Eine These zum "Rechtskatholizismus"

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CIC_Fan
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Eine These zum "Rechtskatholizismus"

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 30. August 2015, 18:34

ich stell das mal hier zur Diskussion
http://Kath-kommentar.de/215/8/quanti ... lautstark/
es ist sicher ein sehr einseitiger Artikel der meiner Meinung nach auch etwas wesentliches übersieht aber im Kern ist was wahres dran die Gruppen sind klein sie haben zum teil in den letzten Jahren gewisse erfolge gehabt
weil es römischen Rückhalt bei verschiedenen Fragen gab
nur dieser fällt unter dem jetzigen Papst weg ich fürchte daß dadurch eine politische Radikalisierung einerseits und andererseits eine Art Amish Effekt eintritt
was nicht gemeinsam auftreten wird

Marcus, der mit dem C
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Re: Eine These zum "Rechtskatholizismus"

Beitrag von Marcus, der mit dem C » Sonntag 30. August 2015, 19:21

Wenn der kath.de-Herausgeber Hw. Hipp auf kath-kommentar.de auf P. Bieger SJ's Publikation auf explizit.net verweist, welches, oh Wunder, ein Portal der kath.de GmbH ist,
dann ist das doch recht selbstreferenziell, insbesondere, da P. Bieger's Konterfei auf der kath.de-Teamseite direkt über Hw. Hipp's Konterfei prangt.

In den USA gehört es zum Repertoire der radikalen Lebensschützern, auch mit Sprengladungen und -gürteln zu operieren ala "Mein Ziel ist gerecht, deswegen sind es meine Methoden auch" ist das eine, in Deutschland hat es meiner Kenntnis nach sowas bisher nicht gegeben. Die Einordnung von kath. Lebensschützern als Rechtskatholiken, lies:
Rechtsextremkatholiken, denn wenn heute rechts gesagt wird, schwingt im Unterton das andere automatisch mit, dann hat das von dem Umfeld der CDU ein Geschmäckle. Die Rechtslage ist, daß Abtreibungen rechtswidrig sind, also eine Straftat gegen das Leben, bei der bei voriger Beratung gemäß Gesetz von einer Bestrafung regelhaft abgesehen wird.

Pro Familia, die Genderideologen und alle Parteien links von der CDU haben regelmäßig in ihren Publikationen das angebliche Recht der Frau auf "reproduktive Gesundheit" i.e. Abtreibung propagiert. Die CDU fällt dadurch auf, daß sie im öffentlichen Diskurs dem nicht lauthals widerspricht, und leider auch beredt dazu schweigt, daß die Beratungspraxis selten den Schutz des Lebens, wie vom Bundesverfassungsgericht gefordert, zum Ziel hat. Selbst Hinweise auf die skandalöse Praxis von Spätabtreibungen bei Behinderungen wird meist verschämt geschwiegen. Bei Schauspielern mit Down-Syndrom freut man sich auf das gemeinsame Foto als Politiker, wenn so jemand aber die Ausrottungstendenz durch gezielte Diagnostik und Abtreibung thematisiert, setzen die Fluchtreflexe ein.

Die Interpretation von Püttmann/Bednarz, daß Adenauers Freiheitsstreben, den Abtreibungsbefürwortern recht gäbe, und wenn er noch lebe, ist eine Frechheit. Während Adenauers Regierung gab es den unangetasteten Strafparagraphen §218 StGB ohne den Zusatz des §218a StGB. Erst als eine SPD/FDP-Regierung eine Fristenregelung beschloß, die vom Bundesverfassungsgericht kassiert wurde, weil das Lebensrecht des ungeborenen Kindes das Entfaltungsrecht der Mutter übersteigt, wurde die Indikationslösung 1975 eingeführt.

Wir haben seit Jahrzehnten einen slippery-slope-Linksruck in der Gesellschaft und auch der CDU/CSU, viele heutige Politiker würden mit ihren heutigen Ansichten in den 1950/60ern aus der Partei ausgeschlossen. Nur ist hier die Geschichtsklitterung wie in vielen Bereichen fleißig am Werke. Beim Urnengang als Katholik, der unverbrüchlich zur Lehre der Kirche steht, ist eine Stimmabgabe guten Gewissens immer schwerer und immer öfter kann man nur die beste der schlechten Alternativen wählen.
"Das katholische Modell ist ja seit 2000 Jahren am Scheitern und daher dringend ablösungsbedürftig"

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Re: Eine These zum "Rechtskatholizismus"

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Montag 7. August 2017, 10:21

Interview der Ordenszeitschrift „Franziskaner“ (Sommer 2017) mit dem katholischen Politikwissenschaftler und Publizisten Dr. Andreas Püttmann:

Radikalisierungstendenzen am rechten Rand der Kirche

:/
Wer einen Ritus ändert, verletzt einen Gott.
(Nicolás Gómez Dávila)

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Re: Eine These zum "Rechtskatholizismus"

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Montag 7. August 2017, 10:45

Wenn man hin und wieder bei gloria vorbeischaut, kann man den Autoren der Studie Recht geben. Da wirkt selbst die Anhängerschaft der Piusbruderschaft, die sich dort auch mitunter äußert, noch relativ vernünftig.

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Re: Eine These zum "Rechtskatholizismus"

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Montag 7. August 2017, 11:29

Lilaimmerdieselbe hat geschrieben:
Montag 7. August 2017, 10:45
Wenn man hin und wieder bei gloria vorbeischaut, kann man den Autoren der Studie Recht geben. Da wirkt selbst die Anhängerschaft der Piusbruderschaft, die sich dort auch mitunter äußert, noch relativ vernünftig.
In dem Interview bezieht sich Herr Püttmann ausdrücklich auf kath.net. Außerdem wirft er wieder einmal alles, was er als „Rechtskatholizismus“ abqualifizieren zu müssen glaubt, pauschal in einen Topf. Was hat beispielsweise die sachlich begründete Kritik an der Gender-Ideologie mit „Rechtskatholizismus“ zu tun? Sogar Papst Franziskus hat die Gender-Ideologie kritisiert. Im übrigen hat Herr Püttmann vor einigen Jahren selber noch als Autor auf kath.net publiziert. Über seinen diesbezüglichen Gesinnungswandel kann man nur spekulieren.
Wer einen Ritus ändert, verletzt einen Gott.
(Nicolás Gómez Dávila)

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