Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

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Maternus87
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Maternus87 » Sonnabend 27. Dezember 2014, 21:00

Wer ist den der Autor? Oder ist der Artikel schon online zu finden?

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Gallus
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Gallus » Sonnabend 27. Dezember 2014, 21:26

Maternus87 hat geschrieben:Wer ist den der Autor? Oder ist der Artikel schon online zu finden?
Autor ist Markus Günther. Online ist er noch nicht; ich habe ihn nur schon gelesen, weil das E-Paper für Abonnenten immer schon am Vorabend abrufbar ist.

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martin v. tours
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 28. Dezember 2014, 17:55

Das scheint der Artikel zu sein.
http://www.idea.de/nachrichten/detail/t ... 8365.html
Leider hat der Autor recht.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Sarandanon
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Sarandanon » Sonntag 28. Dezember 2014, 19:07

Ist das jetzt der Artikel oder ein Artikel über den Artikel?
Dich, o Herr, kann nur verlieren, wer dich verlässt.
(Augustinus Aurelius)

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von cantus planus » Sonntag 28. Dezember 2014, 19:08

Ein Artikel über den Artikel.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

Ivo Matthäus
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Ivo Matthäus » Sonntag 28. Dezember 2014, 22:32

Die Zusammenfassung reicht an sich, aber mit etwas Glück erscheint der Artikel in Laufe der Woche in faz.net

I. M.
Ich schenke Euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in Euch. Ich nehme das Herz von Stein aus Eurer Brust und gebe Euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen Geist auf Euch und bewirke, dass .. Ihr auf meine Gebote achtet und sie erfüllt. (Ez 36)

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Yeti » Sonntag 28. Dezember 2014, 22:37

Eigentlich ist der Inhalt nichts Neues. Das wissen wir doch alle, wie wir alle diejenigen kennen, die es nicht wissen wollen.
#gottmensch statt #gutmensch

Ivo Matthäus
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Ivo Matthäus » Sonntag 28. Dezember 2014, 22:46

Das ist richtig, aber stetiger Tropfen höhlt den Stein des Nicht-Sehen-Wollens, bis schlussendlich die verdrängte Erkennntnis gleich dem Ausruf des Kind "Der Kaiser ist nackt!" Bahn bricht.
Ich schenke Euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in Euch. Ich nehme das Herz von Stein aus Eurer Brust und gebe Euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen Geist auf Euch und bewirke, dass .. Ihr auf meine Gebote achtet und sie erfüllt. (Ez 36)

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Yeti » Sonntag 28. Dezember 2014, 22:54

Ivo Matthäus hat geschrieben:Das ist richtig, aber stetiger Tropfen höhlt den Stein des Nicht-Sehen-Wollens, bis schlussendlich die verdrängte Erkennntnis gleich dem Ausruf des Kind "Der Kaiser ist nackt!" Bahn bricht.
Sei mir nicht bös, aber ich glaube nicht, dass uns ein solcher Lorbeer hier im Forum erwartet, gerade bei jener von dir beschriebenen Spezies...aber freilich, der HERR kann immer und überall handeln. :)
#gottmensch statt #gutmensch

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von berneuchen » Dienstag 30. Dezember 2014, 00:56

Yeti hat geschrieben:
Ivo Matthäus hat geschrieben:Das ist richtig, aber stetiger Tropfen höhlt den Stein des Nicht-Sehen-Wollens, bis schlussendlich die verdrängte Erkennntnis gleich dem Ausruf des Kind "Der Kaiser ist nackt!" Bahn bricht.
Sei mir nicht bös, aber ich glaube nicht, dass uns ein solcher Lorbeer hier im Forum erwartet, gerade bei jener von dir beschriebenen Spezies...aber freilich, der HERR kann immer und überall handeln. :)
Für die RKK in Deutschland wie für die EKD gilt der alte Spruch: Totgesagte leben länger. Ähnliche Thesen wie die in diesem Artikel hab ich schon vor 30 'Jahren gelesen: die Volkskirche stirbt, weil der Glaube dahinsiecht - und siehe wir leben immer noch in den ach so leb- und glaubenslosen Gemeinden.

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von lifestylekatholik » Dienstag 30. Dezember 2014, 03:05

Hier isser, der Artikel Kirche vor dem Kollaps. – Ganz hervorragend treffsicher beschrieben! :ja:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Peti » Dienstag 30. Dezember 2014, 08:43

Der Artikel von Günther ist eine gute Beschreibung der gegenwärtigen Siutiation.
Die Kirche in Deutschland-nicht in allen Gebieten gleich-mag ja der späten DDR gleichen.
Aber sie hat ganz andere Möglichkeiten der Wiederbelebung als die DDR.
In verschiedenen kleineren Gruppierungen hat das längst begonnen.

In unserer Gemeinde z.B, wo an Werktagen ungefär 20 Leute den Gottesdienst besuchten,
fand ein Glaubenskurs statt, an dem vor allen Christen im mittleren Lebensalter teinahmen.
Seitdem kann man einige von ihnen auch in der Werktagsmesse treffen.
In München sind die Werktagsmessen in den großen Innenstadtskirchen noch sehr gut besucht.
Die neuen geistlichen Gemeinschaften haben Zulauf von jungen Menschen, die auch in die Gemeinden hineinwirken.
In vielen Gemeinden enstehen Gebetsgruppen und Anbetungsstunden werden wieder eingeführt-auch in unserer Gemeinde.
In Türkheim z.B. hat Pfarrer Hesse in seiner Gemeinde seit 1999 ewige Anbetung. Rund 160 Gläubige haben sich dort
verpflichtet eine oder mehrere Stunden vor Jesus im Allerheiligsten Sakrament zu verbringen.
Die Petrusbruderschaft führt viele Gläubige wieder zu einem lebendigen Glaubensvollzug
und zum regelmäßigen Empfang der Sakramente.
Die Hörergemeinde von Radio Horeb , der ich mich zugehörig finde, hat vor allen seit das Programm über DAB gesendet
wird, viele Hörer und Mitbeter.
Auch die Not vieler Flüchtlinge hat in den Kirchengemeinden zu einer Welle der Hilfsbereitschaft geführt.
Viele opfern nicht nur Geld sondern auch viel Zeit.

Das sind natürlich nur einige kleine Beispiele, keine Massenbewegungen.

Flächendeckende blühende Landschaften sind nicht in Sicht.

Segensreich können diese Bewegungen auch nur sein, wenn sie sich nicht gegenseitig bekämpfen.
(-Auch wenn sie nicht in übertriebene Bischofs-und Papstbeschimpfungen verfallen- wie hier leider oft)
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von lifestylekatholik » Dienstag 30. Dezember 2014, 09:22

Peti hat geschrieben:Segensreich können diese Bewegungen auch nur sein, wenn sie sich nicht gegenseitig bekämpfen.
:ja:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von martin v. tours » Dienstag 30. Dezember 2014, 09:26

Ich halte den Artikel auch für eine treffende Analyse.
Gleichwohl stimme ich auch Peti zu, obschon deine Schilderung das andere ja nicht ausschliesst.
Nach menschlichem Ermessen hat die Kirche als breite Volkskirche eigentlich keine Chance mehr, aber das sind alles menschliche Überlegungen und
lineare Denkmuster. Ich glaube, es war der heilige Augustinus der sagte:
"Bete, als ob alles von Gott abhinge, aber handle als ob alles von Dir abhinge".

Peti, zu deinem Schlusssatz:
Du hast ja recht, aber die Ermahnungen mancher Papst-Fans (und ich meine damit ausdrücklich nicht Dich) , die Papst -Kritiker immer darauf hinweisen, das sie Papst Franziskus lieben und alles was er sagt und tut, toll finden müssen, sonst wären sie keine guten Katholiken,
wäre glaubhafter, hätte man dasselbe bei dieser Fraktion auch unter dem Pontifikat von Benedikt XVI gespürt.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Siard » Dienstag 30. Dezember 2014, 09:49

Peti hat geschrieben:Die Kirche in Deutschland-nicht in allen Gebieten gleich-mag ja der späten DDR gleichen.
Aber sie hat ganz andere Möglichkeiten der Wiederbelebung als die DDR.
In verschiedenen kleineren Gruppierungen hat das längst begonnen.
Natürlich hinkt der Vergleich zur DDR, denn in der Kirche (Körperschaft öffentlichen Rechts) gibt es viel mehr Amtsträger, die auf Selbstdemontage aus sind, als es im Staatsapparat der DDR gab. Die kleinen Gruppierungen haben ihr Pendant in der Linken.
Die Volkskirche ist ein tönerner Riese – beeindruckend, aber innen hohl und damit anfällig.

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Hubertus
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Hubertus » Dienstag 30. Dezember 2014, 10:47

berneuchen hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:
Ivo Matthäus hat geschrieben:Das ist richtig, aber stetiger Tropfen höhlt den Stein des Nicht-Sehen-Wollens, bis schlussendlich die verdrängte Erkennntnis gleich dem Ausruf des Kind "Der Kaiser ist nackt!" Bahn bricht.
Sei mir nicht bös, aber ich glaube nicht, dass uns ein solcher Lorbeer hier im Forum erwartet, gerade bei jener von dir beschriebenen Spezies...aber freilich, der HERR kann immer und überall handeln. :)
Für die RKK in Deutschland wie für die EKD gilt der alte Spruch: Totgesagte leben länger. Ähnliche Thesen wie die in diesem Artikel hab ich schon vor 30 'Jahren gelesen: die Volkskirche stirbt, weil der Glaube dahinsiecht - und siehe wir leben immer noch in den ach so leb- und glaubenslosen Gemeinden.
Ja, auch dieser Punkt wird in dem Artikel beschrieben:
[V]iele Gottesdienste sind heute so ausschließlich kulturelle Ereignisse (also: wöchentlicher Treffpunkt, jährliche Folklore, Familienfest), dass sie auch nach dem endgültigen Beweis von Gottes Nichtexistenz genauso gut weitergefeiert werden könnten.
Das wird sicher auch noch so weitergehen - so lange eben die Generation noch lebt, die der Hauptträger dieser Veranstaltungen ist. Von unten ist aber nie etwas nachgewachsen - das betrifft mittlerweile schon die Generation "70-" (!). Kraft für Erneuerung läßt sich in diesen Veranstaltungen jedenfalls nicht entdecken.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Hubertus
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Hubertus » Dienstag 30. Dezember 2014, 11:01

Peti hat geschrieben:Der Artikel von Günther ist eine gute Beschreibung der gegenwärtigen Siutiation.
Die Kirche in Deutschland-nicht in allen Gebieten gleich-mag ja der späten DDR gleichen.
Aber sie hat ganz andere Möglichkeiten der Wiederbelebung als die DDR.
In verschiedenen kleineren Gruppierungen hat das längst begonnen.

In unserer Gemeinde z.B, wo an Werktagen ungefär 20 Leute den Gottesdienst besuchten,
fand ein Glaubenskurs statt, an dem vor allen Christen im mittleren Lebensalter teinahmen.
Seitdem kann man einige von ihnen auch in der Werktagsmesse treffen.
In München sind die Werktagsmessen in den großen Innenstadtskirchen noch sehr gut besucht.
Die neuen geistlichen Gemeinschaften haben Zulauf von jungen Menschen, die auch in die Gemeinden hineinwirken.
In vielen Gemeinden enstehen Gebetsgruppen und Anbetungsstunden werden wieder eingeführt-auch in unserer Gemeinde.
In Türkheim z.B. hat Pfarrer Hesse in seiner Gemeinde seit 1999 ewige Anbetung. Rund 160 Gläubige haben sich dort
verpflichtet eine oder mehrere Stunden vor Jesus im Allerheiligsten Sakrament zu verbringen.
Die Petrusbruderschaft führt viele Gläubige wieder zu einem lebendigen Glaubensvollzug
und zum regelmäßigen Empfang der Sakramente.
Die Hörergemeinde von Radio Horeb , der ich mich zugehörig finde, hat vor allen seit das Programm über DAB gesendet
wird, viele Hörer und Mitbeter.
Auch die Not vieler Flüchtlinge hat in den Kirchengemeinden zu einer Welle der Hilfsbereitschaft geführt.
Viele opfern nicht nur Geld sondern auch viel Zeit.

Das sind natürlich nur einige kleine Beispiele, keine Massenbewegungen.

Flächendeckende blühende Landschaften sind nicht in Sicht.

Segensreich können diese Bewegungen auch nur sein, wenn sie sich nicht gegenseitig bekämpfen.
(-Auch wenn sie nicht in übertriebene Bischofs-und Papstbeschimpfungen verfallen- wie hier leider oft)
Das ist sicher in weiten Teilen richtig beobachtet, Peti.
Bemerkenswert ist an den Phänomen allerdings, daß praktisch nichts von diesen ermutigenden Signalen aus den "offiziellen" kirchlichen Strukturen kommt.
Das sind Bewegungen, die sich im Gegenteil häufig nur gegen erbitterten Widerstand der Verbände überhaupt behaupten konnten. Mit anderen Worten bedeutet das aber, wenn sich nichts grundlegendes mehr ändert, wird die kirchliche Struktur, so wie wir sie heute kennen, nicht zu halten sein. Von diesem erstarrten Gremienkatholizismus geht keinerlei Bindungswirkung mehr aus - in keiner Richtung mehr.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Peti » Dienstag 30. Dezember 2014, 11:15

Hubertus hat geschrieben:[Das ist sicher in weiten Teilen richtig beobachtet, Peti.
Bemerkenswert ist an den Phänomen allerdings, daß praktisch nichts von diesen ermutigenden Signalen aus den "offiziellen" kirchlichen Strukturen kommt.
Das sind Bewegungen, die sich im Gegenteil häufig nur gegen erbitterten Widerstand der Verbände überhaupt behaupten konnten. Mit anderen Worten bedeutet das aber, wenn sich nichts grundlegendes mehr ändert, wird die kirchliche Struktur, so wie wir sie heute kennen, nicht zu halten sein. Von diesem erstarrten Gremienkatholizismus geht keinerlei Bindungswirkung mehr aus - in keiner Richtung mehr.
Das erleb ich so nicht. Die hier aufgezählten Bewegungen erleben keinen erbitterten Widerstand aus den "offiziellen" kirchlichen Strukturen.
Die Piusbruderschaft z.B. schon; aber die hab ich hier nicht aufgezählt.
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Hubertus » Dienstag 30. Dezember 2014, 11:27

Peti hat geschrieben:Das erleb ich so nicht. Die hier aufgezählten Bewegungen erleben keinen erbitterten Widerstand aus den "offiziellen" kirchlichen Strukturen.
Ich habe anderes erlebt.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Peti » Dienstag 30. Dezember 2014, 12:12

Hubertus hat geschrieben:
Peti hat geschrieben:Das erleb ich so nicht. Die hier aufgezählten Bewegungen erleben keinen erbitterten Widerstand aus den "offiziellen" kirchlichen Strukturen.
Ich habe anderes erlebt.
Aba a bisserl was muast ois Bayer scho aushoitn :huhu:
'S war imma so.
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Sarandanon » Dienstag 30. Dezember 2014, 12:17

lifestylekatholik hat geschrieben:Hier isser, der Artikel Kirche vor dem Kollaps. – Ganz hervorragend treffsicher beschrieben! :ja:
Hervoragender Artikel - mit wahrem, allerdings traurigem Inhalt :traurigtaps: .
Markus Günther hat geschrieben:Glauben ohne Bilder ist Ideologie

Vielleicht steht sich der Mensch von heute mit seiner aufgeklärten Schlauheit auch manchmal selbst im Weg. Glaube braucht einen Schuss Naivität, die Bereitschaft, die Kontrolle aus der Hand zu geben und sich auf Unbegreifliches einzulassen. Tastend und hoffend. Kein Wunder, dass das den meisten immer schwerer fällt in einer Welt, die gerade dabei ist, die letzten unberührten Domänen des Daseins – Sexualität, Liebe, Geburt, Sterben – industriell durchzuorganisieren. Die totale Kontrolle, die volle Alleinherrschaft über das eigene Leben ist angesagt; ein ungünstigerer Nährboden für den Glauben ist kaum denkbar.
Die Bedeutung dieses Absatzes finde ich bezeichnenderweise sehr oft in meiner direkten Umwelt wieder, auch in Diskussionen:

Glaube = Schwäche

Insbeondere junge aber auch ziemlich viele lang erwachsene Menschen finden es ziemlich uncool an Gott zu glauben. Und schon mal gar nicht an den christlichen, der sich ja in seiner Schwachheit hat hinrichten lassen. Wie soll man den Kumpels erklären, dass man an ein höheres Wesen glaubt, das sich bzgl. einer menschlichen und naiven Wahrnehmung nicht offensichtlich zu erkennen gibt? Eltern bringen ihren Kindern bei, wie böse denn die (insbesondere die katholische) Kirche ist. In vielen Gesprächen, die ich zu diesem Thema führte lief es daneben auch immer darauf hinaus, dass man Kirche und Kirchengemeinde speziell deswegen meiden würde, weil man sich als selbstbewusstes Individuum nicht in eine Art Abhängigkeit zu einem irrationales, unsichtbares Wesen begeben möchte. Außerdem möchte man sich nicht verpflichtet fühlen, etwas für andere, wie auch immer geartet, zu tun oder mit deren Not konfrontiert zu werden.

Und letzteres brachte mich darauf, dass Kirche heutzutage nur noch als Sozialunterstützungskörperschaft wahrgenommen wird. Überall befürchtet man dort lauernde Hilfsbedürftige, seien sie krank oder mittellos, die uns aussaugen wollen. Wenn ich dann andeute, dass das eigentlich nur ein Nebeneffekt der Kirchen ist und der Mittelpunkt Jesus Christus und das unser irdisches Dasein nichts weiter ist als eine Vorbereitung auf das Ewige Leben durch IHN ist, fällt sofort die Klappe. Dann sieht man dem Gegenüber unmittelbar an, dass man von diesem fortan als religiöser Spinner kategorisiert wurde. Und ich weiß wovon ich spreche, ich war selbst mal so ein Kategorisierer.
Dich, o Herr, kann nur verlieren, wer dich verlässt.
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Hubertus » Dienstag 30. Dezember 2014, 16:06

Peti hat geschrieben:Aba a bisserl was muast ois Bayer scho aushoitn :huhu:
Ach, um meine Wenigkeit geht's da gar nicht. Aber ich mache mir schon Sorgen um meine Kinder und diese Generation. Das werden alles mal Einzelkämpfer im Alltag sein.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Peti » Dienstag 30. Dezember 2014, 20:58

Hubertus hat geschrieben:
Peti hat geschrieben:Aba a bisserl was muast ois Bayer scho aushoitn :huhu:
Ach, um meine Wenigkeit geht's da gar nicht. Aber ich mache mir schon Sorgen um meine Kinder und diese Generation. Das werden alles mal Einzelkämpfer im Alltag sein.
Diese Sorgen sind unser Elternschiksal, mir geht's da genauso.
Wir müssen viel für unsere Kinder beten.
Schon meine meine Urgroßmutter hat das erlebt. Sie musste zwei uneheliche Kinder von ihren Töchtern großziehn.
Meine Großmutter musste erleben, dass mein Vater in der Hitlerjugend trommelnd um die Kirche zog, während sie im
Gottesdienst war. Sie betete viel, besonders als mein Vater in Rußland war. Dass das tausendjährige Reich
so schnell vorbei sein würde, konnte sie auch nicht hoffen.
Dann musste sie wieder viel beten für meinen Vater und mich. Er hatte durch Erlebnisse in der Jugend seinen Glauben verloren und ich genauso
in den 68-Jahren in Schwabing. Sie hat immer viel Rosenkranz gebetet. Meine Rückkehr zum Glauben hat sie noch erlebt.
Mein Vater wollte erst mit 86 Jahren, kurz vor seinem Tod, einen Priester sehen. Er hat dann gebeichtet und die Krankensalbung empfangen.
Zuletzt geändert von Peti am Dienstag 30. Dezember 2014, 21:36, insgesamt 1-mal geändert.
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Hubertus » Dienstag 30. Dezember 2014, 21:08

Peti hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben:
Peti hat geschrieben:Aba a bisserl was muast ois Bayer scho aushoitn :huhu:
Ach, um meine Wenigkeit geht's da gar nicht. Aber ich mache mir schon Sorgen um meine Kinder und diese Generation. Das werden alles mal Einzelkämpfer im Alltag sein.
Diese Sorgen sind unser unser Elternschiksal, mir geht's da genauso.
Wir müssen viel für unsere Kinder beten.
Schon meine meine Urgroßmutter hat das erlebt. Sie musste zwei uneheliche Kinder von ihren Töchtern großziehn.
Meine Großmutter musste erleben, dass mein Vater in der Hitlerjugend trommelnd um die Kirche zog, während sie im
Gottesdienst war. Sie betete viel, besonders als mein Vater in Rußland war. Dass das tausendjährige Reich
so schnell vorbei sein würde, konnte sie auch nicht hoffen.
Dann musste sie wieder viel beten für meinen Vater und mich. Er hatte durch Erlebnisse in der Jugend seinen Glauben verloren und ich genauso
in den 68-Jahren in Schwabing. Sie hat immer viel Rosenkranz gebetet. Meine Rückkehr zum Glauben hat sie noch erlebt.
Mein Vater wollte erst mit 86 Jahren, kurz vor seinem Tod, einen Priester sehen. Er hat dann gebeichtet und die Krankensalbung empfangen.
Danke, das ist sehr tröstlich, Peti. :)
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von JosefBordat » Montag 16. März 2015, 11:34

Muss man eine Sendung über Missbrauch in der Katholischen Kirche, die überschrieben ist mit „Das Schweigen der Männer“ noch sehen, um zu wissen, was kommt? - https://jobo72.wordpress.com/215/3/16 ... issbrauch/

JoBo
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 17. März 2015, 01:51

JosefBordat hat geschrieben:Muss man eine Sendung über Missbrauch in der Katholischen Kirche, die überschrieben ist mit „Das Schweigen der Männer“ noch sehen, um zu wissen, was kommt? - https://jobo72.wordpress.com/215/3/16 ... issbrauch/

JoBo
Es gibt sicher viele Gründe, eine solche Sendung nicht zu sehen.

Es gibt aber auch viele Gründe die Sendung anzusehen.
Dort spricht ein katholischer Bischof, der auch den Untertitel "Missbrauchsbeauftragter" führt.
Bereits in dieser Kombination Kirche, Bischof und Missbrauchsbeauftragter liegt ja Informationswert.
Warum benötigt die Kirche überhaupt einen solchen Mann ? Nur, um unberechtigte Vorwürfe abzuweisen ?
Warum muss die Kirche mehrfach und mit den verschiedensten Institutionen Verträge schliessen, brechen und wieder schliessen, in denen es nur um die Aufklärung eben dieses Missbrauchs geht ?
Welche personellen und finanziellen Mittel wendet die Kirche dafür auf ? Was könnte man mit diesen Mitteln vielleicht anderweitig tun ?
Wie wirkt das Ganze auf die Kirchenmitglieder? Welche Konsequenzen ziehen diese ?

Nur eines gibt es bestimmt nicht: Ein Recht selbsternannter Glaubenswächter, sich in die Öffentlichkeit zu stellen und anderen zu erklären, man habe diese Sendung erst gar nicht nicht anzusehen.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Siard » Dienstag 17. März 2015, 11:00

Vir Probatus hat geschrieben:Nur eines gibt es bestimmt nicht: Ein Recht selbsternannter Glaubenswächter, sich in die Öffentlichkeit zu stellen und anderen zu erklären, man habe diese Sendung erst gar nicht nicht anzusehen.
Wen meinst Du damit?

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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Amanda » Dienstag 17. März 2015, 11:49

Siard hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:Nur eines gibt es bestimmt nicht: Ein Recht selbsternannter Glaubenswächter, sich in die Öffentlichkeit zu stellen und anderen zu erklären, man habe diese Sendung erst gar nicht nicht anzusehen.
Wen meinst Du damit?
Frage ich mich auch grad... :hae?:
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
sie wartet, bis der letzte Tick seinen letzten Sommer gehabt hat."
Gilbert Keith Chesterton

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Protasius
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Protasius » Dienstag 17. März 2015, 12:45

Amanda hat geschrieben:
Siard hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:Nur eines gibt es bestimmt nicht: Ein Recht selbsternannter Glaubenswächter, sich in die Öffentlichkeit zu stellen und anderen zu erklären, man habe diese Sendung erst gar nicht nicht anzusehen.
Wen meinst Du damit?
Frage ich mich auch grad... :hae?:
Das dürfte sich auf Josef Bordat beziehen.
JosefBordat hat geschrieben:Muss man eine Sendung über Missbrauch in der Katholischen Kirche, die überschrieben ist mit „Das Schweigen der Männer“ noch sehen, um zu wissen, was kommt? - https://jobo72.wordpress.com/215/3/16 ... issbrauch/

JoBo
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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cantus planus
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von cantus planus » Dienstag 17. März 2015, 12:47

Er hat aber eine Frage gestellt. In durchaus gutem Kontext. Bordat hat nicht einmal versucht, jemandem das Anschauen der Sendung zu verbieten.
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Siard
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Siard » Dienstag 17. März 2015, 12:50

cantus planus hat geschrieben:Er hat aber eine Frage gestellt. In durchaus gutem Kontext. Bordat hat nicht einmal versucht, jemandem das Anschauen der Sendung zu verbieten.
Eben, genau deshalb meine Frage.

(Habe den Beitrag, den ich gerade in Arbeit hatte gelöscht, weil dieser das Gleiche besser sagt.)

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Yeti
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Re: Medien und ihr Bild von Kirche und Katholiken

Beitrag von Yeti » Dienstag 17. März 2015, 19:49

Ich plädiere für einen Warte-Blog für Blockwarte hier im Forum. Da können die mal so richtig nach Lust und Laune verbieten, sich empören etc.

Jetzt lasst ihn halt verbieten, wenn's ihm doch gar so viel Freud' macht! Ich würd' mir nur das nächste mal ein bisserl mehr Empörung wünschen. :breitgrins:
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