Marienverehrung

Allgemein Katholisches.

Moderator: taddeo

max72
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Marienverehrung

Beitrag von max72 » Freitag 16. Juli 2004, 14:28

Erlaube mir da mal nen neuen thread aufzumachen...
Cicero hat geschrieben: De Legio Mariæ bezeichnet sich selbst tatsächlich als "Kampftruppe gegen die Welt[Anm. Cicero: im Sinne des Johanneservangelium] und ihre dunklen Mächte"
Ist doch klar, daß selbige laut aufheulen, oder?
Einer von Euch hatte letztens diesen ganz interessanten Artikel gepostet:

http://www.theol.uni-freiburg.de/person ... lismus.htm

Während in den volkskirchlichen Normal-Gemeinden die vorkonziliare Marienfrömmigkeit eher an den Rand gedrängt, als nicht mehr zeitgemäß von vielen Priestern und pastoralen Mitarbeitern nur noch widerwillig und in Form eines mariologischen Minimalismus praktiziert wurde, entwickelte sich in diesen Randgruppen und als Gegenbewegung ein marialogischer Maximalismus. Meist ausgehend von den europäischen Marienwallfahrtsorten wie Lourdes und Fatima sowie in den letzten zwanzig Jahren verstärkt Medjugorje in Bosnien, wird hier Maria als gute Mutter und – entgegen der Glaubenstradition – als Miterlöserin verehrt. [...]Grundstruktur auch vieler anderer marianischer Bewegungen ist ihre apokalyptische Ausrichtung: Die Jetztzeit ist Endzeit. Nach diesem interpretatorischen Muster werden alle anderen biblischen Aussagen gelesen. Entscheidend ist dabei der Verweis auf die Marienerscheinungen in Fatima, und La Salette: An beiden Orten soll Maria gesagt haben, sie könne nur noch mühsam den Arm des zürnenden Vaters zurückhalten. Charakteristisch auch hier die dualistische Weltsicht: Der Mensch steht zwischen Gott und Teufel, bzw., Maria und Teufel und wird von Engeln bzw. Dämonen beeinflusst. Diese Strukturen zeigen sich im katholischen Fundamentalismus weltweit. Es entsteht hier – tw. mit kirchlicher Erlaubnis und gegen den Willen vieler Ortsbischöfe eine "Parallelkirche" mit kompletten Pastoralstrukturen (vom Kindergarten bis zur Wallfahrtseelsorge, mit eigenen Radiostationen – Radio Maria, Radio Horeb und eigenen Priesterseminaren.

Verwirren tut mich das schon, weil da tendenziell alle Marienverehrung in einem fundamentalistischen Licht dargestellt wird. Dass Maria als "Miterloeserin" neben Jesus nicht katholische Lehre ist duerfte klar sein, aber Fatima und Medjugorje erscheinen da nah dem Fundamentalismus, und Radio Horeb wird von dem Verfasser wohl in die fundamentalistische Ecke geschoben... Letztens merkte ich in einem Gespraech, dass manche Katholiken es wohl als fast "fundamentlistisch" ansehen den Rosenkranz taeglich zu beten... Kein Wunder, dass ich in meiner Jugend nie davon was gehoert hatte.

Es ist manchmal ganz schoen schwer sich in der heutigen Kirche zu orientieren. Wie ist dann das nun mit Marienverehrung. Wie wird denn zB die Legio Mariens angesehen? De Montfort's Buch "true devotion to Mary" wird in dem Zusammenhang ja oft erwaehnt; der Papst sagt er sei von dem Buch sehr beeinflusst worden, ich glaube Maximilian Kolbe auch (oder?) Dann ist es doch durch und durch katholisch?

Gruss

Max

PS: Weiss nicht, ob das einen neuen thread

Cicero
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Beitrag von Cicero » Freitag 16. Juli 2004, 14:47

Die Legio Mariae empfinde ich nicht als fundamentalistisch.

Die Gemeinden, die ein Legionspräsidium (so nennen sich die Gruppen auf Pfarrebene) haben, können sich in der Regel glücklich schätzen.
Pfarrer, die die Legio nicht mögen, sich demzufolge nicht glücklich schätzen, stört zumeist das Selbstbewußtsein der Legionäre.
Diese leisten im allgemeinen einen gewaltigen Dienst.
Laienapostolat at its best.
Hausbesuche, Krankenbesuche, Straßenapostolat, Betreung von Randgruppen etc.
Die Zahl der Aufgaben ist vielfältig.

Sie nehmen sich positiv die Schlagkraft der röm. Armee zum Vorbild
und orientieren sich an deren Aufbau - ganz unmilitärisch allerdings.

Trotz des Selbstbewußtseins bestehen die Legionäre darauf, daß, wenn es eben geht, ein Priester geistlicher Leiter des Präsidiums resp. der übergeordneten Instanzen (Curia, Regia, Senatus etc.) ist.
Der Leiter des Präsidiums ist allerdings immer ein Laie.
Ein Präsidium stellt sich immer dem zuständigen Pfarrer zur Verfügung, und wird in dessen Auftrag tätig.
Legionäre sind niemals originär im Dienst der Legion tätig, sondern immer im Dienst der Kirche.

Außer den tätigen gibt es noch die betenden Mitglieder.

So viel auf die Schnelle.

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lancelot
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Beitrag von lancelot » Freitag 16. Juli 2004, 15:03

Ich denke, das, was an (herkömmlicher) Volksfrömmigkeit in Deutschland noch da ist, ist durchaus noch marianisch geprägt. Dazu gehören die Maiandachten, die Kerzen "vor der Muttergottes", die kleinen und großen Wallfahrten, die Rosenkranzandachten etc.

Das Pilgern wird ja wieder beliebter, und damit dürften die bekannten, nationalen und lokalen Gnadenorte wieder/noch anziehender werden. Die Zahlen für Kevelaer, Altötting etc. lassen sich bestimmt herausfinden. Bei uns gibt es den Fränkischen Marienweg, der die alte Liebe der Unterfranken zu Maria neu belebt.

Einige der Geistlichen Bewegungen sind ausdrücklich marianisch orientiert wie Schönstatt oder die Focolare und bemühen sich, das auch in die Diözesen, Dekanate, Pfarrgemeinden hineinzutragen (und handeln sich jede Menge Ärger und Frust ein).

Auf dem modernisierten/liberalen Flügel gibt es mehr Offenheit für Maria als noch vor 10 oder 20 Jahren, scheint mir. Wenn z.B. ein Leonardo Boff vom "Weiblichen Antlitz Gottes" sprach, war das theologisch (imho) zwar schief, traf aber seine Leser und Anhänger an einem wunden Punkt. Man konnte Maria nicht mehr so einfach als vorkonziliare Heiligenfigur abtun.

Allerdings ist die Marienverehrung stärker ethisch orientiert - Maria als Vorbild, als Bild der Kirche, als "neue" Frau, als große glaubende - als das früher der Fall war.

Von "Marienliebe" zu sprechen, gar von "Hingabe", "Weihe" oder "Dienerschaft" (wie der hl. Ludwig Maria, soweit ich mich erinnere), ist den deutschen Katholiken fremd geworden. Entsprechend haben wir eben kein Rosenkranz-Revival. Beten zu Maria, leben mit Maria, sich freuen an ihr und mit ihr, - das gibt es in weiten Kreisen, in vielen Pfarreien offiziell nicht mehr. Marianisch blutarm und minimalistisch.

Petra
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Beitrag von Petra » Freitag 16. Juli 2004, 15:07

lancelot hat geschrieben:. Entsprechend haben wir eben kein Rosenkranz-Revival. Beten zu Maria, leben mit Maria, sich freuen an ihr und mit ihr, - das gibt es in weiten Kreisen, in vielen Pfarreien offiziell nicht mehr. Marianisch blutarm und minimalistisch.
In katholischen Foren kann man auch schon mal von hochkatholischen Gläubigen den Satz lesen, Rosenkranzgebete wären was für alte Frauen. *verschnupftguck*

max72
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Beitrag von max72 » Freitag 16. Juli 2004, 15:10

Petra hat geschrieben:
lancelot hat geschrieben:. Entsprechend haben wir eben kein Rosenkranz-Revival. Beten zu Maria, leben mit Maria, sich freuen an ihr und mit ihr, - das gibt es in weiten Kreisen, in vielen Pfarreien offiziell nicht mehr. Marianisch blutarm und minimalistisch.
In katholischen Foren kann man auch schon mal von hochkatholischen Gläubigen den Satz lesen, Rosenkranzgebete wären was für alte Frauen. *verschnupftguck*
Koennte dies sich nicht auch ganz schnell aendern? Mir begegnet Rosenkranz heute oefters als in den 80ern. Der Papst mag dazu beigetragen haben, das Interesse fuer Fatima und anderes...

Gruss

Max

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lancelot
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Beitrag von lancelot » Freitag 16. Juli 2004, 15:21

Petra hat geschrieben:
lancelot hat geschrieben:. Entsprechend haben wir eben kein Rosenkranz-Revival. Beten zu Maria, leben mit Maria, sich freuen an ihr und mit ihr, - das gibt es in weiten Kreisen, in vielen Pfarreien offiziell nicht mehr. Marianisch blutarm und minimalistisch.
In katholischen Foren kann man auch schon mal von hochkatholischen Gläubigen den Satz lesen, Rosenkranzgebete wären was für alte Frauen. *verschnupftguck*
Diese Kluft zwischen Hoch- und Volkskatholiken gibt es aber schon ein paar Jahrzehnte. Die mussten sich z.B. die Schönstätter zwischen den Kriegen von den Liturgisch- und Jugendbewegten machen lassen. Nachkonziliar haben sich die Akzente verschoben, und einige "Hochkatholiken" fanden sich dann auf der marianischen Seite wieder...

Petra
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Beitrag von Petra » Freitag 16. Juli 2004, 15:35

Der Rückgang der Marienverehrung hierzulande liegt doch an der Ökumene, oder? Alles was allzu originär katholisch erscheint, wird etwas gedämpft. Auch haben viele Neubekehrte, Rückkehrer und Konvertiten, soweit sie nicht durch einige bestimmte geistliche Gemeinschaften geholt wurden, mit Maria nicht den besten Kontakt. Als Argument wird dann oft genannt, Maria würde sich vor Christus schieben.

@Max

Es gibt viele jüngere Leute beim Gruppen-Rosenkranzgebet in „geistlichen Zentren“, in Räumen des Gemeindehauses. In der normalen Ortsgemeinde beim Rosenkranz trifft man höchstens Polen oder Kroaten o.ä. an, die jünger als 70 sind. Hier in Deutschland ist das zumindest so.

Peter
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Beitrag von Peter » Freitag 16. Juli 2004, 15:38

Als Argument wird dann oft genannt, Maria würde sich vor Christus schieben.
Aber dann kann man ihr doch sagen, dass sie das nicht tun soll! :mrgreen:

Petra
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Beitrag von Petra » Freitag 16. Juli 2004, 15:41

Peter hat geschrieben:
Als Argument wird dann oft genannt, Maria würde sich vor Christus schieben.
Aber dann kann man ihr doch sagen, dass sie das nicht tun soll! :mrgreen:
Macht sie ja auch nicht. Maria zeigt uns Christus, wie er wirklich ist. Aber das kapieren manche eben nicht. :/

max72
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Beitrag von max72 » Freitag 16. Juli 2004, 15:42

Petra hat geschrieben:Der Rückgang der Marienverehrung hierzulande liegt doch an der Ökumene, oder?
Letztens sagte einer zu mir, die Oekumene in Deutschland gehe so gut, weil die Katholiken in Deutschland so protestantisch seien...

Da ist leider was dran...

Gruss

Max

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Beitrag von lancelot » Freitag 16. Juli 2004, 15:43

Petra hat geschrieben:Der Rückgang der Marienverehrung hierzulande liegt doch an der Ökumene, oder? Alles was allzu originär katholisch erscheint, wird etwas gedämpft. Auch haben viele Neubekehrte, Rückkehrer und Konvertiten, soweit sie nicht durch einige bestimmte geistliche Gemeinschaften geholt wurden, mit Maria nicht den besten Kontakt. Als Argument wird dann oft genannt, Maria würde sich vor Christus schieben.
Historisch eben nicht unbedingt. Da setzte wie gesagt schon die liturgische Bewegung oder die theologische Erneuerung der Zwischenkriegszeit dem, was man für "marianischen" Überschwang hielt, Grenzen. Die Dogmatisierung der Aufnahme Mariens in den Himmel war zwar im Bewußtsein des gläubigen Volkes und bei den Bischöfen verankert - habe ich mal irgendwo gelesen -, aber bei (deutschsprachigen) Theologen damals schon umstritten.

Und dann würde ich den Traditionsbruch nach 1965 - der meine Generation (geb. 1960) auch schon voll traf - noch unabhängig von der Ökumente sehen, eher zusammenhängend mit dem Bewußtsein, daß die Kirchengeschichte nach dem 8.12. 1965 neu begonnen habe.

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Beitrag von lancelot » Freitag 16. Juli 2004, 15:56

Peter hat geschrieben:
Als Argument wird dann oft genannt, Maria würde sich vor Christus schieben.
Aber dann kann man ihr doch sagen, dass sie das nicht tun soll! :mrgreen:
Zu ihr was sagen wäre aber schon wieder beten, oder? Und das wollen/dürfen wir ja nicht...

Peter
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Beitrag von Peter » Freitag 16. Juli 2004, 16:02

Kann es eigentlich sein, dass man hierzulande vielleicht ein Problem mit dem Mutterbild hat? :kratz:

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Beitrag von lancelot » Freitag 16. Juli 2004, 16:07

Peter hat geschrieben:Kann es eigentlich sein, dass man hierzulande vielleicht ein Problem mit dem Mutterbild hat? :kratz:
Eher mit dem Frauenbild. Und mit dem Männerbild auch.

Ganz schön übel, was? :roll:

Dr. Dirk
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Beitrag von Dr. Dirk » Freitag 16. Juli 2004, 16:12

lancelot hat geschrieben:
Peter hat geschrieben:Kann es eigentlich sein, dass man hierzulande vielleicht ein Problem mit dem Mutterbild hat? :kratz:
Eher mit dem Frauenbild. Und mit dem Männerbild auch.

Ganz schön übel, was? :roll:
Dazu eine Geschichte vom letzten Katholikentag:
Wir von "Totus Tuus" hatten einen Stand - und dem Namen gerecht gab's dort natürlich auch ein Marienbild. Eine Passantin (so alt-68er Jahrgang) sah das Bild und meinte sowas wie: "Also bei diesem Bild - da kann ich gar nicht mehr atmen (wobei sie wohl auch einen angestrengten Gesichtsausdruch machte). So demütig - das entspricht überhaupt nicht mehr unserem modernen Frauenbild."

Es war übrigens ein ganz normales Marienbild - nichts besonderes.

Gottes Segen,
Dirk

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Beitrag von lancelot » Freitag 16. Juli 2004, 16:20

Dirk hat geschrieben:
lancelot hat geschrieben:
Peter hat geschrieben:Kann es eigentlich sein, dass man hierzulande vielleicht ein Problem mit dem Mutterbild hat? :kratz:
Eher mit dem Frauenbild. Und mit dem Männerbild auch.

Ganz schön übel, was? :roll:
Dazu eine Geschichte vom letzten Katholikentag:
Wir von "Totus Tuus" hatten einen Stand - und dem Namen gerecht gab's dort natürlich auch ein Marienbild. Eine Passantin (so alt-68er Jahrgang) sah das Bild und meinte sowas wie: "Also bei diesem Bild - da kann ich gar nicht mehr atmen (wobei sie wohl auch einen angestrengten Gesichtsausdruch machte). So demütig - das entspricht überhaupt nicht mehr unserem modernen Frauenbild."

Es war übrigens ein ganz normales Marienbild - nichts besonderes.

Gottes Segen,
Dirk
Jetzt stell' Dir vor, sie hätte das von uns Schönstättern gesehen:

Bild

Schock Deine Oma - häng' ein MTA-Bild auf!

Cicero
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Beitrag von Cicero » Freitag 16. Juli 2004, 16:28


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Beitrag von Cicero » Freitag 16. Juli 2004, 16:33

lancelot hat geschrieben:... Die Zahlen für Kevelaer, Altötting etc. lassen sich bestimmt herausfinden.
Telgte hast Du zwar nicht genannt (wie konntest Du :motz: )

Am 10./11. Juli 2004 sind bei der Fußwallfahrt von Osnabrück nach Telgte ca. 8000 Pilger mitgegangen.

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Beitrag von lancelot » Freitag 16. Juli 2004, 16:41

Cicero hat geschrieben:
lancelot hat geschrieben:... Die Zahlen für Kevelaer, Altötting etc. lassen sich bestimmt herausfinden.
Telgte hast Du zwar nicht genannt (wie konntest Du :motz: )

Am 10./11. Juli 2004 sind bei der Fußwallfahrt von Osnabrück nach Telgte ca. 8000 Pilger mitgegangen.
Habichschonmalvongehört. Heisst das nicht Telchte? ;)

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Erich_D
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Beitrag von Erich_D » Freitag 16. Juli 2004, 16:52

Letztens wurde mir nach der Messe im Dom vor dem Portal ein kleiner Folder in die Hand gedrückt. 4 Seiten Marienverehrung. Ich solle doch, so konnte ich lesen, mein Leben Maria übergeben, sie würde als gütige Mutter für mich sorgen. Auch welche katholischen Persönlichkeiten und Institutionen dieses Marienwerk (den Namen habe ich vergessen) unterstützen. Ich las den Folder mehrmals, weil ich darin 2 kleine Wörtchen vermisste, nämlich "Gott" sowie "Jesus". Ich hätte mich ja auch mit "Christus" oder "Sohn Gottes" oder ähnlichem zufriedengegeben, wurde aber auch in dieser Hinsicht nicht fündig.

Es gibt in der Kirche imo tatsächlich Formen der Marienverehrung - und sie sind gar nicht so selten - bei denen Gott und Jesus gerade mal nur noch die Kulisse für Maria zu bieten scheinen. Eine solche Marienverehrung, die Jesus kaum mehr der Erwähnung wert findet, ist mir nicht geheuer. Da scheint mir der Schritt zur Dreieinigkeit "Gottvater - Gottsohn - Gottesmutter" nicht mehr sehr fern zu sein.
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt mach´s wie deine Brüder", so sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor."

Athanasius
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Beitrag von Athanasius » Freitag 16. Juli 2004, 16:55

Ist es eigentlich für einen Katholiken vorgeschrieben, daß dieser Maria verehrt? Als jemand, der erst vor einigen Jahren überhaupt erst zum Glauben an Christus gekommen ist, habe ich nämlich nach wie vor einige Schwierigkeiten mit der Marienverehrung.

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Erich_D
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Beitrag von Erich_D » Freitag 16. Juli 2004, 16:58

Athanasius hat geschrieben:Ist es eigentlich für einen Katholiken vorgeschrieben, daß dieser Maria verehrt? Als jemand, der erst vor einigen Jahren überhaupt erst zum Glauben an Christus gekommen ist, habe ich nämlich nach wie vor einige Schwierigkeiten mit der Marienverehrung.
Ich vermute eher, dass Du Probleme mit bestimmten Formen der Marienverehrung hast. Manche Formen sind imo nämlich Übertreibungen. Eine gesunde Marienverehrung weiss, dass Jesus Maria ihr Licht und ihre Bedeutung verleiht.
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt mach´s wie deine Brüder", so sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor."

schmitz-backes
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Beitrag von schmitz-backes » Freitag 16. Juli 2004, 17:02

Wenn andere hier für ihre Wallfahrt Werbung machen, hier was ganz katholisches:

Zwischen den 5. und dem 12. September findet in der Kölner Wallfahrtskirche St. Maria in der Kupfergasse die Festwoche zum Patrozinium und zur Vererhrung der Schwarzen Muttergottes statt.
Jeden Abend finden um 18/18:30 Uhr ein lateinisches Pontifikalamt/Hochamt statt. Im letzten Jahr gab es am ersten Samstag der Festwoche ein tridentinisches Levitenamt zu Ehren der Gottesmutter. Tausende Pilger strömen in diesen Tagen zum Heiligtum. Alle zwei Jahre findet auch eine Lichterprozession statt, an der manchmal mehrere tausend Gläubige teilnehmen.

http://www.kupfergasse.de/

Vielen Kölnern ist die Kirche ein Begriff, wohl auch wegen ihres wortgewaltigen Klerus! :mrgreen:
"Ihr seid nicht die letzte Nachhut des Mittelalters, sondern die Vorboten einer neuen Zeit!" Joachim Kardinal Meisner

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Beitrag von fr. Meinrad » Freitag 16. Juli 2004, 21:54

ich hab meine Wurzel zum Apostolat auch in der Legion Mariens erhalten.
es war eine schöne und gnadenreiche Zeit, diese Zeit hat mich auch sehr in meiner Ordensberufung bestärkt, so das ich mich entschieden habe in ein Kloster zu gehn. Dieses Ziel hab ich nun erreicht.

Cicero
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Beitrag von Cicero » Sonnabend 17. Juli 2004, 20:07

schmitz-backes hat geschrieben:Wenn andere hier für ihre Wallfahrt Werbung machen, hier was ganz katholisches:
Meine Wallfahrt, Deine Wallfahrt,
Wallfahrten sind für uns alle da.
:holy:

schmitz-backes hat geschrieben:Zwischen den 5. und dem 12. September findet in der Kölner Wallfahrtskirche St. Maria in der Kupfergasse die Festwoche zum Patrozinium und zur Vererhrung der Schwarzen Muttergottes statt.
Jeden Abend finden um 18/18:30 Uhr ein lateinisches Pontifikalamt/Hochamt statt. Im letzten Jahr gab es am ersten Samstag der Festwoche ein tridentinisches Levitenamt zu Ehren der Gottesmutter. Tausende Pilger strömen in diesen Tagen zum Heiligtum. Alle zwei Jahre findet auch eine Lichterprozession statt, an der manchmal mehrere tausend Gläubige teilnehmen.

http://www.kupfergasse.de/

Vielen Kölnern ist die Kirche ein Begriff, wohl auch wegen ihres wortgewaltigen Klerus! :mrgreen:
Danke für den Hinweis.

Athanasius
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Beitrag von Athanasius » Sonnabend 17. Juli 2004, 22:23

Erich Dumfarth hat geschrieben:Letztens wurde mir nach der Messe im Dom vor dem Portal ein kleiner Folder in die Hand gedrückt. 4 Seiten Marienverehrung. Ich solle doch, so konnte ich lesen, mein Leben Maria übergeben, sie würde als gütige Mutter für mich sorgen. Auch welche katholischen Persönlichkeiten und Institutionen dieses Marienwerk (den Namen habe ich vergessen) unterstützen. Ich las den Folder mehrmals, weil ich darin 2 kleine Wörtchen vermisste, nämlich "Gott" sowie "Jesus". Ich hätte mich ja auch mit "Christus" oder "Sohn Gottes" oder ähnlichem zufriedengegeben, wurde aber auch in dieser Hinsicht nicht fündig.

Es gibt in der Kirche imo tatsächlich Formen der Marienverehrung - und sie sind gar nicht so selten - bei denen Gott und Jesus gerade mal nur noch die Kulisse für Maria zu bieten scheinen. Eine solche Marienverehrung, die Jesus kaum mehr der Erwähnung wert findet, ist mir nicht geheuer. Da scheint mir der Schritt zur Dreieinigkeit "Gottvater - Gottsohn - Gottesmutter" nicht mehr sehr fern zu sein.
Ich teile Dein Unbehagen. Ich habe, ehrlich gesagt, auch schon Schwierigkeiten mit dem "Totus tuus" des Papstes oder mit der Marienweihe nach Grignon von Montfort.

Wie kann man ganz Maria gehören wollen? Stellt man sie damit nicht auf eine Stufe mit Gott?

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otto
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Beitrag von otto » Sonntag 18. Juli 2004, 01:04

Petra hat geschrieben:
Es gibt viele jüngere Leute beim Gruppen-Rosenkranzgebet in „geistlichen Zentren“, in Räumen des Gemeindehauses. In der normalen Ortsgemeinde beim Rosenkranz trifft man höchstens Polen oder Kroaten o.ä. an, die jünger als 70 sind. Hier in Deutschland ist das zumindest so.
Meine Erfahrung ist dass es durchaus auch in „normalen“ Ortsgemeinden ein lebendiges Rosenkranzgebet unter 50 jähriger geben kann.

Nur das regelmäßige Rosenkranzgebet muss seitens der Verantwortlichen einer Ortsgemeinde gefördert werden. In einer der drei (berufsbedingt) Ortsgemeinden in denen ich am regelmäßigem Rosenkranzgebet teilnehme, wird dass seitens eines Priesters gefördert. In jener Ortsgemeinde bin ich nicht der einzige unter 50! jährige der das regelmäßige Rosenkranzgebet praktiziert. Leider trifft dass auf die anderen Ortsgemeinden nicht zu, dort fehlt der Einsatz eines Priesters für das regelmäßige Rosenkranzgebet. Eigeninitiativ beten nur die über 60 jährigen.

Leider ist meine Erfahrung, dass dort wo die Ökumene am intensivsten und aktivsten gelebt wird, das regelmäßige Rosenkranzgebet wie ein Tümpel Wasser in der Wüste verdunstet.
"Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." Matthäus 16,24

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otto
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Beitrag von otto » Sonntag 18. Juli 2004, 01:57

Athanasius hat geschrieben:Ist es eigentlich für einen Katholiken vorgeschrieben, daß dieser Maria verehrt? Als jemand, der erst vor einigen Jahren überhaupt erst zum Glauben an Christus gekommen ist, habe ich nämlich nach wie vor einige Schwierigkeiten mit der Marienverehrung.
Zum Rosenkranz (Marienverehrung) selbst möchte ich noch schreiben dass, das Rosenkranzgebet ganz zu den Leben Jesus Christus hin und hindurch führt. Der Gottessohn von der Jungfrau Maria geboren. Licht vom Licht; wahrer Gott vom wahren Gott; ganz Gott und ganz Mensch. Der Rosenkranz und die Jungfrau Maria (Marienverehrung) sind die Brücke die zu diesen Geheimnissen hinführen. Der Rosenkranz ist nicht in erster Linie als Marienverehrung zu verstehen, sondern als Ausdeutung der Geheimnisse der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus den Sohn der Jungfrau Maria.

Aus diesen Grund ist das "Totus tuus" des Papstes folgerichtig und verständlich.
"Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." Matthäus 16,24

Petra
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Beitrag von Petra » Sonntag 18. Juli 2004, 12:44

otto hat geschrieben: Zum Rosenkranz (Marienverehrung) selbst möchte ich noch schreiben dass, das Rosenkranzgebet ganz zu den Leben Jesus Christus hin und hindurch führt. Der Gottessohn von der Jungfrau Maria geboren. Licht vom Licht; wahrer Gott vom wahren Gott; ganz Gott und ganz Mensch. Der Rosenkranz und die Jungfrau Maria (Marienverehrung) sind die Brücke die zu diesen Geheimnissen hinführen. Der Rosenkranz ist nicht in erster Linie als Marienverehrung zu verstehen, sondern als Ausdeutung der Geheimnisse der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus den Sohn der Jungfrau Maria.
Danke, Otto. Besser kann man es nicht ausdrücken. :top:

max72
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Beitrag von max72 » Montag 19. Juli 2004, 10:43

Athanasius hat geschrieben:Ist es eigentlich für einen Katholiken vorgeschrieben, daß dieser Maria verehrt? Als jemand, der erst vor einigen Jahren überhaupt erst zum Glauben an Christus gekommen ist, habe ich nämlich nach wie vor einige Schwierigkeiten mit der Marienverehrung.
Hei Athanasius,

das Buch hier kann ich empfehlen:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3936484228
Bild

Auch von einem Konvertit geschrieben, der sich damit auseinandersetzen musste. Ich fand's genial.

War im Karmel heute, war wieder mal irgendein Marienfest des Karmel, zum Evangelium in der Hochzeit in Kanaan sagte der Priester was interessantes, fand ich: Das wichtige hier war, dass Maria Jesus gebeten hatte mehr Wein zu besorgen. Das sei also ein Beispiel fuer die Fuerbitte Marias gewesen, zu der Jesus nicht nein sagen konnte.

Gruesse

Max
Zuletzt geändert von max72 am Montag 19. Juli 2004, 11:26, insgesamt 1-mal geändert.

max72
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Beitrag von max72 » Montag 19. Juli 2004, 10:46

Athanasius hat geschrieben: Ich teile Dein Unbehagen. Ich habe, ehrlich gesagt, auch schon Schwierigkeiten mit dem "Totus tuus" des Papstes oder mit der Marienweihe nach Grignon von Montfort.

Wie kann man ganz Maria gehören wollen? Stellt man sie damit nicht auf eine Stufe mit Gott?
Ich hab das Buch de Montforts nur ueberflogen, aber er stellt am Anfang ganz klar heraus, dass Maria auch nur Geschoepf ist und im Vergleich zu Gott ein Staubkorn. (Irgendwie so sagte er das).

Gruss

Max

Edith
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Beitrag von Edith » Montag 19. Juli 2004, 10:53

Athanasius hat geschrieben: Ich teile Dein Unbehagen. Ich habe, ehrlich gesagt, auch schon Schwierigkeiten mit dem "Totus tuus" des Papstes oder mit der Marienweihe nach Grignon von Montfort.

Wie kann man ganz Maria gehören wollen?
naja, ich habe irgendwie den Eindruck, das ist der "Umweg" den vor allem Männer machen müssen ... hin zu einer bräutlichen Christusminne.....
("Durch Maria zu Jesus"...)

mit der wir Frauen uns ja deutlich leichter tun.... 8)

*duckunwegrenn*

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