Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

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Juergen
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Juergen » Sonntag 25. September 2016, 19:01

Vir Probatus hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:Was soll die Frage nach "Sakramentalem Charakter"? Was ist das überhaupt?
Du darfst mir abnehmen oder es auch lassen: Das Gespräch hatte einen schutzwürdigen Inhalt.
Nicht der Inhalt bestimmt, ob das Beichtgeheimnis gilt, sondern die Form. Absolut gilt das Beichtgeheimnis nur für Dinge, die in der sakramentalen Beichte gesprochen werden.
Früher war das den Leuten klar, weil sie zum Beichten in den Schrank Beichtstuhl gingen. Was dort gesprochen wurde unterlag dem Beichtgeheimnis. Alles was außerhalb des Beichtstuhls mit dem Priester besprochen wurde, unter lag nicht dem Beichtgeheimnis. Seit man versucht die Beichte aus dem Beichtstuhl heraus zu nehmen und auf die Straße zu verlagern, verwischen die Grenzen. Das Problem ist hausgemacht.
Ich habe nicht gefordert, daß das Beichtgeheimnis hier gilt.
Gut, ich habe das meiner Frau gesagt, damit sie nicht weiter bohrt. Ansonsten habe ich die (notwendige) Diskretion in einer persönlichen Angelegenheit erwartet. Im übrigen sind KV Interna immer nicht öffentlich. KV Mitglieder sind immer gg. Dritten zum Schweigen verpflichtet. Darüber wird auch jeder aufgeklärt, der da anfängt. Man muß es sogar geloben.
Und es ging um solche Interna. Sakramental: Nein, aber eben nicht öffentlich und dazu sehr persönlich.
Also hat es letztlich mit dem Thema Ohrenbeichte gar nichts zu tun. – Warum schreibst Du das dann? Warum verallgemeinerst Du? :aergerlich:
Gruß
Jürgen

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Amanda
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Amanda » Sonntag 25. September 2016, 19:03

Vir Probatus hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:http://www.bistum-eichstaett.de/sakrame ... re-fragen/

Daraus: "Das Beichtgeheimnis
Der Priester ist zur völligen Geheimhaltung dessen verpflichtet, was ihm in der Beichte bekannt wird. Davon gibt es keine Ausnahme. Der Priester darf auch mit dem Beichtenden selbst außerhalb der Beichte nur über Inhalte des Beichtgespräches sprechen, wenn der Empfänger des Bußsakramentes das ausdrücklich wünscht. Auch staatlich ist das Beichtgeheimnis geschützt, so dass der Priester vor Gericht das Recht hat, eine Aussage zu verweigern, wenn diese das Beichtgeheimnis wie auch immer tangieren würde. Würde ein Priester gegen diese Geheimhaltungspflicht verstoßen, würde er die Beichtvollmacht und alle anderen Ämter und Würden verlieren. Von der schweren Sünde, das Beichtgeheimnis zu brechen, kann nur durch den Papst selbst losgesprochen werden.
Auch wer zufällig etwas aus einer Beichte erfährt, ist zum Schweigen verpflichtet."
Der Text ist problematisch.
Wenn jemand mit einem Priester außerhalb der sakramentalen Beichte über Dinge sprechen will, die er sakramental gebeichtet hat, darf der Priester erst dann mit ihm darüber sprechen, wenn er die Dinge außerhalb der Beichte nochmals wiederholt. Auch der Pönitent kann nicht vom Beichtgeheimnis dispensieren.
Vir Probatus hat geschrieben:Was soll die Frage nach "Sakramentalem Charakter"? Was ist das überhaupt?
Du darfst mir abnehmen oder es auch lassen: Das Gespräch hatte einen schutzwürdigen Inhalt.
Nicht der Inhalt bestimmt, ob das Beichtgeheimnis gilt, sondern die Form. Absolut gilt das Beichtgeheimnis nur für Dinge, die in der sakramentalen Beichte gesprochen werden.
Früher war das den Leuten klar, weil sie zum Beichten in den Schrank Beichtstuhl gingen. Was dort gesprochen wurde unterlag dem Beichtgeheimnis. Alles was außerhalb des Beichtstuhls mit dem Priester besprochen wurde, unter lag nicht dem Beichtgeheimnis. Seit man versucht die Beichte aus dem Beichtstuhl heraus zu nehmen und auf die Straße zu verlagern, verwischen die Grenzen. Das Problem ist hausgemacht.
Ich habe nicht gefordert, daß das Beichtgeheimnis hier gilt.
Gut, ich habe das meiner Frau gesagt, damit sie nicht weiter bohrt. Ansonsten habe ich die (notwendige) Diskretion in einer persönlichen Angelegenheit erwartet. Im übrigen sind KV Interna immer nicht öffentlich. KV Mitglieder sind immer gg. Dritten zum Schweigen verpflichtet. Darüber wird auch jeder aufgeklärt, der da anfängt. Man muß es sogar geloben.
Und es ging um solche Interna. Sakramental: Nein, aber eben nicht öffentlich und dazu sehr persönlich.
Und wenn Du Dir einen anderen Beichtvater bzw. Seelsorger suchst?
Man ist ja nicht an seine Wohnsitzpfarrei gebunden.
Ich fahre, wie gesagt, auch immer ins Nachbarbistum - einfache Strecke ca. 120 Kilometer.
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
sie wartet, bis der letzte Tick seinen letzten Sommer gehabt hat."
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Juergen
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Juergen » Sonntag 25. September 2016, 19:12

In 50km Umkreis würde Vir Probatus sicher einen im eigenen Bistum finden. – Naja, einen guten Priester hat man ja jüngst weggemobbt. :pfeif:
Gruß
Jürgen

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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 25. September 2016, 19:22

Juergen hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:Was soll die Frage nach "Sakramentalem Charakter"? Was ist das überhaupt?
Du darfst mir abnehmen oder es auch lassen: Das Gespräch hatte einen schutzwürdigen Inhalt.
Nicht der Inhalt bestimmt, ob das Beichtgeheimnis gilt, sondern die Form. Absolut gilt das Beichtgeheimnis nur für Dinge, die in der sakramentalen Beichte gesprochen werden.
Früher war das den Leuten klar, weil sie zum Beichten in den Schrank Beichtstuhl gingen. Was dort gesprochen wurde unterlag dem Beichtgeheimnis. Alles was außerhalb des Beichtstuhls mit dem Priester besprochen wurde, unter lag nicht dem Beichtgeheimnis. Seit man versucht die Beichte aus dem Beichtstuhl heraus zu nehmen und auf die Straße zu verlagern, verwischen die Grenzen. Das Problem ist hausgemacht.
Ich habe nicht gefordert, daß das Beichtgeheimnis hier gilt.
Gut, ich habe das meiner Frau gesagt, damit sie nicht weiter bohrt. Ansonsten habe ich die (notwendige) Diskretion in einer persönlichen Angelegenheit erwartet. Im übrigen sind KV Interna immer nicht öffentlich. KV Mitglieder sind immer gg. Dritten zum Schweigen verpflichtet. Darüber wird auch jeder aufgeklärt, der da anfängt. Man muß es sogar geloben.
Und es ging um solche Interna. Sakramental: Nein, aber eben nicht öffentlich und dazu sehr persönlich.
Also hat es letztlich mit dem Thema Ohrenbeichte gar nichts zu tun. – Warum schreibst Du das dann? Warum verallgemeinerst Du? :aergerlich:
Lies doch mal den Thread.
Ich habe gesagt und dazu stehe ich: Von jemandem der so indiskret ist, erwarte ich nicht die persönlichen und charakterlichen Qualitäten, die man braucht, um das Beichtgeheimnis zu wahren. Das ist nicht mal eine Unterstellung, das ist meine Meinung.
Davon abgesehen war der Vorfall als solcher natürlich nicht schön. Das Beichtgeheimnis wurde nicht verletzt und das habe ich auch nicht gesagt.
Auf den Punkt gebracht: Der Mann ist ein indiskreter Schwätzer.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Juergen » Sonntag 25. September 2016, 19:26

Vir Probatus hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:Was soll die Frage nach "Sakramentalem Charakter"? Was ist das überhaupt?
Du darfst mir abnehmen oder es auch lassen: Das Gespräch hatte einen schutzwürdigen Inhalt.
Nicht der Inhalt bestimmt, ob das Beichtgeheimnis gilt, sondern die Form. Absolut gilt das Beichtgeheimnis nur für Dinge, die in der sakramentalen Beichte gesprochen werden.
Früher war das den Leuten klar, weil sie zum Beichten in den Schrank Beichtstuhl gingen. Was dort gesprochen wurde unterlag dem Beichtgeheimnis. Alles was außerhalb des Beichtstuhls mit dem Priester besprochen wurde, unter lag nicht dem Beichtgeheimnis. Seit man versucht die Beichte aus dem Beichtstuhl heraus zu nehmen und auf die Straße zu verlagern, verwischen die Grenzen. Das Problem ist hausgemacht.
Ich habe nicht gefordert, daß das Beichtgeheimnis hier gilt.
Gut, ich habe das meiner Frau gesagt, damit sie nicht weiter bohrt. Ansonsten habe ich die (notwendige) Diskretion in einer persönlichen Angelegenheit erwartet. Im übrigen sind KV Interna immer nicht öffentlich. KV Mitglieder sind immer gg. Dritten zum Schweigen verpflichtet. Darüber wird auch jeder aufgeklärt, der da anfängt. Man muß es sogar geloben.
Und es ging um solche Interna. Sakramental: Nein, aber eben nicht öffentlich und dazu sehr persönlich.
Also hat es letztlich mit dem Thema Ohrenbeichte gar nichts zu tun. – Warum schreibst Du das dann? Warum verallgemeinerst Du? :aergerlich:
Lies doch mal den Thread.
Ich habe gesagt und dazu stehe ich: Von jemandem der so indiskret ist, erwarte ich nicht die persönlichen und charakterlichen Qualitäten, die man braucht, um das Beichtgeheimnis zu wahren. Das ist nicht mal eine Unterstellung, das ist meine Meinung.
Davon abgesehen war der Vorfall als solcher natürlich nicht schön. Das Beichtgeheimnis wurde nicht verletzt und das habe ich auch nicht gesagt.
Auf den Punkt gebracht: Der Mann ist ein indiskreter Schwätzer.
Du hast einen »indiskreten Schwätzer« außerhalb der Beichte kennengelernt und daraus folgerst Du:
Vir Probatus hat geschrieben:Für mich ist die Ohrenbeichte nichts anderes als der Mißbrauch pur.
:angewidert:
Gruß
Jürgen

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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 25. September 2016, 19:57

Juergen hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:Was soll die Frage nach "Sakramentalem Charakter"? Was ist das überhaupt?
Du darfst mir abnehmen oder es auch lassen: Das Gespräch hatte einen schutzwürdigen Inhalt.
Nicht der Inhalt bestimmt, ob das Beichtgeheimnis gilt, sondern die Form. Absolut gilt das Beichtgeheimnis nur für Dinge, die in der sakramentalen Beichte gesprochen werden.
Früher war das den Leuten klar, weil sie zum Beichten in den Schrank Beichtstuhl gingen. Was dort gesprochen wurde unterlag dem Beichtgeheimnis. Alles was außerhalb des Beichtstuhls mit dem Priester besprochen wurde, unter lag nicht dem Beichtgeheimnis. Seit man versucht die Beichte aus dem Beichtstuhl heraus zu nehmen und auf die Straße zu verlagern, verwischen die Grenzen. Das Problem ist hausgemacht.
Ich habe nicht gefordert, daß das Beichtgeheimnis hier gilt.
Gut, ich habe das meiner Frau gesagt, damit sie nicht weiter bohrt. Ansonsten habe ich die (notwendige) Diskretion in einer persönlichen Angelegenheit erwartet. Im übrigen sind KV Interna immer nicht öffentlich. KV Mitglieder sind immer gg. Dritten zum Schweigen verpflichtet. Darüber wird auch jeder aufgeklärt, der da anfängt. Man muß es sogar geloben.
Und es ging um solche Interna. Sakramental: Nein, aber eben nicht öffentlich und dazu sehr persönlich.
Also hat es letztlich mit dem Thema Ohrenbeichte gar nichts zu tun. – Warum schreibst Du das dann? Warum verallgemeinerst Du? :aergerlich:
Lies doch mal den Thread.
Ich habe gesagt und dazu stehe ich: Von jemandem der so indiskret ist, erwarte ich nicht die persönlichen und charakterlichen Qualitäten, die man braucht, um das Beichtgeheimnis zu wahren. Das ist nicht mal eine Unterstellung, das ist meine Meinung.
Davon abgesehen war der Vorfall als solcher natürlich nicht schön. Das Beichtgeheimnis wurde nicht verletzt und das habe ich auch nicht gesagt.
Auf den Punkt gebracht: Der Mann ist ein indiskreter Schwätzer.
Du hast einen »indiskreten Schwätzer« außerhalb der Beichte kennengelernt und daraus folgerst Du:
Vir Probatus hat geschrieben:Für mich ist die Ohrenbeichte nichts anderes als der Mißbrauch pur.
:angewidert:
Ich habe viele negative Erfahrungen machen müssen und es fing leider mit der Erstbeichte an. Ich denke nicht, daß ich die Kurve noch kriege. Bin aber offen für gute Ratschläge. Am besten per PN.
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Raphaela » Montag 26. September 2016, 19:14

Protasius hat geschrieben: Wenn man allerdings selbst dann, wenn es sich aufgrund der Lesungen anbietet, nie eine Predigt über das Sakrament der Versöhnung hält, ist es nachvollziehbar, wenn die Leute nach Erstkommunion und Firmung nie mehr zur Beichte gehen.
Erst nach der Firmung? Unser vorletzter Vikar hatte den Firmlingen gesagt, dass sie vor der Firmung nicht unbedingt beichten gehen brauchen.
Da er aber insgesamt gut mit Jugendlichen umgehen kann, ist er inzwischen Diözesanjugendseelsorger. Ich bezweifle, dass dies eine gute Entscheidung war.
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Amanda » Montag 26. September 2016, 19:17

Raphaela hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben: Wenn man allerdings selbst dann, wenn es sich aufgrund der Lesungen anbietet, nie eine Predigt über das Sakrament der Versöhnung hält, ist es nachvollziehbar, wenn die Leute nach Erstkommunion und Firmung nie mehr zur Beichte gehen.
Erst nach der Firmung? Unser vorletzter Vikar hatte den Firmlingen gesagt, dass sie vor der Firmung nicht unbedingt beichten gehen brauchen.
Da er aber insgesamt gut mit Jugendlichen umgehen kann, ist er inzwischen Diözesanjugendseelsorger. Ich bezweifle, dass dies eine gute Entscheidung war.
Ist das mit der Beichte vor der Firmung nicht auch im Kirchenrecht festgeschrieben?
Wie bei der Erstkommunion auch?
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Protasius » Montag 26. September 2016, 22:49

Amanda hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben: Wenn man allerdings selbst dann, wenn es sich aufgrund der Lesungen anbietet, nie eine Predigt über das Sakrament der Versöhnung hält, ist es nachvollziehbar, wenn die Leute nach Erstkommunion und Firmung nie mehr zur Beichte gehen.
Erst nach der Firmung? Unser vorletzter Vikar hatte den Firmlingen gesagt, dass sie vor der Firmung nicht unbedingt beichten gehen brauchen.
Da er aber insgesamt gut mit Jugendlichen umgehen kann, ist er inzwischen Diözesanjugendseelsorger. Ich bezweifle, dass dies eine gute Entscheidung war.
Ist das mit der Beichte vor der Firmung nicht auch im Kirchenrecht festgeschrieben?
Wie bei der Erstkommunion auch?
Bei uns gibt es immer Beichtgelegenheit in der Firmvorbereitung; letztes Mal war es eine "Nacht der Versöhnung", davor war beim Firmwochenende in einem Franziskanerkloster Beichtgelegenheit. Diejenigen, die da nicht konnten oder wollten (da unbekannter Priester), sind nach dem Üben für die Firmung bei unserem Pfarrer beichten gewesen. Wir zwingen natürlich niemanden, aber soweit ich das feststellen konnte, sind alle bei einem der vier Priester beichten gewesen, die da waren.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 27. September 2016, 09:28

Amanda hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben: Wenn man allerdings selbst dann, wenn es sich aufgrund der Lesungen anbietet, nie eine Predigt über das Sakrament der Versöhnung hält, ist es nachvollziehbar, wenn die Leute nach Erstkommunion und Firmung nie mehr zur Beichte gehen.
Erst nach der Firmung? Unser vorletzter Vikar hatte den Firmlingen gesagt, dass sie vor der Firmung nicht unbedingt beichten gehen brauchen.
Da er aber insgesamt gut mit Jugendlichen umgehen kann, ist er inzwischen Diözesanjugendseelsorger. Ich bezweifle, dass dies eine gute Entscheidung war.
Ist das mit der Beichte vor der Firmung nicht auch im Kirchenrecht festgeschrieben?
Wie bei der Erstkommunion auch?
Auch das Kirchenrecht kann jeder Pfarrer flexibel handhaben:

http://www.nw.de/lokal/kreis_paderborn/ ... ichte.html

Der Beitrag ist übrigens ca. 4 Jahre alt, er ist nicht aus diesem Jahr.
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Amanda » Donnerstag 29. September 2016, 17:29

"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Edi » Donnerstag 29. September 2016, 21:42

Wenigstens einer, der es mal auf den Punkt bringt.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Juergen » Donnerstag 29. September 2016, 21:44

Edi hat geschrieben:
Wenigstens einer, der es mal auf den Punkt bringt.
Der Punkt ist aber sehr lang… :umkuck:
Gruß
Jürgen

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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Vir Probatus » Freitag 30. September 2016, 09:01

Juergen hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:
Wenigstens einer, der es mal auf den Punkt bringt.
Der Punkt ist aber sehr lang… :umkuck:
Könnte es nicht sein, daß in den letzten Jahren sich die Kirche und Ihre Priester in einem Ausmaß als Sünder und sündhaft selbst vorführen, daß der Normalgläubige schlichtweg keinen Unterschied mehr erkennen kann?
Bischof Oster hat geschrieben:Es fehlt ein Bewusstsein von der Größe, der Heiligkeit und Herrlichkeit Gottes, von seiner abgründigen Majestät, von seiner schöpferischen Macht, von seiner radikalen Unverfügbarkeit.
Ja das kann fehlen, aber der Kirche wie den normalen Gläubigen.
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Lupus » Freitag 30. September 2016, 10:37

Wenn ich zum Beichten gehen möchte,-und ich habe es wahrlich öfters nötig-, dann muss ich mindestens 40 Kilometer fahren um einen Beichtvater und Beichttermin zu finden. Aber was ist das schon, wenn ich jedes Mal mit einer Lossprechung heimkehren darf und neu beginnen kann!

Was ich in der hier schon so lang fort dauernden Debatte vermisse, ist die Tatsache, dass es uns zumeist an der Demut und Bekenntnisbereitschaft fehlt. "Wenn ich schon beichte, dann müssen die Umstände und die Gelegenheiten schon auch nach meinem Gusto gestaltet sein!"

"Wenn ich schon für die Sünderverfallenheit der Menschheit ans Kreuz gehe, lieber Vater, dannn richte es bitte so ein, dass alle Menschen mir zujubeln und erkennen, was ich für sie tue"! So aber hat Jesus Christus nicht gebetet, ja nicht einmal gedacht! Sein Herz wurde geöffnet und floss über von der Liebe zu uns allen.

Und wir mäkeln stets an allem rum und wollen vor Bequemlichkeit und Selbstzufriedenheit gar nicht daran denken, dem Herrn schon aus Dankbarkeit zu Füßen zu sinken. Wer kniet denn heute noch z.B. in der Kirche?
"MEIN JESUS BARMHERZIGKEIT!

+Lupus
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Amanda » Donnerstag 10. November 2016, 11:13

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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Vir Probatus » Donnerstag 10. November 2016, 11:48

Vielen Dank fürs reinstellen. Werde ich mir runterladen.
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Amanda » Donnerstag 23. Februar 2017, 08:16

Liebe Mitforisten, ich habe eine Verständnisfrage:
Gibt es einen Unterschied zwischen "Lebensbeichte" und "Generalbeichte", oder bezeichnen diese beiden Begriffe dasselbe?
Ich wäre sehr froh, wenn mir da jemand weiterhelfen könnte. Danke!
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Deo volente » Donnerstag 23. Februar 2017, 09:06

Grüß Gott Amnanda,
Generalbeichte betrifft nur einen Lebensabschnitt. Die Lebensbeichte hingegen das ganze Leben.

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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Amanda » Donnerstag 23. Februar 2017, 14:32

Deo volente hat geschrieben:
Donnerstag 23. Februar 2017, 09:06
Grüß Gott Amnanda,
Generalbeichte betrifft nur einen Lebensabschnitt. Die Lebensbeichte hingegen das ganze Leben.

Deo Volente
Vielen Dank für die Unterscheidungshilfe!
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Petrus_Agellus » Montag 17. April 2017, 14:16

Werte Mitforanten,

kann hier jemand etwas mit einer speziellen "Lösung von Bindungen" anfangen, die nach der Absolution erfolgt? Mir ist das zu Ostern bei einer Beichte bei der FSSP "passiert" - eine spezielle auf Deutsch gehaltene Formel (samt eines "Verbots der Wiederaufnahme" der betreffenden Sünde) nach der lateinischen Absolution. Es war nicht meine erste Beichte bei der FSSP, und auch "thematisch" nicht groß unterschieden von den vorherigen.

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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Kai » Montag 17. April 2017, 16:53

Astrein. Danke für den Hinweis/Link!
"Und wenn da ein Tabernakel rumsteht – heute neigen Tabernakel ein wenig zum Rumstehen – dann wird der überhaupt nicht beachtet."
(Dr. W. Haßelberg-Dingenskirchen)

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Torsten
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Torsten » Montag 17. April 2017, 17:41

Bischof Stefan Oster hat geschrieben:Es fehlt ein Bewusstsein von der Größe, der Heiligkeit und Herrlichkeit Gottes, von seiner abgründigen Majestät, von seiner schöpferischen Macht, von seiner radikalen Unverfügbarkeit.
Es fehlt das Bewusstsein von der Rolle Gottes in meinem Leben? Die augenscheinlich nicht viel Einfluss auf mein Sein, auf unser aller Sein zeigt? Die Sakramente als Mittel, ganz persönlich meine Beziehung zu Gott zu kitten. Von dem das einzige, was ich von ihm kenne, das "besoffene" Reden anderer über ihn ist?

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Torsten
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Torsten » Dienstag 18. April 2017, 23:10

Bischof Stefan Oster hat geschrieben:

Nun lebt aber jeder Christ, jeder Katholik, in eben dieser Welt von heute, mit all ihren Gaben und Schönheiten, aber auch mit all ihren Herausforderungen, Versuchungen und Kämpfen mit seinem Hin und Her zwischen Ego und Gottes Liebe.

Als Glieder der Kirche glauben wir, dass wir in der Eucharistiefeier hinzutreten zu eben dieser gläubigen Gemeinschaft, ...
Ein Wort aus Fleisch und Blut. Was ist denn die Alternative? Welcher über Lippen gesprungenen Lüge willst du folgen? Da gibt es jede Menge gute Gedanken, wenn man danach sucht, und man muss danach suchen, in all der erklärten Vernunft. Und in der Aufarbeitung ihres Scheiterns, als Neugescheite.

Die Wahrheit liegt in diesem Wort, real präsent. Es bildet und trägt eine Gemeinschaft. Und es beinhaltet eine Resistenz gegenüber Eintrichterungsversuchen aller Art, die sehr tief reichen können.
Aber nicht so tief, dass sie sich selber hingeben. Für dich. Ein Zeugnis der Demut, auf das du keine Antwort mehr findest.

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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von mtoto » Mittwoch 19. April 2017, 13:52

Gerade entdeckt: (Was Wahres dran...)

http://www.kath.net/news/59272

LG mtoto 🙂

Raphaela
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Raphaela » Sonnabend 22. April 2017, 21:37

mtoto hat geschrieben:
Mittwoch 19. April 2017, 13:52
Gerade entdeckt: (Was Wahres dran...)

http://www.kath.net/news/59272

LG mtoto 🙂
Dazu auch dieser Artikel:
http://katholon.de/2017/04/13/beichte-w ... nen-kennt/
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Vir Probatus » Sonnabend 17. Juni 2017, 11:41

http://daswerk-info.blogspot.de/2016/02 ... ichte.html

Mitglieder des "Werkes" haben keine freie Wahl.

Sie können ihren Beichtvater nicht selbst wählen, denn der wird ihnen in aller Regel zugewiesen, meistens handelt es sich dabei um Mitbrüder in leitender Verantwortung.
Sie können vor allem ihren geistlichen Begleiter nicht frei wählen, denn das ist in aller Regel der oder die persönliche Verantwortliche. Bei Novizen und Novizinnen ist es der Novizenmeister oder die Novizenmeisterin. Persönliche geistliche Gespräche mit Außenstehenden oder anderen Mitgliedern sind tabu.
Sie können den Zeitpunkt der Beichte nicht selbst wählen, weil eine monatliche Beichte vorgeschrieben ist.
Im Grunde können sie auch ihr Bekenntnis nicht frei formulieren, weil die Gewissenserforschung nicht frei geschieht, sondern durch Vorträge und persönliche Gespräche von außen gesteuert und inhaltlich vorgegeben wird.
Gewissenseröffnungen dienen als Grundlage für Entscheidungen in der äußeren Leitung. In diese Entscheidungen werden Beichtväter grundsätzlich einbezogen.
Dagegen heißt es in Can. 983 § 1: "Das Beichtgeheimnis ist unverletzlich, dem Beichtvater ist es daher streng verboten, den Pönitenten durch Worte oder auf irgendeine andere Weise und aus irgendeinem Grund irgendwie zu verraten."Und in Can 984 §1: "Ein Gebrauch des aus der Beichte gewonnenen Wissens, der für den Pönitenten belastend wäre, ist dem Beichtvater streng verboten."
Außerdem: Wer eine leitende Stellung einnimmt, darf die Kenntnis von Sünden, die er zu irgendeiner Zeit aus der Entgegennahme einer Beichte erlangte, auf keine Weise bei der äußeren Leitung gebrauchen. (Can. 984 § 2)
Es ist doch kein Wunder, wenn niemand mehr beichten geht.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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mtoto
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von mtoto » Sonnabend 17. Juni 2017, 13:16

Hallo vir probatus,

es ist immer schwierig, wenn Druck aufgebaut wird. Der Text stammt scheinbar von "Aussteigern" des Opus.
Eine geführte Gewissenserforschung muss nichts Schlechtes sein... Jeder kann sein Gewissen sicher auch selber darüber hinaus prüfen. Und wenn ich einen bestimmten Geistlichen Weg gehen möchte, macht es sicher Sinn Begleitung in Anspruch zu nehmen, von Menschen, die diesen Weg auch gehen.
In Ausschließlichkeit einen Beichtpriester vorzuschreiben, halte ich auch für schwierig. Wissen aus der Beichte darf nicht weiter verwendet werden. Nun, wo Menschen sind, geschehen auch falsche Dinge.
Das ändert aber doch nichts am eigentlichen Sakrament, oder?

LG mtoto
(Mit durchaus sehr unterschiedlichen Beichterfahrungen)

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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 15. August 2017, 07:39

Nach dem, was jetzt wieder im Domspatzenbericht zum Thema Beichte steht, ist ja sogar dieses Sakrament Teil des Missbrauchsinstrumentariums der Kirche in solchen Institutionen. Doris Wagner hatte das ja auch schon beschrieben. (mein früherer Beitrag)
Nach meiner Meinung müsste man die Kinderbeichte in der vorliegenden Form daher komplett verbieten.
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Fragesteller » Dienstag 15. August 2017, 16:58

Nach den geltenden Regeln, die du selbst zitierst, ist ein Fall Doris Wagner nicht möglich und sowas wie bei den Domspatzen schon gar nicht. Dafür, dass sich die Leute nicht an die Regeln halten, kann Rom wenig.

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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von 139:11-12 » Dienstag 15. August 2017, 21:15

Mal eine ganz "banale" Frage zum Thema Beichte:
Eine Freundin hat mich damals gelehrt, man würde (nach dem Kreuzzeichen) mit "Ich bin ein Mädchen/Junge von n Jahren (was sollen denn da Erwachsene sagen?), meine letzte Beichte war vor x Wochen/Monaten/Jahren. In Demut und Reue bekenne ich meine Sünden ... anfangen und mit "Das waren meine Sünden. Ich bereue sie von Herzen und bitte um Vergebung und Lossprechung." enden.
Bei meiner Erstbeichte hat mir niemand irgendwelche Sätze, die "fest" zur Beichte dazugehören, gesagt.
Im alten Gotteslob findet sich kein fester Anfang, für das Ende aber "Ich bereue, dass ich Böses getan und Gutes unterlassen habe. Erbarme dich meiner, o Herr" und das neue Gotteslob hat ebenfalls keinen Anfangssatz und für das Ende "Herr Jesus, Sohn Gottes, hab Erbarmen mit mir."
Darüber hinaus sind mir noch ziemlich viele andere solche Konzepte begegnet.
Ich bin inzwischen einigermaßen verwirrt.
Was gehört außer dem Sündenbekenntnis sinnvollerweise (von dem was ich sage her) noch in die Beichte. Wann meine letzte Beichte war? Wie alt ich bin?
Und muss ich einen bestimmten Schlusssatz sprechen? Ich finde das irgendwie komisch, denn das sind ja alles Gebete und die spricht man ja normalerweise eher leise, wenn man nicht in Gemeinschaft betet.
Und was ist mit diesem "In Demut und Reue bekenne ich meine Sünden" -Reue, ja, sonst wäre ich nicht dort, aber es kommt sicher oft genug vor, dass es mir an Demut mangelt, da kann ich das dann doch nicht einfach behaupten, oder?

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Protasius
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Re: Alles zu Bußsakrament/Beichte 2.0

Beitrag von Protasius » Dienstag 15. August 2017, 22:05

139:11-12 hat geschrieben:
Dienstag 15. August 2017, 21:15
Mal eine ganz "banale" Frage zum Thema Beichte:
Eine Freundin hat mich damals gelehrt, man würde (nach dem Kreuzzeichen) mit "Ich bin ein Mädchen/Junge von n Jahren (was sollen denn da Erwachsene sagen?), meine letzte Beichte war vor x Wochen/Monaten/Jahren. In Demut und Reue bekenne ich meine Sünden ... anfangen und mit "Das waren meine Sünden. Ich bereue sie von Herzen und bitte um Vergebung und Lossprechung." enden.
Bei meiner Erstbeichte hat mir niemand irgendwelche Sätze, die "fest" zur Beichte dazugehören, gesagt.
Im alten Gotteslob findet sich kein fester Anfang, für das Ende aber "Ich bereue, dass ich Böses getan und Gutes unterlassen habe. Erbarme dich meiner, o Herr" und das neue Gotteslob hat ebenfalls keinen Anfangssatz und für das Ende "Herr Jesus, Sohn Gottes, hab Erbarmen mit mir."
Darüber hinaus sind mir noch ziemlich viele andere solche Konzepte begegnet.
Ich bin inzwischen einigermaßen verwirrt.
Was gehört außer dem Sündenbekenntnis sinnvollerweise (von dem was ich sage her) noch in die Beichte. Wann meine letzte Beichte war? Wie alt ich bin?
Und muss ich einen bestimmten Schlusssatz sprechen? Ich finde das irgendwie komisch, denn das sind ja alles Gebete und die spricht man ja normalerweise eher leise, wenn man nicht in Gemeinschaft betet.
Und was ist mit diesem "In Demut und Reue bekenne ich meine Sünden" -Reue, ja, sonst wäre ich nicht dort, aber es kommt sicher oft genug vor, dass es mir an Demut mangelt, da kann ich das dann doch nicht einfach behaupten, oder?
Die einleitenden Sätze, die du hier anführst, dienen mehr der Information des Beichtvaters; die abschließenden Sätze sind ein Zeichen der Reue. Wenn der Beichtvater einen kennt (wie es bei der Erstkommunionvorbereitung der Fall sein wird), braucht man ihm nicht zu erzählen, ob man ein Kind von soundsoviel Jahren ist, ob man verheiratet, ledig oder verwitwet ist etc. pp.; wenn der Beichtvater einen nicht kennt, helfen ihm diese Informationen einen passenden Zuspruch zu finden, einen guten Ratschlag zu erteilen oder eine passende Buße aufzuerlegen.

Wie lange meine letzte Beichte her ist, würde ich nur weglassen, wenn ich einen festen Beichtvater hätte, weil der es ja dann weiß; für einen anderen Beichtvater kann das zur Beurteilung der Sünden eine wichtige Information sein.

Wie du sicher weißt, ist die Reue erforderlich, um das Bußsakrament empfangen zu können. Ein Ausdruck der Reue ist daher angemessen; erforderlich ist er aber mW nicht. Ich vermute, es ist – unter rein praktischen Gesichtspunkten – hilfreich um dem Beichtvater das Ende des Bekenntnisses anzuzeigen, aber da ich nur eine Seite des Beichtstuhls kenne, weiß ich nicht ob das aus der Sicht des Priesters auch so ist.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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