"Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Allgemein Katholisches.

Moderator: taddeo

Benutzeravatar
umusungu
Beiträge: 4570
Registriert: Donnerstag 1. Januar 2004, 13:30

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von umusungu » Donnerstag 3. August 2017, 21:09

martin v. tours hat geschrieben:
Donnerstag 3. August 2017, 20:28
Der ganze Artikel zeigt einmal mehr wie ahnungslos und entchristlicht dieses Land schon ist (egal ob Katholiken oder Evangelisch).
Soo ahnungslos ist er doch nicht.
Wodurch wird ein getaufter Mensch zu einem Katholiken oder Evangelischen?
- durch einen Verwaltungsakt - durch die Eintragung ins Taufregister der jeweiligen konfessionsgebundenen Gemeinde!

Marcus, der mit dem C
Beiträge: 184
Registriert: Sonntag 26. April 2015, 15:02
Wohnort: Sanctae Romanae Ecclesiae Specialis Vera Filia

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Marcus, der mit dem C » Donnerstag 3. August 2017, 21:21

Zitat aus dem Artikel:
"Sie geht trotzdem mit mir, jedoch in der Hoffnung, dass der Hostiengeber sie nicht übergeht"
Deutlicher kann man es kaum formulieren, daß man wesentliche Glaubensinhalte nicht kennt oder bekennt. Was dieser Herr da anstrebt, ist eine Ökumene der Ahnungs- und Inhaltslosigkeit und Banalität.
"Das katholische Modell ist ja seit 2000 Jahren am Scheitern und daher dringend ablösungsbedürftig"

Lycobates
Beiträge: 899
Registriert: Mittwoch 12. Juni 2013, 23:12

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Lycobates » Donnerstag 3. August 2017, 22:11

Marcus, der mit dem C hat geschrieben:
Donnerstag 3. August 2017, 21:21
Zitat aus dem Artikel:
"Sie geht trotzdem mit mir, jedoch in der Hoffnung, dass der Hostiengeber sie nicht übergeht"
Deutlicher kann man es kaum formulieren, daß man wesentliche Glaubensinhalte nicht kennt oder bekennt. Was dieser Herr da anstrebt, ist eine Ökumene der Ahnungs- und Inhaltslosigkeit und Banalität.
Ich nannte, in einem anderen, inzwischen verblichenen Forum, den NOM einmal eine "Keksfeier", und wurde dafür zensiert.
Sollte ich etwa doch recht behalten?
:blinker:

Benutzeravatar
martin v. tours
Beiträge: 2708
Registriert: Sonntag 2. November 2008, 21:30

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 20. August 2017, 19:08

Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

Benutzeravatar
Raphael
Beiträge: 11852
Registriert: Sonnabend 11. Oktober 2003, 19:25
Wohnort: Erzdiözese Köln

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Raphael » Montag 28. August 2017, 07:26

Gestern lief im ARD eine interessante Sendung über Padre Angel aus Madrid:
Das Robin Hood - Arm und Reich an einem Tisch
Neue Wege in der Mission? :hmm:

Auch andere Priester, die in der Entwicklungshilfe tätig sind, berichten, daß die Mission auch eine Verbesserung der Lebensbedingungen im Blick haben muß (!!!) und nicht "nur" das Heil der Seelen.

Der spiritus rector:
Bild
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

PascalBlaise
Beiträge: 733
Registriert: Donnerstag 12. November 2015, 11:44

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von PascalBlaise » Donnerstag 31. August 2017, 09:07

Im Traugottesdienst hätten die beiden weltliche Lieder gewollt. Unter anderem ein Lied von Helene Fischer, das ihre Beziehung beschreibt. Für ihren Traupfarrer war das kein Problem. Auch nicht, dass ihr Vater sie zum Altar führt. Andernfalls hätten sie sich wahrscheinlich für "eine andere Variante der Trauung entschieden, für eine freie Trauung oder hätten nur standesamtlich geheiratet", so Quast in einem Beitrag auf der Homepage. Sie seien jung und modern, dementsprechend sollte auch ihre Trauung ablaufen. "Und wenn die Kirche das nicht zugelassen hätte, wenn das unser Pfarrer nicht zugelassen hätte, dann glaube ich nicht, dass wir kirchlich geheiratet hätten."
Genau. Schließlich ist es ja ihr großer Tag, sie bezahlen dafür und haben deswegen auch das Anrecht,
dass das dann alles genauso läuft, wie sie es sich wünschen. :|
http://katholisch.de/aktuelles/aktuelle ... ns-gefallt
– et lux in tenebris lucet et tenebrae eam non comprehenderunt –

Benutzeravatar
martin v. tours
Beiträge: 2708
Registriert: Sonntag 2. November 2008, 21:30

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von martin v. tours » Donnerstag 31. August 2017, 16:26

Warum den auch nicht? Schließlich bezahlt man ja auch Kirchensteuer !
Dann kann der Pfarrer auch den Conférencier ( vulgo Hanswurst) machen.

Schafft endlich diesen Sargnagel "Kirchensteuer" ab !
Wird wohl nicht passieren.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

Benutzeravatar
marcus-cgn
Beiträge: 827
Registriert: Mittwoch 2. Mai 2012, 14:45

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von marcus-cgn » Freitag 1. September 2017, 10:14

Versucht Papst Franziskus den NOM in die Nähe eines Dogmas zu rücken, das nachkonziliare Liturgieverständnis als defintiv festzuschreiben?
Hintergrund sind seine Äußerungen während der Woche der Liturgie, wo er den NOM als unumkehrbar bezeichnete und anfügte: Das könne er mit höchster Lehrautorität sagen, eine Formulierung knapp unterhalb der Schwelle zur Unfehlbarkeit.

Lilaimmerdieselbe
Beiträge: 2111
Registriert: Dienstag 4. Dezember 2012, 11:16

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Freitag 1. September 2017, 19:53

Persönlich halte ich das für eine leere Drohung. Dieser Papst scheint mir vor dogmatischen und liturgischen Festlegungen zurück zu schrecken. Vermutlich wird man ein paar Jahre nach seinem Pontifikat sich fragen; War da was? Er ist nicht halb so progressiv, wie seine Fans hoffen und seine Gegner fürchten. Vielleicht braucht man auf lange Sicht gerade jemanden wie ihn.

Benutzeravatar
Hubertus
Beiträge: 9774
Registriert: Montag 3. Mai 2010, 20:08

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Hubertus » Freitag 1. September 2017, 20:23

marcus-cgn hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 10:14
Versucht Papst Franziskus den NOM in die Nähe eines Dogmas zu rücken, das nachkonziliare Liturgieverständnis als defintiv festzuschreiben?
Das ist gut vorstellbar.
marcus-cgn hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 10:14
Hintergrund sind seine Äußerungen während der Woche der Liturgie, wo er den NOM als unumkehrbar bezeichnete und anfügte: Das könne er mit höchster Lehrautorität sagen, eine Formulierung knapp unterhalb der Schwelle zur Unfehlbarkeit.
Papst Franz (lt. Quelle*) hat geschrieben:“We can affirm with certainty and magisterial authority that the liturgical reform is irreversible.”
Das ist in der Tat ein schweres Geschütz. Zudem ist dies kein Satz, der einfach so dahingesagt worden wäre. Sollte die Übersetzung stimmen, ist sogar das päpstliche 'Wir' wieder da. Und in der Tat kann man auf diesem Video sehen, daß Franz die Rede abliest. Die Worte waren also bewußt, mit Bedacht gewählt. Es ist zumindest wieder einmal klar geworden, woher der Wind wehrt.


*) Quelle: https://cruxnow.com/vatican/2017/08/24/ ... eversible/
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

Benutzeravatar
taddeo
Moderator
Beiträge: 18233
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2007, 09:07
Wohnort: in Superiori Palatinatu

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von taddeo » Freitag 1. September 2017, 21:35

Hubertus hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 20:23
marcus-cgn hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 10:14
Versucht Papst Franziskus den NOM in die Nähe eines Dogmas zu rücken, das nachkonziliare Liturgieverständnis als defintiv festzuschreiben?
Das ist gut vorstellbar.
marcus-cgn hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 10:14
Hintergrund sind seine Äußerungen während der Woche der Liturgie, wo er den NOM als unumkehrbar bezeichnete und anfügte: Das könne er mit höchster Lehrautorität sagen, eine Formulierung knapp unterhalb der Schwelle zur Unfehlbarkeit.
Papst Franz (lt. Quelle*) hat geschrieben:“We can affirm with certainty and magisterial authority that the liturgical reform is irreversible.”
Das ist in der Tat ein schweres Geschütz. Zudem ist dies kein Satz, der einfach so dahingesagt worden wäre. Sollte die Übersetzung stimmen, ist sogar das päpstliche 'Wir' wieder da. Und in der Tat kann man auf diesem Video sehen, daß Franz die Rede abliest. Die Worte waren also bewußt, mit Bedacht gewählt. Es ist zumindest wieder einmal klar geworden, woher der Wind wehrt.


*) Quelle: https://cruxnow.com/vatican/2017/08/24/ ... eversible/
Errare papale est.

Selbst wenn Franziskus das ex cathedra verkünden würde, würde kein Dogma daraus. Die konkrete Gestalt der Liturgie, um die es in der Liturgiereform ging, ist kein Gegenstand unabänderlichen göttlichen Rechts. Er bräuchte nur auf seinen Vorgänger Pius V. schauen, um die Unhaltbarkeit seiner Aussage zu erkennen. Schon sein Nachfolger könnte die Liturgiereform von 1970ff mit einem Federstrich abändern. (Daß das praktisch kaum passieren dürfte, ist eine andere Frage, für die der Pontifex aber ebenfalls keine lehramtliche Autorität beanspruchen kann.)
Der liebe Gott ist ein Masseur mit Händen aus Musik. (Martin Walser)

Benutzeravatar
umusungu
Beiträge: 4570
Registriert: Donnerstag 1. Januar 2004, 13:30

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von umusungu » Freitag 1. September 2017, 23:28

taddeo hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 21:35
Selbst wenn Franziskus das ex cathedra verkünden würde, würde kein Dogma daraus. Die konkrete Gestalt der Liturgie, um die es in der Liturgiereform ging, ist kein Gegenstand unabänderlichen göttlichen Rechts. Er bräuchte nur auf seinen Vorgänger Pius V. schauen, um die Unhaltbarkeit seiner Aussage zu erkennen. Schon sein Nachfolger könnte die Liturgiereform von 1970ff mit einem Federstrich abändern. (Daß das praktisch kaum passieren dürfte, ist eine andere Frage, für die der Pontifex aber ebenfalls keine lehramtliche Autorität beanspruchen kann.)
Pius V. hat es allerdings versucht:
„Von nun an soll in allen kommenden Zeiten auf dem christlichen Erdkreis nicht anders als nach dem von Uns herausgegebenen Missale gesungen oder gelesen werden. (...) Wir setzen fest und ordnen an, daß diesem Unserem gerade herausgegebenen Missale niemals etwas hinzugefügt, daraus etwas weggenommen oder an ihm etwas verändert werden darf.“

Benutzeravatar
Hubertus
Beiträge: 9774
Registriert: Montag 3. Mai 2010, 20:08

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Hubertus » Sonnabend 2. September 2017, 09:52

taddeo hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 21:35
Errare papale est.

Selbst wenn Franziskus das ex cathedra verkünden würde, würde kein Dogma daraus. Die konkrete Gestalt der Liturgie, um die es in der Liturgiereform ging, ist kein Gegenstand unabänderlichen göttlichen Rechts. Er bräuchte nur auf seinen Vorgänger Pius V. schauen, um die Unhaltbarkeit seiner Aussage zu erkennen. Schon sein Nachfolger könnte die Liturgiereform von 1970ff mit einem Federstrich abändern. (Daß das praktisch kaum passieren dürfte, ist eine andere Frage, für die der Pontifex aber ebenfalls keine lehramtliche Autorität beanspruchen kann.)
Das ist ja klar. Es ist aber immer wieder auffällig, für welche päpstlichen Aussagen dann das ganze Vokabular rausgekramt wird, das man doch sonst eigentlich als "überwunden" darstellt. Und es zeigt m.E., daß die liturgische Frage diesem Papst wichtiger ist, als manche es vermuten bzw. immer darstellen.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

Benutzeravatar
taddeo
Moderator
Beiträge: 18233
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2007, 09:07
Wohnort: in Superiori Palatinatu

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von taddeo » Sonnabend 2. September 2017, 15:24

umusungu hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 23:28
taddeo hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 21:35
Selbst wenn Franziskus das ex cathedra verkünden würde, würde kein Dogma daraus. Die konkrete Gestalt der Liturgie, um die es in der Liturgiereform ging, ist kein Gegenstand unabänderlichen göttlichen Rechts. Er bräuchte nur auf seinen Vorgänger Pius V. schauen, um die Unhaltbarkeit seiner Aussage zu erkennen. Schon sein Nachfolger könnte die Liturgiereform von 1970ff mit einem Federstrich abändern. (Daß das praktisch kaum passieren dürfte, ist eine andere Frage, für die der Pontifex aber ebenfalls keine lehramtliche Autorität beanspruchen kann.)
Pius V. hat es allerdings versucht:
„Von nun an soll in allen kommenden Zeiten auf dem christlichen Erdkreis nicht anders als nach dem von Uns herausgegebenen Missale gesungen oder gelesen werden. (...) Wir setzen fest und ordnen an, daß diesem Unserem gerade herausgegebenen Missale niemals etwas hinzugefügt, daraus etwas weggenommen oder an ihm etwas verändert werden darf.“
Genau das meinte ich. :daumen-rauf:
Immerhin 400 Jahre hat diese Vorschrift ja auch gehalten, aber sie konnte nicht verhindern, daß immer wieder kleinere Änderungen am Missale vorgenommen wurden und dann schließlich die Liturgiereform von 1970 kam. Und was sind im Leben der Kirche schon 400 Jahre ... angesichts der heutigen Schnellebigkeit bin ich sicher, daß die Liturgie von 1970 eine deutlich geringere Halbwertszeit haben wird. Daran wird auch kein Franziskus was ändern können.
Der liebe Gott ist ein Masseur mit Händen aus Musik. (Martin Walser)

Benutzeravatar
Hubertus
Beiträge: 9774
Registriert: Montag 3. Mai 2010, 20:08

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Hubertus » Sonnabend 2. September 2017, 17:34

taddeo hat geschrieben:
Sonnabend 2. September 2017, 15:24
umusungu hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 23:28
taddeo hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 21:35
Selbst wenn Franziskus das ex cathedra verkünden würde, würde kein Dogma daraus. Die konkrete Gestalt der Liturgie, um die es in der Liturgiereform ging, ist kein Gegenstand unabänderlichen göttlichen Rechts. Er bräuchte nur auf seinen Vorgänger Pius V. schauen, um die Unhaltbarkeit seiner Aussage zu erkennen. Schon sein Nachfolger könnte die Liturgiereform von 1970ff mit einem Federstrich abändern. (Daß das praktisch kaum passieren dürfte, ist eine andere Frage, für die der Pontifex aber ebenfalls keine lehramtliche Autorität beanspruchen kann.)
Pius V. hat es allerdings versucht:
„Von nun an soll in allen kommenden Zeiten auf dem christlichen Erdkreis nicht anders als nach dem von Uns herausgegebenen Missale gesungen oder gelesen werden. (...) Wir setzen fest und ordnen an, daß diesem Unserem gerade herausgegebenen Missale niemals etwas hinzugefügt, daraus etwas weggenommen oder an ihm etwas verändert werden darf.“
Genau das meinte ich. :daumen-rauf:
Immerhin 400 Jahre hat diese Vorschrift ja auch gehalten, aber sie konnte nicht verhindern, daß immer wieder kleinere Änderungen am Missale vorgenommen wurden und dann schließlich die Liturgiereform von 1970 kam. Und was sind im Leben der Kirche schon 400 Jahre ... angesichts der heutigen Schnellebigkeit bin ich sicher, daß die Liturgie von 1970 eine deutlich geringere Halbwertszeit haben wird. Daran wird auch kein Franziskus was ändern können.
marcus-cgn hat zurecht darauf hingewiesen, daß es in erster Linie darum geht, das "nachkonziliare Liturgieverständnis als defintiv festzuschreiben". Es geht dabei nicht um ein konkretes Meßbuch, sondern den Bruch mit dem traditionellen Verständnis der Hl. Messe als dem Opfer der Kirche. Es geht darum, die in weiten Teilen dem protestantischen "Gottesdienst"-Verständnis angenäherte Praxis (Volksprache, Zurückdrängung des Opfercharakters, Überbetonung der "Gemeinde", Verunklarung des Priestertums durch Laien-Dienste wie Lektoren, Kommunionhelfer etc.) festzuschreiben. Zu behaupten, es ginge konkret um das 1970er-Missale, geht am Anliegen des Papstes völlig vorbei. Und es soll doch bitte niemand kommen und behaupten: "Ja, aaaber man kann den NO doch auch auf Latein und versus Deum ..." Das Latein ist in dieser Art von Liturgieverständnis ein absoluter Fremdkörper. s. auch schon hier: viewtopic.php?p=761337#p761337
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

Benutzeravatar
umusungu
Beiträge: 4570
Registriert: Donnerstag 1. Januar 2004, 13:30

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von umusungu » Sonnabend 2. September 2017, 22:16

Raphael hat geschrieben:
Montag 28. August 2017, 07:26
Auch andere Priester, die in der Entwicklungshilfe tätig sind, berichten, daß die Mission auch eine Verbesserung der Lebensbedingungen im Blick haben muß (!!!) und nicht "nur" das Heil der Seelen.
Verkündigung des Evangeliums (Mission) war immer Seelsorge UND Leibsorge.
Alle Pastoral hat immer den ganzen Menschen im Blick: Körper - Geist - Seele.

CIC_Fan
Beiträge: 5237
Registriert: Donnerstag 24. April 2014, 14:08

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 3. September 2017, 09:06

taddeo hat geschrieben:
Sonnabend 2. September 2017, 15:24
umusungu hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 23:28
taddeo hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 21:35
Selbst wenn Franziskus das ex cathedra verkünden würde, würde kein Dogma daraus. Die konkrete Gestalt der Liturgie, um die es in der Liturgiereform ging, ist kein Gegenstand unabänderlichen göttlichen Rechts. Er bräuchte nur auf seinen Vorgänger Pius V. schauen, um die Unhaltbarkeit seiner Aussage zu erkennen. Schon sein Nachfolger könnte die Liturgiereform von 1970ff mit einem Federstrich abändern. (Daß das praktisch kaum passieren dürfte, ist eine andere Frage, für die der Pontifex aber ebenfalls keine lehramtliche Autorität beanspruchen kann.)
Pius V. hat es allerdings versucht:
„Von nun an soll in allen kommenden Zeiten auf dem christlichen Erdkreis nicht anders als nach dem von Uns herausgegebenen Missale gesungen oder gelesen werden. (...) Wir setzen fest und ordnen an, daß diesem Unserem gerade herausgegebenen Missale niemals etwas hinzugefügt, daraus etwas weggenommen oder an ihm etwas verändert werden darf.“
Genau das meinte ich. :daumen-rauf:
Immerhin 400 Jahre hat diese Vorschrift ja auch gehalten, aber sie konnte nicht verhindern, daß immer wieder kleinere Änderungen am Missale vorgenommen wurden und dann schließlich die Liturgiereform von 1970 kam. Und was sind im Leben der Kirche schon 400 Jahre ... angesichts der heutigen Schnellebigkeit bin ich sicher, daß die Liturgie von 1970 eine deutlich geringere Halbwertszeit haben wird. Daran wird auch kein Franziskus was ändern können.
wobei man bei den 400 Jahren sehr zwischen Theorie und Praxis unterscheiden muß richtig durchgesetzt hat sich fie liturgische Praxis erst im 19 Jhd in teilen der Kirche

Benutzeravatar
marcus-cgn
Beiträge: 827
Registriert: Mittwoch 2. Mai 2012, 14:45

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von marcus-cgn » Sonntag 3. September 2017, 18:52

taddeo hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 21:35

Selbst wenn Franziskus das ex cathedra verkünden würde, würde kein Dogma daraus. Die konkrete Gestalt der Liturgie, um die es in der Liturgiereform ging, ist kein Gegenstand unabänderlichen göttlichen Rechts. Er bräuchte nur auf seinen Vorgänger Pius V. schauen, um die Unhaltbarkeit seiner Aussage zu erkennen. Schon sein Nachfolger könnte die Liturgiereform von 1970ff mit einem Federstrich abändern. (Daß das praktisch kaum passieren dürfte, ist eine andere Frage, für die der Pontifex aber ebenfalls keine lehramtliche Autorität beanspruchen kann.)
Eine Frage ist, ob der Papst in dieser Angelegenheit definitiv lehren kann, eine andere Frage ist, inwieweit seine Nachfolger daran gebunden sind. Ich bin kein Kirchenrechtsexperte, halte es aber für möglich, dass das Liturgieverständnis durchaus ein Gegenstand für unfehlbares Lehren im Sinne von can. 747 § 1 sein könnte. Liest man den Kanon genau, wird deutlich, dass das Lehramt in dieser Hinsicht nicht nur für das depositum fidei im engeren Sinne zuständig ist, sondern für alles was dazu dient, das depositum fidei “heilig zu bewahren“. Diese weite Fassung ermöglicht es dem Papst in fast allen theologischen Streitfragen unfehlbar zu lehren.
Hubertus hat geschrieben:
Freitag 1. September 2017, 20:23
Das ist in der Tat ein schweres Geschütz. Zudem ist dies kein Satz, der einfach so dahingesagt worden wäre. Sollte die Übersetzung stimmen, ist sogar das päpstliche 'Wir' wieder da. Und in der Tat kann man auf diesem Video sehen, daß Franz die Rede abliest. Die Worte waren also bewußt, mit Bedacht gewählt. Es ist zumindest wieder einmal klar geworden, woher der Wind wehrt.


*) Quelle: https://cruxnow.com/vatican/2017/08/24/ ... eversible/
Die Wortwahl und die weit gefasste Begründung (von Pius X. bis Paul VI.) sind Indizien, dass eine defintive Entscheidung vorbereitet wird. Unabänderlich oder unwiderruflich sind kirchenamtliche Ausdrücke für unfehlbares Lehren.
Interessant ist der Gebrauch von “wir“. Das könnte ein Hinweis sein, dass Franziskus gar nicht an eine ex cathedra Entscheidung (can. 749 § 1) denkt, sondern an einer Entscheidung im Sinne von can. 749 § 2 Halbsatz 2 arbeitet: Auch das über die Welt verstreute Bischofskollegium kann in Gemeinschaft mit dem Papst unfehlbar lehren. Papst Franziskus würde in diesem Fall den Konsens (hier über den NOM) einfach nur feststellen. Das kann er praktisch im Alleingang tun, wenn keine größere Gruppe widerspricht. Ein kollegialer Akt ist dazu nicht erforderlich. Die hier diskutierte Papstansprache könnte der erste Schritt in diesem Prozess sein.

Fazit: Eine definitive Entscheidung über eine Frage aus dem Sekundärbereich des Lehramts, durchgesetzt durch die Hintertür, indem ein Konsens des Bischofskollegiums festgestellt wird.

Benutzeravatar
Hubertus
Beiträge: 9774
Registriert: Montag 3. Mai 2010, 20:08

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Hubertus » Sonntag 3. September 2017, 20:25

marcus-cgn hat geschrieben:
Sonntag 3. September 2017, 18:52
Die Wortwahl und die weit gefasste Begründung (von Pius X. bis Paul VI.) sind Indizien, dass eine defintive Entscheidung vorbereitet wird. Unabänderlich oder unwiderruflich sind kirchenamtliche Ausdrücke für unfehlbares Lehren.
Interessant ist der Gebrauch von “wir“. Das könnte ein Hinweis sein, dass Franziskus gar nicht an eine ex cathedra Entscheidung (can. 749 § 1) denkt, sondern an einer Entscheidung im Sinne von can. 749 § 2 Halbsatz 2 arbeitet: Auch das über die Welt verstreute Bischofskollegium kann in Gemeinschaft mit dem Papst unfehlbar lehren. Papst Franziskus würde in diesem Fall den Konsens (hier über den NOM) einfach nur feststellen. Das kann er praktisch im Alleingang tun, wenn keine größere Gruppe widerspricht. Ein kollegialer Akt ist dazu nicht erforderlich. Die hier diskutierte Papstansprache könnte der erste Schritt in diesem Prozess sein.

Fazit: Eine definitive Entscheidung über eine Frage aus dem Sekundärbereich des Lehramts, durchgesetzt durch die Hintertür, indem ein Konsens des Bischofskollegiums festgestellt wird.
:hmm: interessant. An diese Möglichkeit hatte ich gar nicht gedacht, obwohl sie potentiell naheliegender ist. Das müßte der Kontext entscheiden, ob das ein "wir" oder ein "Wir" ist - kennt ihn jemand?
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

Benutzeravatar
Yeti
Beiträge: 2770
Registriert: Donnerstag 10. Februar 2005, 14:39
Wohnort: In the middle of the Ländle

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Yeti » Donnerstag 7. September 2017, 11:12

Neues Interviewbuch mit Papst Franziskus
Große Beachtung in Interviews mit Franziskus finden traditionell die Aussagen, die er über seinen Vorgänger Benedikt XVI. macht. In dem neuen Interview-Buch lässt Franziskus keinen Zweifel daran, dass er vollständig hinter den auch innerkirchlich umstrittenen beiden Instruktionen der Glaubenskongregation zur Befreiungstheologie steht. Sie brachten deren einstigem Präfekten Joseph Ratzinger in den 1980er Jahren der Beinamen "Panzer-Kardinal" ein. Auch einem Schlüsselbegriff im theologischen Denken Benedikt XVI. schließt sich Franziskus vorbehaltlos an, der "Hermeneutik der Kontinuität". Damit wandte sich Benedikt XVI. gegen all jene, die das Zweite Vatikanische Konzil als Bruch mit der Tradition verstanden wissen wollten.
Neu und bemerkenswert ist aus Sicht von Beobachtern hingegen Franziskus' Absage an die Lehre vom "gerechten Krieg": "Wir müssen das Konzept vom "gerechten Krieg" heute überdenken", so der Papst. "Kein Krieg ist gerecht. Das einzige, was gerecht ist, ist der Frieden". Bereits seit längerem wird spekuliert, dass der Vatikan sich möglicherweise von der im Katechismus festgeschriebenen Lehre verabschieden will, wonach ein Krieg unter bestimmten Bedingungen gerechtfertigt sein kann. Der Päpstliche Rat "Iustitia et Pax" und "Pax Christi" hatten im April 2016 im Vatikan eine Tagung zu diesem Thema veranstaltet. Die Teilnehmer appellierten in einer Erklärung an den Papst, er möge sich vom gerechten Krieg verabschieden und eine Friedensenzyklika schreiben. Könnten diese Äußerungen des Papstes darauf hindeuten, dass Franziskus tatsächlich eine Enzyklika über den Frieden plant?
#gottmensch statt #gutmensch

CIC_Fan
Beiträge: 5237
Registriert: Donnerstag 24. April 2014, 14:08

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 7. September 2017, 14:20

ich denke die klassische Lehre vom gerechten Krieg hat in der Zeit globaler Konflikte keine Bedeutung mehr

Benutzeravatar
HeGe
Moderator
Beiträge: 12442
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56
Wohnort: Erzbistum Köln

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von HeGe » Mittwoch 13. September 2017, 13:41

kath.net hat geschrieben: Schützen, Muslime und Homosexuelle

Der Aachener Bischof Helmut Dieser unterstützt die katholischen Schützenbruderschaften in ihrem Öffnungsprozess gegenüber Muslimen und Homosexuellen. [...]
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

Benutzeravatar
Niels
Beiträge: 21475
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 11:13
Kontaktdaten:

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Niels » Mittwoch 13. September 2017, 15:33

:glubsch:
"Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche." (Joseph Kardinal Ratzinger)

Benutzeravatar
Sascha B.
Beiträge: 1567
Registriert: Mittwoch 21. April 2010, 20:25
Wohnort: Bayern

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Sascha B. » Mittwoch 13. September 2017, 16:15

HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 13. September 2017, 13:41
kath.net hat geschrieben: Schützen, Muslime und Homosexuelle

Der Aachener Bischof Helmut Dieser unterstützt die katholischen Schützenbruderschaften in ihrem Öffnungsprozess gegenüber Muslimen und Homosexuellen. [...]
Auch ein Homosexueller kann ein guter Schütze und sogar ein guter Katholik sein.
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
Herr, erbarme dich.

Benutzeravatar
Gallus
Beiträge: 3395
Registriert: Montag 27. Dezember 2010, 11:13
Wohnort: Erzbistum Köln

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Gallus » Mittwoch 13. September 2017, 16:19

HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 13. September 2017, 13:41
kath.net hat geschrieben: Schützen, Muslime und Homosexuelle

Der Aachener Bischof Helmut Dieser unterstützt die katholischen Schützenbruderschaften in ihrem Öffnungsprozess gegenüber Muslimen und Homosexuellen. [...]
Aber keine Protestanten? Na, immerhin. :P

Benutzeravatar
Yeti
Beiträge: 2770
Registriert: Donnerstag 10. Februar 2005, 14:39
Wohnort: In the middle of the Ländle

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von Yeti » Mittwoch 13. September 2017, 16:24

Überschrift für ein Interview der "Herder-Korrespondenz" mit Bischof Stefan Oster: „Ich bin ein Suchender“ Der Interviewer hat dieses Fragment als Programmpunkt verstanden (bzw. verstehen wollen), denn dort heißt es:
"Ich bin ja selbst immer noch ein Suchender. Denn es gibt zwar die tiefe Erfahrung des Angekommenseins bei Christus. Aber umgekehrt gilt: Wer bei ihm wirklich angekommen ist, bei dem wächst die Sehnsucht. Mit Christus ist man ja nie zu Ende. Aber worin ich ziemliche Gewissheit habe, ist, dass sich mein existenzieller Grund nicht mehr verändert. Ich bin daheim, Jesus ist der Grund meines Daseins – und nicht mehr austauschbar, zum Beispiel durch Buddha oder einen anderen."
Im Gesamten der Aussagen von Bischof Oster müsste die Überschrift des Interviews daher lauten: Wer die Suche als einzigen Programmpunkt hat, will gar nicht ankommen. Bischof Oster ist ein Segen für die Kirche. :daumen-rauf:
#gottmensch statt #gutmensch

Benutzeravatar
HeGe
Moderator
Beiträge: 12442
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 18:56
Wohnort: Erzbistum Köln

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von HeGe » Mittwoch 4. Oktober 2017, 14:09

Nachdem ich heute morgen einen Blick in unsere aktuelle Ausgabe der Kirchenzeitung geworfen habe, muss ich erst einmal leichten Frust loswerden. Denn die dortige Seite 2 finde ich sehr bezeichnend. Bei den Inhaltshinweisen wird auf einen Bericht im hinteren Teil des Heftes verwiesen, nach dem eine zunehmende Zahl an Kirchen geschlossen und in Wohnraum umgewandelt wird. Und womit beschäftigen sich die beiden halbseitigen Artikel auf der gleichen Seite? Einer mit Flüchtlingspolitik, der andere mit Umweltpolitik. Die Kirche geht dem Untergang entgegen, aber Hauptsache, sie tut es klimaneutral. :roll:
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

CIC_Fan
Beiträge: 5237
Registriert: Donnerstag 24. April 2014, 14:08

Re: "Den Weg der Erneuerung weitergehen" 2.0

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 4. Oktober 2017, 16:17

klar den die andern leben ja weiter da ist klimaneutralität wichtig :D

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema