Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

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Siard
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Siard » Sonntag 25. Dezember 2016, 17:46

Vir Probatus hat geschrieben:Das Problem ist ja anscheinend nicht, eine grosse Zahl von Menschen hier aufzunehmen. Das Problem ist eher, die herauszusuchen, die herkommen, um hier den Krieg zu eröffnen, und zwar bevor etwas passiert.

Die dazu notwendigen Maßnahmen verwandeln unsere Gesellschaft in einen Polizei- und Spitzelstaat.
Deutschland ist auf dem Weg schon fortgeschritten, aber im Dienste der Verleugnung der Gefahren und Unterdrückung der Kritik.

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Edi
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi » Mittwoch 28. Dezember 2016, 11:09

Die haben schön reden und nehmen selber niemand auf. Zudem wüsste ich auch niemand, der gegen jede Aufnahme von Asylanten hier ist.

http://www.kath.net/news/57985/action/addComment
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Sarandanon
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Sarandanon » Mittwoch 28. Dezember 2016, 13:06

Doch. Da gibt es in unserem Lande viele, die gegen Asylanten sind (was im reinen Sinne noch ertragbar und legitim ist) und pauschal hetzen (was nicht erträglich ist).

Im übrigen benutze ich sehr viel lieber den Begriff des Asylberechtigten, wenn es um Akzeptanz dieser Klientel im Sinne des GG geht.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Raphael » Mittwoch 28. Dezember 2016, 13:16

Sarandanon hat geschrieben:Doch. Da gibt es in unserem Lande viele, die gegen Asylanten sind (was im reinen Sinne noch ertragbar und legitim ist) und pauschal hetzen (was nicht erträglich ist).

Im übrigen benutze ich sehr viel lieber den Begriff des Asylberechtigten, wenn es um Akzeptanz dieser Klientel im Sinne des GG geht.
Weißt Du eigentlich, wie hoch der Anteil der Asylberechtigten an den in den letzten Monaten Zugewanderten, die zumeist unter dem Begriff "Flüchtlinge" subsumiert werden, ist? :hmm:
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Edi
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi » Mittwoch 28. Dezember 2016, 13:33

Raphael hat geschrieben:
Sarandanon hat geschrieben:Doch. Da gibt es in unserem Lande viele, die gegen Asylanten sind (was im reinen Sinne noch ertragbar und legitim ist) und pauschal hetzen (was nicht erträglich ist).

Im übrigen benutze ich sehr viel lieber den Begriff des Asylberechtigten, wenn es um Akzeptanz dieser Klientel im Sinne des GG geht.
Weißt Du eigentlich, wie hoch der Anteil der Asylberechtigten an den in den letzten Monaten Zugewanderten, die zumeist unter dem Begriff "Flüchtlinge" subsumiert werden, ist? :hmm:
Genau genommen, also nach unseren Gesetzen, wären ja nur diejenigen asylberechtigt (so sie auch die anderen nötigen Voraussetzungen erfüllen), die zu uns mit dem Flugzeug kommen und das sind im Jahr wenige hundert.
Wer ist denn gegen die Asylanten an sich, nicht einmal die AfD und von der NPD rede ich nicht, weil die kaum einen Einfluß hat.
Das Problem sind doch die unkontrollierte massenweise Einwanderung und nicht diejenigen, die wirklich und rechtens das Asylrecht beanspruchen können, auch wenn man hier mal grosszügiger als die Gesetzeslage es hergibt handeln kann. Es wäre dann immer noch weit weniger als die, die Merkel gesetzeswidrig und unkontrolliert reingelassen hat. Verfassungsrechtler haben das ja im Detail ausgeführt.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Sarandanon » Mittwoch 28. Dezember 2016, 15:53

Raphael hat geschrieben:Weißt Du eigentlich, wie hoch der Anteil der Asylberechtigten an den in den letzten Monaten Zugewanderten, die zumeist unter dem Begriff "Flüchtlinge" subsumiert werden, ist? :hmm:
Klein. Und nun?

Ich verwende die Begriffe "Flüchtling" und "Flüchtlingskrise" nicht. Bei mir sind es "Migranten" und "Migrantenstromproblematik".
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Sarandanon » Mittwoch 28. Dezember 2016, 16:05

Edi hat geschrieben:Das Problem sind doch die unkontrollierte massenweise Einwanderung und nicht diejenigen, die wirklich und rechtens das Asylrecht beanspruchen können, auch wenn man hier mal grosszügiger als die Gesetzeslage es hergibt handeln kann. Es wäre dann immer noch weit weniger als die, die Merkel gesetzeswidrig und unkontrolliert reingelassen hat. Verfassungsrechtler haben das ja im Detail ausgeführt.
Ja, Edi, Du hast Recht. Es war im letzten Jahr ein massenweiser illegaler und von unserem Staat geduldeter Grenzübertritt. Da besteht überhaupt kein Zweifel. Politik und Verwaltungen haben D. in die Lage versetzt, dass die entsprechenden Gesetze nicht mehr ansatzweise angewendet werden können. Es gibt keinen adäquaten Grenzschutz und auch im Inneren nicht genügend hoheitlicher Kräfte, die dem Herr werden könnten. Das wird auch mittelfristig nicht anders werden. Langfristig muss allerdings etwas passieren.

Was aber trotzdem nicht geht ist, dass gegen alle Migranten, Asylberechtigte eingeschlossen, erstmal pauschal gehetzt wird. Jede Straftat, die durch Migranten begangen wird, wird als Anlass dafür genutzt. Bitte akzeptiere einfach, dass es bei uns in D. viele Menschen gibt, die auch gegen die Aufnahme von Asylberechtigten sind, weil sie einfach mit in den großen Topf gestoßen werden.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi » Mittwoch 28. Dezember 2016, 16:56

Sarandanon hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:Das Problem sind doch die unkontrollierte massenweise Einwanderung und nicht diejenigen, die wirklich und rechtens das Asylrecht beanspruchen können, auch wenn man hier mal grosszügiger als die Gesetzeslage es hergibt handeln kann. Es wäre dann immer noch weit weniger als die, die Merkel gesetzeswidrig und unkontrolliert reingelassen hat. Verfassungsrechtler haben das ja im Detail ausgeführt.
Ja, Edi, Du hast Recht. Es war im letzten Jahr ein massenweiser illegaler und von unserem Staat geduldeter Grenzübertritt. Da besteht überhaupt kein Zweifel. Politik und Verwaltungen haben D. in die Lage versetzt, dass die entsprechenden Gesetze nicht mehr ansatzweise angewendet werden können. Es gibt keinen adäquaten Grenzschutz und auch im Inneren nicht genügend hoheitlicher Kräfte, die dem Herr werden könnten. Das wird auch mittelfristig nicht anders werden. Langfristig muss allerdings etwas passieren.

Was aber trotzdem nicht geht ist, dass gegen alle Migranten, Asylberechtigte eingeschlossen, erstmal pauschal gehetzt wird. Jede Straftat, die durch Migranten begangen wird, wird als Anlass dafür genutzt. Bitte akzeptiere einfach, dass es bei uns in D. viele Menschen gibt, die auch gegen die Aufnahme von Asylberechtigten sind, weil sie einfach mit in den großen Topf gestoßen werden.
Vor Merkels Türöffung hatten wir auch nicht so ganz wenige Asylbewerber, aber da waren die Gegenstimmen gering. Da sich das Pendel angesichts der jetzigen Lage und vor allem auch weil Regierung und Opposition vereint einseitige Meinungen verbreiten, bei etlichen auch radikaler zeigt, ist doch nachvollziehbar. Ob daher alle die Radikalen im privaten Gespräch auch voll gegen das Asylrecht sind, wage ich zu bezweifeln.

Jetzt gerade äussert sich wieder einer aus dem Vatikan sehr einseitig für Merkel.
Hier: http://www.kath.net/news/57985
Die meisten Kommentare hierzu sprechen für sich.

Die Stimmen, die dafür sind, den Menschen vor Ort möglichst kräftig zu helfen, werden heute ja überhört, obwohl das ja das Vernünftigste wäre. Nur: Die Leute, die wie Merkel die Türen voll geöffnet haben, haben auch Anteil an der Lage in Syrien zumindest. Erst Kriege treiben und dann human tun, das passt ja und solange der Papst nicht einmal zur Kenntnis nimmt, WER denn den Krieg in Syrien von aussen kräftig angeheizt hat und diese Leute auch benennt, statt immer nur die anonymen Waffenhändler, ist er hier wiederum nicht sehr glaubwürdig.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Sarandanon » Mittwoch 28. Dezember 2016, 18:47

Edi hat geschrieben: Vor Merkels Türöffung hatten wir auch nicht so ganz wenige Asylbewerber, aber da waren die Gegenstimmen gering. Da sich das Pendel angesichts der jetzigen Lage und vor allem auch weil Regierung und Opposition vereint einseitige Meinungen verbreiten, bei etlichen auch radikaler zeigt, ist doch nachvollziehbar.
Jeder Mensch besitzt seinen eigenen Verstand, den er durchaus einsetzen könnte. Man könnte sich zB mal an Stelle dieser Radikalen überlegen, ob man denn in einer ähnlichen Lage genauso über einen Kamm geschoren werden möchte, wie gerade die Migranten in unserem Land. Ich möchte hier ganz vorsichtig mal die Goldene Regel erwähnen, die von jedem - auch Nichtgläubigen - verstanden werden kann und die sich jeder mal vor Augen halten sollte, der eine Gruppe von Menschen pauschal verurteilt.
Edi hat geschrieben: Ob daher alle die Radikalen im privaten Gespräch auch voll gegen das Asylrecht sind, wage ich zu bezweifeln.
Das kommt auf den Grad der Radikalisierung an. Aber nein, ich möchte hier auch nicht pauschalisieren. Aber es gibt diese Menschen trotzdem.
Edi hat geschrieben: Die Stimmen, die dafür sind, den Menschen vor Ort möglichst kräftig zu helfen, werden heute ja überhört, obwohl das ja das Vernünftigste wäre. Nur: Die Leute, die wie Merkel die Türen voll geöffnet haben, haben auch Anteil an der Lage in Syrien zumindest. Erst Kriege treiben und dann human tun, das passt ja und solange der Papst nicht einmal zur Kenntnis nimmt, WER denn den Krieg in Syrien von aussen kräftig angeheizt hat und diese Leute auch benennt, statt immer nur die anonymen Waffenhändler, ist er hier wiederum nicht sehr glaubwürdig.
Ja, richtig. Die führenden Industrieländer aus Ost und West und deren Vasallen haben jahrzehntelang dahingehend so viele Fehler gemacht, die sich vmtl. nicht mehr auffangen lassen. Zusätzlich ist die Globalisierung, die ja die Macht von den politischen hin zu den Wirtschafts- und Finanzkräften entscheidend verschoben hat, soweit vorangeschritten, dass politische Willensäußerungen nur noch den Wert eines Toastbrotes haben. Niemand hat den Menschen vor Ort in den Krisen-/Notgebieten dieser Erde jemals wirklich geholfen und das wird auch so bleiben. Machen wir uns da bitte nichts vor. Wir werden also weiterhin immer mit der Gefahr weiterer Migrationsbewegungen in Richtung der wohlhabenen Industrieregionen der Erde rechnen müssen. Und solange sich die Finanz- und Wirtschaftsbosse ihre abgeriegelten Privatenklaven leisten können und das Geld weiter in ihre Richtung fließt, ist denen das egal. Und da ist es ebenfalls egal, ob nun Mutti, Siechmar, Seehofer, Kretschmann, Gauland oder Petry eine Regierung in D. anführen oder ob es nun eine EU gibt oder nicht. Alle werden sich anpassen müssen. Deswegen haben wir einen solchen politischen Einheitsbrei.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi » Mittwoch 28. Dezember 2016, 19:10

Sarandanon hat geschrieben:
Edi hat geschrieben: Die Stimmen, die dafür sind, den Menschen vor Ort möglichst kräftig zu helfen, werden heute ja überhört, obwohl das ja das Vernünftigste wäre. Nur: Die Leute, die wie Merkel die Türen voll geöffnet haben, haben auch Anteil an der Lage in Syrien zumindest. Erst Kriege treiben und dann human tun, das passt ja und solange der Papst nicht einmal zur Kenntnis nimmt, WER denn den Krieg in Syrien von aussen kräftig angeheizt hat und diese Leute auch benennt, statt immer nur die anonymen Waffenhändler, ist er hier wiederum nicht sehr glaubwürdig.
Ja, richtig. Die führenden Industrieländer aus Ost und West und deren Vasallen haben jahrzehntelang dahingehend so viele Fehler gemacht, die sich vmtl. nicht mehr auffangen lassen. Zusätzlich ist die Globalisierung, die ja die Macht von den politischen hin zu den Wirtschafts- und Finanzkräften entscheidend verschoben hat, soweit vorangeschritten, dass politische Willensäußerungen nur noch den Wert eines Toastbrotes haben. Niemand hat den Menschen vor Ort in den Krisen-/Notgebieten dieser Erde jemals wirklich geholfen und das wird auch so bleiben. Machen wir uns da bitte nichts vor. Wir werden also weiterhin immer mit der Gefahr weiterer Migrationsbewegungen in Richtung der wohlhabenen Industrieregionen der Erde rechnen müssen. Und solange sich die Finanz- und Wirtschaftsbosse ihre abgeriegelten Privatenklaven leisten können und das Geld weiter in ihre Richtung fließt, ist denen das egal. Und da ist es ebenfalls egal, ob nun Mutti, Siechmar, Seehofer, Kretschmann, Gauland oder Petry eine Regierung in D. anführen oder ob es nun eine EU gibt oder nicht. Alle werden sich anpassen müssen. Deswegen haben wir einen solchen politischen Einheitsbrei.
Das ist richtig, aber auch richtig ist dies:

http://www.focus.de/politik/ausland/nac ... 1752.html

.... und Merkel war voll und ganz für den Irakkrieg, wenn sie auch damals nicht an der Regierung war. Damals beim Karneval: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... a_23.jpg

Das ist der Anteil an der Migrationswelle, die man hätte vermeiden können, der andere ist der, den du hier erwähnst. Ich habe hier im Forum schon einmal geschrieben, daß die EU bezuschusste Nahrungsmittel billig nach Afrika liefert, sodaß die dortigen Bauern nicht mehr konkurrieren können. Auch gelangen aus Europa gute Altkleider nach Afrika billiger als man dort Kleider herstellen kann usw. Das müssten doch die Afrikaexperten in der Bundesregierung und der EU alles wissen und die wissen das auch, aber den Politikern ist das egal. Die reagieren erst, wenn es zu spät ist und dann wissen sie keine rechte Antwort.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 31. Dezember 2016, 04:48

Edi hat geschrieben:Ich habe hier im Forum schon einmal geschrieben, daß die EU bezuschusste Nahrungsmittel billig nach Afrika liefert, sodaß die dortigen Bauern nicht mehr konkurrieren können. Auch gelangen aus Europa gute Altkleider nach Afrika billiger als man dort Kleider herstellen kann usw. Das müssten doch die Afrikaexperten in der Bundesregierung und der EU alles wissen und die wissen das auch, aber den Politikern ist das egal. Die reagieren erst, wenn es zu spät ist und dann wissen sie keine rechte Antwort.
Das werden die Afrika-Experten auch wissen - aber der Fehler liegt doch überwiegend in Afrika. Wenn es den dortigen Staatsführern wirklich ernst wäre mit der Entwicklung, dann könnten sie natürlich Schutzzölle erheben. Die USA und Europa machen es vor - man muß nur kopieren. Das ist doch der Sinn von Schutzzöllen, daß die eigene Landwirtschaft bzw. Industrie geschützt wird, damit sie sich entwickeln kann.

Die Möglichkeit, die Europa und andere Länder haben, um Afrika zu helfen, sind überwiegend handelstechnischer Art. Man sollte die afrikanischen Länder unterstützen, dort Lebensmittel anzubauen, die man in Europa - vor allem im Winter - verkaufen kann. Es gibt bereits gute Ansätze: Erbsenschoten aus Kenia findet man inzwischen in jedem Supermarkt, von dort kommen auch viele Schnittblumen. Andere Länder folgen. Warum kommt Spargel im Winter nur aus Peru? Gibt es keine afrik. Länder, in denen er angebaut werden kann?

Aber bestimmte gesellschaftliche Gruppen, und leider gehören auch die Kirchen (um dem Strangthema zu entsprechen) dazu, stehen einer entsprechenden Förderung entgegen, wenn sie den Umweltschutz über alles stellen. Dementsprechend nehmen sie lieber die Migration in Kauf, und lehnen den Handel ab, weil er durch die Flugbewegungen die Umwelt belastet.
Wenn man die Produkte (egal ob landwirtschaftlicher Art oder z.B. Textilien), die dort zu Weltmarktbedingungen hergestellt werden können, nicht kaufen will, machen sich die Menschen in diesen Ländern eben auf den Weg zu den vermeintlichen Arbeitsplätzen.

Im übrigen dürfte die Hauptschuld für die miserable wirtschaftliche Entwicklung der afrikanischen Länder nicht bei den Europäern als früheren Kolonialmächten liegen. Die Kolonialzeit ist 50 Jahre vorbei. Bei ihrer Unabhängigkeit hatten Ghana und Singapur das gleiche Pro-Kopf-Einkommen und wie sieht es heute aus? Die asiatischen Länder mit kolonialer Vergangenheit haben sich meist viel besser entwickelt als die afrikanischen. Die in Afrika herrschende Elite hat kein Interesse an einer Steigerung des Pro-Kopf-Einkommens in ihrem Land - nur das eigene Bankkonto ist von Interesse.
Dazu passend:

Eigeninitiative statt Entwicklungshilfe
Die Bevölkerung wächst in den meisten afrikanischen Ländern viel schneller als die Zahl der Jobs. Es gibt, mit Ausnahme von Ruanda, kaum ein Land in Afrika, das Familienplanung ernst nimmt. Jedes Jahr drängen Millionen junger Leute auf den Arbeitsmarkt. Wenn in den betroffenen Ländern nicht viel mehr für Familienplanung geworben wird, nicht viel mehr in solide schulische und berufliche Bildung investiert wird, um Menschen beschäftigungsfähig zu machen, werden wir es mit einer weiter wachsenden Zahl von Wirtschaftsmigranten zu tun bekommen. Die Schaffung von geregelten Arbeitsplätzen muss oberstes Ziel sein, und Gesellschaften müssen für jeden, der arbeiten kann und muss, unabhängig vom Bildungsniveau Jobs schaffen. Auch gut ausgebildete Menschen lassen sich magere Zukunftsaussichten nicht bieten. Ein Arbeitsplatz mit sicherem Einkommen ist das beste Mittel, um sich selbst aus der Armut zu befreien. Ein sehr hoher Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen wirkt destabilisierend in den Herkunftsländern, wenn die jungen Leute keine Arbeitsplätze finden. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung bedeuten Ressourcenverschwendung, und dem Staat entgehen Steuereinnahmen. Das verarbeitende Gewerbe steckt in vielen Staaten noch in den Kinderschuhen. Würden die Chancen der Nahrungsproduktion besser ausgeschöpft, entstünden ebenfalls genügend Jobs.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Niels » Sonnabend 31. Dezember 2016, 08:00

Über die Gründe und Ursachen kann man spekulieren. Fürstin Gloria von Thurn und Taxis hat da mal seinerzeit eine treffende Analyse gebracht. :nuckel:
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Vir Probatus » Sonnabend 31. Dezember 2016, 08:32

Niels hat geschrieben:Über die Gründe und Ursachen kann man spekulieren. Fürstin Gloria von Thurn und Taxis hat da mal seinerzeit eine treffende Analyse gebracht. :nuckel:
Ich weiss, welchen Satz du meinst. Politisch völlig inkorrekt.
Wenn man den heute auf Facebook posten würde, würde er zensiert.
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Niels » Sonnabend 31. Dezember 2016, 08:33

Stimmt wohl. ;D :pfeif:

Ich schlage mal vor: Kardinal Wölki sprüht ganz "mutig" unter das "Gutmensch"-Dings auf seiner Terrasse, die nicht ihm gehört (aber egal) hin: "Der XXX xxx gern." :narr:
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Yeti » Mittwoch 4. Januar 2017, 20:13

'Eine Erweckung, über die wir nur staunen können'
PUR: Was spricht denn Menschen mit muslimischen Wurzeln am Christentum besonders an? Martens: Es ist die Botschaft von der Nähe und Liebe Gottes, die sich in der Person Jesu Christi zeigt. Sie müssen sich vorstellen, dass eine Grundaussage der Erziehung in vielen iranischen Familien lautet: Du kommst sowieso in die Hölle! Das ist ihre Perspektive. Im Koran steht es auch: Allah sagt, ich schicke euch erst einmal alle in die Hölle und ein paar ganz Gerechte hole ich wieder heraus. Dieser Vers spielt in der Frömmigkeit des Islams eine ganz große Rolle. Dazu kommt, dass Gott zwar als sehr groß aber auch als sehr fern angesehen wird.
Das ganze Interview lohnt sich. Ich würde mir auf katholischer Seite auch solch einen Pastor wünschen. Mich würde interessieren, ob bei den Taufen hier in Deutschland öfter Sunniten oder Schiiten getauft werden?
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Siard » Mittwoch 4. Januar 2017, 22:29

Yeti hat geschrieben:Ich würde mir auf katholischer Seite auch solch einen Pastor wünschen.
Ich bezweifle, daß dies von den Hierarchen gewünscht wird.

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 4. Januar 2017, 22:41

Niels hat geschrieben:Stimmt wohl. ;D :pfeif:

Ich schlage mal vor: Kardinal Wölki sprüht ganz "mutig" unter das "Gutmensch"-Dings auf seiner Terrasse, die nicht ihm gehört (aber egal) hin: "Der XXX xxx gern." :narr:
Heute müsste man sagen: "Der NAFRI reist gerne an Silvester nach Köln".
Wir sind Gourmets des Geistes, wir Intellektuellen: Wir lieben es, zum Frühstück ein Kolumbus-Ei zu pellen!

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Yeti » Mittwoch 4. Januar 2017, 22:51

Siard hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:Ich würde mir auf katholischer Seite auch solch einen Pastor wünschen.
Ich bezweifle, daß dies von den Hierarchen gewünscht wird.
Den Verdacht habe ich auch. Ich verstehe nur die Gründe nicht...

Da gibt es ein Projekt im süddeutschen Raum, mehrheitlich Bayern, glaube ich, es nennt sich elijah21 - Jesus4Refugees; da werden muslimischen Flüchtlingen Jesus-Filme in ihrer jeweiligen Sprache gezeigt und wenn man den Schilderungen Glauben schenken will, fallen die oft aus allen Wolken, weil das ihr Jesus- und Christenbild aus dem Islam völlig über den Haufen wirft. Nicht wenige sollen schon durch diese Filme zur Taufe gebracht worden sein...hier ein Bericht über eine solche Veranstaltung in München. Was wäre wohl, wenn man in allen Flüchtlingsunterkünften für solche Filmabende werben würde? Welch reiche Ernte könnte die Kirche hier einfahren!
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Caviteño
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño » Freitag 14. April 2017, 16:02

Bayern: Kirchenasyl im Visier der Staatsanwaltschaft

In Bayern - so etwas hätte ich ehr weiter nördlich vermutet.

Tinius
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Tinius » Sonntag 16. April 2017, 20:19

Vor dem wackeren und gläubigen reformierten Pfarrer kann man nur den Hut ziehen.
:klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch:

Respekt.

Tinius
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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Tinius » Sonntag 16. April 2017, 21:37

Tinius hat geschrieben:
Sonntag 16. April 2017, 20:19
Vor dem wackeren und gläubigen reformierten Pfarrer kann man nur den Hut ziehen.
:klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch:

Respekt.
http://www.reformiert-bayern.de/17558-0-0-22.html

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Re: Die Kirche und die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Niels » Dienstag 18. April 2017, 13:35

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