, beten und Gottesdienst feiern.
Bild

(Da hat der DLF-Schreiberling wohl nicht aufgepasst - "kontaminiert" müsste es heißen.)
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