Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Allgemein Katholisches.

Moderator: taddeo

Rosenkranz oder Stundengebet als tägliches Gebet?

Rosenkranz
8
30%
Stundengebet
8
30%
beides
5
19%
keines
3
11%
alternierend
3
11%
 
Abstimmungen insgesamt: 27

hl. Ambrosius
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Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von hl. Ambrosius » Donnerstag 8. Oktober 2015, 02:09

Hallo zusammen,

inspiriert durch einen Thread in einem englischsprachigen Forum möchte ich euch hier folgende Frage stellen, die mich derzeit beschäftigt:

Wenn es euch zeitlich nur möglich ist/wäre, eine der beiden Gebetsformen Rosenkranz (normal mit Einleitung und 5 Gesätzen) oder Stundengebet (Laudes, Vesper, evtl. Komplet) jeden Tag zu beten, welche würdet ihr bevorzugen und warum?

Ich persönlich schätze beide Traditionen sehr, aber schaffe es derzeit nicht, beide täglich in meinen Alltag einzubauen, auch wenn das für mich das Optimum wäre. Abwechseln oder beide in reduzierter Form beten möchte ich eigentlich auch nicht, weil es mir ja unter anderem darum geht, mein Gebetsleben mehr zu ritualisieren. Ich selbst habe sowohl Argumente für den Rosenkranz als auch für das Stundengebet, die ich aber vorerst für mich behalten möchte, um eure unvoreingenommenen Antworten zu lesen. :)

Ich freue mich auf eure Antworten.

Sollte das Thema im falschen Subforum plaziert sein, schon existieren oder in einen bereits bestehenden Thread integriert werden können, ist ein Verschieben natürlich kein Problem.

Laudetur Jesus Christus

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taddeo
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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von taddeo » Donnerstag 8. Oktober 2015, 08:58

Man kann Stundengebet und Rosenkranz nicht gegeneinander "ausspielen", beide haben ihren spezifischen Sinn und ihre Berechtigung. Bei Deinen Überlegungen solltest Du vielleicht folgendes berücksichtigen:

- Das Stundengebet ist eine offizielle, amtliche Liturgie der Kirche. Der Beter verrichtet sie (auch bei privatem Beten!) weniger aus persönlicher Frömmigkeit, sondern als Teilnahme am allgemeinen Gebet der Gesamtkirche und auch vornehmlich als Gebet FÜR die Kirche.
- Der Rosenkranz entstand ursprünglich als "Stundengebet für die kleinen Leute", die 150 Ave Maria sind quasi der "Ersatz" für die 150 Psalmen des Stundengebets. Somit nimmt der, der den Rosenkranz regelmäßig betet, in gewisser Weise an der Tagzeitenliturgie der Kirche teil, wenn auch in stark vereinfachter Form.
Allerdings ist der Rosenkranz besser als das Stundengebet dafür geeignet, dadurch sein persönliches Beten in den eigenen Anliegen zu unterstützen. Das Stundengebet setzt ein weiteres persönliches Gebetsleben schon voraus und ist eine "Zugabe" dazu, der Rosenkranz kann selbst dieses persönliche Gebet sein, um es mal sehr vereinfacht zu sagen.

Es ist letztlich eine Frage der persönlichen Disposition, welche der beiden Gebetsformen man praktizieren möchte und kann. Meiner Meinung und Erfahrung nach setzt das regelmäßige und konsequente Beten der Tagzeitenliturgie ein hohes Maß an Disziplin und spiritueller Reife voraus, in gewissem Sinn ein "Ruhen im Glauben der Kirche". Der Rosenkranz ist besser geeignet, wenn man im Beten noch weniger Praxis hat oder vielleicht mehr Raum für seine privaten Anliegen im Gebet braucht. Da kann der Rosenkranz tatsächlich eine letzte Ankerkette sein, die die Seele noch an den Himmel bindet, wenn alles in einem und um einen in Brüche geht.
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Gallus
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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von Gallus » Donnerstag 8. Oktober 2015, 10:43

taddeo hat geschrieben:Der Rosenkranz ist besser geeignet, wenn man im Beten noch weniger Praxis hat oder vielleicht mehr Raum für seine privaten Anliegen im Gebet braucht. Da kann der Rosenkranz tatsächlich eine letzte Ankerkette sein,
Interessant, mit der Meinung stehst Du nicht alleine: http://prospesalutis.blogspot.de/215/1 ... reife.html

Ich versuche halbwegs erfolgreich Laudes, Vesper und Lesehore jeden Tag zu beten, den Rest je nachdem, wie der Tag aussieht. Wenn ich ehrlich bin, muß ich zugeben, daß ich auch an anstrengenden Arbeitstagen objektiv die nötige Zeit freiräumen könnte, aber subjektiv einfach die innere Ruhe fehlt und ich mich dazu dann auch nicht zwingen kann. Das beträfe dann allerdings auch den Rosenkranz, so daß er zumindest für mich nicht als zeitsparender Ersatz funktionieren würde. Etwa 2-3 Mal pro Woche schaffe ich es trotzdem, auch den Rosenkranz zu beten, inzwischen manchmal auch in eher unorthodoxen Situationen, z.B. beim (langsamen) Joggen.

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taddeo
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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von taddeo » Donnerstag 8. Oktober 2015, 10:46

Gallus hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Der Rosenkranz ist besser geeignet, wenn man im Beten noch weniger Praxis hat oder vielleicht mehr Raum für seine privaten Anliegen im Gebet braucht. Da kann der Rosenkranz tatsächlich eine letzte Ankerkette sein,
Interessant, mit der Meinung stehst Du nicht alleine: http://prospesalutis.blogspot.de/215/1 ... reife.html
Das hoffe ich doch, daß ich damit nicht alleine bin ... ;D
Mir geht es ebenso wie dem Blogschreiber: In Gemeinschaft bete ich sehr ungern den Rosenkranz, ich brauche ihn für mich ganz allein. Am liebsten gehe ich allein spazieren und bete ihn dabei.
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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von Siard » Freitag 9. Oktober 2015, 06:18

taddeo hat geschrieben:Der Rosenkranz ist besser geeignet, wenn man im Beten noch weniger Praxis hat oder vielleicht mehr Raum für seine privaten Anliegen im Gebet braucht. Da kann der Rosenkranz tatsächlich eine letzte Ankerkette sein,
Bei mir war – und ist es – eher umgekehrt.

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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von taddeo » Freitag 9. Oktober 2015, 08:53

Siard hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Der Rosenkranz ist besser geeignet, wenn man im Beten noch weniger Praxis hat oder vielleicht mehr Raum für seine privaten Anliegen im Gebet braucht. Da kann der Rosenkranz tatsächlich eine letzte Ankerkette sein,
Bei mir war – und ist es – eher umgekehrt.
Das ist ja das Schöne am Rosenkranz, daß ihn jeder in seiner Lage beten kann, wie er ihm guttut. Maria ist halt mal die "Mama", zu der man immer kommen kann, egal wie man drauf ist.
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Niels
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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von Niels » Freitag 9. Oktober 2015, 09:05

taddeo hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Der Rosenkranz ist besser geeignet, wenn man im Beten noch weniger Praxis hat oder vielleicht mehr Raum für seine privaten Anliegen im Gebet braucht. Da kann der Rosenkranz tatsächlich eine letzte Ankerkette sein,
Bei mir war – und ist es – eher umgekehrt.
Das ist ja das Schöne am Rosenkranz, daß ihn jeder in seiner Lage beten kann, wie er ihm guttut. Maria ist halt mal die "Mama", zu der man immer kommen kann, egal wie man drauf ist.
:ja: :daumen-rauf:

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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von Gallus » Freitag 9. Oktober 2015, 19:16

http://wdtprs.com/blog/215/1/question ... /#comments

Man lernt nie aus. Im englischen Sprachraum scheint es unüblich zu sein, die Geheimnisse an jedes "Gegrüßet seist Du Maria..." dranzuhängen. Stattdessen spricht man das jeweilige Geheimnis nur einmal, vor dem betreffenden Gesätz.

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Marion
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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von Marion » Freitag 9. Oktober 2015, 19:21

Das ist in Brasilien auch so wie im englischen Sprachraum :)
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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von hl. Ambrosius » Freitag 9. Oktober 2015, 19:21

Nicht nur im englischen, sondern auch im romanischen Sprachraum. Ich glaube, das Anhängen der Geheimnisse an die einzelnen Ave Marias ist weitgehend eine deutsche Besonderheit. Aber auch hier kenne ich Leute/Gruppen, die darauf verzichten bzw. das nur beim ersten Ave Maria pro Gesätz tun.

Ansonsten vielen Dank für die bisherigen Antworten und Erklärungen, und gerne noch mehr. :)

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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von Siard » Sonnabend 10. Oktober 2015, 00:55

hl. Ambrosius hat geschrieben:Ich glaube, das Anhängen der Geheimnisse an die einzelnen Ave Marias ist weitgehend eine deutsche Besonderheit.
Mindestens ›deutschsprachige‹, bitte. Weiß jemand, wie es z. B. in der Diözese Brünn ist? Die war ja Sprachgrenzen übergreifend.

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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von offertorium » Sonnabend 10. Oktober 2015, 05:59

Einige Gedanken dazu:

Es gibt kein "vs." Der Rosenkranz pflegt eine persönliche Beziehung zur Gottesmutter und man kann ihn jederzeit auch ohne Buch (oder Smartphone) dabei zu haben beten. Der Rosenkranz lässt sich für mich besser in mein Alltagsleben integrieren. Wenn es zeitlich eng wird, bete ich beispielsweise am Vormittag 2 Gesätze und am Nachmittag 3, o.ä.

Der Rosenkranz gehört zur privaten Frömmigkeit, das Stundengebet ist das Gebet der ganzen Kirche und in seinem Ablauf vorgeschrieben, das unterscheidet beide. Während das Stundengebet Gebet der ganzen Kirche ist, ist der Rosenkranz eine Betrachtung des Leben Jesu. Auf der anderen Seite wurde das Stundengebet z.B. mit der Liturgiereform verändert, d.h. der Rosenkranz ist (für mich persönlich!) näher an der ganzen Kirche, weil er vom Charakter her unveränderlich ist.

Widersprechen möchte ich dem Gedanken, dass der Rosenkranz eher geeignet ist, wenn man "noch weniger Praxis hat". Mir ging es so, dass ich mit wenig Praxis den Rosenkranz kaum durchgehalten habe, weil er mir ewig lang vor kam. Erst nach einigen Jahren täglicher Gebetspraxis konnte ich den Rosenkranz gut beten.

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marcus-cgn
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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von marcus-cgn » Donnerstag 15. Oktober 2015, 19:25

taddeo hat geschrieben: Das ist ja das Schöne am Rosenkranz, daß ihn jeder in seiner Lage beten kann, wie er ihm guttut. Maria ist halt mal die "Mama", zu der man immer kommen kann, egal wie man drauf ist.
Betest Du den Rosenkranz denn immer komplett, also alle fünf Gesätzchen oder nur zum Teil, und wenn letzteres der Fall ist immer mit der ganzen Einleitung oder gibt es auch Varianten die Einleitung zu verkürzen?

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taddeo
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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von taddeo » Donnerstag 15. Oktober 2015, 21:56

marcus-cgn hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: Das ist ja das Schöne am Rosenkranz, daß ihn jeder in seiner Lage beten kann, wie er ihm guttut. Maria ist halt mal die "Mama", zu der man immer kommen kann, egal wie man drauf ist.
Betest Du den Rosenkranz denn immer komplett, also alle fünf Gesätzchen oder nur zum Teil, und wenn letzteres der Fall ist immer mit der ganzen Einleitung oder gibt es auch Varianten die Einleitung zu verkürzen?
Ich persönlich bete ihn immer vollständig, also die 50 Ave Maria für einen Satz Geheimnisse. Dabei natürlich auch immer die ganze Einleitung. Nur wenn man an einem Tag zB zwei oder drei solcher Rosenkränze betet, läßt man beim zweiten und dritten die Einleitung dann weg.
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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von marcus-cgn » Freitag 16. Oktober 2015, 10:27

taddeo hat geschrieben: Dabei natürlich auch immer die ganze Einleitung. Nur wenn man an einem Tag zB zwei oder drei solcher Rosenkränze betet, läßt man beim zweiten und dritten die Einleitung dann weg.
Es gibt ja auch noch die romanische Form des Rosenkranz: Die Geheimnisse werden dabei nicht hinter dem Wort Jesus eingefügt, sondern nur vor dem Vaterunser ausgesprochen oder gedanklich vermerkt. Aber auch die Einleitung ist anders, ich weiß wohl nicht mehr wie...

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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von taddeo » Freitag 16. Oktober 2015, 10:51

marcus-cgn hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: Dabei natürlich auch immer die ganze Einleitung. Nur wenn man an einem Tag zB zwei oder drei solcher Rosenkränze betet, läßt man beim zweiten und dritten die Einleitung dann weg.
Es gibt ja auch noch die romanische Form des Rosenkranz: Die Geheimnisse werden dabei nicht hinter dem Wort Jesus eingefügt, sondern nur vor dem Vaterunser ausgesprochen oder gedanklich vermerkt. Aber auch die Einleitung ist anders, ich weiß wohl nicht mehr wie...
Das weiß ich trotz meiner Italien-Erfahrung auch nicht. Ich bet den Rosenkranz immer "teutonisch". ;D
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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von phylax » Mittwoch 28. Oktober 2015, 20:54

Meine Rosenkranzzeit ist meist mitten in der Nacht, wenn man aufwacht und der Schlaf nicht wieder kommen will.
Da halte ich mich an Papst Benedikt, der das mal empfohlen hat ("Salz der Erde")
Von Gott kommt mir ein Freudenschein,/ wenn Du mich mit den Augen Dein/ gar freundlich tust anblicken

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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von Christ86 » Montag 18. Januar 2016, 00:04

Ich schätze den Rosenkranz als regelmässiges Gebet. Wenn, dann immer den ganzen und mit Stimme (Gewohnheit von früher, fragt nicht... :tuete: ) Aber meist nicht jeden Tag.

Ansonsten lese ich jeden Tag eine Hore des Stundengebets, manchmal auch zwei. Verwende da die App des deutschen liturgischen Instituts.

Pflegt jemand den Rosenkranz oder das Stundengebet gemeinschaftlich? Soll ja Leute geben, die singen zusammen wöchentlich eine Vesper oder ähnliches.
Wie bewundernswert sind deine Werke, o Herr, alles hast du mit Weisheit gemacht! Ps 104

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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von Eremitin » Freitag 11. August 2017, 15:28

ich habe beides lange zeit ausprobiert, mal nur den Rosenkranz aufgeteilt über den Tag gebetet, dann Laudes, Vesper und Komplet und auch die Terz ,oft mit jeweils nur einem Psalm......mittlerweile finde ich Stundengebet sehr langweilig und stelle mir meine täglichen Andachten selbst zusammen, der Rosenkranz ist dann immer dabei und das Herzstück. Ich bin auch von den "kleinen" Rosenkränzen wieder abgekommen , bete nur als Buße noch den Barmherzigkeitsrosenkranz oder den Wundenrosenkranz, lieber den ganz normalen, auf ganz einfache Weise ohne Sing-sang des Ehre und ohne das Fatimagebet nach einem Gesätz, das ich kitschig finde. Ich bete 2 mal täglich etwa jeweils eine halbe stunde.. dazu dann hl. Messe ,vorträge in Radio horeb etc. und lese viel.

Ich bin gottgeweiht mit Gelübden vor dem Bischof.

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Re: Rosenkranz vs. Stundengebet als tägliches Gebet?

Beitrag von 139:11-12 » Freitag 11. August 2017, 22:58

Ich persönlich mag das Stundengebet sehr, vor allem die Psalmen. Das Psalmen-Beten hat für mich den Vorteil, das Gebetsleben der Psalmisten mit- bzw. nachvollziehen zu können. Das trägt auch in kritischen Situationen, wenn ich dann merke, so hat schon vor tausenden von Jahren jemand gefühlt, da hat schon vor tausenden von Jahren jemand gebetet "Das ist mein Schmerz, dass die Hand des Höchsten so anders handelt." oder "Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz" schauen und dann eben auch Zweifel und Schwierigkeiten mit ins Gebet hineingehören, im Vertrauen darauf, dass Gott auch das sieht und auch da noch gilt "Der Herr stützt alle, die fallen". -und schon die Psalmisten hatten ihre Situationen des Zweifels und der Gottverlassenheit und haben trotzdem die Erfahrung gemacht, dass Gott sich ihrer wieder erbarmt.

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