Bußgürtel und Gebet der Sinne

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kephas
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von kephas » Donnerstag 27. August 2015, 18:57

Florianklaus hat geschrieben:
offertorium hat geschrieben:Vor längerer Zeit hatte ich mir aus England einen Bußgürtel schicken lassen. Das ist eine kleine Metallkette mit nach innen gerichteten Spitzen. Der Gedanke war, dass ich nicht nur "geistig" beten wollte, sondern auch den Körper mit einbeziehen und ein Bußgürtel mir eine gute Möglichkeit schien, im Gebet auch den Körper mit zu aktivieren. Oft habe ich das gute Stück nicht benutzt, weil es gelinde gesagt nur leicht drückt. Es verursacht weder Schmerzen, noch ist es unangenehm. Soweit ich weiß, haben es viele Heilige praktiziert, um am Leiden Christi teilzuhaben, was ich aufgrund der Tatsache, dass man das gute Stück kaum merkt, nicht darin entdecken kann. Wie handhabt Ihr das, welche Möglichkeiten nutzt Ihr, um auch körperlich zu beten? Das Fasten halte ich noch für eine gute Möglichkeit.
Vielleicht lassen sich die Spitzen mit eine Metallfeile nacharbeiten?
:daumen-rauf: Auf diesen Vorschlag hab ich ja gewartet! :breitgrins:

Siard
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Siard » Donnerstag 27. August 2015, 19:42

Wenn die Haut unter dem Gürtel erstmal wund ist und eitert, wird es schon weh tun.

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Niels
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Niels » Freitag 28. August 2015, 07:54

kephas hat geschrieben:
Florianklaus hat geschrieben:
offertorium hat geschrieben:Vor längerer Zeit hatte ich mir aus England einen Bußgürtel schicken lassen. Das ist eine kleine Metallkette mit nach innen gerichteten Spitzen. Der Gedanke war, dass ich nicht nur "geistig" beten wollte, sondern auch den Körper mit einbeziehen und ein Bußgürtel mir eine gute Möglichkeit schien, im Gebet auch den Körper mit zu aktivieren. Oft habe ich das gute Stück nicht benutzt, weil es gelinde gesagt nur leicht drückt. Es verursacht weder Schmerzen, noch ist es unangenehm. Soweit ich weiß, haben es viele Heilige praktiziert, um am Leiden Christi teilzuhaben, was ich aufgrund der Tatsache, dass man das gute Stück kaum merkt, nicht darin entdecken kann. Wie handhabt Ihr das, welche Möglichkeiten nutzt Ihr, um auch körperlich zu beten? Das Fasten halte ich noch für eine gute Möglichkeit.
Vielleicht lassen sich die Spitzen mit eine Metallfeile nacharbeiten?
:daumen-rauf: Auf diesen Vorschlag hab ich ja gewartet! :breitgrins:
Achwas?!
Wieso hast Du's dann nicht selbst vorgeschlagen? :hmm: :detektiv:

Mary
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Mary » Freitag 28. August 2015, 14:51

offertorium hat geschrieben: Das wäre überaus pathologisch und Teil klassischer selbstverletzender Muster,
Ok, da gebe ich Dir Recht und bin auch froh, dass ich Dich offenbar falsch verstanden hatte.
offertorium hat geschrieben:im körperlichen Gebet um den Körper in das Gebet hineinsprechen zu lassen und ihn auf Gott hin auszurichten
Ja, ok. Dann frage ich mich aber doch, warum Du Dich daran störst, dass man
das gute Stück kaum merkt
. Wenn es Dir nicht darum geht, Dich als körperlicher Mensch zu spüren, warum ist es Dir dann wichtig, dass Du von einem solchen Gerät viel spürst? Das wird mir nicht ganz klar, ehrlich gesagt.
Warum trägst Du es nicht einfach in Imitation der Heiligen, die das vor Dir getan haben?
offertorium hat geschrieben:Zuvor hast Du selbst eine Möglichkeit des Leides gegeben. Ist nicht dieses Leiden, das vom Unverständnis der Mitmenschen kommt, nicht auch ein Teil der Passion Christi und Teil des leidenden Christus, mit dem Du Mühe hast?
Moment. Ich habe nicht Mühe mit dem leidenden Christus, ob er jetzt körperlich oder als liebender Gott für mich leidet. Ich habe Mühe mit den Christusdarstellungen, wo manchmal der Eindruck entsteht, je mehr Blut fliesse und je gequälter der Christus aussehe, umso mehr seien wir erlöst.
Mal ganz nüchtern betrachtet: Ja, das Leiden am Kreuz war fürchterlich. Es war aber - im Vergleich zu manchem Leiden und Folter, das Menschen ertragen müssen - nicht das schlimmste vorstellbare Leiden. Christus war während seines selbstgewählten Leidens in jeder Sekunde - als Gott - Herr der Situation! Als er seinen Geist aufgab, tat er das ganz bewusst und als Gott. Das macht für mich sein Leiden und Sterben nicht weniger ehrfurchtgebietend und auch nicht weniger schrecklich, aber zugleich macht es das Leiden herrlich, rettend, wunderbar. Christus war auch in seinem Leiden siegreicher Gott!
Und wir dürfen dabei nie vergessen, dass wir nicht allein durch das Kreuz erlöst sind, sondern durch die Menschwerdung bis hin zur Himmelfahrt als Ganzes!
offertorium hat geschrieben:Ist dann nicht jedes Gebet Ausdruck menschlichen Hochmuts? Die wahnwitzige Annahme, Gott würde ausgerechnet uns Sünder anhören wollen, die wir so viel Leid auf Erden verursachen und seinen Sohn ans Kreuze brachten, die wir uns tagtäglich an Gott versündigen?
Wieso sollten die eigenen Gebete weniger hochmütig sein als die Buße, warum ein gesprochenenes Gebet weniger hochmütig als ein körperliches?
Nein, ich habe an etwas anderes gedacht. Ich könnte mir vorstellen, dass diese zugegebenermassen nicht alltägliche Form der Bussübung, der Bussgürtel, dazu verleiten könnte, dass sich der Träger als besonders guter Gläubiger fühlt gegenüber anderen Menschen, die keinen Gürtel anlegen.

Nein, ich glaube nicht, dass jedes Gebet Ausdruck menschlichen Hochmuts sei!
Auch wenn es wahnwitzig anmutet. Christus selbst hat uns doch ans Herz gelegt, in seinem Namen diese Kühnheit des Gottesvertrauens in den Vater zu üben.
Ja, EIGENTLICH dürften wir noch nicht einmal wagen, unsere Augen zu Gott aufzuheben, die wir so in Sünde und Leid verstrickt sind. Aber gerade dafür ist ja Christus gekommen, dass wir das wieder begreifen. Gott will ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist, mehr nicht. Er will uns doch die Fülle seiner Barmherzigheit schenken. Ist ein Kind, das seinen Vater um etwas bittet, deshalb hochmütig?

Aber, so will mir scheinen, deine Frage war ja nur rhetorisch gemeint. Richtig?
Ich wünsche Dir einen schönen Nachmittag.
Lg Mary
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Raphaela
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Raphaela » Freitag 28. August 2015, 17:29

Mary hat geschrieben:Mal ganz nüchtern betrachtet: Ja, das Leiden am Kreuz war fürchterlich. Es war aber - im Vergleich zu manchem Leiden und Folter, das Menschen ertragen müssen - nicht das schlimmste vorstellbare Leiden. Christus war während seines selbstgewählten Leidens in jeder Sekunde - als Gott - Herr der Situation! Als er seinen Geist aufgab, tat er das ganz bewusst und als Gott. Das macht für mich sein Leiden und Sterben nicht weniger ehrfurchtgebietend und auch nicht weniger schrecklich, aber zugleich macht es das Leiden herrlich, rettend, wunderbar. Christus war auch in seinem Leiden siegreicher Gott!
OT: Wenn ich es richtig verstehe, dann war für dich Christus immer Herr der Situation und hat daher nicht so viel gelitten?
Er hat vorher schon Blut geschwitzt. - Es gibt Beispiele von Menschen, in der jüngeren Geschichte, die Blut geschwitzt haben. Grund: Panische Angst. Und nur das führt dazu, Blut zu schwitzen.
Die Peitschenhiebe, die Jesus bekam haben die wenigsten Menschen überlebt. Dann eine Krone mit Dornen. Hast du dich schon mal an Dornen verletzt? Und dann stell dir vor, mehrere Dornen auf dem Kopf.
Den mit Essig gefüllten Schwamm hat er nicht genommen - das hätte den Schmerzen Linderung verschaffen, also hat er ziemlich viele Schmerzen gehabt.
Was noch dazukommt: Du kannst davon ausgehen, dass es heiß war. Jesus hat am Körper geblutet. Ein Anziehungspunkt für Mücken, Fliegen.... - Und Jesus konnte nichts dagegen unternehmen, dies hat schon mehrere Stunden gedauert.
Und jetzt nenn mir doch Leiden, die schlimmer sind.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Protasius
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Protasius » Freitag 28. August 2015, 17:55

Dornen am Kopf müssen allein schon wegen der irrsinnig gut durchbluteten Kopfhaut ein Graus sein; als Kind hatte ich ein Paar Kopfverletzungen und die haben bei winzigsten Löchern wie Sau geblutet. Und dann stelle man sich mal mehrere Kopfverletzungen durch die Dornen vor, das Blut fließt reichlich herab, man schlägt und bespuckt dich und dann darf man noch das Kreuz den Berg hinaufschleppen und mehrere Stunden am Kreuz hängen, das mit Nägeln an deinen Gliedmaßen befestigt ist: zur Erinnerung, die Römer sahen das als so grausam an, daß man es römische Bürger so nicht hinrichten durfte.

Ich könnte mir vielleicht vorstellen, daß Verbrennen bei lebendigem Leibe ähnlich grauenhaft ist, aber das ist mW deutlich schneller vorbei.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

Hobbit
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Hobbit » Freitag 28. August 2015, 23:34

Es geht doch nicht darum nachzurechnen wieviel Schmerzen die Kreuzigung Jesu hervorgerufen hat.
Viele Menschen wurden damals gekreuzigt ( man denke nur an Spartakus und seine Anhänger )
Und es gibt bei weitem schmerzvollere Folter und Todesarten, man schaue nur ins Mittelalter ( Inquisition ) oder in die Neuzeit.
Die Erlösung hängt nicht mit der Schmerzhöhe zusammen, sondern dass Gott in Jesus selbst in die tiefste Dunkelheit und Verlassenheit herabgestiegen ist um sich mit uns Menschen aus Liebe zu solidarisieren und diese Dunkelheit und den Tod damit zu entmachten.
Fragwürdig wird es für mich, wenn sich Menschen aus religiösen Gründen selbst Schmerzen zufügen, wie zB mit sog Busgürteln.
Und ich frage wieder : wem und was soll das bringen ?
Gott ? Nein !
Einem selbst ? Es gibt doch bessere Möglichkeiten, seine Körper bewußt wahrzunehmen. Dann kann man sich auch beim Beten voll verneigen, wie es zB die Moslems oder Hindus praktizieren. Das wäre dann eher körperliche Ganzhingabe, wenn man das unbedingt braucht. Aber doch nicht durch selbstzugefügte Schmerzen. Will man damit das Leiden Christi nachspielen ? Wofür ?

Vir Probatus
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Vir Probatus » Sonnabend 29. August 2015, 05:02

Ich denke, hierher weht der Wind:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9159328.html

Schmutziger Staub

Das Opus Dei - die wichtigste Stütze des Papstes Johannes Paul II.
Regel 208 etwa liest sich wie eine Anleitung für Masochisten: "Gesegnet sei der Schmerz. Geliebt sei der Schmerz. Geheiligt sei der Schmerz. Verherrlicht sei der Schmerz!" Um den Körper zu züchtigen, schlafen die weiblichen Numerarier - wegen ihrer angeblich größeren "sinnlichen Anfälligkeit" - in den Opus-Zentren auf blankem Bett oder nacktem Fußboden. Männer und Frauen tragen Bußgürtel, ein Metallband mit nach innen gerichteten Dornen, für mindestens zwei Stunden täglich um den Oberschenkel. Samstags kasteien sie sich mit der "disciplina", einer fünfschwänzigen Geißel.
Weniger religiöse lassen sich bei der Domina kostenpflichtig auf Touren bringen.

Aber Vorsicht:
Der Ausstieg aus dem Opus Dei gelingt nur wenigen. Ein Ex-Numerarier aus Köln beschreibt die Seelenlage der Mitglieder: "Das Opus drückt einen aus wie eine Zitrone. Man muß sich dort völlig aufgeben. Man verliert das Gefühl für seinen eigenen Körper und für die Welt draußen, man hört auf, für sich selbst zu entscheiden. Wer das Opus Dei verläßt, braucht Jahre, um wieder ein normaler Mensch zu werden."
Es genügt, wenn ich das sage! (Bischof Gerhard Ludwig Müller und das Kirchenrecht)

Siard
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Siard » Sonnabend 29. August 2015, 07:42

Vir Probatus hat geschrieben:Aber Vorsicht:
Der Ausstieg aus dem Opus Dei gelingt nur wenigen. Ein Ex-Numerarier aus Köln beschreibt die Seelenlage der Mitglieder: "Das Opus drückt einen aus wie eine Zitrone. Man muß sich dort völlig aufgeben. Man verliert das Gefühl für seinen eigenen Körper und für die Welt draußen, man hört auf, für sich selbst zu entscheiden. Wer das Opus Dei verläßt, braucht Jahre, um wieder ein normaler Mensch zu werden."
Das ist im Prinzip das Gleiche, das auch über Menschen gesagt wird, die aus der (katholischen) Kirche austreten. Von wegen Sündenangst und so …
Bei allem, auf das man sich wirklich einläßt, gibt es lange Trennungsfolgen.

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Eremitin
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Eremitin » Sonnabend 29. August 2015, 07:51

Wahrscheinlich bist du noch recht jung und hast wenig Schmerzen bisher in deinem Leben erfahren, die man aufopfern kann....ein Bußgürtel wird ja auch von den Numerariern des Opus Dei getragen. Wer das möchte, bitte schön---
ich denke aber, wir leben in einer solchen komplexen und auch unüberschaubaren Welt voller Tragik, dass wir hier beten sollen und unser Gebet aufopfern .Ich halte es lieber mit dem Kleinsein vor dem Herrn wie die hl. Therese von Lisieux, denn ich bin für große, anstrengende Wege zu schwach, also den kleinen Weg und vertraue auf den barmherzigen Heiland.

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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von overkott » Sonnabend 29. August 2015, 09:21

Der wahre Bußgürtel ist Toleranz gegenüber menschlichen Unzulänglichkeiten.

Der wahre Bußgürtel ist ein liebendes Herz.

Ein Gebet der Sinne ist, wenn man Armen hilft.

Ein Gebet der Sinne ist, wenn man für schöne Frauen den Schöpfer lobt.

Ein Gebet der Sinne ist, die Ehe zu vollziehen.

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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Mary » Sonnabend 29. August 2015, 09:39

Raphaela hat geschrieben:Wenn ich es richtig verstehe, dann war für dich Christus immer Herr der Situation und hat daher nicht so viel gelitten?
Ja, er war immer Herr der Situation.
Doch, er hat sehr gelitten.
Aber es geht nicht primär um das Leiden. Es geht darum, dass Gott am Kreuz stirbt, und dazu in äusserster Demut den schändlichsten damals denkbaren Tod.
Raphaela hat geschrieben: Und jetzt nenn mir doch Leiden, die schlimmer sind.
Bsp: Über Wochen und Monate immer wieder fast ersäuft werden und dann doch weiterleben gelassen werden, nie wissend, wann es wirklich zur Ermordung kommt.
Bsp: Über Stunden und Tage mit Schlägen, Feuer, glühenden Eisen etc gequält werden, bis man endlich gesteht, was man nicht getan hat.
Du weisst, auf welche Situationen ich anspiele? Brauchst Du mehr Beispiele?

Aber nochmal: Das Leiden ist nicht das Zentrale in der christlichen Erlösungslehre.
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von overkott » Sonnabend 29. August 2015, 11:07

Mary hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:Wenn ich es richtig verstehe, dann war für dich Christus immer Herr der Situation und hat daher nicht so viel gelitten?
Ja, er war immer Herr der Situation.
Doch, er hat sehr gelitten.
Aber es geht nicht primär um das Leiden. Es geht darum, dass Gott am Kreuz stirbt, und dazu in äusserster Demut den schändlichsten damals denkbaren Tod.
Das ist beispielsweise eher eine heidnische Idee: Die Idee des Gottestodes. Sie widerspricht der Idee des ewigen, unsterblichen Schöpfers. Sie ist eine Irrlehre.

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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Raphaela » Sonnabend 29. August 2015, 11:37

Mary hat geschrieben: Aber nochmal: Das Leiden ist nicht das Zentrale in der christlichen Erlösungslehre.
Also, ich habe während des Studiums gelernt, dass die Passion das Zentrale des christlichen Glaubens ist. - Und die Auferstehung natürlich.
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von overkott » Sonnabend 29. August 2015, 11:52

im zentrum der dreifaltigkeit steht der sohn

von gottesliebe, naechstenliebe und eigenliebe die naechstenliebe

von leidenschaft, mitleid und leiden das mitleid

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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Vir Probatus » Sonnabend 29. August 2015, 14:32

overkott hat geschrieben:Der wahre Bußgürtel ist Toleranz gegenüber menschlichen Unzulänglichkeiten.

Der wahre Bußgürtel ist ein liebendes Herz.

Ein Gebet der Sinne ist, wenn man Armen hilft.

Ein Gebet der Sinne ist, wenn man für schöne Frauen den Schöpfer lobt.

Ein Gebet der Sinne ist, die Ehe zu vollziehen.
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von offertorium » Sonnabend 29. August 2015, 15:36

Vir Probatus hat geschrieben:Ich denke, hierher weht der Wind:
Da muss ich Dich enttäuschen, aber einer Mitgliedschaft im hiesigen Fitnessclub kann ich mich outen. Da herrscht zwar auch manchmal das Motto Gesegnet sei der Schmerz, aber die Empfehung einer Domina würde dort nicht weiterhelfen. Hier gibt es einen Text, wie es zu dieser Aussage kam. Sehr interessant, für Spiegel-Leser wohl zu wenig reißerisch.

http://www.de.josemariaescriva.info/art ... er-schmerz

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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von offertorium » Sonnabend 29. August 2015, 15:37

Mary hat geschrieben:...
Liebe Mary,
Dein Text ist nicht vergessen oder unter gegangen. Morgen werde ich mir etwas Zeit nehmen und darauf antworten.
offertorium

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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von offertorium » Sonnabend 29. August 2015, 15:43

Hobbit hat geschrieben: Dann kann man sich auch beim Beten voll verneigen, wie es zB die Moslems oder Hindus praktizieren. Das wäre dann eher körperliche Ganzhingabe, wenn man das unbedingt braucht.
Du findest die Gebetspraxis von Moslems ansprechender als traditionelle katholische Frömmigkeitsübungen. Das ist eine interessante "Spiritualität".

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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Raphaela » Sonnabend 29. August 2015, 17:15

Hobbit hat geschrieben: Es gibt doch bessere Möglichkeiten, seine Körper bewußt wahrzunehmen. Dann kann man sich auch beim Beten voll verneigen, wie es zB die Moslems oder Hindus praktizieren.
Warum bei anderen Religionen schauen? Das ist was ur-christliches! Schau dir mal die Gemeinschaft von Jerusalem an, schau dich in den Ostkirchen um, gehe in (wenn du ganz viel "sehen" willst) in einen Karfreitagsgottesdienst, nimm am Stundengebet der Ordensleute teil, am besten bei benediktinischen Gemeinschaften.

Mir scheint, du kennst die Kirche nicht und suchst daher lieber das, was christlich ist, in anderen Religionen.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Mary » Sonnabend 29. August 2015, 17:33

overkott hat geschrieben:
Mary hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:Wenn ich es richtig verstehe, dann war für dich Christus immer Herr der Situation und hat daher nicht so viel gelitten?
Ja, er war immer Herr der Situation.
Doch, er hat sehr gelitten.
Aber es geht nicht primär um das Leiden. Es geht darum, dass Gott am Kreuz stirbt, und dazu in äusserster Demut den schändlichsten damals denkbaren Tod.
Das ist beispielsweise eher eine heidnische Idee: Die Idee des Gottestodes. Sie widerspricht der Idee des ewigen, unsterblichen Schöpfers. Sie ist eine Irrlehre.
Ja, es ist ein Paradox, aber es ist keine Irrlehre.
Vater Sergius (Heitz) schrieb dazu (Im Buch "Christus in Euch: Hoffnung auf Herrlichkeit, S. 81):
Als Gott hätte Christus dem Kreuz entgehen können; als Sündloser war Er dem Tod nicht unterworfen. Das unvorstellbare Paradox, dass Gott, der Leidlose, litt, dass der Unsterbliche starb, dass der Sündlose alle Sünden der Welt auf Sich nahm, wird in den gottesdienstlichen Texten der Heiligen und Hohen Woche immer nue duch Gegensatzpaare hervorgehoben, so etwas im 15. Antiphon des Heiligen und Hohen Freitags, wo es heisst:
"Heute hängt am Kreuz, der die Erde in Wassern hängen lässt.(3x)
Mit einem Kranz aus Dornen wird umwunden der König der Engel.
Zum Spott wird mit einem Purpur umhüllt, der die Himmel umkleidet mit Wolken.
Schläge erhält, der im Jordan den Adam befreite.
Mit Nägeln wird angeheftet der Bräutigam der Kirche.
Mit einer Lanze durchbohrt der Sohn der Jungfrau.
Wir fallen nieder vor Deinen Leiden, o Christus (3x)
Zeige uns auch Deine herrliche Auferstehung."

Heidnischer Glaube?

lg Mary
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Mary » Sonnabend 29. August 2015, 17:34

offertorium hat geschrieben:
Mary hat geschrieben:...
Liebe Mary,
Dein Text ist nicht vergessen oder unter gegangen. Morgen werde ich mir etwas Zeit nehmen und darauf antworten.
offertorium
Es eilt ja nicht, lass Dir alle Zeit, die Du brauchst. Lieber eine durchdachte Antwort als schnell hingeworfene Sätze. Ich warte gerne darauf. :ja:
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Hobbit
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Hobbit » Sonnabend 29. August 2015, 19:03

Raphaela hat geschrieben:
Hobbit hat geschrieben: Es gibt doch bessere Möglichkeiten, seine Körper bewußt wahrzunehmen. Dann kann man sich auch beim Beten voll verneigen, wie es zB die Moslems oder Hindus praktizieren.
Warum bei anderen Religionen schauen? Das ist was ur-christliches! Schau dir mal die Gemeinschaft von Jerusalem an, schau dich in den Ostkirchen um, gehe in (wenn du ganz viel "sehen" willst) in einen Karfreitagsgottesdienst, nimm am Stundengebet der Ordensleute teil, am besten bei benediktinischen Gemeinschaften.

Mir scheint, du kennst die Kirche nicht und suchst daher lieber das, was christlich ist, in anderen Religionen.
Dieses Beispiel habe ich nur gebracht, weil vom Thema anscheinend das Bedürfnis da ist, den Körper beim Beten
mehr zu erfahren. Warum hast Du ein Problem damit, wenn man auf andere Religionen schaut ?
Selbst die Päpste haben erkannt, dass auch in anderen Glaubenslehren Wahrheit sein kann.
Und selbst der hl. Franziskus war fasziniert von der Gebetspraxis der Moslems und hat diese Form des mehrmals
täglichen Gebets zum Vorbild empfohlen .
Ich kenne unsere Kirche gut genug, auch die Gebetszeiten der Jerusalemer ( Frankreich und Köln ), andere Klöster
( Benediktiner und Co ) und auch den Karfreitag.
Allerdings kommt der Ganzkörpereinsatz nur an Karfreitag vom Priester + Meßdiener vor.
Das gibt es so auch nicht bei den genannten Ordensgemeinschaften.

Mary
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Mary » Sonnabend 29. August 2015, 21:10

Hobbit hat geschrieben: Einem selbst ? Es gibt doch bessere Möglichkeiten, seine Körper bewußt wahrzunehmen. Dann kann man sich auch beim Beten voll verneigen, wie es zB die Moslems oder Hindus praktizieren. Das wäre dann eher körperliche Ganzhingabe, wenn man das unbedingt braucht.
Wie offertorium präzisiert hat, geht es aber gar nicht um die Körperwahrnehmung.

Ausserdem, :doktor: , haben die Moslems ja die Verneigung von den Christen abgeschaut. In den Kirchen des Ostens werden diese grossen Metanien noch heute praktiziert. (Wie Raphaela auch schon schrieb, glaube ich)
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Raphaela » Sonnabend 29. August 2015, 21:58

Hobbit hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:
Hobbit hat geschrieben: Es gibt doch bessere Möglichkeiten, seine Körper bewußt wahrzunehmen. Dann kann man sich auch beim Beten voll verneigen, wie es zB die Moslems oder Hindus praktizieren.
Warum bei anderen Religionen schauen? Das ist was ur-christliches! Schau dir mal die Gemeinschaft von Jerusalem an, schau dich in den Ostkirchen um, gehe in (wenn du ganz viel "sehen" willst) in einen Karfreitagsgottesdienst, nimm am Stundengebet der Ordensleute teil, am besten bei benediktinischen Gemeinschaften.

Mir scheint, du kennst die Kirche nicht und suchst daher lieber das, was christlich ist, in anderen Religionen.
Dieses Beispiel habe ich nur gebracht, weil vom Thema anscheinend das Bedürfnis da ist, den Körper beim Beten
mehr zu erfahren. Warum hast Du ein Problem damit, wenn man auf andere Religionen schaut ?
Ich habe keine Problem damit, wenn man auf andere Religionen schaut, finde es aber sehr wohl unangebracht, wenn es heißt: Die anderen Religionen haben dies und das, aber das Christentum kennt dies nicht, wenn dies in Wirklichkeit christlich ist. -Und es gibt mehr als genug Menschen, die sich mit dieser Einstellung dann vom Christentum abwenden und den anderen Religionen zuwenden. - Weil es dies angeblich nicht im Christentum gibt. - Es sind immer Menschen, die nie im Christentum beheimatet waren/sind...
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von overkott » Sonnabend 29. August 2015, 22:05

Vir Probatus hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Der wahre Bußgürtel ist Toleranz gegenüber menschlichen Unzulänglichkeiten.

Der wahre Bußgürtel ist ein liebendes Herz.

Ein Gebet der Sinne ist, wenn man Armen hilft.

Ein Gebet der Sinne ist, wenn man für schöne Frauen den Schöpfer lobt.

Ein Gebet der Sinne ist, die Ehe zu vollziehen.
:daumen-rauf:
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von offertorium » Sonnabend 29. August 2015, 23:00

Raphaela hat geschrieben:
Warum bei anderen Religionen schauen? Das ist was ur-christliches! Schau dir mal die Gemeinschaft von Jerusalem an, schau dich in den Ostkirchen um, gehe in (wenn du ganz viel "sehen" willst) in einen Karfreitagsgottesdienst, nimm am Stundengebet der Ordensleute teil, am besten bei benediktinischen Gemeinschaften.
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 30. August 2015, 07:56

offertorium hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:Ich denke, hierher weht der Wind:
Da muss ich Dich enttäuschen, aber einer Mitgliedschaft im hiesigen Fitnessclub kann ich mich outen. Da herrscht zwar auch manchmal das Motto Gesegnet sei der Schmerz, aber die Empfehung einer Domina würde dort nicht weiterhelfen. Hier gibt es einen Text, wie es zu dieser Aussage kam. Sehr interessant, für Spiegel-Leser wohl zu wenig reißerisch.

http://www.de.josemariaescriva.info/art ... er-schmerz
Bereits der Titel "Der Weg" ist ja eine ungeheure Anmaßung,
Jesus Christus hat gesagt "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben".
Es genügt, wenn ich das sage! (Bischof Gerhard Ludwig Müller und das Kirchenrecht)

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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von Raphaela » Sonntag 30. August 2015, 08:28

Vir Probatus hat geschrieben:
offertorium hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:Ich denke, hierher weht der Wind:
Da muss ich Dich enttäuschen, aber einer Mitgliedschaft im hiesigen Fitnessclub kann ich mich outen. Da herrscht zwar auch manchmal das Motto Gesegnet sei der Schmerz, aber die Empfehung einer Domina würde dort nicht weiterhelfen. Hier gibt es einen Text, wie es zu dieser Aussage kam. Sehr interessant, für Spiegel-Leser wohl zu wenig reißerisch.

http://www.de.josemariaescriva.info/art ... er-schmerz
Bereits der Titel "Der Weg" ist ja eine ungeheure Anmaßung,
Jesus Christus hat gesagt "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben".
Vir Probatus, ich nehme an, du kennst da kleine Büchlein "Der Weg" nicht? Ich habe es mal von einem ehemaligen geistlichen Begleiter geschenkt bekommen (Ein Mitglied des OD). Es sind kürze Sprüche von Josemaria Escrivá. Ich nehme an, dass dies für Mitglieder vom OD schon sehr wichtig ist, ähnlich wie bei Ordensmitglieder das, was der Gründer gesagt hat. Aber ich empfinde diese kurzen Sprüche als Anregung. - Wenn sie meinem Weg nicht entsprechen, bin ich nicht verpflichtet sie zu halten. Andere regen zum Beten für Personen ein, wie z. B: "Der Priester, wer auch immer, ist stets ein zweiter Christus."
Ein anderes Beispiel zum Nachdenken "Allein! - Du bist nicht allein. Von Fern begleiten wir dich andauern. - Außerdem wohnt der Heilige Geist - Gott mit dir - im Innersten deiner Seele und stimmt all deine Gedanken, Wünsche, Werke übernatürlich."

Ich kann an dem Buch und dem Inhalt nichts Verwerfliches finden.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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offertorium
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von offertorium » Sonntag 30. August 2015, 12:05

Vir Probatus hat geschrieben:
Bereits der Titel "Der Weg" ist ja eine ungeheure Anmaßung,
Jesus Christus hat gesagt "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben".
Dieser Hochmut, die eigenen Phantasterien ausgerechnet für jene Anliegen zu halten, die ein Heiliger beim Schreiben eines Buches oder seines Titels im Hinterkopf hatte, ist so eine Sache. Das ohne jede Spur von Selbstzweifeln. Respekt.
Es gibt viele Wege in unserer Kirche zu Gott. Allen gemein ist, daß sie durch Jesus Christus gehen. Jede ernsthafte Berufung zu einem Weg durch Christus zu Gott setzt die übernatürliche Einsicht voraus, daß dieser Weg, den man wählt, (für einen selbst) der Weg zu Gott ist. Der Weg hat Josefmaria zu einem Heiligen gemacht, davon sind wir beide auf unseren Wegen wohl noch weit entfernt.

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offertorium
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von offertorium » Sonntag 30. August 2015, 13:32

Mary hat geschrieben: Ja, ok. Dann frage ich mich aber doch, warum Du Dich daran störst, dass man
das gute Stück kaum merkt
. Wenn es Dir nicht darum geht, Dich als körperlicher Mensch zu spüren, warum ist es Dir dann wichtig, dass Du von einem solchen Gerät viel spürst? Das wird mir nicht ganz klar, ehrlich gesagt.
Es gab in meinem ursprünglichen Beitrag 2 Ansätze, die ich jetzt versuche etwas klarer zu machen:

a) Da ist die persönliche Seite, das Gebet der Sinne, hier stellt sich aber die Frage, ob so ein Band noch Sinn macht, wenn man es kaum merkt: Wenn man z.b. im Knien den Körper mehr ins Gebet hineinsprechen lassen kann, oder beim Fasten durch ein Hungergefühl, dann braucht es keines zusätzlichen Bandes. Das ist der eine Ansatz.

b) War meine Aussage, daß ich das Argument, durch so ein Band am Leiden Christi teilzuhaben, für mich wiederum nicht so recht überzeugend ist, weil man es kaum merkt.

Leider ist die Diskussion durch einige Menschen, die glauben es wäre der richtige Ort ihre feindliche Gesinnung gegenüber OD zu zeigen oder ihr Unverständnis für katholische Frömmigkeitsformen ins Abseits geraten.
Warum trägst Du es nicht einfach in Imitation der Heiligen, die das vor Dir getan haben?
Diese Imitation wäre als Thema ein guter Ansatz für die Weiterentwicklung des Threads.
Nein, ich habe an etwas anderes gedacht. Ich könnte mir vorstellen, dass diese zugegebenermassen nicht alltägliche Form der Bussübung, der Bussgürtel, dazu verleiten könnte, dass sich der Träger als besonders guter Gläubiger fühlt gegenüber anderen Menschen, die keinen Gürtel anlegen.
Ist das nicht anders als die allgemeine Tendenz, daß sich manche Menschen katholischer fühlen als andere? Was Du schreibst, kann unabhängig von dieser Form passieren.

Danke auch für Deine weiteren Gedanken.

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martin v. tours
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Re: Bußgürtel und Gebet der Sinne

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 30. August 2015, 13:45

Die Art und Weise wie Mary und offertorium hier dieses Thema diskutieren empfinde ich als sehr angenehm.
Keine Häme oder grundlose Beleidigungen.
Von so einem Diskussionsstil könnten sich viele hier (auch ich) ein Scheibe abschneiden.
Dem Forum würde es gut tun.
:huhu:
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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