Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

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Berolinensis
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Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Berolinensis » Montag 25. Oktober 2010, 19:22

In Anlehnung an diesen Strangtitel mache ich mal einen entsprechenden zum Indifferentismus auf.

Diese „Perle“ habe ich gerade auf der Seite der englischen und walisischen Bischofskonferenz über ihre ökumenischen Aktivitäten gefunden:
Like any family, the Church has several branches. Each is different (Roman Catholic, Methodist, Anglican to name but a few) but all share a common source: Jesus Christ. In the past, as in the best of families, we’ve been divided.

Ecumenism (unity or cooperation with other Christian churches) is about healing and forgiving the quarrels of the past, so we can all work together as a united witness to our shared faith in Christ. It’s about acknowledging our faith differences, but celebrating the fact all co-exist within the family of Christ.

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von HeGe » Montag 25. Oktober 2010, 19:49

Berolinensis hat geschrieben:
Like any family, the Church has several branches. Each is different (Roman Catholic, Methodist, Anglican to name but a few) but all share a common source: Jesus Christ. In the past, as in the best of families, we’ve been divided.
Wenn man so einen Schwachsinn liest, der fundamental jeder kirchlichen Lehre widerspricht, fragt man sich wirklich, wo das noch hinführen soll. :( Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass so etwas aus Unwissenheit geschrieben wird, das ist eindeutige und absichtliche Häresie im Namen der Bischöfe. Es kann leider eigentlich nur irgendwann in den nächsten Jahren einen großen Knall geben, wo sich eine ergraute Masse in eine Wohlfühl-Zivilreligion flüchtet, die in einigen Jahren ausgestorben sein wird und ein kleinerer Teil der Kirche wird das Werk der Missionierung von neuem beginnen müssen. Ich wüsste nicht, wie man diesen Krebs, der sich durch die gesamte Kirche zieht, noch anders bekämpfen sollte. :traurigtaps:
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Sascha B. » Montag 25. Oktober 2010, 19:52

HeGe hat geschrieben:
Berolinensis hat geschrieben:
Like any family, the Church has several branches. Each is different (Roman Catholic, Methodist, Anglican to name but a few) but all share a common source: Jesus Christ. In the past, as in the best of families, we’ve been divided.
Wenn man so einen Schwachsinn liest, der fundamental jeder kirchlichen Lehre widerspricht, fragt man sich wirklich, wo das noch hinführen soll. :( Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass so etwas aus Unwissenheit geschrieben wird, das ist eindeutige und absichtliche Häresie im Namen der Bischöfe. Es kann leider eigentlich nur irgendwann in den nächsten Jahren einen großen Knall geben, wo sich eine ergraute Masse in eine Wohlfühl-Zivilreligion flüchtet, die in einigen Jahren ausgestorben sein wird und ein kleinerer Teil der Kirche wird das Werk der Missionierung von neuem beginnen müssen. Ich wüsste nicht, wie man diesen Krebs, der sich durch die gesamte Kirche zieht, noch anders bekämpfen sollte. :traurigtaps:
Seh ichgenau so. Irgendwann knallt es und wir bauen die Kirche mit dem verbliebenen rest der Getreuen neu auf. Ich denk mir schon lange das Gott diesen Blödsinn nur zulässt um uns zu zeigen das es so nicht geht und wir dann was daraus gelernt haben nach dem Zusammenbruch der Kirche.
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
Herr, erbarme dich.

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Gamaliel » Montag 25. Oktober 2010, 20:39

BEGEGNUNG MIT KLERIKERN UND LAIENVERTRETERN ANDERER RELIGIONEN

Waldegrave Drawing Room des "St Mary’s University College" in Twickenham, Freitag, 17. September 2010:

GRUSSWORT UND ANSPRACHE VON PAPST BENEDIKT XVI.

Daraus:
Zu Beginn meiner Ausführungen möchte ich die Wertschätzung der Katholischen Kirche für das wichtige Zeugnis zum Ausdruck bringen, das Sie alle als gläubige Menschen in einer Zeit ablegen, in der religiöse Überzeugungen nicht immer verstanden und geschätzt werden. Die Präsenz von engagierten Gläubigen in den verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens zeigt klar auf, daß die geistliche Dimension unseres Lebens eine grundlegende Bedeutung für unsere menschliche Identität hat, daß – anders gesagt – der Mensch nicht vom Brot allein lebt (vgl. Deut 8,3). Für uns Angehörige verschiedener religiöser Traditionen, die sich gemeinsam für das Wohl der gesamten Gesellschaft einsetzen, hat dieses Arbeiten „Seite an Seite“ eine große Wichtigkeit und ergänzt die Gespräche „von Angesicht zu Angesicht“ in unserem fortlaufenden Dialog.
(Wenn es erlaubt wäre, dann müßte eigentlich die gesamte Ansprache zitiert werden.)

Papst Benedikt XVI. ist zweifelsohne selbst einer der größten Förderer des Indifferentismus. (In welcher Absicht er dies tut, ist eine andere Frage und kann hier völlig ausgeklammert werden.)

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von taddeo » Montag 25. Oktober 2010, 20:47

Man kann aus jedem Text das herauslesen, was einem ins Konzept paßt, und die eigentliche Aussage übersehen.
Der liebe Gott ist ein Masseur mit Händen aus Musik. (Martin Walser)

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Gamaliel » Montag 25. Oktober 2010, 20:51

taddeo hat geschrieben:Man kann aus jedem Text das herauslesen, was einem ins Konzept paßt, und die eigentliche Aussage übersehen.
Da brauche ich nichts "herauslesen", denn es steht alles schwarz auf weiß da, einmal ganz abgesehen von der rein äußeren Symbolik.

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von taddeo » Montag 25. Oktober 2010, 20:53

Soso. :roll:
Der liebe Gott ist ein Masseur mit Händen aus Musik. (Martin Walser)

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Marion » Montag 25. Oktober 2010, 21:01

taddeo hat geschrieben:Man kann aus jedem Text das herauslesen, was einem ins Konzept paßt, und die eigentliche Aussage übersehen.
Das stimmt nicht. Es sind nicht alle Texte mehrdeutig. Es gibt auch heute noch klare und eindeutige Sprache.

Aber trotzdem Taddeo,
Was siehst du denn was da steht, bzw nicht steht?
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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von taddeo » Montag 25. Oktober 2010, 21:11

Ich bin beim Lesen des oben von Gamaliel genannten Zitats unwillkürlich bei dem Satz hängengeblieben "Die Präsenz von engagierten Gläubigen in den verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens ...".

Für mich liest sich das so, daß der Papst die Bedeutung anderer Glaubensrichtungen vor allem darin sieht, daß auch sie der säkularen Zivilgesellschaft einen Kontrapunkt entgegensetzen und damit das rein zahlenmäßige Gewicht der Gläubigen vergrößern, das in demokratischen Prozessen einfach ein wichtiger Faktor ist.
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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Benedikt » Montag 25. Oktober 2010, 21:34

taddeo hat geschrieben:Ich bin beim Lesen des oben von Gamaliel genannten Zitats unwillkürlich bei dem Satz hängengeblieben "Die Präsenz von engagierten Gläubigen in den verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens ...".

Für mich liest sich das so, daß der Papst die Bedeutung anderer Glaubensrichtungen vor allem darin sieht, daß auch sie der säkularen Zivilgesellschaft einen Kontrapunkt entgegensetzen und damit das rein zahlenmäßige Gewicht der Gläubigen vergrößern, das in demokratischen Prozessen einfach ein wichtiger Faktor ist.
Genauso lese ich das auch. Das ist für mich kein Indifferentismus, sondern vielmehr das Gegenteil. Es ist eben nicht indifferent, dass wir dieselben Glaubensgrundlagen (die heilige Schrift, die Väter, etc.) wie andere christliche Glaubensrichtungen haben.
"Kommt ihm der Staatsumwälzer nicht wie Sisyphus vor? Die Last wird nie oben bleiben, wenn nicht eine Anziehung gegen den Himmel sie auf der Höhe schwebend erhält." - Novalis: Europa

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Berolinensis » Montag 25. Oktober 2010, 21:38

Benedikt hat geschrieben:Das ist für mich kein Indifferentismus, sondern vielmehr das Gegenteil. Es ist eben nicht indifferent, dass wir dieselben Glaubensgrundlagen (die heilige Schrift, die Väter, etc.) wie andere christliche Glaubensrichtungen haben.
Abgesehen davon, wie man das Zitat des Hl. Vaters versteht: Damit entleerst du allerdings den Begriff "Indifferentismus" seines Inhalts.

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von overkott » Montag 25. Oktober 2010, 21:44

Benedikt hat geschrieben:Genauso lese ich das auch. Das ist für mich kein Indifferentismus, sondern vielmehr das Gegenteil. Es ist eben nicht indifferent, dass wir dieselben Glaubensgrundlagen (die heilige Schrift, die Väter, etc.) wie andere christliche Glaubensrichtungen haben.
Auch mir scheint das eher eine Wertschätzung der katholischen Kirche engagierter Gläubiger zu sein und eine Einladung in Gesellschaft und Wirtschaft zu Kooperation und Zusammenarbeit.

Das zweite Gebot wird damit weniger indifferent als eher konkret.
Zuletzt geändert von taddeo am Montag 25. Oktober 2010, 21:53, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitatformatierung repariert.

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Sempre » Montag 25. Oktober 2010, 22:04

taddeo hat geschrieben:Ich bin beim Lesen des oben von Gamaliel genannten Zitats unwillkürlich bei dem Satz hängengeblieben "Die Präsenz von engagierten Gläubigen in den verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens ...".

Für mich liest sich das so, daß der Papst die Bedeutung anderer Glaubensrichtungen vor allem darin sieht, daß auch sie der säkularen Zivilgesellschaft einen Kontrapunkt entgegensetzen und damit das rein zahlenmäßige Gewicht der Gläubigen vergrößern, das in demokratischen Prozessen einfach ein wichtiger Faktor ist.
Du bezeichnest hier die Gläubigen als Gläubige, während der hl. Vater auch solche als Gläubige bezeichnet, die den Glauben der Kirche gar nicht bekennen.

Aber auch Du verwendest die Sprache des Indifferentismus: "die Bedeutung anderer Glaubensrichtungen".

Gruß
Sempre
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von taddeo » Montag 25. Oktober 2010, 22:08

overkott hat geschrieben:
Benedikt hat geschrieben:Genauso lese ich das auch. Das ist für mich kein Indifferentismus, sondern vielmehr das Gegenteil. Es ist eben nicht indifferent, dass wir dieselben Glaubensgrundlagen (die heilige Schrift, die Väter, etc.) wie andere christliche Glaubensrichtungen haben.
Auch mir scheint das eher eine Wertschätzung der katholischen Kirche engagierter Gläubiger zu sein und eine Einladung in Gesellschaft und Wirtschaft zu Kooperation und Zusammenarbeit.

Das zweite Gebot wird damit weniger indifferent als eher konkret.
Ovi, das ist mal wieder Dampfplauderei hoch X, was Du da bringst.

Ich sehe - um nochmal das obige Zitat aufzugreifen - den Papst hier bei allem höflichen Umgarnen der Angesprochenen ziemlich knallhart: Er sagt letztlich, daß das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben von Leuten "unterwandert" werden muß, die eine geistliche Dimension mit hineinbringen. Und weil man dabei in der Realität unserer Staatswesen ein gewisses zahlenmäßiges Gewicht braucht, lobt er die Adressaten dafür, daß auch ihre Mitglieder sowas tun. Mit keinem Wort äußert er sich dazu, ob das Wirken dieser "Andersgläubigen" in Bezug auf die Glaubenslehre richtig sei. Darum geht es ihm gar nicht. Sein Gegenspieler sind in diesem Moment nicht diese Andersgläubigen, sondern die Welt. Im Streit mit ihrem Säkularismus benennt er seine Gesprächspartner als Verbündete, ohne sie zu fragen, ob sie das überhaupt sein wollen (oder können).

Ich finde das nicht indifferent, sondern schlau. Er erweckt mit Höflichkeitsfloskeln den Anschein, seine nichtkatholischen Ansprechpartner ernstzunehmen - ein Gebot der Diplomatie und eben der Höflichkeit. Gleichzeitig gibt er nicht einen Millimeter des Anspruchs auf, den er an anderer Stelle für sich und den Katholizismus reklamiert, nämlich dann, wenn er zu Katholiken spricht.

@ Sempre: Bin ich denn indifferent, wenn ich selbst Leuten wie Dir Glauben zuspreche?
"Gläubige" gibt es auch außerhalb des Katholizismus, sie glauben nur womöglich was anderes.
Für die Außeinandersetzung mit dem Säkularismus spielt das aber wenig Rolle, der sieht JEDE Art von Gläubigen als Widersacher an, egal woher sie kommen. Und in diesem Sinn scheint auch der Papst in dem Zitat das Wort "Gläubige" zu verwenden: als Sammelbegriff gegenüber gänzlich "Ungläubigen".
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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von overkott » Montag 25. Oktober 2010, 22:13

Sempre hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Ich bin beim Lesen des oben von Gamaliel genannten Zitats unwillkürlich bei dem Satz hängengeblieben "Die Präsenz von engagierten Gläubigen in den verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens ...".

Für mich liest sich das so, daß der Papst die Bedeutung anderer Glaubensrichtungen vor allem darin sieht, daß auch sie der säkularen Zivilgesellschaft einen Kontrapunkt entgegensetzen und damit das rein zahlenmäßige Gewicht der Gläubigen vergrößern, das in demokratischen Prozessen einfach ein wichtiger Faktor ist.
Du bezeichnest hier die Gläubigen als Gläubige, während der hl. Vater auch solche als Gläubige bezeichnet, die den Glauben der Kirche gar nicht bekennen.

Aber auch Du verwendest die Sprache des Indifferentismus: "die Bedeutung anderer Glaubensrichtungen".

Gruß
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Lese ich da eine Wertschätzung der Hermeneutik des Bruchs heraus?

Oder geht es dir eher um Gemeinschaft in der Vielfalt?

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Sempre » Montag 25. Oktober 2010, 22:26

taddeo hat geschrieben:Bin ich denn indifferent, wenn ich selbst Leuten wie Dir Glauben zuspreche?
Nein, nicht indifferent, sondern ein Traumtänzer. Du kannst nur nachfragen, ob jemand den Glauben bekennt (und ansonsten eventuell feststellen, dass er zwar den Glauben ausdrücklich bekennt, aber dennoch glaubenswidrige Auffassungen hegt oder vertritt).

taddeo hat geschrieben:"Gläubige" gibt es auch außerhalb des Katholizismus, sie glauben nur womöglich was anderes.
Für die Außeinandersetzung mit dem Säkularismus spielt das aber wenig Rolle, der sieht JEDE Art von Gläubigen als Widersacher an, egal woher sie kommen. Und in diesem Sinn scheint auch der Papst in dem Zitat das Wort "Gläubige" zu verwenden: als Sammelbegriff gegenüber gänzlich "Ungläubigen".
Ja genau. Der hl. Vater verwendet das Wort Gläubige nicht in dem Sinn, in dem die Kirche Gottes es versteht. Und das fördert den Indifferentismus.

Gruß
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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von ad-fontes » Montag 25. Oktober 2010, 22:26

taddeo hat geschrieben: @ Sempre: Bin ich denn indifferent, wenn ich selbst Leuten wie Dir Glauben zuspreche?
"Gläubige" gibt es auch außerhalb des Katholizismus, sie glauben nur womöglich was anderes.
Für die Außeinandersetzung mit dem Säkularismus spielt das aber wenig Rolle, der sieht JEDE Art von Gläubigen als Widersacher an, egal woher sie kommen. Und in diesem Sinn scheint auch der Papst in dem Zitat das Wort "Gläubige" zu verwenden: als Sammelbegriff gegenüber gänzlich "Ungläubigen".
Seitdem es Christen gibt, meinen sie Christgläubige, wenn sie von Gläubigen sprechen.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Sempre » Montag 25. Oktober 2010, 22:32

ad-fontes hat geschrieben:Seitdem es Christen gibt, meinen sie Christgläubige, wenn sie von Gläubigen sprechen.
Das ist off-topic hier, denn Du bist ja keine kirchliche Behörde. :blinker:
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von ad-fontes » Montag 25. Oktober 2010, 22:39

Sempre hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:Seitdem es Christen gibt, meinen sie Christgläubige, wenn sie von Gläubigen sprechen.
Das ist off-topic hier, denn Du bist ja keine kirchliche Behörde. :blinker:
Find ich nicht.

Taddeo brachte den modernen, relativistischen Gläubigenbegriff ins Spiel.

Im christlichen Sprachgebrauch läßt sich noch die Differenzierung feststellen: a) alle Getauften, auch die außerhalb Getauften und die Abgefallenen (Schismatiker und ggf. auch die Häretiker); b) alle, die zur Kirche gehören (sichtbar, in voller Gemeinschaft und Unterordnung unter die kirchliche Autorität).
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Sempre » Montag 25. Oktober 2010, 23:22

@ad-fontes

Unsere unterschiedlichen Auffassungen dazu gehörten wenn dann an geeigneterem Ort erörtert. Falls Dich mein Kommentar interessiert, mach einen Strang in einem geeigneten Bereich des Forums auf.

Gruß
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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von ad-fontes » Montag 25. Oktober 2010, 23:49

Sempre hat geschrieben:@ad-fontes

Unsere unterschiedlichen Auffassungen dazu gehörten wenn dann an geeigneterem Ort erörtert. Falls Dich mein Kommentar interessiert, mach einen Strang in einem geeigneten Bereich des Forums auf.

Gruß
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Haben wir die? Das wäre interessant.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Sempre » Montag 25. Oktober 2010, 23:50

Ja, haben wir.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Sempre » Dienstag 26. Oktober 2010, 03:54

off-topic

overkott hat geschrieben:Lese ich da eine Wertschätzung der Hermeneutik des Bruchs heraus?
Mit "Hermeneutik des Bruchs" bezeichnet der hl. Vater nicht eine Lesart der Konzilstexte, die als Maßstab und Kontext die Tradition der Kirche ansetzt, sondern eine Lesart, die den Lesenden als Götterboten Hermes gegen die Tradition der Kirche stellt.

Gruß
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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Benedikt » Dienstag 26. Oktober 2010, 09:52

Berolinensis hat geschrieben:
Benedikt hat geschrieben:Das ist für mich kein Indifferentismus, sondern vielmehr das Gegenteil. Es ist eben nicht indifferent, dass wir dieselben Glaubensgrundlagen (die heilige Schrift, die Väter, etc.) wie andere christliche Glaubensrichtungen haben.
Abgesehen davon, wie man das Zitat des Hl. Vaters versteht: Damit entleerst du allerdings den Begriff "Indifferentismus" seines Inhalts.
Das Ignorieren von Gemeinsamkeiten ist genauso indifferent wie das Ignorieren der Unterschiede.
"Kommt ihm der Staatsumwälzer nicht wie Sisyphus vor? Die Last wird nie oben bleiben, wenn nicht eine Anziehung gegen den Himmel sie auf der Höhe schwebend erhält." - Novalis: Europa

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Berolinensis » Dienstag 26. Oktober 2010, 09:58

Benedikt hat geschrieben:
Berolinensis hat geschrieben:
Benedikt hat geschrieben:Das ist für mich kein Indifferentismus, sondern vielmehr das Gegenteil. Es ist eben nicht indifferent, dass wir dieselben Glaubensgrundlagen (die heilige Schrift, die Väter, etc.) wie andere christliche Glaubensrichtungen haben.
Abgesehen davon, wie man das Zitat des Hl. Vaters versteht: Damit entleerst du allerdings den Begriff "Indifferentismus" seines Inhalts.
Das Ignorieren von Gemeinsamkeiten ist genauso indifferent wie das Ignorieren der Unterschiede.
Wie gesagt: dann hat das Wort Indifferentismus keine Bedeutung mehr. Indifferentismus meint - jedenfalls im kirchlichen Sprachgebrauch - das Ignorieren der Unterschiede zu und die Gleichsetzung des wahren Galubens und der Kirche Gottes mit schismatischen und häretischen Gruppierungen oder gar Heiden.

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Gamaliel » Dienstag 26. Oktober 2010, 10:04

Benedikt hat geschrieben:Das Ignorieren von Gemeinsamkeiten ist genauso indifferent wie das Ignorieren der Unterschiede.
Gamaliel hat geschrieben:Zur Erinnerung (auch für eventuell irenisch gesinnte Mitleser) wieder einmal Papst Pius XII. in der Instruktion "Ecclesia catholica":
In bezug auf die zu befolgende Arbeitsmethode werden die Bischöfe vorschreiben, was zu tun und was zu unterlassen ist, und sich vergewissern, dass jedermann ihren diesbezüglichen Vorschriften nachkommt. Ferner werden sie darüber wachen, dass nicht unter dem falschen Vorwande, man müsse eher auf das achten, was uns eint, als auf das, was uns trennt, ein gefährlicher Indifferentismus gefördert werde, besonders bei jenen, die in theologischen Belangen weniger erfahren sind und deren religiöse Praxis eher schwach ist.

WolfgangF
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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von WolfgangF » Dienstag 26. Oktober 2010, 14:24

taddeo hat geschrieben:Ich sehe - um nochmal das obige Zitat aufzugreifen - den Papst hier bei allem höflichen Umgarnen der Angesprochenen ziemlich knallhart: Er sagt letztlich, daß das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben von Leuten "unterwandert" werden muß, die eine geistliche Dimension mit hineinbringen. Und weil man dabei in der Realität unserer Staatswesen ein gewisses zahlenmäßiges Gewicht braucht, lobt er die Adressaten dafür, daß auch ihre Mitglieder sowas tun. Mit keinem Wort äußert er sich dazu, ob das Wirken dieser "Andersgläubigen" in Bezug auf die Glaubenslehre richtig sei. Darum geht es ihm gar nicht. Sein Gegenspieler sind in diesem Moment nicht diese Andersgläubigen, sondern die Welt. Im Streit mit ihrem Säkularismus benennt er seine Gesprächspartner als Verbündete, ohne sie zu fragen, ob sie das überhaupt sein wollen (oder können).
Ich will mich als Neuling (a) in diesem Forum und (b) in der Beschäftigung mit dem katholischen Glauben überhaupt, nur sehr vorsichtig in eine solche Diskussion einmischen. Deshalb starte ich mal mit einer Frage: Ist das, was in dieser Diskussion als "Indifferentismus" bezeichnet wird, zumindest teilweise identisch mit dem "Relativismus" (der, wenn ich das richtig verstanden habe, aussagt, dass - salopp formuliert - letztlich jegliche Art religiöser Überzeugung "irgendwie" auf dasselbe hinausläuft und dass deshalb keine Religion einen alleinigen Wahrheitsanspruch erheben dürfte)?

Sollte das so sein, dann irritiert mich die Diskussion doch etwas. Ich habe nun gerade die Lektüre von "Glaube - Wahrheit - Toleranz" (Ratzinger) abgeschlossen. Und diese Sammlung von Vorträgen aus mehreren Jahrzehnten ist aus meiner Sicht vor allem eines: eine Streitschrift gegen jegliche Anwandlungen von Relativismus. Und da würde ich mich dann - vorausgesetzt, ich habe nicht etwas komplett falsch verstanden - fragen, wie sich das mit dem Vorwurf, der Papst fördere den Indifferentismus, verträgt?

:) Wolfgang

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von taddeo » Dienstag 26. Oktober 2010, 14:28

WolfgangF hat geschrieben:... fragen, wie sich das mit dem Vorwurf, der Papst fördere den Indifferentismus, verträgt?

:) Wolfgang
Das fragst nicht nur Du Dich.

Aber für manche Leute ist jeder Indifferentist, der nicht wie Bonifatius mit dem Hackl die nichtkatholischen Eichen umhaut.
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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Thomas_de_Austria » Dienstag 26. Oktober 2010, 16:35

Ich muss schon sagen, dass mir der Muselman in vielerlei Hinsicht näher steht, als der gottlose Laizist, aber deswegen sind wir noch keine "Brüder im Glauben", das ist der Unterschied ...

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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Sempre » Dienstag 26. Oktober 2010, 18:15

WolfgangF hat geschrieben:Und da würde ich mich dann [...] fragen, wie sich das mit dem Vorwurf, der Papst fördere den Indifferentismus, verträgt?
Der Vorwurf lautet ja nicht, dass der hl. Vater absichtlich Indifferentismus fördere. Um mal ein krasseres Beispiel zu bringen: Ich gehe nicht davon aus, dass es die Absicht von Papst JPII war, durch das interreligiöse Gebetstreffen in Assisi den Indifferentismus zu fördern. Dennoch berichtet Kardinal Biffi vor dem Konklave 2005 von einer frommen alten Nonne, die im Fernsehn dem Interviewer so antwortete: "Der verstorbene Papst war vor allem deswegen groß, weil er uns gelehrt hat, dass alle Religionen gleich sind".

Gruß
Sempre

P.S.: Willkommen!
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WolfgangF
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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von WolfgangF » Dienstag 26. Oktober 2010, 18:43

Sempre hat geschrieben:Der Vorwurf lautet ja nicht, dass der hl. Vater absichtlich Indifferentismus fördere.

Gamaliel hat geschrieben:Papst Benedikt XVI. ist zweifelsohne selbst einer der größten Förderer des Indifferentismus. (In welcher Absicht er dies tut, ist eine andere Frage und kann hier völlig ausgeklammert werden.)
Hmmmm. Ich will ja nicht haarspalterisch werden. Aber für mich klingt das doch so, dass dem Papst generell (also über das dann von Gamaliel genannte konkrete Beispiel hinaus) die Förderung des Indifferentismus unterstellt wird. Zwar werden die dabei (jeweils) verfolgten Absichten offen gelassen oder vielmehr ausgeklammert, aber wenn die Analyse selber richtig sein sollte, würden dann die mehr oder weniger verborgenen Absichten des Papstes überhaupt eine Rolle spielen?
Sempre hat geschrieben:P.S.: Willkommen!
Vielen Dank! :) Wolfgang

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Sempre
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Re: Förderung des Indifferentismus durch kirchliche Behörden

Beitrag von Sempre » Dienstag 26. Oktober 2010, 21:33

WolfgangF hat geschrieben:Hmmmm. Ich will ja nicht haarspalterisch werden. Aber für mich klingt das doch so, dass dem Papst generell (also über das dann von Gamaliel genannte konkrete Beispiel hinaus) die Förderung des Indifferentismus unterstellt wird.
Nicht generell, aber einiges mehr, was der hl. Vater bzw. Kardinal Ratzinger im Zusammenhang mit dem Thema "Ökumene und Einheit" getan und gesagt hat, sehe ich als geeignet an, den Indifferentismus zu fördern und gehe davon aus, dass viele ihn so ähnlich verstehen, wie o.g. fromme alte Nonne Papst JPII verstand.

In dem Seewald-Buch "Das Salz der Erde", unter "Schwerpunkte kirchlicher Entwicklung", "Ökumene und Einheit", skizziert er seine Vorstellung davon, wie und inwieweit Einheit erreichbar sei:
Kardinal Ratzinger hat geschrieben:Daß jeder sozusagen versucht, über seinen eigenen Schatten zu springen und gläubig den eigentlichen Kern zu erfassen. Es ist schon viel getan, wenn keine weiteren Brüche eintreten. Und wenn wir begreifen, daß wir in der Getrenntheit einig sein können in vielem.
Die Idee von einem "eigentlichen Kern des Glaubens" wird z.B. von einigen Katholiken in diesem Forum dankbar aufgenommen und vertreten.

Die Absicht Ratzingers ist hier offenbar der Versuch einer realistischen Einschätzung aus menschlicher und `neutraler' Perspektive.

WolfgangF hat geschrieben:Zwar werden die dabei (jeweils) verfolgten Absichten offen gelassen oder vielmehr ausgeklammert, aber wenn die Analyse selber richtig sein sollte, würden dann die mehr oder weniger verborgenen Absichten des Papstes überhaupt eine Rolle spielen?
Ich verstehe nicht recht, worum es Dir hier geht. Wobei eine Rolle spielen?

Gruß
Sempre
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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