Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

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Peti
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Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von Peti » Sonnabend 29. Oktober 2016, 08:59

Ein älterer, nachdenkenswerter Beitrag von Bichof Oster:

" Mich beschäftigt auch die geistliche Perspektive sehr. Im Alten Testament wird etwa geschildert, wie Gott immer wieder sein Volk erzieht.
Auch durch äußere Geschehnisse. Das geht sogar so weit, dass derjenige, der Israel in die Verbannung führt,
also der babylonische König Nebukadnezar, an manchen Stellen von Gott als "mein Knecht" bezeichnet wird.
Ich frage mich nun: Was will Gott uns im Zusammenhang mit den Menschen auf der Flucht sagen?
Ich glaube schon, dass das Thema irgendwie in seinen Heilsplan für uns hineingehört."

" Wir leben seit 7 Jahren in Frieden und Wohlstand, wir haben aber beständigen Glaubensverlust in unserer Gesellschaft,
eine konstant hohe Abtreibungsquote, eine konstant niedrige Geburtenrate und konstant Reichtum.
Jetzt kommen da Menschen von außen, viele mit einem festen Glauben, vielen Kindern, wenig Habe, die uns fragen:
Was glaubt eigentlich ihr, wem glaubt ihr, wo sind eure Kinder und warum habt ihr den ganzen Reichtum für Euch alleine?
Das ist also auch eine geistliche Herausforderung für uns alle.

https://www.domradio.de/themen/kirche-u ... lingskrise
http://heilige-familie-berlin.de/Fluech ... troeme.pdf
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney

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ar26
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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von ar26 » Sonnabend 29. Oktober 2016, 09:54

Der Ansatz von Bischof Oster, eine Verknüpfung zwischen der inneren Schwäche der säkularisierten Europäer und dem Verve des Flüchtlingsstromes zu sehen, ist gewiss nicht falsch. Schon im alten Testament waren die Heidenvölker immer wieder die Geißel Gottes für die vom Glauben abgefallenen Israeliten. Eine ähnliche Deutung haben auch die osmanischen Invasionen im ausgehenden Mittelalter und der Neuzeit erfahren. Insoweit ist das fast nichts neues. Aber es spielt zugleich auf natürliche und im übrigen nicht gern gesehene Gesetzmäßigkeiten an. Wo Kinder fehlen kommen Flüchtlinge. Diese Aussage des Papstes, die Exz. Oster ja inhaltlich aufgreift, birgt Sprengstoff. Sie ist berechtigte Kritik am Hedonismus der Einheimischen, zugleich aber auch an den gesellschaftlichen Strukturen, die Familien mit Kindern, gar kinderreiche Familien als Relikte einer längst vergangenen Zeit ablehnen. Sie ist weiter aber die nüchterne Feststellung, wer (zahlenmäßig) stärker ist, setzt sich durch.

Ausgehend von dieser pessimistischen aber leider zutreffenden Feststellung stellt sich natürlich die Frage: Herr, was sollen wir tun? Die geistliche Herausforderung, von der Exz. Oster spricht, annehmen. Das Problem hierbei ist aber, daß er die wirkliche geistliche Herausforderung vollständig verkennt. Sie stellt sich nicht in einer Teilhabe an der Armut, dem Abbau der Angst vor dem Fremden usw. dar, sondern in der konsequenten Verkündung der Heilsnotwendigkeit Jesu Christi und seiner Kirche gegenüber den neu ankommenden wie den einheimischen Heiden. Solange die Kirche dies nicht tut, solange wir dies nicht tun, ist alle Deutung nur Bruchwerk.
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TeDeum
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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von TeDeum » Sonnabend 29. Oktober 2016, 11:43

Wie wahr, wie wahr, ar26. Nur warum wollen unsere Hirten das so nicht sehen? Letzten Endes geht es doch auch um den Fortbestand von all jenem, für das sie selbst stehen?

Lilaimmerdieselbe
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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonnabend 29. Oktober 2016, 12:49

Das Flüchtlinge dahin kommen, wo es zu wenig Kinder gibt, scheint mir kein zwingender Zusammenhang zu sein. Nach China flieht beispielsweise niemand.

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Torsten
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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von Torsten » Sonnabend 29. Oktober 2016, 13:29

Das mit den "zu wenig Kinder" kann man auch als Metapher sehen für vieles, was uns die moderne Gesellschaft austreiben will und ausgetrieben hat. Aber trotzdem geht man davon aus, ich zumindest, dass unsere Gesellschaft auf mittlerer und auch unterer Ebene solidarischer funktioniert als viele der Gesellschaften, von denen wir jetzt Menschen aufnehmen. Vielleicht irre ich mich da auch?

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Torsten
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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von Torsten » Sonnabend 29. Oktober 2016, 13:50

Ich frage mich nun: Was will Gott uns im Zusammenhang mit den Menschen auf der Flucht sagen?
Ich bin nun niemand, der nur und ausschließlich den "Großen" die Schuld am Elend der Welt geben will. Aber man muss sagen, dass die Politik unserer "Elite" hier an der Realität gescheitert ist. Und weiter hat man den Eindruck, dass denen das sch...egal ist. Sowas kann einem Gott nämlich auch erzählen.

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martin v. tours
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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von martin v. tours » Sonnabend 29. Oktober 2016, 17:29

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Das Flüchtlinge dahin kommen, wo es zu wenig Kinder gibt, scheint mir kein zwingender Zusammenhang zu sein. Nach China flieht beispielsweise niemand.
:D
Flüchtlinge gehen erstmal dorthin wo es besser ist als an dem Ort an dem sie jetzt sind und dorthin wo man sie hinein lässt.
Gibt es nach diesen Kriterien mehrere Optionen, gehen sie dorthin wo es am meisten Kohle (dazu gehört auch Krankenversorgung etc..) gibt.
Das sind ganz simple und logische Schlussfolgerungen. Ich würde es als Flüchtling genau so sehen und handeln.
Deswegen wird eine europaweite Verteilung der Flüchtlinge auch nie funktionieren .
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von Sascha B. » Sonnabend 29. Oktober 2016, 17:37

martin v. tours hat geschrieben:
Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Das Flüchtlinge dahin kommen, wo es zu wenig Kinder gibt, scheint mir kein zwingender Zusammenhang zu sein. Nach China flieht beispielsweise niemand.
:D
Flüchtlinge gehen erstmal dorthin wo es besser ist als an dem Ort an dem sie jetzt sind und dorthin wo man sie hinein lässt.
Gibt es nach diesen Kriterien mehrere Optionen, gehen sie dorthin wo es am meisten Kohle (dazu gehört auch Krankenversorgung etc..) gibt.
Das sind ganz simple und logische Schlussfolgerungen. Ich würde es als Flüchtling genau so sehen und handeln.
Deswegen wird eine europaweite Verteilung der Flüchtlinge auch nie funktionieren .
Eben. Deshalb will niemand nach Polen, Tschechien, Griechenland oder sonst wo hin.
In Deutschland gibtes etwa 400€ + Mietkosten + Krankenversicherung, welche anderen EU-Staaten können da schon mithalten? Österreich und Schweden evtl noch.
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
Herr, erbarme dich.

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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von ar26 » Sonnabend 29. Oktober 2016, 20:15

Ich wage einmal die steile These, daß diese im internationalen Vergleich nahezu einmaligen Sozialleistungen nicht erbracht werden könnten, wenn die Europäerinnen bzw. konkret die Deutschen mehr Kinder hätten. Denn dann könnte die öffentliche Hand längst nicht so hohe Steuern und Abgaben verlangen, vielmehr müssten diese den Familien verbleiben. In der Tat führt die Kinderlosigkeit ganzer Generationen in unserm Land zu materiellen Überschüssen, die zu Gunsten von Flüchtlingen verwendet werden (können). Kurzum, mangels eigener Kinder gibt es etwas zu verteilen.
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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von Caviteño » Sonntag 30. Oktober 2016, 06:59

martin v. tours hat geschrieben:
Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Das Flüchtlinge dahin kommen, wo es zu wenig Kinder gibt, scheint mir kein zwingender Zusammenhang zu sein. Nach China flieht beispielsweise niemand.
:D
Flüchtlinge gehen erstmal dorthin wo es besser ist als an dem Ort an dem sie jetzt sind und dorthin wo man sie hinein lässt.
Flüchtlinge - insbesondere Kriegsvertriebene - bleiben meist in der Nähe ihrer Heimat, sofern sie dort Schutz finden. Auf den Weg nach D oder z.B. Schweden machen sich keine "Flüchtlinge" im herkömmlichen Sinne (Genfer Konvention) sondern Wirtschaftsmigranten.
ar26 hat geschrieben: Ich wage einmal die steile These, daß diese im internationalen Vergleich nahezu einmaligen Sozialleistungen nicht erbracht werden könnten, wenn die Europäerinnen bzw. konkret die Deutschen mehr Kinder hätten. Denn dann könnte die öffentliche Hand längst nicht so hohe Steuern und Abgaben verlangen, vielmehr müssten diese den Familien verbleiben. In der Tat führt die Kinderlosigkeit ganzer Generationen in unserm Land zu materiellen Überschüssen, die zu Gunsten von Flüchtlingen verwendet werden (können). Kurzum, mangels eigener Kinder gibt es etwas zu verteilen.
Nach dem Sozialstaatsgebot müßten auch dann Sozialleistungen in Höhe des Existenzminimums erbracht werden, wenn erhöhte Aufwendungen für mehr Kinder (z.B. mehr Aufwendungen für Schulen, Lehrer, Kindergeld) anfielen. Im übrigen gibt es immer etwas zu verteilen - man muß dann nur die Staatsquote (vulgo: Steuern) erhöhen. Die liegt in D. nur bei ca. 44% - da ist für Umverteiler noch kräftig Luft nach oben. Das werden wir spätestens nach den nächsten Wahlen sehen. :D

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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von RomanesEuntDomus » Sonntag 30. Oktober 2016, 09:38

Caviteño hat geschrieben:... Das werden wir spätestens nach den nächsten Wahlen sehen. :D
Das war abzusehen. Spätestens jetzt kann man diesen Strang ("Versuch einer geistlichen Deutung") zu dem ganzen anderen Müll ("Erfolgreiche Integrationspolitik" etc.) dazukippen.

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Sarandanon
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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von Sarandanon » Sonntag 30. Oktober 2016, 10:06

Ja, stimmt. Schade eigentlich, da die Diskussion mit dem ersten Beitrag von ar26 sehr gut anfing.
Dich, o Herr, kann nur verlieren, wer dich verlässt.
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ar26
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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von ar26 » Sonntag 30. Oktober 2016, 11:21

Nun ja. Um den Strang nicht kippen zu lassen, sollte man aber auch nicht mit Vokabeln wie Müll um sich werfen :pfeif: . Für den Ausgangsansatz der geistlichen Deutung kann man jedoch zu Grunde legen, daß Migranten oder Flüchtlinge, der Terminus ist hier egal, nach Deutschland, nach Europa kommen, weil sie die Lebensbedingungen unzureichend empfinden. Dieses Empfinden zu hinterfragen, soll ja gerade nicht Strangthema sein, sondern vielmehr die Frage, was diese Migrationsströme sub speciae aeterinitatis bedeuten. Das wiederum kann aber nur gelingen, wenn wir uns und unsere Gesellschaft hinterfragen.

Wie in meinem Ausgangsbeitrag angedeutet, kann man hier heilsgeschichtliche Parallelen zu früheren Epochen ziehen; das ist allerdings nicht ganz ausreichend, um den Niedergang der christlichen Kultur unserer Epoche vor dem Hintergrund der Wohlstandsentwicklungen der letzten Jahrzehnte zu verstehen. Schon vor der Migrationskrise war ja klar, daß diese materielle Revolution des "Wohlstands für alle" ihre Kinder frisst und das im wahrsten Wortsinn.
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martin v. tours
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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 30. Oktober 2016, 12:25

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben:... Das werden wir spätestens nach den nächsten Wahlen sehen. :D
Das war abzusehen. Spätestens jetzt kann man diesen Strang ("Versuch einer geistlichen Deutung") zu dem ganzen anderen Müll ("Erfolgreiche Integrationspolitik" etc.) dazukippen.
Daran bin mit meinem Beitrag auch nicht ganz unschuldig. Ich hatte zu spät realisiert das es um einen "versuch einer geistlichen Deutung" gehen sollte.
Mea culpa.
Ich hoffe das der Strang wieder dahin zurückfindet.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Petrus
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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von Petrus » Sonntag 30. Oktober 2016, 12:55

nu.

irgendjemand hat mal gesagt (ist schon ein bißchen her):

Ich war fremd. und Ihr habt mich aufgenommen.

(c) by Jesus Christus.
amor vincit omnia.
(c) by P. Valentin Rathgeber OSB.

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Peti
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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von Peti » Sonntag 30. Oktober 2016, 15:59

Aus einem Brief an christliche Leiter in Europa von einem Pastor im nahen Osten:

"Die Familien, die an Euren Küsten ankommen, sind zerbrochen, verwundet und bedürftig.
Ein warmherziges Willkommen kann ihre Perspektive und ihren Glauben rasch verändern.
Sie fliehen von der Tyrannei des Islam und sind verwirrt in Bezug auf ihre Überzeugungen.
Sie sind aufgewachsen mit der Überzeugung, zur besten Nation und Religion zu gehören, die je auf Erden geschaffen wurde,
und ihr Denken wurde darauf programmiert, dass alle anderen verloren sind. Ihnen wurde nie erlaubt, zu denken oder zu zweifeln.
Es sei alles so von Gott gewollt.

Jetzt ist die Zeit, zu handeln. Jetzt ist die Zeit, aufzuwachen mit einer neuen Mission, die dieses Mal mit den richtigen Waffen operiert.
Benutzt Gebet, Glauben, Evangelisation, praktische Hilfe und viel Liebe.
Muslime sind die Opfer des Islam, sie brauchen jemanden, der ihnen die Augen öffnet und sie befreit.
Ihr braucht keine Missionare mehr zu schicken. Sie stehen auf Eurer Türschwelle.
Baut Beziehungen mit ihnen, mit einzelnen Familien, nicht in großen Gruppen."
http://blog.aigg.de/?p=1554

Einige unter den Flüchtlingen sind nach meiner Erfahrung durchaus für das Christentum ansprechbar.
Wird ihnen das Christentum glaubhaft vorgelebt, können sie die Defizite der islamischen Religion erkennen.
Der Islam hat ja bei uns eigentlich kaum bekennerischen Expansionsdrang. Sein Ritualismus ist selbst für Araber oft nur mit Mühe,
für Fremde kaum integral vollziehbar.
Was man natürlich nicht übersehen darf, ist der politische Expansionsdrang.
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney

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Re: Die Flüchtlingsströme. Versuch einer geistlichen Deutung

Beitrag von Raphael » Montag 31. Oktober 2016, 07:25

Peti hat geschrieben: Was man natürlich nicht übersehen darf, ist der politische Expansionsdrang.
Insbesondere diesen Umstand sollte man bei einer geistlichen Deutung nicht aus den Augen verlieren:
Eine Trennung zwischen Staat und Religion, wie sie im Westen selbstverständlich geworden ist, gibt es im Islam nicht!

Würde man also die Deutung der Völkerwanderung aus dem Nahen Osten auf das rein Geistliche beschränken, blendete man Wesentliches aus.

Insgesamt betrachtet entsteht dem Christentum aus der Völkerwanderung eine neue Herausforderung. Es ist jetzt nicht nur dem mehr und mehr aggressiven Säkularismus im Westen ausgesetzt, sondern es tritt ein vergleichsweise einfach gestricktes Weltdeutungsangebot an die sowieso schon verunsicherten Bürger heran.

Das Christentum wird auch diese Herausforderung überstehen, wenn es gelingt, den Völkerwanderern eingängig zu machen, was die tatsächlichen Ursachen ihrer Fluchtbewegung sind und ihnen gleichzeitig auf humane Weise die notwendige (!!!) Hilfe zukommen zu lassen.
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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