Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

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Kai
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Kai » Donnerstag 7. Juli 2016, 01:17

umusungu hat geschrieben:Arrogante User, die über die Situation der Roma auf dem Balkon nichts wissen, können so urteilen.
:D :D :D
'tschuldigung, dass ich lache, aber du meintest wahrscheinlich "Balkan", nicht "Balkon".

(Ich stelle mir gerade die 40 Mann auf dem Balkon vor.)

:D :D
"Und wenn da ein Tabernakel rumsteht – heute neigen Tabernakel ein wenig zum Rumstehen – dann wird der überhaupt nicht beachtet."
(Dr. W. Haßelberg-Dingenskirchen)

Caviteño
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 7. Juli 2016, 07:28

ar26 hat geschrieben:
Um die die Diskussion mal wieder zu versachlichen, würde ich gern mal wissen, wie genau man sich die Situation bzw. Verfolgung der Roma in "den Balkanländern" (welche genau eigentlich?) vorzustellen hat. Vielleicht könnt Ihr etwas konkreter werden. Würde mich ehrlich interessieren.
Wir waren vor einigen Jahren in Siebenbürgen, Rumänien. Die Roma stehen dort auf der untersten Leiter im gesellschaftlichen System. Sobald mit Rumänen das Gespräch darauf kam, konnte man wirklich nur blanke Ablehnung hören. Sie sprachen nur von den "gypsies". Ähnlich war die Situation im Osten der Slowakei.

Verfolgung i.S. von politischer Verfolgung scheint es aber wohl nicht zu geben, sonst könnten die Länder wohl auch nicht in der EU bzw. Beitrittskandidat sein. Sie wollen ein besseres Leben, von den hohen Sozialleistungen in D. profitieren. Schließlich sind sie auf ihrem Weg nach D. ja auch durch Länder gekommen, in denen sie vor - vermeintlicher - Verfolgung geschützt waren.

Im übrigen will ich noch auf folgendes hinweisen:
Ein Sprecher der Demonstranten, der aus Mazedonien kommt, sagte: "alle haben einen Abschiebebescheid bereits erhalten." Viele von ihnen waren zuvor in den bayerischen Rückführungszentren in Bamberg und Manching untergebracht.
Mit einem stillen Protest wollen rund 4 Roma-Flüchtlinge im Dom erreichen, dass sie nicht abgeschoben werden.
aus dem von taddeo verlinkten Artikel http://www.onetz.de/regensburg-in-der-o ... rationsbox

Das bedeutet, daß das Asylverfahren abgeschlossen und die sog. "Flüchtlinge" ausreisepflichtig sind. Sie waren bereits in Rückführungszentren untergebracht. Durch diese Aktion wird die Abschiebung empfindlich gestört. Man kann nicht zügige Asylverfahren und schnelle Abschiebungen fordern, um die Akzeptanz der sog. "Flüchtlinge" in der Bevölkerung zu erhöhen, dann aber gleichzeitig "Kirchenasyl" in bereits rechtskräftig entschiedenen Fällen zu gewähren und damit staatliche Maßnahmen zu unterlaufen.

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ar26
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von ar26 » Donnerstag 7. Juli 2016, 13:01

Vielen Dank Cavitenio und Tinius. Allerdings sind Eure Beispiele ja größtenteils EU-Staaten. Diese Roma mithin Unionsbürger, die legal einreisen und sich am hiesiegen Erwerbsleben beteiligen können. Mich hätten eher Der Serbien usw. interessiert.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von DarPius » Donnerstag 7. Juli 2016, 23:20

taddeo hat geschrieben:
DarPius hat geschrieben:4 Roma-Flüchtlinge...
Weiter brauche ich nicht zu lesen. Übersetzt heißt es 4 arrogante Zigeuner.
Klare Feindbilder erleichtern das Leben ungemein. :angewidert:
Richtig. Und der Katechismus lehrt uns, wo der Feind ist. Manchmal ist es nur eigene Dummheit oder Naivität, die zum Bösen führt.
Vir Probatus hat geschrieben: Hoffentlich haben sie Zugang zu sanitären Einrichtungen.
Keine Bange. Die werden es weder in der Kirche noch in den sanitären Einrichtungen der Weißen tun, weil sie dadurch "verunreinigt" werden. ;-)
Über empirische Befunde werde ich nicht ausführlich berichten. Eine gute Beschreibung ihrer heidnischen Unsitten kann man hier studieren:
http://www.sp8-zawiercie.eu/app/downloa ... Polsce.pdf
Leider nur auf Polnisch. Bevor das jemand gelesen und verstanden hat, soll bitte schön zum Thema "Zigeuner" den Ball flach halten.

Einblicke in die fröhliche Unkultur sind auch bei Youtube zu finden:
https://www.youtube.com/watch?v=pN5P6ktMVQ
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von ar26 » Donnerstag 7. Juli 2016, 23:55

@DarPius
Vielen Dank für den Hinweis auf Ficowskis Werk. Ich werde mal etwas hineinlesen. Der Autor scheint ein echter Experte auf dem Gebiet zu sein, allerdings beschreibt er die Situation in Polen und nicht auf dem Balkan.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von DarPius » Freitag 8. Juli 2016, 00:16

Na ja. Das Wesentlichste: ihr Fleiß, Ordnungsliebe, Redlichkeit und Tüchtigkeit wird überall bekannt sein, wofür sie auch so geliebt sind.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von guatuso » Sonnabend 9. Juli 2016, 19:39

DarPius hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
DarPius hat geschrieben:4 Roma-Flüchtlinge...
Weiter brauche ich nicht zu lesen. Übersetzt heißt es 4 arrogante Zigeuner.
Klare Feindbilder erleichtern das Leben ungemein. :angewidert:
Richtig. Und der Katechismus lehrt uns, wo der Feind ist. Manchmal ist es nur eigene Dummheit oder Naivität, die zum Bösen führt.
Vir Probatus hat geschrieben: Hoffentlich haben sie Zugang zu sanitären Einrichtungen.
Keine Bange. Die werden es weder in der Kirche noch in den sanitären Einrichtungen der Weißen tun, weil sie dadurch "verunreinigt" werden. ;-)
Über empirische Befunde werde ich nicht ausführlich berichten. Eine gute Beschreibung ihrer heidnischen Unsitten kann man hier studieren:
http://www.sp8-zawiercie.eu/app/downloa ... Polsce.pdf
Leider nur auf Polnisch. Bevor das jemand gelesen und verstanden hat, soll bitte schön zum Thema "Zigeuner" den Ball flach halten.

Einblicke in die fröhliche Unkultur sind auch bei Youtube zu finden:
https://www.youtube.com/watch?v=pN5P6ktMVQ
Danke dafuer, dass du die "Stimme fuer die Zigan erhebst". So etwas wie Gotteslob, nicht wahr?

Angeblich kaemen sie urspruenglich aus Aegypten, doch meiner Information nach war Indien das Ursprungsland, die loszogen weil sie zur untersten Klasse gehoerten und ein besseres Leben suchten. Zigans, ein Volk mit Nationalhymne und Fahne, aber ohne Raum und Land.
Im 14. 15. Jahrhundert durfte im westlichen Europa niemand in die Stadt, der dort nicht geboren wurde, und so mussten sie auf der Landstrasse hausen, unter freiem Himmel,wie Schauspieler, fahrende Scholaren, Vaganten, Diebe, Besitzlose. Aus dieser Zeit kommt der Mythos, sie wuerden Kinder stehlen und natuerlich die Waesche (das mag vorgekommen sein, wie das bei Menschen vorkommt, die quasi unberuehrbar sind und sich niemals festsetzen durften). Sie haben bis heute Teile ihrer eigenstaendigen Kultur bewahrt, aber die Verachtung, die man diesen Menschen gegenueber bringt, die sich nie fest setzen durften, lebt und blueht und gedeiht wie Unkraut. Sie sind der Spiegel saemtlicher Vorteile.
Die Spanier versuchen seit 5 Jahren den Indio zu einem europaeischen Leben zu bewegen, es gelingt fast nie.
Du erwartest doch nicht, dass es bei den Ziganz in wenigen Jahren gelingt?

Wir lieben den Flamenco.Wie peinlich, es ist ein Zigeunertanz mit trauriger Zigeunermusik.
Wir lesen Jahr um Jahr von der schwarzen Madonna die ins Meer getragen wird und wissen nicht, dass sich Jahr um Jahr zigtausende Zigans auf den Weg machen, um dieses religioese Ereignis, ihr Ereignis, zu feiern. Dass es heidnisch ist,wie DarPius behauptet, ist mir neu.
Dann ist ja auch unser Brauch an der Playa Tortuga die Madonna aufs Meer zu fahren heidnisch.
Und der Brauch die Negrita, unsere schwarze Madonna, unter das Volk zu tragen auch heidnisch.

Wir bezweifeln nicht, dass es stehlende Zigeunerbanden gibt, dass sie ihre Frauen und Kinder zum Betteln schicken und alles dem Mann abgeben muessen. Das ist Teil ihrer Lebensform.
Die haben halt keinen Feminismus und keinen Genderismus.
Wie elendig.

Die Geschichte des Dachdeckers aus Leipzig, der 188 entlassen wurde, weil er bei der Polizei als Zeuge aussagen musste - und die Entlassung wurde begruendet mit dem kriminellem Umgang den er habe, wenn er Zeuge sei. Und die Dachdeckerinnung hat das voll und ganz bestaetigt und unterstuetzt.
Die Geschichte wie er im Winter zu Fuss nach Berlin marschierte weil es hier eine Arbeit gaebe, doch sie wra bereits vergeben. Und er stand ohne Arbeit und Zimmer udn klaute einen einzigen Apfel und wurde ertappt und bekam 6 Monate Haft und danach war sein ganzes weiteres leben zerstoert, er war Vorbestraft und hauste nun auf der Strasse und musste von Kleindiebstahlen leben. Da letzte, was ich von ihm las in den "kriminologischen Blaettern" aus den Archiven, war, dass er 2,6 Jahre Zuchthaus bekommen hatte.
Er wurde ein Zigeuner, ein Herumtreiber, weil die brave Gesellschaft es so wollte.
Und die gleiche Struktur besteht noch immer.
Noch um 192 war "die kleine Boerse" in Berlin der grosse Umschlageplatz fuer die geklaute Ware. Was brauchst du? Eine Taschenuhr, silber, mit dunklem Drehknopf? Komm in einer Stunde. Und eine Stunde spaeter hatte der Suchende seine gewuenschte Taschenuhr. Das ganze Scheunenviertel Berlin war eine einzige Quelle von Gaunern, Dieben, Zuhaeltern, Kleinkriminellen, Mafiamitgliedern, die den braven Buerger beschissen haben wo immer es ging.

Und dann regt man sich ueber die Ziganz auf.

Ziganz sind sehr fromm. Sie gehoeren dem fahrenden Volk an.
"Das damals mit SPD-Beteiligung regierte Bayern erließ 1953 eine sogenannte Landfahrerordnung. Dieses Gesetz sollte Menschen mit nomadischer Lebensweise den örtlichen Aufenthalt madig machen, sie von dort vergraulen"
Ja ja, sie haben einfach nicht ein ordentliches Leben fuehren zu sollen, sie sollen gefaelligst unsere Vorurteile bestaetigen und wenn es sein muss durch Gesetz.

"Vermeintliche kriminelle Aktivitäten, die den Sinti und Roma vorgeworfen wurden, ließen sich statistisch nicht bestätigen: 1954 wurden bundesweit 1.743 Sinti und Roma unter 1,1 Millionen Tatverdächtigen festgestellt. "

„Die Gesellschaft, vertreten durch ihre Behörden, spricht von ihrer Fürsorge. Das Gesetz sorgt für mich, für die Gesellschaft, für die Satten, damit die Opfer ihrer Tyrannis ihnen nicht an den Leib rücken. Ihre ‚Fürsorge‘ ist Polizistenhumanität! Ist ‚Vorsorge‘! […] Die tugendfreien Spießer sprechen von den Vagabunden als einem arbeitsscheuen Gesindel. Was weiß den (sic!) diese Gesellschaft vom Weg und Ziel der Landstraße? […] Generalstreik das Leben lang! Lebenslänglich Generalstreik!“
Bruderschaft der Vagabunden
http://www.drstefanschneider.de/armut-a ... -1929.html

Es sind also nicht nur Zigans, es sind die fahrenden Leute, die Tramps (Charly Chaplin), die Vaganten.


Die Indios lebten 6 Jahre inmitten der Natur und alles, was sie besassen, war natuerlich. Wenn der Speer zerbrochen war, warf man das Stueck Holz wieder weg.
Dann kam die moderne mit den Coca Cola Dosen. Und was machen die Indios? Sie werfen die leere Dose weg in die Natur, wie sie es 6 Jahre lang gelernt haben.
Wieviele Jahrhunderte hatte es gebraucht, bis der elegant gekleidete Deutsche seine Jauche in fluessiger und fester Form nicht mehr vom Fenster auf die Strasse kippte, sondern ein modernes Abwasser- Klaersystem aufkam und wieviele Jahre dauerte es, bis der elegante Deutsche gelernt hatte, es auch zu gebrauchen?

Und heute sagt er vergessend, wie koennen die Zigeuner nur in die Ecke scheissen. Tja.

Es geht mir nicht um Freisprechung. Nur um Fairnis.
Fairnis.
Und die wird hier wieder mal mit Hohn und Spott weg gewischt.
Sehr christlich.

Ich sollte als letztes erwaehnen, dass wir Deutsche nach dem Krieg vor Hunger aufs Land zogen und Kartoffel und Rueben und Mais geklaut haben, richtig geklaut und entwendet und gestohlen. Und war es machbar wurden auch Huehner und Saeue geklaut oder Schinken oder was nicht Niet- und Nagelfest war. Und Kohlen, die haben wir auch geklaut, mit wachsender Begeisterung.
Wer heute verachtet uns?

Barmherzigkeit ist eine Tugend.

Lilaimmerdieselbe
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonnabend 9. Juli 2016, 21:40

Die meisten Länder der BRD haben sich mit einigem Erfolg seit 50 Jahren darum bemüht, die seit 600 Jahren in Deutschland lebenden Sippen sesshaft zu machen, zum Beispiel in der Reihenhaussiedlung in Köln oder der Mühlheimer Siedlung, vor allem wegen der Schulpflicht. Diese Leute haben es weder nötig, kriminell zu werden noch brauchen sie Barmherzigkeit mehr als andere. Bei den zugewanderten seit 1989 ist die Lage ganz anders, eigentlich für EU-Roma noch schlimmer als für Roma aus nicht EU-Länder, weil für sie zwar Freizügigkeit gilt, sie aber nicht ins Asylsystem passen, weil eben aus EU. Der europäische Gerichtshof hat Tschechien und die Slowakei zwar dafür verurteilt, Romakinder ausschließlich auf Schulen für geistig Behinderte zu schicken, Ungarn hat EU-Förderung für die Ausbildung und Beschulung der Romakinder bekommen, eine besichtigungswerte Verbesserung hat es nirgendwo gegeben.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Yeti » Sonntag 10. Juli 2016, 18:25

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Die meisten Länder der BRD haben sich mit einigem Erfolg seit 50 Jahren darum bemüht, die seit 600 Jahren in Deutschland lebenden Sippen sesshaft zu machen, zum Beispiel in der Reihenhaussiedlung in Köln oder der Mühlheimer Siedlung, vor allem wegen der Schulpflicht. Diese Leute haben es weder nötig, kriminell zu werden noch brauchen sie Barmherzigkeit mehr als andere. Bei den zugewanderten seit 1989 ist die Lage ganz anders, eigentlich für EU-Roma noch schlimmer als für Roma aus nicht EU-Länder, weil für sie zwar Freizügigkeit gilt, sie aber nicht ins Asylsystem passen, weil eben aus EU. Der europäische Gerichtshof hat Tschechien und die Slowakei zwar dafür verurteilt, Romakinder ausschließlich auf Schulen für geistig Behinderte zu schicken, Ungarn hat EU-Förderung für die Ausbildung und Beschulung der Romakinder bekommen, eine besichtigungswerte Verbesserung hat es nirgendwo gegeben.
Mich beschleicht der Eindruck, dass dieses Problem erst nach Öffnung der Mauer 89/90 so virulent wurde. Stimmt's oder hab' ich Recht?
#gottmensch statt #gutmensch

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonntag 10. Juli 2016, 22:12

Das Problem mit zugewanderten osteuropäischen Roma gibt es erst seit dem Mauerfall in der BRD, in Osteuropa natürlich sehr viel länger, bloß stört das da die Mehrheitsbevölkerung nicht wirklich.
Von den deutschen Zigeunern, die katholische Zigeunerseelsorge bleibt bei diesem Begriff, haben nicht genug überlebt, um wirklich ein Problem werden zu können. Sesshaft sind mittlerweile so gut wie alle, verbürgerlicht in NRW so ungefähr die Hälfte.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von HeGe » Montag 11. Juli 2016, 13:29

Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Tinius » Montag 11. Juli 2016, 13:49

Wird Angela Merkel jetzt heilig gesprochen?

Sie erscheint jetzt bettelarmen Flüchtlingskindern im Traum..............

http://www.spiegel.de/spiegel/syrien-kr ... 2372.html


P.S.

Die Heiligsprechung könnte zusammen mit der von Christiano Ronaldo erfolgen.

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Marion
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Marion » Montag 11. Juli 2016, 16:41

guatuso hat geschrieben:Und war es machbar wurden auch Huehner und Saeue geklaut oder Schinken oder was nicht Niet- und Nagelfest war. Und Kohlen, die haben wir auch geklaut, mit wachsender Begeisterung.
Wer heute verachtet uns?

Barmherzigkeit ist eine Tugend.
Dein Aufruf zur "Barmherzigkeit" ist unerträglich! Es ist nicht barmherzig die Sünde wegzuwischen oder sie kleinzureden. Das auch noch mit der Begründung, daß ihr (also du und deinesgleichen Spass hatten beim Klauen). Wenn du und deinesgleichen Spass am Klauen habt oder und hattet, dann habt ihr das zu bereuen, das muss zumindest versucht werden wieder gut zu machen. Und um Barmherzigkeit habt ihr beim Herrn zu betteln, daß er euch die Schandtat vergibt.
Es ist nicht barmherzig in der Gegend rumzuposaunen, daß andere nun Verständis dafür aufbringen sollen, daß sie nun mal beklaut werden müssen, weil du und deinesgleichen wachsende Begeisterung am klauen hattet. Das ist einfach nur durchgeknallt. Notleidende können übrigens auch arbeiten gehen oder betteln, wenn sie keine Arbeit finden. Es scheint so, daß du meinst sie können gar nicht anders und sind also so unter Druck und gezwungenermaßen zum betrügen, zum klauen, zum lügen und auch um sich sonst völlig daneben zubenehmen, bestimmt. Das ist übrigens eine absolute Unverschämtheit gegenüber Notleidenden. Ich persönlich kenne tatsächlich mehr anständige Arme, als solche Unanständigen von denen du hier öfter sprichst und wohl umzingelt bist und gar nichts anderes mehr siehst.

Und mach dir mal Gedanken über die Barmherzigkeit mit friedliebenden, die sich anständig benehmen, indem du für Recht und Ordnung plädierst. Unbusfertige Verbrecher benötigen auch Barmherzigkeit. Aber nicht dein Tüdeltitü, sondern eine an die Ohren, daß sie vielleicht aufwachen bevor es zu spät ist und noch bereuen können, bevor sie mal ne Kugel durch den Kopf kriegen beim "Klauen mit Begeisterung".

Jemanden eine Sünde vergeben ist etwas anderes als Verständnis für die Sünde zu haben. Die Sünde muss gehasst werden und zwar genauso feste wie Gott geliebt werden muss. Es ist nicht barmherzig die Schuld der Sünde kleinzuschwätzen, auch ist es nicht barmherzig die Schuld der Sünde einem anderen reinzudrücken (Der Zigeuner oder Indianer beklaut den Weißen, weil der Weiße böse ist und somit ist die Sünde der Zigeuner und Indianer kleiner bis weg, weil wir jetzt nen neuen Sündenbock gefunden haben). Es ist Barmherzig die große Sünde zu vergeben. Die ist und bleibt groß. Und bleibt bei dem der sie getan hat. Barmherzig ist es die große Sünde zu vergeben. Du redest immer den Täter frei, die Sünde die begangen wurde klein. Das ist gegen die Lehre der Kirche. Das geht andersrum! Die Sünde ist groß und schlimm, der Täter ist böse, sehr sehr böse. Gott ist barmherzig, sehr barmherzig, weil er auch sehr schwere Sünden den brutalsten Sündern vergibt, wenn sie sich denn bekehren und bereuen.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von RomanesEuntDomus » Montag 11. Juli 2016, 18:37

Marion hat geschrieben:Dein Aufruf zur "Barmherzigkeit" ist unerträglich! ...

... du und deinesgleichen ... ... du und deinesgleichen ... ... du und deinesgleichen ...
Ich nehme an, daß sich deine Predigt auf guatusos "dass wir Deutsche nach dem Krieg vor Hunger aufs Land zogen und Kartoffel und Rueben und Mais geklaut haben ..." bezieht.

In Form und Ton erinnert mich deine Predigt stark an meine Kindheit, präziser gesagt an die Belehrungen mancher 68er Klugscheißer, die grundsätzlich alles besser wußten als die Generation ihrer Eltern (... und ihresgleichen), und die ganz sicher waren, daß sie alles besser machen würden als die Alten. Helmut Kohls Wort von der "Gnade der späten Geburt" war halt oft mehr die "Arroganz und Unwissenheit der späten Geburt".

Meine (und meinesgleichen) Eltern, geboren in den spätern 1930ern, haben jedenfalls in der unmittelbaren Nachkriegszeit als Kinder (!) in ihrer Not massenhaft Schwarzhandel betrieben, sind von Brücken auf stehende Güterzüge gesprungen, um von dort ein paar Kohlen herunterzuwerfen, damit sie mal einen Topf Suppe kochen können, und haben am Wochenende Touren übers Land gemacht, um nachts einige Kartoffeln oder Rüben von den Feldern zu klauen. Und alle diese schweren Verbrechen haben sie begangen, damit sie und ihre (und ihresgleichen) jüngeren Geschwister (und ihresgleichen) nicht verhungern oder im Winter erfrieren. Klar war das Sünde.

Aber auch wenn es dir nicht gefällt oder inkompatibel zu deinem Weltbild ist: Manchmal wägt man eben ab, welche Sünde schwerer wiegt: Stehlen, oder verhungern und seine Nächsten verhungern lassen.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Marion » Montag 11. Juli 2016, 18:47

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:Dein Aufruf zur "Barmherzigkeit" ist unerträglich! ...

... du und deinesgleichen ... ... du und deinesgleichen ... ... du und deinesgleichen ...
Ich nehme an, daß sich deine Predigt auf guatusos "dass wir Deutsche nach dem Krieg vor Hunger aufs Land zogen und Kartoffel und Rueben und Mais geklaut haben ..." bezieht.
Nein, da täuscht du dich, es bezieht sich selbstverständlich auf das was ich zitiert hatte. Also hier nocheinmal:
guatuso hat geschrieben:Und war es machbar wurden auch Huehner und Saeue geklaut oder Schinken oder was nicht Niet- und Nagelfest war. Und Kohlen, die haben wir auch geklaut, mit wachsender Begeisterung.
Wer heute verachtet uns?

Barmherzigkeit ist eine Tugend.
Er schreibt wir. So antworte ich ihm mit "du uns deinesgleichen". Wenn deine Eltern auch mit wachsender Begeisterung alles was nicht Niet- und Nagelfest war geklaut haben, gehören sie wohl zu dem wir das Guatuso benutzt, also dem dir und deinesgleichen welches ich benutze ;) Falls sie das nicht taten dann gehören sie nicht zu dem wir bzw. dir und deinesgleichen
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von RomanesEuntDomus » Montag 11. Juli 2016, 19:08

Ich nehme an, daß guatuso sich oben nur einer sehr blumigen Sprache bediente, und daß die "Begeisterung" der hungernden und frierenden Diebe in der Nachkriegszeit sich in Wirklichkeit durchaus in Grenzen hielt.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Vir Probatus » Montag 11. Juli 2016, 19:52

Das Pharisäertum dieser Marion kann ich schon lange nicht mehr ertragen und haben sie deshalb auf ignorieren gesetzt.
Das muss man sich ja nicht ständig antun.
Sie könnte ja mal nachlesen, was der damalige Kardinal von Köln, SE Frings dazu sagte. Dazu gab es ja auch den Begriff "Fringsen".
Heute machen das ganz andere Leute, die es vermutlich nicht so nötig haben. Dafür aber dann mit richtigen Beträgen. (Es muss sich ja lohnen!) Der Begriff heisst "Wulffen".
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Amanda » Montag 11. Juli 2016, 19:58

Nur kurz in diese hitzige Auseinandersetzung hinein lesend, verweise ich auf dies hier:

http://www.wikiweise.de/wiki/Fringsen
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
sie wartet, bis der letzte Tick seinen letzten Sommer gehabt hat."
Gilbert Keith Chesterton

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Amanda » Montag 11. Juli 2016, 20:00

Oh, Vir Probatus war schneller... ;D
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
sie wartet, bis der letzte Tick seinen letzten Sommer gehabt hat."
Gilbert Keith Chesterton

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Sempre » Montag 11. Juli 2016, 21:08

Amanda hat geschrieben:Nur kurz in diese hitzige Auseinandersetzung hinein lesend, verweise ich auf dies hier:

http://www.wikiweise.de/wiki/Fringsen
http://www.wikiweise.de/wiki/Fringsen hat geschrieben:Am 31. Dez. 1946 stellte Frings in der von ihm gestalteten Silvestermesse in der St. Engelbert Kirche in Köln-Riehl dazu fest:
Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten, nicht erlangen kann. Aber ich glaube, dass in vielen Fällen weit darüber hinausgegangen worden ist. Und da gibt es nur einen Weg: Unverzüglich unrechtes Gut zurückzugeben.
Nur der erste Satz ging wie ein Lauffeuer durchs Land. Und der "Klüttenklau" (rheinisch: Klütte = Brikett) nahm überbordende Ausmaße an. Nun wurden nicht mehr nur für den eigenen Bedarf ein paar Briketts von Kohlenwaggons weggenommen, selbst wenn nur ein mit Kohle beladener Lastwagen auf der Straße hielt, wurde er regelrecht geplündert.
:D
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Yeti » Montag 11. Juli 2016, 21:41

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:in Osteuropa natürlich sehr viel länger, bloß stört das da die Mehrheitsbevölkerung nicht wirklich.
Aussig an der Elbe hat geschrieben:"1998 geriet Ústi in die internationalen Schlagzeilen, als von städtischer Seite der Bau einer Mauer um ein hauptsächlich von Roma bewohntes Stadtviertel begonnen wurde."
Roma in der Tschechei und der Slowakei Roma in Ungarn Roma in Rumänien
:hmm:
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Montag 11. Juli 2016, 22:02

Sie stören sich an den Roma, nicht an den Problemen deren Integration , die sie ja gar nicht wollen.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño » Dienstag 12. Juli 2016, 07:46

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Sie stören sich an den Roma, nicht an den Problemen deren Integration , die sie ja gar nicht wollen.
Vielleicht ist die Erfahrung, die eine Integration dieser Bevölkerungsgruppe auch nicht als möglich erscheinen läßt und sich allenfalls ein halbwegs geordnetes "Nebeneinander" auf eigenen Gebieten als Option anbietet.

Trennungen zwischen einzelnen Volksgruppen innerhalb einer Nation sind nicht ungewöhnlich.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Dienstag 12. Juli 2016, 09:05

Dazu braucht es aber auch ein Minimum an Fairness. Wenn ein Teil seine Kinder nur auf Schulen für geistig Behinderte ausbilden kann oder in separaten Schulen mit extrem schlechter personeller und materieller Ausstattung, braucht man sich nicht wundern, dass sie entsprechend von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi » Dienstag 12. Juli 2016, 21:32

Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von guatuso » Dienstag 12. Juli 2016, 22:00

Marion hat geschrieben: Es ist nicht barmherzig in der Gegend rumzuposaunen, daß andere nun Verständis dafür aufbringen sollen, daß sie nun mal beklaut werden müssen, weil du und deinesgleichen wachsende Begeisterung am klauen hattet. Das ist einfach nur durchgeknallt. Notleidende können übrigens auch arbeiten gehen oder betteln, wenn sie keine Arbeit finden. .
Tja, das war halt so 1945-195, als es nichts zum Essen gab und die Franzosen das Saarland besetzt hielten , damit die Kohlen in beschlagnahmt hatten und die Menschen verhungert sind und erfroren sind, da kamen Leute wie du und sagten mit christlichem Laecheln im Gesicht: " na geh schon, such dir Arbeit"

Ueber soviel historische Dummheit, wie du sie hier von dir gabst, soviel Unkenntnis der Geschichte zwischen 44 und -sagen wir- 1952, kann man nur erschuettert sein.

Danke deinem Herrgott, der wohl ein anderere scheint als der meine, Danke ihm also dass du diesen Hunger niemals kennenlernen musstest, dass du dieses Elend, das im gesamten deutschen Volk herrschte, nie erfahren musstest, dass du nie erfrorene Leichen sehen musstest, dass du nie Kartoffeln und Rueben klauen musstest um zu ueberleben. Und wer Glueck hatte, konnte eine Sau klauen oder einen Schinken bei einem Bauer, denn was auch immer war, die Bauern waren fast immer satt. Darum sind wir ja zu ihnen zum Tauschen und Hamstern. Und wenn ich "wir" sage, meine ich damit wir Nachgeborene, die kurz vor Kriegsende oder direkt nach dem Krieg zur Welt kamen, und unter Hunger und Kaelte leiden mussten, wir alle, nicht nur mein Vater und meine Mutter wie du ploetzlich reduzierst, nein, wir Deutsche, die das alles als Kinder durchleiden mussten.

Und: http://www.bild.de/news/29/1946-1947- ... .bild.html
"Es war der kälteste Winter des Jahrhunderts! Von November 1946 bis Februar 1947 litt das vom Krieg zerstörte Deutschland unter arktischen Temperaturen. Hunderttausende starben an den Folgen von Hunger und Kälte (von mir hervorgehoben,g.). Eine ARD-Doku (27.12., 21.45 Uhr) und diese BILD-Serie erzählen vom Leiden der Menschen damals."

Wir, die wir Kartoffeln klauten, lebten in einem Keller und holten das Wasser aus einem anderen Keller, in dem es von Wasserratten wimmelte - Kind Gottes, ich verrate dir ein Geheimnis: Wir alle waren zu faul um arbeiten zu gehen!
Wir haben es uns in den Truemmergrundstuecken bequem eingerichtet, haben reiche Leute wie dich in geheizten Bueros bei Torte und Steack fuer uns arbeiten lassen und beklagten uns, dass die Kartoffeln so klein waren.....war es nicht so?

Sag mal Marion, weisst du wirklich nichts darueber, wie es nach Kriegsende in Deutschland war? Was fuer Zustaende herrschten? Nie was vom Schwarzmarkt gehoert, wo die Eltern den letzten warmen Mantel verscherbelt haben, die letzte Kuechenuhr, um ein Stuecklein Brot zu ergattern von Bauern? Nie davon gehoert, wie sich die Menschen auf den Weg machten mit Klamotten und Teppich in die laendlichen Gegenden, um zu sehen, ob man den Mist gegen Essen tauschen kann?
Wenn du das alles nie gehoert hast, bist arm dran.
Nie etwas vom Jahrhundertwinter 1947 gehoert, in dem Menschen in ihren Betten erfroren sind vor Kaelte?

"Hunderttausende Tote in Deutschland
In Deutschland kämpfen vor allem die Bewohner der zerbombten Städte mit dem Hunger. Die Anzahl derer, die im Verlauf der Kälteperiode an den Folgen von Frost und Mangel sterben, ist nur annähernd schätzbar. Mehrere hunderttausend Tote sind es, so die Hochrechnungen von Historikern.
Großstädter leiden besonders
In Großstädten wie Berlin, Hamburg oder Köln trifft die Kälte eine bereits stark ausgezehrte und geschwächte Bevölkerung. In Köln etwa können die Menschen sich im Verlauf des Jahres 1946 schon glücklich schätzen, wenn ihre täglichen Rationen mehr als 1. Kalorien ergeben. 8 Kalorien und weniger sind keineswegs selten. Die Zuteilungsperioden der Lebensmittelmarken werden zum alles bestimmenden Zeitmaß. Das tägliche Leben ist geprägt von der Anstrengung, das Allernötigste heranzuschaffen. Das heißt: stundenlanges Anstehen, weite Hamsterfahrten, Tauschen, aber auch gelegentlicher Diebstahl."
http://www.ndr.de/kultur/geschichte/chr ... er166.html

Und solchen Menschen wirfst du vor Kohlen geklaut oder Kartoffen geklaut zu haben?
Sag mal, was bist du denn fuer eine?
Ja, etwas Barmherzigkeit wuerde dir gut stehen.
Amen.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von guatuso » Dienstag 12. Juli 2016, 22:20

RomanesEuntDomus hat geschrieben:Ich nehme an, daß guatuso sich oben nur einer sehr blumigen Sprache bediente, und daß die "Begeisterung" der hungernden und frierenden Diebe in der Nachkriegszeit sich in Wirklichkeit durchaus in Grenzen hielt.
Na, die "Begeisterung" ist ein ganz normaler Sprachgebrauch, "er hat mit wachsender Begeisterung " - so etwa- Sprachlich benutzt man das, um auszudruecken, dass es keine Hemmung, keine Blockade mehr gibt, das nur noch das angestrebte Ziel gesehen wird, aus welchen Gruenden auch immer. "Mit Begeisterung" oder mit "wachsender Begeisterung" ist kein Werturteil, sondern eine Zustandsbeschreibung.
Aber du hast das schon richtig verstanden.

Mag ja sein, dass in gehobenen Kreisen wie etwa bei Marion immer erst in der Bibel nachgeblaettert wurde, ob das Wort gesagt werden darf.....
Menschen, die nie Elend und Not kennen gelernt hatten, haben oft versteinerte Herzen. Mich verstoert doch, dass in einem katholischem, in einem christlichen Forum der Begriff "Barmherzigkeit" von einigen anscheinend als Schimpfwort betrachtet wird.
Aber ich bin halt nur ein kleiner dummer alter Mann....

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Sempre » Dienstag 12. Juli 2016, 22:39

guatuso hat geschrieben:Tja, das war halt so 1945-1950, als es nichts zum Essen gab
Und der kleine guatuso war da zwischen -2 und +3 Jahre alt und hat mit wachsender Begeisterung Schweine geklaut? Alle Achtung! :blinker:
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von guatuso » Mittwoch 13. Juli 2016, 01:42

Sempre hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:Tja, das war halt so 1945-1950, als es nichts zum Essen gab
Und der kleine guatuso war da zwischen -2 und +3 Jahre alt und hat mit wachsender Begeisterung Schweine geklaut? Alle Achtung! :blinker:
Das ist aber schoen, dass auch du etwas zu sagen hast. Bestimmt macht es dich stolz.

Und haettest du alles richtig gelesen, dann haettest du gelesen, wen ich mit "wir" meinte, wir Deutsche. Leider bin auch ich ein Deutscher, verzeih mir.
Und ueber so Begriffe wie "Kollektivwissen" und "Erinnerung" will ich da gar nicht reden, ueber solche Kleinigkeiten schaut ein Sempre sowieso hinweg.

Ich nehme an dass du mit wachsender Begeisterung versuchst Ironie zu zeigen.
Kein Hass diesmal? Keine Beleidigung? Keine boese Unterstellung?
Sempre,du wirst doch nicht etwa alt?

Deshalb rufe ich dir zu: Weiter so Sempre, bevor es zu spaet ist, die Welt wartet auf jemanden wie dich.
Und die Brasilianer, mit denen du eh keinen Kontakt zu haben scheinst, sowieso.
Sind alles Auslaender, gell?
Saludos.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Mittwoch 13. Juli 2016, 10:36

Ja es ist ein Skandal, was aus den EU-Fördergeldern für die Roma nicht nur in Ungarn geworden ist. Natürlich ist in Ungarn vor allem ein Roma-Funktionär schuld, aber auch eine Regierung, der das auch gut paßt und die deshalb nicht kontrolliert, besonders wenn der Funktionär zur richtigen Partei gehört .

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 13. Juli 2016, 11:14

Es gab Zeiten, da waren Marion und Sempre hier gesperrt: Und das war wirklich gut so.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von DarPius » Mittwoch 13. Juli 2016, 13:38

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:Dazu braucht es aber auch ein Minimum an Fairness. Wenn ein Teil seine Kinder nur auf Schulen für geistig Behinderte ausbilden kann oder in separaten Schulen mit extrem schlechter personeller und materieller Ausstattung, braucht man sich nicht wundern, dass sie entsprechend von Arbeitslosigkeit betroffen sind.
*gääähn*
Selbst politisch korrekte FAZ zerlegt deine Behauptung
http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 16723.html
'Et portae inferi non praevalebunt eam'

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